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23/06/1913 Erstes Blatt
 
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toonacö im' Milüachraf'. eiüffen und die Strafart ferner sollen Bcleidi. die sich ein Untergebener W. straffrei bleiben, itung einer bom Aoraesch. Beleidigung oder Körper. >nd Mutter zu schießen, ist der Armee oder im zivilen fehl erteilt wird, muß W, chten älS gemeingefohrlich festzunehuien. iPräfident : kam und Gelächter der r Vorsitzender, wie können ii? Sogar baut Militär, gesagt worden, daß wir H( en festzunehmen.

Wandlung aui>Sr>Li'

iftrs Bad NaiiW e." Montag, den 23.

2b. Juni: Fein L', )er Gras von ßW ic Helena.' Sonnltu

-L8 Uhr: ,te petiis n® WÖÄS

M, den 39. Juni aben^ »M abtnds '/,»Uhr lio.'

Mnria stnart, . '' «er von ß'rM

. Prinz Friedrich *» lbends v uyr 6omi. BW;» eonn­ett iA^Tell.'' 9W .....

Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

wirtschaftliche Seüfragcn Fenffprech - Anschlüsse: für die 'Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger «icßeu.

Vorlage nichts finden kann. Eine Beamtengruppe, deren Angehörige selbst Zulagen beziehen, sollte sich doch über die Zulagen anderer nicht so ereifern.

Was die Nebeneinkünfte aulangt, so erteilen nicht einige", sondern 158 Oberlehrer, d. h. 32 Prozent aller Oberlehrer, Privatstuuden. Wir haben dem g.'geuübergestvllt, daft dein Richter fast jede Nebenbeschäftigung gesetzlich ver« boten ist. Ganz so unbedeutend fcfycineit die Privatsrunden für die Oberlehrer nicht zu sein, diese hätten sonst läum eine .Minimaltaxe ausgestellt. Der Ueberschuß an Tage­geldern, der einem Teil der Richter verbleibt, läßt sich damit nicht vergleichen. Es hängt nickst ganz von dem Belieben der .Pächter ab, ob sie ihre Dienstgeschüfte auswärts er­ledigen. Taft sie sich gegen eine .Herabsetzung der Tage­gelder sträuben, wird man versrehen, wenn man weift, daß sie jetzt schon recht niedrig sind.

Was die Regierungsvorlage über die 500-Mark- Zu läge sagt, halten wir für zutreffend. Wir haben zu­gleich gezeigt, wie gering die Zahl der Oberamtsrichter und Landgerichtsräte ist, die in der nächsten Zeit auf die Zulage Anspruch Härten. Es ist in der Tat nicht richtig, zu sagen, die Oberamtsrichter und Landgerichtsräte beziehen 30007000 Mk., die andern 30006500 Mt ; denn man verschweigt daun, daft der Gehalt von 6500 Mk. in beiden Kategorien in derselben Frist von 21 Jahren erreicht wird und daft der Unterschied erst nach 25 jähriger Tienstzeit nach der die Zulage verliehen wird, sich zeigt.

~ Wir sind nach wie vor der Ansicht, daft mit dem Schlagwort von der Gleichstellung nichts zu machen ist, denn durch die gleiche Bemessung des Anfangs- und des Endgehalts wird wegen der großen in den verschiedenen Tienstzweigen bestehenden Verfthiedenl>eiten, die nicht zu be­seitigen sind, eine wirkliche Gleichstellung keineswegs herbei­geführt. Eine Verwirklichung der Wünsche der Lokcubecnntcn würde nur zu einer Benachteiligung der Richter führen.

Nr. m,

Ter Stehens Anzeiger erscheint täglich, nitfier Sonntags. - Beilagen: viermal w ordentlich Sicher? e r§am i l lenk» l älter; zioeunal wöchentl.ttreis- blatl für den Kreis Sichen (Dienstag und Ureikag); zweimal inonatl. Land-

Die bulgarisch-serbische Spannung.

TieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Im bulgarisch-serbischen Streit wechselten während der letzten Woche die beiden zunächst beteiligten Regierungen eine Reihe Erklärungen, woraus einstiveilen nur hervorgeht, daft ihre Absichten nach wie vor einander schroff ent« g c g e n st ehe n. Immerhin hält man in Sofia wie in Belgrad die Möglichkeit der Teilnahme an der von Ruß­land als nächstes Auskunftsmittel vorgeschlagenen Bespre­chung der Ministerpräsidenten in P e t e r s b u r g noch offen. Im u n g a r i s ch e n Abgeordneten Hause erklärte sich der Ministerpräsident Tisza mit Bestimmtheit dagegen, daft das Eingreifen von dritter Seite (Rußland) in die Streitigleiten innerhalb des Ballänbundeo benutzt werde, um der eingreifenden Macksi eine mit der Selbständig­keit der Baltanstaaten unvereinbare Schutzherrschaft zu sichern. 'Gegenwärtig läßt sich noch nicht absehen, ob der Streit unter den Ballänstaaten durch schiedsrichterliche Ver­mittlung oder durch Waffengewalt entschieden wird.

Sofia, 21. Juni. Tie Agence Bulgare meldet: Der serbische Gesandte S p a l a i k o w i t s ch überreichte heute nachmittag die Alttwort der serbischen Regierung, in der die Vorschläge Bulgariens betreffend die Demobilisie­rung abgelehnt werden.

Sofia, 22. Juni. Tas BlattBulgaria" erklärt, die Ablehnung der bulgarischen Vorschläge betreffend die Demobilisierung schließe die Phase der diplomatischen Ver­handlungen zwischen Bulgarien und Serbien ab. Es bleibe nun noch übrig, ein wirksameres Mittel zur Rege­lung der Differenzen zu finden. Dieses Mittel werde Bul­garien zu finden wissen, denn es sei entschlossen, in der Verteidigung seines Rechtes bis ans Ende zu gehen.

Sofia, 22. Juni. Der serbische GesandteSpa- laikowitsch ist gestern abend nach Belgrad ab­gereist.

Belgrad, 22. Juni. Tas Regierungsorgan Samouprava" schreibt in einem Leitartikel unter der lieber* schriftToppeltes Spiel": Bulgarien nutzt in ebenso schamloser wie unüberlegter Weise d i e pein­liche Lage Serbiens aus, indem es gleichzeitig mit Rußland und Oesterreich sein Spiel treibt. Serbien erwartet im Bewußtsein seiner schwierigen Lage von Rußland und den anderen befreundeten Mächten fein gutes Recht, und daft sie in. Rechnuna ziehen, daß es sich nicht allein um Serbiens Interessen, sondern auch um die Interessen feiner Freunde handelt. Ein schwaches Serbien würde der Spiel- ball jeder anderen Macht, nur gerade nicht Rußlands oder Frankreichs sein, aber ein starkes Serbien bietet die Bürg­schaft für die Dauerhaftigkeit des Balkanbundes und für bte Unabhängigkeit der Balkanstaaten. Ein zu starkes Bul­garien würde für den Balkanbund verloren sein, denn Bul­garien soll zu jeder anderen Kombination bereit sein, woraus es übrigens nicht einmal ein Hehl macht.

Das griechisch-bulgarische Verhältnis

Athen, 22. Juni. TicAgence d'Athenes" meldet aus Saloniki: Rach der Abmachung, die zwischen dem General Iwanow und dem Generalstabschef Obersten T u s m a n i über die Trennungslinie getroffen worden war, sollten die Bulgaren wie die ©riechen sich innerhalb drei Tagen aus den von ihnen besetzten Gebieten jenseits der Linie zurück',iehen. Tie Grieck-en erfüllten die Abmachung, während oie Bulgaren einen weiteren dreitägigen Aufschub und, als die Frist abgelaufen war, nochmals einen dreitägigen Aussckmb verlangten. Obwohl die Fristen, die ihnen gewährt wurden, alle bereits abgclansen sind, halten bi£ Bulgaren noch die Gebiete, die sie räumen sollten, besetzt. Dar­unter befinden sich die Höhen von Hansali, die sie nicht aufgeben wollen.' Am 19. Juni kam sogar eine bulgariscl)e

Deutsche Kotomett.

Schwere deutsche Verluste in Neu-Kamerun.

Berlin, 23. Juni. Wie die in Paris erscheinende ..Presse cöloniale aus D a ka r meldet, wurde Major Z i m m e r nt a n n auf einer Inspektionsreise inberbcut- s chenKongozonevon Ein geboren euausEto ne angegriffen. Unteroffizier geifert un b 12 Soldaten ber deutschen Schutztruppe wurden getötet. Mitglieder der Grenzkommission eilten Zimmer­mann zu Hilfe. All-e Territorien außer der französisch ge­bliebenen Zone gerieten darüber in große Erregung. Nur der Anwesenheit der französischen Beamten ist es angeblich zu verdanken, daß die Eingeborenen das Gemetzel ein­stellten. DiePreß Coloniale" behauptet, der Aufstand sei au f angebliche Brutalitäten der deutschen Truppen gegen die Eingeborenen zurückzu­führen.

Bei dem Reichs kolonialamt liegt eine Bestäti­gung, wie dieMorgenpost" und dasAlleine Journal" Mitteilen, nicht vor, doch hält man dort die Meldung nicht für unwahrscheinlich, da Major Zimmermann sich tatsächlich zwecks Grenzregulierungen im Kongozipfel be­findet. TerLokalanzeiger" meldet, daß im Auswärtigen Amt von einem solchen Ereignis nichts bekannt sei und die tendenziöse Form der Nachricht lasse vermuten, daß es sich entweder um eine falsche Meldung oder um einen ziemlich zurückliegenden Fall von weit geringerer Bedeu­tung handelt.

Lokalbeamte unö Richter.

Aus Rrchterkreisen schreibt man uns:

,Erwiderung der Oberlehrer in Nr. 135 Ihres

Blatte^ schemt zu übersehen, daß sich unsere Behauptung, c k- U o J u n 9 5 6 c i t fei nicht gleich lang, allgemein aus die Lokalbeamten bezog und in dieser Allgemeinheit rrchtig ist. Eine Statistik aus dm Jahren 18801894 laßt übrigens wohl ersehen, wie die Verhält npse vor 1928_ Jahren lagen, nicht aber, wie sie jetzt liegen, ^m Laufe der Jahre haben sich die Verhältnifse sotvohl ber den Oberlehrern, als auch bei den Juristen geändert. Durch die Verwahrung der Nea lan statten hat die Zahl der Oberlehrer für Fächer, die tatsächlich ein kürzeres Studium erfordern, stärker zugenommen, für die fünften ist ein iveiteres Pflichtsemester hinzugekommen. Die Anforderungen in den zwei Prüfungen der Juristen sind erheblich gestiegen; sie mögen auch im Lehrfach ge stiegen sein, die Oberlehrer haben aber nur eine Prüfung abFulegen. ö

SSartc&'eit ift nicht jederzeit gleich, das ist sclbst- berstandlrch. Tie Insinuation, daß tvir diesgeflissentlich verschwiegen" halten, müssen wir uns entschieden verbitten. In der Justiz betrug die Wartezeit vor 1895 durchschnittlich 69 Jahre, sie ist dann in der zweiten Hälfte der 1890 er Jahre vorübergehend bis zu 34 Jahre gefallen, steigt feit 1900 fortwährend und beträgt jetzt bereits 12 Jahre. Es mag sein, daft die War.ezeit in der kurzen Spanne, in der sie für die Richter günstig iirnr, für die Oberlehrer un­günstig gewesen ist, zu allen anderen Zeiten und im Durch­schnitt war sie für die Richter erheblich länger wie für die Oberlehrer. Es ist also keine vorübergehende Erscheinung, daft die Wartezeit der Richter erheblich länger ist wie die der Oberlehrer. Daß die Anrechnung der Besoldungsvordienstzeit nur eine unvollkommene Abhilfe bringen kann, haben wir früher schon gesagt.

Zum Beweis der Behauptung, daß die Richter durch­schnittlich seck)s Jahre länger im Amt bleiben wie die Ober­lehrer, beruft man sich auf Erhebungen, die man mit Recht alsalt" bezeichnet, denn sie gehen auf die Jahre 1895 und 1896 zurück und gründen sich teilweise nur auf preu ßk-sche Verhältnisse. Wir müssen die Beweiskraft dieser Er­hebungen für die gegenwärtigen Verhältnisse in Sieffen bestreiten. Dem einen Schuldirektor steht in der Justiz cm einziger beförderter Richter gegenüber, der über 65 Jahre alt ist. Fünf Richter erster Instanz sind über 65 Saläre alt, 10 Oberlehrer stehen im Alter von 60 bis 64 Jahren, ebenso 10 Richter erster Instanz. Allzu groß scheint demnach der Unterschied nicht zu sein.

Die .Di en st zu la gen sollen also von derDenk­schrift" der Lokalbeamten nichtgrundsätzlich" bekämpft worden fein, doch halten es die Oberlehrer jetzt für besser, daft mit dem ganzen System aufgeräumt werde. In der Denkschrift mußte man auf Mitglieder des Verbandes der Lokakbeamten, für die Tienstzulagen Vorgesetzen sind, Rück- sicht nehmen. Die Flugsck ist desNichtjuristen", die in früheren Zeitungsartikeln sehr gerühmt wurde, hat sie schon mit größter Entschiedenheit bekämpft, dabei aber auch nur von den Zulagen der Richter und Finanzbeamten, die man, obwohl sie gegenwärtig fast ausnahmslos Kameralisten sind, als Juristen hinstelien möchte, gesprochen. Kein Wort wird gesagt von den Zulagen, die schon seit Jahren im Lehrfach gewährt werden, und über die man auch in der Besoldungs-

blatt 165. Jahrgang Montag, 25. Zuni 1915

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E-'«--., General-Anzeiger für Gberheßen. MW »emühM5n9nnhe,: Mnon$oru5unöPcr,a9 öcrbruhl'schen Univ.-Vttch- und Zleilldruckerei R. Lange. Rcöaftion, Lrpedition und DruSerei: Zchulstrahe 7. Letz-würden ...... Geschäftsstelle vüdingen, Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil:sx Beck.

Mehul.

Etienne Nicolas Mehul, der berühmte Opernkomponist, von dessen zahlreichen Werken heute iwch eine Oper, über hundert Jahre nach ihrer Erstaufführung, auf dein internationalen Opernrepertoire sich befindet, die OperJoseph in Aegypten", erblickte vor anderthalb Jahrhunderten, am 22. Juni 1763 zu Givct in den Ardennen das Licht der Welt. Wäre er nicht in einem kleinen Nest geboren, sondern in Paris, dann iväre er sicher als Wunderknabe bereits im .Kindesalter berühmt ge­worden, so aber versah er mit 10 Jahren bereits Organisten­dienste in der Franziskanerkirche und kam mit 15 Jahren nach Paris, wo er auf eigentümliche Weise die Bekanntschaft Glucks machte. Er wollte gar zu gern eine Glucksche Oper hären und war nun glücklich, daß ihm jemand zur Probe, die am Tage vor der Aufführung slatifand, Eintritt verschaffte. Diese ent- zückte ihn aber so sehr, daß er nun erst recht der Ausführung beiwohnen wollte und sich in eine Ecke des Theaters verkroch, um dort bis zum Abend des nächsten Tages sich zu verstecken. Hier aber wurde er von Angestellten aufgestöbert, es erhob sich über denfrechen Eindringling" Lärm, und er wurde vor Gluck gebracht, der sich nun seiner annahm. Gluck erkannte seine Be­gabung für dramatische Produktion. Mit 22 Jahren schrieb, er seine erste Over, die freilich erst 6 Jahre später in der Großen Oper aufgeführt wurde, nachdem die komische Oper mit einem andern Werke vorangegangen war.. Seine folgenden Werke hatten dann recht verschiedenartigen Erfolg. So nmrde zum Beispiel 1797 die OperDoria" ausgezischt und konnte nicht zu Ende gespielt werden, weil er int fünften Jahre der Republik einen König, Henri IV., auf die Bühne brachte. Möhuls Stellung zu Napoleon war eigenartig. Napoleon, der bekanntlich kein großer Musikkenner war, hatte sich gegenüber verschiedenen Persönlich feiten gegen die Mshulsche Musik ausgesprocknm, es war noch zur .Konsulatszeit, so daß man nicht recht wagte, das neueste Werk Mehuls zu geben.Seine Musik ist so gelehrt, das, sie langweilt," hatte Napoleon geäußert. Man gab daher die OperL'Jrata" anonym und verbreitete, daß der Komponist ein Italiener sei. Napoleon wohnte der Erstaufführung bet, fand die Musik reizend und fragte, ob der (Komponist anwesend sei. Das war er, und er ward von Napoleons Adjutanten in dessen Loge geholt. Napoleon konnte, als er Mehul erkannte, nicht ganz feinen Aerger verbergen.Ich nninsche Ihnen immer so gute Gedanken'" fantc er kurz zu Mohul und entließ ihn dann. Später int Jahre 1804 als Paisiello, der Hoftapell- meiftcr Napoleons, Frankreich verließ, ward Mehul zu fernem Nachfolger oorgeschlagen, und Napoleon wüligte ein, baß mau

ihn ihm wieder zuführe. Möhul ward von Napoleon empfangen, willigte oberenur unter der Bedingung ein, die Stelle anzunehmen, daß er die Funktionen mit Cherubini gemeinsam, respektive ab­wechselnd ausübe. Bon Cherubini wollte der Kaiser erst recht nichts wissen, und so erhielt Lesueur die Stelle. Im Jahr«». 1807 wardJoseph" aufgesührt, errang aber bei seiner Erstausführung nur einen Achtungserfolg. Tas war der Höhepunkt von Mehuls Schaffen^lind Ruhm. Dieser ward dann durch ben neu ausgehend n Gtent Spontinis verdunkelt, und Mshul zog sich mißmutig zurück. Im ganzen hat Mehul über 40 Opern verfaßt', von denen einige freilich niemals aufgeführt wurden. Einige hat er auch mit anderen gemeinsam geschrieben, so mit Cherubini, Kreutzer, Paör usw. Er starb am 18. Oktober 1817 in Paris.

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II. Fortbildungskur fus für Kommunal- u. Sozi albeam"te. An der Hochschule für Kommunale und Soziale Verwaltung in Köln findet in der Zeit vom 28. Juli bis 2. August 1913 der II. Fortbildungskursus für Kommunal und Sozialbeanne statt.

Das schlesische Musikfest wurde am Sonntagnach­mittag in der,Stadlhalle zu Görlitz eröffnet. Außer dem Pro- telror des Festes und seiner Familie wohnten der Festaufführung Prinz und Prinzessin Friedrick. Wilhelm von Preußen, Prinzessin Elisabeth von Ratibor, Regierungspräsident Frbr. v. Seher- T h o v sowie zahlreiche hervorragende Personen bei. Das Haus war ^ton etwa 2000 Zuhörern gefüllt. Tie musikalische Leitung der Festaufführung liegt in den Händen des Generalmusikdirek­tors Sreinbach-Köln und des Kgl. Tomchordirektors Professor Rüdel-Berlin. Cnngeleitet wurde der Festtag mit einem Präludium von I. S. Bach, gespielt von Musikdirektor Bernhard Zrrgano- Berlin. Den nnffisalischen Höhepunkt bildete dieMissa folemnis", die mit vollendeter Tonschönheit zum Vortrag gelangte und von Professor Rüdel dirigiert unirbe. Die hervorragenden Leistungen des Orchesters ^Königliche Tabelle Berlin sowie der Solisten und des gut geschultem Chors, bestehend aus 600 schlesischen Sängern und Sängerurnen, fanden ftarben Beifall.

Das Kaiserjubiläum und die unkleidfame Herrenmode. Bei den zahlreichen Umzügen, die zu den Jubiläumstagen des Kaisers stattsanden, hatte man Gelegen­heit, unsere Herrenwelt in Kostümen zu sehen, wie man sie sonst zu, schauen niemals Gelegenheit findet. Und da zeigte es sich, daft gar zahlreiche Vertreter des männlichen Geschlechtes weit stattlicher und eindrucksvoller aussehen, als dies im gewöhn­lichen Leben der Fall ist. Die kleidsame Tracht der Chargierten, die Wamse der Handwerker, die malerische Kleidung der Jn- mmgeu, sie ließen vorzüglich aussehende deutsche Männer und

Jünglinge erblicken. Man kommt nach der Betrachtung eines solchen, bunten Festzuges zu der Amicht, daß die heutige Herren- mode wohl durchaus nicht geeignet ist, zum Vorteile derjenigen zu gereichen, die sie tragen. Auch die Sportanzüge lassen uns die Männer in einem weit vorteilhafteren Lichte encheinen. Die Männer unterwerfen sich im allgemeinen den Vorschriften der Mode nicht ganz, so willig und nicht ganz so wahllos wie die Frauen. Die Gesetze, die Frau Mode für die männlichen Unter­tanen verschreibt, werden zuerst nach allen Seiten beleuchtet, er­wogen und kritisiert. Und so wäre vielleicht gerade jetzt der Zeitpunkt gekommen, daß auch die Herrenmode etwas farbiger, bunier und freudiger wird. Es ist übrigens interessant, daß die Londoner Männerwelt augenblicklich sich in einem lieber» gangsstadium der Mode befindet. Sic predigt einen neuen Ge­schmack in Kravatten und Westen, es werden farbenfreudige Schlipse und noch buntere und farbigere Westen getragen. Auch mit ben herrschenden Moden der Hüte will man über lang ober kurz ein Ende machen. Der steife .Hut ist nicht nur unkleidsam, er ist im Sommer unp^akttsch, weil er schwer ist, im Winter, weil er steif ist und dem Kopf keine eigentliche wärmende Hülle bietet. Der weiche .Hut, der augenblicklich tonangebend ist, soll ein lieber- gang zu dem Barett werden. Nicht das Barett vergangener Tage wtrd wieder aus den Schild der Mode erhoben, fonb-.nn eine an­mutige und gefällige Form, die auch dem berkömmlickien Gruß ge­stattet. Von einer Garnitur des Barettes sieht man vorläufig ab, später wird sie auch dazu kommen. T.'r vornehme englische Klub versucht, auch weiche Oberhemden mit losen Spinen- Manschetten einzuführen. Die Manschetten sollen insosern lose fein, als sie nicht gestärkt und nicht hart wie Bretter sind. Sie werden das Handgelenk umschließen und sich in Form eines weickren Auffchlages unter dem Rockärmcl zeigen. Tie Beinkleider sollen gleichfalls eine andere Form bekommen, kurz getragen werden, und lange Strümpfe im Verein mit praktischen, aber leichten Halbschuhen sollen helfen, das Malerische in der Herrcn- kleidung wieder mehr und mehr zum Ausdruck zu bringen.

Ei ne Aus stellung von Frau en ku n st i n P aris. Eine Ausstellung, die ausschließlich der Frauenkunst gcivibmct ilt, wird in Paris im Pavillon de Marfan eröffnet. Sie ent­hält ^künstlerische Handarbeiten, und zur Beschickung sind auch die Schweiz und Ungarn aufgefordert, wo ja bekanntlich die Stickerei und andere weibliche .Künste blühen. i>m .Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Spitzenkunst, zu deren Wiederbelebung die Ausstellung beitragen soll. Besonders werden tünstlerische Entwürfe für Spitzernnuster und vorzügliche moderne '2lrbeiten aus der Bretagne und Normandie gezeigt werden«