Nr. 245
Samstag, 18.' Oktober 19(5
Fünftes Blatt
163. Jahrgang
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
wöchentlich.
Tie „Landwirtschaftlichen Zeit-
GemM-Mzetzer für GherheM
fragen" erscheinen nionntlich zweimal.
harte, verpachte den
zurzeit in
vermieden.
Zum Brand des Volturno.
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hat sich übrigens in England wieder vcrhciratec.
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crfuhr eine Erschütterung, als wenn sic von einem Geschoß getroffen wäre. Unmittelbar darauf fanden weitere Erplo- sionen anderer Oelbehälter statt, so daß man den Eindruck einer Kanonade hatte. Als Disselmann den Passagieren die Mitteilung machte, daß die „Carmania" heraniomme, sielen viele auf die Knie, und die Panitz die bis dahin bestandens hatte, hörte auf. Herr Disselmann gesteht zu, daß niemand an die 80 oder 90 Zwischcndeckspassagierc im Raum Nr. 1 gedacht hat. Ich fürchte, berichtste er, daß viele dieser Leute von den Flammen abgeschnitten worden sind. Als die Flammen sich anscheinend etwas gelegt hatten, versuchte Kapitän Inch in das Mannschaftsquartier im Bordeck einzudringen. In dem Gange fand er drei Leichen von Matrosen, die verbrannt waren.
aber auch die Schuhe laufen verhältnismäßig breit aus und haben ziemlich niedrige Absätze. Sehr elegant ist die Berarbeicung verschiedenen Leders, wobei man sogar sarbige Effekte nicht verschmäht. Tie kleidsame Befestigung durch gekreuzte Bänder ist sehr modern, und vielfach werden auch Gamaschen getragen, bei denen die Verzierung itzik Knöpfen und Schnallen die Hauptrolle spielt.
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universiläts - Buch» und Stcinbruderci.
R. Lange, Gießen.
Nach Frasers Erfahrungen nehmen Ehen zwischen Europäerinnen und orientalischen Großen selten ein gutes Ende. Eine andere Engländerin, deren Geschick Fraser ebenfalls verfolgt hat, befindet sich jetzt in einer besonders heiklen Lage; sie hat in England einen Siamesen geheiratet. In Siam trennte sich dieser auf ein Vierteljahr von ihr, um sich dann nach siamesischem Recht von ihr scheiden lassen zu können. Diese Engländerin hat nun keinen Gatten, darf sich aber auch nicht verheiraten, denn nach englischem Rechte, das für sie, da sie nach England zurückgekehrt ist, in Frage kommt, gilt sic als verheiratet.
kf. E i n F r aue nu r t e il üb e r A u st r a l i e ns F r a u e n. Tie Frauen der australischen Staaten haben seit langem das Stimmrecht. Wie haben sie es ausgenützt? Eine hervorragende Vertreterin der Frauensache, Jessie Ackermann, fällt darüber in ihrem neuen Buche — Australien vom Standpunkt einer Frau — ein ziemlich hartes Urteil. Rach ihrer Meinung verhält sich die australische Frau, obwohl sic vollwertige Bürgerin ist und mehr Macht hat als die Frauen irgend eines anderen Landes, ihren
Nr-S» Stadt wnö
Gießen, 18. Oktober 1913.
Tie Postpaketadresse als Urkunde.
Bei der Ausfüllung von P 0 st p a k c t a d r c s s c n, besonders des Abschnittes dieser Adressen pflegt eigentümlicherweise im allgemeinen nicht die Sorgfalt und Genauigkeit beobachtet zu werden, die sonst im Postverkchr üblich ist. Tas kann sich aber bitter rächen, denn die Postpaketadresse ist nach einer Entscheidung des Reichsgerichts eine Urkunde, bereit zum Zwecke der Täuschung erfolgte fälschliche Anfertigung Gefängnisstrafe nach sich
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag:
Redaklion:^^112. Tel.-Adr.:AnzeigerGteßen»
Zchiffrbrände aus hoher Lee.
Zwar haben wir auf dem Gebiet des Sicherheits- und Ret- tnngswcscns zur See überall höchst erfreuliche Fortschritte gegen früher zu verzeichnen, aber der Alarmruf „Feuer im Schiff" wird immer bedrohlich bleiben, wie die Katastrophe des Tamvfcrs „Vol- ntrno" beweist. Auf den Passagierdampfcrn der Neuzeit yerzwe-gt sich über das ganze Schiff ein Netz von Feuerlöfchrohrleitungcn mit eigenen Tampspumpen, so daß man auf größeren Schiffen bis zu 4500 Liter Wasser in einer Minute geben tarnt. Man weiß auch, daß der Dampf ein treffliches Löschmittel in gcschlosfcnen Räumen abgibt, da er die Luft verdrängt und das Feuer erstickt. Darum ist auch auf den modernen Tamvsern eine Dampflöschleitung nach allen Räumen vorhanden. Tas neueste Mittel zur Betämpfung des Brandes in geschlossenen Räumen, also in den Laderäumen der Schiffe, stellt der Clahton-Apparat bar. Schon in früheren Jahren wurden Vorschläge gemacht, man solle das Feuer durch Erzeugung von Kohlensäure ober Verbrennen von Schwefel in ben brennenden Räumen ersticken. Tic Idee wurde erst durch den Clayton- Apparat praktisch verwirklicht. Zu diesem Zweck ließ der Ingenieur Clapton in einem halbzhlindrischen Ofen Schwefel verbrennen unb_ bie dabei entstehenden Gase, wie schweflige Säure und andere Schwcfeloxydc,. durch Pumpen in den bedrohten Raum leiten. Tas Clavtongas ist zum Ersticken des Feuers besser geeignet als die Kohlensäure, denn es genügen dazu schon 5 Prozent Clavtongas, während von der letzteren 30 Prozent nötig sind. Es ist das vorzüglichste Feuerlöschmittel bei Kohlen- und Baumwollbränden. Tic Einteilung der modernen Dampfer in wasserdicht abschließende Querschotte erlaubt schließlich dem Kapitän, den brennenden Teil des Schiffes unter Wasser zu fetzen und also int wirklichen Notfall das Feuer gründlich zu ersticken. Trotzdem können Brände auf jedem Schiffe vorkommen; keins ist vor dieser Gefahr gefeit, weder die kleine Barke, noch der stolze Ozeandampfer ober das gepanzerte Kriegsschiff. Es gibt aber bestimmte Arten von Schiffen, bie infolge ber Labung, bie sie führen, ber Feuersgefahr ganz besonders ausgesetzt sind. Das gilt zunächst von den Petro- leumschiffcn. Einen recht häufigen Anlaß zu Schiffsbrändcn gibt ferner die Ladung von Baumwolle. Eine englische Statistik zeigte, daß im Laufe eines halben Jahres gegen einhundert Brände auf Baumwollschiffen sich ereignet hatten, bie allerdings zum größten Teil ohne den Verlust des Schisses gelöscht werden konnten.
Sehr häufig worden ferner Schiffsbrände durch Selbstentzündung von Kohlen verursacht. In dieser Hinsicht haben verschiedene Sorten Kohlen bald eine größere, bald eine geringere Neigung zur
zieht. Ter B a u, g c w c r k s m c i st c r Karl B. in Niest war mit dem S eh u h w a r e n h ä n d 1 c r M. in Z a b 0 r z e in Feindschaft geraten und zwar desl;alb, weil K. ihn erst Pläne für den Umbau zweier seiner Häuser Lattr anfertigen lassen, ihm schließlich aber den Umbau doch nicht übertragen hatte. Als Lohn für den einen Plan hatte K. dem B. lediglich einen Zhlinbcrhut verehrt. Diesen Hut wollte nun B. auch nicht mehr besitzen und trachtete darnach, ihn bei passender Gelegenheit zurückzngcben. Er fürchtete, daß K. den Hut, den er ihm zum Gescheute gemacht hatte, nicht ohne weiteres zurücknehmen ivürde. B. wollte ben Hut aber durchaus los sein. Deshalb wartete er einen Tag ab, an
Deutscher Protestantentag.
** Berlin, 16. Oktober.
xsn der heutigen zweiten und letzten H a u p t v c r s a m m - t u n g des Deutschen Protestantentages sprach Psarrer Lie. Radecke (Köln) über 0 nt ober Wittenberg — wer hat die Zukunft in Deutschland?". An ben Vortrag schloß sich eine leb» hatte Aussprache, ber folgende Euts eh 1 i c ß 1 n g zu Grunde lag:
„Angesichts der Größe der römischen Gefahr für die äußere unb innere Entwicklung Deutschlands und überzeugt von her Notwendigkeit eines starken unb freien Protestantismus für die Zukumt unseres Vaterlaubes, verurteilen wir die katholiiierenden Lcndenzeu in ber evangelischen Kirche, warnen vor allen politischen Bündnissen mit dem Nltramoittanismus wegen der nuferer deutschen Kultur daraus immer wieder drohenden Folgen und fordern alle liberalen Männer und Frauen in den deutschen evangelischen Landeskirchen zur tatfräjtigen Mitarbeit an der ™erl™r^d'un9 eines romfreien Wittenberg auf!"
Graf H 0 cnsl> r 0 c ch fd-lägt folgende Znfatzentfchließuug vor: ."~cr 26. Deutsche Protestantentag erklärt, die religiöse Zukunft des Deutschen Volkes müsse bestimmt werden durch die von Luther gegebenen Impulse zur Befreiung des persönlichen religiösen Gcwifsens von jedem Zwang in welcher Form immer. Auch die politischen, kulturellen unb wirtschaftlichen Verhältnisse sind durch die Resormation in neue Bahnen gelenkt worden. AU dieses wird aufs schwerste bedroht durch'das ultramontane Rom, dessen politische Verkörperung das Zentrum bildet. Tes- hald ift sachlicher, rücksickstsloser Kampf gegen Rom und das Zentrum, und zwar vom national-politischen und fulturcllen Standpunkt aus, Gewissenspflicht des Protestantenvereins."
Nach einem Schlußwort des Vortragenden wurde der Antrag Hoensbroech mit geringer Mehrheit abgelehnt unb die Entschließung des Vorstandes, die der Tagung übrigens nur zur Kenntnisnahme vorlag, angenommen, worauf die Tagung geschloffen wurde.
werk zu hemmen. Ter Kapitän eines Dampfers im Mittelmeer ließ den Passagieren sagen, als Feuer im Unterraum des Schisses ausbrach, er lasse eine Feucrwchrübung machen. Die Reisenden schauten anfangs mit Interesse zu, die Uebung dauerte aber lange, und nach und nach wurden sic den Ernst her Situation gewahr;
Feuer wurde aber schließlich unterdrückt und die Panik glück-
Die „Eichener Za.nilienblütter" werden dem .Anzeiger" viermal wöcheiulich beigelegt, da- „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal
New York, 16.Olt. (Reuter.) Disselmann, dritte Offizier des ,Molturno", der heute an Bord „Großen Kurfürst" mit 104 Ueberlebenden ankam, gab gendc Einzelheiten über das Unglück: Die Ursache des Feuers war die Explosion eines Behälters, in dem Oel oder Chemikalien waren, im Vorderteil des Schiffes. Die „Volturno"
welchem, wie er wußte, K. in lljcft zu tun , Zhlinderhut fein säuberlich und schickte ihn als eingeschriebenes Postpat ck an die Adresse des K. nach Zaborzc. Tann schrieb er auf. ben Abschnitt der Paleiadresse den Namen des K., zurzeit in llieft, um die Frau des K. glauben zu machen, ihr Mann schicke den Hut, unb sic so in ben Besitz des Hu.e? zu bringen. Das
politischen Verpflichtungen gegenüber apathisch unb verrät einen bedauerlichen Mangel von Originalität in sozialen unb häuslichen Dingen. Tic Mädchen im besonderen schlagen den alten, falschen Weg ein, der längst verlassen unb verworfen ist. Sic suchen es, wenn sie können, int Hanbcl zu etwas zu bringen, werden dabei egoistisch und zeigen wenig Verantwortlichkeitsgesühl. Tie Australierin als vollwertige Bürgerin versteht ihre Vcr- vNichlungen nicht. Tas; man ihr das Stimmrecht gab, geschah aus Zweckmäßigleitsgründen, nicht weil es allgemein verlangt wurde. Tas Ergebnis ist nun, daß bie Frauen, die gut situiert sind, das Bürgersein als einen Scherz betrachten, und die Frauen der arbeitenden Klassen aus Parteiinstinl't ihre Stimme abgeben, nicht aber, um ihrem Verantwortlichkeitsgefühl nachzukommen.
— G fin ft i g e H e i r a ts a u s s i ch t c n. Die allgemeine Klage, das; für so viele Mädchen keine Männer da sind, verliert mehr und mehr an Geltung. Das zeigen deutlich die statistischen Nachweise, die Dr. Gertrud Bäumer in einem Aussatz von lieber Land und Meer Deutsche Verlags-Anstalt^ beibringt. Die Abnahme des so ost beklagten Frauenüberschusses prägt sich immer stärker ans. Noch 1882 gab es in Deutschland 920 615 Frauen mehr als Männer, b. h. auf 1000 Männer kamen 1042 Frauen. Heute gibt cs bei weit größerer Gefamtbcvölkerung nur noch 798 329 Frauen "mehr als Männer, b. h. auf 1000 Männer lornmcn 1026 Frauen. Diese Wanblung rührt aus zwei Ursachen her: einmal Harke die Auswanberung, die sehr viel Männer dem Lande entzogen hatte, mehr und mehr aus, und bann wurden bureb energische Bekämpfung ber Säuglingssterblichkeit mehr Knaben als Mäbcken dem Volke erhalten. Es werden ja durchweg mehr Knaben als Mädchen geboren. In Deutschland auf 100 Mädchen 106 Knaben. Ta int frühesten Alter aber viel mehr Knaden^als Mädchen sterben, ging dieser Uebersckniß wieder verloren. So betrug 1895 der Ueberschuß an Knaben bei Kindern unter 14 Jahren nur 1700, 1907 dagegen 61 602. Jedenfalls läßt bie Statistik erkennen, daß im eigentlichen Heiratsalter heute ein Frauenüberschuß nicht vorhanden ist unb das bloße Zahlen- verhaltnis her Geschlechter günstige Heiratsaussichten bietet. Es find sogar beträchtlich mehr Heiratstanbidaten da, als notwendig wären. Die wirtschaftliche Lage unb die soziale Stellung freilich bieten schwere Hindernisse für ein Zunehmen der Heiraten, doch sind im allgemeinen Heiraten heut häufiger geworden als früher. Von 1000 Menschen waren 1895 340 verheiratet, 1907 353. Es gab 1907 weniger unverheiratete Frauen als 1895. Tie Zahl der weiblichen Ledigen im Heiratsalter ist nm 1,68 Proz. zurück- gegangen: auch das.Heiratsalter der Männer hat sich verjüngt. Es heirateten 4907 ein Drittel Million Männer mehr unter 30 Jahren als 1895.
ks. Weiße Frauen i in Harc m. Ter englische For- schungsreisendc Foster Fraser hat jüngst daraus hingewiesen, baß sich viele europäische Frauen in den Harems von persischen und orientalischen Großen befinden und als Beispiel das Mißgeschick einer Engländerin erzählt, die viele Jahre lang in einem persischen Harem geschmachtet hat. Ein hoher Perser aus dem Gefolge des Schahs Nasr cd Din lernte sic beim Besuche des Schahs in London lennen; er schlug ihr eine Heirat vor, die Ehe wurde nach irömisch-tathölischem Ritus geschlossen, unb so verließ bie Engländerin, begleitet von ihrer Schwester, als Gailitt eines Persers ihre Heimat. In Persien steckte ihr Gatte sic sogleich in seinen Harem: erst ba erfuhr sie, baß er neben ihr noch viele andere Gattinnen habe, aber sie konnte nichts zu ihrer Befreiung tun, denn sie war im Harem eingesperrt und kam nur mit Perserinnen zusammen. Nach einer Reihe von Jahren starb ihr Gatte. Nun wollte sie nach Cugland zurücklehren, aber erst nach jnoiiate- langcm Kampfe und vielen Schwierigkeiten setzte sie mit Hilse ^er Gattin eines englischen Diplomaten ihren Willen durch. Sie durste Persien aber nur unter der Bedingung verlassen, daß sie sich zur Rückkehr verpflichtete, sobald ihr kleiner Sohn 16 Jahre
Lvauett-Nnttvscban.
Kothurn und Pantoffel.
Die Schuhsrage gehört zu den brennendsten der neuesten Mode Die kurzen gerossten Röcke enthüllen den Fuß mehr, als je zuvor und verlangen zugleich eine harmonische Gestaltung des Schuhes die mit "bem Stil der Toilette schön zusammcnllingt. So treten denn zahlreiche neue und eigenartige Formen der Fußbekleidung aus, die ihren deutlichsten Ausdruck in den beiden Extremen dem „Kothurn" und dem Pantoffel, finden. Die beiden Richtlinien unserer Mode überhaupt sind hier shmbolisiect: das Rokoko feiert seine Triumphe in dem Steckelschuh mit dem ric fiaen spitzen Absau, und die Liebe zum Orient lebt m jenen breiten kostbar geschmückten weichen Pantoffeln. Ter elegante Schuh ' der zur Nachinittagstoilette getragen wird, ift fast immer aus Lackleder mit einer schnalle in Silber, Stahl ober bunten Steinen geschmückt, die irgendein altes Kunstwein vergangener Epochen nachahmt. Ter hohe Kothurn, der ber Abenbrobe narbe halten ist und auf dem die moderne Dame als tragische Muse er äcbcinl lomntt hier noch nicht zur Anwendung. Tiefe feinste Blüte unserer heutigen Schtthmachcrkunst besteht ans ganz welchem «eber in Altgold oder Seite und wird zusammen mit gleich farbigen Strümpfen getragen. Der Absatz, ber eine seit .dem 18 Jahrhundert wohl nicht wieder gcfehene Hohe und fpitze Form besitzt gibt dem Schuh den Namen, der nach aitrilem Vorbild ohne freilich mit den majestätischen stelzen des tragt fdicn Schauspielers viel gemein zu haben, Kothurn genannt wird, iie Mode den Absatz mit Edelsteinen unb buntem Zierrat zu bei'cfien ift bereits sv allgemein geworden, das; sie die eie nanteften MntDurn-Zrägrrinnen i*on axfaeten Sic „WMUN.1N". bie dem Kothurn in der Extravaganz der Absätze wenig nack>- aebeit bestehen ans weicherem Material und sind breiter, in-. Schmuck mehr orientalisch gehalten. Vielfach find fte ans mit der K's f1Cmaltem Leder oder Seide gearbeitet und haben bann ein rettendes Strcnmustcr ans Rosen ober aus Rokokobnketts, wöbet die Strümpfe ba« gleiche Motiv in bunter Stickerei wiederholen müssen Diese neueften Schuhe, sind ,o klein und iv aller Lvoiene Hohn sprechend gestaltet, dost man faft glauben mochte, die Modedamen würden nun auch zu einer Verstümmelung der ^-üfie urückkel ren wie sie die Chinesinnen nach tausendjahrtgem Brauch nun glücklich überwunden hoben Ein festes sicheres Auf treten lange elastische Schritte find dabei ganz unmöglich: bi? Schönen bewegen fick; in einer hüpfenden, wiegcnbcn Gangart fort der sie freilich auch eine verführerische Grazie zu verleihen wissen Glücklicherweise kommen diese Extreme in dem, gcwöhn- Irchen 'Promenabcnschtth nicht zur Geltung. Der feste Sttefel wirb allerdings nur noch beim Sport zum Schneiderkostüm getragen;
-Landgericht Oppeln hat ben Baugewcrksmcister B. deshalb wegen U r f u 11 b e n f ä 11' ch u n g zu der gesetzlichen M indest ° strafe von 1 Tag Gefängnis verurteilt. Die Postpakct- abrcsse, deren Abschnitt B. fälschlich mit dem Namen des K. ver- f'ehcn hatte, sei eine Privaturkunde, und zwar auch eine solche, die für den Beweis von Rechtsverhältnissen erheblich sei, nämlich für das Rechtsverhältnis zwischen Absender und Empfänger und vor allem auch für das Rechtsverhältnis des Absenders mit ber Post. Diese Bcwciserheblichleit ber Paketadresfe trete besonders dann klar zutage, wenn ein Paket unbestellbar oder ungenügend frankiert sei. B. habe sich darum ber Urkundenfälschung schuldig gemacht. Das >R e i ch s g c r i ch t hat sich zu derselben Ansicht bekannt und die R c v i f i 0 n des B. als unbegründet verworfen.
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** 2? 0 g elf cf; uh. Von dem Vertrauensmanue des Vogel- schutzvereins, Lehrer Keller in Lämmerspiel, war im Herbste 1912 darauf hiugcwiefen worben, daß die Haus^besitzer dort keine Schwalbennester an ihren Häusern duldeten unb behaupteten, die Schwalben brächten Wanzen in bie Häuser. Als bie Vögel weggezogen waren, untersuchte er die Nester und fand in ihnen tatsächlich auch braunrote, 4—5 Millimeter lange, den Wanzen ähnliche, übelriechende Tierchen. Gelegentlich der Versammlung des Vogel- s ch 11 tz Vereins für das Gr 0 ß h erzogt u m Hessen in Offenbach a. M. int August dieses Jahres wurde u. a. auch diese | Angelegenheit erörtert und veranlaßt, daß die Tierchen durch 1 einen Zoologen bestimmt wurden. Nach dessen Angaben handelt es sich um bie seltene Schwalbenwanze, Oeciacus hirunbinis. Es blieb nun noch bie Frage offen, ob diese Tiere auch in die Häuser unb in bie Betten gehen. Hierüber schreibt Professor Dr. Seitz zu Darmstadt bas Folgende: „Von altershcr stehen Sckwal- benneff er im Verbacht, Ungeziefer in die Häuser zu bringen. Zwar widerspricht dem die Erfahrung, baß gerade in den Großstädten, wo — leider! — längst keine Schwalben mehr nisten, das Ungeziefer am besten gedeiht. Aber eine Bestätigung schien man. doch gefunden zu haben, als man in Schwalbennestern unb deren Umgebung ein Tier in großer Anzahl auffand, bas genau wie eine Bettwanze ausfah. Es ist aber eine andere Jnsektenart, die Schwalbenwanze, die sich durch Farbe, Körpergestalt und noch mehr durch Eigcnttimlichkeitcn im Bau als eine andere Tierart — Oeciacus hirundinis — verrät. Diese Tiere sind nicht imstande, sich in ben Betten der Menschen einzunisten und bleiben in ihren Nestern oder verbreiten sich auf andere Nester, wie auch z. B. der Hühnerfloh nicht an den Menschen, der Floh des Stacheligels nicht auf das Huhn geht. Es ist auch eine viel verbreitete Fabel, daß man von „verlausten" Stubenvögeln Ungeziefer fangen könne. Selbst wenn man sich Vogelläufe in die Haare setzen würde, so würben diese alsbald den Menschen wieder verlassen oder absterben, weil sie ihre Existenzbedingungen nicht finden. So würden auch Schwalbenwanzen, selbst wenn inan sie künstlich in Betten brächte, ganz von selbst wieder verschwinden. Es ist deshalb zwecklos, die Schwalbennester aus unoegründeter Furcht zu vernichten; ja cs wäre sogar gänzlich verkehrt, die Nester ab- zustoßeu. Man vertreibt dadurch nur die Schwalben und zwingt die rings am Gebälk ruhenden, nicht mit herabfallenden Schmarotzer znm Auswandern; und ob sie, ihrer natürlichen Nahrung beraubt, aus Not nicht ausnahmsweise auch an Menschen naschen, ist keineswegs so sicher bewiesen, wie, daß eine Ansiedelung von Kolonien an menschlichen Schlafstellen unmöglich ist.
Landkreis Gießen.
-I. Klein-Linden, 16. Okt. In schönstem Bli'iten- schinuckc prangt die Rosen Pflanzung in der hiesigen
I Selbstentzündung. Außerdem gibt es.noch eine große Anzahl von feuergesährlicken Gütern. Von Schießpulver, Benzin, Aether und dergleicken können wir absehen, da ihr ^Eigenschaften jedcin bekannt sind. Zu ermähnen ist aber, daß Säuren aller Art zu Entzündungen Anlaß geben können, daß oei beschwerter Seide gleichfalls Selbstentzündung auf einem Schift beobachtet wurde, daß ein Fas; mit Zinkstaub einen Schiffsbrand verursachte und daß durch Selbstentzündung von Knochenmehl, Oclfarbcn und dergleichen Schiffe zerstört wurden.
Beim Brande des „Volturno" hat nur die drahtlose Telegraphie den entsetzlichen Verlust von unzähligen Menschenleben verhindert. Ost aber spielt sich auch der Schluß der Tragödie in der lauernden Einsamkeit der weiten Salzflut ab, alles geht verloren und keine Kunde bringt zu den Menschen in die Heimat Man darf annehmen, daß viele 0011 den Schiffen, die alljährlich verschollen bleiben, der Feuersbrunst zum Opfer fielen. Wieviel aber Vic Disziplin der Besatzung zur Unterdrückung der Brände und Rettung der Passagiere beitragen kann, dafür nur zwei Beispiele.
Im Sommer 1901 dampfte das amerikanische Kanonenboot „Petrol" nach den Philippinen. Eines Sonntags entzündeten sich Oel und Farben im Vorderteil des Schiffes. Eine Abteilung Matrosen flieg auf Strickleitern in den Raum hinunter, um das Feuer zu bekämpfen. Sie stürzten aber alsbald bewußtlos in dem stickigen Oualm zusammen. Sogleich ging eine andere Abteilung hinunter, 'um die Betäubten zu retten, indem sie nm ihre Leiber Seinen band. Auch die Retter erlagen dem Qualm. Unverdrossen folgten aber andere Abteilungen nach, unb in einer halben 3tunbc_ lag Lreiviertel der Besatzung bewußtlos auf dem Schiffsdeck. Com- inanbcr Jesse M. Roger, der gerade krank war, erhob sich 00m Krankenbett und übernahm die Führung seiner Leute; er sand in «dem Kielraum den Tod, sein Leichnam wurde aber von einem Leutnant den Flammen entrissen. Gegen Mitternacht gelang cs endlich, des Feuers Herr zu werden.
Anders leibet gestaltet sich oft der Lauf der Tinge, menn Passagiere iid)'in größerer Zahl an Bord des brennenden Schiffes befinben. Dann pflegt Panik auszubrecheu unb das Rettungs-


