Ausgabe 
20.1.1913 Erstes Blatt
 
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drt Hafern Befehl vom 3. Dezember. Die Zukunft unseres teseren Griechenlands hängt vom heutigen Tage ab. Schlagt euch tote Löwen!

Um 5.10 Uhr telegraphierte Admiral Kunt Uriotis: Wir haben die feindliche Flottegeschlagen und sie fast bis in bie Dardanellen verfolgt, in die s e sich in Unordnung flüchtete. Der Kamps dauerte drei Stunden. Wir haben einen einzigen Leichtverwundeten. Die Beschädigungen des Htoeroff" sind unbedeutend, sein Kampfwert bleibt intakt.

Nach telegraphischen Mitteilungen des Gouverneurs von Tenedvs begann der Kampf um 11.25 Uhr, um 12.50 Uhr war er erbittert, dann begann sich die türkische Flotte langsam nordwestlich ticnt Tenedos zu­rückzuziehen. Um 1.10 Uhr wandten sich die türkischen Panzerschiffe in voller Unordnung schleunigst nach den Dardanellen und seuerten nur noch in Zwischenpausen auf denAtoeroff", der sie in einer Entfernung von 5000 Metern verfolgte. Um 2.30 Uhr hörte der Kampf auf, da die feindlichen Schiffe sich in die Dardanellen zurückzogen. Die griechische Flotte stellte die Verfolgung ein, als he in die Reichweite der Kanonen der Festungen gekommen war.

Konstantinopel, 19. Januar. Am Nachmittag ist das TransportschiffR e s ch i d Pascha" hier eingetroffen, das 70 Verwundete aus der Seeschlacht bei L e m n o s an Bord hat.

London, 19. Januar. Das Reutersche Bureau meldet aus Port Said : Der türkische KreuzerH a m i d i e h" ist heute nacht hiier eingetroffen. Nach der Aussage des Kom­mandanten verließ er die Dardanellen einige Nächte zuvor bei Hellem Mondschein, ohne von den Griechen bemerkt zu werden. Er, nicht derMedsidieh", beschoß Syra. In der letzten Nacht traf er auf der Höhe von Port Said zwei kleine griechische Kreuzer an, mit denen er ein Rück­zugsgefecht führte. Ein Anter ist dabei verloren ge­gangen, der andere ist beschädigt worden. Tas Schiff ist unbeschädigt. An Bord ist alles wohl. Ter Kreuzer über­nimmt jetzt Kohlen und Proviant.

Kairo, 19. Januar. Der griechische diplomatische Vertreter verlangt, daß der in Port Said cingelaufene tür- lische Kreuzer binnen 24 Stuirden den Hafen verlasse.

Der neue Präsident von Frankreich.

Der neuerwählte Präsident der französischen Republik verdankt seine selbst für französische Verhältni se ungewöhn­lich schnelle und glückliche Karriere nicht zum wenigsten den ausgezeichneten Erfolgen, die er als Rechtsanwalt errang und die seinen Namen schon früh bekannt machten. Noch heute denkt Poincare gern an diese Tage zurück, die ihn in Berührung mit den künstlerischen und literarischen Kreisen Frankreichs brachten, denn lange Jahre hindurch galt er als eine juristische Autorität auf allen Gebieten des Urheberrechtes und er war es auch, der einst durch sein prachtvolles Plaidoyer den Prozeß entschied, in denk das Testament der Brüder Goncourt und die Stiftung der Akademie Goncourt angefochten wurden. Als vor wenigen Jahren, bei der Aufnahme Poinearss in die Akademie ein Freund mit ihm über die Freuden und Leiden des Advokatenberufes plauderte, erzählte Poincare, daß seine Tätigkeit in dem Goncourt-Prozesse zu seinen schönsten und liebsten Erinnerungen gehört.Damals lernte ich den Reiz literarischer Bekanntschaften kemten, kam in Be­rührung mit hochgesinnten Schriftstellern, wie Alphonse Daudet, und verlebte herrliche Stunden in gemeinsamer Arbeit mit.erlesenen Geistern!: im Dienste 'jener hochherzigen Stiftung. Jener Prozeß war mir doppelt lieb, weil ich in seiner Führung meine Bewunderung für das schöne Werk und für die großen Künstler ausdrucken konnte." Und so hütet er denn auch als eines seiner kostbarsten Besitz­tümer einen Brief Alphonse Daudets, den der Dichter kurz vor seinem Tode an ihn richtete:Maiter et ami, wenn ich in Paris gewesen wäre, wäre ick Ihnen nach der Anhörung dieser beiden Plaiüoyers um den Hals ge­fallen und hätte Ihnen auf südfranzösische Weise gedankt. Ich kenne nichts Weiseres und besser Aufgebautcs als diese Folge zarter und starker Argumente, bei denen ich mich frage, was Ihr Gegner darauf erwidert haben kann. Nach­dem ich diese Reden, mein lieber Poincare, gelesen habe, habe ich das Gefühl, daß totr siegen werden uno zum ersten Male spüre ich das Verlangen, auch zu plädieren, zum ersten Male verstehe ich die Freuden dieses geistigen Fechtens, bei dem das Temperament eines Menschen und seine ganze Natur hervortrcten, tote nach einem erfrischenden Bade.

Noch einmal muß ich Ihnen Tank sagen und Ihnen meine Bewunderung aus drücken."

Poincare wurde zumRechtsanwalt der Literatur' und hat dann als Rechtsbeistand der Sociste des auteurs, zu welchem Amte er auf das Anraten Sordous gewählt wurde, jahrzehntelang die Rechte der Künstler und der Schrtststeller verteidigt. Er war es, der den großen Prozeß der Mustker und Schriftsteller gegen die Phonographenfabrtkanten führte, deren Erzeugnisse in allen Winkeln Frankreichs thre näselnde Stimme ertönen ließen und die sich toetgerten, auch nur einen Pfennig für Urheberrechte zu bezahlen. Er führte den Prozeß glänzend und geistreich und gewandt. Er plädierte leidenschaftlich und kraftvoll gegen jenen Trust", den eine Reihe französischer Theaterdirektoren zu gründen suchten, und er gewann. Paul Hervteu, der als Leiter des Schriftstellerverbandes Poincare die Inter­essen der schaffenden .Künstler wahrnchmen sah, hat später der 12jährigen Tätigkeit Poincares für den Verband in einem langen Briefe ein rückhaltlos begeistertes Loblied gesungen, das imTemps" veröffentlicht wurde.Er war es, der iymitten von Düsterkeiten und Hindernissen der Genossenschaft die Anerkennung des Rechtes erkämpfte, auch Tritten gegenüber die Forderungen ihrer Mitglieder durch­zusetzen", Poincare war es, her das anfangs bestrittene Recht der Societe des auteurs durchsetzte, die Tantiemen ihrer Mitglieder einzuziehen, womit zuerst jene Zentralisie­rung der Schriftstellerinteressen durchgeführt wurde, die sich dann ü> der Folge in Frankreich als ein so mächtiger und unangreifbarer Rechtsschutz für die Dramatiker und Komponisten erwiesen hat.

Paris, 18. Jan. Bei seinem Besuch im Elysec wurde Poincare von Falliöres, der ihm entgegenaeeilt war, empfangen. Tie beiden Präsidenten reichten sich die Hand und umarmten sich auf das herzlichste. Darauf beglück­wünschte Fallieres Poincare zu seiner Wahl, der bewegt dankte. Nach wenigen Minuten der Unterhaltung kehrte Poincare in seine Wohnung zurück. Tort waren bereits zahlreiche Glückwünsche und Blumengebinde eingetroffen. Als Poincare vor seinem Haus antangte, brach die zahl­reich dort versammelte Menge in stürmischen Jubel aus. Sämtliche Minister, die mit ihren Gattinnen zur Begrüßung Frau Poincares erschienen waren, erwarteten den Präsi­denten, der darauf mit feiner Familie speiste.

Der Rücktritt des gesamten Kabinetts wurde dem Präsidenten FallisreS beim Schluß des Minister­rats am Freitag überreicht. Der Präsident bat die Mi­nister, die laufenden Geschäfte vorläufig noch zu erledigen.

Em @lii(frounf(l]ttlrgramm ors Zaren.

Der Kaiser von Rußland richtete aus Zarskoje Selo folgendes Telegramm an Poincare:

Hocherfreut über die Nachricht von Ihrer Wahl zum Präsidenten lege ich Gewicht darauf, Ihnen aus diesem Anlasse meine aufrichtigen Glückw ü n s ch e und den Ausdruck meiner herzlichen Freundschaft zu über­mitteln. Ich zweifle nicht daran, v>aB unter Ihren Auspizien die Bande, welche Frankreich und Rußland verbinden, zum Besten der befreundeten und Verbündeten Volker sich noch enger gestalten werden.

Provinzial-Ausschutz der Provinz Overhessen.

L. Gießen, 18. Januar.

Anwesend: Provinzialdirektor Geheimerat Tr. Ufinger als Vorsitzender und 6 Mitglieder.

Beginn 9, Ende 12H-. Uhr.

1. Klage des Landarmen Verbandes Wies- baden gegen den Landarmen verband Fried­berg wegen Unterstützung des Georg Conow aus Neustadt. C. mußte vom 6. September bis 1. Ok­tober 1911 von dem Ortsarmenverband Camberg wegen Lungenleiden in dem dortigen Krankenhaus verpflegt wer­den, wodurch 27.50 Mk. Kosten entstanden. Durch die an- gestellten Erhebungen ergab sich, daß C. mit ganz kurzen Unterbrechungen in einer Reihe von Krankenhäusern unter­gebracht war'und daß die Kosten des ersten Verpflegungs­falles von dem Landarmenverband Friedberg getragen wor­den waren. Ter Landarmenverband Wiesbaden, der dem Ortsarmenverband (Samberg die Pflegekosten ersetzt hatte, verlangte deshalb Rückersatz von Friedberg und behaup­tete, es handle sich um fortgesetzte Hilfsbedürftigkeit. Fried­berg hielt dem entgegen, daß C. vorübergehend arbeits­fähig und in der Lage gewesen sei, seinen Unterhalt zu verdienen. Es liege deshalb keine fortgesetzte Hilfsbedürf­tigkeit vor. Ter Provinzialausschuß verurteilte den Land­

rcin Dialogische wird tro(> mancher Längen mit Kraft zu dra­matischen Höhepunkten geführt sobald die Bühne sich mit Menschen füllt, versagt die Kraft der Gestaltung. Da spürt man den mit den Gesetzen der Bühne noch unvertrauten Dichter. Ta spürt man nicht den Mangel an dramatischem Empfinden, aber den Mangel an Technik. So liegt die starke Wirkung des interessanten Stückes in den wuchtig zur Höhe geführten Dialogen. Ta ist Entwicklung, da ist Konsequenz. Da ist Fülle und Tiefe, Symbol und Leben.

Die Aufführung unter Leopold Jeßners kraftvoll nach­schaffender Regie Hub, obwohl er die szenischen Schwierigkeiten des letzten Aktes nicht völlig meisterte, die Schätze des Tramas ans Helle Licht. Albert Bozen Hard zeichnete mit allen Mitteln seiner Eharakterisierungskunst einen erschütternden Sönke Erichsen. (Senta B r6 spielte ein herbes friesisches Mädchen mit der ganzen Fülle ihrer ergreifenden Natürlichkeit und Menschlichkeit. Andere Hauptfiguren des Stückes, vorn Dichter alle klar und charaktervoll urtümlich gezeichnet, waren bei den Herren K o b l e r und F a r e ch t und bei Frl. R u p r i ch t in guten Händen. Das Publikum gab sich den starken Eindrücken des Stückes rodlig hin und verharrte am Schlüsse in minuten­langem Beifall. Kurt Küchler.

WieOerentöcdung eines Raffaesichen Meisterwerkes?

Aus London kommt die überraschende Nachricht, daß ein ganz hervorragendes Werk Raffaels, die sogenannteMadonna unter der Eiche" (della Ouereia), wieder aufgefunden worden sei. Diese Madonna ist ein wohlbekanntes Werk des Meisters, das aus feiner spätesten und reifsten Zeit stammt und um 1518 entstanden ist Ein Exemplar davon besitzt das Brade-Muleum in Madrid, allein es sind bereits früher ne gen ihre Echtheir Bedenken erhoben ivorden, und cS wird nun berichtet, daß kein Zweifel darüber bestehn könne, daß das jetvt zum Vorschein gekommene Bild das Criginahvcrr darstellt. Ties Bild befind« sich gegenwärtig im Eecil Hotel in London, wo es bei Tage und bei Rackst von ie zwei Geheimpolizisten bewacht wird. Es ist dorthin direkt aus Italien gebrackn worben, und da die Entfernung eines solchen Kunstwerkes aus Italien, wie bckanick, nach der italienischen Gesetzgebung unzulässig ist, so erzählt der Standard, der diese interessante Neuigkeit bringt, den Roman des Bildes mit einer der Lage der Tinge nach leicht be­greiflichen Zurückhaltung. Ter Bericksterstatter des Standard, der das Bild gesellen hat, ist dadurch zur größten Bewundenmg lnngerissen worden. Es zeigt die Jungfrau, sitzend, vor einem Eichbaume: auf ihrem reckst en Knie steht das Christkind: zur reckten Seite Johannes und zu den Füßen des Kindes eine Wiege mit Windeln, und auf der äußersten linken Seite des Bildes sieht

man Joseph sich über eine trümmerhafte Mauer lehnen. Ter Hintergrund zeigt eine Hügellandschaft mit einer kleinen Gruppe von Zypressen gegen hellblauen Himmel, kleine Gestalten schreiten unter den Bäumen, ein Schloß wird in der Ferne verschwimmend ichtbar. Das Gemälde ist auf Holz gemalt. Die Ausführung wird als in jeder Beziehung hochvollendet gepriesen, die eigene Hand des Meisters sei gar nicht zu verkeimen. Was die Biographie des Bildes angeht, so ist es für den Herzog Ottajano Medici

gemalt worden, der das Werk dann dem. ihm verwandten regieren­den Papste Mim Geschenke machte. Es verblieb im Vatikan, bis Benedickt XIII. es dem Kardinal Wati von Pesaro schenkte, in dessen Familie es bis 1851 verblieb. Um 1750 herum war das Gemälde der Gegenstand eines Prozesses, bei dem es sich um eine Verletzung, die die Tafel erlitten hatte und um deren Aus­

besserung handelte. Es wurde damals über den Prozeß eine Ur­kunde ausgesetzt, die in die Familienarchive überging und die jetzt im Original in London sein soll. Mit dieser Urkunde roar eine vollständige Beschreibung und kritische Analyse des Werkes aus der Feder eines damals sehr geschätzten Sachkundigen, Lazzarini, verbunden: ein zweites Gutachten fügte der Maler Giuseppe Castellani hinzu. Tas Gemälde ging bann von dem Grafen Oli- vieri-Wnerici an einen Verwandten, den Grafen Batielli, über, der eine eigene Kapelle für das Bild,baute und Fremde von seiner Besichtigung strengstens ausschloß. Während der napoleonischen Kriege hieß es, das Bild sei auf irgendeine Weise nach Madrid gekommen: in Wirklichkeit aber soll es in seiner stillen Kapelle verblieben fein, bis die Batiellis vor roenigen Jahren in Ver­mögensschwierigkeiten gerieten und Gras Braggi-Vatielli das Werk 'm Juni 1911 an einen Kunsthändler verkaufte. Es gelang, das Bild über die Grenze zu schmuggeln, und unter den größten Vor- Nchlsmaßregeln nmrbc es verflossenen Tienstag in das Eecilhotel gebracht.

bre Angaben des Standard, der im allgemeinen zu den vorsick tigiten und zuverlässigsten Londoner Blättern zählt. Indes WeU ichon so oft mit der freudigen Nachricht von der Innern ns,AHmcn5r^aTtw ."Originale" großer Künstler überrascht SnWrtlf hi-0,* 'n diesem Falle die Botschaft von dem neuen nael vorläufig mit größer Zurückhaltung aufzunehmen ist.

» r w» k * e f c_ uit g für die deutsche Spitzbergen- non öamburn ifi ein von hi.« Aktionen unterzeichneter Antrag zugegangen,

die Burgenchaft wolle benhließen, den Senat um seine 8u- 50Oo'Markau Än^Koüe^^« """ bem Hamburgischen Staate fi« ~ e? beigetragen werden, die zur i I f e -

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armenverband Friedberg zur Erstattung des Betrags von 27.50 Mk. und zur Zahlung der Kosten des Verfahrens.

2. Gesuch des Georg Friedrich Rühl zu Ot­terbach um Erlaub nts zum Betrieb einer Schankwirtschaft. Tas Gesuch toar von dem Ge­meinderat befürtoortet, von dem Kreisausschuß des Kreises Alsfeld aber mangels Bedürfnisses abgelehnt morden. Der Provinzialausschuß erteilte heute die nachgesuchte Er­laubnis.

Aus StaOt und Caitö.

Gießen, 20. Januar 1913.

- Vorträge. Die Oberhessische Gesellschaft Natur- und Heilkunde hält morgen abend im Hör-

(mit Vorführung der Gießener Station) sprechen wird. Dor Allg deutsche Sprachverein, Zweigverein Gießen, und die Hessische Vereinigung für Volkskunde ver­anstalten am Dtenslaq abend einen gemeinsamen Vortrags­abend im großen Hörsaal der Universität. Lehramtsassessor Dr. G. Faber-Gießen spricht über Mundartforschung, Mundartliches und oberhesüschc Mundarten. Bei beiden Vorträgen, haben Gäste Zutritt.

Der Fürstenpavillon am Personenbahnhof ist nunmehr fertiggestellt. Ter äußerlich recht einfach gehaltene Bau hat einen künstlerisch durchgeführten Schmuck erhalten, der ein Zeugnis für die Leistungen unsere? heimischen Kunst- handwerls bildet. Arthur Graefe hat über dem Einganä zum Pavillon am Bahnhofsplatz ein Kupferschutzdach, in ge-* triebener Arbeit ausgeführt, angebracht, besten in romanischen Formen getriebenen Ornamente eine vornehme Wirkung aus­üben. Zu der Bedachung wurden 300 Kilo Kupfer verwendet. Tie Herstellung der Arbeit erforderte einen Zeitraum von drei Monaten.

Die Prüfung im Hufbeschlag haben bestanden und sind demgemäß berechtigt, den Hufbeschlag selbständig auszusühren Karl Bing aus Rudingshain und Wilhelm Messerschmied aus Dorf-Gill.

** In der Hauptversammlung der 'Steno­grap hen-Ges eil SchaftGabelsberge r" hatte die Neuwahl des Vorstandes folgendes Ergebnis: Provinzial- Sekretär Lenz 1. Vorsitzender, Prokurist 9ta u 2. Vorsitzen­der, Kaufmann Schneider 1. Schriftführer, Bureau- j gehilfe Kopp 2. Schriftführer, Kaufmann Gravelius Rechner, Frl. A. Krauskopf Bibliothekarin, Kuhl, W. Peppler und Fr. Pep PI er Beisitzer. Aus dem Ge­schäftsbericht des Vorsitzenden war zu entnehmen, daß die Gesellschaft auch im verslossenen Geschäftsjahr eifrig tätig gewesen ist. Die Mitgliederzahl beträgt zurzeit 117.

* Trinkerfürsorge st elle. Vorn Bezirksverein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke für den Kreis Giqßen wird uns geschrieben: In dem Kampfe aeaen den Alkolwlis- inus unb das Trmkerelend hat sich d:c p r a k t i s ch e Trinker­fürsorge als eines der wirksamsten Mittel erwiesen, und der Gedanke einer organisierten Trinkerfürsorge durch Errichtung von Fürsorge-, Beratungs- und Wohlsahttsstellen hat sich überraschend

Lui, daß nne Vor \ Mötzlich f«' donges»« inb mir »u W aber noch m diese tzinnÄimeuberschul bereit Lasten man icftf aufbnngen t ans bestritten.

NchrerlosfiirGr strlluitg dieser IW (Qirrt wurden. * beträgt 203 000 S 1023552,27 Mk, 1 verbleibende Venn mtindesteumi, ohr 41000 Mk bei ei 1913 eine Erhöhm unter Berücksichtigt scklrrigen Verhalt i 106 Proz. ju rech ! betragen, tote 191- ' findet die lande zur (Erweitern

des physikalischen Instituts eine gemeinsame Sitzung beider Abteilungen ab, in der Prof. Dr, König über draht- lose Telegra pHie und internationale Zeitsignale

schnell durchgesetzt. In wenigen Jahren wurden in über 170 deutschen Städten Trinkerfürsorgestellen geschaffen, in allen Teilen Deutschlands ist man am Werk, die bestehenden Wohlfahrtsstelleit» in dieser Richtung auszubauen ober neue Fürsorgestellen zu grün > den. Ter Bezirksverein hält deshalb den Zeitpunkt für ge-J kommen, auch in Gießen eine Trinkerfürsorge- und B r* , ratungsstelle ins Leben zu rufen, der die Ausgabe zufallen soll, sich mit der Beeinflussung und Beratung des Trinkers zum Zwecke seiner Heilung, dec Einwirkung auf seine Angehörigen, der Fürsorge für seine Familie während einer etwaigen Heil- ftättcnbebanblung und für den Trinker selbst nach seiner Ent­lassung unb mit der Unschädlichmachung der Unheilbaren zu befassen, in der weiterhin aber auch ein Mittelpunkt geschaffen werden soll, von dem aus eine systematische Bekämpfung der Volkskrankheit geleitet, das Verständnis für die vorbeugende unb rettende Arbeit vertieft, und in dem alle an der Bekämpfung der Alkoholnot interessietten Kreise zu gemeinsamer praktischer ; Arbeit zusammengefaßt werden sollen. Tas Unternehmen kann aber nur dann gelingen, wenn der Bezirksverein auf die Unter- stntzung unb tätige Mitarbeit der in Bettacht kommenden amt- , lichen Stellen, der Provinzial-, Kreis- unb Stadtverwaltung, | der Polizei- und Justizbehörden, der bestehenden Wohlfahrts- und sonst sozial gerichteten Vereine, insbesondere auch der Frauen- vereine, sowie aller derjenigen Kreise rechnen darf, die an bet Hebung der Volkswohlsahrt ein Interesse haben. Ter Bezirks- verein lädt alle, die der Sache Interesse entgegcnbiingen, zu seiner am Di enstag, 2 1. Januar l. I. 8l/< Uhr abends, im Hörsaal ''Nr. 44 der Ludwigsuniversität statt sind en den : Jahresversammlung ein, in der nach einleitenden Vor­trägen von Geh. Regierungsrat Dr. Dietz aus Damrstadt und Generalsekretär Dr. Bnrckhardt aus Berlin über die Errich­tung einer Trinkerfürsorgestelle in Gießen beraten und Beschluß gefaßt werden soll.

Landkreis Gießen.

b. Grün berg, 19. Jan. Aus dem benachbarten

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Stockhausen wollte dieser Tage ein junges Mädchen, daß sich unwohl fühlte, in Begleitung seines Dienstherrn noch Grünberg zum Arzte. Auf dem Wege dorthin, im hiesigen Stadtwalde, trat ein freudiges Ereignis ein. Schnell eilte der Begleiter nach dem Städtchen, besorgte ein Fuhrwerk und ließ das Mädchen hierherbnngen. Ein sofort zugezogener; Arzt nahm sich desselben an und sorgte dafür, daß es in die Klinik zu Gießen ausgenommen wurde. Am anderen Tage fand man im Walde unweit der Stelle die Leiche des Kindes.

Kreis Schotten.

st. Schotten, 18. 3an. Stadtvorstandssitzung. Anwesend: Bürgernreister Krornrn unb die ©emeinberatsmugliebet Honuann, Meiski, Schlitt, Weitz, ScAörb VIII., Zeunges unb Scylörb V. In der nichtöffentlichen Sitzung kam auf wieder­holte Verfügung bes Kreisamts bieBergütungdcsBürger- m c i st e r s für Zeitaufwand rwchmals zur Verhandlung, da das Kreisamt den am 16. Oktober v. I. gefaßten Beschluß nicht gutheißen tann und eine Entscheidung des Kreisausschusses herbeiführcn will, roenn der Gemeinberat nicht den Bettag ge­nehmigt.^ Ta der Beigeordnete Zinser durch Kronlhett verhrnbctt ist, der Sitzung beizuwohnen, wurde Gemecnberat Hofmann durch Zuruf zum Vorsitzenden beftimmt. Er verliest einen Brief des Bei geordneteil Zinser, daß bei der Beschlußfassung vom 16. Oktober^ ein Irrtum unterlaufen sei und daß der vom .stveisamt berechnete Betrag richtig sei. Nach eingeheilber Beratung wurde beschlossen, auf dem am 16 Oktober v. Js. gefaßten Beschluß zu beharren, der Kreisausschuß soll die Entscherbung fällen. Die Lieferung! eines feuerfcjtui Ka ss en schr a n ke s für die hiesige Stadt- kaffe wurde dem Vertreter einer Geldschranksabrik, Heinrich Bopp, hier übertragen. Hieraus sand in öffentlicher Sitzung, zu der auch der Stabtrechner erschienen war, die Begutachtung der Rechnung für 1911 statt. An Hand 'des ReckeinchaftsbericAes der Bürgermeisterei wurden die Einnahmen unb Ausgaben vor­getragen und alle Abtveichmlgen gegen den Borarrschlag erläutert Die Einnahmen b*tragen 142 031,87 Mk. unb die Summe der Ausgaben 12v 902,81 Mk., so daß ein Kassevorrat von 12129,06

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