Ausgabe 
17.3.1913 Zweites Blatt
 
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Die Mehrheit wird einer anderen Auslegung keine Schwierig­keiten machen.

Daraufhin wird der Antrag, betr. das Gcmemdcumlagen- gesetz, einstimmig angenommen.

Nachdem das Haus noch dem Voranschläge über die Aus- gabebedürfnissc der Ersten Kammer im Rechnungsjahre 1913 zugestimmt hatte, vertagt es sich auf unbestimmte Zeit.

Schluß der Sitzung vor 1 Uhr.

Veutsche» Reich.

Eine nationale Feier in Berlin.

Aus Berlin wird uns berichtet: Der Fackelzug, den die Vaterländische Gesellschaft zur Verbreitung von Geschichtsk» untnisscn am Sonntag veranstaltete, und an dem sich zwanzig Gruppen mit zehn Musikkorps und eine große Reihe nationaler Vereine und Körperschaften, etwa 4000 bis 5000 ^Zcrsonen beteiligte, verlief qlinzcns, trotzdem Regen imb Wind den Teilnehmenden übel min'piellen. Gegen 7 Uhr erschien die Spitze des Zuges vom Museum herauf im Lustgarten. Die Musik erscholl und Fackeln und Fahnen nahten. Gleichzeitig er­blickte man das Kaiser paar an dem großen offenen Balkonsenster über dem Portal 4 des Schlosses. Ter Zug entlang am Tom bildete auf dem Lustgarten Schlangenlinien, so das' bald der ganze Platz ein Flammenmeer war Voran wurden Kränze ge­tragen, die an den Tentmälern des Königs Friedrich Wilhelms III. und den Melden der Freiheitskriege niedergelegt nmrbcn. xcn Zug eröffneten die Chargierten der Studentenschaft ui Wichs mit Fahnen zu Wagni Tie ersten Wagen waren begleitet von Mannschaften in d<K Umform von 1813. Der Vorbeimarsch dauerte dreiviertel Stunden. Mit Beginn des Aufzuges empfing der Kaiser das Komitee.

Eine Kandidatur Dietrich Hahns.

Das BerlinerTageblatt" meldet aus Berlin: Der Direktor des Bundes der Landwirte, Dietrich Hahn, soll in Zielenzig als Kandidat für das durch den Tod des Abg. v. K'app- hengstfrcigewordcncReichstagsmandatoonOst- nnd West-Sternberg ausgestellt worden sein.

Aurlanv.

Das Befinden des Pap st es.

DasGiornale d'Ftalia" meldet: Tas Befinden des Papstes ist nach Mssage der Aerztc, die ihn heute vormittag besuchten, z n f r i e d e n st c l l e n d.

Der englische Militärvoranschlag weist Ausgaben in Höhe von 28 220 000 Pfund Stcrlirig aus, das ist ein Mehr von 360 000 Pfund Sterling. Der Voran­schlag enthält 234000 Pfund Sterling für die Luftschiff­fahrt.

Neuerungen im rumänischen Heere.

Im rumänischen Kriegs Ministerium wird an mehreren Gesetzentwürfen gearbeitet, die wichtige Neue­rn n g c n i n d e r A r m e c einführen sollen. Es wird ein Gesetzentwurf vorbereitet, nach dem die Militärdienst- äcit von 2 1 auf 2 5 Jahre erhöht wird; die attivc Dienstzeit bleibt wie bisher bei den Infanterieregimentern 2 Jahre, bei den anderen Truppengattungen 3 und 4 Jahre. Die Neservedienstreit wird von 10 auf 12, die Milizdicnft- zeit von 4 auf 6 Jahre erhöht. Ein ziveiter Gesetzentwurf bezweckt die Verallgemeinerung des Militärdienstes durch Aufhebung der bisher bestehenden zahlreichen Ausnahme- bestimnrnngen.

Ein Deutscher in Mexiko verhaftet?

Aus Tucson in Arizona wird gemeldet, die Aufständischen des Staates Sonora hätten den deutschen Konsular- agentcn Mar Müller in Sonora verhaftet. Wie verlautet, haben sie die Bank, deren Leiter Müller war, belebt und geplündert, dort ,eooch nur 2000 Pesos gefunden. Muller soll angeblich das Mißfallen der Behörde dadurch erregt haben, das; er sich weigerte, eine 'Jlnlcihc zu geben. Aus Mexiko hier eingetrossene Amerikaner erklärten, Max Müller roerbe un Sla pitol in Hermosillo in Einzelhaft gehalten. Zahlreiche Geschäfts­leute in Hermosillo seien wegen Verweigerung von Geldern ver­haftet worden, doch sei Müller der einzige Ausländer. Das Wolffsche Telegraphen Bureau bemerkt dazu: An luesiger amt kicher Stelle liegen über diesen Vorfall keine Nachrichten vor. Zur Feststellung des Sachverhalts sind die erforderlichen Schritte eingclcitet worden.

Friedrichshafen, 14. März. Heute nachmittag 2 Uhr 30 Minuten ist das neue M i l i t ä r l u f t s ch i s f ..Z, 4 (L Z. 16) zu seiner ersten Werkstättenfahrt ausgcstiegen. Es herrscht herrliches FrühlingSwetter. Sie erfolgte nur mit der Besatzung des Luitschisf- baues und dauerte bis 3,15 Uhr. Dann erfolgte eine kurze Landung vor der Halle, ivornni der heute hier eingetrofieue mürtlembergische Kriegsiniuister v. 'March ta le r mit dem Generalinsoekteur der Vcrkehrsttnppen, General v. Haenisch, und anderen Mitgliedern der Abnahmelommisston die Gondel bestiegen und von 3,20 11 bt bis 4,35 Ubr eine z,vcile Fahrt erfolgte. TaS Luftschiff entspricht jn seinem Typ den Gröbeuverhältniffeu und der Motorstärke genau

stören: oft nehmen diese Buschbrände sehr gefälwliche Ausdeb nnngen an nnd müssen durch CKgcnfeuer bekänipst loerden. Tie Arbeiten der Missiomn; schreiten stetig, aber langsam fort. Die Abteilungen erforschen die ihnen zugewiesenen Gebiete, aber die natürlichen Schwierigkeiten legen dem Vordringen nmiuberkt Hemmnisse auf.

Lederers H e i n eden km a 1 für H a mbiir g ist, wie in der Kunstchronik nütflclcilt wird, soeben fernggestellt worden Der Dichter erscheint stehend im Biedermeierkostüm; das rechte 'Zein ist lässig über das linke gekreuzt, so das: die rechte Fußspitze den Boden berührt. Die kokette Grazie, die in dieser Stellung leise angedcutet ist, wird noch mehr in der Haltung der Arme betont: wie aus einigen berühmten Heine Dildnissen hält die linke Hand den .Kopf, während der linke Ellenbogen von dem rechten Arm gestützt wird: dieser ist quer über den Oberkörper gelegt, nnd die .arte feingegliederte Hand ruht aus dem Glockemock Jene seltsame Mischung aus ro­mantischen Träumen und moderner Skepsis, die Heines Wesen bezeichnet, beseelt das rassige Gesicht, das ebenso wie die Gestalt sehr fein empfunden ist. Die genrehasten Züge des ganzen 11 fül lng zugunsten eines groben monumen taten Eindruckes noch zurücktreten Die Figur und de," kleine Södel, aus dem sie steht, iverbrn in Bronze ausgefüdrt, während der massive Unterbau aus Muschelkalk sein wird. Der Künstler, der in zurzeit an seiner sitzenden Bismarck Statue für das i liciitifclM* National Denkmal arbeitet, hat außerdem noch eine entzückende weibliche Gestalt, die nach vorn die Arme m schreitender Bewegung ansbreitet, nahezu vollendet, und ist Mil der Hestettung von Modellen für die Standbilder Fichtes nnd Savignhs beschäftigt, die vor ber alten königlichen Bibliothek am Opernvlatz ihre Aufstellung finden solle

Kurze Nachrichten auS Kunst und Wissen­schaft. Der Zoologe, Geheimrat Professor Dr. Phil. Hermann Grenacher in Halle a. S. begeht am 18. März seinen 7 0. G eburtsta g Prof Grenackre-. - geb. zu Lippburg in Baden), kam 1881 nach Halle und trat Ostern 1909 in den Ruhe stand Aus Weimar wird gemeldet: Tic Regierungsvorlage für die Neubauten am Goethehaus, für die ein Betrag von 114 000 Mark gefordert wurde, ist vom Landtag gen eh m i g t worden. In Dresden ist int Alter von fast 80 Fahren die letzte überlebende Schwester Treischke Fobamti, Baronin lO'Bvrn, gestorben, die Witwe des iidv.ti.im Generals gleichen Namens. In Gegenwart de» Gr.''der.,iiar > wt Baden sand am Samstag nad mittag 3' Ubr bi Eröffnung her Deut scheu Kn n staus st ellung Baden Baden 19i ftc

dem Luftschiff ^Ersatz Z. V, hat aber oben eine große Plattwrm, die zur Auniahme eines Malchinengewebres bestimmt i't. Benn zweiten Aufstieg mar diese Plattform von zwei Herren befehl.

Iobannisthal, 14. März. Der Flieger Alfred Friedrich, der um 8 Uhr 10 Minuten auf seiner Talibe zu einer Dauerfahrt aufgestiegeir ivar, um einen neuen Rekord austnstellen, lanbelc nach d Stunden 18 Minuten um 1 Uhr 27 Minuten glatt. Er bat damit den iniheren deutschen Daucrrekord (5 Ehmbtn 10Dnnuten) überboten Ter Flieger batte sehr schwer mit dem Winde zu fämpien und mußte deshalb den Flug abbrerften.

Univerfität5»21acbricbten.

Die Diplom-Ingenieure unb die Universität Berlin Vor einiger Zeit ging durch die Tagespreise die Notiz, die llnwerfität Berlin weigere sich, den Titel Diplom-Ingenieur aut ihren amtlichen Urkunden zu führen. Ta hierin eure aeivilte Zurücksetzung der Divlom.Ingenieure lag, wandte sich der Verband deutscher Dwlom-Fngeirieme an den Herrn Minister der geifilichen und Unterrichts'Angel eoenbeiten mit der Bitte, bahin zu verfugen, daß der Titel Diplom-Ingenieur dieselbe Behandlung seitens der Universität Berlin erfahre, ivic die akademischen Grade der Uni­versität. Daraus ist dem Verband nunmehr die ministerielle Ant­wort zugegangen. Darnach tritt der Herr Minister der ncifnicbeit und Unterrichts-Angelegenheiten bezüglich deS Gebrauches des -titeI-3 Diplom-Ingenieur der Auffassung des Verbandes deutscher Tlvlom- Jugenienre bei, unb teilt mit, daß er die beteiligten akademischen Behörden hiervon entsprechend verständigt habe.

Sternickel-prozetz.

Frankfurt (Oder), 15. März.

Der heutige dritte und letzte Verhaudlungstag im Sternickel- Prozeß begann mit einer Erklärung des Vorsitzenden Land- gcrichtsdircktors W r e d c, daß wegen der den Geschworenen vor- zulegcnden Schuldfragen einige rechtliche Bedenken vorlägcn, die eine nochmalige Rücksprache mit den Verteidigern notwendig machten. Tie Sitzung wurde deshalb auf eine Stunde vertagt.

Der Andrang des Publikums hat heute wesentlich nach­gelassen: nur ivcnige Mensckxm umstehen heute das Gerichts­gebäude und einige wenige Polizeibeamte genügen, um die Ord­nung aufrechtzuerhaltcn. , .

Die Formulierung der Schuldfragen nahm^längere Zeit in Anspruch, als man annahm. Erst nach 21/» Stunden sind die 41 Schuldsragen endgültig fcstgelegt. Ihre Verlesung nimmt fast eine halbe Stunde in Anspruch.

Hierauf ergreift der Vertreter der Anklage, StaatSanivalt Matthias, das Wort zu seinem

Plaidoyer:

Der Tatbestand ist sehr einfach. Es handelt sich lediglich um die bekannten und landläufigen Begriffe deS Raubes unb des Mordes sowie bei Sternickel der Brandstiftung. Ter Staats­anwalt geht dann auf die Einzelheiten ein, die in der Verhand­lung zutage getreten sind, lieber die Tötung der drei Personen gehen die Angaben der Angeklagten sehr weit auseinander und ich stehe auf dem Standpunkt, daß keine der Angaben den An- Anspruch auf Glaubwürdigkeit machen kann. Sämtliche Ange klagte bestreiten, daß von ihnen das Mädchen oder die Frau irgend einen Hieb bekommen habe. Taß aber beides erfolgt ist, gehr unzweifelhaft aus dem (tiutadtten der ärztlichen Sach­verständigen hervor. Ja, wir haben sogar gehört, daß jener Schlag bei der Frau die ausschließliche Todesursache war.

Tie Tötung der Eheleute KalicS und des Tienstmädchens ist von Sternickel auch von langer Hand vorbereitet worden, so daß die Ueberlegung bei der Tat unzweifelhaft nachgewiesen ist. Ich nehme aber auch an, daß die Tötung unter allen vier Ange­klagten verabredet worden ist. Darnach kann auch bei den drei Mitangeklagten Sternickels nicht der geringste Zweifel bestehen, daß auch sie mit vollem Bewußtsein bei der Tötung mitgewirkt haben, obwohl sie erkannt hatten, daß es sich um einen Mord, um eine Tötung mit Ueberlegung handelte. Danach bitte ich Sie, bei Sternickel und seinen drei Mitangeklagten die samt lichen Schuldfragen nach Mord und die Fragen nach gemein­schaftlichem schweren Raub mit Todesstrafe zu bejahen. Be­dauerlich ist es ja, daß trotz der Roheit und Scheußlichkeit des ganzen Verbrechens wir keine Handhabe haben, auch den jüngsten Täter, Willi Sfcrfteit, seiner Strafe entgegenzuführen, die er verdient hat: aber da müssen wir uns dem Gesetze beugen. Wohl aber bitte ich Sie, durch Ihren Wahrsprnch dahin zu wirken, daß die anderen drei Täter die Strafe trifft, die noch viel zu milde für sie ist, die Todesstrafe.

Der Verteidiger Sternickels, Justizrat L o e s e r Frankfurt a. O.> führt zunächst aus, daß er ebenso wie der Staatsanwalt unb die Richter ein Organ der Justizbehörde sei und nicht etiva durch seine hinreißende Ansprache aus Schwarz Weiß machen ivolle. Zum Schluß seiner Ausführungen kommt der Verteidiger zu dem Ergebnis, daß Sternickel nur wegen Mordes verurteilt werden könne.

Verteidiger R.-A. Bahn (Berlin) bittet, die Frage der Mittäterschaft des Angeklagten Willi Kersten beim Mord, Tot­schlag und gemeinschaftlichen schweren Raub zu verneinen und ihn nur wegen Beihilfe schuldig zu sprechen.

Rechtsanwalt Werthauer lBerlin) legt die rechtliche Seite" der Sachlage bar. Nach seiner Meinung ist Sternickel zweifellos bes Morbes schuldig, während die Anderen nur deS gemein schastlichen schweren Raubes mit Todesfolge schuldig zu sprechen sind.

Justizrat Hauptmann Berlin) beantragt, den Georg Kersten nur wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes mit Todes folge schuldig zu sprechen.

Rechtsanwalt Donig Berlin) bittet, seinen Mandanten Schliewenz nur wegen Beihilfe zum schweren Raub schuldig zu sprechen.

Der Erste Staatsanwalt Naumann betont: Tie Ange­klagten haben sich alle sagen müssen, baß die Folge ihrer Hand lungsweise der Tod der betreffenden Personen sein müsse. Die Angeklagten haben jeder für sich die Tai als ihr eigenes Ziel vor folgt nn.b sind damit als Mittäter zu bestrafen und nicht als Gehilfen.

Nach kurzer Zwiesprache zwischen Staatsanwalt und Ver­teidigung tritt eine Pause ein.

Nach der Pause wird den Angeklagten das letzte Wort ge­stattet.

Sternickel erklärt, er habe überhaupt nur zwei Stricke ge­habt, und bezeichnet verschiedene Llussagen als unwahr.

Ter Angeklagte Willi und Georg K erste n erklären unter Tränen, wenn sie gewußt hätten, was Sternickel vorhatte, hätten sie nicht mitgemacht.

Ter Angeklagte Schliewenz bittet um seine Freisprechung. (Heiterkeit im Zuhörerraum, die der Vomtzcndc rügt.)

Nach dreistündiger Beratung verkündet der Obmann der Gc schworenen solgenbeu Wahrspruch: Sternickel ist schuldig des Mordes an den Eheleuten Katies unb dem Dienstmädchen Philipp in Tateinheit mit gemeinschaftliche»: schwerem Raub mit Todes erfolg sowie der Brandstiftung^ bie übrigen Angeklagten sind schuldig be* Totschlags an dem Ehemann Kaltes, wobei ihnen mildernde Umstände versagt werocn, ferner des Moroes an der Ehefrau und dem Dienstmädchen in Tateinheit mit gemeinschaft liebem schwerem Raube mit Todeserfolg. Bei dem Angeklagten Willi Kersten roirb Einsicht in die Strafbarfett seiner Handlung bejaht.

Der Antrag des Staatsanwalts lautet gegen Sternickel drei­mal die Todesstrafe fünf Jahre Zuchthaus unb bauernden Ehr­verlust, gegen Willi Kersten 15 Jahre Gefängnis, gegen Georg Kersten und Sdrticmem, je zweimal die Todesstrafe, fünf Jahre Zuchthaus und dauernden Ehrverlust. Das

Urteil

lautete wie folgt: S t e r n i ck e l w i r d d r e i m a l tum Tobe, ;u fünf Jahren Zuchthaus unb dauerndem Ehrverlust verurteilt, Willi Kersten zu 15 Jahren Gefängnis Die Angeklagten t^org e r ft e n unb S*d) Heroen; werden jeder zweimal , um -tobe und dauerndem Ehrverlust verurteilt

Von bcn Angeklagten nahm Sternickel bas Urteil sehr gefaßt entgegen während die übrigen Angcftagten sehr bewegt eridnvnut

Vermischtes.

* Flüchtige Geisteskranke Aus Klingen- in ü n st e r, 14. März, wird gemeldet: Heule nacht ist der Zigeuner Robert Weis, der einen Gendarmen er­leb offen hatte und in der hiesigen Heil und Pflege- anftalt zur Beobachtung seine» ost?isteszustandes unter­gebracht war, mit 5 anderen Pfleglingen ausgebrochen. Bisher lonnten nur zwei wieder ergriffen werden, ivährend Weis und die anderen AuSgedrochenen flüchtig find.

Millionenstiftung. Der 6»cl)eime Kvmmerzicn- rat Josef Seiler, der Ches der Tuckversandfirma F. A. Seiler in Berlin-Dessau, hat gelegentlick seines 60. <9c- burtstagcs zu Gunsten )eurer Angestellten eine Stiftung von einer Millio n Mark errichtet.

* Sckiffsunfa11 Nach einer Meldung aus New Bork ist im dortigen Hasen am DvnnerStag abend ein Lastschiff und ein Schleppdampfer zusammengestvken. DaS La st schiff ist gesunken, 11 Personen sollen er­trunken sein.

* Militärische Unfälle. Jn Reims kam es beim Kavallerie-Exerzieren durch ein falsch ver­standenes Kommando zu einem schweren Unfall. Eine Schwadron galoppierte in eine andere Innein. 17 Dr a - goner wurden verletzt, davon einige schwer. Eine An­zahl Pferde mußte erschossen tDerben. Aus Paris wird gemeldet: Bei einer Nachtübung einer Abteilung Alpenjäger antwortete ein Sergeant auf den dreimali­gen Anruf des Postens nickt. Der Posten, der in der Dunkelheit den Sergeanten sticht erkannte, stach mit feinem Bajonett zu und durchbohNe den Unteroffizier, der so­fort tot war.

Zlrbeiterbewegung.

0L. Alsfeld, 14. März. Die organisierten Schneider der Finna 91. Spier Söhne naben heute morgen infolge von Lohndifferenzen die Arbeit niedergelcgt.

Handel.

' Die Adlerwerke 91.-61., Frankfurt, verteilen au« 4 078 223 Mark (i. V. 3 522 068 Mk.) Reingewinn u. a. wieder 30 Prozent Dividende. 548979 Mk. (420340 Tlf.) werden vorgetragen. Das Aktienkapital soll von 5 auf 13 Millionen Mark erhöht werden.

** Die Bleiweiß-Berkaufspreise wurden um Mk. 1.00 pro 100 Kilo ermäßigt.

Kohlen preis -Erhöhung in Belgien. Int Becken G-harlcrot foll bei den Kohlenzechen per 1. Avril eine all­gemeine Kohlcnpreis-Erhöhung eintreten, und zrvar soll halbfette Kohle um Frc. 1., erste Qualität um Frc. 2. und zweite Qualität um Frc. 3.- die Tonne auijchlagen. "

Vüchertisch.

T -T.-B.-T aschenbuch" nennt sich rin vom Tcutl'dyit Techniker-Verband herausgegebenes Jahrbuch. Für 30 Pfg. wer­den auf 130 Seiten neben den .Qalaiberangaben die für ji'ben tcd> nischen Angestellten wichtigen gesetzlichen -Beslimmungen micbcr- gcgcben, die hauptsäcküichsten jtaintischeu Zainen mitgctcili unb in einer Reihe von Aussätzen zu bett Fragen der Angestellten- bewegung Stellung genommen.

Tie Aehrenleserinnen nennt sich ein großer Steinbruck, der im Verlag für Volkskunst, "stich. Keutel,^Stuttgan, Eugen Burnand erfchiertcn ist. Es ist zur Zeit der Morn ernte! Sommersomte lagert auf einem weiten, freunblirijcn Fluß- tale, gelbe unb grüne Farben leuchten unb in der frohen X'anb schäft zwei Bauerimlädck-en beim Aehrenlesen. Ter gefüllte Jtoiii« »vagen fährt zu Tale unb unten tief muß man die Torfglodt zur Vesper läuten hören. Ei»t Bild, so recht gestimmt, Mensck»'»' Hinauszurusen in die sonnige Natur zu fröhlicher Wandcrsabta unb Freube zu ivedcu am Treiben der Landleute. TaS ist 63:96 Zentimeter groß und kostet 6 Mk.

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März 191;

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