Ausgabe 
19.4.1913 Erstes Blatt
 
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VSchertrsch.

«- De'uEfch'ksnd. Unter diesem Titel hat dcr Bund DEcher Berkclws-Bernne (Ditz Leipzig, unter Mitwirkung der deutschen Stoatscisenbohnverwaltungen ein Schrisichen heraus- flegdxn, das in Wort und Bild aNe innerhalb der Grenzen des Dcutfcberl Reick^es liegenden Reifegebrete anziehend schildrt Deutsches Meer und deutsche Alpen, deutsche Mittelgebirge und beittfd)C StrElandjchaften, deutsche Städte und Burgen, die be­rühmten Kuuftstätten und Kunstschätze in deutschen Gauen, Bäder und Kurorte, Theater, Musik und Sport kurz, all' das, was innerhalb der deutscher Reichsgrenzen zu Vergnügungs- und Erholungsreisen anreizt und lockt, was heute sclwn jachaus jahrein einen grvßen Fremdenstrom herbcisührt, ist- in diesem schmucken .Heftchen zu einem bunten WiMommsttauß, gefügt. Der aus 'Grund eines Wettbewerbs unter einer Anzahl namhafter deittscher Rerseschriftftcller gewonnene Text von Maximilian Krantz, unterstützt durch eine Reihe prächtiger Illustrationen, wendet sich mit warmherziger Begeisterung an alle, die Deutschlands vielgestaltige Reisegebiete kennen lernen wollen und cs ist un- zweise'lhaft, datz mit dieser Schrift, die znm erstenmal das ganze Deutschland unter dem Gesichtswinkel der Fremdenverkehrspropa­ganda zusammenfatzt, eine Werbetätigkeit in die Erscheinung tritt, die vom Standpunkt einer eiirheitlichcn Förderung der deutschen Verkehrsintcressen von größter Wichtigkeit ist. Wir wünschen dem reizvollen Bändchen, das vielen, die Deutschland zu kennen glauben, wobl manchesNeuland" für ihre Ferienreisen zeigen wird, die weiteste Verbreitung und die verdiente freundliche Aus- nähme beim reisenden Publikum. Die Ausstattung des Schrift- chens, das in der Reichsdruckerei in Berlin gedruckt wurde und mit einer imrkungsvvllen Titelzeichnung von Ludwig 5d o h l - wein /München) einem geharnischten Reiter, der die deutsche Standarte trägt geschmückt ist, ist mustergültig. Die Bro­schüre liegt in allen Verkehrsburcaus des In- und Auslandes aus und wird kostenlos abgegeben. Sie erscheint gleichzeitig auch in englischer und französischer Sprache, später auch in russischer.

Ex k-ur si onstzu ch zum Studium der Vögel­st immen. Praktische Anleitung zum Bestimmen der Vögel nach ihrem Gesänge. 6. vermehrte und verbesserte Auflage. Von Prof. 'Dr. A. Voigt. 327 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. 3 Mk. Verlag von Quelle u. Meyer in Leipzig. 1913. Der Bogel- Voigt liegt nun in sechster, erheblich verbesserter Auflage vor. Das beweist eine erfreuliche 'Zunahme des Interesses für die ge­fiederte Walt. Das Büchlein ist ein ganz hervorragender Führer durch das weite Reich der Vogelwelt unserer Heimat. Wer lnnauszieht in Wald und Flur, um die gefiederten Sänger zu bÄauschen, dem wird der Bvgel-Voiqt ein trefflicher Ratgeber sein, ihm über die ersten Schwierigkeiten hinweghelfen und ilM den Weg bahnen zur gründlichen Kenntiris der Vvgelstimmen, die allein "in freier Natur erworben werden kann.

Kran k heits entstehn ng und Kr a n khei t s v er - h ü t u n g und geheimnisvolle Lebcnsäutzerungen des Körpers. IV und 117 S. mit 22 zumeist farbigen Abbildungen. Von Dr. Hans Much, Würzburg, Verlag von Kurt Kobitzsch. Dr. Much zeigt uns in seinem soeben erschienenen Buche, wie der Mensch selbstherrisch in das Leben der Natur eingreift und die schlimmen Anschläge auf seine Gesundheit zu Hellsamen Schutzmaßnahmen innsormt und daß ihm zu diesem Ende seine gesundheitlichen Feinde selbst die wesentlichsten Dienste leisten müssen.

Amtlicher Wetterbel ihr.

Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.

Wetteransstchten in Hessen für Sonntag, den 20. April 1913: Noch wollig rind Regenschauer, kühl, nordwestliche Winde.

Letzte Nachrichten.

Der Bericht des Staatsrats Ogier.

Paris, 19. April. (Agence Havas. Bericht des Staatsrats Ogier.) Das .Ministerium des Innern veröffent­licht folgende Rote über die Zwischenfälle von Nancy: Am Montag abend um 7 Uhr wurde der Minister des Innern nach seiner Rückkehr durch die Presse von dem Zwischenfall in Nancy unterrichtet, von dem ilM Mitteilung zat machen der Prüfekt des Departements Motirthe-ct- Moselle unterlassen hatte. Am Dienstag früh erteilte er im Einverständnis mit dem Ministerpräsidenten dem Staatsrat Ogier, Direktor des Kontrollbureaus im Ministerium des Innern, den Auftrag, die Umstände, unter denen sich der Zwischenfall ereignet und die, welche ihn begleitet hatten, völlig zu dokumentieren und ihm mitzu­teilen. Ogier, lvelcher Paris am Dienstagabend verlieh, kehrte gestern Nacht zurück und überreichte heute nachmittag dem Minister Klotz seinen Bericht. Ogier hat untersucht, was sich im Kasino, in der lothringischen Bicrhalle, auf dem Wege von dieser Bierhalle und schließlich- auf dem Bahnhof selbst ereignet hatte. Die Ereignisse spielten sich folgendermaßen ab:

Erstens im Kasino. Am Sonntag abend wandte sich im Kasino rin Verkäufer der ZeitungEst-Republieain", der die Anwesenheit zweier Deutschen bemerkte, an den Schutzmann Bize, der im Saale Dienst hatte, und sagte ihm: Es sind hier zlvei Deutsche, die nur Offiziere sein können. Wenn sie während des Stückes pfeifen oder lärmen sollten, so können sie sicher sein, daß ich sie über den Sessel ziehe. In Großmojeuvre fielen Deutsche grundlos über mich her. Ich rettete mich nur durch meine Schnelligkeit. Der Schutzmann Louis Bize forderte Chollet auf, Gewalttätigkeiten und Lärm zu unter­lassen, da er sonst ausgeschrieben und aus dem Saale gewiesen werden würde. Tie Unterredung fand ausschließlich zwischen Chollet und dem' Beamten statt, sie wurde selbst von dem Nächst­sitzenden nicht gehört. Tie beiden Deutsche!! zogen sich vor der Vorstellung des StückesFritz, der Ulan" zurück. Tie Vorstellung endete ohne Zwischenfall. Tie Lothringische Bier Halle ist eines der mcistbesuchten Gasthäuser von Nancy, wohin die Bevölkerung gern nach Schluß des Theaters geht. In der Nacht vom Sonntag zum Montag gegen 12', oder 12V2 Uhr nahm eine andere Gefellschaft von fünf Deutschen, drei .Herren und zwei Damen, an einem Tische des Gasthauses Platz. Zwischen ihnen und einer Gesellsckwft von vier Gästen begann eine Unterhaltung. An den NachbartisckMic saßen einige Stu­denten, von denen einige sich für das erste Examen im Deutschen vorbereiteten. Dies erlaubte ihnen, dem Gespräche zu folgen. Die Student-en begannen sich mifzuregen, weil die Deut­schen einige beleih i g enbe Ausd rücke laut ausge­sprochen hatten. Einer von den Studenten sagte: Ich werde ihnen jetzt den Vers auffchreiben, den ein Deutscher für die Deutschen

selbst verfaßte:Ihr Deutschen seid ein großes Volk, so simpel und so begäbet, man sieht es Euch wahrhaftig nicht an, daß ihr das Pulver erfunden habet." Einer der Studenten ließ das Papier aus den Tisch der Deutschen fallen, die ohne Aerger diesen Scherz Vvn zweifelhaftem Geschmack auf- nahmen. (Fortsetzung folgt.)

*

Die Zuspitzung her Lage zwischen Serbien und Bulgarien.

Belgrad, 19. April. Die durch das Verhakter Bulgariens geschaffene Lage wird in hiesigen,politi­schen Kreisen als sehr ernst aufgefaßt, so daß selbst ein be­waffneter Konflikt nicht mehr als ausgeschlossen erscheint. Einer privaten Meldung zufolge ist die Konzentrierung der ser­bischen Truppen gegen Bulgarien bereits im Zuge.

Die Wasfenrnch'e.

:/: Konstantinopel, 19. April. In hiesigen diplo­matischen Kreisen wird allgemein versichert, daß die Ver­ständigung zwischen Bulgarien und der Türkei durch Ver­mittelung Rußlands zustande gekommen ist. Man vertritt die Auffassung, daß Rußland nicht wollte, daß die Bulgaren den Vormarsch auf Konstanti- nopel unternähmen, sondern daß es mit Rücksicht auf die eigene Schwächung im Balkanbunde für eine rasche Beendigung des Balkankrieges eingetreten ist.

Der Anschlag in der rumänischen Kammer.

Bukarest, 18. April. Ter junge Mann, der in der heuti­gen Sitzung einen Schuß abgegeben hat, ist ein m a z e d o n i s ch e r Student namens H a e i it Nastase. Der Revolver, den Nastase nach der Tat aus den Boden warf, war blind geladen. Bleikugeln hatte der Täter in der Tasche. Er erklärte, er wollte lediglich die Aufmerksamkeit der Kammer ayf die in Mazedonien lebenden Rumänen lenken. Seine Blltschrift enthält auch Ge­dichte. Naftase, der sehr aufgeregt war, wird einer ärztlichen Untersuchung unterzogen.

Eine antiöfterreich ische Student en kundgebung.

Venedig, 19. Llpril. Aus Anlaß der Beerdigung des Burecmdieners der Präfektur Bologna Guiseppe Sabatini beabsich­tigten die Bologneser Studenten eine antiösterreichische Kundgebung. Sabatini hatte als Mitschuldiger des in Triest seinerzeit wegen Verschwörung gegen das Leben Kaiser Franz Josefs Hingerichteten römischen Studenten Oberdonk 13 Jahre Zuchthaus verbüßt. Bei dem Leichentransport tarn' es heute früh zu einem Zusammenstoß, bei dem mehrere Polizisten und Studenten verwundet wurden. Vier Studenten wurden verhaftet. Die Studenten erzwangen darauf die Einstel­lung des Unterrichts an der Universität, 5er-' trümmerten Türen und Fenster. Ms Kavallerie, Infanterie und Polizisten gegen Vie auf den Haupt Plätzen im Stadtinnern versammelten Studenten vorgingen, verbarrikadierten die Studenten sich mit Restaurationsmöbeln und be­warfen die Soldaten mit Steinen und Tisch­beinen. Erst abends gelang es, die Straßen zu räumen. Auf beiden Seiten gab es Schwer verletzte. 21 , Studenten wurden verhaftet, 12 davon wieder freigelassen. In einer Abendversamm­lung beschlossen die Studenten die Agitation sortzusetzen und auf ganz Italien auszudehnen.

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Alldeutscher Verband.

LaMgz, 26. April, 81/« Uhr in Steins Gurten: OeffentiicBiaen* Vortrag Herr I. A. Hoyer (Graz):

Die Meratang der Südmark für Deutschlands Zukudt Eintritt 20 Pfennig._____________Mitglieder frei.

Katmheilverem Siehe» Dienstag, den 22.April, Mittwoch, den 2Z.April, Freitag, den 25.April u. Dienstag, den 29.April abends Sl/2 Uhr findet im fyotcl Schutz ein Auch!; in Anwendungr- formen -»Naturheilkundr statt. Teilnehmerkarten für Nichtmitglieder: Kanrilienkarte Mk. 2.50, Einzelkarte Mk. 2., für Mitglieder Mk. 1.50 und Mk. 1.. Anmeldungen werd, im Reformhaus, Kreuzpl. 5, entgegengenommen.

_____ Giessener Freiw. Feuerwehr Mentl. MBehermsWÄmg findet am

Montag, den 21. April 1913, abends 81/» Uhr, im Restaurant frankfurter Hof mit folgender Tages­ordnung statt, wozu wir die Kameraden hiermit einladen.

1. Mitteilungen und Jahresbericht. 2. Kassenbericht. 3. Iahreörechnung für 1912/13 u. Entlastung des Rechners. 4. Voranschlag für 1813/14. 5. Etwaige Anträge gemäß § 32 dcr Satzung. i;l"/4

Uniform: 2. Rock, Mütze._______________Ter Vorstand.

&s$. h Wul) Hassia HK

Sonntag, den 20. April 1913, Vnachmittags V*4 Uhr pünktlich: Wgyootstaufe \ zweier neuer Rennboote

Wir laden unsere werten Mitglieder und Gönner hierzu freundlichst ein. (2660]_____Der Vorstand.

JagdscMösschen Dutenhofen Tel. 422. Beliebter Ansstugsort. Gartcmvirtsch. Terrasse, Sroßer Saal, schöne Kollegzimmer. Reu! Kegelbahn. Neu! mi «ft. Pell. 02977

GesaU-Lerein Gießen.

Gegr. 1846.

Sonntag, den 20. April

AiiGg zur LudiviBurg iiaii HtMclhcim bei Mitglied Stumpf. Von 4 bis 11 Uhr abends Gesangsvorträge, Humorist. Borträge, Tanz. Zu zahlreicher Beteiligung ladet ergebenst ein V]9/.t_________________________Der Vorstand.

Restaurant Bayerischer Löwe

Sonntag, 20 April 03264 einmaliges Konzert des rühmlich bekannten Virtuosen H ».derer, 1 Herr, 1 Dame, Eintritt frei- tzürgerverein Gießen Montag, den 28. April er., abends 8l/a Uhr, im Hotel Einhorn

Hmrpt- Versammlung.

Tages-Ordnung: 1. IahreSriickblick int Verein.

2. Rechnungsablage. 3. Ergänzungswahl des Vor­standes. 4. Beratung vorliegender Anträge (§ 23 der Satzung). 5. Aussprache über städtische Attgelegen beiten. G. Verschiedenes. v'"/<

(Anträge müssen laut Satzung G Tage vor dcr $cr saminlling bei dem Vorstand eingercicht fehti.

Zll recht zahlreichem Besuch werden die Mitglieder hiermit eingeladen.________________»er Vorstand.

Erklärung!

Wir machen ® in Geschäftsver- hiermit bekannt, me binbung mit der daß unsere Kasse Eenossettschaftr-

kasse ZU Darmstadt gestanden hat; gegenteilige bös­willige Ansstreunngen beruhen auf Unwahrheit.

Ulrichstein, den 19. April 1913.

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