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ftetltc sich frcrait», daß eine Anzahl von Angestellten der Heeresverwaltung in regem Verkehr mit dem Kruppschen Bureau, ins- 'befcnbCTC mit dessen Leiter Brarü), stand. Brand, der früher selber Angestellter der Heeresverwaltung war, hatte mit Zeug- offijicren und auch mit unteren. Beamten Verbindungen angeknüpft und l-äufig mit ihnen in seinem Bureau Besprechungen. Durch die Polizei wurden die in Frage kommenden Personen bei gelegentlichen Besucl>en festgenommen und nach einem eingehenden Verhör in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert, lieber die Art der Verfehlungen, die den Angeklagten zur Last gelegt werden, verlautet, daß die Angeklagten die Firma Krupp durch ihren An- ,gestellten über Neuanschaffungen oder Aenderungen, die von der Militärverwaltung geplant waren, informierten, daß sie der Firma !Krupp bei -Submisfionsausschreiben die Preise der Konkurrenzfirmen, besonders der Rheinisch-Westfälischen Metallwarenfabrik, mitgeteitt hätten, und das-, sie der Firma Krupp Mitteilungen aus Bü-ck-ern ober Geheimbriefen und Abschriften aus Büchern über» gdben hatten. Die Angeklagten werden, wie wir hören, weiter beschuldigt, sich reckswidrig Schriftstücke, deren Geheimhaltung im Interesse der Landesverteidigung lag, verschafft und der Firma Krupp zugänglich gemacht zu haben. Die Bestechung,, deren die Angeklagten beschuldigt werben, soll darin liegen, das die An- geklagt-en sich und ihre Familien in Restaurants, Theatern und Varietes von Brand ireihalken ließen, von ihm Darlehen entgegennahmen und schließlich auch Geldgeschenke empfingen. Der Versehr Brands mit den Angeklagten soll sich über viele Jahre erstreckt haben. Brand soll regelmäßig, insbesondere bei Submissionen der Heeresverwaltung, Berichte von den Angeklagten erhalten haben, die er dann sofort nach Essen weiterschickte. Durch diese Berichte soll es der Firma Krupp ermöglicht worden sein, die Konkurrenz zu unterbieten und eventuell für die Zukunft die Preise für die Lieferungen zum Schaden der Heer eso cr-waltung zu erhöhen. Es soll auch gelungen sein, solche Berichte bei der Firma Krupp in Essen zu beschlagnahmen. . Die sieben Angeklagten und auch Brand sollen bereits Geständnisse abgelegt und die ihnen im einzelnen zur Last gelegten Straftaten zugegeben haben.
Zu der Verhandlung, die unter strengstem Ausschluß der Oesfentlichkeit stattfinden dürfte, ist eine große Anzahl von Zeugen geladen. Unter ihnen befinden sich zahlreiche Offiziere aus dem Kriegsminislerium und anderen Depart'ments der Heeresverwaltung, eine große Anzahl v 'n Zeugoffizieren, Herren in leitenden Stellungen bei der Firma Krupp und auch der frühere Leiter der Kruppschen Berliner Filiale Brand, der sich später vor^den Zivilgerichten zu verantworten lräben -wird. Die Angeklagten werden von den Rechtsanwälten Ulrich, Dr. Barnau, Dr Thurm und Grasso verteidigt. Für die Verhandlung sind mehrere Tage in Aussicht genommen.
Wie wir erfahren, dürfte mit dieser Verhandlung vor dem Kommanbanturgericht und der sväteren Verhandlung gegen Brand die Mfä-re Krupp noch nich^ erledigt sein. Es sollen noch gegen eine Rcilft von Zivilpersonen Verfahren schweben, die sich zurzeit noch im Stadium der Voruntersuchung befinden, die aber mit Sicherheit zur Eröffnung des Hauptverfahrens führen werden.
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Ein Pressefunder auf der Festung.
’2£ Weimar, IG. Juli. Die vic[bcimochtme Hafengesebickte des Herzoglichen Holjagdaintes hat zur Folge gehabt, daß der hiesige Journalist ^arald Kügler eine eiiliuonatliche Tellungshnit ani bei Festung Osterburg antteten mußte. Man erinnert sich, daß seinerzeit im Wei'narischen siKineinderat der sockildeinokratische .^ieichstagsabgeordnete Wir Weimar, Anqnlt Bändert, eine 0>'e- fchichte erzählte, wonach im vorigen Jahre bei einer Hostcigd so .viele Hasen geschossen worden seien, daß das Hosjaadamt nicht avnßte, was es mit der Zaadbeute am'angen sollte. Plan sei nun am Hose ans die Idee verfallen, die geschossenen Hgsen, soiveit mon dafür am Hole keine Verwendung hgtte, zu vergraben, was dann mich geschehen sei. Bändert hatte an diesem Vorgehen sehr scharfe Kritik geübt nnd es beanstandet, daß mon die für den Hof wertlose .Jagdbeute vergraben habe, statt sie ju billigem Preise der armen Bevölkerung znr Verfügung zu stellen. Erst nachdem fünf Tage über dieser Erzählung des Neichstaasabaeordneteii Bändert dahin- aegangen >varen. ohne daß ein amtliches Deinenti erfolgt wäre, gab *ber Journalist Kogler die Sache an die deutsche Tagespreffe weiter Nunmehr fehle eine schnr'e Untersuchung ein, die sich freilich nicht gegen den Urheber, sondern gegen den „Verbreiter" der fgmosen Hasengeschichte richtete. Dieser nmrde schließlich in den Anklage- znstand verseht nnd vom Lgndgericht Weimgr wegen Beleidigung des Großherzoglichen Hofiggdgmtes verurteilt Zn der Begründung wurde gnsgeiühtt, dnß Kügler sich der Beleidigung einet' Behörde schuldig gemocht hgbe, obwohl festgestellt ivurde, daß da§ Groß- herzogliche Hofjagdanit gar keine Behörde, sondern nur eine Privat- einrichtung des Großherzogs ist. Das Reichsgericht bestätigte das Urteil. Eiii Gnadengesuch Koglers nnd ein solches des dem 93er- bande deutscher Jonrnalisten- und Schriftßeller-Vereine angeschlossenen Vereins „Thüringer Presse", dem Kogler gngehört, nnirbe abschlägig beschieden. Roch einmal ivurde, als die 9lnmestie aus Anlaß des Regiernngsjnbilänms des Kaisers erschien, versucht, Kogler die Wohltat des Straferlasses zukonnnen zu lassen - vergebens ! Man erzielte lediglich, daß ftnit Gefängnisnra’e Festnngs- haft festgesetzt wurde, und so bezog Kogler in demselben Angenblick bie Festung Osterbnrg, in iDcIchent von dieser eine ganze Anzahl Duellanten und aiiderer Missetäter mit Rücksicht auf die kaiserliche Amnestie entlassen nnirbe.
Landwirtschaft.
— Vrämiierungs-EraebniS d e r S t a l l s ch a »t e n ä in B e z i r k L i ch om 20. Juli 1913. Rindvie H-S t a l l u n g e n. <Lrnove I. (Biehb'esitzer mit 10—20 Stück Vieh): 1. Karl Zimmer du Lieh 89 Pllnkte (Klasse des Preises I., Betrag 40 Mk.): 2. Heinrich Schwer VI. in Albach 82 Punkte (II. 30 Mk.); 3. Jakob Walter II rin Garbenteich 77 Punkte (Illa. 20 Mk.); 4. Jobs. Walbott III. in «Garbeuteich 74 Punkte (Illb. 20 Alk); 5. Friedrich Knorr in Birklar 72 Punkte (Ille. 20 Mk) : G. Phil. Zimmermann in Lich 70,5 Punkte itllld. 20 Mk.): 7. Friedrich Kissel in (ttarbenteich 65,5 Punkte (Anerkennung, 5 Mk.). Gmpve II. (Diehhesitzer mit 5—9 Stück Vieh»: 1. Hermann Ihrmg in Lich 88,5 Punkte (I. 30 Mk.); 2. Johannes jJnng II. in Garbenteich 86,5 Punkte (Ila. 20 Mk.); 3. Georg 'Dahmer in Röthges 86 Punkte (Ilb. 20 Mk.); 4. Karl Christian i Albolin in Lich 83 Punkte ille. 20 Mk.); 5. Johs. Georg Schneider Hn Birklar 80,5 Punkie (Ild. 20 Mk.’; 6. Heinrich Albach II. in ^Hattenrod 80 Punkte (IIs. 20 Mk.); 7. Ferdinand Schmidt in Birklar r?9 Punkte (Illa. JO Mk.l: 8. Konrad Balser VII in Albach 78,5 B. Kill’». 10 Mk.); 9. Karl Fink in Garbenleich 77,5 Punkte (Ille JO Mk); 10. Friedrich Zimmer in SUbnd) 73 Punke (Anerkennung, D Mk.l: 11. Bürgermeister Kraufd) in Birklar 75,5 Punkte (An- «erkeminng, 5 Mk.). Gruppe III. (Viehbesitzer mit 1—4 Stück Vieh): 1. Heinr. Ludwig Gerhard in Albach 77 Punkte (II. 15 Mk,’; 2. Karl Morle in Lidi 73 Punkte (Illa 10'DIf.); 3. Gg. Heb Albach Wttr>. in Lich 72,5P. (TUb. 10 Mk.’; 4. Hd). Münster in Hattenrob 72,5 P.(IIIc. 10 Akk.). — Schweine-Stallungen. (Gruppe I. Besitzer von 3 nnd niel)r Zuchtsauen : 1. Hermann Jhring in Lich 91 Punkte (1.20 Mk.); (2. Heinrich Atnller II. in Birklar 87 Punkte (Ila. 15 Mk.). #3. Friedrich Knorr in Birklar 86 Punkte (Ilb. 15 Mk.); 4. Karl Heller II. in Lieh 85 Punkte (Ile. 15 Mk.); 5. Ferdinand Schmidt rin Birklar 80 Punkte (Illa- 10 Mk.); 6. Friedrich Kissel in Garben^ ,«<di 77 Pnnkte (Illb. 10 Mk). (Grnppe II. Besitzer von 1 nnd 2 Zuch/sauen): 1. Bürgermeister Krausch in Birklar 83 Pnnkte (Ila. 12 Mk.); 2. Johs. Walbott in Garbenteich 82 Punkte (Ild. 12 Mk.); 3. Karl Fink in Garbenteich 79 Pnnkte (Illa. 8 Mk.); .4. Johs. Georg Schneider in Birklar 78 Punkte (Illb. 8 Mk.).
Unlvevsitäts-Nachrichteir.
— Aus die tnmifl legendi hat der Privatdozent für Neues Tesuuuent in der Straßburger evangelisch-theologischen Fa- ckultät Professor Lic. thevl. Dr. Albert Schweitzer verzichtet, "der als Arzt im Dienste per Mission nach Wcstafrika in das Kongvgebiet (an de^ Dgvwe) gegangen ist.
— Der a. o. Professor für soziale Hygiene an der Universität Straßburg i. E., Dr. med. Ernst Levy, ist zum Leiter der bakteriologischen IlntcrsuchungsLnstalt für Untcrclsaß in St r a ß- churg ernannt worden.
wandern und Reisen, Bäten
Rund um Gießen.
Immer mehr steigenden Verkehrs erfreut sich das Kloster Kreuzberg in der Rhön, das auch von Gießen über Fulda, Gersfeld nicht allzuschwer zu erreichen ist. Wenn man die nötige Zeit hat, empfiehlt es sich sehr, bei den Mönchen zu übernachten, jedoch nur dann, wenn nicht gerade eine Wallfahrt ist, da es in diesem Falle in dem Kloster äußerst ungemütlich ist. .Es ist deshalb angebracht, hier die Tage der Wallfahrten des Jahres 1913 aufzuführen, damit der Wanderer seinen Wanderplan danach einrichten kann: August: 17. 18., 21./22., 27./28., 30.,31.; September: G./7., 13./14., 27./2S.; Oktober 3./4. Man wird also gut tun, an diesen Tagen und auch kurz vorher und nachher das Kloster zu meiden. Ebenso ist ein Besuch an Freitagen nicht für jeden empfehlenswert; da manche nicht mit der Fastenfpcise zufrieden sind.
K i r ch - G ö n s—S chi ffenber g—G ießen.
Wir fahren um 2.17 Uhr nach Haltestelle Kirch-Göns. Nach Überschreiten der Geleise gehen nnr ungefähr 10 Min. an der Bahn entlang und erreichen den Pfablgraben, der in gerader Richtung bis in die Gegend von Watzenborn führt. An der Stelle, wo der Pfahlgraben etwas nach Osten umbiegt, gehen wir geradeaus weiter und erreichen von hier nach ' 4 Stunde Watzenborn. Von hier gelangen wir über die Schiffenbcrger Mühle und Haltestelle in \2 Stunde nach dem Schiffenberg. Der Weg ist mit blauen Keilen gut bezeichnet. Er führt etwa halb durch Wald und halb durch Feld und beträgt 21/2 Stunden. Vom Schisfenberg gelangen wir auf den verschiedensten Wegen in 1 Stunde nach Gießen.
Gieße n—S chiffenber g—H 0 chwar t—G r. - B u s c ck.
Wir gehest den neuen Schiffcnberger Weg. An den Eisteichen am Eingänge des Waldes biegen wir rechts ab und benutzen den sog. Watzeuborucr Weg, eine Waldschneise. Kurz vor dem Bahnübergang wenden wir uns links auf die Klosterschneise; von hier Blick auf üben Schiffenberg. Tie erste Querschneise hierzu ist die Bogenschneise, der mir rechts folgen. Zu unserer Linken führt im Wald ein Fußweg entlang, den wir aufsuchen. Er führt uns über den Hasenkopf nach dem Fahrweg nach Hausen. Diesen kreuzen wir und benutzen den Fußweg weiter an dem Pumpwerk für den Schiffenberg vorbei nach dem Kloster. Von hier folgen wir den Wegzeichen über das Forfthaus Hochwart nach der Hohen Warte. Von hier benutzen wir die blauen Punkte über Annerod—Ganseburg nach Großen-Buseck. Der ganze Weg erfordert 3 Stunden und geht ziemlich viel durch Wald.
Beide Wanderungen können zu einem Tagesmarsch vereinigt werden.
Gieße n—B u be n r 0d—A ßl a r.
Bis Bubenrod schwarze Keile. Von der Lahnbrücke über die Heuchelheimer Mühle Kinzenbach. Kurz nach Betreten des Waldes zweigen nach rechts rote Punkte ab, die uns nach 10 Min. nach Himberg (mit einer alten Schanze) bringen. Nach weiteren 10 Minuten erreichen wir wieder die alten Zeichen, die nach dem Bnbenröder Hof führen. Bon hier kommen wir nach einer knappen halben Stunde zum Altenberg (mit Ausfichtsttirm). Von hier führen uns schwarze quer durch den Wald in einer Stunde nach Buhlingen. Von Buhlingen folgen wir den blauen Strichen nach Aßlar mit einer schönen alten Kirche. Die Wanderung nimmt 5—6 Stunden in Anspruch und führt fast ganz durch Wald. Wer noch eine Stunde marschieren will, gehe den blauen Strichen weiter nach über Hermannstein nach Wetzlar. In Hermannstein finden wir die Ruine einer Feste, die vom Landgrafen Hermann von Heffen gegen Wetzlar und den Grafen von Solms im Jahre 1373 erbaut wurde. Nach ihr änderte der hier gelegene Ort Mühlheim seinen Namen.
Vermischtes.
Eigenartiger Verkehrsunfall'in Paris.
Aus Paris, 16. Juli, wirb gemeldet: In den letzten Nachmittagsstunben trug sich heute ein erstaunlicher Straßenunfall zu. Ein Kraftwagen der Feuerwehr mit einer Rettungsleiter, der von einer Feuersbrunst in die Feuer- wehrkaserne mit mäßiger Geschwindigkeit zurückkechrte, sah am Quai d'Orsay plötzlich seinen Weg durch eine Kraftdroschke verlegt, die unvermutet eine Wendung nach 1-inks machte und quer vor dem Wagen zu stehen kam. Ter Lenker des Feuerwehrwagens suchte auszuweichen und lenkte seinen Wagen mit solcher Energie zur Seite, daß er den Bürgersteig erstieg, eine Trinkhalle zertrümmerte, vier Kraftwagen der Station vor dem Jnvalidenplatze umwarf und noch an eine Aus sch erhalle anprallte, wo er stehen blieb. Vor der Trinkhalle stand ein 'Stadtreisender, der sich Aufträge in sein Tienstbuch einschrieb. Er wurde von den Trümmern der Halle erschlagen, während der Besitzer der Halle und seine Frau, die sich in dem kleinen Gebäude befanden, mit leichten Kopfwunden davonkamen. Ein Chauffeur einer der um gestürzten .Kraftdroschken erlitt einen Armbruch, und das Aufseherhäuschen stürzte 10 Minuten nach dem Zusammenstoß plötzlich zusammen, ohne übrigens jemanden zu verletzen. Zwei Feuerivehrleute wurden schwer verwundet. Die Kraftdroschke, die der Anl-aß des Unfalls war, benutzte die Verwirrung, um zu entfliehen, ehe Nummer und Buchstabe fest gestellt werden konnten.
* Ue6erfd)toeinmungen. Ans Berlin wird nnterm 16. gemeldet: Gestern nachmittag ging über Berlin und die Umgebung ein Gewitter nieder, das namentlid) in den westlichen Vororten mehrfach Ueberschwemmungen und sonstige Verheerungen zur Folge hatte. Im Freibad Wannsee überschwemmten die WasserTTmssen die großen Badezelte, und das Wasser stand in den Zelten bald so hoch, daß das Badepublikum sich aus die Bänke fluchten mußte. Um die Garderobe entstand ein Gedränge. Hüte und andere Garderobestücke schwammen umher. Mit zum Teil zusammengerafftcn Kleidungsstücken schwamm und lief groß und klein durcheinander. Als das Gewitter sich aus- gelobt hatte, trat auch unter der Menschenmenge allmählich wieder Ruhe ein, und der Berliner Humor gewann die Oberhand.
* Explosion. Aus Berlin, 16. Juli, wird gemeldet: Heute nachmittag entstand in der Spritbankaktiengesell- schast in Adlershos durch eine Kes s e l e x p l 0 s i 0 n Groß- seuer, dessen Unterdrückung den Feuerwehren der umliegenden Ortschaften erst nach mehreren Stunden gelang. Bei der Explosion erlitten ein Arbeiter schwere und zwei andere lei chteBrandwunden. Der Sachsc^rden ist, soweit bisher'festgestellt worden ist, erheblich.
v * Autvmvbilunfall. Aus Berlin wird gemeldet: Auf der Chausseestrecke Neu-Brandenburg-Wvldegk fuhr das Automobil der Firma ^äger-Neu-Brandenburg in voller Fahrt gegen einen 5alnn\(5'CT^t,au,fn,r wurde aus der Stelle getötet, während ein Sohn des Fabrikbesitzers Jäger so schwere Verletzungen davon- ttaig, daß er in das Krankenhaus Neustrelitz übergesührt werden mußte.
,, *_F ü n f Menschen im Feuer umgekommen. Aus O b e r k 0 m n r tz Unrb nnterm 17. J>uli gemeldet: Heute nacht brannte das Haus einer Frau Krause ab. Der Schlosser Peißig, seine beiden Kinder, der Schuhmack)er Sieher und sein Sohn kamen in den Flammen um.
* Schwere Gewitter. Die Provinz Posen und besonders die bftdt4 sowie der ^reis Hohensalza wurden gestern von schweren Gewittern heimgesucht. Die Blitzschläge richteten großen Schaden an. In dem Dorfe Jecevo wurde ein Aufseher vom Blitz erschlagen. Bei dem Brande einer Scheune |tn MuMtteßen kam ein Knecht in den Flammen um.
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* Leuchtgasvergiftung. In dem Hause Rohrbackcr Straße Nr. 20 in Heidelberg wurde am Donnerstag vor. mittag die Familie Gernsheimer, Mann, Frau, Tochter und Schwägerin, durch Leuchtgas vergiftet tot aus gesunden. Die Tat ist im allgemeinen Einverständnis ausgefülnl worden und bürte auf das jahrelange Leiben des Familienoberhauptes zurückzuführen sein.
* D 0 v v e l s c l b st m 0 rd. Tie beiden Inhaber der großen Nutzhol-handlung Gebrüder Ebeling, die viele Möbclsabriken zu ihren Kunden hatten, wurden gestern morgen in ihren Wohnungen 101 aufgefunden. Sie hatten fick) nach vorheriger Vereinbarung in der Nacht vergiftet. Finanzielle Schwierigkeiten fallen das Motiv des zweifachen Selbstmordes sein.
* Schlechtes Wasser. Aus Brüggen wird gemeldet: Aus einem Gute erkrankten infolge Genusses von Wasser, das durch Dungabsluß verseucht war, dreizehn Arbeiter und Arbeiterinnen, sowie drei Kinder.
* Blitzschlag in eine Militärabteilung. Aus St. Gallen wird gemeldet: Auf einer Mm bei Flims schlug der Blitz heute nackt in ein Gasthaus, in .welchem 70 Mann der Jnfanterie-Schießfchule einquartiert waren. Vier Mann wurden vom Blitz getroffen, kamen aber mit Verletzungen davon.
* In der Kinderheilstätte zu Zoppot soll die Diphterins ausgebrochen fein. Sechs Mädchen und eine Pflegerin find in das Stadtkrankenhaus nach Danzig übergeführt »rwr- den. Nach der „Vossischen, Zeitung" ist an maßgebenden Stellen der Meldung nicht widersprochen worden.
Kk. Ter Küchenzettel des Londoner Tiergartens. Soeben ist der Hanshalningsberidit des Zoologischen Gartens in London über das Jahr 1912 erschienen. Tie Summe, die kür die Ernährung der Tiere auSgeworien wird, erreicht die statlliche Höhe von 165 000 Franken, von denen 22 726 für Heu, 16 130 für Klee, 3 300 für Kohl, 1 435 für Hafer, 8 800 für Körner, 13 000 für Meer- fifche, 3 150 für Süßwasserfische, 18800 für Pferde, 12400 für Früchte ausgcgeben worden sind Wenn alle diele Verprooiantierungsmittel des Jahres 1912 an einem einzigen Tage m den Zoo geliefert worden wären, so hätte man (eben tonnen: 316 Pferde, 239 Ziegen, I 495 Kaninchen, 62 indische Schweine, 25 238 Mäuse, 7 217 Ratten, 857 Tauben, 9 207 Sperlinge, 38 Enten, 34 85" Eier, 7 646 Kilogramm Hermge, 6 000 Liter frischer Milch, 7 000 Büchsen kondensierter Milch, 15 256 Salatköpfe, 20 416 Fässer Wicken, 1 114 Inder Klee, 219 Wagen Stroh, 18 > Wagen Heu, 4 Tonnen Runkelrüben, 2 Tonnen Häcksel, 1 400 Hektoliter Hafer, 700 Hektoliter Kleie, 12) Hektoliter Mais, 2 Tonnen Reis, 22 Hektoliter Hirse, 60 Hektoliter Bohnen, 34 Hektoliter Hanfsamen, 63 Hektoliter Gerste, 153 Hektoliter Weizen, 306 Kilogramm grünes Gemüse, 60 Kilogranim Feigen, 1 900 Kilogramm Datteln, 12 688 Kilogramm Orangen, 428 Kilogramm Zitronen, 2 900 Kilogramm Kokosnüsse, 2 200 Kilogramm Rüben, 7190 Kilogramm Brot, 150 Büchsen Bis^mts, 240 Kilogramm Zucker.
* Vorsichtig. Sonntagsreiter: ,,Können Sie mir ein Pferd leihen?" — Pserdeverleiher: „Gewiß, haben Sie einen besonderen Wunsch?" — Sonntagsreiter: „Können Sie mir eins geben, das man eventuell wieder einholen kann?"
Kleine Tagerchronik.
Der Bodensee ist seit gestern von 440 auf 450 Zentimeter gestiegen.
In Zantech a. d. Warthe schlug ein Kahn um, wobei drei Arbei t er ertranken.
Auf der Zeche „Konkordia" bei Oberhausen wurden zwei Arbeiter verschüttet und getötet.
Qatt&cL
§ Deutsch - Ostasrika. Zur Wirtschaftslage von Teutsch- Ostafrika äußert sich bei Eröffnung des ostafrikanischen Gouver- ncmentsrates der Gouverneur Dr. Schnee in einer längeren Rede, aus der folgendes hervorgehoben fei: „Es ist mit Befriedigung festzustellen, daß Handel und Wirtschaft eine erhebliche Steigerung erfahren haben, und daß die Erwartungen, die ich in der letzten Sitzung aussprach, nicht nur erfüllt, sondern übertroffen sind. Unser Handel hat fick in diesem Jahr sehr wesentlich gehoben, aus 82 Mill. Mk, das bedeutet gegen das Vorjahr eine Steigerung um 13’/2 Mill. Mk. Die Gesamtausfuhr beträgt jetzt 31'. Mill. Mark, gegen 22v» Millionen Mk. im Vorjahr. Was die^em- ielnen Expvrtprodukte betrifft, so stehen Kautschuk und Sisal, Produtte aus der Plantagenwirtschast obenan. An zweiter Stelle stehen Häute und Felle, dann folgen Kaffee und Baumwolle, welche zum Teil von Eingeborenen, zum Teil von Europäerkultur stammen. Es hat sich neuerdings auch in der europäischen Viehwirtschast eine erfreuliche Vermehrung und Verbesserung gezeigt. Auch diese Bestrebungen werden vom Gouvernement nach Möglichkeit gefördert werden. Es ist zur Gründung einer Viehzucht-Genossenschaft für die Bezirke Moschi und Aruscha gekommen, für die ich in der Lage war, einen Betrag aus Mitteln des 6)ou- vernemeuts zur Verfügung zu stellen. Nachdem die beabsichtigte Wassererschließung eingesetzt haben wird, ist auch die Oktoinnung von mehr Raum für die Errichtung von europäischen Farmen in den Gegenden am Meer zu ermatten.
Märkte.
fc. Wiesbaden, 17. Juli. Heu- nnd Stroh markt. Angefahren waren 24 Wagen mit Hen und Stroh. Mmr notierte: Heu, altes, 6.40—7.00 Mk., neues 5,00-5,90 Mk. Stroh (Richtstroh) 0,00—0,00 Mk., Krummstroh 2,80—3,60 Mk. — Frucht markt. Hafer 15,60—18,00 Mk. Alles je 100 Kilo.
Verantwortlich für den politischen Teil I. V.: R. Lange. ..... —■ 1 - - - - -.........
Müller'sche Badeanstalt.
Wafierwärme der Lahn am 1 8. Iu li : 16' p.. .1 _ ____________-________________— 1_1 "S
Meteorologische Beobachtungen der ZtationGiehen.
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Höchste Temperatur am 16.
Niedrigste , . 16.
Niederschlag: 2,3 mm.
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