Ausgabe 
20.1.1913 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten

Santen

eitet mit

pm Geschmack

sundheit fördert

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erner Breuer esserspitze Werner Breuer) in Edelgetränk.

barer Farbe

verzweifeltes Ringen mit der Heimat. Tie alte Schwester stellt sich ihm entgegen: Weg, weg, weg mit dir, Verräter! Sie allein weiß, daß er damals heimlich beim Bürgermeister die Kricgsorder erbrochen hat und desertiert ist. Darum muß sie ihm aus dem Weg. Sein Recht an die Heimat wiegt schwerer als ein Menschenleben. Er stößt sie in den Graben und wird zum Mörder. Nun rast er gegen die Heimat, die ihn, den doch die Liebe zu ihr hergetricben hat, zum Verbrecher gemacht hat. In aufglimmendem Wahnsinn glaubt er sich von ihr frei machen zu können, indem er sie vernichtet. Er schleudert den Brand in die Häuser, aber der Wind von der See löscht die H-unken.. Diese letzte Verzweiflungstat nimmt ihm die letzte Kraft. Die Heimat schlägt den Abtrünnigen mitsamt seinem vermeintlichen Recht zu Boden. Sie hat keine Liebe für den Verräter. Da hört Sönke Erichsen, nun ganz im Wahnsinn, die Musik des Festzuges. Der verstörte Geist fliegt 40 Jahre zurück: wie ein Kricgsruf tönt ihm die Musik: Kameraden, ich komme! Mit euch in den Krieg! Ein Herzschlag macht seinem harten Leben ein Ende:Grütz die Heimat!"

Vereins.

ist als Fruchtkaffee!

atisproben und Broschüre i der Fabrik JER. Rodenkirchen-Cöln.

Die Note der Mächte.

lieber den Wortlaut der Note der Großmächte an die Türker Betrachtungen anzustellen, ist für den deutschen Be­urteiler keine erfreuliche Sache. Auch unsere Regierung ist sich dessen bewußt, daß es keine Fortsetzung unserer Orientpolitik ist, wenn wir der Türkei, die von den Bal­kanstaaten sozusagen vergewaltigt worden ist, heute Droh- ungen übermrtteln. Die nachstehend abgcdruckte Note nennt ^das zwargute Ratschläge", aber es bleibt dabei, daß es Drohungen sind. Die amtlicheNordd. Allgem. 3tg." äußert sich wie folgt:

Aus dem bereits veröffentlichten Wortlaut der Note ergibt sich, daß sie nicht auf die Ausübung eines Zwanges gerichtet ist. Maßregeln, durch die ein Heraustreten der Mächte aus ihrer Neutralität eingeleitet werden könnte, sind nicht angckündigt. Insbesondere enthält die Note keinen Hinweis auf eine Demonstration der Großmächte in türkischen Gewässern.

Das sind nur schwache Argumeute, womit sich unsere Offiziösen heute trösten. Ist es vielleicht nicht die Aus­übung eines Druckes, der auf die türkischen Ent­schließungen wirken soll? Der Mitarbeiter derKöln. Ztg." erfährt aus Konstantinopel, daß die Wendungen der Note, die vonschwerer Verantwortung" reden und eine Geld­sperre androhen, auf Betreiben Deutschlands gemildert wor­den seien. Da war also vielleicht zuerst eine große Flotten­demonstration geplant gewesen? Nun, jedenfalls erweisen die Großmächte mit diesem ganz offen parteilichen Heraustreten aus der bisherigen Neutralität der Türkei nicht etwa einen Gefallen? Wie in der Note der fernere Widerstand der Türkei taxiert wird, das bedeutet doch schon eine erhebliche Kreditschädigung. Wenn der Pforte auch nicht mit militärischen Zwangsmaßregeln gedroht wird, so doch ganz gewiß mit diplomatischen ©trafen! Es hat allen Anschein, als ob die Tripleentente als Gönnerin der Balkanmächte auf der Londoner Konferenz! den Dreibund untergekriegt hätte; die verlegenen Wen­dungen derNordd. Allgem. Ztg." maskieren diesen Verlauf nur schlecht. Das Versprechen, das der Türkei für den Fall ihrer Nachgiebigkeit zugesagt wird, -nämlich, daß ihr aus der Regelung der Fnselfragen später keine nationalen Schwierigketten entstehen sollen, ist nur ein ziemlich wertloses Stuck Papier. Mau braucht nur an die vor dem Kriege so bestimmt angekündigte Festhaltung am Status quo zu erinnern! Und einstweilen ertönen ja vor den Dardanellen noch die Kanonen. Die Griechen behaup­ten, eine große Seeschlacht gewonnen zu haben, aber aus türkischer Quelle wird dem widersprochen: Die türkische Flotte sei in Ordnung in die Dardanellen zurückgelaufen. Nur einige Verwundete seien auf türkischen Seite zu ver­zeichnen. Die Griechen melden von ihren e'i gnen Ver­lusten und Schäden nichts.

Es sind folgende Eiuzelnachrichten zusammenzustellen:

Die von den Botschaftern in Konstantinopel am Freitag Übergebene identische Note hat folgenden Wortlaut: -Die unterzeichneten Botschafter von Oesterreich-Ungarn, Eng­land, Frankreich, Rußland, Deutschland und Italien sind von ihren Regierungen beauftragt worden, Sr. Exz. dem Minister der Auswärtigen Angelegenheiten Sr. Maj. des Sultans die folgende Mitteilung zu machen: In dem Wunsche, der Wie­deraufnahme der Feindseligkeiten vorzubeugen, glauben die genannten Mächte die Aufmerksamkeit der ottoma- nischen Regierung auf die schwere Verantwortung lenken zu sollen, die sie auf sich nehmen würde, wenn sic entgegen den

Ratschlägen der Mächte, die Wiederherstellung des Friedens ver­hindern würde. Sie würde es nicht nur sich selbst zuzuschreiben haben, wenn die Fortsetzung des Krieges zur Folge haben würde, das Schicksal der H a u ptstadt in Frage zu stellen und vielleicht die Feindseligkeiten auf die asiatischen Pro­vinzen des Reiches auszudehnen. In diesem Falle wird sie nicht auf den Erfolg der Bemühungen der Mächte rechnen können, sie vor bett gefahren zu bewahren, betten auszusetzen, sie ihr bereits wiberraten haben uttb auch weiter wiberraten. Wie bic Tinge liegen, wirb bie kaiserlich ottomanische Regierung nach bent Friedensschluß den moralischen und materiellen Bei­stand der Großmächte bedürfen, um die Schäden des Krieges wieder gut zu machen, ihre Stellung in Konstantinopel zu bc- sestigcn und die weiten asiatischen Gebiete in guten Stand zu setzen, deren Gedeihen ihre wirksamste Stärke sein wird. Um dieses notwendige Werk zu unternehmen und durchzuführen, wird die Regierung Sr. Majestät des Sultans auf die Wirksam­keit der w o h l w o l l e tt b e tt Unterstützung bcr Mächte nur rechnen können, wenn sie ihren Ratschlägen folgen wirb, bie von den allgemeinen Interessen Europas uttb betten ber Türkei eingegeben sinb. Unter diesen Umständen glauben die europäischen Großmächte gemeinsam der k. ottoma- nischen Regierung erneut den Rat geben zu sollen, der Ab­tretung Adria nopels an die Balkanverbündeten z uzustimmett und den Großmächten die Sorge zu über lass en, über das Schicksal der Inseln des Aegäiscyen Meeres zu befinden. Gegenüber diesen Um- ständen würden die genannten Mächte es sich angelegen sein lassen, den Schutz der muselmanischen Interessen in Abrianopel und die Achtung vor den in dieser Stadt befindlichen Moscheen, religiösen Gebäuden und Grundstücken zu sichern. Ebenso würden sie dahin wirten, daß bei der Lösung der Frage der Inseln des Archipels jede Drohung f ü r d i e S i ch e r - heit der Türkei ausgeschlossen ist.

Ein türkischer Minifterrat.

Konstantinopel, 19. Jan. (Abends.) Seit 1 Uhr nachmittags tagt auf der Pforte der Ministerrat, aber man weiß noch nicht, ob er die Beratung über die Ant- wort der Pforte auf die Kollektivnote der Mächte heute zu Ende führen wird. Man glaubt, daß die Ant­wort nicht vor Mitte nächster Woche übergeben werden kann.

Die türkische Presse

kommentiert heute sehr zurückhaltend die Note der Mächte, itt der sie eine Drohung Europas zu erblicken glaubt. Jkdam" schreibt:

Die Pforte müsse in ihrer Antwort die gefährliche Lage des Laubes in Rechnung ziehen, denn bei der Wiederaufnahnte ber Feindseligkeiten würde sich die Türkei nicht nur den Balkan- verbünbeteu, sonbent bent verbündeten Europa gegenübersehen. Wenn bic Pforte bent Rate ber Mächte folgen wolle, müßten bie bahingehettben biplomatischen Schritte schnell erfolgen, weil, wenn währenb einer längeren Korresponbenz Abrianopel kapi­tulierte, bic Mächte von jebent Engagement zu Gunsten ber Türkei entbunden würben. Die Türkei würbe bann großen Ge­fahren ausgesetzt fein. Sie müsse ein Arrangement zu treffen suchen, solange bie Mächte noch an bic übernommenen Vcrpslich- tuttgcn gebunden seien. Man müsse nicht bent Zuge des /Herzens, sonbern bent Verstaub gehorchen.

Saba h" veröffentlicht die Erklärung eines früheren Diplomaten, der unter anderem sagt:

Seit Ueberreichung ber Note erhielt bas WortNeutralität" einen anbereit Sinn. Bisher legte bie Neutralität auch der Diplomatie Beschränkungen auf. Der Schritt der Mächte hat dieses Prinzip umgestoßeti.

Der Großwcsir wieder erkrankt.

K o n st a n t i n o p e l, 19. Jan. Der Groß Wesir hat sich eine leichte Erkältung zugezogen und ist von der Pforte, wo er einige Tage Aufenthalt genommen hatte, ip feine Privatwohnung übergefiedelt. Heute hat kein Mi­lt i st e r r a t stattgefunden.

fehlte* " "^rotboden

Das ist das. Seltsame und Ueberraschenbe: dieses Stück hat nichts Episches. Ein Mensch, der nichts von Gastav Frenssen und seinen Romanen kennen und dieses Stück sehen würde, müßte sagen: hier ist ursprüngliches, dramatisches Talent, hier ist eine Idee, die zur Darstellung die Form des Dramas verlangt, hier ist ein Problem, das nur dialogisch und dialektisch gelöst werden faun. Das ist das wichtigste: Frenssen hat dieses Drama iticht geschrieben, weil es ihn, wie so man dien Epiker, zur Bühne zog. Seine Liebe zur Kunstform des Romans ist viel zu groß, als daß er sie um eines vagen Ehrgeizes willen lassett könnte. Ihm war es von vornherein klar, daß dieser Sönke Erichsen gar nicht anders zu sassett war als dramatisch. Ganz flüchtig hat der Dichter die Idee in einem Festspiel be­handelt, das er vor Jahren für das Husumer Heimatsfest schrieb. Daun lag sic lange brach, bis er sich endlich zu dem Wagnis entschloß, sie im Drama zu gestalten. Klug und energisch suchte er den Romanschreiber zu vergessen, aus sicherer Grundlage heraus baute er fein Szenengerüst sicher in die Höhe und hütete |td) vor jeder Breite. Er hakte iedes Wort und jeden Gedanken an bie leitenbe Jbec unb gab" so bem Ganzen eine Geschlossenheit und Verdichtung, die einem alten Thcatarroutinier Ehre machen würde, sähe man nicht immer einer tiefen, ernsten, ganz aus naiven Empfindungen heraus schaffenden Künstlerscclc aus den Grund. Wie wenig Routinier Frenssen ist, zeigt sich in manchen Szenen, die alles andere als bühnenmätztg geiehen stitd. .Alle»

Gustav $ren|fens erstes Drama.

Uraufführung im Hamburger Thaliatheater.

Hamburg, 18. Januar.

Man darf ehrlick) und ohne Vorbehalt die Tatsache kon­statieren: Der Epiker Gustav Frenssen hat am Samstag aus der Bühne des Hamburger Thaliatheaters mit seinem dreiaktigen Sönke Erichsen" einen Theatererfolg errungen, der ganz und gar auf die dramatischen Qualitäten des Stückes, nicht auf die Beliebtheit des Romaudichters zurückzuführen ist.

Inhalt unb Jbeengang des Stückes sind rasch erzählt. Heim­weh unb Heimat sind die starken Gewalten, bic bas Stück wie auf kraftvollen Schultern tragen. Ein kleines ©täbtdjen, hart am Raube ber herben Nordsee, feiert Heimatssest. Von allen Seiten kommen bic Menschen, um bie alte Heimat zu feiern. Aus Amerika kommt Sönke Erichsen. Er ist gierig nach ber alten Heimat, sie hat ilyn hergezogen wie mit stricken. Sönke Erichsen ist vor 40 Jahren, ein eigenwilliger unb trotziger Bursch, am Tage vor ber Kriegserklärung geflüchtet. Ihm war bas Leben unb seine stürmenbe Jugend lieber als ein Kamps um vage Begriffe wie Heimat unb Vaterlanb. Vierzig ^aljre lang lebte er in ber Frembe. Nie hörte man in der Heimat etwas von ihm. Ruhelos manberte er von Stabt zu Stabt. Da sicht er Lanbsleute und die Heimat steigt vor ihm auf. Da sieht er in ber Frembe kleine Vereine: Kriegsveteranen ans bem Vater­land. Ta reißen ihm Heimat und Heimweh das Herz wund, da spürte er: Heimat, das ist Tein vager Begriff, veimat ist eine Macht, die sich eisern an den Menschen klammert. Schwer überfällt ihn bas Bewußtsein seines Verrats. Aber das zerrende Heimweh: er muß zurück! Vierzig Jahre lang hat er tu ber Fremde gebüßt, hat er nicht .das Recht, sich bie Heimat zurückerobern zu dürfen? Er kommt und findet bic öciniat in hartem, finsterem Wiberstanb gegen sich. Jeder Baum, jeber Giebel, jeber Turm, jeder Mensch scheint ihm entgegcnzuschreieii: Weg mit dem Verräter! Und nun beginnt Sönke Erichsens

gediegene Spielweise, ihre von Sentimentalität wie von Effekt­hascherei freie Auffassung sind sehr sympathisch.

Die Begleitung wurde in gewohnter mustergültiger Weise von Herrn Prof. T r a u t m a n u ausgeführt. Das Publikum rief mit begeisterten Beifallskundgebungen die beiden Solisten wiederholt aiif das Podium; Herr Backhaus war so liebenswürdig, sogar zwei Zugaben zu spenden. P-

Gießener Uonzertverein.

Fünftes Konzert. Dritter Soiisten-Abend.

Gießen, den 19. Januar 1913.

Die Konzertleitung hatte auch diesmal wieder mit leidigen Personalschwierigkeiten zu kämpfen. An Stelle des ursprünglich in Aussicht genommenen Kammersängers Knüpier-Berlin dursten wir den hervorragenden Pianisten Will). Backhaus hören; die Geigerin Ev. Anthony-London wurde leider durch schwere Er­krankung abgehalten; als Ersatz wurde Frau Scanne Vogel­sang- Utrecht gewonnen. Das Programm des heutigen Abends hatte ein überwiegend strenges, retrospektives Gepräge: Präludium und Fuge von Bach, zwei weitere Stücke von demselben, in der Klavier-Bearbeitung von Saint-Saens und Xcnderson, V olin- Sonate von E. de Mondonville (Zeitgenosse Rameau's), Altnieder­ländische Weisen und Tänze, dazu Brahms und Chopin, die natürlich am aktuellsten wirkten. In den Variationen über ein Thema von Paganini entfaltet Brahms bic bebcutcnblte Seite seiner Begabung, bic kraftvolle unb vielseitige Beherrschung ber Kunstform. Er hat bas Werk mit einem solchen Stachclbraht- zaun von Schwierigkeiten umgeben, daß er vor unberufenen Interpreten ziemlich sicher sein Tann; nur die Größten dürfen es wagen, gleich Siegfried durch diewabernbe Lohe zu bringen unb bic schlafenbe Braut zu wecken. Emer bic,er Berufensten. ist Backhaus; seine fabelhafte Technik erlaubt ihm, auf ben steilsten Pfaben ber Virtuosenkunst mit einer Leichtigkeit zu wandeln, bic bas Gefühl ber vollsten Sicherheit, ber beglürfenben Freiheit von aller Erbenschwcrc erweckt. Großzügige Auffassung unb innigen, nuancenreichen Ton konnte er insbesonbere in ben Kompositionen von Chopin entwickeln, unter benen wir bic Nocturne tn l'-dur und bic bekannte pompöse äs-dur-Polonaise hervorheben

Frau Vogelsang hat sich bic sehr bankens- unb nachahmungs­werte Aufgabe gestellt, bas oft recht einförmige Programm unserer Violinisten burdj ältere, wenig bekannte Werke auszufrischen, wobei man billigerweisc nicht erwarten bars, baß nur diamanten von reinstem Wasserausgegraben" werden Immerhin gab die Sonate von Mondonville ein ganz respektables und gefälliges Bild von ber bamaligen Art zu musizieren ; bie altnieberlanbischcn Weisen unb Bauerntänze zeigen, wie bei aller Schlichtheit unb Volksmäßigkeit boch burch Innigkeit, gesunde Frische unb Humor schöne musikalische Wirkungen hervorgebracht werben können wo­bei man eine gewisse burch bic Zahl unb .Sturze ber Stucke bebingte Buntheit mit in Kauf nehmen bart). Xie Künstlerin, welche bic solibc Schule bes Altmeisters Joachim genossen hat, gebietet über ein sehr achtnngswertes Können; ihre energische,

Kaffee erspart im Gebrauch

Kaffee

Surrogat

Die montenegrinischen Wünsche.

Wie das Reutersche Bureau erfährt, überreichten die montenegrinischen Friedensdetegierten dem Minister des Aeußern Grey, und den Botschaftern in Lon­don eine Denkschrift, in der die einzelnen Gründe aufgeführt N7erden, weshalb Skutari, Ipek und Prizrend Montenegro einverleibt werden sollten. Montenegro wolle lieber als politischer Faktor von der Balkanhalbinsel ver­schwinden, als feine Ansprüche auf die genannten Orte auf­geben. Der Denkschrift liegt eine Karte bei, auf der die von Montenegro beanspruchten neuen Grenzen kenntlich) gemacht sind. Wie das Reutersche Bnreau weiter erfährt, bereiten auch die anderen Balkanverbündeten ähnliche Erkläruirgen zur Unterstützung ihrer Gebietsfor­derungen vor.

Der Berg Athos.

Die Botschafter der Großmächte haben beschlossen, daß der Berg Athos als eine unabhängige geistliche Republik angesehen werden soll.

Die türkische»» Verluste.

Das Kriegsministerium veröffentlicht eine neu e List e von 50 im Kriege gefallenen Offizieren. Dar­unter befinden sich ein Oberst, vier Majore, ein Vizemajor, 18 Hauptleute, 11 Leutnants und 11 Unterleutnants.

Eine Seeschlacht.

Athen, 18. Jan. Die Agence d'Athenes mel­det: Die türkische Flotte, die heute früh aus den Dardanellen ausgelanfen ist, wurde von der griechi­schen Flotte vollständig zerstört. Eine große Volksmenge veranstaltete, als die Nachricht in Athen be­kannt wurde, vor dem Marine-Ministerium begeisterte Kundgebungen.

Später nimmt die Meldung aus griechischer Quelle schon eine zurückhaltendere Form an:

Von der gemeldeten Seeschlacht wird amtlich fol­gende Darstellung gegeben: Die türkische Flotte lief heute morgen aus der Meerenge aus und dampfte in südlicher Richtung nach der Insel Tenedos, wo sich die Schlacht mit der griechischen Flotte entspann. Der Kampf dauerte zwei Stunden. Hierauf fuhr die türkische Flotte, von der griechischen ver­folgt, nach den Dardanellen zurück. Ueber die Verluste des Feindes sind keine bestimmten Nachrichten hierher gelangt.

Athen, 19. Jan. Vom Admiral Kunt Uriotis find heute Telegramme eingelaufeu, die folgendes besagen: Während der ganzen gestrigen Nacht unternahm der tür­kische KreuzerHamidije" mit einem Tor - pedobootszerstörer eine (Lrkundungs fahrt in die Nähe der Insel Tenedos. Am Vormittag lief die tür­kische Flotte, bestehend aus den LinienschiffenBarbarossa Hairedin",Torgud Reiß",Messudije",Assar-i-Tewsik", dem KreuzerHamidije, sowie aus 13 Torpedobootszer­störern und Torpedobooten aus den Dardanellen aus. Sie nahm zuerst die Richtung auf Jmbros, wandte sich dann nach Lemnos und gelangte von dort bis auf 20 Meilen nord­westlich von Tenedos. Die griechische Flotte bestehend aus den PanzerkreuzernGeorgios Aweroff", Hydra",Spetzsai",Psara" sowie sieben Torpedobooten fuhr ih r sofort entgegen. Admiral Kunt Uriotis übermittelte der Flotte folgenden Befehl: Wir erinnern euch

ar. 16 Erstes Blatt 163. Jahrgang Montag, 20. Januar 1913

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