Ausgabe 
22.8.1913 Erstes Blatt
 
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erobert.

hat be- : feitbcn. der eng­

lischen Regierung ine Mitteilung erhalten hat, daß sie nichts dagegen emzuwenden hätte, wird, wie ans .Stockholm gemeldet wird, dem Antrag entsprochen.

Schwedische Offizierein Persien.

-Ter persische Gendarmeriechef Oberst Hjalmarson txmtroflt, weitere schwedische Offiziere nach Persien zu Da das. schwedische Wrristefium deL Auswärtigen von .

Heer rind Flotte.

Eine Sonderausgabe desMilitärwochen- blattes" meldet: General der Infanterie v. Wachs und Generalmajor v. Oheirnb, beides Offiziere von der Ar­mee, wurden zur Disposition gestellt, ersterer mit der Uni- form des Infanterie-Regiments Nr. 77, letzterer als Ge­neralleutnant.

2luslan&.

Spanische Kämpfe in Marokko.

(ßcricbUfaaL

Bestätigung eines Todesurteils.

Leipzig, 21. August. Das Reichsgericht hat die Revision des Zinngießers Johann Straßer, der am 13. Mai den preußischen Militärattachee Major v. Lewinsky und den Polizewderwachtmeister Roh lender in München aus der Straße erschossen hat und vom Schwurgericht zweimal zum Tode ver­urteilt worden war, verworfen.

fc. Wiesbaden, 21. Aug. Als gelegentlich des Streikes der Tüncker Kaiser die Arbeit beibehielt und am 9. Mai mit dein Tüncher Bibo von Wiesbaden, einem der Ausständigen, zusammen» trah wurde er von diesem durch Worte, wieStreikbrecher, Schuft, Lump" usw. belästigt und bedroht. Kaiser erstattete von dem Bor-

Aris Stadt und Land.

Gießen, 22. August 1913.

** Fahrplanänderungen ab 1. Oktober. Frank- fiirt-Aschaffenburg. V-Zug Aschaffenburg - Frankfurt, ab Aschaffenburg 8.57 früh, an Hauptbahnhof 9,54, wird Eil­zug. Zuschlagspflicht fällt weg. Frankfurt-Wiesbaden- Köln. Die neuen Eilzüge 61/60 Frankfurt-Köln und zurück, ab Frankfurt 7.30 abends, an Köln 12.13 nachts, ab Köln 5.50 früh in Frankfurt 10.03, bleiben auch im Winter be­stehen. Die seitherigen Eilzüge 49/48 ab Frankfurt 10.01 vormittags werden V-Züge mit 1. bis 3. Klasse und Speise­wagen. Frankfurt-Bad Homburg. Der seitherige Sommer­zug 2035, Frankfurt ab 1.20 mittags, wird auch im Winter gefahren. Eilzug 206, ab Homburg 11.48 mittags, wird Personenzug, desgleichen Eilzug 218, ab Homburg 11.01 abends. Frankfurt-Gießen-Kassel. Sommer-Eil- züge 107/108 Frankfurt-Gießen, ab Frankfurt 2.11 nach­mittags, ab Gießen 3.42 nachmittags, bleiben auch ab 1. Oktober bestehen.

* Rückfahrkarten für alle Klassen gibts, was mancher nicht weiß, auch heute noch bei der Eisenbnhn. Sie gelten einschließlich des Lösungstages vier Tage. Noch weniger bekannt ist, daß auch eine Fahrkarte zur Rückfahrt gelöst werden kann, ohne gleichzeitige Lösung einer Karte zur Hinfahrt. Bei Reisen, besonders Ausflügen, bei denen man nicht wieder von der Zielstation der Hinfahrt, sondern von einer anderen Station zurückfahren will, löse man eine Fahr­karte zur Hinfahrt nach der einen und gleichzeitig eine zur Rückfahrt von der anderen Station. Solche Annehmlichkeiten ollte man sich mehr zu Nutzen machen, der Vorteil liegt auf der Hand. Man kann mit Ruhe der Rückfahrt entgegen» ehen, wenn man sich im Besitz einer Rückfahrkarte weiß.

*' Personalien. Der Großherzog hat dem Forft- wart der Kommunalforstwartei Rlipperteurod (Oberförsterei Nieder-Ohmen) Heinrich Kratz XXII. zu Ruppertenrod den Charakter alsFörster" erteilt. Uebertragen wurde dem Lehrer Rudolf Meyer zu Lützel-Wiebelsbach eine Lehrer­stelle an der Musterschule zu Friedberg.

Landkreis Gießen.

1. Großen-Linden, 20. Aug. Unser Spar- und Vor­schußverein schließt sein Geschäftsjahr mit einem Reingewinn von 8503 Mk. Der Verein verfügt über eine Aktiva von 1722130 Mk. Bei der Generalversammlung wurde Hch. Weiß I. als Gegenschreiber und Ludwig Keßler VII. als Aus­schußmitglied gewählt.

Kreis Büdingen.

h. Büdingen, 21. Aug. Die hiesige Molkerei-Ge­nossenschaft schließt ihr letztes Geschäftsjahr mit einem Verlust von 26 325 Mark ab. Die Zahl der Genossen hat sich um 51 mit einer Haftsumme von 15900 Mark ver­ringert.

+ Ortenberg, 20. Ang. Mit dem weit über die Grenzen unseres Hessenlandes bekanntenOrten berg er Kalten Markt", der in der letzten Oktoberwoche stattfindet, wird in diesem Jahre zum erstenmal eine Verlosung von Vieh und Geräten verbunden. Es werden 7000 Lose ausgegeben.

. n. Wenings, 21. Aug. Beim Umbau eines Wohnhauses ut der Hintergasse stießen Arbeiter unter den Fundamenten auf einen Topf mit Münzen. Da dieselben nur auf der einen Seite eine Prägung aufwiesen, so hielten sie die Arbeiter für wertlose Spielmünzen und warfen sie weg. Auch der Topf selbst ging in Scherben. Aus dem erhalten gebliebenen Rest des Fundes läßt sich ersehen, daß es sich um sog. Brakteaten handelt, welche dem 14. und 15. Jahrhundert angehören. Die meisten sind aus Silber geprägt unb z-eigen bas Mainzer .Rad im Wappen. Da das Holzhaus, unter welchem der Topf gesunden wurde, zu den ältesten Gebäuden hierselbst zählt, so ist anzunehmen, daß der Besitzer in Kriegszeiten (vielleicht schon vor dem 30jährigen Krieg) seine Barichaft hierher vergraben hat, und bald danach verstorben ist.

Starkenburg und Rheinhessen.

R.K. Darmstadt, 21. Aug. Freiwillig in den Tod ging gestern die ca. 60 Jahre alte Witwe des Oberpostsekre» tärs Riedel, die schon seit einigen Tagen vermißt wurde. Sie teilte in einem Briefe mit, daß sie in den Weltersteich bei Nieder-Rauistadt gehen werde, in welchem schon viele Opfer ben Tod gefunden haben. Sie war längere Zeit seidend und auch schon zur Beobachtung ihres Geisteszustandes im Jrrenhause.

w. Mainz, 21. Aug. Die Aussperrung der Metallarbeiter der hiesigen Firmen der Beleilchtungs- branche hat heilte begönnen. Bis zum Samstag werden über 400 Arbeiter ausgesperrt sein.

Kreis Wetzlar.

X Krofdorf, 21. Aua. Lehrer Suchan aus Krofdorf, bisher in Herbornseelbach (Dillkreis) angestellt, tritt mit Oktober m den Dienst der Stadt Frankfurt a. M.

= Kinzenbach, 21. Aug. Da genügend Anmeldungen ergangen, wird im bevorstehenden Winterhalbjahr hier der erste achtwöchentliche Haushaltungskursus für erwachsene Mädchen abgehalten. Der Kursus beginnt am 20. Oktober in den Räumen der alten Schule.

Hessen-Nassau.

-iv Frankfurt a. M., 21. Aug. Prinz Heinrich der Niederlande traf hier, von Hohemark kommend, gegen 3 Uhr ein und besichtigte eingehend den Betrieb der Adler­werke vorm. Heinrich Kleyer. Darauf besichtigte der Prinz die Werke der Firma Mayfarth & Co., Fabrik landwirtschaft­licher Maschinen.

= Frankfurt a. M., 21. Aug. Am Mittwoch abend tarb Karl Steiniger, der durch seine vaterländischen Dichtungen weit über die Grenzen unserer engeren Heimat bekannt wurde. Jrn vorigen Jahr erst wurde auf dem Deut- chen Wandertag zu Büdingen sein FestspielIm schönen deutschen Vaterland" unter allseitigem Beifall der Vertreter von den Gebirgsvereinen aus ganz Deutschland aufgeführt. Auf Wunsch des Fürsten von Menburg-Büdingen wurde dieses Festspiel am 1. Juni ^wiederholt. Gleiche Begeisterung schuf vor 2 Jahren sein historisches FestspielIm Glauben stark, in Treue fest", das ebenfalls zweimal auf der Ronne­burg aufgeführt wurde.

v. C r u m b a ch, 21. Aüg. Pfarrer Cuntz, welcher über ein Jahrzehnt in der Kirchengemeinde Frankenbackr-Crumbach gewirkt, wurde zum zweiten Pfarrer in Haiger gewählt.

** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbar st aalen. In Oppenheim wurden zwei Werber der Fremdenlegion sestgenommen. Sie wollten Handwerksburschen zum Eintritt verleiten. In K e t s ch bei Mannheim siel beim Ausbauen eines Seiltänzergerüstes eine Stange ans der Höhe und tras zwei im Kinderwagen sitzende Kinder des Arbeiters Lienbeck. Eines der Kinder war sofort tot, das andere wurde so schwer ver­letzt, daß es sterbend ins Krankenhaus gebracht mürbe. Ter sechsjährige Knabe einer Niersteiner Winzerfamilie, dein seine Großmutter die Freude einer Rheinreise machen wollte und ihn deshalb mit zu Schiff nahm, fiel bei Duisburg über Bord unb ertrank.

Nach Zeitungsmeldungen aus Tanger hat die Abteilung des l,Generale S v l v e st r e einen Teil des Lagers .Raisulis Me Verluste der Spanier sollen erheblich fein.

«vad sitzenden Mannschaften, mir höchst widerwillig in ben Krieg gegen die Serben igegogen, mit denen sie eben noch verbündet waren: dem Marschbefehl gehorchten sie anfangs Glicht, und erst, als die Offiziere ihnen von den Greueln, bie durch Serben an Bulgaren verübt sein sollten, erzähl­ten ünd ihre Erzählungen durch Mazedonier bestätigen 'ließen, erwachte der Rachedurst in den Mannschaften. Da 'wurden in ihrer Vorstellung aus den Waffenbrüdern plötz-- Lch die serbischen Schweine, Räuber und Mörder.

Die Choleragefahr.

Bukarest, 21. Aug. Um eine EinfchlefipUng der Cholera durch die zurück kehrenden Truppen zu verhüten, sind umfassende Maßregeln getroffen worden. < Das Truppengros befindet sich 'bereits in der Nähe der Donau, die bei Corabia, Zimnicca und Magurelle über­schritten werden wird. Diejenigen Truppen körper, bei denen Cholera festgestellt worden ist, müssen eine fünftägige Quarantäne an der Doimu ein halten, bevor sie in die Friedensgarnisonen abrücken dürfen. Den amtlichen Be­richten zufolge betrug die Zahl der Todesfälle in der Armee 6 Offiziere und 867 Mann.

Bulgarische Beschwerde über die Griechen.

Sofia, 21. Aug. (Agence Bulgare.) Die grrechi- schen Truppen, die sich aus dem bulgarischen Gebiet zu­rückzogen, zwangen die Bevölkerung, ihnen zu fol­gen, indem sie die Besitzungen der Bulgaren in Melnik plün­derten und die Stadt in Brand steckten. Die Griechen nahmen auch 3 5 0 0 Bulgaren aus diesem Gebiet als Gei­seln mit.

Eine Abordnung aus Adrianopel in Berlin.

Deutschs- Reich.

Die Wahlen zu den allgem. Ortskrankenkassen. Nach einer Bekanntmachung des Bundesrats find an den Wahlen zu den neuerrichteten und neuausgestatteten allge­meinen Ortskrankenkassen auch diejenigen Personen Kreits wahlberechttgt, die erst vom 1. Januar 1914 in die Krankenversicherung neu einbezogen werden.

Die Erweiterungsbauten in den Obergeschossen des R ei chs t a g s g ebä udes, die nach der Vertagung des Reichstags Anfang'Juli in Angriff genommen worden waren, sind, so wird uns aus Berlin ge­schrieben, in den letzten Wochen rüstig vorgeschritten. Bekanntlich handelt es sich bei diesen Arbeiten um eine Einfügung eines neuen Stockwerkes im Dachgeschosse, um die beiden Jnnenhöfe herum. In diesem neuen Stockwerke werden über 100 kleine Arbeitszimmer für die Abgeordneten und einige für die Presse -geschaffen. Auch einige weitere Neuanlagen sind beabsichtigt, wie Liftanlagen für den Bundesrat, ein großes Prefferestaurant und eine Vermehrung der Fernsprechzellen. Der Erweiterungsbau wird im großen und ganzen bis zum November beendet sein. Der Plan, ein eigenes Gebäude für eine R ei chs t a g s b i b l io - t he k und fi'ir Stubierräume der Abgeordneten zu schaffen, ist nicht zustande gekommen, da die ?lbgeordneten sich scheuten, während der Verhandlungen außerhalb des Geschäfts- gebäudeS zu ttmlcn. Man ist deshalb auf den jetzigen Ausweg verfallen, der allerdings auch viele Gegner hat, weil die Arbeits­zimmer ziemlich abseits vom Saale liegen. Die Zimmer erhalten aber sämtlich lautsprechende Telephone, die die arbeitenden Herren Über die Vorgänge im Hause informieren. Die Arbeitszimmer werden je nach der Fraktivnsstärke verteilt und denArbeits­bienen^ überwiesen.

Die Zahl der Kraftfahrzeuge

'hat sich in Deutschland im Jahre 1912 außerordentlich ver­mehrt, sie erhöhte sich von 65 450 auf 77 789. Der Lasten beför- !derung dienten nur 7704 Wagen, 20 325 Krafträder befanden fiich unter den Personenwagen. Preußen zählte allein 41 280 Kraft­wagen, Berlin hatte 7909, Rheinprovinz 7762, Brandenburg 3639, Hannover 3413, Sachsen 3287, Schlesien 3245, Hessen- Nassau 3045, Westfalen 3061. Die übrigen Provinzen hatten je rund 1000 Wagen, Schleswig-Holstein 1800. Am wenigsten zählte Westpreußen mit 922.

** Das Groß herzoglich Hessische Regie­rungsblatt, Beilage 9fr. 18, vorn 19. August 1913, ent- hält: 1. Bekanntmachung, das Familiensideikommiß der Freiherren von Ritter zu Gruensteyn betreffend. 2. Be­kanntmachung, die Ergebnisse aus der Rechnung der Staats- schuldenverwaltung für das Etatsjahr 1910 betreffend. 3. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des In­nern für das Rechnungsjahr 1913 zur Bestreitung der Ge­meindebedürfnisse der israelitischen Religionsgemeinden des Kreises Worms genehmigten Umlagen. 4. Uebersicht über die in den Landgemeinden des Kreises Gießen im Rech-i nungsjahr 1913 zur Erhebung kommenden Gemeindeum­lagen. 5. Uebersicht über die in den israelitischen Reli­gionsgemeinden des Kreises Lauterbach zu erhebenden Ge­meindesteuern für das Rechnungsjahr 1913. 6. Uebersicht der für das Jahr 1913 genehmigten Umlagen zur Bestrei­tung der Gemeind-ebedürfnisse der israelitischen Religions­gemeinden des Kreises Friedberg. 7. Ordensverleihungen. 8. Verleihung der Staatsmedaille für Ausstellungen. -- 9. Dienstnachrichten.

** Fahrpreisermäßigungen bei der Teil- nahme an den Erinnerungsfeiern der Schlacht b e i L e i p z i a. Von der Eisenbahudirekton Frankfurt erhalten wir folgende Mitteilung: Mif den Strecken der preußisch-hessischen Staatsbahnen und der meisten übrigen deutschen Bahnen werden die Mitglieder der Krieger-, Militär- und Veteranenvereine, der reiwilligen Sanitätskolonnen, der Samaritervereine vom Roten Kreuz und der Genossenschaft freiwilliger Krankenpfleger int Kriege nom Roten Kreuz, die sich an den Erinnerungsfeiern der Völker­schlacht bei Leipzig beteiligen, vom 15. bis 22. Oktober 1913 in Eil- und Personenzügen von der Heimatstation nach Leipzig und zurück in 3. Klasse zum Preise von 1,75 Pfg. für das Tarif­kilometer befördert. Die Benutzung von Schnellzügen ist auch gegen Entrichtung des tarifmäßigen ^ochnellzugszuschlages nicht gestattet. Ter Ueber- gang in höhere Wagenklassen ist ausgeschlossen. Fahrtunterbrechung ist auf der Hinreise ausgeschlossen, auf der Rückreise wie im ge­wöhnlichen Verkehr zulässig. Es werden nur Fahrausweise für Hut- und Rückreise ausgegeben. Die Rückreise muß bis Mitter­nacht des letzten Geltungstages beendet sein. Die Fahrkarten sind spätestens bis zum 15. September bei der Fahrkarten­ausgabe der Zugangsstatton unter Angabe des gewünschten tarif­mäßigen Reiseweges und des Reisetaaes zu bestellen. Die Fahr­ausweise werden a) für Mitglieder der Militär-, Krieger- und Veteranenvereine nur gegen Vorlage einer vom Vorsitzenden des Vereins; b) für Mitglieder von Sanitätskolonnen, Samariter­vereinen üom Roten Kreuz und i>er Genossenschaft freiwilligeff Krankenpfleger im Kriege vom Roten Kreuz nur gegen Vorlage einer nach Genehmigung des zuständigen Territorialdelegierten ausgeferttgten Bescheinigung der anerkannten Landesverbände aus­gegeben. Fahnen, Banner, Standarten und sonsttge Vereinsab­zeichen werden als Reisegepäck gegen Entrichtung der Gepäck­fracht abgefertigt. Unter denselben Bedingungen werden deutsche Mitglieder ausländischer Militär-, Krieger- und Veteranenvereine nach und von Leipzigs befördert. Die Ermäßigung wird auf Grund einer vom deutschen Patriotenbund in Leipzig ausgestellten Bescheinigung gewährt. Für den Fall der (Anlegung von Sonder­zügen nach Leipzig bleibt Vorbehalten, Reisende mit Fahraus- welwn zu ermäßigten Preisen ausschließlich mit diesen Zügen zu befördern. Außerdem bleibt auch die Verweisung auf bestimmte fahrplanmäßige Züge Vorbehalten.

,** .Hessischer Volksschriften-Verein. Dem Tätigkeitsbericht des Hess. Volksschriften-Vereins für das verflossene Jahr entnehmen wir folgendes: Das wichtigste Mittel war die Bücherausstellung, die über 1200 Werke um­faßt. Der Verein bedauert lebhaft, daß in Ob erh essen sich niemand gefunden hckt, der die Arbeit der örtlichen Leitung der Veranstaltung übernahm. ^Der Verein bittet dringend, daß die oberhessischen Mitglieder in ihren Ge­meinden Ausstellungen veranstalten. Der Versuch, gute Bücher gegen Schundhefte auszutauschen, führt zu über­raschenden Ergebnissen. Unter ben von .Kindern und jungen Leuten eingetauschten Heften sind viele der schlimmsten Sorte. Besonders erfteulich ist, daß> fast alle hessischen Kreisausschüsse dem Verein beitraten; durch den Ein­fluß dieser Verwaltungskörper wird dem guten Gedanken der Wohlfahrtsbestrebungen des Vereins ein günstiger Bo­den bereitet. Im letzten Winter wurden Büchergaben von Kreis-sWanderbibliotheken und Büchereien in eine Anzahl von Ortschaften, u. a. Langgöns, Rodheim v. d. H., Groß- Karben, Treis-Horloff überwiesen. In den Vorstand des Vereins trat Kreisschulinspektor Prof. Kissinger-Darmstadt. Der Tagung der Zentralstelle zur Bekämpfung der Schundliteratur am 28. Mai in Dortmund wohnte der erste Schriftführer bei. Es ist beabsichtigt, an verkehrsreichen Plätzen Bücherautomaten aufzustellen. Ein in Bearbeitung befindliches Bücherverzeichnis wird jedermann beim Ankauf von Büchern ein wertvolles Hilfsmittel sein. Zu dem Bücher­verzeichnis wird Hofbibliothekar Dr. Esselborn eine Plauderei schreiben, in der dargelegt wird, welche Arbeit

den verschiedenen Menschen geleistet werden muß, bis das Buch gekauft werden kann. Ferner ist geplant, in den Ooerrlasjen der Schulen belehrende Unterredungen über den Schmutz und Schund in der Literatur und Kunst mit Dar­bietungen guter Bücher und Bilder zu veraiistaltcn. Auch der Kampf gegen den Schund im Bilde soll aiifgenommcm werden. Der Verein trat mit dem Karlsruher Kunftlerver- band in Verbindung wegen Mschlusses eines Vertrages Mrt der Gewöhnung an gute Bilder muß schon in der Juaeiib begonnen werden; diese Aufgabe kommt dem Hause und der Schule zu. Die Schutzimmer müssen mit Bildern ge­schmückt werden, damit das Kind sich heimisch fühlt uni) den Ort lieben lernt, an dem es den größten Teil seiner Jugend verbringt.

B e r l i n, 21. Aug. Eine aus drei Mitgliedern bestehende Abordnung der Bevölkerung von Adrianopel ist heute abend hier eingetroffen. Sie besteht aus sieben Mitgliedern, drei^Osmanen, zwei Griechen, einem Juden und einem Ar­menier. Eine Volksversammlung von 40000 Einwohnern der Stadt Adrianopel und des umliegenden thrazischen Landes hat bekanntlich 14 Delegierten den Auftrag erteilt, als Ver­treter der Bevölkerung von Adrianopel und Thrazien die Re­gierungen zu Wien, Petersburg, Berlin, London, Paris und Rom zu bitten, sie möchten dahin wirken, daß Thrakien bis zur Stadt Adrianopel und natürlich mit Adrianopel türkisch bleibe. Die Mordnung reiste in einer Stärke von 14 Mitgliedern nach Wien und überreichte dort der Regie­rung ein Memorandum, dann trennte sich die Abordnung. Sieben ihrer Mitglieder fuhren nach London, wo sie am Donnerstag nachmittag im Auswärtigen Amt von einem der Unterstaatssekretäre zur Entgegennahme des Memoran­dums empfangen wurden. Von London fährt diese Abord­nung nach Paris und Rom, die andere Hälfte der Abord­nung fuhr von Wien nach Petersburg und ist nun in Ber­lin eingetroffen.

Ueber die Aufnahme der Abordnung in Wien und Petersburg und über ihre Berliner Sendung äußerte sich der türkische Konsul in Wien, Bondy Bey, der den Ab- aesandten auf ihren Wunsch von Wien aus als sprach­kundiger Whrer nach Petersburg und Berlin mitgegeben wurde, einem Mitarbeiter desBerl. Tagebl." gegenüber ungefähr folgendermaßen: Wir sind in Wien und Peters­burg im Auswärtigen Amt mit großer Liebenswürdigkeit ausgenommen worden. Wir hätten uns einen derartigen .sympathischen Empfang in Petersburg nicht träumen lassen. Nur dieNowoje Wremja" machte eine Ausnahme.

Ttfe Vereinigten Staaten nnd die mexikanischen wirren.

Washington, 21. Aug. Senator Penrose hat eine Entschließung eingebracht, in der Wilson ersucht wird, die notwendigen Schritte zu tun, um amerikanische Truppen sum ScÄche der Ausländer nach Mexiko zu senden. Dies solle jedoch, wie die Entschließung ausführt, kein unfreundlicher Akt gegenüber Mexiko sein. Die Entschließung sieht eine Bewil­ligung von 25 Millionen Dollars vor für die geforderten Schritte. Eine Aussprache, die sich an die Entschließung anscUoß, zeigte die Geneigtheit beider Parteien, die Politik des Präsidenten gutzuhfißen.

Präsident Wilson hat angekündigt, daß er dem .Kongreß so­fort eine Sonderbotschaft über die Mission L i n d s in Mexiko sowie über die amerikanische Rote und die Antwortnote Huertas unter­breiten wird.