Deutscher Genossenschasistag.
Meteorologische Beobachtungen der Station Sieben.
Weiter
s
bi
Arckfino Anw!.^ eg,enherten aller Genossenschaften ihren, stunde der 'Sammlungen aus dem persönlichen Besitz ihres tnn>
Er stcUte Mmnbcn^^raa 9 "Verbandsrevi,ion". storbenen Vaters, deren Wert höchstens 200 000 Franks beträgt.
„J,, -L1 ^nB l i;illi i.l?.' ____________________________________' 'Tas Urteil bestätigte die Entscheidungen des Ersten Gerichtshofes.
August
+ 18,0
7.9
9,2
8,4
W WNW still
2* 916
750,7
751,3
751,7
9
1
10
4
9 still
Aug.
1913
53
88
95
Sonnenschein Bew. Fimmel Nebel
17.4
12,0
9 5
SH
--H
*&
Die Seldafsären der Prinzessin Luise von Kobnrg.
Aus dem Tische der Wiener Staatsanwaltschaft liegen neue Anzeigen gegen die Prinzessin Luise 'von Koburg und ihren ständigen Begleiter, den ehemaligen Oberleutnant Mattasitsch; sie sollen einen Hamburger Ingenieur und einen früheren Berliner Reclstsanwalt um mehr als 5 Millionen Kronen geschädigt haben. Bon Luise von Belgien, der einstigen Prinzessin Philipp von Koburg hat man yirm letzten Male im April dieses Jahres gehört, als sie mit ihrer Schwester Stephanie den Berufungs- prozeß um das Erbe König Leopolds II. verlor. Tas Brüsseler Appcllationsgericht wies sämtliche Ansprüche der Klägerinnen ab Sie erhielten nichts von den 60 Millionen, die sie aus den hinterlassenen Kongowerten, Grundstücken und der Niederfüllbacher Stiftung verlammten. Zugestaiiden wurden ihnen nur «einige Gegen-
„ + Posen, 211 Aug.
Dre heutige Sitzung des 54. Allgemeinen Genossen schafts- tages begann mit der Hauptversammlung der Handwerktzr- ge nassen sch ast en. Zunächst sprach Rechtsanwalt Erece- lrus (Charlottenburg) über „Schlußfolgerungen aus der Statistik über die Grundsätze und die wirtschaftliche Lage der Handwerkergenossenschaften". Er hob besonders eine neu aufgetanqtc Ansicht hervor, daß das Genossenschaftstvesen seiner innern Struk- tur nach ungeeignet sei, wirklich die Lage der Handwerker zu bessern und daß die Behauptungen der Handwerkergenossenschaften immer zu Fehlschlägen führen müßten. Der Redner suchte auf Grund eingehender Durchforschung der Bilanzen der Handwerkergenossenschaften nachzuweifen, daß dieses Urteil in seiner Allgemeni- heit keineswegs richtig sei. Wenn die Erfolge auch nicht überwältigend seien, so sei es doch eine Verkennung der Verhältnisse diese Erfolge zu leugnen. Besonders reüssierten die Rohstofs- geuos senschaf ten, wie jene der Bäcker, Schuhmacher uub oer Schneider und die Wareneinkaufsvereine, die durchwegs gute Ergebnisse erzielt hätten. Das gleiche gelte von den Häute- und Talgverwertungsgenossenschaften, die zum Teil sogar Großbetriebe darstellten. Weniger günstig sei das Bild, das die Werk- und Produktivgenossenschaften bieten. Die Gründe für die Mißerfolge seien nachweislich vielfach in Organisation und Kalkickation oder ungeeignter Leitung zu suchen. (Beifall.)
In der Aussprache betonte Anwalt Dr. Gr üg er, dal; alle Handwerkergeiiossenschasten sich ausgezeichnet als Submis- sionsgenossenschaften bewähren könnten. Tie Wareneinkaufsgc nosfenschaften könnten dann am besten reüssieren, wenn sie bew Kauf von Massenartikeln begünstigten; das sei aber gerade bei Handwerkergebrauchsartikeln sehr schwer. Ein Beschluß wurdc in dieser Sache nicht gefaßt und die Versammlung durch den Vorsitzenden geschlossen.
Hierauf nahm die zweite Hauptversammlung über dre gemeinsamen Angelegenheiten aller Genossenschaften ihren
Höchste Temperatur am Niedrigste
Kleine Tageschronik.
In Berlin wurde am Donnerstag morgen die Post- chassners witwe Seiler mit ihren beiden Kindern in ihrer Wohnung Jorsterstraße bewußtlos a u i g e i u n d e n. Die Wohnung ivnr mit Gas gefüllt. Der zweijährige Sohn ist tot, Frau Seiler und ihre achtjährige Tochter sind so schwer vergütet, daß wenig Hoffnung besteht, sie am Leben zu erhalten. Ter Beweggrund zur Tat ist Lebensüberdruß infolge chwerer wirtschaftlicher Bedrängnis.
In Hamburg drangen in der Nacht auf Mittwoch Diebe durch ein in die Decke gebohrtes Loch in das Geschäft der Hof- juroeliere Knapp u. Schlesinger am Jnngfernsteg und st a h l e n für 50000 Mark S ch m u ck s a eh e n.
Obstkuchen - mit Hefe gebacken - sind delikat und wohlbekömmlich!
.Nach einem Vortrag des Verbandsrevisors Wilms (Lüdenscheid) über die bei Aufstellung von Bilanzen zu beachtenden Grundsätze folgte ein Bericht von Direktor Berger (Görlitz) über den Wert einer sachgemäßen Kalkulation. Er stellte folgenden Antrag:
„Ta die kaufmännische Kalkulation die Grundlage für das Gedeihen jedes Geschäftsbetriebes ist, wird den Konsumvereinen empfohlen, den größten Wert auf eine solche zu legen; besonders die immer wachsende Eigenproduktion erfordert schärfte und sich wiederholende Kalkulationen. Zu diesem Zweck ist ein Kal - kulationsbuch anzulegen, in welches sämtliche Waren zum Einkaufspreise einschließlich aller Spesen übersichtlich eingestellt sind, so daß sich nicht nur die Einkaufspreise ergeben, sondern auch die Mengen der int Laufe des Geschäftsjahres bezogenen Waren und die Konditionen, zu welchen die einzelnen Einkäufe betätigt wurden. Dieses Kalkulativnsbuch bietet die Gwähr, daß die Waren zum wirklichen Einstandspreis in die Bilanz eingesetzt werden, ferner eine zahlenmäßige Uebersicht über den Gebrauch der einzelnen Artikel in jedem Geschäftsjahr und schließlich eine leichte Uebersicht über die verschiedenen Konditionen der einzelnen Lieferanten, was bei Betätigung neuer Käufe immer von Vorteil ist."
Der Antrag wurde angenommen und sodann die Versammlung geschlossen.
Deutscher ttatholiken-Tag.
Metz, 21. August.
Der heutige letzte Tag der 60. Hauptversammlung der Katho- akn Deutschlands wurde durch die 5. und letzte geschlossene Versammlung
«»geleitet, die unter der Leitung des 2. Vizepräsidenten, Rechts- ia-moalt Trunk (Karlsruhe), stand. Zunächst begründete General- irerretär Dr. Pieper (M.-Gladbach, einen Antrag, der die För- 'berung des Katlzolischen Frauenbundes bezweckt, und der ohne ^Aussprache angenommen wurde. Desgleichen einen Antrag über Rekrut en für sorge, in dem alle diejenigen Kreise, die Msher an der religiös-sittlichen Vorbereitung der Rekruten durch Kekrutcnexerzitien noch nicht mitgearbeitet haben, zu dieser Mit- «rrbeit ermutigt werden. Nunmehr legten Msgre. Wert mann '(Frerburg) und Generalsekretär Weydmann einen Antrag über »FD bdachlosen- und W a n b er er f ü r f o r g e" vor. Wehd- 'nnrnn führte hierzu aus, daß wir von der Vorlage eines neuen Mvcck-sgesetzes für die Wandererfürsorge stehen. In einigen Ein- gftaaten i|t in dieser Beziehung schon etwas geschehen, so in ^Württemberg und Elsaß-Lothrmgen. Aufklärung über diese Frage ulti) charitativen Vereinen sei unbedingt notwendig.
?Der Antrag wurde darauf einstimmig angenommen, ebenso An- ;trage aus Förderung der Vincenz-Vereine, auf Ein- iMhrung des Religionsunterrichts in den Fortbildungsschulen und aus Reformierung des Kinematv- graphenwesens.
21.
21.
22.
ss“/8
20. bi« 21.
20. . 21.
sed eaf«
5-eil
3Raw meche einen Versuch nach folgendem Rezept: Mürber Kuchenteig zu allen Obstkuchen: Zutaten V2 Pfd. Mehl, o a ^unstbutter), 15 g frische Hefe oder 1 Päckchen Dauerhefe „Florylin", 1 Prise Salz und
Iucke -'^Nilch nach Bedarf. Aus den Zutaten macht man einen Teig, den man in einer Schüssel zugedeckt aufgeben ^7 ^ad)bem roirb cr ausgerollt, auf ein gefettetes Kuchenblech gelegt, nochmals gehen lassen, dann mit beliebige ^xu^en belegt und gargebacken. Rezeptbücher mit 199 Rezepten nebst einer leicht faßlichen Anleitung für das Backe.: mit Hefe versendet der Verband Deutscher Preßhefefabrikanten, Serlin SW. 11, gratis und frouko an jedermann.
Ljn der Erwartung ihres Sieges hatten die beiden Klägerinnen j alle Vergleichsvorschläge des belgischen Staates abgelehnt. Durch dxe Entscheidung des Brüsseler Gerichts sind die Rechtsmittel der Prinzessinnen erschöpft. Sie müssen sich mit dem Anteil an den 16 Millionen, die Leopold II. in seinem Testament als sein einziges Privatvermögen erklärt hat, begnügen. Der Anteil Luisens an jenen 16 Millionen ist aber längst verpfändet, vergeudet und verloren! Alle reellen Geldauellen sind versiegt. Auch der letzte Versuch der Prinzessin, das Mitleid ihres Vetters, des derzeitigen belgischen Königs zu erregen, schlug fehl. König Albert empfing die Abenteuerin nicht einmal mehr. Luise und ihr Freund Matta- sttsch, der einstige Adjutant des Prinzen Philipp von Koburg operieren nur noch mit vagen Hoffnungen oder, wie die letzten Strafanzeigen behaupten, schon mit wissentlichen Täuschungen, um ihre Gläubiger hinzuhalten oder neue, höchst bedenkliche Geldquellen zu erschließen.
Die letzte öffentliche Versammlung
Wurde von dem 1. Vizepräsidenten Ho en eröffnet, der ein Danktelegramm des Kardinals Kopp für die der Fuldaer Bischofs- Inferenz übermittelte telegraphische Huldigung verlas. — Den Hauptvortrag erstattete unter wiederholten Beifallskundgebungen der Versammlung P. Bonaventura (Ber- ttn), der über die Entchristlichung des öffentlichen Lebens sprach. Der Redner rief die Katholiken Deutschlands Meinem neuen gewaltigen Kreuzzuge auf gegen das uwderne Heidentum und den Modernismus mit einer Kultur, Die in ihren- Auswüchsen an die schlimmsten Zeiten des römischen Niederganges erinnere und deren endgültige Frucht die Revolution sein würde. Dieser Aufruf bedeute nicht einen Kampf gegen Andersgläubige, denn die Katholiken seien dankbar, wenn die Andersgläubigen an ihren Flanken stehen. Der Redner ruft besonders die Jugend und die Frauen zu diesem Kampfe auf unü wendet sich im Anschluß daran gegen die modernen Moden, wie sie von ausländischen Koketten und Kokotten erfunden wrnden seien. Wir wollen fest sein wie der Diamant Gegen bte Sturme der modernen Welt und zart wie eine Mutter gegen un)er Volk, den Heiligen Vater und die heilige Kirche. So. wolleii wir alles restaurieren in Christo.' Zum Schluß ergriff der Redner das am Skapulier hängende Kruzifix, hob es empor und forderte alle auf, sich dem Kreuze zu geloben. (Stürm., anh. Beifall.)
Nachdem Vizepräsident Hoen dem Redner gedankt, nahm Fürst zu Löwenstein das Wort zu der üblichen . .. S ch luß a nspr a che,
m der er seine Freude über das glückliche Gelingen der Tagung aus)prach. Im Frieden von Metz habe nicht der 'Line ober Andere Recht bekommen, sondern die Gesamtheit der kcttho- Ittchen Arbeiter. Wir haben wieder einmal die Erfahrung gemacht, daß wir nicht allein stehen, sondern daß Tausende und Millicuen mit uns kämpfen; es ist ein beglückendes Moment, daß wir in unseren Zielen einig sind. Daher wollen wir gern Heimkehren vnd in der Heimat neue Kräfte wirken lassen
Mchof Benzler stellte ebenfalls fest, daß die Tagung in Zeise verlaufen sei, sie sei eine Kundgebung der katholischen Einigkeit gewesen. Gott gebe, das; diese Einig kett in Zukuntt niemals gestört werden möchte. (Lebh. Beifalls
Darauf knieten die Kongreßteilnehmer nieder und empfingen den Segen der anwesenden Bischöfe. — Unter Ansttmmung des ambrosianifchen Lobgesanges ging die Versammlung auseinander.
„Der Allgemeine Genofsenschaftstag erklärt gegenüber den j F auf Grund einzelner Zusammenbrüche von Genossenschaften hervorgetretenen Anregungen, die Bestimmungen über die Revision zu verschärfen, daß, wie zuletzt auf dem Allgemeinen Genossenschaftstag in Kassil 1906 ausgesprochen ist, die Erfüllung der Ausgal^n der Revision nicht gesichert werden könne durch Einführung von Zwangsmaßregeln in die Organisation, sondern durch Hebung des Verständnisses der Organe der Genossenschaft (ür die Zwecke der Revision. Die Revision ist nicht bestimmt, in die Genossenschaft ein neues Organ cinzufügen, vielmehr bleibt die Verantwortlichkeit von Vorstand und Äufsichtsrat in vollem Umfang trotz der Revision unberührt bestehen. Sa/He des Revisors ist es, zu prüfen, ob die Einrichtungen der Gknossen- schaft, die Geschäftsführung und die Kontrolle den bettwhrten genossenschaftlichen Grundsätzen entsprechen. Dabeu wird der Revisor, und zwar unbeschadet der Verantwortlichkeit des Aufsichtsrats nach Möglichkeit sein Augenmerk auch zu richten haben auf die Prüfung der geschäftlichen Lage der- Genossenschaft. Unbedingt festzuhalten ist an der üblichen Femlmltung des Revisionsverbandes von geschäftlichen Unternehmungen irgendwelcher Art."
Die Prinzessin behauptet z. B., im Besitze eines Briefes des Deutschen Kaisers zu fein, der ihr für den Fall großer Not ferne Hilfe zusichert. Der Brief, der schon so manchem Geldmanne vorgelegt wurde, ist entweder eine glatte Fä l - s ch u n g, oder, wenn er wirklich echt fein sollte, bezieht cr sich auf eine Zeit, und auf Umstände, die mit den jetzigen Verhältnissen der Prinzessin nicht verglichen werden können. Er hot nicht die mindeste „Kraft" mehr und wirkt nur noch auf ganz wenige, xwn denen, die nicht alle werden. Eine andere Hoffnung, mit der die Prinzessin ihre Gläubiger zu vertrösten sucht, ist ihre Anwartschaftlauf einen Teil des Nachlasfes ihrer Tante, der gemütskranken Exkalserin Charlotte von Mexiko. Die Höhe dieses dereinstigen Nachlasses ist sehr unbestimmt (es sollen 50—70 Millionen Franks )etn), auch der Anteil der Prinzessin an der zu erwartenden Erbschaft oder das Vermächtnis, das ihr ausgesetzt ist, steht durchaus mcht fe)t und kann deshalb für neue Darlehn niemals eine ^lcherhett bieten. Eine dritte Möglichkeit, sich zu rangieren, ^onme allerdings dadurch entstehen, daß der einstige Gemahl der pinnzeifin, Prinz Plsilipp von Koburg oder Prinz Leo, ihr ältester Sohn, in letzter Stunde für die „verlorene" Gattin und Mutter exnsprmgen. Herzog Philipp ist Über 70 Jahre alt, Prinz Leo steht tn den Dretßigern. Beide leben in voller Harmonie in jJrenbeft. Der Sohn muß spätestens zwei Jahre nach des Vaters vorehelichen, so verlangt es das Familiengesetz, damit ■<?5 Kioburgsche Majorat erhalten bleibt. Der Wert dieses Majorats tit außerordentlich hoch, und es wäre für Vater und Sohn ein
-s? v Geldkalamitäten der Prinzessin Luise abzuhelfen, ^eioe denken aber gar nicht daran, weil sie zu genau wissen, daß Damit bem ewigen Skandal doch kein Ende bereitet wäre, und unversöhnlichem Haß die Gattin und Mutter durch solche^ Hilse wieder anzuerkennen niemals geneigt sind.
Das weiß auch die Prinzessin, und deshalb hat sie es bis letzt nie gewagt, ihre Gläubiger auf eine etwaige letzte Unter=• Inpung non jener Seite zu verweisen. Die jetzt 56jährige steht at>o heute nicht nur über und über verschuldet, sondern auch vollständig mittellos da, ohne Aussicht, neue Gelder für ihr verschwend eri|ches Leben flüssig zu machen, und von der Gefahr be- >voht, wegen strafbarer Handlungen mit dem Strafrichter in Kon- Uft su geraten. Der frühere Berliner Rechtsanwalt Dr. Jnh^isen hat der Prinzeifin Pferde und Wagen verkauft, ohne einen Pfennig Bargeld dafür zu erhalten. Die Pferde wurden sofort von der Prinzespn weiter verkauft. Außerdem hat Jnhoffen der Prinzei sin und ihrem Begleiter Mattasitsch mehrmals größere Summen Bargeld geliehen nur mit Rücksicht auf den mysteriösen Bries Wilhelms II. Es scheint also hier ein Betrug vorzuliegen. Für ein Darlehn von 100 000 Mark im Jahre 1909 zedierte die Prin- geffin ihre väterliche Apanage, die aber bereits von einem anderen Geldgeber gepfändet war. Auch hier also eine strafbare Handlung, (nn Hamburger Ehepaar endlich, das viele Tausende an die Prinzessin verlor, bezeichnet sich als „Opfer eines schlau er- onnenen, planmäßig durchgeführten, auf Täuschung beruhenden Systems" der Prinzessin und ihres Beraters. Luise von Koburg teht vor dem Abgrund, und wenn ihr nicht in letzter Stunde von irgend einer Seift geholfen wird, erlebt die Welt noch einen letzten traurigen Akt dieses wenig erfteulichen Fürstenlebens.
Der Antrag wurde angenommen.
Sodann sprach Justizrat Schultz (Filehne) über „'Sie Schulze- Delitzschen Genossenschaften und die Landwirtschaft unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse im Osten". Anwalt Dr. Ci ü g e r sprach^ ferner über „Mitgliedschaft der Genossenschift bei der Genossenschaft". Er stellte den Antrag, die Mitgliedschaft der Genossenschaft bei der Genossenschaft m. u. H. grundsätzlich SU verwerfen. Wo sie für zulässig erachtet wird, ist bei Beteiligung einer Genossenschaft an einer andern die Bemessung der Gefchäfts- guttiabcn und Haftsummen nach der Höhe der geschäftlichen Inanspruchnahme seitens der Mitgliedsgenossenschaften unbebiiagt zu vermeiden; die Höhe der Beteiligung einschließlich der Hastümme sollte die Reserven der Mitgliedsgenossenschaft niemals über)"!eigen; unter allen Umständen ist zu vermeiden, daß die Mitgliedschaft einer Genossenschaft zu dem Zweck herbei^eführt wird, daß der Kredit der andern Genossenschaft eine Steigerung erfühlt. — Der Antrag wurde ohne Debatte angenommen.
Hierauf legte der Anwalt Dr. Crüg er folgenden Antrag vor:
„Der Allgemeine Genofsenschaftstag hält es für dringend erwünscht, daß die durch das Gesetz über Aenderungen im Finanzwesen oom 3. Juli 1913 ausgesprochene Aufhebung d c s Schecks- u n b Quittungsstempels möglichst sofort in, Kraft gesetzt wird, und richtet an die Reicbsregiwung bas Ersuchen, im Interesse der allgemeinen Wirtschaftslage und Förderung der Einschränkung des Bargeldumlaufs den vorgesehenen Termin für die Aufhebung des Scheckstempels, 31. Dezember 1916, .fallen Ku lassen."
Auch dieser Antrag wurde einstimmig angenommen und sodann die Versammlung geschlossen.
Nachmittags tagte die Hauptversammlung der K v n su m t- e r- eine unter bem Vorsitz des Fabrikoesitzers Nolte (Lüdensö^eid). Dr. Crüger sprach hierbei über die „Aufgaben der Konsum- Vereine" und wandte sich besonders gegen die Theorien von Wil- brandt und Adolf Wagner, die den Feinden der Konsumvereine mir Wasser auf die Mühlen lieferten. Er betonte, das Ziel der Schulze^Tclitzschen Genosftnschaften sei nicht die Gemeinschaft, sondern die technische, geschäftliche und soziale Hebung des Einzelnen. In der Aussprache wurde namentlich dagegen Stellung ge- nonrrnen, daß den Beamten die Gründung und Zugehörigkeit zu Konsumvereinen erschwert werde, und gefordert, daß die Be- ist dieser Richtung das gleiche Recht haben müßten wie die Arbeiter. — Die zu diesem Bericht vorliegenden Anträge fanden Annahme.
Handel.
Hannover, 21. Aug. Die Mitteldeutsche Kreditbank erwarb käuflich die Firma Heinrich Varjes, eines der ältesten und angeseheilsten Bankhäuser.


