Ausgabe 
18.10.1913 Zweites Blatt
 
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berührt es geradezu wohltuend, wenn ein energischer ganzer Mann die Schleier herunterrcißt und der erstaunten und erschrockenen Menge zeigt, wie unerbittlich ernst und drohend das Bild ist. T)as tat der österreichische Kriegsberichterstatter Binder von K'riegl- stein in seinem Borttage über den Baliankrieg. Seine geraden, schlichten, jedes oratorischen Schmuckes entbehrenden Ausführungen machten mit ihrer soldatischen Straffheit und strenge auf die zahl reiche Zuhörerschaft einen tiefen Eindruck. Während des Vottrages führte Herr vor/ Krieglstcin seinen Zuhörern in etwa 200 vor­trefflichen Lichtbildern, deren Originale er selbst oft nur mit Lebens gefahr aufnehmen konnte, die Schrecken des Krieges sowohl von Tripolis als auch auf dem Balkan vor Augen. Die Zuhörerschaft nahm Eindrücke mit nach Lause, die sie sobald nicht vergessen wird."

Landkreis Gieren.

2$. Lich, 17. Ott. Gestern abend erlosch plötzlich wieder da? elektrische Licht in der ganzen Stadt, so das; man wieder einmal zur alten Petroleumlampe greisen mußte.

Kreis Büdingen.

4- Orten berg, 17. Okt. Ter altbekannte Kalten-- Markt findet in diesem Jahre schon vom 25.30. Oktober statt. Mit dem Markt ist eine Verlosung von Fohlen, Rin­dern und landwirtschaftlichen Geräten verbunden. Ta die Lose stets regen Absatz fanden, ist in diesem Jahre zum erstenmal ihre Zahl um 1000 erhöht worden. In dem benachbarten Wippen b ach ist bei einigen Familien ein schlimmer Gast eingekehrt, die spinale Kinderläh­mung. Wie gefährlich diese Krankheit ist, zeigt der Tod eines fünfjährigen Kindes, das am Nachmittag in Orten- berg Besorgungen machte, gegen Abend erkrankte und am andern Tag schon st a r b. Tie Häuser, in denen Kinder an der Lähmung erkrankt sind, sind durch ein ausgehängtes Schild kenntlich gemacht.

4- Lißbcrg, 16. Okt. Nach sechsjähriger Vakanz ist die Pfarr stelle auf Wunsch der Gemeinde wieder besetzt worden. Psarrverwatter Herpel, zuletzt Pfarrassistent an der Paulus-Kirche in Tarmstadt, wurde zum Verwalter der Stelle ernannt. Er wird am 2. November seine An^ trittspredigt halten.

4- Schwickartshausen, 17. Okt. Unsere alte Kirche, eine der ältesten des Hessenlandes, ist mit einem Kostenaufwand von mehr als 10Ö00 Mk. neu hergerichtet worden. Tieser Betrag wird zum weitaus größten Teil aufgebracht von den zur Pfarrei gehörenden Orten Schwickartshausen, Eckartsbach, Babenhausen und Bell­muth. Tie Einweihung der neu hergerichteten Kirche soll am 25. Oktober stattfinden.

Nidda, 17. Okt. Mil Beginn des Winterhalbjahres sind im Lel rerperional verschiedene Aendernngen eingetreten. Lehr- arntsassessor Fischer wurde zur Erfüllung feiner Militärdienst­pflicht aps ein Jahr nach Freiburg i. B. beurlaubt. Zur Fort­setzung des Vorbereitungsdienstes, wurde der Anstalt eine Lehr­kraft in der Person des Lehranits-Referendars Lauckhard, bisher in G irre n, überwiesen. Der Unterricht an der Anstalt wird mit Iji'ih auf aus der Richtung Büdingen, Ortenberg und Schot 1 r hie ri >m.uenden Züge von jetzt ab das ganze Jahr durch uni 8,30 Uhr 'Ente 1 Uhr> begonnen werden.

Kreis Lauterbach.

R. Lauterbach, 17. Okt. Bei dem Stafettenlauf der Deutschen Turnerschaft, Nassau -Leipzig, der heute 1.50 Uhr .mittags mit einigen Minuten Verspätung durch Lauterbach ging,, wurde an d-'m oo: zwei Jahren niedergelegten altert 'Spießhause, der Geburtsstätte des Gründers des Schultur­nens Adolf Spieß, durch den hiesigen Turnverein ein aus dem aufbewahrteu Holze fünft Heb hergestelltes Kreuz mit den 4F. einem Stafettenläufer zur Weiterbeförderung nach Leip­zig mitgegeben.

R. Altenschlirf, 17. Okt. Heute nachmittag brach in der Hofreite des Kirchenrechners Görich hier Feuer aus, wodurch das ganze Anwesen in kurzer Zeit uieder- branntc. Die ganze Ernte wurde ein Raub der Flammen. Die Entstehung des Feuers ist unbekannt.

Kreis Friedberg.

lL,' Friedberg, 17. Ott. Unsere katholische Kirche ist für die große Gemeinde 'n klein geworden, besonders da noch über 100 Soldaten hinzugekommen sind. Es ist darum für das Militär ein eigener Militärgottesdicnst eingeführt worden, der Sonntags um 8' .. Uhr beginnt. Heuld fin bet in Ockstadt eine Zusammenkunft unseres Bürgermeisters mit der Vertretung des Freiherrn v. Frankenstein und der Bürgermeisterei Ockstadt betreffs des Exerz ier- platzes statt, die, wie man hofft, zur endgültigen Abgabe des Geländes führen wird.

8 Bad-Nauheim, 17. Olt. In den Kcllcvräumcn der Firma Kahn in der Fürslenslraße mar heute mittag Feuer audgebrochcu, das durch Unvorsichtigkeit eines Mädchens entstanden war, welche? dort mit einem Licht zu tun hatte. Die Feuerwehr ivar rasch zur Stelle, so daß ein Umsichgreifen des Feuers und ein größerer Schaden ver­hindert werden konnte.

KreiS Wetzlar.

w. Wetzlar, 17. Oft. Am Montag, den 3. November, beginnt die landwirtschaftliche Wi nterschule da? neue (22.1 Schuljahr. An Stelle des verstorbenen Direktors (Sourti n wurde Tr. K och als Leiter der Anstalt berufen.

---Hohensolms, 17. Oft. Der 80jährigen Vete­ranenwitwe H. Führer wurde auf ihren Geburtstag ein Gnadengeschenk des Kaisers im Betrage von 60 Marl zuteil.

~ Hessen-Nassau.

X Schl ü ch t e r n, 17. Oft. Der ,,Heimatbund" hat in seiner Borstandssitzung die Herausgabe eines für die Hand der Schüler in Volks und Fortbildungsschulen bestimmten und zur Ergänzung der Lehr und Lesebücher dienenden H c i m a t b u ch e s" beschlossen nnd zu dessen Bearbeitung eine aus Schulmännern, Geistlichen und Beamten bestehende Kommission gewählt, die ihre Arbeit demnächst aufnehmen wird. DasHeimatbuch" soll sich über Landschaft und Volks tum, Sitte und Sprache, Sage und Geschickte, Natur und Wirtschaft des Kreises verbreiten und rin wesentliches Mittel feilt, die Heimatkenntnis zu fördern und die Heimatliebo und den Heimatfiun schon in der Jugend zu wecken.

Gewerbliche Revisionen 19$5.

3. OuartaL

In den Monaten Juli, August und September wurden in Gießen revidiert:

1. Betriebe, in denen Maler-, Anstreicher-, Tüncher-, Weiß binter- oder Lackierarbeitcn ausgenchrt werden, auf Grund der §§ 135, 136 der Gewerbeordnung und 8 241 der Ausführungsver ordnung zur Gewerbeordnung, sowie der bundesratlicl:cn Bestim­mungen vom 27. Juni 1905, die Verwendung von Bleifarben oder deren Gemische betreffeub. 2. Petrolcumtarrkwag en und verschie­dene Petroleumlagcr auf Grund der Verordnung vom 20. Mai und der gestellten Bedingungen. 3. Molkereien auf Grund der Bekanntmachung vom 4. Juni. 1910 bezüglich Befä)äftigung von Arbeiterinnen. 4. Verschiedene Tampssessclanlagcn. 5. Tie ge­werbsmäßigen Stcllenvcrwutlcr auf Gruno des Stcllenvcrnnu lungsgesetzcö vom 2. Juni 1910. 6. Tie Fruchteishändler in Bezug auf Reinhaltung der Geräte und des Materials. 7. Offene Ber- kau'Sstellen, in denen Margarine, Maraarinckäse oderKunstspcisc fett aufbewahrt und verkauft wird, auf Grund des Margarine gesetzes vom 15. Juni 1897. 8. Tie Borstenzurichter eien, sowie Bürsten- und Tinselmachercien auf Grund der Bekanntmachung vom 22. Ottober 1902. 9. Sprengstofflager in Sreinbrüchen und Sandgruben, in Bezug auf Lagerung von Sprengstoffen auf Grund der Bekanntmachung vorn August 1884 und 5. August 1904 sowie der Verordnung, den Bcrichr mit Sprengstoffen betreffend vom 21. Tezemter 1893. 10. Bäckereien und mit diesen verbun­dene Konditoreien aus Grund der bundesratlichen Verordnung vorn 4. März 1896 und der Polizcivervrdnung vom 20. Oft. 1907. 11. Kleider- und Wäschclbnfcktionsgcschäste aus Grund der Bc fanntrnachung vom 14. Februar 1913, bett. Führung von Lohn büchern. 12. Barbier- und Friscurstuben auf Grund der Polizei Verordnung vom 20. Dezember 1909 und 14. Juni 1904. 13. Tröd­ler aus Grund der Verordnung vom 2. August 1899. 14. Offene Verkaufsstellen in Bezug auf Führung von Rnm mit der Bezeich­nungRum-Facon". 15. Wasch- und Bügelgeschäfte in Bezug auf Arbeitszeit, Uebcratbeit, Sonntagsarbeit. 16. Baggereibetriebe auf Grund her Polizeiverordmmg vvm 7. Dezember 1908 und der gestellten Bedingungen. 17. Betriebe, in denen die Bearbeitung von Faserstoffen, Tierhaaren, Lumpen usw. vorgenommen wird bezüglich Beschäftigung jugendlicher Arbeiter, auf Grund der bundesratlichen Bekanntmachung vom 8. Dezember 1909. 18. Ber­kaus von sogenannten japanischen Kücken in den Spielwarengeschäf­ten, welche arsenhaltig sind. 19. Feuersichertzeit der Warenhäuser auf Grund der ministeriellen Bestimmungen vom 15. Juni 1905. 20. Metzgereien auf Grund her 12 und 14 der Polizei Verordnung vom 2. Januar 1891, das Schlachtwesen in der Stadt Gießen betr. 21. Ofsene Verkaufsstellen, in denen Essigsäure (Essigessenz) seitgehalten und verknust wird, aus Grund des Gesetzes vom 14. Juli 1908. 22. Benzin- und Benzollager aus Grund der Ver­ordnung vom 20. Mai 1903 nnd der gestellten Bedingungen. 23. Gast- und Schanswirtschasteu in Bezug auf Ein­haltung der Ruhezeiten des Personals und Führung der Verzeichnisse, auf Grund der bundesratlichen B:- stimmungen vom 23. Januar 1902. 24. Steinbrüche

und Steinhauereien auf Grund der bundesratlichen Bekannl- madnmg vom 31. Mai 1909. 25. Zur Erhebung kamen 63 Nah- rungs- und Genußmittel, darunter 32 Vollmilchproben und würden dem chemischen Untersuchungsantt übergeben. Von den Milchproben wurden beanstandet zwei wegen Wasserzusatzes, eine roegen Schmutzgehaltes und eine wegen zu niederen spezisischen Gewichtes In den beiden ersteren Fällen wurde Anzeige erhoben, in den übrigen Fällen trat Verwarnung ein. In fünf Fällen aus dem zweiten Quartal wurden wegen Vergehens gegen § 10 des Nah­rungsmittelgesetzes Strafen in Höhe von 15, 40, 50, 60 und 100 Mark unter Auferlegung sämtlicher Kosten ausgesprochen. Außerdem wurden 55 Straßenkontrollen vorgcnoinnrcn. Es ergab sich hierbei eine Beanstandung, da mittelst des Milchmessers das spezifische Gewicht nicht festgestellt werden konnte und die Milch anscheinend gewässert war. Es wurde eine Probe entnommen und dem chemischen Untersuchungsamt zugeführt, welches die Milch als gewässert bezeichnete.

Am brennenden Schacht.

388 Mrisschen harren in den Tiefen der brennenden Kohlen­grube bei Cardiff noch her Retter, benen das Flammenmeer unerbittlich den Weg versperrt, 388 Männer, Don denen zur Stunde niemand sagen kann, ob nicht schon die meisten von ihnen sterbend ihren letzten Lebensabend aushauchen und mir als ver- stüinmclte Leichen zur Erdoberfläche zurückkehren werden. Die Telegramme geben bereits einen erschütternden Eindruck von der Katastrophe, aber von dieser Flut trostlosen menschlichen Jammers, die hier mit einem Schlage über Tausende von Frauen und Kindern, Vätern und Brüdern hereingebröchen ist, erzählt ein Blick auf die stumm am Rande des brennenden Schachts versammelten Menschen mei.r und Ergreifenderes, als Zahlen das je auszu­drücken vermöchten. Sanfte Hügel schmiegen sich um die Schacht- eingänge, düster ragt aus ihrer Mitte das schwarze gewaltige Gerüst empor, das die Kunst der Ingenieure über den Pforten Mir Unttrmett türmte. Aus dem Maschinenhause steigt in hastigen Siesten weißer Dampf empor und vermengt sich mit den gelben dunstigen Rauchwolken, fric unaufhörlich aus den Ventilations­schächten empordringen. Von dem Nnglücksschacht, dem Lancaster Pit, liegt der Bork-Schacht kaum 50 Meter entfernt: auf ihn sind alle Augen bang und fragend gerichtet, durch ihn eilten die RettlingSkolonncn hinab in die liefe, hier ivar cs, wo die ersten grauenvoll verstümmelten Leichen zutage kamen.

Sonst lag diese Stätte am Tage menschenleer, nur Kohlen­wagen, die aus dem Erdinnern bfuauffdmen. rollten über schmale Schienen hastig davon uni) Wagen mit Bauholz rasselten zur Schachtmunbnng, um Dann hinabzugleitcn und vom Dunkel aus- gesogen zu werden. Heute ist nichts von dem Lärm Der Arbeit vernehmbar, eine dnmpse Stille liegt über dem weiten Platze: aber mcnschettlecr ist er nicht, ja so viel Menschen hat er wohl selten auf einmal erschaut. Mit Mühe gelingt es den Schutzleuten, die Menge ein wenig zurückzuhalten: oon einem erhöhten Punkte aus sieht man klapsenden Herzens, das; die Zahl der ^rroifenen, die hier sm mm harren unb die Lippen aufeinander preisen, nicht nach Hunderten, nein, nach Tausenden zählt. Und seltsam: aus allen diesen Mcnsckiengcsichtern liegt säst der gleiche Ausdruck; gestern mochten vielleicht noch leise Schimmer her Hoffnung auf leuchten, aber heute binber mitte trostlose Resignation, eilte bumpse, gleichsam zur Bewegungslosigkeit erstarrte Verzweiflung alle diese Wesen zu einer Einheit. Tort stellt ein Mann, der gar nicht mehr zum Schachte hinblickr, er steht wie versteinert, und seine Augen blicken in«? Leere. Regungslos, wie ein lebendes Stand bild rastloser Trauer, steht dieser alte Mann da, seit Stunden schon, er weiß selbst nicht mehr, lüic lange unb wozu; .er weiß nur, daß seine beiden Söhne, der Stolz und der Trost g'cines LedenSwinters, irgendwo da bruiucn sind, dort, wo cs brennt und wo Teilte Rettung möglich scheint. Ticht neben U;m stehen zwei junge Frauen, die sich eng umschlungen halten. Sie meinen nicht, sie haben sich ausgeweim, die Augenlider sind geschwollen, unb mit jeher Stunde der Ungewißheit, mit jeder Stunde ab nehmenden Hoffens, wirb das (trauen mächtiger, so das; die Träncnquellen versiegen. Hin und wieder gellt fin Schrei oder zuckt ein verhaltenes Schluchzen durch die Menge: dann entsteht au irgend einem Punkte dieses McnfchenmeereS eine schnelle

baitige Bewegung, ent Wirbel bildet fick: und ein paar Augen­blicke später sieh: man, wie Männer mit grimmig zumuuMmgc- bissenen Zähnen eine weinende Frau sortfützven, fort in ein Haus, dessen Herr wohl nimmer wiederkehrt.

Nahe am Schachteingang drängen fich die .'tinter: vielleicht verstehen sie noch nickt bic ganze Große des Unglücks, das über sie hereingebrochen ist, sic warten nur aufVater", aber sie warten nun schon so lange, ohne daß er kommt, und die Menschen ringsum blicken so traurig, und sie find so müde, diese .'kleinen, daß sie nickt mehr zu iLüftern wagen unb nur noch Angst haben, Angst vor etwas Ririclhaftcm, Unerkläriicken, das da naht. Da erscheint am Scyacht eine kleine Männrrgruvpc: auf einer Trag­bahre, von einem Tuche verhüllt, schleppen sie etwas davon, wicder^unlcnnllich gewordene Ueberrefte eines Mensclwn, der vor zwei Tagen noch lachend seine Frau küßte und seinen Blond" köpsen über den Scheitel strich. DaS Stück Sackleinen, das diese irdischen Reste verhüllt, kommt durch eine ungeschickte Bewegung ins Gleiten: unb der Blick fällt auf ein verzerrtes menschliches Antlitz. Hastig schiebt eine Hand den großen Schleier wieder empor: keiner erkannte den Toten, nur eine kleine Frau. Ihre Augen weiten sich, aus der Brust kommt ein entsetzlicher Schrei, der alle ringsum die Kopse senken läßt.Mein Mann!" schluchzt sie aus und sinkt zusammen. Zwei Männer führen sie behutsam davon, man sieht, wie die derben Seme die Tränen verbeißen und die Fron mit einer Zartheit fassen, die nur ein grenzenloses Mitleid diesen schwieligen Händen schenken Formte.Wann kommt Papi?" tragt dort eine helle dünne Kinderstimme; aber niemand antwortet, nur die Frau, bic hinter der Kleinen steht, schluchzt auf unb erstickt dann hastig ihr Weinen unter einem Tuck. " Das Schlimmste war, baß bei der ersten Nachricht aus den Tiefen das entsetzliche unbarmherzige Wort fiel, das da heißt:keine Hoffnung". Was nutzte es, daß man es bann abzuschwächen kuckte, es wäre verstanden worden, auch wenn es nie gefallen wäre. Sie alle, die hier stehen, sie fühlen es dumpf:feine Hoffnung": aber dahinter zittert immer noch ein banges Vielleicht und läßt die Taufende hier stehen. Stunde um Stunde. Und selbst das Dunkel der Nacht laßt sie nicht hcimkehren, hier stehen sie noch im Fackelscheine, warten und warten, tato wissen doch, daß die nahende Wahrheit furchtbarer fein wird als diese ©hinten der Ungewißheit und des verlöschenden letzten Hoffens . . .

vermischtes.

D i e Freilegung eines etruskischen Gräber­feldes. In der Provinz Grossetv hat der Principe Tommaso auf feiner Besihuna Mnrsiliana, wie int Cicerone berichtet wird, ein großes etruskisches Gräberfeld freigelegt, das bis in das 8. und 7. Jahrhundert v. Chr. zurückrcicht. Die Funde, die dem Museo Archeologico in Florenz überwiesen werten, bestehen in goldenen, silbernen, bronzenen und anderen ttegenständen, find nnnnaber z. T. durch die Last der darüber gestürzten Steine fchwer beschädigt. Einige besonders kostbare Kunstarbeiteti aber sind un­versehrt und unter diesen ragt wieder hie schnell berühmt ge­wordene Fibula C o r s i n i hervor, ein herrliches Stück, aus Goldplatten bestehend, hie auf Silber gehämmert find. Die Fibel, auf ter in getriebener Arbeit die Mejadcn mit den Sternbildern des Löben und ter Zwillinge als Symbol der ewigen Wiederkehr in der Natur dargestellt sind, ist als Arbeit des 8. Jahrhunderts v. Ehr. einzig in ihrer Art.

Monatl. Uedersicht Ser Todesjälle in der Stadt Sieben. Monat September 1913.

C inwohne^ahl: angenommen zu 33 400(tnf(. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 18,5

nach Abzug von 30 Ortsfremden: 7,4 °/M.

Hin »ec

ES starben am Zusammen: Erwachsene:

im 'nSjahc:

ÜOlll

2.15. Jahr:

L Leb«

Wochenbettsieber

1 (1)

KD

Scharlach

1 (1)

1 (1)

Diphtherie

2

2

Tuberkulose

5(3)

5(3)

Lungenentzündung anderen Lungen-

1

1

krankheiten Herz- und Gefäß-

2(2)

2(2)

krankheiten

6(2)

6(2)

Darmkatarrh anderen Tarrn-

HD

1(1)

krankheiten

3(3)

3(8)

Nierenentzündung

Bösartigen Neu-

1

1

bllduuqeu

5

5

Verunglückung

7(7)

5(5)

2 (2)

anderen Krankheiteir

15 (10)

4(3)

9(5)

2(2)

Summa: 6u (30) 33 (19) 10 (6) 7(5)

®nm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betteffenoen Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrockte Kranke kommen.

Spklplan der vereinigten Zranlsurter Stadttheater.

Gpernhaur.

Sonntag, den 19. Oktober, nachnnltags'/,4 Uhr:Ein Walzer- traum.* Abends */.8 Uhr -Die Jüdin." Montag, den 20. Okt., abends V28 Uhr: ^Der Graf von Lureinburg.- Dienstag, den 21. Oktober, abends 7a8 Ubr: .Der Freischütz." Mittwoch, den 22. Oktober, abends 7 Uhr:Don Carlos." Donnerstag, den 23. Oktober, abends 'laB Uhr: .Madame Butterfly " Freitag, den 24. Oktober, abends 728 Uhr.Der liebe Augilstin.' SamStag, den 25. Oktober, abends/?8 Uhr :Die Hugenotten." Sonntag, den 26. Oktober, nachmittags *1,4 Uhr:Ter Zcheunerbaron." Abends 7,8 Uhr:Falstaff." Montag, den 27. Oktober, abends 7,8 Uhr:Zar nnd Zimmermann." Tienstag, den 28. Oktober, abends 7,8 Uhr:Der Zwerg und die Infantin." tntraut: Allessandro Stradella." Mittwoch, den 29. Oktober, abends 7 Uhr: Tannhäuser."

Schauspielhaus.

Sonntag, den 19. Oktober, nachmittags 3 Uhr:Pupvchen." 'Abends 8 Uhr:Das Mahl der Spötter." Montag, den 20. Okt., abends 8 Uhr:Die weiße Weste." Dienstag, den 21. Oktober, abends 8 Ubr:Tas Mahl der Spötter." Mittwoch, den 22. Oktober, abends 8 Uhr:Colberg." Tonnerstag, den 23, Oktober, abends 1 ,8 Uhr:Maria Stuart." Freitag, den 24. Oktober, abends 8 Uhr:Alt Heidelberg." SamStag, den 25. Oktober, abends 8 Uhr: Zuin ersten Male:Schwestern." Drama in 3 Akten von Theodor Poppe. Hierauf: Zum ersten Male:Der verwandelte Komödiant " Ein Spiel aus dem deutschen Rokoko in 1 Auszug von Stefan Zweig." Sonntag, den 26. Oktober, nachmittags 3 Uhr:Püppchen." .'ibendS 8 Uhr: .Colberg." Montag, den 27. Oktober, abends 8 Uhr : Tr. Klaus." DieuStag, den 28. Oktober, abends 8 Uhr:Colberg." 'Mittwoch, den 29. Oktober, abends 8 Uhr:Schwestern." Hieraus: Ter verwandelte Komödiant."

Cheuffeurkuree.

Rhslnlsehes

echmkum Bingen >

Die neueste Hutmode

behauptet man, fände bei den Frauen mehr Beachtung, als die wichtigste Neuerung für die Küche. Dass diese Behauptung üiHecht hat, beweisen die neuenLiebig-Kugeln^, die sich im Nu die Sympathien der Hausfrauen erobert haben.Liebig-Kugeln sind allerdings ein Artikel, dem bei seiner Vielseitigkeit, Ausgiebigkeit und einfachen Handhabung jede Hausfrau Beachtung schenken muss. d*^