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k Ehvi L, 17-Niw Tas Reirhsgericku verwarf be Revision
oe« 2Bet>rr5 Emil K (taget, der am 27 Oktober von dem Schwurgericht Zwndrücten wegen des an dem Gendarmen Lindner bc gangnien Mordes tum Tode verurteilt worden war. Klingel en'tboR den Gendarmen auf der Flucht: ferner bic des Tagelöhner- 5tarl 2 dohn, der zrm 4 Oktober von demselben Schwurgericht -um Tode verurteilt worden war, welcher in Rimschweiler seine Geliebte erschlug.
Sonbon, 17. Nov Priv -Tclegr , Bor dem Zucht- voirzcigeruht in O ldstai l ev begann beute der Perlenhalsbaad pro zetz gegen die vier Angeklagten Loeckett, Griiiard, Ltlverman und Gutwirih, die beschuldigt werden, ein Pcrlenhals band mr Werte von 117 000 Pfund Sterling auf dem Transvort von Paris nach London gestohlen ’.u haben Nach den Ausführungen deS Staatsanwalts wurde die Perhandlung auf morgen vertagt.
Cuftfcbiffabrt.
Iu 1 da, 16. Nov Ter i^raniofc Foucauld vom Zivil- tribunal, der gestern mittag in Paris im Lu ftballon auf- geftfegen war, landete heute morgen um 3 Uhr bei Sickels auf bet Landstraße Der Ballon wurde beschlagnahmt und untenacht und, nachdem er auseinandergenommen war, wieder frei» Gegeben. Die Zivil- und Militärbehörden behandelten den fiuft- l'chiffer mit großer Zuvorkommenheit.
verkniscbte».
* Schwer verletzt. Aus Berlin wird gemeldet: Auf dem Bahnhof Seneselder Platz der Hoch- und Untergrundbahn mürbe eine Arbeiterin von Krampfen befallen. Als man die Erkrankte aus dem Wagen tragen wollte und sich der Oberkörper noch im Wagen befand, setzte sich der Zug plötzlich in Bewegung. Tie Kranke fdHug mit dem Kopf auf den Fußboden auf und wurde schwer verletzt.
* Zum Brand des Balmes. Aus Hamilton (Bermuda,, 16. Nov, wird gemeldet: Tic „Pannonia" ist mit dem spanischen Dampfer „Balmes" hier angekommen Die „Pannonia" ist mit allen Passagieren und dem Gepäck nach New Bort rovitcr- gegangen. Die „Balmes" hat int Hafen Anker geworfen. Das Feuer ist tzelSscht und das Schiff wird morgen nach St. Georgia wcilergehen.
* Durchgehende P ferde. Aus Halle a. d. Saale, 15. Nov, wird gemeldet: Heute abend raste ein mit z>vei Pferden bespannter Bierwagen ohne Führer die steile Liebenauerstraße hinab und rannte in der Beesenerstraße irt ein Spielwarengeschäft, vor dem sechs Kinder standen. Tie Pferde rissen die Kinder mit sich in das Schaufenster. Zwei Kinder erlitten schwere Verletzungen. Ein Pferd mußte sofort getötet werden.
* Die lieben Wahlweiber. Aus Bristol wird gemeldet : Während der Staatssekretär für Irland, Birell, gestern hier eine Rede hielt, warf ihm jemand, angeblich aus Anstisteu der Suffragetten, eine tote Katze an den Kops. Es folgte eine allgemeine Prügelei, wodurch die Versammlung längere Zeit unterbrochen wurde.
* Die zahlreichen Fälle von Fahnenflucht aus Oesterreich haben in der letzten Zeit ungeheures Aufsehen erregt. Sic kommen auch in der amerikanischen Eiuwanderungsstati - stik zum Ausdruck. Im Jahre 1882 stammten 563 174 Einwäutwrer noch aus Nordwest-Europa, d. h. 87 Proz., während Südost- Europa nur 83 637 Einwanderer ooer 13 Proz. der Gesamt- einwanderung stellte. Im Jahre 1905 kehrt sich das Verhältnis nm: Jetzt stellt Südost-Europa 808 856 78,9 Proz. der Einwan
derer und Nordweft-Eikropa nur noch 215 863 --- 21,7 Pro; Diese Verschiebung der Ursprungsländer wird in Amerika selbst am meisten bedauert, ba die Einwanderer aus Südost-Europa einen ..viel weniger wünschenswerten Tvp" barftellen. Tic Nordwest Europäer, unter ihnen die Deutschen, waren dagegen immer will kommen, und es mag hier bemerkt werden, daß feit 1820 allen aus Deutschland über 5 Millionen Menschen nach den Vereinigten Staaten ausgewandert sind. Augenblicklich steht die deutsche Auswanderung dagegen auf einem solchen Minimum, daß sie praktisch gar nicht mehr in Frage kommt. Dos trifft u a auch für Kanada zu. Bon hen rimh 21 Millionen, die seit Beginn dieses Jahrhunderts dort einwanderten, war 1 Million aus England, 7< Mil
lion aus den Vercjitigten Staaten, 165000 ans Ceitenrüfx Ungarn, 88 000 aus Italien, 67 000 aus Rußland und nxr 31000 aus Deutschland!
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter hider Rubrik siebenden Arttke übernimmt bic Redaktton dem Publikum gegenüber keinerlei
Verantwortung )
Gießen, 16. Nov
Nachdem Herr rtrumm durch seine bekannten Angriffe im Gießener Anzeiger mich auf das itbroerfte provozier! und zue öffentlichen Zurückweisung gezwungen hat, habe ich bisher oer- gcblid, auf die mtr flngefünoiqte Aussprache an anderer Stelle gewartet. ■— Da nun aber nach feiner Andeutung vorauszusehen »st. bap er den »eiest gewählten und zuent betretenen Kampfplatz vor «dem Forum der breiten Cefientiut/tn: vermeiden und das Gcfeck-t auf ein anderes, ihm leauemeres Gelände zu verschieben geben Ft, h will ich nicht itod) Itaigcr aus seine Erwidern irg warten, sondern im Hellen Tageslicht eine Interpretation meiner angeblich ..maßlosen Beschimpfungen" geben.
VorauSschicken muß ich, daß Herr M'ruinm sich schon längst bemüßigt stihlte, bei icber ihm va!ssenden (Gelegenheit mich und mein öffentliches Wirken zu verdächtigen. Er glaubte dies mit unisv toeniger RÜsito tun zu können, als er weiß, daß id in dipk>matischeu ^Schach- und Winkelzügen und künsttich gestellten 'Sorten weniger bewandert bin als er, der gewesene Parteiführer und Spezialist auf diesem! Gebiet Als nun die Wahlzeit mit ihrer Erregung herbei kam und es galt, das auf einen ivuu ben Punkt (Rathausabstimniung gerichtete Interesse der Gießener Burgersck>aft um jeden Preis abzulenken, da nahm er sein altes Wild toieber aufs Atom und gedachte durch ein frisches fröhliches ^agen an Stelle seines etwas changeant gewordenen roten Röckelchens ein neues zu verdienen Aber anstatt nun, wie ein ehrlicher, weidgerechter Jäger gerade auf seine Beule loszugeh^n, verlegte er sich auf die ihm offenbar weniger gefährlich dün - kende^ Jagd mit Fallgruben. Tas Wild sollte sich selbst hangen! — <oo reizte er mirf, ohne jede Veranlassung, zwar ohne Nennung meines Namens, aber darum umso deutlicher und verletzender mit höhnischen und versteckten Vorhaltungen. So schrieb er z. B. im Gießener Anzeiger: Einen Stadtverordneten weiß ich, der das .Rathaus am liebsten in der Schwarzlach haben möchte. — Das i st eine übelwollende Insinuation! Dann denunzierte er mich der Oeffentlichkeit als einen aus städtische Kosten von ungerechtem Eigennutz erfüllten Mann, indem er unter Verschweigung der Geringfügigkeit des Quadrattnetcrpreises bei vor Jahren stattgehabten Landvcrkaufsverhandlungen für Zwecke der Zrrenklinik
von 51 Proz. 1 Stadtverordneter, von 100 Proz. 1 Stadtverordneter, von 122 Proz. 1 Stadtverordneter redete. .Für jeden fteniter des Grundstuckwesens hat eine Zugrundelegung der Bonitierungsto^e nur Wert für die Feldbereinigung. Ich sehe nicht nach in den Büchern des Grundbuchamtes, des Ortsgerichts, oder den Akten der Bürgermeisterei, aber das ist mir noch in .Erinnerung, für den Quadratmeter, Zirka 2—21/2, vielleicht 3 Mark gefordert zu haben und eben zu diesem Preis sind in letzter Zeit und damals Häufe und Verkäufe daselbst abgeschlossen worden. Sind dies hohe Preise für Baugelände? Bezahlt man in Wieseck, Älein-Linden und tProfborf nicht lmehr? S>ai man nicht auf der abseits gelegenen Insel 2i,, Mark ohne Zögern .bezahlt? Ich habe der Stadt not wendiges »Gelände für 5 Mark den Quadratmeter gegeben und fordert heute nicht mein NrtenUcger 8 uird 10 Mark! Ich bin dieser mich schwer kränkenden Kampsesart mit offenem Visier entgegengetreten und habe in der Entrüstung des Augenblicks mich gewehrt, so gut ich konnte. Und jetzt will Herr Krumm die gekränkte Leberwur'' spielen über den Zorn der freien Rede, den er entfesselt hat Er will von maßlosen Bescknmpfungen reden, er, der mir maßlosen Schimpf angetan, indem er die Reinheit meiner Absichten anzweifelt und mein Lebenswerk, das ich aus Mitgefühl für die klar am Tage liegenden, von ihm allerdings als Hirngespiw' bezeichneten Leiden meiner Mit bürger, vollführe und auch künftig vollführen werde, als per- sorilickren schnöden Eigenimich hin zu stellen sick) erdreistet. Erst als der Gießener Anzeiger ihn öffenflid) zur Ordnung rief und rhni die Verdächtigung Andersdenkender verwies, da wechselte die Tonart und er ließ den ersten sachlich ruhigen Arttkel vom Stabel
Bei mir tonunt er jedoch an den Unrechten. — Sollte es Indessen eine Täuschung oder ein Mißverständnis von mir und Herr ttnratm nadträalüfi bereit sein, offen und männlich ju ■ itlären, daß die vergüteten Pfeile aus dem Hintergründe nicht mir, sondern einem anderen Stadtverordneten galten, so bin ich mit Freuden bereit, ihm öffentlich iede iv-cnugtuung ;u bereiten, Oie em Mann von seinem ehrttchen Gegner verlangen kann. Tenn der Friede in Ehren ist mir, Bedürfnis. Daß ich ledoch den Fuchs nicht ohne gewisse (Garantien aus der Falle lasse, wird er nur nicht verübeln, zumal sich das Sprichwort an ihm bewahrheitet .hat: Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.
Wilhelm L ober, Stadtverordneter.
Gießen, 17. Nov.
Tie heutige Post tut mir drei 'Stimmtettri mit den zugehörigen Zuschriften gebracht. Nach der einen — ich glaube, es ist Die der rechtsstehenden Parteien — scheint es sich um eine Dahl in Meseritz ober au' dem Monde zu bandeln. Aus der zweiten — ich glaube, es ift die des Bürgervercins — ist n»ennsttenS mit einer gewissen Vadrscheinlichkeit zu entnehmen, daß cuie Dahl in Gießen gemeint ist. Die dritte ist so vernünstig, mir mirjuteilen, daß die Wahl im Stadt Hause stattfindet, und ich erfahre sogar, in welckwrn Zimmer ich meine Stimme abzugeben bähe. Aber 11'0-5 nüyt mich diese ganze Weisheit, wenn mir niemand jagt, an welchem Tage die Wahl vor sich gebt, und zu welchen Stunden ich wählen kann!'? Und noch etwas ganz trauriges: mein kleiner Junge hat mir die Papiere vorn 5t'affcrnfd> geworfen, und mm weiß ich nicht mehr, «welcher Zettel zu welchem eiben gehört. Nun stimme ich am Ende gegen die Bahn nach Krofdorf, deren Bau ich doch so dringend herbeisehne
Saasen, 16. Nov. Gegenwärtig hält die kreishau 4 - h a l t n n g s sch u l e hier einen iiebenmötbenthdm Kursus ab Leider weiß aber die higsige Bevölkerung das Emgegen- kornrnen der zuständigen Behörde in dieser Bezieht-wi nicht ge nügend zu würdigen, denn es nehmen aus Saasen nur 17 Mädchen an dem Kursus teil. Mehrere junge Mädckren aus den Nachbardörfern Harbach, Lindenstrutb und Lumda benützen darum die ftümtige Gelegenheit, die Haushaltungsschule hier ;u besuchen. Eine andere :)iücksländigkeit unserer itzemeindeangehörigen besteht darin, daß sich eine ganze Anzahl bieiiger Familien nicht an das neuerbaute Wasserwerk angeschlossen haben, obgleich manche Qeitte das Wasser mehrere 100 Meter weit zu tragen haben, auw dem elektrisch enLickt gegenüber herrscht große Lauheit Zurzeit sind etwa 10 Hausanschlüsse an die Ueb erlangen träte vor- l/andeii, das ist für eine so große Gemeinde doch sehr locnia Lobend anerkannt muß werden, daß Tanf der Umsicht und Energie des Herrn Bürgermeister Schepp die beiden Schulbäuser mit elettnschern Licht versorgt iverden. K
Meteorologische veobachtnngcn »er Station Sichen.
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Ä“d) ««» verehrte Vefenn, werden sich schon oft die ,',nwc ^^k^l bnben, roafl Aurltilenc bcojcint wirklich zweckmäßig (etr iaxaui cubt eö nur die Antwort fühmbolinfcMc benützen Abte ubemudicnö günstige Einwirkung auf «probe rissige ^aui ift eben öaft Gedeimnis - em onene» Wcbetmnte, denn der «pezinich wirk- same, bvgienische Grund,ton dieser Idenlkeise ist das Minrdolrn «gelauterter Ertrakt des Mnrrbenbarzes,. schon vor aabtinufenöen
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