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kampfes eine Versöhnung zu versuchen.
An Dr. G. schrieb ich vorerst nicht mehr. Nach meinen der ersten Unterredung gebrauchten Worten muhte Dr. G. nehmen, das; meine lediglich vermittelnde Tätigkeit endet sei, sobald ein anderer Beauftragter des tperrn Dr. als dessen Kartellträger auf dem Schauplatze erschien.
Die Emzeichnungs- liste liegt bei dem Hausverwalter Todt offen.
Röteln usw.
Wenn cbebeni manche Versuch bei der Belnlndlung durch
Agitationstätigkeit in der letzten Woche, und zwar int Reichs- — - — - - " ~'—1 —c~uk Am
Mauern' des Dänen Henri Nathansen. mit seiner vorzüglichen Milieuschilderung teressantesten Novitäten der letzten Jahre und hat überall, wo es bisher gegeben wieder am neuen Theater in Frankfurt,
Stadttheater. Außer der heutigen Erstaufführung
des Schönthan-Presberschen Lustspiels .Der Retter in der Rot' bringt diese Woche noch eine interefiante erste Aufrührung des jetzt viel gegebenen Schausviels .Hinter Das Werk darf als eine der inangesehen werden wurde, so jüngst starken Eindruck
Ans Ktcrdt und tand.
Gießen, 21. Januar 1913.
= Lväftr Wochen in Ur rung der Beft sme uuerwar smd ungefähr über hinaus < vermehrt sich Nur, wie |e berges und di lchen Verkehr Weise heränki ^senl'ahnbchöi ®öw^rjdjaft
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zu ’N versetzt, physikalischen U;
Salvarsan mifftangcn, so lag dies an mischen Anivendung^sormen und unsachgemäßer Vorbereitung. Ze sorgfältiger die Verabreichung bmuivgearbeitet werden, nm so gewisser ist der Erfolg. __Dein 7yorfd>cr wurden für seine Darbietungen, die durch ein
Die Geschäftsstelle der Freien Vereinigung hessischer Rationalliberaler
hat — so wird uns geschrieben —, nachdem int Laufe des Dezember mehrere Versammlungen in den Wahlkreisen Gießen und Mainz—Oppenheim stattgefunden haben, ihre
tagswahlkreis Erbach—Bensheim, fo; Donnerstag, 16. Jan. sprach der Generalsekr.
gung Tr. O. Lins e in Bensheim a. d. B. (Bahnhofbotel), am 17. in Jugenheim (zur Sonne), am 18. in ^celjeim '»otel Viktoria), am Sonntag, den 19., nachmittags 4 JU)T, in Alsbach und abends 8 Uhr in Hühnlein über die Stellung der nationalliberalen Partei zur politischen Lage, insbesondere gab er im R ahnt en seiner Ausführungen die Anlässe berannt, die zur Gründung der „Freien Vereinig gung" geführt haben und legte die Richtlinien fest, nach der die Vereinigung zu arbeiten gewillt ist. Unterstützt wurde der Redner von dem bei der letzten Neichstagswahl mit wenigen Stimmen unterlegenen nationalliberalen Kandidaten des Wahlkreises, Herrn Fabrikant Scior aus Erbach, von Herrn Finanzrat Bangel-Darmstadt und anderen Parteifreunden. Sämtliche Versammlungen, vornehmlich die in Bensheim, Alsbach und Hühnlein, waren außerordentlich stark von Angehörigen aller Parteien besucht. Für seine Ausführungen erntete der Redner allenthalben reichen Beifall und allseitig gab man in der nachfolgenden, teilweise recht lebhaften Aussprache der Freude Ausdruck, daß imnmehr ein jrifdyer Zug in die nationalliberale Partei in Hessen hineinkomme und daß die Arbeit der Geschäftsstelle zu der sicheren Hoffnung berechtige, daß nach dem nächsten Wahlgang die nationalliberale Fahne wiederum über bem diesmal an die Sozialdemokratie verloren gegangenen Wahlkreis wehe. — In den nächsten 14 Tagen wird Dr. Linse in weiteren 10 Versammlungen im Wahlkreise Erbach—Bensheim sowie in 3 Versammlungen im Wahlkreise Mainz—Oppenheim über die Ausgaben und Ziele der nationalliberalen Partei sprechen.
erläutern. Tie schwerste Form der Tropen rühr, die'Amöben rufrr, eine bisher fast unheilbare ftranfbeit, wird seit kurzer Zeit mit dem Salvarsan in ivirksamster Art bekämpft. Hier wurde mit dem Mittel die stärkste bisher beobachtete Desinfektion des Tariukanals erzielt. Eine gleiche lyeroorragcnbe Wirkung übte das Salvarsan bei den Frangoesie aus, indem bei Versuchen im Krankenl>ause zu Surinam von 1200 Kranken nur 10 Personen ungeheilt blieben, lieberbaubt scheint das Salvarsan berufen zu sein, bei der Bekämpfung der Tropenkrankheiten eine bedeutende Rolle zu spielen. Auch die örtliche Bebandlung der Angina durch Salvarsanpräparale zeitigt immer bessere Erfolge. In der Bekämpsung der Schlafkrankheit wird das Mittel mit stets wadrsenden Erfolgen angewendef. durch eine einmalige intensive Einspritzung, die nrährend der ersten Krantheitsperiode vollzogen wurde, genasen in kürzester Frist 90 Prozent. Bei der Malaria tertiana wirkt das Salvarsan schneller als das bisher übliche Elnnin. Gegen die anderen Formen der Malaria konnte noch kein Erfolg verbucht werden.
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Mcl Hinrich Stea
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Ans Hessen»
Der Streit Grünewald Winkler.
Wir treten nur ungern dazu heran, in der leidigen Angelegenheit, die auch nicht alle unsere Leser interessieren wird, noch weitere Veröffentlichungen zu bringen. Soweit der Tatbestand, wie er demnächst den gerichtlichen Verhandlungen vorliegt, berührt wird, sehen wir uns indessen heute noch zu einigen Mitteilungen veranlaßt. Der Abg. Grünewald, mit dem wir in imfercr Nummer vom 13. d. IM. übereinstimmten, nur das N o t w e n d i g st e in der Angelegenheit uw ch zu veröffentlichen, sandte uns ein Schreiben, aus dem hier einige sachliche Momente entnommen werden sollen. Er schreibt, daß bei seiner maßgebenden Rücksprache mit Herrn Tr. Wallau am 8. Januar die Annahme der Forderung, wenn sie komme, vereinbart worden sei. Bis heute, 18 Januar, sei sie nicht gekommen. Erst vor einigen Tugen habe er, Grünewald, aus einem Briese des Herrn Anitsrichters Schneider entnommen, daß Herr Tr. Winkler ihm schon vor Weihnachten mitgeteilt habe, er Hube ihm (Gr.) eine Säbelforderung überbringen lassen. Tas habe also Herr Dr. Winkler seinem Beauftragten in einem Zeitpunkte geschrieben, in dem noch nicht einmal Herr stud. Landrh mobilisiert mar. Ebenso steht — so fährt Herr Gr. fort, „fest, daß ernsthafte Verhandlungen mit Herrn Amtsrichter Schneider im Gange waren, daß ich eine Antwort desselben zu erwarten hatte und daß sogar bis heute noch eine Mitteilung, ob der Auftrag, den Herr Dr. Winkler diesem Herrn erteilt hatte, erloschen sei, aussteht. Bei dieser Sachlage bestand durchaus kein Anlaß, den Herrn stud. Landry, den Herr Tr. Winkler nun plötzlich zu entsenden für gut fand und dessen Instruktion ich durchaus nicht kannte, zu empfangen."
Damit wollen wir nun die Debatte schließen; Die gerichtlichen Verhandlungen werden das weitere klarftellen. Von Herrn Amtsrichter Schneider, dessen Name bei den Erörterungen schon genannt worden ist, erhalten wir vom 20. d. Mts. aus Bad-Nauheim noch. folgende Zuschrift, der wir aus Gründen der Billigkeit Raum geben müssen:
„Die Nr. 14 des „Gießener Anzeiger" vom Freitag, den 17. d. M. enthält einen Artikel zur Sadjc: Grünewald-Tr. Winkler, der auch meine Person ermähnt. . .
Aus Grund des § 11 des Preßgesetzes eriuche ich um geft. Berichtigung, indem ich Ihnen Nachstehendes zur Kenntnis bringe:
Ich habe Herrn Justizrat Tr. Grünewald nicht bei der ersten Unterredung gesagt, der Streitfall zwischen ihm und Herrn Dr. Winkler werde mit der Waffe ausgetragen werden, wenn jener nicht eine diesem genehme Erklärung abg^be. Das wäre eine Nötigung gewesen, die ich wohl-bewußt vermieden habe.
Ich habe Herrn Dr. G. damals vielmehr folgendes gesagt: „Herr Dr. Winkler hat mir eigentlich die Erledigung eines anderen Auftrages angesonnen; ich habe diesen aber mit Rücksicht auf meine Stellung als Amtsrichter abgelehnt."
Herr Dr. Winkler hatte mich am 17. Dez. gebeten, Herrn Dr. G. zu fragen, ob er die beleidigende Aeußerung zurücknehme; andernfalls möge ich ihm eine schwere Säbelforderung überbringen. Er erwähnte dabei auch noch, daß er erst jetzt Kenntnis von den beleidigenden Worten des Herrn Dr. G. durch die Zeitung erhalten habe. Ich antwortete Herrn Dr. Winkler sofort, ich wolle eine vermittelnde Tätigkeit gern übernehmen, und erklärte ihm am nächsten Tage noch ausdrücklich, eine Forderung möchte ich mit Rücksicht auf meine amtliche Stellung nicht überbringen.
Ich erklärte daher auch Herrn Dr. G. bei der ersten Unterredung, ich entfalte eine lediglich vermittelnde Tätigkeit im Interesse einer gütlichen Erlangung der Sache.
Bei dieser Unterredung verlangte Herr Dr. G., daß Dr. W. seine Beleidigung zuerst zurücknehme. Ich erklärte ihm, das werbe Dr. W. nicht tun. Doch könne vielleicht ein Weg gefunden werden, daß beide Herren gleichzeftig die Rücknahme erklärten. Jedenfalls wolle ich versuchen, Dr. W. dazu zu bewegen.
Ich schrieb ihm auch am 19. und am 20. ober 21. Dez. in diesem Sinn. Am 23. Dez. fragte Dr. G. telephonisch bei mir an, wie sich Dr. W. zu seinen Vorschlägen stelle. Ich antwortete ihm, ich hätte noch keine Antwort.
Am 24. Dez. schrieb mir Dr. W., er könne den Vorschlag Dr. G s. nicht annehmen; er hätte diesem daher eine Säbelforderung überbringen lassen.
Da ich daraus nur entnehmen konnte, daß ich einer vollendeten Tatsache gegenüberstehe, hielt ich meine Tätigkeit für durchaus beendet. Ich schrieb auch sofort an Dr. W. in diesem Sinn und erklärte mich bereit, vor der Austragung eines Zwei-
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usw.1 unerschütterlich beharren. — Das in wenigen Worten die Grundgedanken des Vortrages, der, von religiöser Wärme und protestantischer Begeisterung getragen, einen mächtigen Eindruck machen mußte und allseitigen reichen Beifall fand. — Eine zweite kürzere Ansprache hielt der zufällig zu der Versammlung gekommene Superintendent von Oberhesseu, Geh. Oberkonsistorial- rat D. Petersen, und auch seine ernsten und mannhaften Worte dürsten noch lange nachklingen in der Erinnerung aller derer, die sie hören durften. — Den gesanglichen Teil des Abends hatte weder, wie in früheren Jahren schon ost, der Ki r ch e u g e s a n g v er ci n übernommen. Taß er unter der Leitung seines bewährten Dirigenten, Professor Trantmann, seine (Shöre klangvoll und vollendet vortrug und die würdige Stimmung des Abends durch seine Mitwirkung noch erhöhte, bebau eigentlich keiner besonderen Versicherung, soll aber doch mit herzlichem Tank ausgesprochen werden.
•• Festcssen zu Kaisers Geburtstag. Zur Feiei deS Geburtstages des Kaisers wird, wie üblich, am Montag. 27. d. Mts., nachmittags 1V? Uhr, ein Festessen im Gesell-
Hörsaale der Universität.
** Der Familien-Abend des Eva n gell Bundes am Sonntag hatte sich eines außergewöhnlich zahlreichen Beaches zu erfreuen. War doch der große Saal in Steins Garten derartig überfüllt, daß manche Besucher der Veranstaltung keinen Platz mehr finden konnten. Gewiß muß der gute Besuch in erster Linie dem Redner des Abends imb seinem aktuellen Thema zugeschrieben werden. Geh. .Mrchenrat Professor D. Dr. Kr ü g er prach über „D i e Jesuiten" und hatte sein unerschöpfliches Thema durch eine Gegenüberstellung von „Jesuitismus und Protestantismus" abgegrenzt. (Sr liefe zunächst ht großen Zügen das Leben des Begründers des Jesuiten-Ordens, Ignatius von Loyola, vor den Hörern sich abspielen, des Mannes, der nach glänzender militärischer Laufbahn in langwierigem Kranket n sich entschloß, sein weltliches Rittertum mit einem geistlichen -u vertauschen, sich als älterer Mann auf die Schulbank setzte, um das Studium der Theologie, absolvieren zu können. In Paris gelingt es ihm, gleichyesimcke Seelen zu finden, die ich mit ihm zu einem Bunde zusammenschließen, zunächst mit der Absicht, im heftigen Lande Million unter den Mohammedanern zu treiben, was aber infolge von mancl^erlei Hindernissen nicht geschehen konnte. 1540 erhält dann die Societas Jesu, das „Fähnlein Jesu" die päpstliche Bestätigung als neuer Orden, in dem der Grundsatz unbedingter Subordination (sog. Kadavergehorsam) und eine straffe militärische Organisation herrschen. — Erst in einer späteren Periode seiner Entwicklung erhielt der Orden sein besonderes Gepräge als Kampforden gegen die pro testcmtische „Ketzerei". Zwar leugnet der Orden mit Recht, daß er das Wort geprägt habe: „Der Zweck heiligt das-Mittel" — in diesem Wortlaut findet sich der Satz allerdings nicht in einer jesuitischen Schrift — aber der Orden ist nicht davon freizu- prechen, daß er zur Verwertung dieses Satzes Mittel in die Hand gegeben hat, die sittlich in höchstem Grade verwerflich sind. Es kommt hier z. B. in Betracht die Lehre vom „inneren Vorbehalt" (reservatio mentalis), die gestattet, bei einem Versprechen, einem Zeugnisse usw. einen geheimen, inneren Vorbehalt zu macken, der dem Wortlaute der Aussage widerspricht, ferner die Lehre des sogen. „Probabilismus", die dem Menschen im letzten Grunde die Selbstverantwortlichkeit nimmt, insofern als sie ihm trotz vorhandener Gewissensbedenken erlaubt, eine Handlung zu begehen, wenn sich für sie die Autorität eines anerkannten Morallehrers anführen läßt. Durch die Anwendung solcher Waffen muß aber das Vertrauen unter den Menschen zerstört werden, die Wahrhaftigkeit aufhören, und so begreift es sich wohl, daß hier der Widerspruch auch innerhalb der katlwlifckien Kirche nicht zur Ruhe gekommen ist. Diese laxe yioral des Ordens, der eigentliche „Jesuitismus" hat dem Orden selbst am meisten geschadet und führte zu seiner Aufhebung durch Papst Clemens XIV. (1773\ nachdem der bekannte französlsche Gelehrte Blaise Pascal in den berühmten Leckres provinciales mit schonungslosem Ernst und beißendem Spott diese jesuitische Moral vor aller Welt blofegestellt und gegeißelt hatte. — Und gegenüber dieser Moral, die letzten Endes alles Verckauen von Mensch zu Mensch zerstören muß, di» Gestalt des Mönches von Wittenberg, zumal sein Verhalten auf tfrin Reichstage zu Worms, seine Antwort auf die Aufforderung zum Widerruf in den bescheidenen Worten, die zunächst allein geschichtlich beglaubigt sind: „Gott Helfe mir, Amen", zu denen aber in richtigem Empfinden die Worte hinzugestellt wurden: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders". Tas ist restlose Auftichtigkeit, das ist Protestantismus, der ^Gegenpol zum Jesuitismus. Und ist sckwn eine Einigung zwischen frommem Katholizismus und Jesuitismus eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, so noch viel mehr eine solche zwischen Jesuitismus und Protestantismus. Wir wollen nicht, daß das Gift des Jesuitismus eindringe in unser Volk, gleichviel, ob es auf dem Wege der Gesetzgebung ferngehalten wird ober nicht — auf alle Fälle wird es unwirksam sein, wenn wir auf dem Gottvertrauen Luthers «„Und ivenn die Welt voll Teufel wär'"
verschoben.
** Alice-Frauenverein für Krankenpflege. Wie in früheren Jahren wird auch dieses Jahr der Alice-Frauenverein einen V o r t r a g s k u r s n 6 für Frauen und Mädchen, über die Pflege Verwundeter und Kranker unentgeltlich üeranftnlten. Die Kurse werden für alle Teilnehmerinnen von großem Dhifeen sein; ie vermitteln Kenntnisse und praktische Fertiglciten, durch die sich die Teilnehmerinnen, auch abgesehen von jedem Krieg und seiner Not, im alltäglichen bürgerlichen Leben, in der Familie oder sonstwie sich und ihren Nebenmenschen durch Rat und Beistand nützlich erweisen können. Der Alice-Frauenverein für Krankenpflege betrachtet es bekanntlich als seine vornehmste Aufgabe, Berufskrcrntenpflego rinnen auszubilden und an^u ft eilen. Da die Anstellungs-, Gehalts- und Pensionsverhältnisse der Schwestern des Alice-- Frauenvereins recht günstig sind und sich gegenwärtig ein Mangel an Schwestern bemerkbar macht, so ist hier Frauen^ und Mädchen eine passende Gelegenheit zur Erla-ngnug cinn^ Erwerb sstellung gegeben. Nähere Auskunft wird die Bereinsvorsitzendc Frau Geh. Justizrat Gebhardt, Berg- traße 3 gern erteilen.
**Vom hiesigen Verein für Frauen st im m - recht wird uns geschrieben: Freunde und (Gegner deS Frauenstimmrechts seien hiermit auf den Vortrag von Dr. Broda aus Paris (siehe Anzeige) hingewiesen, der beiden viel Interessantes bringen wird. Herr Broda hat die Erfolge des Franenstimmrcckfts in einigen der Länder, in denen es bereits eingeführt ist, eingehend studiert und wird darüber berichten. Tie Freunde werden die Hoff' nungen, die sie an das Wahlrecht der Frauen tnüpscn, be- stätigt finden, und die Gegner werden zu der Ueberzeug'.ing! lommcn, daß die Mitarbeit der Frauen keineswegs den Umsturz herbeiführen wird. Das Gebiet der eigentlichen Politik wird nach wie vor den Männern unbestritten bleiben, die Frauen aber werden in die Lage kommen, die sozialen Verhältnisse, für die sie ein ganz besonderes Verständnis« haben, zu bessern und so die .Kultur des gesamten Volkes auf eine höhere Stufe M bringen.
*♦ Die Große Gießener Karneval-Gesell schafk schreibt uns: Tie am Samslag im Hotel „Einhorn" abgehaltene Hcrrensitzimg ist sehr gut verlaufen und brachte eine ganze Reihe gediegener, witziger Vorträge, die zum größten Zeile die Tagesereignisse glossierten, wie das tarnevalisttscher Gepflogenheit entspricht. Um aber der Gießener Bevölkerung etwas ganz besonderes zu bieten, sind, wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich, für die am Donnerstag in Steins Garten stattfindende große Siwing mehrere naml-afte rlyeinifchc Karnevalisten gewonnen worden. Ta es diesen Herren wegen der diesmal sehr kurzen F-aschings- zeit nicht möglich war, an einem Sonntag hierherzukommen, mußte die SiNung auf einen Werktag gelegt werden. An die Sitzung, die sich in durchaus vornehmem, würdevollem Rahmen bewegen ivird, soll sich ein Bohnenbatt anschliefeen, bei dem die glück« liehe Ziel^erin der goldenen Bohne^ Ballkönigin sein wird.
** Di e Schweinepreise fallen. Auf dem gestrig gen Vichmarkt in Frankfurt, auf dem 2453 Stück Schweine aufgetrieben waren, machten die Sck)weinepreise bei gedrücktem Handel eine merkliche Belvegung nach unten. Wurden doch für die 1. Qualität für das Pfund Schlachtgewicht nur 84—88 Pfg., 2. Qualität 83—85 Pfg. gezahlt und für 84 Pfg. das Pfund 87 Stück, 83 Pfg. = 72 Stück, 841/2 Pfg = 50 Stück, 85 Pfg. = 313 Stück, 86 Pfg. = 179 Stück Schweine abgesetzl. Die Metzger griffen trotz der fallenden Preise nicht so recht zu, deckten mir den nötig* steu Bedarf, da sie binnen kurzer Zeit mit einem größeren Preissturz rechnen — so daß der Schweinemarkt nnt Hebet' stand abschloß. — Auch auf dem Viehmarkt in Wiesbaden gingen die Preise für Schweine herab, jedoch nicht so wie in Frankfurt. Hier wurden für 1. Qualität daS Pfund Schlachtgewicht 86—87 Pfg., für 2. Qualität 85—86 Pfennig gezahlt. Das' Geschäft war gedrückt und der Markt nnrrbc nur langsam geräumt.
Landkreis Gießen.
--- G a r b e n t e i ch , 20. Jan. Ter ncugegrünbetc Ausschuß für Volksbildung zu Garbenteich, vom dortigen Lehrerkollegium ins Leben gerufen, versammelte gestern abend zum ersten Male seine zahlreichen Anhänger und Freunde zu einem Unterhaltungsabend, der glänzend verlaufen ist. Frau Geh. Med.-Rat Prof. Tr. Sommer aus Gießen, die in liebenswürdiger Weise ihre Sanaeskunst in den Tienst der guten Sache gestellt hatte, entzückte eine andächtige Hörergemeinde durch eine
Tic neueste Aiuvcndung findet Salvarsan bei der 'Behandlung des 2 ch ar lad) Ta hier vorherige Versuche bei Tieren nicht möglich sind, weil diese unempfänglich gegen den Scharlacherreger sind, müssen die Präparate gleich bei den Mensdum Anwendung finden. Wenngleich diese Versuche erst aufgenommen und im Werden sind, so lassen die wenigen schon erzielten Heilungen er hoffen, daß im Salvarsan ein hervorragendes, wenn nicht das beftc Heilmittel gegen Sdwrlach gesunden ift — Ebenso bat sich das Salvarsan unter den T i e r a r z n e i m i 11 e l n bereits einen Ehrenplatz gesichert. Tie gesährlidic B r u st seuche der P f e r d e wird eifrig bekämpfteine einmalige Einspritzung bringt meistens sdwn Besserung Auch Milzbrand, die Rotzkrankheit der Pferde und der gchlrd)t<etc afrikanische Rotz sind neuer dings in den Bcreid) ixr Salvorsanversud»e iwzogen: ebenso Die Bekämpfung der menschlidum Infektionskrankheiten Masern, Pocken,
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erzielt
** Der Gießener Sckiiklub versendet soeben sein mit einer Zeichtiuug von Otto Ubbelohbe geschmücktes Programm zu seinem zweiten hessischen Schiwettlauf, der unter dem Protektorat des Großhcrzogs am 26. und 27. Januar 1913 auf dem Hoherodskvpf stattfindet. Veranstaltet werden folgende Rennen: Sonntag, 26. Januar, norm. IO1 ? Uhr: Atademischer Stafetten, lauf, ausgeschrieben von der Universität Gießen für die Hochschulen in Tarmstadt, Gießern Heidelberg und Marburg. Tie Bedingungen sind in dem Ausschreiben enthalten, das von dem Schik'.ub oder von den genannten Universitäten zu beziehen ift. Vorm. 10»/i Uhr: Tamenlauf (Abfahrtslauj o. Stöcke). Reugeld 1 Mk. 3 Preise. Vorm. 12 Uhr: Alte- Herrenlauf (Llbfahrtslauf). Kein Reugeld. 3 Preise. Nachm. 21/0 Uhr: Dau erlauf (Juniorenlauf). 9hir für Mitglieder des Deutschen Sck)i-Verbandes. Reugeld 2 Mk., Laufstrecke etwa 8 km, Steigung 200 m, Gefälle 300 m. 3 Preise. Nachm. 2, Uhr: Volkslauf (Abfahrtslaus). 3 Preise. — Montag, 27. Januar, vorm. 9E. Uhr: Hiudernislauf. Nur für Mitglieder des Deutschen Schiverbandes. R ugeld 1 Mk 3 Preise. Vorm. 10V2 Uhr: Jugendlauf (Abfahrtslauf ohne Stock). 3 Preise. Vorm. IV/2 Uhr: Interner Sprunglauf. An der im Bau begriffenen Schanze hinter dem Klubhaus. Nur für Mitglieder des Schiklub Gießen. Reugeld 2 Mk. 2 Preise. Mittags 12V» Uhr: Mittagessen im Klubhaus. Sämtliche Strecken sind durch Spurlaufen und Fähncksen deutlich markiert. Nachm. 2 Uhr: Preisverteilung. "Aachm. 3 Uhr: Gemeinsamer Ablauf rtach Sck)otten. Abendessen und Unterhaltung im Gasthaus zur Traube. Anmeldungen zu den Rennen sind unter Beifügung des Reugeldes an Herrn Karl Schulze, an den Renntagen an das Wettlaufbureau im Klubhaus zu richten, spätestens 30 Minuten vor Beginn des Startes. Einsatz wird nach den Bestimmungen des D. S. V. nicht erhoben. Gelaufen wird nach der Wettlauf- orbnung des Deutschen Schi-Verbandes. Bei ungünstigen Schneeverhältnissen werden die Wettläufe um sechs Tage-
des Pln)sftal<!chen Instituts.
Allg. Deutscher Sprachverein und Hess. Vereinigung für Volkskunde: Vortrag von Leliranusassesfor Dr. G. Faber: Al u n d a r t i 0 r f ch n n g , Viundartliches und 0 b e r h c f f i f cb e Mundarte n. Abends 8% llljr im großen
** Tageskalender für Dienstag, 21. Januar: Stadt- Heater: „Ter Retter in der 9loi.fl Anfang 8 Uhr.
Ober Hess. Gefell febaft für Natur- und Heilkunde: Vortrag von Pro'essor Dr. König: D r a b 11 0 f e Telegraphie u n d i n t e r n a t i 0 u a l e Zei 1 signa 1 e (mit Vorführung der Gießener Station). Abends 8'/, Uhr im Hörsaale


