Erstes Blatt
Dienstag, 22.Zull 1915
165. Jahrgang
Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.
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die volle Verantwortung für einen ettoaigen Wiederbeginn der Feindseligkeiten zuschieben." Und dieser Wiederbeginn der Feindseligkeiten hat nicht lange auf sich warten lassen. Aus öofia wird bereits gemeldet, daß; zwei Divisionen türkischer Kavallerie und eine Division türkischer Infanterie in Knlalü-Burgas angekommen sind. General Weltschew, der Kommandant der bulgarischen Streitkräfte in Adrianopel, rüstet sich zur Verteidigung der Stadt.
Freilich, die europäische Diplomatie weiß davon noch nichts, im Gegenteil, sie glaubt versichern zu müssen, daß „die türkische Regierung keineswegs die Absicht hat, in Thrazien erobernd aufzutreten. Tie maßgebenden Kreise Konstantinopels denken nicht daran, Europa vor vollzogene
die Ereignisse sich ihr eigenes Urteil Dortig Wenn die Türkei übel beraten genug sei, um sich Fricdensvcrtrag hinwegzusetzen, so müßte sie gewärtig Fragen wieder auftauchrcn, deren Auswerfung durch- in ihrem Interesse gelegen seien.
von dem Platz aus, auf den die Gießener Hütte kommen solle, die Hockalmspitze zu besteigen: für die nächsten Tage aber sei er noch durch die Festlichkeiten der Sektion Hannover in Anspruch genommen. Daraufhin änderte ich meinen Plan, nahm mir für den nächsten Tag nur die Besteigung des Ankogels vor und verschob die der Hochalmspitze. Wir verabredeten, einige Tage danach uns in Gmünd zu treffen, um von dort die gemein»
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Nr. 169
Der Cletzencr Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich GletzrrerFqmilicnblültcr; zweimal wöchenll.Nre'.z- blatl für den Nreir Gießrn (Dienstag und Freitag): zweimal inonatl. Landwirtschaftliche Zrikfrqqen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen:
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n trafen sich auf dem Trieb die irkiir und eine znsammengesetzle ngsspiele. Ter V. s. B. gewann
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Talabschlusses, an denen man Firn und Gletscher glänzen sieht.
Eine Steigung von 1500 Metern zu bewältigen, ist keine Spielerei. Sollte dir, lieber Leser, ein Alpenser einmal das Gegenteil versichert haben oder versichern, so glaube es ihm nicht. Unter den Sportsleuten ist ja das Prahlen bekanntlich weit verbreitet. Mir machte dieser Anstieg mehr Mühe als gewöhnlich, weil es in dem Jahre meine erste Bergtour war, auf die ich mich ohne Vorübung begeben hatte. Als ich meinem Ziel nicht mehr fern war, sah ich, wie aus der Hütte, die Wan immer im Auge hat, der Strom der Gäste sich ergoß zum Abstieg ins Tal. Ich wußte, daß der Vorsitzende unserer Sektion, mein alter Freund, als zukünftiger Nachbar der Sektion Hannover unter den Ehrengästen sich befand und hoffte, ihn unterwegs abzusangen. Das glückte. Freudig begrüßten wir uns und fragten uns nach unseren weiteren Plänen. Als mein Freund von mir hörte, daß ich am folgenden Tag den Anbogel wib am darauf-
seligkeiten von der der Friedenspräliminarien zu trennen. Die Einstellung der Feindseligkeiten könne von den Abgesandten beider Seilen be» Generalstabes in irgend einem Orte des Kriegstheaters verhandelt werden.
Agencc Roumaine. Der offiziösen Presse zufolge stellte die rumänische Regierung in ihrer Antwort auf die letzte bulgarische Note folgendeFriidensbeinngungen: 1. Tic GrenzeT u r tu rkhai- Tobritsch - Baltschi1, 2. Verbleiben der rumänischen Armee in Bulgarien bis zum Abschluß des Friedens.
Hier wird angenommen, daß eine Balkankonferenz' in Bukarest zusammentritt.
Belgrad, 21. Juli. Gestern abend sind die bulgarischen Friedensdelegierten, Paprikow und Jwantschcew, tn Nisch eingetroffen, um mit den Delegierten sämtlicher Verbündeten in direkte Friedensverhandlungen einzutreten.
Athen, 21. Juli. Die Antwort Griechenlands auf die von Rußland gemachten Vorschläge ist nach Petersburg a b g c s a n d t worden. ~
Konstantinopel, 21. Juli. Die griechischen Delegierten Dragnmis und Levidis trafen hier mit dem Auftrage ein, die Athener Verhandlungen betreffs Ratifikation boS Londoner Friedensvertrages und die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen fortzusetzen.
Bom ferbisch-griechisch-bttlgarischen Kriegsschauplatz.
Sofia, 21. Juli. Die Serben und Griechen ergriffen am 18. und 19. Juli energische Offensive, beinahe auf der ganzen Schlachtlinie. Ihre Angriffe wurden überall zurückgeschlagen. Der gestern abend von der ganzen Division auf die Umgebung von Kotschana unternommene fünfte serbische Angriff wurde mit beträchtlichen Verlusten für den Feind zurückgeschlagen. Die bulgarischen Truppen verfolgten die serbische'Division. Griechische Streitkräfte in Stärke von zwei Divisionen griffen die bulgarischen Truppen zwischen Strurnitza und Cetschkero an. Die Truppen in der ersten Linie, die allein den Kampf gegen den Feind führten, brachten dessen Angrisf zum Stillstand. Sie führten sodann einen Gegenangriff aus, schlugen zwei griechische Divisionen in die Flucht und verfolgten sie bis zum Einbruch der Nacht. Die Dunkelheit setzte der Verfolgung ein Ende.
Sofia, 21. Juli. Der Kommandeur der 2. Armee meldet: Die Serben steckten die Stadt Radowischta in Brand und metzelten die Bevölkerung nieder. Tie bulgarischen xörfer Brehovo, Banitza, Sarkow, Gornobrodi, Dolnobrödr, Kruchewo, Frachina und andere in der Umgebung von Serres, die von den Bulgaren geräumt waren, wurden von den Griechen zerstört. .Ein Teil der Bevölkerung zog sich mit den Bulgaren zurück; alle diejenigen, die nicht rechtzeitig flohen, find verbrannt ober von den Griechen niedergemacht. Der Kommandeur der 4. Armee telegraphiert, die bulgarischen Städte Kavadarzl und Negottn seien von den Serben angezündct worden.
Sofia, 21. Juli. Agencc Bulgare. Der Kommandant der 11. Division telegraphiert: In Ser es töteten Griechen <?OO Bulgaren, die in der Stadt geblieben waren. Biele bulgarische Dörfer wurden in Brand gesteckt.
Berlin, 20. Juli. Tie bulgarische Gesandtschaft in Berlin bekam folgende amtliche Depesche aus Sofia: Alle bulgarischen Törfer in der Umgebung von Tik- wisch, jenseits des Wardar, sind am 6. Juli von den Serben, Baschibozuks und Pomaken verbrannt, die Mädchen von den Serben entführt und viele getötet worden. Die übrige Bevölkerung ist geflohen. Die Städtchen Kawa- dartzi und Negotin wurden am 7. und 8. Juli niedergebrannt; ein Teil der Bevölkerung wurde getötet, der andere ist nach Bulgarien geflohen. Der Kommandant von Dedeagatsch meldet, daß die bulgarischen Dörfer in der Umgebung von Jpasala von den Türken verbrannt worden seien. Nach Berichten ist die bulgarische Bevölkerung des Dorfes Boulgarkoe bei Kaschan getötet worden. — Der Kommandant der bulgarischen Truppen an der türkischen Grenze berichtet, daß viele türkische Banden, welche der türkischen Armee vorausgehen, in die türkischen Dörfer eint)ringen und
*6 e \ u a ö i> v c l i: monatlich 75Ps., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- tu Zweigstellen monatlich 65 'Vf.; durch dicPost 'l'tf.2.— rnertel- jährl. mtsschl. Beitellg. ZeilenvreiS: lokal 15Pi^ auswärts *20 Pfennig. C hefredakteur: A Goelr. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; «für .Feuilleton", .Vermischtes" und „Gerichtssaal": K. Neu- rath; für .Stadt und Land": E.Heß; für den Auzeigentetl: H. Beck.
Bukarest, 21. Juli. Nach einer nachts cingetroücnen durch die italienische Gesanotschast der rumänischen Regieruitg mitgeteiltcn amtlichen Depesche der bulgarischen Regierung; nimmt diese alle Bedingungen Rumäniens an und betont besonders, daß Bulgarien gegen Serbien und Griechenland den Krieg wicht fort setzt, auch wenn es sich jetzt mit Rumänien verständigt. Eine Depesche gleichen Inhalts traf auch von König Ferdinand an König Karl ein.
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auf den Hauptkamm der Hohen Tauern, der von Westen, von Sonnblick- und Groß-Glocknergebiet, herläust und die Scheide zwischen Nord- und Südalpen bildet, von^der aus die Gewässer hier nach Salzach-Inn, dort nach der Trau ab» fließen. Ter Gipfel erhebt sich bcherrsck>end über Seebach- und Anlaustal, deren Tiefen man ganz überblickt, von ihrem Abschluß bis zu den an ihrem Eingang liegenden Plätzen Mallnitz und Böckstein. Die Talabschlüsse selbst mit ihren gewaltigen Gipfeln stellen sich eindrucksvoll dar, aber der Blick reicht ackch in die weitere Ferne, im Westen sieht man die Gletscherberge des Sonnblickgebietes und darüber hinaus den Groß-Glocknet mit seinem riesigen Gefolge.
Am folgenden Morgen brach ich um 5 Uhr, von einem Träger begleitet, zur Besteigung des Ankogels auf. Es war einer von den wunderschönen Tagen, wie sie das trackerte Jahr 1911 in so großer Zahl brachte. Tie Hohen glänzten schon in vollkommener Helle, nur in den tiefen Tälern lagen noch die Schatten der Nacht, die langsam wichen. Rüstig ging es aufwärts auf gut angelegtem Weg um den itächsten Gipfel herum, die Grau- leitenspttze, und dann über einen kleinen Gletscher, das Lassachcr Kees — Kees ist in den Tauern der vom Volk gebrauchte Name für Gletscher —, zu einer hohen Felsenscharte, der Radeckscharte, die in jähem, geröllüberstreutem Abitur; ins Anlauftal fällt. Dann steigt man über einen Felsgrat zum kleinen Ankogcl und von hier den Südgrat des großen Ankogels empor zum Gipfel.
Die Aussicht ist iwch" viel umfassender und großartiger als die von der Arnoldhöhe. Hier liegt vor allem die ganze Metscherwelt des.Gebietes in unmittelbare^ Nähe vor dem Be-
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te gründete sich i» dem Gebäude garifche Kanonenfabrik' n Präsidenten der Direktion wurde Hugo voll Hoffmann, zunt Zentralkodawerke Richard Lauer gewählt. •age München-Rordfee. für deutsche Ä'uueuschMhrt in t Tourneau in Meiningen über ie bau der Main-Weser-Kanal üf)xt rverde. Dn
-x Wantm W\MaWa6e, butq mit der Nordsee verbinden rna sei grosi und für den Kriegs- ^^Veranlassung des Pnnzregenen m für Lchisibamachung der Dem «in und dem Zenttalverem fnr A, um diese Groülchch°h"s,fra9c folgen.
Die Eietzener Hütte auf dem Götzbichl.
Von Otto Altendorf -Gießen.
III.
Eine Besteigung des Ankogels und der Hochalmspitze.
Ter Beschluß der hiesigen Sektion, in den Gößgraben ihre Hütte zu stellen, hatte in mir das Interesse für die Gegend geweckt. Mein Plan war gefaxt, die nächsten Sommcrfcrten- zu benutzen, um ihr meinen Besuch abzustatten. Meine ehrlichen Alpen- toanberungen hatten mich seither so weit nach Osten nicht geführt. Wobl batte ich die Hohen Sauern bis ins Glocknergebiet ichon durchstreift, aber zu den letzten östlichen Gletsckierbergen war ich noch nicht t>orgebrungen. So verhieß dieie Wanderung auch eine erwünschte Erweiterung meiner Kenntnis der A penwelt. Ich gehe gerne über vergletscherte Täler und am bereiften, ihre Umgegend überragenden Graten und Gipieln; W ha"c ich vor allem für meinen Besuch des ®icfeencr^uttengeluet? cme Besteigung der beiden höchsten Gipfel vorgesehen, des Ankogels uiid der H o ch a l m s P i tz e.
Ich war am 17. August 1911 auf beinoben beschriebenen Weg Über Salzburg unb Bad-Gastcin mit ber jaucvnbabn in Mallnitz angefommen, von,wo auS ich ben Ankogcl zu besteigen gedachte. Ich verließ die Eisenbahn und fchlenbnte, mit Eispickel und Rucksack versehen, dem 1 i Stunde vom Bahnyof gelegenen Tors Mi Es wurde mir schwer, eine Unterkunft zu Ttnixn, denn ich war grade am Tag der Einweihung des neuen toannotier. Höfles auf dA Arnoldhöhe unter dem Anwgel angekommen, ein Fest, das viele Alpcnvcretnsmttglteber angelockt hatte.
vrrirfi mit Hncni ichr einfachen Zimmer begnügen, das fieilich S ben Snrsng befonbeier Sirfigteit batte, fflxnbä iKtrfdrte eine aroße Bewegung tm Dorf. Man feierte KaN er s G c- burtstag — Kaiser Franz Joses ist am 1^-AugiNt geboren — mit mancherlei, mit vieler Spannung erwarteten Darbietungen. 9£ni ^fßcnb des folgenden Tages tollten außerdem die an i er Ser des Hannover-Hauses Teilnehmenden, deren. zühren^Nianner an diesem Tage oben auf der vutte übernachteten, sich in dem 8^rf zu einem großen Festmahl vereinigen, dessen Vorbereitung inannigsache Unruhe verursachte. Mn besonderer Spannung er- warteten wir abends im Tal das Llbbrennen eines Feuerwerks, das beiui Eintritt der Dunkelheit oben aut der neuen, un Tale sichtbaren Hütte- erfolgen sollte. Wir zogen ^5 üoe bas £orf an eine Stelle, von der aus man am Tage die Hütte bewnder^ gut iin Mge hat, und warteten und warteten, =-= um fchlieülich
Leben)- Schlacht'
Die angriffrlustige Türkei
„Wo alles liebt, kann Karl allein nicht hassen", denkt •man in Konstantinopel und tut es den Griechen, Seibere und Rumänen gleich. Am goldenen Horn war man in der Kunst des Verschleierns, des ränlevollen Ueberlistens des Ö^egners stets zienilich glücklich. Behauptete man doch, daß „der kranke Mann" sich Jahrzehnte nur durch solche Künste seine Herrschaft in Europa erhalten habe. Freilich, auf die Dauer helfen solche Künste nichts, und so mußte man in Stambul, als man ganz entgegen den orientalischen Grundsätzen einmal den Versicherungen der europäischen Diiplo- matie, „der Statusquv auf dem Balkan werde erhalten bleiben", vertraute, und die kurz zuvor einberufenen Reserven friedensselig entließ, die Zeche bezahlen oder soll sie vielmehr bezahlen.
Aber inzwischen ist der, der sie einziehen soll, selbst in schwere Nöte gekommen. In einem Zusammenbruch, wie ihn die Weltgeschichte erschütternder kaum sah, ist Bulgarien von der Höhe herab gestürzt, die es nach seinen blutigen Siegen über die Türkei erklommen hatte, und was in langen Monaten seine Armee auf deu Schlachtfeldern Thraziens ge- wann, das verlor seine Diplomatie in zwei kurzen Wochen. Ucbcr die Naturinstinkte hinaus, die in der Halbkultur des Balkans wurzeln, hat Danew offenbar eine Politik getrieben, die sich auf dem österreichisch-russischen Gegensatz aufbaute. Getreu der alten bulgarischen Ueberlieferung, die bald in Wien, bald in Petersburg ihren Stützpunkt suchte, hat er auch dieses Mal wohl gehofft, daß Oesterreich nicht untätig zuschauen würde, wenn Rußland wirklich seine schützende Hand von dem allzu mächtig gewordenen südlichen Nachbarn abziehen sollte. Es ist ihn aber nicht gelungen, den erwarteten Rückhalt in Wien zu finden. Und so hat sich Bulgariens Schicksal in der vergangenen Woche erfüllt. Zu den schweren Niederlagen, die es auf dem westlichen Kriegsschauplatz erlitt, kam der Bormarsch der Rumänen, kam endlich auch der tür- lische Vormarsch, dcr die Vorposten des Osmanenheeres schon bis dicht vor Adrianopel geführt hat.
Werden die Türken Adrianopel, das ihnen eine heilige Stadt ist, wieder nehmen ? Bor wenigen Tagen bestritt die Pforte mit aller Entschiedenheit derartige Eroberungsgelüste, heute klingt die Note der Türkei an die Mächte doch । m wenig anders. Da heißt es in klug verklausulierten Sätzen, daß die Pforte die Grenzlinie Mavitza—Adrianopel besetzen müsse. Die neue Grenze müsse dem Maritzalauf nach Norden folgen, falls die Verteidigung der Dardanellen und deö Hauptstadt möglich sein solle. Zum Schluß der Note heißt es: „Die osmanische Regierung muß Bulgarien jetzt bereits
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Ä-äSs oilidjeS Getriebe. Ter Verein nut annähernd 80 Mil- yal den, Turnverein neue IN.
Wit embrechender Dunkelheit cherdnrchdie-zackefbelenchtnnq • Ein »tacleljuq unter Voran- sbeichlou die geier.
eine Keine Enttäuschung zu erleben. Das Feuer mürbe zwar I ioli'.'nbcn bie Hochalmspitze zu besteigen Djrljattc, bcdauerte er abgebrannt, schien aber im Tale, das 1500 Meter tiefer liegt, bas und erklärte, er habe sich eigentlich gebacht, mit mir zuwmmcn winzig klein, so baß es mit bom Auge kaum zu sehen war. 1 *"c ........*
Für ben solgenben Tag hatte ich nur ben Ausstieg z ur- neuen Hannoverhütte vorgesehen. Ich konnte mich also nach Herzenslust ausschlafen, um neugestärkt meine Bergwanberung anzutreten. Das geschah gegen Mittag. Man verläßt bas Malt nitztal — übrigens ein Seitental bes großen, bei Heiligerrblur am Fuße bes Groß-Glockners beginnenden Mölltals — unb steigt bas Seebachtal empor. Man folgt zunächst bom am Eiseribahndamm entlang führenben Fahrweg bis zum Sübtol des Tauerntunnels unb steigt bann steil burch Wald- und Wiesen- hänge an ber nörblichen Talseite empor. _ Balo hat man bie Baumgrenze überschritten. Man befinbet sich nun auf Almen, auf benen bas Vieh weibet. Die Kühe benehmen sich sehr ungeniert, sie erwarten gar oft, baß man ihnen aus dem Wege geht; unb besonbers zubringlich sind bie Geisen, bie weite Strecken, recht unverschämt bettelnb, nachlausen. 'Auch im übrigen ist bieser Aufstieg so, wie berartige Aufstiege in ben Alpen überhaupt zu fein pflegen, ohne baß er eine auffallende Eigenart hätte. Man schreitet von Terrasse zu Terrasse empor, halb in steilen Windungen, unb bann nricber stteckenweise ebener dahin. Bon Zeit zu Zeit labet ein kühler CucK mit wohlschmeckenbem Wasser zur Rast. Der .Blick ist wechsclnb. Balb taucht bas liefe Tal mit bem Silbersaben seines Baches, ber sich zu Tümpeln unb Seen erweitert, auf, balb fesseln bie Höhen auf ber an bereu Talseite ben Blick. Man schaut wolst auch rückwärts nach bom Ausgangspunkt, der in immer größerer Tiese zurückbleibt. Kommt man höher, so erössnet sich ber Blick auf bie größeren Höhen bes
Klar.
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S®" »"Wtnrt bQS '"ehr am J nb deireten, teil.
zu bleiben". Aber cs wäre nicht das erste Mal, daß die europäische Diplomatie sich verhört hätte. Wo waren die Einstigen diplomatischen Vertreter, als jetzt in China die Revolution l'osbrach? Die Vertreter von sechs Mächten, die in Peking akkreditiert sind, waren auf Europa-Urlaub. Und dann eine andere Frage. Wer sind ibeim die „maßgebenden" Kreise in Konstantinopel? Ein gewaltiger Umschwung hat sich in Stambul vollzogen. Während man beim ersten Bal- Üantriege, als Bulgarien siegreich vordrang, sich ziemlich teilnahmslos verhielt und sich in sein Kismet apathisch, ergab, herrscht in Konstantinopel eine kriegerische Stimmung sondergleichen. Tic Moscheen, in denen die Memas von dem Strafgericht Allahs über Bulgarien voll Feuereifer predigen, sind überfüllt, auch die Jungtürkcn und die sonst religiös indifferente Oberschicht, find von dem Gedanken des von Allah gewollten Rachekricges erfüllt. Noch hat der Fanatismus der Muselmänner sich nicht zu tätlichen Aeußc- rüngen gegen die Giaurs, wie sie verächtlich die Christen nennen, hinreißen lassen. Waren doch die Türken bei diesem „Kreuzzug", den dcr Zar der Bulgaren predigte,^ noch verhältnismäßig die humansten und am ehesten die Träger der Gesittung. Aber der erregten Volksstimmung, die im Militär einen kräftslgen Widerhall findet, wird die türkische Regierung, selbst wenn sie es ernstlich wollte, kaum widerstehen tonnen. Taran wird selbst die schwächliche Mahnung, die die deutsche Regierung am Sonntag morgen durch den Wochenschauer dcr offiziösen „Nordd. Äll'g. Ztg." an die Pforte richtete, wenig ändern. Wie oft hat man nicht in Konstantinopel gehört, daß die endgültige Bestimmung über die Grenzen bis osmanischen Reiches Sache der Großmächte ist! Und dabei verlor es, ob es siegreich war -oder Niederlaben erlitt, ein Stück Landes nach dem andern, mußte ein Höheitsrecht nach dem andern aufgeben. Tie platonische Freundschaft der Großmächte hat der Türkei bisher wenig genützt. Viel zu verliereu hat sie nicht mehr und wenn die andern Baltanstaaten kühn das europäische Konzert verspotten konnten, selbst der Zaunkönig in den schwarzen Bergen, warum sollte der Padischa am goldenen Horn nicht ein wenig wider den Stachel löcken?
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Die Friedensverhandlungen.
London, 21. Juli. Premierminister Asquith hielt in Birmingham eine Rede, in ber er einen Rückblick auf bie Ereignisse warf, bie zu bem beklagenswerten Blutvergießen auf dem Balkan geführt haben. Asquith *üf>rte aus, baß die Mächte ihr möglichstes täten, um bie Gegner bahinzubringcn, eine Friebenskonferenz abzuhaltcn. Heule scheine bie Aussicht für bas Zustanbelommen einer solchen Konferenz, bereit Ergebnis ber unverzügliche Abschluß eines Waffenstillstanbes unb rascher Friebensschluß sein müßte, vorhanbeit zu sein. Heber bie Friebcnskvnserenz müßten bie Großmächte sich im Hin-
same Besteigung vorzunehmen.
Nach bem Abschicb ging ich, mühsam steigens, weiter unb kam recht abgearbeitet oben an. D i e Lage ber Han nover- Hütte ist von besonderer Schönheit. Sie steht auf einem Vorgipfel des Ankogels, ber ben Namen bes in alpinen Kreisen rühmlichst bekannten Vorsitzenden ber Sektion Hannover, bes P r o s e s s o r s A r n o l b, trägt unb wie ber Ankogel eine wunberbare Aussicht hat. Die Arnolbhöhe setzt sich
etzenerAnzeiger
............. General-Anzeiger für Gberhessen
'Ä'iJ'ÄS Kotattonsöru» und Verlag -er Vrühl'jchcn Univ.-Such- und Steindruckerei N. Lange. Iköafiion, Expedition un- Druckerei - Lchulftrahe 7.
bis vormittags 9 Uhr. Geschäftsstelle vüdingen, Bahnhofstraße 16a.
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Die Regierung antwortet, heute abenb auf bie b u l g a r i s ch e JWll|Uu.uulvyil, .............. —r - ° ! 9? o t e. Die „Politika" versichert, bie Regierung sei ber Ansicht,
Tatsachen zu ftefl-en und dadurch thrersetts neue Verwtck- djo Friebensverhanblungen zwisck^n allen Kriegführenben haben [intgen hcrbeizuführen, vielmehr legen fie das größte Ge- gleichzeittg stattzusinben. Das Blatt fügt hinzu, baß bie Regie- Wicht darauf, mit deu europäischen Mächten im Einklang rung entschlossen sei, die Frage der Unterbrechung der ß-einb»
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