hnbm Glipcheine Gültigkeit.
Am Nachmittag dcS 25. Noo.
bei Volkspreisen aufgeführt.
wird .Lnecwrttchen
Der Mädchenhandel.
Gießen, 17. Nov.
Der Verein für Frauenstimmrecht batte uim Mon- abend im t?o‘d Schütt eine öffcntlickx- Mitgliederversammlun., nnbfrufen, welcher der Mädchenhandel nun Thema gestellt wrbfn war Tie Vortragende, .rau Iußizrat Aldefeld- Wetzlar kettete ihre Ausführungen mit der Bemerkung ein, das; ne neben dem Mästtrenhandel auch dessen Bekämpfung eingehend besprechen werde. Um zu diesem Ziele ui gelangen, schilderte sie zunächst den Mädchenhandel selbst und im Zusammenhänge damit die in engster Verbindung mit jenem stehende Vrosti- tution, soweit sie auf die verkauften Frauen und Mädchen Bezug hat. Tie Vortragende entwickelte den Begriff Mäd ■ menbandel und die Arten, in denen er auSgeführt wird, den Export-, Import- und Transit-Handel, welch letzterer für Deutschland allein in Belracht kommt. Sie besprach bani’ ganisation der meist polnischen, galizischen oder jüdischen Händler, die es der Polizei so ungehiler schwer macht, ihnen ihr vandlvcrk zur rechten Zeit m legen. Wie ' rner die Mädchen selbst aus Furcht, später, wenn sie dern Laster mit Gewalt überantwortet und, aus Scham von einer Anzeige abschen.
Die Rednerin ging dann auf die oerschiedenen Mittel ein, deren sich die Mädchenverschlepper bcricncn, inn ihrer Opfrr hab bart zu werden: Scheinheiraten auf. Grund gefälschter Papiere. Gewalt unter Anwendung von Betäubungsmitteln, perfö Boriviegclungen und Zeitungsinserate, die den Mäd<l)en angeblich gute Stellungen im Auslande bieten und dergl. mehr Ter Haupt- export spielt sich in Rrrßland und den Balkanländern ab, die Hauptabsatzgebiele sind Aegypten und Südamerika.
Durch erschütternde Beispiele erläuterte die Rednerin ihre Angaben und entwickelte entsetzliche Bilder von dem Elend der armen Verschleppten. Hier sei nur ein solches Beispiel, das vor ernrger Zeit durch die Presse ging, wiedergegeben: Die. Frankfurt er Poklzer kam einem Mädchenhändler durch die Anzer-ge der 19j,ihr CTl'c ^enber aus (gießen aus die 3mir. Dieses Mädchen war von Ausländern als Stubenmädchen nach Holland ,-ngagierr n>or den, schöpfte auf der Reise wdoch Verdacht, als sich immer medi Mädchen bin zugesellten, da sie von bem Mädchenhandel gehört hatte, und konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen D>ev Händler wurde festgenommen
Zur Bekämpfung dieses unsittlichen Gewerbes ist schon viel getan worden, so führte Frau Iustizrat Aldescld im zweiten ^eil ihres Vortrages aus. 1899 bildete sich ein nationales Komitee zur Bekämpfung des Mädchenhandels, das mit dem Auslande enge Fühlung nahm, so daß sich eine internationale Vereinigung daraus entwickelte. Auch in gesetzgeberischer Hinsicht ist in Deutschland sehr viel getan worden, man hat schwere Strafen gegen Mädchenhändler festgesetzt, fcamit diese abschreckend wirken. Im letzten Jahre sind 32 Händler vor Gericht gestellt worden, eine immerhin noch geringe Zahl, nx*nn man beispielsweise zum Vergleich heranzieht, daß nach der.Behauptung des früheren New Borker Polizeikommissars jährlich 50 000 Frauen iiuh Mädchen allein aus New Bork verschleppt werden' Sehr u* begrüßen und zur Nachahmung empsehlensivert ist nach der Meinung der Bortragendeil die in England jüngst eingesiihrte Prügel tt rase für Mädchenhandler und Zuhälter.
Wn der Aufzählung einer Reihe von segensreichen Ein- richtungen, die erfolgreich dem Mädchenhandel entgegenar- keitcn, nannte die Rednerin besonders die Bahnhossmissi,'». den Freundinnenverein, den evangclisckxm Frauenbund, den Maria nisckvn Mädchenfürsckmtzverein. den jüdischen Frauenbund und die Freimaurerloge und rühmte die zur Aufklärung dienenden Bemühungen der Presse.
Somit ist der Kampf auf der ganzen Linie ausgenommen ä^is Haupterfordcrnis für Mädchen, die in die Fremde gehen, ift es, vor ihrer Reise genaue Auskunft beim Verein zur Bekämpfung des Mädck>enhandels und dem Verein der Frenn binnen junger Mädckvn zu erbitten. Alle aber, Männer und Uiaulm jeglickirn Standes, können ihre zkräfte in den Dienst der Bekämpfung des scheußlichsten aller Ofcroerbe stellen.
Die sich anschließende Aussprache brachte als Anregungen und Vorschläge folgendes: Man müsse als Grundübel die Prtt« t itu t io n briämrini, die Erz, eh^ng der jungen Mädrften müsse aus die Gefahr hingelenkt, weiblickx Fortbildungsschulen überall eingenihN werden, man solle Vereinigungen jugendlicher A b- lt menten ins Leben rufen, da dem Alkohol manches Unheil ^..hent Gebiete des Mädchenhandels zuzuschreiben fei, und endlich münc die soziale Lage des im Berufsleben stehenden Mädchens verbessert werden. — Ter Besuch der Versammlung war abr gut. St. B
Deretn$nad)rid)ten.
— Gießen, 17 Nov Am Sonntag fand im Hotel ..Ein- bom" die erste Gauvertreterversammlnng des Ganek Gießen Gabelsbergerscher Stenoaraüben statt Bor ausaeganqen waren am Vormittag ein Wettschreiben und ein Preis Schön- und -Ricktigschreiben, an denen sich 111 Wett- ichreiber beteiligten Davon konnten 76 mit Preisen ausgezeichnet werden Eine gleichfalls am Vormittag veranstaltete GefchäftS- stenographen- und Praktikerprüfung fand leider nur schwache Beteiligung Das Mitglied der Stenographengesellschaft „Gabele- berget" Heinrich Schmidt- Drohe bestand die Prüfung. In der Vertretersitzung um 4 Uhr nachmittags im ..Einhorn" entspann sich nach Begrüßung der Erschienenen durch den Gauvorsitzenden R Hasenkrug über verschiedene stenographische Fragen eine lebhafte Au Sprache, die zeigte, mir welchem Interesse urb welcher Ausdauer an der Förderung des Systems gearbeitet wird. Ter nächstjährige Gautag findet in Heuchelheim statt Die Leitung des Gaues für das kommende Jahr wurde der Stenographen-- gesellfchaft „Gabelsberger" unter dem Vorsitzenden des Provinzial« sekretärS Louis Hesse übertragen. Es haben folgende Personen bei dem Wettschreiben Preise erhalten: 1 Preise 60 Silben 'rn >ri(6 Apvel sSten -V v 1861 , Helene Eidmann Damen-V ' Margarete Mittermaier i'lnmnafium . Fritz Schmidt Gnmn ),
■ . Mar:
v . Hermann Fett (Gesellschaft), Erich GörrS (R.-G-), Adolf
west und vom Seltersberg-Berrin: sie empfahlen 4 resp. 3 Kandidaten, ließen aber im übrigen freie Hand. An sonstigen Versuchen, die Wählerschaft für oder wider gewisse Be werbet zu berinflusfen, fehlte es natürlich nicht. Zu Vcr- glrichen mit dem Wahlausfall lädt die Häufigkeit der Namen auf den im ganzen acht Vorschlagslisten rin. Fünf- inal erwähnt finden wir die Herren: Dr. Haberlorn, Kling- fpor, L. Petri II., W. Plank; viermal : Haggenmnller, Heichelheim, Inderthal, E. H. Muller, Schmcckenbecher, Wachtel, Wenzel: dreimal: Brück, Diehl, Homberger, Lindenstrutft, H. Meyer, B. Mi'iller, Ad. Noll, Aug. Noll II , Seuling: zwei- Wal: Fischer, Frensdorf, Kröck, Lucas, Pfaff: einmal An breä, Arnold, Beckmann, Burmester, Compter, Fourier, Hoh nteier, Lentz, Männche, Maier, P. Müller, Nitschkowskti, H. Noll, Ctto, Pfeiffer, Rahnefeld, Röhr, Rudolph, Sack. Schön, Schmieder, Bolz, Zorn, Zülch. Der heutige Abend wird ent scheiden, wessen Saaten in der Hitze des Wahltages gereift sind.
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** TageSkalender für Dienstag, 18 Noo. Stadttheater: ,T a s Geheimnis". Anfang H Uhr.
Kriegsmarine-Ausstellung in der alten Klinik.
rinnen, die aus dem £?rtc selbst gebürtig sind, beschränkt wird, stehen augenblicklich mehr als 150 Bewerberinnen auf bei Liste: von diesen haben etwa 50 Aussicht, nach und nach p> geleaenHidxn Vertretungen herangezogen zu w.-rden: drei, im günstigsten Falle vier, können jährlich angestellt werden Es ist klar, daß nid' 1 einmal alle Vertretungsw ise Beschäftigten auf Anstellung redyten können, da manche während der Wart.-- zeit zu alt werden. Nimmt man aber diese schon aus, so bkfchert noch ungefähr 100 Anwärterinnen übrig, für die eine Anstellung ni ihrem Heimats irt nicht in Frage kommt. Dazu ist Ira fcrf drin- heb, daß dem lährlichen Abgang uon drei bis vier Lehrerinnen miS dei Pewerlxtlimenliste in den nädtfen Jahren ein ver ft aut er Zugang ans dem stark besuchten Dberwzeuin gegenüber- üehen wird. Nld't gmiz von der Hand zu weisen ist auch die •IMurdtfung, daß infolge der herrsd,enden Notlage nidn immer bie getftm und körpcrUd) leistungsfähigsten Lehrerinnen bei Siel lende,etzungen beriidftd.ägt, sondern die bedürftigsten in erster Stnic beruf hi werden, ivaS im Interesse der Sd,ulc und des Lehiermnenstandes keineswegs gutgebeißen werden könnte
— E i n e v o r g e s ck> i d) t l i ch e S t ä t t e a m R i o G r a n d c c n * d' Grope ctabtanlagvn eines Volkes, das ''ich in vor- gndnd.ii'dKit Zeiten rm Dal des Rio Grants' eine stat licho mnliur- Vöde errungen hatte, smd von. dem Pater I u l t u ,> H g r l m a n n von bei kgllwlttd?ni Piarrei au Willard in Torrance County ent
A-er ©aMtche, ber burd> schlechtes Werter amuungen tmirbe, seine Fendningeu vorlaufuz bis urai nächsten Frühling anÄuftcUen, bat ifceT 'eine bebeuiimntn Funde in einem 4krid\r. an das Instuut mr arncrikanisdic Ar^iolom- zu Santa F4 nähere Mrtteittmgen gemacht In nner Ausdehnung von 100 Kilometern nmntc en hu men- und I^elfew-I inchriften feststellen sie i,ch von dem bcuh.nm mavtauudxix Dorf Prnns Wells bt mm E.mnon
m eine Gegend, bie völlig unbewohnt und inull ist und nur selten von eibafbirtm berübn mirb Durch Erzählungen dieser Leute mürbe ber Pater auf bie Trümmer- stüttrn auhnerfiam und stellte nun die Reste rem Stabtan lagen sesl, die 300 Jahre und mehr vor her span,scheu erobe nrng rntftaitben sind Die Rumen liegen unter Schutt und Erde begraben und ragen nur bie und ta Hervor: doh sino >'i- >:d viindesteus 1000 Jahre alt. Die beiden Ruinenftütt-n di Pion wichsten liegen, sind durch große Erdhügel gvfrmue'd’mr:
Die Hmser wann m JTreitform ertunit Batcr vartrnrrnn hat pon den 2^egrabniSplätzen dieser prähistorischen Städtebauer deS Mäo Grande Skelette, Leüüenuuin: Oh-üfu-, Steinwerk»euge, Waffen und andere Ge.wnstände mügtbratbt, die bereus amant Auffchluß über diese n»-uemlx-ckte Kultur bitte > ?ocki wird >'ich .Geuatteres nur durch systematische Ausgrabungen Mobilen lassen.
* Hermann Levi Nach dem in Gießen bestens bekannten Musiker und Dirigenten Hermann Levi ist in M ün- d) c n jüngft ein Straße Hermann-Levi--Straße benannt worden. Fuc Gießen' ist der berühmte Künstler besonders deshalb interessant, da in 0 ießen seine Wiege stand. Am 7. No- vttinber 1R39 wurde er hier geboren und verlebte hier seine Jugend. Er starb zu Münckvn am 13. Mai 1900 Bekannt ’.l't er als hervorragender Dirigent und als Freund Wagners In Milndicn war er als Goneralmusiidircktor tätig und als solcher Leiter der ersten Parsisal-Ausführung im Jahre 1882.
** Ausgeloste Geschworene. Für die am Montag, den 1. Dez, norm. 91Uhr, beginnende Sitzung des Schwurgerichts ber- 4. Quartals würben nad)iifbcnbe Geschworenen auSgelost: 1. Heinrich Petri, Landwirt in Ober-Beffiugen, 2. Johannes Fritz IV., Landwirt in Ober Morle Köhler V., Landwirt in Langsdorf, 4. Friedrich Vilh. Kaz, Packtn: in Okarben, 5. Philipp Dolf II., Landwirt in DreiS a. d. Lumda, 6 Friedrich Helmick), Rentner in Lauback, 7. August Lein, Landwirt in Lardenbach, 8. Heinrich Becker. Landwirt in
widmete Werk zu^sördern durch Beitrittserklärungen ober ^urt^^nma^ßc ^penbung von Anträgen Zur Annahme von Spenden und Beitrittserklärungen sind bereit: der Schristführor, Herr Direktor Dr. R e b e n t i s ch-Ossenbacb. der Schatzmeister, Herr Dr. Willy M e r ck - Darmstadt, bie Vorsitzenden, Herr Geheime Regierungsrat Tr. Tietz- Darmstadt und Herr Professor Tr. Opitz »Gießen.
Stadttheater. AIS Festvorftellung zn GroßherzogS Geburtstag am Dienstag, den 25. Noo., wird Grillparzers Schauspiel e6 Meere? und der Liebe Wellen^ gegeben. Diese Vorstellung sindct außer Abonnement statt, doch
H B< i r. Lanowirt in über Gleen, 10 Ioh
Weil, Landwirt in Cberstadt, 11. Johann Heinrich flträn. Land wirt in Stockheim, 12. Heinrich Fischer, Molkereibesitzer in Selter-?, 13. Kaspar Eduard Neeb, Landwirt und llntererhcber in Groß- Felda, I t. Nvnrad Döring III., Landwirt in Dirlammen, 15. Konrad Karl Wahl, Gemeinderechner in Anaersbach. 16. Heinrich Karl Lenz, Landwirt in Ulfa, 17. Heinrich Dtterbcin VI, Landwirt in Ruppertenrod, 18. Karl Wächtershäuser II., Landwirt in Ober- Eschbach, 19. Liebmann Bär. Kaufmann in Gießen. 20. Ph. Marl Hensel. Landwirt in Dortelweil. 21. Ludwig Süßel, Kaufmann in Schotten. 22. Heinrich Sdmdt II , Mühlenbefitzer in Bruchenbrücken, 23. Heinrich Karl Alles, Landwirt in Nicder- Florstadt, 21. Heinrick) Grün II., Landwirt in Flensungen, 25. Heinrich Euler, Bürgermeister in Heblos, 26. Theobald Meininger, Landwirt in Heldenbergen, 27. .Heinrich Mosck-erosch, Landwirt in Nieder Wöllstadt, 28. Louis Hirsch, Kaufmann in Friedberg, 29. Karl Ulrich, Kaufmann in Friedberg, 30. Heinrich Reif, Packfter in Dorheim.
** ’S i c Lahn Überschwemmt infolge des anhaltenden Regenwelters stellenweise ihre Ufer. Der Heßler und die tiefer liegenben Teile des Neustäoter Feldes und auch an manchen Stellen der alte Schwcinemarkt stehen unter Wasser. Da die ungünstige Witterung anhält, ist noch ein weiteres Steigen des Wassers zu erwarten. Die Besitzer einiger Wohnwagen auf dem Schweinemarkt werden unter diesen Umständen ihren Standort wechseln müssen. Die W i e s e ck war bis gestern um etwa 1,25 Meter gestiegen. Heute ist sie wiederum über 15 Zentimeter gesunken. Doch ist die Strömung noch ganz erheblich.
" Dor Wind hol, über dessen Verkauf wir gestern berichteten, ist, wie man uns mitten, in den Jahren 1897—1898 erbaut worden. Er ist übrige-'S nicht endgültig verkauft, sondern sieht einer zweiten Versteigerung entgegen.
Landkreis Gießen. '
? Lang-GönS, 17. Nov. Tie elektrischen Anlagen von ber Hauptzentrale Wölfersheim schreiten ihrer Vollendung entgegen, so daß da8 Licht ^ioch vor Weihnachten in Betrieb kommt. Die Allgemeine Elektrizitäts- Gesellschaft Gießen baute ba§ Ortsnetz. Die Hanser- installationen fuhren die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft Gießen, Brinkmann-Gießen, Iakobi-Ober-RoSbach, und Hartmann & Amend, Marburg, aus.
Kreis Schotten.
*&i Ulrichstein, 17. Nov. Nach der Vurgermeister- wahl letzten Samstag brachten die Burger dem Gewählten einen Fackelzug, Musikständchen und dergl. Seiner Einladung zu einem Glas Bier folgten die Leute gern, es herrschte in den verschiedenen Wirtschaften des Städtchens die beste Stimmung, frohes Treiben überall. Eine empfindliche Störung brachte ein roher Mensch in die Feier; er bedrohte die Leute mit einem Dolchmesser, warf einem jungen Bursdien rin Glas in das Gesicht, wodurch eine Backe vollständig gespalten und ärztlidie Hilfe nötig wurde. Dcrmit nicht genug, zerirüm- werte er auf dem Heimweg noch mehrere Fenstersd-eiben.
Kreis Friedberg.
-n Friedberg, 17. Nov. Unter Fiihrnng von Professor Kramer besichtigte am Sonntag vormittag ber Zweigoerein Offenbach bie Sehenswürdigkeiten unserer Stadt. Den Schluß bildete eine gemütliche Sitzung.
h. Friedberg, 17. Nov. Der Platz für die Garnison- S ch i e 6 ft ä nb e ist nunmehr in der Nähe ber alten Echteßskänbe zwischen der Sauweide und bfn Klapvertanneu lestgelegt Bi4 zur .''Citiaftcfiung ber bereits begonnenen Anlagen benutzt baS Vataiüou die Biutt'acher Sdneßstänbe. — Tlan erzählt sich hier eine mebliche Geschick te: Der Mensch muß sich zu helfen wissen, fo bachte auch am Samstag ein Leutnant unseres Bataillons, al« er bat unbeschreiblichen Schmutz an ber Mainzer Tor-Aniage bnictzwaten sollte, um auf bie aubere Seite zu kommen. Da er im Varabe- a n z u g ivar, war ber Versuch nm so problematischer. Unter bem Jubel beS Publikums nahm ba ber treue Bursche seinen Leutnant auf bi e Schultern unb trug ihn .hoch zu Roß" bitrdi ben Morast . . . Für AibeitSkose bietet sich, so kalkulieren die Fcieb- berger, bei bem smichwörtlich gewordenen Friedberger Straften- sch'nntz heroorragenbe Gelegenheit zum Gelberwerb nach dem Vor- bilde bc5 LentnamSbnrschen.
-t Vilbel, 17. ')iov. Vom 16. biS 30. l. MtS. finben hier im Saale zur .Stadt Kaffel^ Vorträge des Predigers Ide in Berlin-Neukölln, der auf Veranlastung der Mitglieder des .Blauen Kreuzes* hier erschienen ist, statt.
Ir. Kirch. D önS, 17. Nov. Der am 8. Oktober mit großer Mehrheit gewählte Bürgernieister Anton Hanack III. icnirbc heute in Gegenwart dcS GemcinderatS durch Herrn KreiSrat Freiherrn Schenck zu CchweinSberg verpflichtet.
-t Harheim, 17. Nov. Bei ber B ürg erm eifter - «nirbe ber bisherige SBürgermeifter Philipp Jakob rum zweiten Male wiedergewählt. Ein Gegen- ranbibat mar nicht ausgestellt worben.
o i r i AVi ° ns, 1.T 9?od. Hcutk verließ Pfarrer membf um nn* ?nndl ^adrigem Hiersein unsere Ge- ff Äa fl!?6 neuen Wirkungskreis Nieder- erlebiatc SürrftcIIf n-rt» bub rou-r-t btft"?mürbe "enn dir getrofttnen ■ fönnn, b.rr nX b“ rirbmen -
Xicirr «tage bot em vauiierer m v^ichloj.cnen kleinen len zu recht hohen Preisen SattcngHt fcd. Zu fpät'er-
Stadt und fand»
Gießen, 18. November 1913.
Statistisches zur StadtverorVnetenwahl.
.. außerordentlichem Eifer ist diesmal der Kampf um DJf 3U besetzenden Stadtverordneteniessel geführt worden ~ handelte sich um 17 Manda te; aber nicht weniger als 4 9 Männer hielten sich s:":r befähigt, in die Geschicke Der Ltadt Gießen ratend und tatend einzugreiicn, und wurden auch von ihren Freunden dafür gehalten. Bier der Her ren waren bereits im Besitze von Mandaten, nämlich die Herren Tr. Haberkorn, Heichelheim und L. Pe:ii II. uatl.» und W. Plank -forttchrittl Tic Namen der Kandidaten wurden der Wählerschaft durch sechs vollständige, also je 17 Namen tragende L i ste n vorgeschlagen Tiefe Listen gingen von folgenden Körperschaften aus: 1. Vorstand des Vereins der Fortschrittl. Dolkspartei und Vorstand des Ver eins der Nationall. Partei. 2. Wahlausschuß der vereinigten red)tsstehenden Parteien 3. Sozialdemokratisches Wahl- Komitee. 4. Dürgervcrrin Gießen. 5. „Unabhängige Wähler". 6. „Biele Wähler aus allen Parteien, allen Bezirken und allen Ständen." Außerdem waren noch zwei Eraän z u n g s l i ft e n erschienen, nämlich vom Bezirksvercin Nord
kannten die fiäuicr, daß sie einem geriebenen Schwiu hlcr in die Hände gefallen waren, denn das gepriesene Gift entpuppte sich als unverfälschter Reis, den der Hausierer zuvor im Komumvercin erstanden bitt?.
Starkenburg nnö Rheinhessen.
rm. Darmstadt, 18. Noe Vers chw u n d e n ist sett dem letzien Tonnerstag der Regimentrfcbr.^r Dragoner Regiments Nr. 23, Wachlmeister S d) m 11> t Kasse un) Bücher sollen in Ordnung sein. Seit bem gleickxn Tage wird die in ber Rach- banddft wohnende Ehefrau Steinhaus, die eine Wlrtichm'r l’lreibt, vermißt. Deren Ehemann ist schor. >' ir einigen Monaten mit einem »errunde vcn'ckiwunden unb soll sich in Luxemburg befinden. Frau Steinhaus briifrt erwachsene Äütbcr. Die Wirk schäft ist polizettich geschlossen narben.
Hessen-Nastau.
X Trumbach, 17 Nov. Die hiesige Gemarkuna in einer Gesamlgröße von 516 Hektar befindet sich im Zu- sam m e nleg n naS ver fa hren. Jnsolqebefien wirb die .Langh ck', ein Waldbestanb am oberen Eingang deS Dorfes, abqeholzt.
— Frankfurt a. M., 16. Nov. Heute vormittag stürzte ber mit Fensterputzen beschäftigte 25jährige Herr- 'choftkiche Diener Gustav Scherl, der au8 Osthofen bei WormS stammt, anS dem ersten Stock ab. Er erlitt einen fo schweren Schäbelbruch, daß er halb baraiif seinen Verletzungen erlag.
= Biebrich, 17, Nov. Der 38 Jahre alte Maler Karl Pfau aus Wiesbaden sprang hier an ber Regatta- itrafte in ben Rhein unb ertrank. Er ist Witwer nnb hinter- läßt zwei Amber. ' /
** Rs'ichsbankdirektor Beliug, dem ersten Vorstand.beamten der Reichsbankstelle in Frankfurt, ist, wie der Reichsanzeiger meldet, der Charakter als Geheimer Regierungsrat verliehen worden. Tie Gießener Reichs bank-Nebcnstelle ist bekanntlich der Frankfurter Reichsbank stelle unmittelbar unterstellt. Daß jetzt eine Umwandlung der Gießener Nebenstelle in eine selbständige Reichsbankstelle vorgenommen werden soll, und der damit verbundene Neubau des Reichsbankgebäudes ist hauptsächlich der Unterstützung des Reichsbankdirektors Beling zuzuschreiben. In Frankfurt ist der in den Fünfzigern stehende Direktor neun Jahre tätig, vorher war er als Bankdirektor in Karlsruhe angestellt.
** Forst- und Kameralverwaltung. Erledigt ist die Stelle des Oberförsters der Obersärsterci Lick.
** Radium für Gießen Wie eine Heilsbotschaft mag es vielen erschienen sein, als die Nachrichten in den Zeitungen auftairchten, endlichseiimRa diuni und Mesothorium ein Mittel gefunden, das ohne die Osefahren einer Operation Heilung von Krebs, selbst bei sehr fortgeschrittener Erkrankung, bringe. Der allgemeinen Anwendung steht der hohe Preis des Radiuins, der noch fortwährend steigt, entgegen. Um auch dem Hessenlande die Wohltaten der neuen Entdeckung zugängig zu machen und zur weiteren Ausbildung der Behaichlung beantragen, um ferner die Erforschung der rätselhaften Erkrankung, die wir jri?ebs nennen, zu fördern, hat fick) ein Verein gebildet. Er will die Mittel ausbringen zur Erwerbung der notwendigen Mengen des kostbaren Radium und an einer der Universität Gießen anzugliedernden H a u p t st c l le die Behandlung von Krebskranken beginnen. Später sollen weitere Stellen in Hessen auf Grund der gesammelten Erfahrungen und nach Maßgabe der vorhandenen Mittel üiid) an anderen Orten Hessens die Behänd^ lung von Krebskranken aufnchmen. Aber sehr große Mittel sind dazu erforderlick) sowohl zur Beschaffung des Radiums wie zur Bestreitung der laufenden Kosten: denn es sollen unbemittelte Kranke auH allen Teilen 5>esseus mit dem neuen Mittel kostenlos behandelt werden. Der Verein bittet deshalb, nach Kräften das dem Gemeinwohl ge


