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18.4.1913 Erstes Blatt
 
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Nr. 90

Erster Blatt 163. Jahrgang

greitag, 18. April <915

General-Anzeiger für Oberhessen

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Buch- und Zteindruckerei H. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulftratze 7 Büdingen: Fernsprecher Hr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a.

Der Glehrver Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen: viermal wöchentlich SietzenerLamilirnblätter- gweimal roöd)ent(.Krei$i blatt s8r den Breis Sietzen (Dienstag undfrreitagü zweimal monan. land­wirtschaftliche Zeitsragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Äcrlag u. Expedition hl Adresse für Depeschen:

AuLciger Gießeu.

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Bezugspreis: monatlich 75Ps., viertel­jährlich Alk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Dtk. 2. vicrtcl- jährl. ausschl. Beslellg. Zeilenpreis: lokal loPf^ auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; fürFcuille- Ion", .Vermischtes" und Gerichtssaal": K. Neu­rath; fürStadt und Land": E.Heß; für den Anzeigenteil: H. Beck.

Die heutige Nummer umfafet 10 Setten.

Eine mündlich vereinbarte Waffenruhe.

Jv Sofia ist man, wie aus türkischen Meldungen her­vorgeht, zur Unterzeichnung eines Präliminarfriedens be­reit, und wo alias liebt, kann Karl allein nicht Haffen. Daß Serbien,imb «Griechenland nicht imstande wären, den Krieg auf eigene Faust fortzusetzen, erhellt schon dar­aus, daß sie ftir die etwaige Auseinandersetzung über die Teilung der Beute mit Bulgarien bereit sein müssen. Und was Montenegro betrifft, so wird ja wohl auch diese europäische, Komödie demnächst ihr Ende erreichen. Seitdem die Regierung des Zaren mit aller Unz-weideutrg- keit von dem eigensinnigen Nikita aügerückt ist, wird Monte­negro wohl vder übel vor den Großmächten zu Kreuze kriechen müssen. Und die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß der erste und einzige Schuß, der bei dieser friedlichen Flottenbloaade fällt, ein größerer Vorschuß für das immer geldb-edürftige Montenegro sein wird. König Mkita soll zwar erklärt hüben, daß er entweder mit dem Siegespreis von Skutari oder gar nicht aus dem Feldzuge heimkehren werde. Aber in gleicher Weise hat bekanntlich auch der Geuaral Trochu bei seinem Ausfall aus dem belagerten Paris prahlerisch verkündet, daß er als Sieger oder gar nicht MrÜckkehrru werde, was dem geschlagenen General den sSDttnamen.general ni l'un ni l'autre" ein'brächte. Am Ende werden auch die Montenegriner später ihren Nikita den König weder das eine noch das andere" betiteln.

So scheinen sich, da nach den letzten Meldungen auch eine Vereinbarung zwischen Bulgarien und Ru­mänien in dem Sinne erzielt worden ist, daß das nicht zu befestigende Silistria mit 3 Kilometern Umkreis an Ru­mänien fällt, dem Abschluß eines Präliminarfriedens keiner­lei ernstliche Schwierigkeiten mehr entgegenzuftellen. Frei­lich wird auch nachher noch ein ganzes Bündel Fragen zu erledigen sein, so die genaue Festsetzung der Grenzen Al­baniens, die besonders im Süden noch manche Schwierig­keiten bereiten dürfte, ferner die Entscheidung über das Schicksal'der Aegäischeu Inseln, welches sich die Mächte Vor­behalten 'haben, und endlich die Frage, ob den Siegern auch noch die Kriegsentschädigung, die sie fordern, zu­erkannt werden soll. In. dieser Beziehung scheint ein ge­wisser Umschwung in der Stimmung der Mächte erfolgt zu fein, denn während früher der Standpunkt vertreten wurde, daß man auch der, Türkei nach ihrem großen Landverlust nicht auch noch, Millionen herauspressen könnte, die ja in lichter Linie die trauernden Staats gläubig er der Türkei zahler würden, scheinen die Mächte jetzt geneigt zu sein, dem weitherzigen Entgegenkommen gegen die Balkanstaaten auch noch dieses klingende Postskriptum hinzuzusügen.

Jedenfalls sind das alles Fragen, über die eine Einigung nach dem Abschluß des Präliminarfriedens zu erzielen sein wird. Und mögen dann auch die diplomatischen Konferenzen über die territorialen und finanziellen Fragen noch einige Zeit dauern, so würde doch der Friede auch vor deren Abschluß als gesichert gelten können wenn nicht Europa unterdessen das Schauspiel eines zweiten Krie­ges genießen sollte, bei dem ihm allerdings nun die Rolle des unbeteiligten Zuschauers zufiele, und bei dem es am Ende die angeblich reinste Freude, die Schadenfreude ge­nießen konnte. Wenn man die scharfen Auseinandersetz- m ui«»uu JJMHIWWtTJIlMMIWWMWiWrill

nngen zwischen den bulgarischen Offiziösen einerseits und den serbischen und griechischen andererseits verfolgt, wird man es in der Tat nicht als unlvahrscheinlich bezeichnen dürfen, daß bei der Teilung der Beute sich an das Bellen das Beißen schließen kann. Erklärt doch das serbische Re­gierungsblatt, dieSaruplawa", bereits, daß Serbien sich an den mit Bulgarien abgeschlossenen Teilungsplan nicht mehr halten könne angesichts des erheblich aii gewachsenen Landgewinnes, während das bulgarische Regierungsblatt, derMir", das Festhalten an diesen Abmachungen als scklbst- verständlich bezeichnet, glicht minder kritisch ist die Lage zwischen Bulgarien und Griechenland, da zwischen diesen überhaupt keine Llbmachungen über die Teilung der Beute vorliegeu. Es wäre ein Satyrspiel, wenn die siegreichen Löwen sich 'zum Schluß, wie in der bekannten Fabel, gegen­seitig bis auf die Schwänze auffressen würden. Aber ein solcher Aderlaß der übermütig und allzu groß gewordenen Balkankleinen könnte der Ruhe und dem Frieden Europas am Ende eher nützlich als schädlich sein .

Sofia, 17. April. (Agence Bulgare.) Zu den Nach­richten über den Abschluß des Waffenstillstandes zwischen Bulgarien und der Türkei sind wir ermächtigt zu erklären, daß es sich nicht um einen schriftlich abgeschlossenen Waffenstillstand handelt, sondern um eine für einige Tage mündlich v>ereinbarte Waffenruhe, die beiden Teilen er­möglichen soll, ihre Toten zu beerdigen.

Konstantinopel, 18. .April. Nach demAmero- liptos" wird der P r ä l i m i n a r f r i e d e n in kürzester Frist in Bulair geschlossen werden. Die osmanischen Delegier­ten seien bereits dorthin abgereist. Die serbischen und griechischen Delegierten seien im bulgarischen Lager bei Bulair eingetroffen. Der serbische Oberst Nikolitsch und der griechische .Hauptmann Kondgani sind im bulgarischen Lager bei Tschataldscha angekommen, um über den Bei­tritt ihrer Staaten zu dem zwischen Bulgarien und der Türkei mündlich getroffenem Abkommen über die Waffenruhe zu verhandeln. Laut amtlicher Mitteilung der Agence Ottomane lauten die Bedingungen zu diesem .Abkommen:

Die Feindseligkeiten sind bei Tschataldscha und Bulair bis zum 23. 'April suspendiert. Wenn die FriedenSverbandlnngen bis dahin nicht zum Abschluß gelangen, tarnt die Frist durch Verein- barimg verlängert werden. Der etwaige Wiederbeginn der Feindseligkeiten muh von beiden Parteien 48 Stunden vorher angekündigt werden. Während der Suspendie- nmg der Feindseligkeiten wird die osmanische Flotte die Verpro- mantienmg der bulgarischen Armee zwischen dem Cwls von Saros und der Küste des Scktwarzen Meeres nicht verhindern.

Die Botschafterkonferenz.

London, 17. April. Die Sitzung der Botschafter- Vereinigung zog sich heute ungewöhnlich in die Länge und wurde erst um 61/« Uhr abends auf Montag nachmittag ver­tagt. Außer dem Premierminister und dem Unterstaats­sekretär des Auswärtigen Amts Nicolson nahm als Ver­treter des Geheimen Rats Viscount Morley teil.

Eine Anleihe Montenegros.

Wie das Reuter-Bureau erfährt, haben die Mächte int Prinzip beschlossen, Montenegro eine durch die sechs Mächte gemeinsam garantierte Anleihe von 30 Millionen Franken anzubieten, bereit Modifikation noch nicht festgesetzt sei.

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Unterwasserphotographie.

Der englische Zoologe Dr. Francis Ward wird demnächst die Ergebnisse seiner Unterwasserphotographien in einem Buckie veröffentlichen. Dieses Buch, ans bem1 ein paar Proben fchon jetzt m der englischen Presse mitgeteilt werden, wird manä>e Frage der Zoologie in neues Licht rücken, denn es ist Dr. Ward gelungen, durch Unterwasseraufnahmen Beobachtungen ans dem Tierleben sicher festen halten, über die bei anderer Art der Beobachtung immer rnoch Zweifel blieben. .P rUfA-

Dr Ward hat in einem1 großen Teich ein richtiges Glas­haus eingebaut, und hinter der dicken Glasscheibe,liegt. er-mit dem photographischen Apparate auf der Lauer, Tw Glasscheibe hindert ihn weder an Beobachtungen, iw.ch beemtrachttgt fte das Gelingen der Aufnahmen wesentlich, und die Bewohner des Wassers kommen in die nächste Nähe seines ?Lufnahmeapparates. Bestpiels- weise hat er Bilder aus d eML i ehe s l e b e n d e r F o r e l l e in seinem Teich ausgenommen. Tie Forelle, so nalM man bish.r an, gräbt durch wühlende Bewegung eine Bertieftmg in den Boden des Gewässers, legt Eier ab und bedM sie dann mit Sand den sie mit der Schnanzenfpitze bewegt. ^ackachlich ist der Vorgang etwas anders; wie Dr. Ward beobackstet hat. die frorenc legt sich nämlich auf die Seite, entfernt in dieser Lage den Sand, liegt bann in einer Art Graben und legt nun ihre etCrfrm Verlaufe dieses Geschäftes bewegt sie sich allmählich vor­wärts und bedeckt durch gceignete Schwanchewcgungen den Tail ihres Grabens, den sie eben verlassen hat, wieder mit Sand.

Auch die Kämpfe der männlichen Forellen hat Dr. Ward sehr -aut beobackstet imd im Bilde festgehalten. An der luftigen Be- wemmg des Wassers, die er von oben her sah, bemerkte er, daß ^ÜMännliche Forellen miteinander zu kämpfen begonnen hatten. Er süea schleunigst in seine Unterwasserkammer und konnte mm den Kampf verfolgen, der zwanzig Minuten lang dauert^ Zuerst verfolgte die stärkere Forelle die andere; es gelang ihr ein paarmal, dem fliehenden Gegner in den Schwanz zu beißen, ^ffer madjtc

Mrrf iiitb griff seinen Verfolger an. Es dauerte ledoch niÄng^V gelang der ftMcten grelle ben schwächeren den Kiefern zu packen und heftig auf den Rucken zu

<Vi dieser Stellung wurde der Besiegte feftgdyalten und der erst los als er selber ersckstjpft war. Tie andere trieb barrnif zur Oberfläche, auf dem Mfeken liegend, Mst tot Der Sieger wandte sich mittlerweile ^u^^s^de des Kampfes, dem eierlegenden Weilchen, zu. dm- GegmswndA^bmeVsind imwrllch nicht aam so Nar, wie arwöchnliche Phvtograpdien, allein sie smd nndner noch deutlich %*i den frorcll en bildern kann man die einzelnen Phafen bS &rnip^ deutlich verfolgen. In einem gewissen Wtanix von

der Wasseroberfläche sieht man alles doppelt, da die Grenze zwischen Luft und Wasser schräg von unten gesehen, wie ein Spiegel wirkt. Andere UnterwasseraufnalMen zeigen Wasservögel unter Wasser und sind für den, 1)er die Bewegungen der SchiviMm- und Tauck>- vögel (z. B. Pinguine) verfolgen will, außerordentlich lehrreich.

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DerDichter der Gartenlaube", wie Friedrich Hofmcknn genannt wurde, ward vor einem Jahrhundert, am 18. -lpril 1813 in Koburg geboren. lieber ein Vierteljalfehiindert begleitete er dieGartenlaube", damals die meist gelesene illustrierte Wochenschrift, mit seinen Festgedichten. Am bekanntesten aber wurde er wohl dadurch, daß er Julius WolffsRattenfänger von forme fei" undDen wilden Jäger"' zu Operntexten umarbeitete, die dann, von Viktor Neßler komponiert, über zahlreiche Bühnen gingen, und die Vorgänger waren für die von Rudolf Bunge be­arbeitete Operneinrichtung des SchcffelschenTrompeters von Säckingen" desselben Komponisten. Besondere Erststge batte Hof- Mann mit seinenKinderfesten" (Schulfest, Weihnackstsfest, Vater­landsfest usw.), die mit f>Pusik von Julius Otto von zahllosen. Schulen tzum Mittelpunkt der Schülerfestlichkeiten gemackst wurden, wie überhaupt Hofmann durch seineKinderlieder" ein eigentlicher Poet der Jugend gewordeir ist. Ihr war auch derWeihnachts- banm für arme Kinder" gewidmet, eine schriftstellerische Unter­nehmung, die gleichzeitig wohltätige Zweck.' verfolgte und durch ein Vierteljährhundert von ihm geleitet wurde. Auch als patns- tischer Dickster ist Hofmann zu nennen, der lange vor dem deutsch- französischen Kriege in seinen Gedichten die Einigung Deutschlands besang, mit seinen Liedern die Krieger nach Frankreich begleitete und auch später noch durch seine Sckstjpfungen im deutschnationalen Sinne wirkte. So läßt er das frölstickie HeldengedichtTie Eselsjagd" in Bürgel spielen, wo noch die Jagdtrophäe gezeigt wird, die 1870 die Deutschen nach Paris begleitete, und in dem illustrierten fröhlichen HeldengedichtGeisterspuk auf der Veste Koburg" schildert er das Umgelxm der Geister auf detz alten fr-raufen-3 bürg. UeberaU gelang es ihm, wirklich volkstümliche Töne zu hüben, und mänches seiner Gedickste hat daher auch mit Reckst den Weg in die Schullehrbücher gefunden. In Ilmenau, wo Hofmann aM 14. August 1888 starb, wurde ihm ein Denkmal errichtet.

Bon der deuts che n S Pi tzb er gen e x peditio n. Christiania, 16. April. Tie ZeitungTidens Tegn" meldet mis Green Harbour auf Spitzbergen vom 15. April tele- graplstsch: Rowold und die Brüder Jörgen und Julius Jensen sind gestern hier angekonrmxm. Steuersen mit Kapitän ©taynib nordwärts weitergegangen. Rvtvold erzählt, daß er nach Ver­abschiedung von Ritscher am 19. Dc^ember mit Eberhard und iStenerfen nach Norden abgegangen ist. Eberhard verirrte sich

Oesterreich und der serbische Boykstt.

Wien, 17. April. Der Oeste r r ei ch i sch e Ex- portvcrein hielt gestern eine von zahlreichen Indu­striellen der verschiedenen Branchen besuchte Versamm­ln n g g eg e n de n b e a b s i ch t i q t e n s e r b i s ch c n B o y - kott ab und nahm eine Entschließung an, in der anSge- führt wird, die österreichische Industrie sei viel eher in der Lage, aus den geringen Absatz nach Serbien zu 'verzichten, als die serbischen Kaufleute ans die weitgehende, Kredit­gewährung der österreichischen Industriellen. Die öster­reichische Industrie sehe daher dem Boykott der Waren mit umso größerer Ruhe entgegen, als selbst­verständlich 'daraus Wert gelegt werden müsse, daß vor allem die durch das Moratorium unterbliebenen rückständigen Zahlungen geleistet würden, bevor an die Einleitung neuer Geschäfte gedacht werden könne.

dLttsragcn im bulgarischen Parlament.

Sofia, 17. April. Der frühere Minister Takew brachte in der S o b r a n j e eine Anfrage ein, in der er an­fragt, ob es wahr sei, daß die Regierung infolge der ener­gischen Vorstellungen Rußlands auf die Linie M i - dia-Rodosto verzichtet habe, sowie eine weitere Anftage betreffend die Einnahme Adrianopels und die Be­teiligung serbischer Truppen an bem1 Sturm. Der Abgeord­nete Dobrinowiffch brachte eine Anfrage ein, in der er anfragte, warum die gesamte, auf zwei Millionen ver­anschlagte Kriegsbeute, die den Türken bei Kvtsckana, Jftip nnd Strirmrtza abgenommen worden war, bei welchen Kämpfen die siebente bulgarische Division mit der serbischen Timokdivision zusammen operierte, ganz nach Serbien ge­bracht worden sei.

Die griechisch-serbische Anuühcrung

soll, wie aus Belgrad gemeldet wird, bereits zir einem Separatbündnis beider Staaten geführt haben. Bei der montenegrinisch-serbischen Annäherung, die von Monte­negro ausgegangen ist, handelt es sich um ein Zoll- und Militärbüirdnis und wenn möglich um gemeinsame diplo­matische Vertretungen.

Der Kaiser in Homburg.

Homburg v. d. Höhe, 17. April. Der Keriser hörte heute vormittag den Vortrag des Vertreters des Auswärtigen Amtes Gesandten v. Treutler.

Der Kaiser verlieh dem Wirte des Saalburg-Restaw- rants R. K n n tz e sein Bild in der Uniform der Garde- Jäger mit ^eigenhändiger Unterschrift.

Der Kaiser, die Kaiserin und Prir^essrn Vik­toria Luise besuchten heute nachmittag das Offizier- genesungsheim Falken stein. Ans allerhöchsten Tönnsch sindet am kommenden Sonntag 7 Uhr abeiws eine geist­lich« Musikaufführung in der hiesigen Erläserkirche statt. \

Derrtsches Uerch.

An der gemeinsamen Huldigung der deut­schen Städte zum Regierungsjubiläum des Kaisers,

die auf Anregung der Vorstand schäft des batzerrschen tages veranstaltet wird, beteiligen sich sämtliche unmittel­baren Städte des Königreichs Bahern. Der Gesamtwert der Stiftungen, welche sie aus diesem Anlaß errich­teten, beträgt rund 1660 000 Mk. Alle Stiftungen, mit

bei Bhangenhook und wurde trotz aller Nachforschungen und Ab­sen ern von Gewehrschüssen nicht wiedergefunden. Nach ununter­brochenem zwölfstündigem Marsch bei strenger Kälte erreichten beide, stark erschöpft, die Hütte in Monselbap, welche ohne Dach, Ofen und Fenster war. Hier warteten sie drei Stunden auf Eber­hard. Da sie nur etwas PemMikan hatten und scküecht gekleidet waren, auch das Wetter unziwerüffsig gewesen ist, hätten sie nicht weiter als bis Treurenbergbuckü geben dürfen. Die beiden Deutschen, Dr. Detmers und Dir. Moefer, feien zum letztenmal am 2. Df tobet südlich von Stephovk auf dem Marsche südwärts mit Schlitten und Hund gesehen worden. Rvtvold imb die Brüder Jensen gebrauchten 11 Tage, darunter sechs Marschtage, unt vom Schiffe in Treurenhergbuckst nach Lldventbah zu gelangen.

Parsifal" in Züri ck. lieber die erste Aufführung von Rickrard WagnersParsifal" int Züricher Stadttheater schreibt uns unser Mitarbeiter: Die Auffülwung bedeutete einen vollen Erfolg. Die durchaus würdige Weise, in der das bisher Bavreuth vorbehaltene Bühnenweibfestspiel dargestellt wurde, und nicht minder der tiefe Eindruck, den daS Werk bei den das Haus bis auf den letzten Platz füllenden Zuschauern mackste, hat be­wiesen, daß die Entweihungsbefürchtiingen keineswegs begründet sind. Der in allen Teilen liebevoll durchgefülnten Vorbereitung man hatte sogar dem Zuschauerraum eine eigen bläulich- gedämpfte Beleuckstimg gegeben ist es zu danken, daß diese erste deutsche Aufführung außerhalb BaDreiitlst', bei der sich das Publikum pietätvoll jedes lauten Beifalls entlstelt, von einer weihevoll ernsten Stimmung getragen lvar, wie sie in Bayreuth selbst nicht würdevoller sein kann. Einen bedeutenden Anteil an dem Erfolg haben die von Gustav G am per in Bern entworfenen und von Albert Jsler für den Bühnengebrauch l>ergestellten Dekorationen. Wie das Orchester unter Kapellmeister Dr. Lo­thar Kempters Leitung sich seiner großen Lliifgabc vollauf gewachsen zeigte, so waren auch in den ^Solopartien zumeist gute, teilweise vorzügliche Leistungen zu verzeichnen. Den Parsifal fang Willi Ulmer, die Shmbtti E m m i Krüger. Die be­deutend verstärkten Chöre, schufen in den Gralszeneu ergreifey.de Wirkungen. Direktor Alfred Peucker, sein Obcrregiffenr H a ns R v go r sch und Kapellmeister Dr. Kem p t c r samt den ihnen unterstellten Kräften haben eine künstlerisck^e Tat mit dieser ersten Parsifal-Aufführung vollbracht, die ihnen im deutsck-er Knnstleben noch lange unvergesfen bleiben dürfte.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen­schaft. Der Violinvirtuose und Komponist Engen v. Huba» ist von der Universität Klansenburg zum Ehrendoktor der Philosophie ernannt worden.

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