** Paketeinsammlung durch die Post. Das Postamt ersucht uns, folgende die Allgemeinheit interessierende Mitteilung zu veröffentlichen: Es ist noch nicht genügend bekannt, baß die Post abzusendende Pakete auf Bestellung aus den Wohnungen abholen läßt. Man braucht nur ein offenes Schreiben, eine Karte oder einen Zettel mit den Worten: .Paket abzuholen bei (Name und Wohnung), unfrankiert in den nächsten Briefkasten zu werfen oder einem Briefträger mitzugeben, auch kann die Bestellung auf Abholung von Paketen dem Postamt durch Fernsprecher mitgeteilt werden. Hierauf wird die Sendung bei dec nächsten Paketbestellfahrt gegen eine Gebühr von 10 Pfg. vom Hause des Absenders abgeholt.
** Oefientliche Bücherhalle. Im September wurden 2060 Bände ausaeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1158, Zeitschriften 309, Jugendschristen 168, Literatur- yeschichte 11, Gedichte und Dramen 32, Länder- und Völkerkunde 33, Kulturgeschichte 23, Geschichte und Biographien 86, Kunstgeschichte 17, Naturwissenschaft und Technologie 98, Heer- und Seewesen 16, Haus- und Landwirtschaft 13, Gesundheitslehre 11, Religion und Philosophie 51, Staatswissenscha't 11, Sprachwissenschaft 6, Fremdsprachliches 17 Bände. Nach auswärts kamen 55 Bände.
** Die Schlacht in Leihgestern. Aus Leihge- ste rn wird uns geschrieben: Die mit obiger Ueberfchrift versehene Notiz Ihres geschätzten Blattes Nr. 229 bedarf einer Berichtigung. Dieser Artikel ist doch viel zu einseitig gehalten. Von einer Verfolgung der Leihgesterner Bürschchen durch Odenhäuser' und Ruttershäuser kann gar keine Rede sein. Die Odenhäuser und Ruttershäuser gingen zusammen zur Bahn. Zu ihnen gesellten sich Leihgesterner Bürschchen, welche, wie jetzt bekannt wird, die Fremden hernach in Leihgestern mit Steinen warfen und sonstige Roheiten trieben und so den ganzen Vorfall heraufbeschworen. Gerade richtig gesagt, haben Leihgesterner Buben das ganze Feuer erst gesteckt. Drei blutig gehauene Fremde flüchteten in ein 5)aus, worauf der Hausbesitzer zu deren Schutz die Türe verschloß. Allein was nützte es ihn; die Türen wurden gesprengt, die Leute herausgeschleift und einfach — ob schuldig oder nicht — fast zu Tode geprügelt. Wenn nicht doch noch ein paar vernünftige Leihgesterner Männer mit aller Energie dazwischen getreten wären, so hätte man die blei Leute gelvncht, obgleich niemand behaupten konnte, ob gerade diese dem Kaufmann Faber — denn außer Faber ist in Leihgestern eigentlich niemand geschlagen worden — den unglücklichen Schlag versetzt hätten. Warum läßt man in Leihgestern fremde Leute nicht ihre Wege ruhig gehen? Ganz von selbst kommt so ein Aufruhr nicht; das glaubt doch ein jeder denkende Mensch, und so ist es auch hier. Leihgesterner Bürschchen von 15 bis 16 Jahren, welche um 8 Uhr abends von ihrem ersten Wirtshausbesuche zu Hause sein sollten, haben solches Feuer angezündet. Auch die anderen Einwohner hätten sich die Sache erst besser überlegen sollen, als wie den Fremden, welche ja inzwischen das Dorf verlassen hatten, nachzujagen, sie einzufangcn, und hier einen Bulgarenkrieg zu eröffnen. Das Gericht wird in der Sache Klarheit schaffen, und gar mancher, der eben so sehr recht zu haben glaubt, wird später vielleicht ein enttäuschtes Gesicht machen.
Landkreis Gießen.
br. Heuchelheim, 1. Oft. (Jubiläumsfeier des Huupt- lehrers Schneider. ) Anläßlich der Feier des 50jährigen Jubiläums des .Hauptlehrers Schneider versammelten sich heute eine große Zahl von Kollegen und Freunden des Jubilars in der Kreilingscheu Wirtschaft zu Heuchelheim. Eröffnet wurde die Feier durch einen von Lehrer Wolfschmidt- Henchelheim geleiteten und auf dem Harmonium begleiteten mehrstimmigen Gesang der Klasse des Jubilars. Bürgermeister Kreiling-Heuchelheim begrüßte die Erschienenen. Als Vertreter der Regierung und der K^eisschnlkommissionl waren Provinzialdirektor Geheimerat Usinger und Professor 2llles erschienen. Der Provinzialdirektor hob die hohen .Verdienste des Gefeierten für Schule und Staat in gebührender Weise hervor und überreichte ihm im Namen des Großherzogs die K»rone zum Ritterkreuz 2. Klasse. Für die Gemeinde Heuchelheim sprach Bürgermeister .Kreil'.,g, der besonders betonte, daß Herr Schneider nicht bloß jederzeit ,ein tüchtiger Lehrer, sondern auch ein treuer Berater der schulentwachsenen Jugend war, dem ein großer Teil der Bewohner sein Fortkommen im Leben mit verdankt, denn 29 Jahre schon ist der Jubilar in der Gemeinde tätig. Im Namen der oberen Kirchenbehörde überreichte Pfarrer Glück nebst einem ehrenden Schreiben des Oberkonsistoriums ein neues Testament, dabei der Dienste gedenkend, die Herr Schneider 50 Jahre lang als Lehrer und Organist der Kirche geleistet hat. Einen poetischen Jubiläumsgruß entbot unter lieb erreich ung eines prachtvollen Blumenstraußes eine Schülerin, während ein Schüler im Namen der Klasse einen1 silbernen Teller überreichte. Das von den Lehrern des Konferenzbezirks Gießen-Land gestiftete Geschenk, eine Bowle, wurde in launiger Weise von Lehrer Wagner-Großenl^iseck gegeben. Die .Hauptlehrer Schaaf und Knaus-Gießen sprachen im Auftrage ihrer Schulgruppen, dabei zugleich olter'Erinnerungen gedenkend. MlsAetzter, darum aber nicht nrr-.-ycr herzlich, überbrachte Lehrer Valentin Müller-Gießen dem alten Obmann des ungeteilten Bezirks Gießen die Grüße und Glückwünsche des Bezirksvereins Gießen-Stadt. Während des darauf folgenden Mittagsmahles toasteten Kreisschulinspektor Professor All-es auf Seine Königliche Hoheit den Großherzolg, Lehrer Valentin Müller-Gießen auf Die Regierung und Kreisschulkommission, Lehrer Dietz-Heu-, chelheim auf den Jubilar, Hauptlehrer Weyl-Wieseck auf die Familie des Jubilars und Lehrer Boßler-Kleinlinden auf die Gemeinde Heuchelheim. Der körperlich und geistig noch sehr rüstige Jubilar, der noch weiter im Schulamt bleibt, dankte sichtlich gerührt in längerer Rede fiir alle Ehrungen, die ihm in so überreichem Maße zuteil wurden. Bei vorzüglicher Bewirtung und den Klängen der aus Lehrern Heuchelheims und Umhegend gebildeten Musikkapelle flohen die Stunden nur allzurasch dahin. Wir aber wünschen dem Jubilar, daß er sich noch recht lange eines freundlichen Lebensabends erfreuen möge.
△ Grünberg, 1. Oft. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr brach in dem an der Londorser Straße gelegenen Wohnhause Feuer aus. Auf dem Dachboden des Hauses lagerten mehrere Wagen Heu und Grummet. Da der Schornstein in der Nähe hindurchführte, so mag das Feuer hierdurch seine Entstehung genommen haben. Daß Wohn- ()qu§ brannte nieder. Der Feuerwehr gelang es, die gefährdeten Nachbargebäude zu schützen.
Kreis Büdingen.
— Bad Salzhausen, 1. Oft. Die Frequenz der diesjährigen Saison beträgt 1891 Kursremde, hiervon 619 Personen im Ernst-Ludwig-Heim und 1272 Kurgäste in Bad Salzhausen selbst; in der Saison 1912 war unser Bad von 1086 Kurfremden besucht. Es wurden im ganzen 11 205 Bäder (1912 ---- 8743) und 1085 Inhalationen (1912 ---- 336) abgegeben.
Kreis Lauterbach.
~ Lauterb ach, 30. Sevt. Nach dem Voranschlag für 1913 werden in oiesern Jahre für die Bedürfnisse der Kreiskasse Lauterbach 120 000 Mk. Umlagen von den Gemeinden des Kreises erhoben, gegen 113 000 Mk. im Vorfahre. Tas kreisumlagepflichtige Vermögen sämtlicher Gemeinden und Inhaber besonderer Gemarkung beträgt 132191600 Mk.; die staatliche Einkommensteuer 159 899 Mk. Von den 120000 Mk. Kreisumlagen sind auf die Vermögenswerte 74 160 Mk., auf die staatliche Einkommensteuer 45&4O Mk. ausgeschlagen, so da.ß auf 100 Mk. Steuerwert des Vermögens 5,613 Pfg., auf 1 Mk. staatliche Einkommensteuer 28,740 Pfg. entfallen. Von den drei größten Gemeinden zahlt Lauterbach 28460, Schlitz 14168 und Herbstein 4847 Mk. Umlagen. Ter Beitrag der Freiherren Riedesel zu Eisenbach sür ihre in den Gemarkungen des Kreises gelegenen Walddistrikte beträgt 5906 Mk.
~ Lauterbach, 1. Okt. Heute ging die hiesige Apotheke, die bisher von der Witwe des vor einiger Zeit verstorbenen Eigentümers, Apotheker Kullmann, meitcr- geführt wnrde, pachtweise in den Besitz des Apothekers Klemm von Schlitz zu einem jährlichen Pachtpreise von 8000 Mk. über. — Auf Veranlassung der Großh. Staatsanwaltschaft Gießen fand in berent Beisein am SamStag die gerichtliche Leichensektion des zweijährigen Kindes einer hiesigen Arbeiterfamilie int hiesigen Leichenhause statt. Das Kind zeigte bei der Leichenschau Verletzungen am Kopfe, so daß das Gericht die Leiche beschlagnahmte. Die Sektion ergab jedoch keinen Beweis für irgend eine strafbare Handlung. Das Kind soll nach Angabe die Treppe herabgestürzt sein.
Kreis Friedberg.
L. Friedberg, 1. Okt. Heute rückten die einzelnen Kompagnien unseres neuen Bataillons in imserer Stadt ein. Tie Stadt selber ist aufs schönste geschmückt. Um 8y2 Uhr zog von der Burg aus unter dem Vortritt der Militärmusilschule der Verein der 116er nach dem Bahnhof. Tie eintreffenden Soldaten von Gießen, begrüßt von dem Vorsitzenden des Vereins, marschierten dann mit der Kapelle nach ihrer Kaserne. Um 11 Uhr 6 Min. kamen die drei weiteren Kompagnien. Am Donnerstag mittag um 11 Uhr werden die hiesigen 5 Kriegervereine am .Kriegerdenkmal Aufitellung nehmen, wo der Bürgermeister die Truppen begrüßen wird. Tie Regimentsmusik von Offenbach wird an der Spitze des Bataillons marschieren. Abends findet fiir die Offiziere ein Essen im Hotel Trapp statt, für Unteroffiziere und Mannschaften im Saalbau.
h. Friedl>erg, 1. Okt. Dienene Garniso n. Eine vielhundertköpfige Menge und reicher Flaggenschmnck an den Häusern bereiteten heute dem in zwei Abteilungen einziehenden Bataillon der 116er einen herzlichen Empfang, den der Vorsitzende des Vereins ehemaliger 116er, Sekretär Finck, am Bahnhof in herzliche Worte kleidete. Den Tank des Bataillons sprach .Hauptmann Sold an aus.
h. Vilb-el, 1. Okt. Der hier im Amt stehende Pfarrassistent Happel stürzte in Langen, wo er zu Besuch 10eilte, von einem Pferde und zog sich außer mehreren Kopfver- letzungen auch eine Gehirnerschütterung zu.
Kreis Wetzlar.
D Kr 0 fd 0 rf, 30. Sept. Hier wurde an der Gießener- Straße eine dritte Zigarrenfabrik durch die Firma Rinn und Cloos in Betrieb genommen.
Hessen-Nassau.
sh) Frankfurt a. M., 30. Sept. Wegen umfangreicher Betrügereien wurde heute der Inhaber des weitbekannten Ambulatoriums von Dr. Thisguent, Alfons Weinert, verhaftet. Ihm wird zur Last gelegt, Stoffwechselpillcn, die absolut wertlos waren, mit 50 Mark pro Schachtel verkauft zu haben. — Einer bet bekanntesten Aerzte Frankfurts, Dr. Otto Neu bürg er, ist heute nacht int Alter von 49 Jahren einem Schlaganfall rtrlcgen. — Wie verlautet, ist gegen bic Personen, die am Sonntag die Predigt des altkatholischert Pfarrers Dr. Alberti in der Nikolaikirche störten, Strafantrag wegen Störung eines Gottesdienstes gestellt nrorbcn.v
w Wiesbaden, 30. Sept. Der deutsche Botschafter in London, Fürst Lichn 0w 8ky ist hier znm Kurgebrauch eingetroffen und im Hotel „Rose* abgestiegen.
verelnsnachrlchten.
** Der Bauerscbe Gesangverein in Gießen, der durch seine Erfolge auf größeren Nationalen Gesangswettstreitcn, sowie durch seine alljährlich stattfindendcit, gerne besuchten Konzerte aufs Beste bekannt ist, begeht im nächsten Jahre sein 50jähr. Jubiläum. In einer demnächst ciuzuberusenden Mitgliederversammlung soll über die Abhaltung der Jubelfeier Beschluß gefaßt werden.
* Heuchelheim. Der hiesige Turnverein, der im letzten Frühjahr das Fest seines 25 jährigen Bestehens feiern durfte, hat in diesem Jahr mit seinen Leistungen recht erfreuliche Ergebnisse zu verzeichnen. Gelegentlich der Veranstaltungen zu Heuchelheim, Frankenberg, Wilhclmshöhe, auf der Wassersuppe und dem Hoherodskops erzielte der Verein insgesamt 34, darunter einige fast an erster Stelle stehende Preise. Besonderes Lob verdienen die Zöglinge des Vereins, die bei einigen der Festlichkeiten sehr gut abschnittcn. Allen Preisgekrönten zu Ehren sand am verflossenen Samstag eine kleine Siegesfeier statt, an welche sich am Sonntag ein Turngang nach Kloster Arnsburg anschloß.
Universitäts-Nachrichten.
B e r l i n , 30. Sevt. Ter Erlaß des K u l t u s in i n i st e r s über die B e s ch r ä n k u n g der Z u I a i f u n g ausländischer Studierender zu den preußischen Universitäten hat nach der ,F. Z-" für die Berliner Universität bereits zu einer Spezial- Verfügung für russische Studenten geführt. Tie amtliche akademische Auskunitsstelle hat den Auftrag erhalten, allen russischen Studenten ans '-Befragen mitzuteilen, daß neue Jnni,atrikulationen vorläufig nicht vorgenommcu werden. Der Kultusminister bebalte sich jedoch für einzelne ganz besonders geortete Fälle von Ausnahmesuchenden die Entscheidung vor. Dieser Tlitteilunq fügt der „Lokal-Anzeiger' folgende Ziffern an: Jin Wintersemester 1912 13 studierten an der Berliner Universität 552 Rlissen, barunter 449 Mediziner, und 59 Russinnen, darunter 47 Medizinerinnen. Im verflossenen Sommersemester stieg die Zahl der Männer auf 593, darunter 478 Mediziner, während die der grauen auf 52 zurück- ging, unter denen sich 37 Studentinnen der Medizin befanden.
Gerrchtssaal.
rd. Darmstadt, 1. Ch. Mit einer interessanten Rechtsfrage halte sich das Verivaltungsge richt zu beschäftigen. Die Firma Dyckerhoff & Widmann zu Biebrich hatte in den Jahren 1911 und 1912 in Rüsselsheim verschiedene Bauten aiiSgemhrt und war bofür von der hessischen Stelierbehörde zur Zahlung einer Ö e ro e r b e ft e u e r von je 56 Mark 57 Pfg. hcraiigezogen worden. Tie Firma beschäftigte daselbst in der genannten Zeit mit der Bauleitung etroa 50 Perionen und halte auch eigene Bauhütten für bxeielbcn errichtet. Gegen die Heranziehung zur Geiverbesteuer erhob die Finna zunächst beim Kreis- Ausschutz Groß-Gerau Wtderlvruch. Sie führte aus, bas; sie in Preußen zur Steuer veranlagt sei und in Hessen keinen ständigen
Gewerbebetrieb unterhalte. Sie habe in Rüsselsheim nur bauliche Ausführungen gehabt und die Ausstellung ambulanter Bauhütten sei keine ®eiverbeanlagc im Sinne des Gesetzes. Der KrciS- Ausschus; hatte die Beschwerde mit dem Hinweis darauf verworfen, daß nach der bestehenden Rechtsprechung tu den Bauhütten die Er» fordentiffe der gewerblichen Anlage gegeben gewesen seien. Nachdem schon früher der Drovinzial-Atisschitß die Berufung gegen dieses Urteil verworfen hatte, entschied jetzt auch der Verwaltnngs- gerichtshof als oberste Instanz in demselben Sinne.
Vermischte».
* Wieder ein Eisen bahn Unfall! Aus Frei- bürg (Breisgau) wird gemeldet: Auf der Station Hcei» t e r s h e i m rollten am Dienstag *rüb Uhr infolge Versagens der Bremse 15 Wagen eine? Güterzuges von einem toten Gleis auf die Station zu und zerstörten dieEcke des Stationsgebäudes. Vier Wagen wurden aus dem Gleise geworfen und vollständig zertrümmert. Gegen 1/28 Uhr kam ein .Hilfszug von Freiburg an, der sofort mit den Aufräumungsarbeiten begann. Personen sind nicht verletzt worden.
Kleine Tagerchronik. " >'
Bei dem K l e i n b a h n u n g l ü ck auf der Station Bonn- Ellerstraßc wurden ein Reisender gelötet und zwölf verletzt, von ihnen fünf schwer. Acht Verletzte wurden ins Kraukenhau«- gebracht. Drei wurden schon wieder entlasten. Ferner wurden zwei Bahnbedienstete leicht verletzt.
Der auf der Fahrt von Hamburg nach Baltimore befindliche Dampfer ,^Arcadia" der Hamburg-Amcrika-Linic erhielt am 29. September kurz vor Mittcrnack;t von dem englischen Dampfer „Tcmplemvre" die drahtlose Meldung, daß dieses Schiff in Flammen stehe und schnelle Hilfe benötige. Die „Arcadia" änderte sofort ihren >kurS und konnte nach wenigen Stunden die Mannschaft des brermatben Schiffes aufnehmen und nach Baltimore bringen. Das Wrack des „Templemore" trieb 39 Grand 27 nördlicher Breite und 65 Grad 26 westlicher Länge.
Vandel rrnd Verkehr, Volkswirtschaft.
Köln, 30. Sept. In der heutigen Hauptvnsammluwg des Do h eisenverbandes wnrde über die Marktlage berichtet: Der Abruf in Roheisen sowohl seitens der Eisengießereien als auch der Stahlwerke ist immer noch befriedigend, wie der Juli- und Augustversand, der je ca. 88 Prozent der Beteiligung aufweist, gezeigt hat. Der Septemberversand dürfte ebenfalls befriedigend ausfallen und sogar die Angustziffer um mehrere Prozent überschreiten. Eniige inländische Verbraucher lxrben noch Zusatzmengen für diesjährige Lieferungen in Auftrag gegeben. Die Nachfrage aus dem Auslande ist reger geworden und erstreckt sich teilweise schon auf das erste Semester 1914, doch macht sich bei der Hereinnahme der Aufträge der ausländische Wettbewerb sehr stark fühlbar. Die Hauptversammlung beschloß alsdann, die bisher gültig gewesenen Verkaufi-bedingungen für das erste Semester 1914 mit folgenden Säten zu ermäßigen: öaematit 2 bis 3 Mark, Ofteßereiroheisen Nr. 1 2 bis .3 Mark, Gießereiroheisen 9h:. 3 3 bis 4 Mark, alles je nach Verkaufs gebiet, Siegener Zusatzeisen, Puddeleisen, Stahleisen und Spiegeleisen je 3 Mark. Die Preisfestsetzung für die Luxemburger Roheisensorten findet in einer auf den 8. Oktober' dieses Jahres anberaumten gemeinsamen Versammlung statt.
Märkte.
FC. Wiesbaden. Viehhof-Marktbericht vom 1. Okt. Auftrieb: Rinder 77 (Ochsen 28, Bullen 4, Kühe 55), Kälber 244,
Schafe 53, Schweine 448. Treffe für 100 Pfd.
Geschäft mittel. Lebend- G chlacht-
Ochsen. gewicht
Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht« Mk. Mk.
wertes im Alter von 4—7 Jahren .... 52—66 93—100 Tie noch nicht gezogen haben (ungejochte) . . 51—55 91—99
Junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere
ausgemäslete............ 46—50 82—89
Bullen.
Vollsteischige, ausgew., höchsten Schlachtw. . . 48—50 81—85
Vollfleischige, jüngere 44—48 76—81
Färsen, K ü h e.
Vollfleifchige ausgemästete Färsen höchsten
Schlacht wertes . . ......... 50—64 91—98
Vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten
Schlachtwertes bis zu 7 Jahren..... 43—46 78—84
Wenig gut entwickelte Färsen 44—49 80—89 Äeltere ausgemästete Kühe und wenig gut ent
wickelte jüngere Kühe.........38—42 70—77
Mäßig genährte Kühe und Färsen .... 81—35 62—70 Kälber.
Feinste Mastkälber 70-73 117—122
Mittlere Mast- und beste Saugkälber .... 66—70 110—117 Geringere Mast- und gute Saugkälber . • • 60—64 100—107 Geringere Saugkälber......... 53—58 90—98
Schafe.
Weidemastschafe:
Mafllämmer und Masthammel .... 45,50—00.00 94—00
Schweine.
Vollfleifchige Schweine von 80—100 kg Lebend
gewicht * . . 61-62*/, 78-80
Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 60-611/, 78—79
Voltfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht .............. 62-34 78—80
FeUschweine über 150 kg Lebendgewicht . 57*/,-60 72—75
fc. Frankfurt a. M., 1. Ökt. (Drtg.-Teleqr. de? »Gien. Anzeigers*.) Ka rt 0 f je l m a rft. Man notierte: Kartoffeln in Waggons Mk. 3.50—3/75t im Kleinhandel Mt. 4.75—5.00 für je 100 Kg.
io, Frankfurt a.M., 30. Sevt. Heu- und Strohmarkt. Am heutigen Warft war weder Heu noch Stroh angefahren.
Meteorologische Beobachtungen der Station Sichen.
Höchste fEemperatut am 30. Septbr. bis 1. Oktober — 4- 18,5' C.
Niedrigste „ , 30. „ , 1. - 4- 7,0 ‘ C.
Sept. Okt.
1913
Barometer auf 0° reduziert
Temperatur der Luft
Absolute Feuchtigkeit
Nelatwe Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
fiO ep-?'5*' CXd ■s-i
--
Wetter
1. 2"
746,4
18,3
8,7
55
E
2
4
Sonnenschein
1. 9'*
746,2
12,1
8,7
82
NE
3
Bew. Himmel
2. 7H
747,6
7,1
7,0
93
E
2
10
Siedel
Verantwortlich für „Aus Stadt und Land" i. V.
K. Neurath.
Coffeinfreier Kaffee Hag ist wirklicher Bohnenkaffee, der alle Geschmacks- und Aromavorzüge besten Kaffees, aber nicht dessen NachteUe hat. Cr ist unschädlich für Herz-, Nerven-, Magenleidende und andere Kranke.


