Dritter Blatt
Nr. 91
163. Zahrgang
Erscheint täglich mti Ausnahme des Sonntags.
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Die „Siebener Zamllienblätter" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Nreirblatt für den Kreis Eichen" zweimal wöchentlich. Di» „Landwirischastlichen Zeit- fragen" erscheinen monatlich zweitnal.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- stratze 7. Expedition und Verlag: e^&l. Redaktion:S^I12. Tel.-Adr.:AnzeigerGietzen.
hier eingetroffen.
Das Reutersche Bureau erfährt, daß hinsichtlich des Beschlusses der Mächte, daß die Frage einer K r i-e g s e n t s Ä ä d- i g u n g einer finanziellen. Kommission in Paris überlassen werden soll, jetzt borgeschlagcn werde, daß' diese Tagung die Form einer Konferenz annehmen werde, an der möglicherweise die Botschafter der Mächte oder jedenfalls Beamte höheren Ranges als ursprünglich beabsichtigt war, teilnehmen werden. Es verlautet, daß die Sitzungen, welche diese Woche hätten beginnen sollen, sang Mai verschoben würden und man glaubt, daß sie, wenn möglich, so festgesetzt werden, daß sie gleichzeitig mit der Friedenskonferenz stattfinden, die Der» 'mutlich zur Unterzeichnung des Friedensvertrages in London wieder znsammentreten wird.
Lin NevowercmsäMg in der rumänischen Kammer.
Bukarest, 18. April. BeiEröffnnngderheu-
preutzisches Avgeordnetenhau§.
Berlin, 18. April.
Deute kam es beim Ministerium des Innern nochmals zu einer W a h l r e ch t s e r ö r t e r u n g, für die der nationalliberalc Abg. Dr. Schiffer die Anregung gab.
Der Minister des Innern, v. Dalllvitz, bemühte sich in einer ausführlichen .Rede, die Anklagen Dr. Schiffers zu ent- krästea»
Der Kaiser in Homburg.
Dom bürg v. d. Höhe, 18. April. Die Kaiserin besuchte das Viktoriapensionat und das Soldatenheim in Bad-Homburg v. d. Höhe.
Samstag, 19. April 1913
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts - Buch- und Stemdruckerei.
R. Lange, Gießen.
m. Butzbach, 18. April. In der Zwangsversteigerung wurde das altbekannte R e st a u r a n t Kalbfleisch am Bahnhof für 45 000 Mark dem Schuhwarenfabrikanten Rumps zugeschlagen. Die ausfallenden Hypotheken betragen über 30 000 Mark. Weiter wurde in der Zwangsversteigerung das dem verstorbenen Gemeinderechner Küchel gehörige Haus in der Weiseln- straße gehörige Anwesen für 30 000 Mark an den Weitzoinder- meister Dahmer verkauft. Auch hier fällt eine gehörige Summe zweiter und dritter Hypotheken aus. . t ,
m. Bad-Rau heim, 18. April. Unsere Kleinkinderschule kann mit dem morgigen Tage auf eine 25 jährige Tätigkeit zurückblicken. Bis jetzt hat ma aber der Kleinkinderschule außer den Sympticn nichts weiter entgegengebracht als das Wohlwollen, ihre Exzistcnnz anzuerkennen. Bei dem Millionenumsatz, der hier erzielt wird, müßte es doch eine Leichtigkeit sein, einmal der Kleinkinderschule einen namhaften Betrag zuzuwenden.
Starkenburg und Nheinhessen.
rm. Darmstadt, 19. April. Der Schutz verein für Nieder -Modau hielt gestern abend eine .Hauptversammlung ab, in der der Vorsitzende über die bisherige Tätigkeit berichtete. Er konnte u. a. mittcilcn, daß bis jetzt durch den Verein für 400 000 Mk. Forderungen erworben wurden und hofft, das; dre Vorteile, welche der Schutzverein durch die Erwerbung der Forderungen zu 50 Proz. und Aushändigung eines Gutscheines nach und nach gewürdigt werden. Von verschiedenen weiten werde zwar versucht, die Täitgkeit des Schutzvereins und seine Uneigennützigkeit in Zweifel zu ziehen. Freilich lasse sich über den Wert des Gutscheines noch nichts sagen, da dies von der Verwertung aohange; auch von der baldigen Verständigung zwischen dem Konkursverwalter und den Mitgliedern hänge die Verwertung des Scheines ab. Die bisherigen Mitglieder des Beirates, Bankdirektor Drehl- Ofsenbach, Pankdirektor Stein-Darmstadt, Justizrat Metz-Darm- stadt, Finanzamtmann Hesse, Bürgermeister Keller-Ober-Modau, werden wieder, R.-A. Dr. Hoffmann II. wird neu gewählt.
Hessen-Nassau.
X Wächtersbach, 18. April. Im hiesigen Schlosse sand gestern die Verlobung der Prinzessin Ncsita zu Ysenbnrg und Büdingen mit dem Grafen Franz Geschi a Santa Croce statt.
Die KnedenshoMMg.
Sofia, 18. April. Das Blatt „Mir" hofft, daß die Aiitwort der Verbündeten morgen überreicht werden kann. Es betrachtet den Krieg als beendet. Infolge der Bedrängung der bulgarischen Bevölkerung durch die serbischen Behörden sind bis heute 110 Flüchtlinge, darunter mehrere Priester und Lehrer aus dem Distrikt Egso Palanka,
Gießener Anzeiger
Seneral-Anzeigrr für Gbechesjen
Deutsches Resch.
Die Erhöhung der Zivilti st e des Königs von
ln feder beliebigen Schriftart und Karton« f $ llITTfl I i r IT forte, sowie mit Zirkeln aller ftudenlischen ST »Vlw Vereinigungen, liefert zu inützigen preisen
örühl'jche Universttäts-Vruckerei, Schuljiraße Z
tigen Kammersitzung feuerte ein Jndividium ; von der Galerie einen Revolverschust ab und rief dabei aus: „Die mazedon,ische Stimme Mutz gehört werden!" Es herrschte einen Augenblick 1 Aufregung, dann erklärte der Präsident unter anhaltendem Beifall, wie seiner Zeit Dupuy in der französischen Kam- : mer: „Die Sitzung wird fortgesetzt!" Der Mann, der den Revolverschutz abgab, warf einen Brief herunter, der eine Bittschrift enthält, die dem Gericht übergeben wird. Der Finanzminister brachte eine Vorlage ein, durch welche ein Kredit von 50 Millionen für den Bau von ländlichen Schulen gefordert wird.
Wie die „Neue Freie Presse" aus Bukarest meldet, ereignete sich der Anschlag um 2l/2 Uhr. Take Ionescu stand auf, um auf eine Anfrage zu antworten, als von der Galerie der Schutz fiel. Ein in der Loge allein sitzenderjungerMannhatteaufdieMiniftcr- bank gefeuert. Riesige Erregung bemächtigte sich des Hanfes. Ms sich die Unruhe etwas gelegt hatte, ergriff Minister Jonescu das Wort und.sagte: „Dieser nur infolge seiner Seltenheit interessante Zwischenfall soll, wenn er auch, die Ruhe des Hauses für einige Minuten gestört hat, die Arbeiten der Kammer nicht stören." Die Kammer brachte dem Minister langanhaltende Kundgebungen dar.
Eine Proklamation des Königs Nikita.
Paris, 18. April. Aus besonderer Quelle wird aus Ceti n i c gemeldet, der König bereite eine Proklamation an sein Volk vor, in der er auseinandersetzen wird, daß er infolge des Abzuges der Serben gezwungen sei, die Belagerung Skutaris aufzugeben.
Die Wiener „Politische Korrespondenz" meldet aus Belgrad: Man hat hier Anhaltspunkte dafür gewonnen, daß sich in der Haltung Montenegros zu der Skutarifrage ein den Wünschen Europas entsprechender Umschwung zu vollziehen beginnt. Die Erwartung sei begründet, daß in Cetinje zwischen der Einsicht, daß weitere Versuche, den Willen der Mächte hinsichtlich Skutaris umzustoßen, aussichtslos seien, und dem Entschlüsse, auf Skutari zu verzichten, nur eine kurze Zeitspanne liegen werde. Tas montenegrinische Volk empfinde der: Verzicht zweifellos als eine herbe Enttäuschung, jedoch werde der König Mtttel und Wege linden, um die Gemüter zu beruhigen, so daß feine nachteiligen Rückwirkungen auf die innere Lage Montenegros eintreten würden.
Wieder ein serbisch-bulgarischer Zwischenfall.
' Die „Südslavische Korr." meldet ans Uesküb: Zwischen Kumanovo und Palanka wurde ernster bisch erWaffen- und Mnnitionstransport vion bulgarischen Komitadschis überfallen. Es entsprann sich ein erbitterter Kampf, bei dem 80 serbische Soldaten getötet und verwundet wurden. Die bÄlganschen Verluste sind unbekannt. Der Waffentransport fiel in die Hände der Komitadschis.
Eine serbische Anleihe in Frankreich.
Wien, 18. April. Die „Südslavische Korr." meldet aus Belgrad: Die serbische Regierunnig hat in Paris eine Million en anleihe abgeschlossen, deren erste Rate bereits ausgezahlt ist, während der Rest nach dem Friedensschluß auszubezahlen ist. Das Vorschußgeschäft steht im Zusammenhang mit der Vergebung von Eis en - bahnbauten an die französisch-serbische Gesellschaft für Jndustrieunternehmungen und öffentliche Arbeiten, die an die serbische Regierung einen Betrag von 20 Millionen in Form einer Kaution erlegte. Die französisch-serbische Gesellschaft erhielt den Bau der Linien Nisch—Merdare, Krajujevae—Raska und Baljevo—Osecina in Auftrag. Die serbische Regierung vergibt noch den Bau der Linien Raska—Uvac, Rasta—Mitrovico und Merdare— Pristina.
Die Schaffung einer autonomen Provinz Kurdistan?
Konstantinopel, 18. April. Das Blatt „Taswirieskiar" erfährt, gestern sei dem Großwesir eine Denkschrift unterbreitet worden, welche die Schaffung einer autonomen Provinz Kurdistan unter dem Namen „Oestliche Wilajets" oder „Naher Osten" verlangt. Die Denkschrift fordert für die Provinz völlige Selbständigkeit; der Zentralregierung würde nur die Auswärtige Politik und der Oberbefehl über die Truppen im Kriegsfälle oerblcibcn; ferner die Bestätigung der von der Bevölkerung zu wählenden Chefs der Provinzialregierung, das Münzrecht, die Erhebung der Militärtaxen und Stempelgebühren.
Vcrmiscbtss.
— Ein Dürerfund. Auch von unserem großen altdeutschen Meister können findige Kunstgelehrte immer noch bisher unbekannte Arbeiten entdecken. In der Sammlung von Raffael-Photographien, die der Prinzgemahl Albert von England dem Zuge der Zeit folgend — damals schuf ja auch Friedrich Wilhelm IV. seine in der Orangerie bei Sanssouci befindlich Sammlung von Kopien der Gemälde des großen Urbinaten — für sich anlegte, und die fick noch jetzt im Sckiloß Windsor befindet, ist Dr. Oskar Fischel, der Berliner Kunstgelehrte, einem verschollenen Werke Dürers auf 'die Spur gekommen. Es ist die Federzeichnung der Justitia, die der Nürnberger Meister nach dem Blatt einer italienischen Folge gestochener Spielkarten, der berühmteii Tarocchi, gezeichnet hat. Fischel veröffentlicht das Blatt jetzt im „Burlington Magazine". Die anderen Blatter dieser Folge liegen im Britischen Museum und in der Barster Nationalbi'bliothek. Sie sind Mitte der 90 er Jahre des 1j. Jahrhunderts entstanden, also eines der ersten Denkmäler von jenem entscheidenden Wendepunkte, als die deutschen Künstler unter der Führung Dürers nach italienischen Vorbildern Studien begannen. Die stehende Frau in ihrer edlen Gewandung, die Dürer übrigens von seinem Vorbilde abweichend vollkommen umgearbeitet hat, blickt aus ernsten Augen voll auf den Beschauer, sie führt Schwert und Wage. Neben ihr stolziert em kleiner Storch, eine üugel in der Klaue, wohl ein altes Symbol der Klugheit des Richters. Die Zeichnung, die tatsächlich einst ernsthaft einem Raffaelschüler, dem Penni, als Studie für die Justitia in der Camera di Constantino im Vatikan zugeschrieven wurde, gehörte einst Savigny, dem Berliner Juristen. Heute ist sie verschollen.
— Die Erhaltung des indiani,chen Volksliedes. Von der stolzen amerikanischen Rasse, der Urbevölkerung Amerikas, sind heute nur noch kärgliche Ueberbleibsel vorhanden, und es steht zu befürchten, daß auch diese ihre nationale Eigenart völlig einbüßen und sich trotz aller Versuche, sie in Reservationen ursprünglich zu erhalten, mit den eingewanderten Volkern verschmelzen. Tie altüberkommenen Stammessitten schwinden dahin und nur selten noch erklingen die alten Gesänge und Klänge der roten Rasse. Dem will jetzt die amerikanilche Sic- gieruug entgegen steuern. Ter Staatssekretär des Innern bat soeben den amerikanischen Komponisten I. Geoffrv O' Hara be- anftragt, die alten Jndianergesänge zu sammeln. Aver mehr noch! In den Jndianerschulen sollen diese zuweilen überaus schönen und klangvollen Gesänge aufs neue den Nachkömmlingen des roten Mannes gelehrt werden.
Aus Hessen.
Ans dem Finanzausschuß.
rb. Darmstadt, 18. April. Der Finanz an s schuß der Zweiten Kammer setzte heute seine Beratungen fort. Es wurden zunächst die vom Abg. Brauer angefertig_tcn Berichte über die Vorstellung der Radfahrer-Union, des Hessischen Rad- führerbundes und der Bürgerm'eister, inbetreff Ermäßigung der F a h r ra d st e u er verlesen und genehmigt, ebenso die Vorstellung der Gemeinde Richen, betr. Hagelschäden. Der Ausschuß hat beschlossen, diese Vorstellungen abzulehnen. Der Vorstellung der Gemeinde Wörrstadt, betr. die Bahnlinie Undenheim, beschloß der Ausschuß zuzustimmen. Eine eingehende Erörterung fand eine Vorstellung des Detaillistenvereins zu Offenbach über das Offenbacher Brückengeld. Der Ausschuß beschloß, die Regierung zu ersuchen, den Bestrebungen von Stadt und Kreis Offenbach über die Aufhebung resp. Regelung des Brückengelderwesens inr Sinne der Bestimmung des Kunstsrraßengesetzes möglichst Vorschub zu leisten und in diesem Sinne die Vorstellung für erledigt zu erklären. — lieber drei Vorstellungen von Geometern l. Klasse will der Aussckmß erst nach Vorlegung von Material seitens der Regierung verhandeln. Eine Vorstellung der Z ai ch en l eh r e r um Anrechnung ihrer Probedienstzeit wurde bis zur Beratung der Besoldungsvorlage zurückgestellt. Tie Vorstellung der Jrrenwärter um anderweite Regelung ihrer Dienst- und Bezahlungsverhältnisse soll zunächst mit der Regierung einer Besprechung unterzogen werden. Ta der Dlusschuß heute nicht vollzählig versammelt war und auch in der nächsten Woche nianche Mitglieder behindert sind, wird die geplante Aussprache über die weitere Behandlung der Besoldungs - refornt erst in der übernächsten Woche stattfinden.
Märkte.
ließen, 19. April. SPerftbericht. Auf beiittaem Wocbsn- ntenfte kostete: Buller das Bstmd 1,20—1.30Hühnereier 1 -tuet 6—7 2 Stück 0 Tfg., Enteneier 1 Stück 8—0 Big., Gänseeier
ISt. 12 P'., Läse das Stück 0—8 1fg., Kasematte 2Stück 5—6 !lg., Tauben pr 4-r. 0,80—1,00 9Pf„ Hübner pr. St. 1,00—1,60 Mk., Halmen vr. Stück 1,50—2,50 Mk.. Guten pr. St. 2,00-3,00 Mk., Gänse das Pfd. 70—80 Ockfen steiscb vr. Pld. 92—100 Big.,
Rindfleisch vr. Wund 90—91 Big., «uhfleisch 80 Pig^ Schweinefleisch vr. Binnd 84—100 Pig., Ü alb fleisch vr. Md. 94—98 Big., Hammelfleisch vr. Md. 70—96 Big., Kartoffeln vr. l<>0 Üg. 5.00 bis 5.50 Mk., Weißkraut das Stück oo bis 00 Pfg., Zwiebeln ver Ztr. 0,00—0,00 Mk., Milch das 5-iter 22 Mg., Nüsse 100 Stück 50—60 Psg., per Ztr. 0—00 9)ifM Birnen das Piund 12 bis 15 Pig., Aepfel der Zentner 15 bis 25 Mk. Marktzeit von 7 bis 1 Uhr.
fe. Frankfurt a. M., 1?. April. Heu- und St roh markt. Angeiahren waren 5 Wagen Heu, 0 Wagen Stroh. Bezahlt wurde für veu l,3o— ,50 Mk., Stroh (Kornlangstro'0 0.00- 0.00 Mk^ Wirrstroh < ,00—0,00 Mk. Alles für 50 Kilo. Geschäft flott. <5>ie Zufuhren waren aus den Kreisen Friedberg und Dieburg.
Nach einer Rede des Frhrn. Von Gamp (Freik.), der sich besonders an den Nationalliberalen reiben zu müssen glaubte, lieferte der Abg. Dr. Pachnicke (Volksp.) einige weitere Beispiele für die Üebelftänbe in der inneren Verwaltung, dabei auch der Wahlresorm gedenkend, und sich prinzipiell für das Reichstagswahlrecht erklärend.
Der Abg. Dr. Liebknecht lSoz.) hielt wieder einmal eine seiner Schimpsreden. Zwei Ordnungsrufe genügten ihm nicht, und er ruhte nicht eher, als bis ihm der dritte zuteil geworden war. Dann hatte das Haus aber auch genug und entzog ihm auf Befragen des Präsidenten endgültig das Wort. Trotzdem vermaß der Herr sich weiter zu reden, mußte sich dann aber schließlich angesichts der empörten Zurufe des ganzen Hauses, die er nicht mehr zu übertönen vermochte, ins Unvermeidliche fügen.
Nachdem sich dann auch noch der Abg. v. K a r do r f f lfreikl eine Kritik an der Schifferschen Rede gestattet hatte, erhielt der Abg. Dr. Friedberg lNatl.) das Wort. Er fixierte noch einmal den Standpunkt seiner Partei zur Wahlreform: Direkte und geheime Wahl, aogestustes Wahlrecht unter Milderung der plutokratischen Auswüchse und Beseitigung der Trittelung in den Urwahlbezirken.
Ein Schlußantrag machte der Aussprache eine Ende.
Die württemberqische Zweite Kammer hat am Freitag nach über dreistündiger Beratung die Erhöhung der Königlichen Z i v i l l i st e um 350 000 Mk. mit 47 gegen 14 sozialdemokratische Stimmen angenommen.
Ex z. H av en st eiy schwer erkrankt.
Wie die Blätter melden, ist der Präsident des Reichsbank- direktioriums, Exzellenz H a v e n st e i n , an Darmfistel schwer erkrankt. Die Angehörigen waren mittags um den Kranken versammelt.____________________________________________________
Ans Stadt nutz Cöttö«
Gießen, 19. April 1913.
•• Kricgerverein. In der Monatsversammlnng des Kriegervereins Gießen hielt nm Donnerstag abend Oberlehrer Dr. Beck einen Vortrag über „Die Wunder des Steinen- himmels". In i Vzstündigem Vortrag führte er die sehr zahlreich erschienenen Vereinsmitglieder und ihre Angehörigen in die Wunderwelt der Sterne. ?tn Hand von etwa 40 guten Lichtbildern zeigte er die Sternwarte und ihre Instrumente, Sonne und Mond mit ihren Finsternissen und Nebenerscheinungen, den Mars und den Jupiter und eine große Zahl anderer Planeten, sowie einige Kometen. Die interessanten ^lussührungen wurden mit großem Beifall ausgenommen.
Kreis Büdingen.
— Nidda, 18. April. Zu dem Artikel — Nidda, 16. April in Nr. 90 Ihres Anzeigers muß ich berichtigend bemerken, daß es sich in der Versammlung am 15. d. Mts. nicht um ein Wiedererwecken des Noten Kreuzes (Zweigverein), sondern um die Gründung einer dieiem angegliederten Sanitätsgruppe handelte. — Hierfür wird eine Dienstanweisung durch den Vorsitzenden, der übrigens nicht der Oberst a. D. Weimar, sondern der Oberst z. D. Weimer ist, ausgearbeitet und demnächst zur Genehmigung dem Verein vorgelegt werden.
Kreis Friedberg.
-l. Friedberg, 18. April. In der heutig eit öffentlichen Sitzung des Kreistages wurde nach felyr eingehender Behandlung gemäß dem Anträge des Kreisausschusses beschlossen, von der Errichtung einer Landkrank en lasse abzusehen und die Ortskrankenkasse Friedberg als allgemeine Ortskrankenkasse für den ganzen Kreis Friedberg auszugestalten. — An Stelle des verstorbenen Bürgermeisters Mosck:crosch-Burg-Gräsenrode wurde der Lnadwirt Wilhelm Altvater-Melbach als ftellvertretmdes Mitglied der Kreis-Körkommission gewählt.
-l. Butzbach, 18. April. In der sogenannten Steinkaitte zwischen Msmarckttlrm und Pulverhäuschen trafen vorgestern zwei Frauen an dem Gewölbe eines alten, halb zerfallenen Bierkellers, der heute nicht mehr benutzt wird, einen Mann üt blau und weiß geftrciftcn Anzug, der sie nach dem Weg fragte Es handelt sich jedenfalls um den aus der Gießener Klmik entsprungenen Zuchthäusler Neumann, da der Manu in deni Gebrauch des einen Amtes behindert war. Jedenfalls hält sich N. jetzt in der Gegend von Friedberg auf; denn hier sekng es nicht mehr, schier habhaft zu werden.
Rüsselshei m?M


