Ausgabe 
20.1.1913 Zweites Blatt
 
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der Bau wirklich das Haus des Tiberius gewesen ist, ist nach Boni auch durch die jüngsten Ausgrabungen noch nicht erbracht, wenn auch die Wahrscheinlichkeit bestehen bleibt. Bei den Ar­beiten wurde ein Badcsaal von ungewöhnlicher Großartigkeit der Anlage freigelegt: er enthält eine große Treppe, zwei von Por­phyrsäulen und Statuen geschmückte Auskleideräume. Man ent­deckte zehn verschiedene Wasserausslüssc und die Uebcrreste der komplizierten Wasserleitung, sowie einen Massiersessel. Tie Leuch­ter und Bronzekandelaber waren noch vollkommen in Ordnung. Eine kleine Treppe führt zu dem neronischen Fischteich. Von hier schreitet man zwischen den Ucberresten der Häuser aus der Zeit Sullas und der Cäsaren weiter: diese Ueberrestc erwiesen sich als kostbare Beispiele für den Einfluß ägyptischer Kunst: in der Tat zeigen die prachtvollen Malereien, die ausgezeichnet erhalten sind, ägyptisches Gepräge und lebhafte Farben, in denen Scharlachrot, Blau und Smaragdgrün vorwiegen. Tiergestalten, unter denen man Enten und Nilpferde findet, wechseln in der dekorativen Ausschmückung mit stilisierten Lotosblüten. Boni wird die Aus­grabungen fortsetzen imb hat sich dabei das Ziel gestellt, den Werdegang des römischen Wohnhauses von der Zeit des Romulus' bis zu dem prächtigen Wohnhaus der späten Republik zu re­konstruieren.

Eine wichtige bibliographische Entdeckung ist kürzlich von Dr. R. R. Schuller in der College-Bibliotheck der Harvard-Universität in Cambridge, Mass., gemacht worden. Unter den Schriften, die sich auch auf die Sprachen der süd- amerikanischen Indianer bezielien, fand er, derVoss. Ztg." zu­folge, ein Fragment eines Buches in der Sprache der Millcayac-Jn- dianer von Cuyo in der argentinischen Republik, gedruckt in Lima im Jahre 1607, geschrieben von dem berühmten chilenischen Missionar, Jesuitenpater Luis Valdivia. Obwohl Historiker dar­auf Hinweisen, war das Buch bis jetzt den Bibliographen unbe­kannt und Ivurde für verloren gehalten oder gar als biblio­graphischer Mythus angesehen. Es ist das einzige Buch, bay in der längst erloschenen Millcayac-Sprache gedruckt ist: die beiden in der Harvard-Universität gefundenen Blätter bilden die einzige Quelle für die Kenntnis dieser Sprache. Eine kritische bibliographische Notiz von Dr. Sckmller wird in der Zeitschrift des Peabody-Museums erscheinen.

Ein neuer Fortschritt der Röntgentechnik. Nach vielen mühevollen, zum Teil vergeblichen Versuchen ist es' jetzt dem bekannten Röntgentechniker Fr. Dessauer in Frankfurt am Main gelungen, wie er in der Münchener Medizinischen Wochenschrift mitteilt, B e w e g u n g s a u s n a h m e n vom Ä e r - z c n zu niachen, die schnell genug hintereinander folgen 8 bis 10 Aufnahmen in der Stunde fum die einzelnen Phasen der Herzaktion, die Zusammenziehung der Vorhise und Kammern sonnen die darauf folgende Erschlaffung im einzelnen festzu stell en. Für

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Zweites Blatt

nr. (6

165. Jahrgang

Gießener Anzeiger

Erscheint tSgllch mit Ausnahme des Sonntags.

General-Anzeiger für Oberhchen

DieEiehener Zamilienblätter" werden dem Anzeiger" viernral wöchentlich beigelegt, das KreisBlatt für den Kreis Giehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen 3ett- sragen" erscheinen monatlich zweimal.

Montag, 20. Januar 1913

Rotationsdruck und Verlag der Brnhl'schen Universiläts Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag : öl.

$Rebaftion:e=^112. Tel.-Adr.: AnzeigerGreßen.

folgende gewesen:

SeWSrfa Osten in mehrere Richtigen d--Er,°n-nnn -Md FEdnn, besonderz

2. Die vielfach erörterte Airlage einer Haltestelle Gießern

Nord wäre bei Ausführung dieses Planes mit Notwendigkeit g

in dieser Beziehung hauptsächlich

kommen, während .die isolierte Anlage einer solchen andauernd

|a)on Diy in oas .ocarourger vyeoier. oes vioyoDiiei. vurunuty i)in-. . - . .X1> x _ r n < ... p r ;.. n

einleitet, ist es infolge der Gießener Eisenbahnverhältnisse nichtS IriS Stabt öitftn ausgeführt

möglich, die elektrische Bahn auch nur einen Kilometer nach Süden 'E ^wa als ,o0[n

verlängern. Es ist dies ein völlig abnormer und zur die Stadt- nZ

cntwlckluug aus die Dauer geradezu unerträglicher Zustand. Samt^ ,uo nXiit hAm mrsaebant so würden diese

bEä

bahnnetzes im Deutschen R

ch bei

Wallung Gießen in gleicher Richtung bemüht, ohne bisher auch

vom Standpunkt des r e i ch s d c u t s ch c n Verkehrs und der a l l- gemernen w i r t s ch a f t l i ch e n E n t w i ck e l u n g. Ich nenne

1. Die unerträgliche Msperrung der Stadt im Süden an der Frankfurterstraße sowie im Osteii an der Stephansmark wäre

einer gemeinschaftlichen Behandlung am besten durch eine besondere städtische Kommission, unter Leitung des Herrn Oberbürgermeisters, bedürfen.

(Schluß folgt.)

! b) zähle ich hierzu die sogenanitte H i n t e r l a n d b a h n , ,; bic nach meiner Meinung nur dann lebensfäh'g sein wird, wenn

c) die Verlegung der vberhessisch. Linien speziell im Zusammen­hang mit ihrem zweigleisigen Ausbau ist jetzt noch genau so notwendig Ivie vor 13 Jahren.

Neben diesen die Eisenbahnverwaltung betreffenden Gesichts­punkten kommen für die Stadt Gießen folgende in Betracht:

3. daß die Stadt Gießen jedenfalls sich endlich darüber schlüssig werden muß, was aus der früheren Klinik, ch. h. der alten Kaserne, die jetzt unbenutzt und teilweise ruinenhaft an der vielbegangenen Liebigstraße dasteht, werden soll: . ...

4. daß die Zufuhrstraße zum jetzigen Bahnhof, die schon die elektrische Bahn, den gesamten Wagenverkehr und den überwiegen­den Teil des Fußgängerverkehrs zu bewälttgen hat, in abseh­barer Zeit in irgend einer Weise erweitert werden muß, roemt nicht die Verkehrsverhältnisse stark darunter leiden sollen;

5. daß endlich unter allen Umftä nben die Weiterführung der elektrisckum Bahn nach den Kliniken antz besten vom Bahn­hof aus geschehen muß, was in irgeird einer Weise eine Auffahrt mindestens für die elektrische Bahn bis nach der Friedrichstraße zu erfordert.

Die hier genannten Ausgaben 35 gehen so sehr in verschiedene Gebiete über, die in das Arbeitsbereich getrennter städtischer Deputationen und nichtstädtischer Behörden gehören, daß eine zu- sammensassende Behandlung in der Oeffentlichkrit ent sch eben am Platze ist. Ich bemerke ausdrücklich, daß ich einen Teil der ge­nannten Ausgaben bei verschiedener Gelegenheit in der städtischen Betriebs-Deputation, zum Teil auch in der Stadtverordneten Versammlung zur Sprache gebracht habe, daß aber jedenfalls die ganzen Fragen, da sie im Grunde miteinander zusammenhängen,

vorlag. Es hätte nach meiner Ueberzeugung nur eines ziel­bewußten Vorgehens der damaligen Stadtverwaltung bedurft, um wenigstens zunächst diesen Teil des Planes zur Durchführung zu bringen und für die ganze Stadtentwicklung nach Süden und Osten Raum zu schassen. Aus der Entwicklung der Bodenpreis- veryältnisse ist auch jetzt sck)on klar, daß die Stadt Gießen bei der ttebernahme des damals eventuell sreigewordenen Geländes finan­ziell sehr gut weggekommen wäre, so daß von einem wesentlichen Risiko der Stadt nachträglich auf Grund der weiteren Erfahrung nicht mehr gesprochen werden kann. Es fragt sich nun, ob die damals verpaßte Gelegenheit definitiv verloren ist, oder , ob sich wenigstens ein Teil der damaligen .Pläne noch verwirklichen läßt. Eine Veranlassung, um diese Sache gerade jetzt zur Er­örterung zu stellen, ist in zwei Richtungen gegeben:

1. Ist es für jeden, der etwas Blick für Verkel;rsverhältnisse hat, bei der Betrachtung des Gießener Bahnhofs, >d. h. des ganzen Komplexes zwischen dem jetzigen Bahnhof und dem Großen- Lindener Wald ohne weiteres klar, daß bei der starken Belastung desselben speziell auch mit Güterverkehr und der allgemeinen

unbedingt zur Lösung kommen muß.

2. Das in Gießen zusammenlaufende Eisenbahnnetz bedarf

Die Ausgestaltung der Bahnanlagen und des Stadtteils am Bahnhof in Giehen.

Aon Prof. Dr. R. Sommer, Geh. Medizinalrat in Gießen.

Eine ganze Reihe von Tatsachen und Ueberlegungen drängen zu der Forderung, daß eine gründliche Ausgestaltung der Bahn­anlagen imb des ganzen Stadtteils am Gießener Bahnhos ins Auge gefaßt werden muß, wobei die Bahnhofsverhältnisse unserer Stadt von neuem erörtert werden müssen.

In der im Jahre 1899 erschienenen Broschüre hatte ich eine Veränderung dieser in dem Sinn vorgeschlagen, daß an Stelle der jetzigen oberhessischen Geleise die Strecke nach Großen-Buseck über Gießen Nord und Wieseck geleitet, während die Strecke nach dem Schisfenberg am Südende der Stadt ungefähr an dem Klein-Linden er Viadukt durch den Bergwerkswald nach dem Schis­fenberg geführt werden sollte. Die für die ganze Entwicklung der Stadt Gießen sehr wesentlichen Folgen dieser Verlegung wären

Deutsches Reich.

Neue Ritter des Schwarzen Adler-Ordens.

Im Rittersaal des Königl. Schlosses in Berlin vollzog am Samstag der Kaiser in Anwesenheit der Fürsten und kapitelfähigen Ritter des Schwarzen Adler-Ordens und zahlreicher geladener Gäste die feierliche Aufnahme der neuernannten Ritter des Schwarzen Adler-Ordens, nämlich des Admirals Grafen v. Bau- d iss in, des Kriegsministers v. Heering en, des Admi­rals v. Holtz end orff, des Generals der Infanterie v. Prittwitz und Gaffron und des Generals der Infanterie v. Pleß. Als Parrains fungierten General­oberst v. Plesscn und General der Infanterie v. Moltke. Der Kaiser richtete an die Ritter die Frage, ob sie geloben wollten, die Ritterpflichten zu erfüllen, worauf jeder an den Thron herantrat, die bloße Rechte auf das Statutew- buch legte und erwiderte: Ja, ich gelobe! Die Ritter wur­den alsdann mit dem Ordensmantel bekleidet. Der Kaiser als Ordensgroßmeister hing den vor dem Thron Knienden die Ordenslette um und erteilte die Akkolade. Hierauf be- aaben sich sämtliche Ritter in feierlichem Zuge nach dem Kapitelsaal, wo nunmehr der Kaiser als Großmeister in Gegenwart der 49 Ritter ein Kapitel des Ordens abhiclt. Nach Schluß des Kapitels begab sich der Kaiser an den

trotz lebhaftester Bemühungen der Stabt Gießen gescheitert ist.! a) ben richtigen Ausbau bet von Köln über Gießen 3. Durch ben Wegfall der außerordentlich störenden Eisen-! nach Gelnhausen jetzt sck)on>führenben Eisenbahnlinie in der bahn- und Straßenkreuzung an der Frankfurter Straße und den Richtung auf das Maintal bei Lohr nut Amchlutz an die Wegfall der Gleise unter dem jetzigen oberhessischen Eisenbahnsteg Eisenbahnlinie AschaffenburgWürzburg ungefähr in Partenstein, wäre die Möglichkeit gegeben gewesen, auf einem von diesen eine Strecke westlich von Lohr. Dadurch würde die auf die -tauet Wegen die elektrische Bahn in der Richtung nach Süden bis zu durchaus nötige direkte Verbindung von Köln am Rhein nach ben Kliniken unb eventuell weiter bis nach Klein-Linden zu Würzburg am Main auf bem kürzeren Weg über Gießen legen, und ben Bahnhof durch eine Fahrbahn mit der Friedrich-. Gelnhausen hergestellt und indirekt eine Entlastting von H-r a n k- straße und den Kliniken zu verbinden. fu r t geschaffen, die sich trotz des demnächst.zu ercs mm.en dortigen

SnW des Bestchmbleibeas der alten Zustände ist es bisher; SftWWaicttefcä.auf mrd:

trotz lebhafter Bemühungen nicht möglich gewesen, die elektrische! . zahle ich hierzu ^g^nanitte Hinterl h , Bahn in der notwendigen Weise nach dieser Richtung zu ver- ^.te nrn?en VrrFrfsr^üerbtnbuna

längern. Während wir eine Ueberlandzentrale haben, die letzt awBestandteil emer gro Brrfjtyr g

schon bis in das Marburger Gebiet, des Ebsdorfer Grundes hin- von Westfalen (Gegend von Lippstadt), nach dem Lahnta t bei

nur im mindesten etwas durchsetzen zu können. Alle Anträge werdeii wegen der Unmöglichkeit, mit der elektrischen Bahn in einer für ben Verkehr wirklich geeigneten Weise über die Geleise zu kommen, andauernd hinausgeschoben, so daß in den beteiligten Kreisen eine lebhafte Unzufriedenheit mit diesen Verhältnissen herrscht, die lediglich durch das Vorhandensein der Eisenbahn­linien bedingt sind. Es ist dadurch eine andauernde Schädigung der medizinischen Institute der Landesuniversität Gießen ge­geben, die einer elektrischen Bahn nach dem Hauptbahnhof ent­behren, während die Linien in nördlicher und nordöstlicher Rich­tung bis zum neuen Friedhof und dem Trieb führen. Es ist dabei zu beachten, daß die elektrische Linie zu den Kliniken bei ihrer relativen Kürze und eventuellen starken Bemctzung für die Stadt Gießen sicher eine Einnahmequelle und eine Förderung ihrer wirtschaftlichen Entwicklung bedeuten würde. Die jetzt ein­getretenen Folgen .der Nichtverlegung der Eisenbahnlinien sind in meinem früheren Aufsatz richtig vorausgesagt worden, so daß sie durchaus nichts Unerwartetes darstellen. Jedenfalls ist es im beiderseitigen Interesse, der Eisenbahnverwaltung und der Stadt, sehr bedauerlich, daß die Verlegung der Linien damals nicht erfolgt ist, umsomehr als es damals sicher nur eines energischen Anstoßes von einer der drei beteiligten Seiten bedurft hätte, um den ganzen Plan.zur Durchführung zu bringen. Tatsache -ist, daß damals bei der Audienz, die Herr Geh. Justizrat Metz und der Verfasser dieses Aufsatzes als Abgesandte der beiden damals entstandenen Komitees bei dem damaligen Finanzminister K ü ch l e r hatten, die ganze Umlagemng speziell der Fuldaer Linie über Wieseck nach Großen-Buseck in Form von Zeichnungen fertig

politische Tagesschau.

Ein Beispiel französischer Hetzereien gegen Deutschland.

Wir erhalten folgende interessante^ Zuschrift, deren Schlußfolgerungen wir uns nur anschließen können:

In der Hetze, welche von maßgebenden Kreisen des fran­zösischen Volkes in jüngster Zeit gegen Deutschland veran­staltet wird, liegt ohne Zweifel ein gewisses System, und der Fall Wetterte bildet nur ein Glied in der langen Kette der Versuche, den Revanchegedanken immer mehr zu ent­fachen und ihm neue Nahrung zu geben. So scheut unter anderen der Matin kein Mittel, um seinem Hasse gegen Deutschland Ausdruck zu verleihen. Einen Beweis hierfür bildet die folgende Heine Erzählung, welche in der Nummer vom 15. Januar gen. Blattes erschienen ist.

An einem eisig kalten Morgen des Januar 1870/71 rücken in einem Städtchen in der Nähe von Belfort preußische Ulanen ein. Von seinem Dachfenster aus beob­achtet ein Lehrer den Einmarsch der Feinde. Auf Befehl eines Feldwebels dringen Ulanen in das Haus, der Lehrer wird ergriffen und durch Schläge und Fußtritte mißhandelt. Doch nicht genug hiermit. In der Nacht wird er ebenfalls auf Befehl "des Feldwebels an einen Pfahl gebunden, mit Petroleum begossen und angezündet. Der Körper des Ge­fangenen brennt wie eine Fackel, um bald verkohlt in sich zusammenzufallen. Mit dieser Schauertat hat man ein warnendes Beispiel geben wollen. Doch die Bevölkerung weiß sich zu rächen. Noch in derselbeir Nacht werden die beiden Ulanen samt dem Feldwebel im Schlafe überrascht und zu Gefangenen gemacht. Die wütenden Einwohner stecken ihnen einen Knebel in den Mund, man btnbet sie an einen Pfahl, gießt Wasser über sie und am andern Morgen werden sie von ihren Kameraden tot und zu gewaltigen Eisklumpen erstarrt am Pfahle entdeckt."

Man weiß nicht, worüber man sich beim liefen dieser Erzählung mehr wundern soll, über die blutrünstige Phan­tasie des Herrn Andre Aveze, dies ist der Name des Ver­fassers der Erzählung oder über die Beschränktheit des französischen Publikums, welches derartige Schauergeschich­ten für bare Münze hinnimmt.

enormen Verkehrssteigerung, die mit der zentralen Lage von vet ü-iun.iuuaiuuut ju.uie un an un. ^t^-yuuy.uutt ,uul. Gießen znsammcnhängt, die Frage einer ausgübi'en Erweiterung dadurch beseitigt worden. Das dadurch frciwerdende Gelände dey Gletzener Bahnhoss (mckit bloß un Ene des Stattouygebaudes) .hätte in zweckmäßiger Weise nach Uebernahme durch die Stadt. umerhatb des nackyten Jahrzehnts im eigenen ^eresse der zur Stadterwciterung verwendet werden können. Die Hemmung Eisenbahnverwaltung (nicht nur der ^tabt) und des Verkehrs der Stadtentwicklung an der Ostseite wäre für alle Zukunft be­seitigt gewesen, während jetzt die in absehbarer Zeit völlig aus-

Kun ft, wiücnschaft und Leben.

Die Numan Lia-Funde im Römisch-Germa­nischen Zentralmuseum zu Mainz. Die bedeutsamen Funde von der'alten iberischen Kulturstätte Nunantia wurden am Samstag in einem feierlichen Akt von den Ausgräber iclblt Pros. Dr Schulten-Erlangen dem Nömisch-Germamschen Zentralmuseum in Mainz übergeben. Für die Unterbringung der Funde ist eigens rinNirmantia-Zimmer" eingerichtet worden. Bei der Ileber- aabe gab Prof. Schulten eine gedrängte Ueberlicht über ben Ver­lauf der siebenjährigen, mit manchen Opsern und.Entbehrungen verknüpften Ausgrabnngszeit, die im letzten Herbst ihren Abschluß gefunden hat Slls Vorsitzeiider bc§ Gesamtvorstandes des Mu­seums übernahm Oberbürgermeister Dr. Göttelmann und der erste Direktor der Sammlung mit herzlichen Daiikesworten die Fuiwe. Im Namen der Regierung überreichte Provinnaldirettor Dr. Breidert Dr. Schulten das Ritterkreuz 1. Klasse des, Ordens Philipps des Großmütigen. An den Akt schloss sich em Fest­essen Tie vollständige wifsenfckMfttiche B^euwng der ^lus- grabungen, zu denen der deutsche Kaiser 40 000 Mk. beigesteuert hat, läßt sich heute noch nicht ganz überblicken. Unter den Funden beanspruchen zunächst Gegenstände neolithischer Keramik Interesse, sodann eine Gruppe bemalter Tongefäße mit Ornamenten, die nur äußerlich allerdings an die Vasenmalerei der log. mykemschen Zeit erinnert. Von Numantia stammt ferner eine Zahl von spa­nischen Sigillatagefäßen und -Scherben, von größter Bedeutung sind jedoch die zahlreichen Waifenfimde aus den Lagern, «o ist das römische Pilum in verschiedenen Teilet unb einige Male auch in ganzen Exemplaren vertreten, so baßlNachbilbungen ange.- fertigt werben konnten. Pfeil-, unb Lanzen pitzen, Schwer er Helmreste, Gürtelteile u. a. m. ferner Pwnlerbeile, Messer ch r- ier. Zur Erleichterung bes Verstaiibnisses i"r ben Besucher ilrgische Jiisttumente unb auch Fibeln besonderer Art gehören hier- sind an den Wänden topographische Karten und Plane angebracht.

- Ein n st lerj u bi l äuin. Man schreibt uns: Der bekannte und hochgeschätzte Landschastsmaler Paul München beging am 19. Januar seinen .) 0 Gebu r t s t a N. Paul Weber, der noch bis in.die jungftc Zeit hinein mit bewun­dernswerter Frische malte, ist geborener Da,r m ft ab4er, mo sein Vater Hosmusiler war. Seine erste kunstlmsche Ausbildung erhielt er durch August Lukas, frater ward Jacob Becker sein Lehrmeister. Die Studienjahre führten den Künstler nach Ant­werpen und im Jahre 1844 nach München, lernte besonders ler Prinz Luitpold von Bayern die seine und ausdrucksvolle Kunst Webers schätzen, und der Künstler durste 1846 den Prinzeu fouf feiner Cricntreife als Maler begleiten. Biv 1860 etwa lebte Paul Weber emsig schaffend in Amerika (Philadelphia). Von 18601871 malte er wieder in Darmstadt, in dessen reizvoller

Umgebung er reiche Ausbeute für Pinsel und Palette fand. Jli vielen Bildern aus dieser und der späteren Zeit keimt die be­merkenswerte Fähigkeit, der Landschaft ihre Stimmungsreize ab­zulauschen und sie den Gemälden zu verleihen, ^um beredten Aus­druck. Eine glänzende Technik und hervorragende Farbengebung machten seine Bilder besonders wertvoll. Der Großherzog von Hessen berief ihn als Lehrer für die damalige Prinzessin Alice, die Gattin des späteren Großherzogs Ludwigs IV. Auch in M ü nchen , wohin Weber 1871 übersiedelte, blieben die Erfolge seiner Kunst treu: oft weilte der nun verstorbene Prinzregent in seinem Atelier, und er erwarb auch eine Anzahl Gemälde von ihm. Tie Goldene Medaille des Crystal-Palace, London, die Goldenen Medaille der Philadelphia Academy of. fine arts u. v. a. waren die ersten Anerkennungen seines Schaffens. Werke von ihm sind vertreten im Hessischen Landesmuseum, in .beit Akademien Philadelphia, Barmen, in den Galerien Budapest, Magdeburg, Mainz usw. In Darmstadt ist für den Monat Mai d. Js. eine Paul-Weber-Ausstelluiig geplant.

Die Philippinen. Herr Prwatdozent Dr. W. F. Bruch schreibt uns zu unserem Bericht über den letzten Vortrag in der Gießener Gesellschaft für Erd- und Völker­kunde:In Nr. 14 desGießener Anzeigers" sind meinem am 16. d M. in derGesellschaft für Erd- und Völkerkunde" gehaltenen Vortrag:lieber die Kolonisierung der Philippinen durch die Amerikaner" einige Zeilen gewidmet worden. Der Herr Bericht­erstatter hat mich nun an einigen Stellen meiner TarUellung miß­verstanden. Zur Berichtigung möchte ich daher das folgende bemer­ken- 1 Tie Ausfuhr der Philippinen beläuft sich nicht auf 10, son­dern auf 10 Mill. Dollar. Aus verschiedeiien Gründen bezeichnete ich die feit der amerikanischen Okkupation erfolgte Steigerung der Ausfuhr als keinen zu großen Sprung. 2. Ter Mamlal>anf wird auf den verschiedensten Inseln des Philippinen-Archipels angebaut. Das Hauptanbauzentrum befindet sich auf Albay. In Mindanao (am Tavao-Golf) liegen die von weißen Pflanzern geleiteten Haiifplantagen. 3. Der auf den Philippinen er­zeugte Zucker ist keineswegs für den Welthandel bedeutungslos geworden. Er war aber früher der erste Exportartikel der Inseln. Jetzt steht er an dritter Stelle unter den Ausfuhr Produkten, ^te Bewirtschaftiingsmethoden auf Zuckerpflanzimgen haben mit jenen anderer Länder nicht mehr Schritt gehalten."

Llusgrabungen irn Hause des Tiberius auf bem Palatin. Aus Rom wirb berichtet: Die jüngsten Aus­grabungen, die Giacomo Boni auf bem Palatin vorgenommen bat förderten eine Fülle wertvoller neuer Aufschlüsse über die Topographie bes kaiserlichen Roms und über die Architektur und Bauart des römischen Wohnhauses während der letzten Zeit der Republik zutage. Die interessantesten Entdeckungen erfolgten iin Gebiete derDomus tiberiana". xer endgültige Nachweis, daß