Ausgabe 
19.7.1913 Drittes Blatt
 
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Nr. |67

Erscheint til-llch mu Ausnahme des Sonntags.

Seneral-Anzeiger für Gberhejsen

die

79 Am Oswaldsgarten

GeriehtsjsaaL.

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im wurde, hatte

mcifter, TüITcit, Rcg.-Bez. Düsseldorf, Züchtclnerstr. 88, Obcr- hciz-er Len iWill'Am^, Vater Ewald Ley, Biergroßhändler, Sonnen­born b. Elberfeld, Alte Dorfstr. 58.

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mehr Jahren heirateten noch 50 ALänner. Von diesen letz­teren hatte einer den fOFut, eine Brant unter 20 Jahren zu heiraten, 10 von ihnen heirateten Frauen von 2060 Iah ren, 20 nahmen Frauen von 4050 Jahren, 14 nahmen Frauen zwischen 50 und 60 Jahren und fünf nahmen über 60 Jahre alte Frauen. Die meisten Eheschließungen, 1120, fanden im Wonnemonat Mai, die wenigsten, .560, im Ja­nuar statt. Von den Frauen waren 703 unter 20 Jahre alt, 5212 zwisch. 2025 Jahr., 2676 zwischen 25<30 Jahren, 641 zwischen .3035 Jahren und 10 Frauen über 60 Jahre. Un ter den Eheschließungen waren 1619 Mischehen. Tie Zahl der Ehescheidungen betrug 1912 221. Die Zahl der To­desfälle betrug im verflossenen Jahre 17 710, im Jahre 1911 18575, int Jahre 1910 17 996. Unter den Gestorbenen waren 4545 bis 5 Jahre alt, 369 bis 10 Jahre, 259 bis 15 Jahre, 391 bis 20 Jahre, 474 bis 25 Jahre. Ein Alter von 8090 Jahren erreichten 1178 Personen, über 90 Jahre alt wurden 80 Personen, 41 Männer und 39 Frauen, während im ganzen 8915 männliche und 8795 weibliche Personen starben.

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ihrem Alter 'oder ihrem Gesundheitszustände nach feine Aus-

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Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« ftrnye 7. Expedition und Verlag: euKöl. Redaktion:e-^112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießeu.

S 178".

Die Bestattung der Umgekommenen.

TieSietzeuer FamiliendlSIter" werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beiqelegt, da- Kreisblatt für den Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. Di»Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweunal.

Landwirtschaft.

** Fünfte Obcrbesiiiche Z u w t v i e h - ?l n k t i o n zu Butzbach. Die 5. Oberheisifchc Zucblvieh.Anktion zu Butzbach lieferte ebenialls ein recht znlricdcnstellcndes Ergebnis. Von den 35 zur Versleigeruna zugelassenen Bullen landen 23 Naulliebhaber und ertiellen einen Erlös von 14 GGO Mark. Den Höchstpreis er­langte Theodor Stein, Grün berg, mit t05 Mk. für einen 14 Monate alten, außerordentlich gut entn'ickelten Bullen Ter geringste Preis betrug 480 Mk., und int Durchschnitte wurden 654 Mk. bezahlt. Tie teuersten und wohl mich wertvollsten Tiere wurden erworben von ben Gemeinden Hoch-Weisel, Ober-Breidenbach, Allendor, an der Lumda, Rcenrob, Groben-Lindcn, Holzheim, Dietesheim, ftifch- born, Lützellinden und Ober-Arechen (Rr. Limburgs. Ter Erlös überstieg den Taxwert nm 1275 Alk. oder etwa 9 Prozent. Von den 20 zur Versteigerung gebrachten Ebern wurden 9 mit eine n Gesamterlöse von 1280 Mk. abgesetzt, wobei im besten Falle 195 Mk., im schlechtesten 120 Mk. und im Durchschnitt 151 Mk. erzielt wurden. Weitere An- und Verkauisgelegenheiten werden nunmehr in diesem Jahre noch aul den Faselmärktcn zu Alsseld, Nidda, Hungen und Friedberg geboten.

Ans Stadt und Land.

Gießen, 19. Juli 1913.

** Konzertverein. Der Konzcrtvercin hielt am Tienstag seine ordentliche Hauptversammlung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende mit warmen Worten des verstorbenen, ehemaligen Vorstandsmitgliedes, Herrn Louis Lotz scn., uno seiner unermüdlichen und sördersamen Arbeit zugunsten des Vereins. Nach dem Bericht über die Vereins- tötigfeit im abgelaufenen Konzertjahre wurden die Nech- nungssachen erledigt und der Voranschlag für das kommende Vcreinsjahr bekanntgegcben. Mit besonderer Aufmerksamkeit folgte die Versammlung dem nächsten Gegenstände: Musikalische Veranstaltungen im nächsten Winter. Wir glauben, dem Verlangen unserer Musikfreunde zuvorzukommen, wenn wir auf diesen Punkt näher cingehen. Ter Konzertverein gibt im kommenden Winter wiederum 10 Konzerte in der seitherigen be­währten Einrichtung. Eine Bereicherung werden die drei Kammer- mmirnpnbe erfahren. Tas bisher im wesentlichen aufTrios" beschränkte Programm luirb auf Streich-Quartette und -Quintette ausgedehnt. So ist die zweite Kammermusik den vier Instrumenten des Streich-Quartettes Vorbehalten und die letzte der Darbietung von Quintetten. Die erste soll eine Ver­einigung von Solistenkonzert und Kammermusik bilden. Tie Mit­wirkung einer der namhaftesten Altistinnen der Gegenwart, Frau Erler-Schnaudt aus München, wird ihr sicherlich eine be­sondere Anziehungskraft verleihen. Für die Künstler-Abende find gewonnen worden: Dr. Ludwig Wüllner, der Bay­reuther Wotan, Kammersänger Walter S o o m e r , die ganz außer­ordentlich begabte, jugendliche Violinistin Alma Moodie aus Brüssel und die Prcuf. Kammersängerin Elisabeth Boehm-van E n d e r t, die Nachfolgerin von Frieda Hempel an der Berliner Hofopcr. Instrumental werden sich, wie seither die Kapelle des Palmengarten-Orchesters in Frankfurt betätigen und weiter die Meininger Hofkapclle unter ihrem Dirigenten Generalmusikdirektor Prof. Dr. Reger. Sie stellt auch das Or­chester in der vorgesehenen, von Professor T r a u t m a n n geleiteten Aufführung von Bachs Matthäus-Passion. Das zweite Chor-Konzert gilt der Erstaufführung der jetzt int Vordergrund des Interesses stehenden Stephanischen Neubearbeitung von Händels Nang- und wirkungsvollem OratoriumJephta". Bekanntgabe der Taten der einzelnen Konzerte, die bis auf zwei sämtlich an Sonntagen stattfinden, erfolgt später: dagegen können Neu-Anmeldüngen ober Abonnements-Erneuerungen was sich übrigens sehr empfiehlt schon jetzt in der Musikalien­handlung von Ernst C h a l l i c r aufgegeben werden.

©tabtt 1) enter. Zu der Erstaufführung von .Püppchen" aut nächsten Dienstag fei noch bemerkt, daß die Direktion für eine vollständige kostümliche Neuausstattung besorgt war. Es sind all' unsere ersten Operettenkräfte in der Neuheit beschäftigt und die Porbestetlungen lassen ein be­sonders reges Interesse für diese Vorstellung erkennen.

" Universitätsbibliothek. Wie aus dem In­seratenteil ersichtlich, müssen alle Benutzer, mit Ausnahme der Studierenden, alle vor dem 10. Juli d. I. entliehenen Bücher bis spätestens den 10. August zurückliefern. Während der Herbstferien ist die Bibliothek nachmittags geschlossen, vor­mittags von 81 Uhr geöffnet.

** Heber bie Verleihung der Wohltaten des

nähme in die Erziehungsanstalten finden tarnten. 2. C'frtoäljning von Pflegegeld wird durch Waisengeld, Waisenrente, Erziehungs- beiljilfen ober Erzielmngsgeld ausgeschlossen Nur neben dem auf Grund des Reichsgesetzes vom 13. Juni 1895, bet ressend bie Fürsorge für die Witwen und Waisen der Personen deS Soldaten standes des Reichsheeres und der Kaiserlieiren Marine vom^Feld­webel abwärts, und des Militärhinterbliebenengesetzes vom 17. Mai 1907 zuständigen Waisengelde kann ein Teil des Pslegegeldes bis zur Erreichung der Betrage von 90 bezw. 108 Ml. bewilligt werden. 3. Pflegegeld wird von dem Monate ab gezal>lt, in welchem nach Beibringung der nötigen Ausweise die Bewilligung erfolgt, uno zwar längstens bis zum vollendeten 15. Lebensjahre. B. 1. Aufnahme in die Erziehungsanstalten wird vorzugsweise den unter A. 1. erwähnten, außerdem aber auch solchen Waisen bewilligt, deren Vater einen .Feldzug mitgcmacht oder nach Er- süllnng der gesetzlichen Dienstpflicht längere Zeit weiter gedient hat oder als invalide anerkannt ist. Ausnahmsweise auch den Kindern noch lebender ehemaliger Soldaten, welche dauernd völlig erwerbsunfähig und ohne genügendes Einkommen sind.) 2. Be­dingung der Aufnahme ist, daß vom 1. des der Ausnahme folgenden Monats ab bis zum Ablaufe des Entlassuncksmonats an die Haupt- Militär-Waisenlzauskasse abgeführt werden: a) das gesetzliche Wai­sengeld bezw. die gesetzliche Waisenrente aus Reichs-, Staats-, Kommunal- usw. Fonds oder aus Mitteln jeder unter öffent­licher Autorität errichteten Verforgungsanstalt, b) das gesetzliä« Kriegswaisengeld, c) die gesetzlichen Erziehuiigsbeihilfen und di das aus dem Kaiserlichen Dispositionsfonds bew-illigte Erziehungs- geld. Erhalten Waisenkinder neben dem Waisengelde noch eine Unterstützung, insbesondere eine Ausgleichszuwendung, daun darf die Aufnahme davon abhängig gemacht werden, daß für die Dauer ihres Aufenthalts in den genannten Anstalten auch der Betrag des um die Unterstützung ober Ausgleichszuwendung erhöhten Waisengeldes an die bezeichnete Kasse abgeführc wird. 3. Die Ausnahme in die Anstalten findet nur vom Beginn des 7. bis -um vollendeten 12. Lebensjahre, und zwar Ostern und Michaelis statt. Die Bewerbung um die Wohltaten ist von den Erzie- lungsberechtigten (Mutter, Vormund» nicht an das Waisenhaus in Potsdam, sondern an d a s D i r e l t o r i u m desPotsda m- s ch e n Großen Militärwaisenhauses in Berlin W. 66 (Wildelmstraße 82/85) zu richten. Dem Gesuche sind bei­zufügen, 1. Die Militärzeugnisse 'Mili'ärpaß) des Vaters, 2. die Stcrbeurkunde des Vaters und bei Vollwaisen auch der Mutter, sowie die standesamtliche Geburtsbescheiniguna und der Tauf­schein des Kindes, ferner die gerichtliche Bestallung des etwa bestellten Vormundes, 3. eine amtliche Bescheinigung der Be­dürftigkeit, 4. ein amtlicher Ausweis über den Betrag der unter B. 2. erwähnten Hinterbliebenenbezüg«! ober herüber, daß, das Kind weder Anspruch noch Aussicht auf deren Gewährung hat, 5. wenn für .Kinder im Alter von 6 -12 Jahren Pflegetd beantragt wird, ein obermilitärärztliches Zeugnis, daß sie sich nicht zur Ausnahme in ein Militär-Waisenhaus eignen.

" Schweinepreise. Die Schweinepreise find in letzter Zeit wieder ganz enorm gestiegen, nachdem sie leider nur auf kurze Zeit sich einigermaßen erträglich gestaltet hatten. Da nun bie enorm hohen Einkaufspreise auch eine Erhöhung b er Verkaufspreise bebingen, so sehen sich bie hiesigen Schweineinetzger notgedrungen gezwungen, die Verkaufspreise für Schweinefleisch und Wurst mit ben hohen Einkaufspreisen in Einklang zu bringen unb die Preise ab beute dementsprechend 311 erhöhen.

** Unterbietungs verfahren. Ein iiberrafchcn- des Ergebnis hatte die Ausschreibung von Erd- und Beton- arbeite'n zur Herstellung eines Schießstands 3 für die Ma­schinengewehr-Abteilung. Es wurde dafür verlangt: Georg Becker 5000 Mk., Ab ermann u. Kling 2500 Mk., Beton- und Etsenbeton--Gesellsck)aft (früher Lolat) 2400 Mk., H. W. Rinn 1300 Mk.

Kreis Lauterbach.

~ Wallen rod, 18. Juli. In der Hosreite des Gast­wirtes und Metzgers Hrch. Reibcling hier brach gestern nacht Feuer aus, welches da? ganze Anwesen indische legte. Die Entstehung des Feuers ist vermutlich auf Explosion eines Gasolinbehälters zurückzuführen. Der Schaden ist durch Ver­sicherung gedeckt. Es ist dieselbe Hosreite, aus der vor cliua 10 Jahren der frühere Besitzer durch Schüsse mehrere Ein­wohner verletzt batte unb sodann durch ein Gendarmerie- Aufgebot belagert wurde. Er beging, noch ehe ihn die Gendarmerie festnehmen konnte, Selbstmord.

Samstag, 19. Juli 1915

Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Universiläts - Buch- und Steindruckerei.

R. Sange, Gießen.

en in Umtausch

bis

Mk. per PW.

P 01sdamschen Großen Militär-Waisenhauses sind künftig die nachstehenden Bestimmungen maßgebend: Die Stiftung gewährt bedürftigen ehelichen Kindern verstorbener Sol­daten vom Feldwebel abwärts: A. Pflegegeld von jährlich 90 Mk., für Vollwaisen von 108 Mk.: B. Aufnahme in die Erziehungsanstalten: Potsdam (evangelische Knaben im Alter von 812 Jahren, Pretzsch (evangelische Mädchen im Alter uon 612 Zähren und evangelische Knaben im Alter von 6 bis 7 Jahren'. Haus Nazareth zu Höxter (katholische Knaben und Mädchen). A. 1. Pflegegeld dürfen nur solche Kinder erhalten, Deren Vater im preußischen .Heere zur Zeit der Geburt des Kindes aktiv diente oder während des Militärdienstes ober

3um neuen Spionagegesetz.

Das neue Spionagegesetz findet in der deutschen Presse, soweit es sich um die Versckstirfung der Bestimmungen über die Bestrafung bei Spionage handelt, durchgehend vollste Zustimmung. Es wird betont, daß eine Verschärfung der Spionagestzrafandrohunaen nicht mehr länger ru um- ge'hen ist. Gegen einen Punkt wird allerdings Stellung ge­nommen, es ist der § 9, der sich mit der Presse beschäf­tigt. Tie Stellungnahme g e g e n d i e s e n P a r a g r a p h e n ist durchaus berechtigt und kommt in fast allen Krei­sen der Presse zum Ausdruck. Auch der Deutsche Wehrverein "hat gleich nach Bekanntgabe des Entwurfes ernste Bedenken gegen die Bestimmungen des § 9 geäußert. Das gleiche ist durch den Reichsverband der deutschen Presse, ebenso vom Verein deutscher Zeitungsverleger und durch den Verband deutscher Journalisten und Schriftstellervereine erfolgt. Der Zeitunasverlag", das Organ der deutschen Zeitungsverle­ger, stellt fest, daß die Beurteilung, die der Entwurf in den Kreisen der Presse erfahren hat, höchst ungünstig ist, und sagt zum § 9, seine Fassung seiüberaus unklar und dehn­bar. Es wird ziemlich das ganze Feld der militärischen Be richterstattung verboten. Die Redakteure würden auch bei. höchster Wachsamkeit stets in Gefahr schweben, sich strafbar zu machen".

Wenn von gewisser Seite gesagt worden ist, Befürch­tungen, daß der § 9 zur Unterdrückung der freien Kritik an unseren Heereseinrichtungen verwandt werden könne, seien ungerechtfertigt, so ist dies mit solchen unverbindl- lichen Behauptungen nicht erledigt. Tie Gefahr der Unter­drückung liegt zweifellos vor und wird auch vomZei-- tungsverlag" erwähnt, der dazu schreibt, daß durchaus dem zuzüstimmen sei, wenn der Deutsche Wehrverein darauf bin- wies, daß mit Hilfe dieses Paragraphen jeder Militärschrift­steller rechtlich zur Verantwortung gezogen werden könne, wenn er etwas geschrieben hat, was den maßgebenden Stel­len nicht angenehm ist. Wenn imTag" in einem Artikel! gesagt worden ist, daß das österreichische Spionagegesetz ähnlich gefaßt ist wie das deutsche, so darf demgegenüber darauf hingewiesen werden, daß das österreichische Spio- nagegesetz in seinem § 129 I sich doch wesentlich klarer aus­spricht, denn es heißt dort:

Wer in einer Druckschrift über die Streitkräfte der Monarchie, über ihre Befestigungen, Kriegserforbernisse oder öffentlichen Verkehrsanstalten eine Mitteilung ver­öffentlicht, wird wegen Vergehens mit Gefängnis ober Haft von 3 Tagen bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe von 20 bis zu 2000 Kronen bestraft, wenn die Veröffent­lichung einem gehörig kund gemachten Ver­bote der Regierung widerstreitet oder die m i l i t ä r i s ch e n I n t e r e s s e n d e r M 0 n a r chi e of­fenbar gefährde t."

Turch das Wortoffenbar" ist zweifellos eine viel festere Bestimmung dessen gegeben, was unter den Paragraphen des Spionagegesetzes fällt, während es in unserem Ent­wurf des § 9 einfach heißt:

Wer fahrlässig ein militärisches Geheimnis in bie Öffentlichkeit gelangen läßt ober ein militärisches Ge­heimnis, bas ihm kraft seines Amtes, Berufs ober Ge­werbes ober eines von amtlicher Seite erteilten Auftrages zugänglich war, an einen anbern gelangen läßt, unb ba- du'rch "die Sicherheit des Reiches gefährbet, wirb mit Ge­fängnis ober Festungshaft bis zu 3 Jahren ober mit Gelb­strafe bis zu 5000 Mk. bestraft."

Nicht nur ist also bie Bestrafung in unserem Gesetzent­wurf eine höhere als bie in Oesterreich für biefeu Ftill gegebene, bie Fassung ist auch, bei uns eine ungleich behn- ba'rere, als sie im österreichischen Gesetz vorhanben ist. Ge­rade das Wortoffenbar" gibt dem österreichischen Gesetzes- Paragraphen eine wenn auch dehnbare Grenze, über die hinaus der Paragraph nicht zur Anwendung gelangen kann, während bei uns § 9 eine solche Grenze Überhaupt nicht ausweist. ______________________________

Die Namen der Nmgekommenen vom Torpedoboot "S. 178", am Freitag bestattet wurden, sind folgende: Ober-Mafch- Maat Steifer, Vater Emil Stefser, Bromberg, Schleinitzstr. 48, Ober-Masch-Maat Gent, Vater Peter Gent, Wageitiabrilant Metz, Braillonstr. 4, Masch-Maat Schröder (Fritzh Schwester Schröder, Eversten bei Oldenburg, Eick;cnstr., Masclpnisten-An­wärter H 0 ch a p s e l, Vater Konrad Hochapfel, Wildungen, Linden- tor, Oberheizer Gerhardt, Vater Friedrich Gerhardt, Weichen­steller Saarbrücken, Ludwigsbergerstr. 36, Oberheizer Eifert, Ackerer, Sterlrade iRheinprovinz), Kronstr. 139, Oberheizer Fischer (Albert), Stiefvater Laudert, Lokomotivführer, Freiburg i. B., Engelbertstr. 31, Oberheizer Ogrobowsziek, Vater Johann Ogro- doweziel, Arbeiter, Sargen (Kreis Ezarniiäu, Post Lubasch), Ober- hei-er Patecki, Mutter verw. Patecki, München-Gladbach, Eikener- straße 2.36, Heizer Zwiertz, Vater Johann Zwiertz, Schlosser. Köln- Ehrenseld, Landmannstr. 41, Heizer Osse, Vater Gottlieb Ofse, Gärtner, Aschersleben, Salpeterstr. 2, Heizer Hille, JBater Adolf Hille, Arbeiter, Hann -Mündm, Hauserweg 10/12, Heizer Becker (Wilhelm), Vater Peter Becker, Schornsteinfegermeister, Bocholt, Reg.-Bez. Münster i. W., Nordallee 26, Heizer Schwarz (Wilh ), Vater Heinrich Schwarz, Schneider, Altona b. Hamburg, Lueien- str. 24, Heizer Kerren (Oslär>, Vater Peter Kerren, Sck)losser-

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Telephon GIESSEN Str 45

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KAMlNE E,irt" .....

Aurich, 18. Juli. Nach zweitägiger Sitzung wurde gestern und heute vor der hiesigen 3traf lammet über die anläßlich der Maifeier in Bremerhaven vorgelommenen Ausschrei­tungen verhandelt. Vier Angeklagte hatten sich wegen Auf­ruhrs zu verantivorten. Es waren 50 Zeugen geladen. Der Staarsanwalt beharrte auf dex Anklage wegen Autruhr. o.as Gerickst hielt einen Aufruhr nicht für erwiesen und verurteilte wegen Teilnahme an einem Auslauf den Nieter Krußmanu zu -wei Monaten, den Arbeiter Paschik zu drei Wochen Gefangms- und den Schmied Kleine zu dreißig Mark Geldstrafe. Ter Maurer Wasser wurde freigesprochen . . . -

Straßburg i. E., 18. Juli. Ein >en,atioiieller ^trar- prozeß stand heute vor der hiesigen Strafkammer zur Ver Handlung. Wegen W e ch s e l f ä l s ch u n g e n in größerem Um­sange hatten sich der Geldoerleiher Alfred D u r ck a r b_t aus L nrrnt. hach i. E., ferner der ehemalige Leutnant Emil ^criba rnä bie Kaufleute Emil Hartmann und Gustav Jung aus <Dtrnn= barg zu verantworten. Ter .Hauptangeklagte Friedrich xtung, her schon wegen verschiedener Hochstapeleien unter Anklage ge-

Kiudes aktiv Diente oocr wayreno oes -.ycuiHucnjniicv \ ' \,,. s,

den Folgen einer ^riegsdeick/ädigung geitorben i|t, und bie 1 itanben bat, aber icmcr ßcit aiiT CJrunD bt. .....

0 y' " - r..e ar..., «ur Verantwortung wegen |einer Handlungen ge

Drittes Blatt 163. Jahrgang

Gießener Anzeiger

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Die Bevölkerungsbewegung in Hessen.

Die Bevölkerungsbewegung in Hessen gestal­tete sich im allgemeinen nicht ungünstig, obgleich bie Zahl ber Geb urte u aegen bie Vorjahre nicht unwesentlich zn- rückging Während 'die Gesamizahl der Geburten in dem Zeitraum von 18961900 36488 unb in dem Zeitraum von 19011905 38 820 betrug, fiel die Zahl im Jahre 1910 auf 35 778, im Jahre 1911 auf 34 225 unb 1912 auf 33 352 Geburten, davon 17 251 Knaben und 16101 Mädchen: Zwil­lingsgeburten erfolgten im ganzen Großcherzogtum 356, ferner zwei Trillingsgeburten, unter denen je ein Mädchen tot war. Tie Gesamtzahl der Totgeborenen betrug 1013. Die verringerte Zahl der Geburten wird zum größten Teil durch die Zahl der weniger gestorbenen Säuglrnge ersetzt Während in den Jahren 18961900 durchschnittlich 5825 unb in beit Jahren 19011905 burchschnittlich 5797 Kinber im ersten Lebensjahre starben, fiel die Zahl der gestorbenen Säuglinge im Jahre 1910 auf 3913, stieg dann 1911 auf 4273 und betrug 1912 nur 3247. Den im Vergleich zum Jahre 18961900 gegen 1912 weniger geborenen 313ß Sinbcrn stehen also 2578 dank ber im letzten Jahrzehnt lwch entwickelten Säuglingsfürsorge mehr am Leben erhaltene Säuglinge gegenüber. T<izu kommt, dap. ,ich die 9ahl ber Eheschließungen wieder in aussteigender Richtung bewegt. In den Jahren 1896-1900 waren 942o Eheschließungen, in den Jahren 1901190.) 9891 Ehe- schlietzungeii durchschnittlich im Jahre zu verzeichnen, ben fotaenben Jahren ging bie Zahl ber Eheschließungen nichtunwesentlich zurück^ Sie betrug 1910niur 9560-unb 1911 nur 9505, ist aber 1912 wieder auf 978o Ehefchließmigen geftiegeii^ arm«.ai)t wurden im Jahre 1912 674 Ehen ge­schlossen in Offenbach mit Bürgel dagegen 683, in f M a in z mit Morn dach und Kastel 84/, in W 0 r 483, in Gießen 212. Unter den eheschlietzenben Mannern hatten 10 noch nicht das Alter von 20 Fahren erreicht; im Alter von 20-25 Jahren standen 3031 edeschlleßende Man­ner im AÜer von 2530 Jahren 4309, von 303.) ^rdi 1378, von 35-40 J-chren 517 und so Jahro

alt ivaren 367 Männer, 5060 ^ahre 1-3 und mit 60 und