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y««h wären froh geteef«, town ötd franzöfische Behörde fle fot ein Kupee abgeschobcn und vor den tätlichen Angriffen der Bevölkerung bewahrt hatte. Statt dessen haben cs die Beamten zugelassen, daß das Kupee gestürmt und die Reisenden im Eisenbahnabteil auf das abscheulichste behandelt und angespuckt wurden. In Deutschland kann man sich auf den Schuh der Behörden verlassen. Was den Deutschen in Nancy passiert ist, das wird Steifcnben, die nach Deutschland kommen, niemals geschehen.
Der einzige Balkanftaat, der sich als Freund Deutschlands bewährt hat, ist Rumänien. Es ist keine Gefühlspolitik, sondern ein Gebot der Klugheit, die rumänischen Wünsche zu unterstützen. Unser Verhältnis zu Oesterreich-Ungarn hat sich in diesen Zeiten durchaus bewährt. Die Niederlage der Türkei hat man dem Feldmarschall v. d. Goltz zur Saft geleyt. Es ist doch zu bedenken, daß er den türkischen Dienst bereits vor 11 bis 15 Jahren verlassen hat. Die französische Presse hat die türkischen Mißerfolge muh sonst gegen Deutschland auszubeuten gesucht, als ob das von Deutschland gelieferte Kriegsmaterial unbrauchbar gewesen sei. DaS ist natürlich auch nicht richtig. Meine Freunde sind fidS sür eine Verständigung mit England eingetreten. Beide Nationen haben viel Gemeinsames, auch gemeinsame Interessen, so daß eine Verständigung nur zu nahe liegt. Auf beiden Seiten des Kanals sind jetzt einsichtsvolle Männer am Werke, um diese Verständigung, diese Entente zu fördern. Mögen ihre Bemühungen von Erfolg begleitet sein! (Beifall.)
Abg. Müller-Meiningen (Vp.):
Wir werden jederzeit für eine Verständigung erntreten. An dem Zwischenfall von Nancy trägt doch wohl der französische Chauvinismus die Schuld, der viel älter ist, als bei uns und nach.dem Zeugnis des Franzosen Jaures selbst fortgesetzt gegen deutschen Barbarismus und deuffche Barbaren hetzt.
In dem Fall Compere-Morel scheint dagegen die Kurzsichtigkeit der deutschen B u r e o u k r a t i e das Bedauerlichste, di« fiir ihn und seine Partei lediglich Reklame gemacht hat. Sie könnte wirklich etwas großzügiger handeln. Von Bernstein bis zum Loewenstein, von der „Tageszeitung" bis zum „Vorwärts" bringt die deutsche Diplomatie der jungen chinesischen Republik die höchste Sympathie entgegen. Nur soll das alte Kulturreich des Ostens nicht im Schlepptau anderer Mächte seinen Weg machen. Die deutsche Diplomatie war in China und auf dem Balkan zur rechten Zeit nicht vertreten. Wie Geheimrat von Holstein einmal sagte, sollen die Leute draußen nicht so klug sein, es genüge, wenn sie die Aufträge der Zentrale ausrichten. Die kleinen Mittel der vorgeschlagenen Resolutionen werden nicht die: nützen, wenn nicht ein vollständiger Shstemwcchsel vorgenommen wird im Sinne der Vernunft und des Rechts.
Unterstaatssekretä r Zirnmermann:
Ich bedauere, daß sich Herr Dr. Müller-Meiningen durch meine gestrigen Ausführungen nicht eines besseren hat belehren lassen. Der Frage der Anerkennung der chinesischen Republik werden wir, wie ich schon erklärte, nähcrtreten, sobald die Präsidentcnfrage erledigt ist. Wenn Herr Dr. Müller-Meiningen das so auslegt, daß das noch sehr lange dauern kann, so muß ich ihm erwidern: Warten Sie nur ab. Sie werden sehen, daß wir diesmal schnell arbeiten werden, lieber die Angelegenheit des ersten Dolmetsch in Peking habe ich mich bereits gestern ausführlich geäußert und berufe mich auf dies« Erklärungen, die ich in vollem Maße ausrecht- erhaltc. Unsere Berichterstattung aus China ist durchaus gut, jedenfalls viel besser als die Berichterstattung des Herrn Dr. Müller-Melningen, die auf Klatsch und Tratsch aufgebaut i st. (Große Unruhe im ganzen Hause!) In der Anleihefrage gehen wir mit den anderen Mächten zusammen vor. Sßcnn Herr Dr. Müller- Meiningen weiter rügt, daß unsere Diplomaten bei wichtigen Gelegenheiten richt auf ihren Posten waren, so bitte ich, zu bedenken, daß die Beamten >a auch nur Menschen sind. Sie brauchen auch Urlaub und Erholung. Wenn wir den Botschafter v. Wangen- beim nicht sofort von Athen nach Konstantinopel gesandt haben, so lag das daran, dast er in Athen dringende Aufgaben zu erledigen hatte, das er nicht abgeben konnte. Das ist doch verständlich und wird hoffentlich auch Herrn Dr. Müller-Meiningen einleuchten. (Unruhe.)
Vizepräsident Dr. Paasche:
Ich habe den Herrn Bundesratsbevollmächtigten bei seiner Rede nicht unterbrechen wollen, aber ich möchte doch glauben, daß e 5 nicht am Platze i st, einem Abgeordneten, der gewissenhaft seine Pflicht erfüllt, v^rzuwerfen, daß ] c i n c Berichter st at- tung auf Klatsch und Tratsch aufgebaut ist. (Lebhafter Beifall links.)
Unterstaatssekretär Zimmermann:
Ich weiß nicht, ob eine derartige Kritik des Herrn P r ä s i d e n t e n gegenüber einem Bundesratsbevollmächtigten zulässig i st. (Lekchafte Unruhe auf der Linken — Sehr richtig! rechts.)
Vizepräsident Dr. Paasche:
Ich habe keine Kritik geübt, sondern nur den Wunsch ausgesprochen, nicht in derartigen Ausdrücken gegen einen Abgeordneten vorzugehen. Damit habe ich meine Befugnisse als Präsident nicht überschritten. (Lebhafter Bei- fall links, Unruhe rechts.)
Abg. Herzog (Wirtschaft!. Vgg.):
Die deutschen Vertreter im Auslande sind in erster Linie dazu berufen, die deutschen Interessen zu fördern. Das Zusammenwirken Englands und Deutschlands in den Balkanverhand- lungcn führt hoffentlich zu der Erkenntnis in beiden Ländern, wie sehr sie aufeinander angewiesen sind. Die Judenfrage ist eine innere rumänische Angelegenheit, in die wir uns umso weniger einzumischen haben, als Rumänien ein Freund Deutschlands ist — und wir haben nicht zu viel Freunde in der Welt. Die jetzige Stimmung der Franzosen hat Bismarck schon vor einem Menschenalter vorausgesagt. Die jetzigen Vorkommnisse in Frankreich machen einem Volke keine Ehre, das so stolz ist aus seine alle Kultur.
Abg. Dr. Pfeiffer (Zentr.)r
Ich bin der Ueberzeugung, daß an Frankreichs Grenzen gewisse Mächte am Werke sind, um den Chauvinismus zu schüren. Wir erwarten, daß die Regierung uns über diese Vorfälle die nötigen Aufklärungen geben und alles zur Sühne des unangenehmen Vorfalles tun wird. Ueber die Landung des Zeppelin in LunLville erwarten wir zum Herbst ein Weißbuch. — Mehr als Sperrforts an der polnischen Grenze kann uns der Einfluß Chinas auf Rußland nützen.
Die Klagen dos Abg. Dr. Müller-Meiningen über die Langsamkeit der deutschen Diplomatie waren nicht willkürlich, sondern höchst unwillkürlich und ich möchte in aller Bescheidenheit, um nicht auch das Temperament dcs Herrn Unterstaatssekretärs gegen mich zu entfachen, bitten, in Zukunft wirklich so rasch als möglich zu arbeiten. Die Interessen über deutschen Kaufmannschaft im Ausland werden vielfach nicht genügend gewahrt. Unser Vertreter in Lima hat erklärt, daß er für die deutsche Schule lein Geld habe. Das sind Zustände, die keine Zustände mehr sind, sondern Mißstände. Diesem Ge° sandten ist es nicht einmal gelungen, den Handelsvertrag mit Peru zum Abschluß zu bringen. Die Reden des Staatssekretärs 'itnb Unterstaatssekrctärö enthielten eine solche Fülle von guten Anregungen, daß wir der besten Hoffnung sein können, wenn sie alle in Erfüllung gehen.
Unterstaatssekretär Zimmermann:
In meinen Ausführungen gegen Herrn Dr. Müller-Mernin- ge» habe ich die gelvijjenhafte Prüfung der ihm zugegangcnen Informationen nicht im entferntesten bezweifeln wollen. Ich habe nur den objektiven Wert dieser Informationen kritisieren wollen und diese Kritik — das müssen Sie mir schon ge- itatten — mutz ich mir immer Vorbehalten. Unsere Interessen sind in Tibet und der Mongolei daraus gerichtet, unserem Handel 'fric offene Tür zu erhalten. Der Handelsvertrag mit Lima ist ^tatsächlich schon abgeschlossen. Es fehlt nur die Zustimmung deS i dortig en Parlaments, das im Juni Zusammentritt und de» trag hoffentlich annehmen wir.d. ,
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Leipzig, 13. April. Mit welchen Praktiken manche Te- tektivbureaus arbeiten, bewies eine Bcrlwndlung vor dem Schöffen gcricht Altenburg. Unter ber Anklage der Kuppelei hatte sich der Inhaber eines hiesigen folcfen Bureaus zu Dcrantimortcn. Der Anklage lag folgerrder Sachverhalt zu Grunde. Die Ehefrau eines Kellners,, die in Zeitz wohnte, während ihr Mann
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nach für gerechtfertigt erklärt worden. Dagegen bat das Oberlandesgericht Darmstadt die Klage i, u einem Vierte
abgewiesen und die Beklagte nur zur Tragung von drei Vierteln des Schadens verurteilt.
(Kegen diese Entscheidung hatte die Eisenbahn Revision eingelegt, indessen ohne Erfolg: das Reichsgericht hat das Urteil des Oberlandesgerichts bestätigt und die Revision zurückgewicsen.
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in Altenburg in Stellung war, glaubte Grund zu haben, aÄ ihren Mann eisersüchtig zu sein. Dieser Glaube war bei der Frau aber erst entftanben, als sie mehrere anontjme Postkarten erhalten hatte, in denen ihr Ehemann der Untreue beschuldigt wurde. Um Gennßheit zu erhalten, beauftragte sie ein Leipziger Deteksivinftitut mit der Ueberwachung des Mannes. Das Bureau entsandte einen Angestellten, der den Mann auch eine ganze Reihe von Tagen beobachtete, ohne jedoch seiner Frau ein greifbares Resultat melden zu föiinen. Da kam der ingeniöse Inhaber des BureauS auf folgende Idee. Er beauftragte eine Angestellte, die wohl sä-on öfter zu derartigen Zwecken verwandt worden war, den Mann zu verführen. Das gelang der Agentin schließlich auch. Der Rus des Instituts war gerettet und die Ehe des Kellners wurde geschieden. Als aber daS Gericht von den merkwürdigen Manipulationen des Detektivdirektors hörte, erhob es gegen ihn Anklage wegen Kuppelei. Das Urteil lautete auf 2 Monate Gefängnis.
Abg. Dove (Vp.):
Das beste Mittel für eine Verständigung zwischen den Völkern ist eine Verflechtung der Volkswirtschaft. Der Volkswirtschaft muß auf die Dauer auch d.e Rechtscutwicklung folgen. Danach hat sich auch die Ausbildung der Konsulatsbecnnten zu richten. Die englische Sprache bietet so große Vorteile, daß auf sie nicht verzichtet werden kann. >
Abg. Müller-Meiningen (Vp.)r
Ich halte dem Unterstaatssekretär gegenüber die Zuverlässigkeit meiner Informationen vollständig aufrecht.
Mittwoch 1 Uhr Weiterberatung.
Schluß 6% Uhr.
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(- 1) I (- 1.50), (+ 1.25; I- L15).
Rcichsgerichtsbrief.
(Nackdeutck verboten.) iS. Leipzig, im! April 1913.
Haftpflicht der Eisenbahn bei erhöhter Betriebs- gef a br.
Der Gastwirt und Metzger W. wollte am! 6. Oktober 1910 abends gegen 8 Uhr mit seinem Einspärmei-wagen auf einer Straße imioeit des Bahnhofs Grünberg in Hessen über das Gleis der B n h back — Licher Eisenbahn fahren. Eine Wegcschranke ist dort nicht vorhanden. Der ahne Laterne fahrende Einfpänner wurde von einem Rangicrzug erfaßt; dabci erlitt W. erhebliche Verletzungen.
Vom! Landgericht Gießen istj der Klageansvruck dem Grunde
(f 1) (+ 2)
(- ) (f 3) H- 5)
Es stellten lieb die Preise für inländ. Getreide am letzten Mark per 1000 kg wie folgt:
Salem Aldkiim mit Hohhmindsfuck SademGold.
Goldmundsölck
Getreide-Wochenbericht
der PreisberichtSstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats vom 8. bis 14. Avril 1918.
Der Weltmarkt bekundete auch in der Berichtsmoche vorwiegend feste Haltung. 3nfolqe lebhafter Kauflust Weüeurvpas, wobei besonders die andauernden Ansprüche Frankreichs ins Gewicht fallen, haben die Exportländer ihre Forderungen weiter erhöbt. Wetteren Anlaß zu der festeren Tendenz gab die mit der Fr ühjahrsbestellung zusammenhängende Einschränkung des heimischen Angebots, auch der Umichwuüg zu kalter Witterung '-lieb nicht ohne Einfluß und ebenso ging in der ersten Wochenhälste von den polilsichen Verhältnissen eine befestigende Anregung h'ir den Getreidehandel aus. Für die Gestaltung der Marktlage im Inlands war vor allem der Umstand maßgebend, daß hier Weizen andauernd zu Exportzwecken gesucht blieb und da auch die Mühlen Beaehr zeigten, so bot sich für das mäßige Angebot bei 3—5 Mk. höheren Preiien schlanker Absatz. Trotz der festen Situation des Warengeschäftes war Lie>e° vung eher schwächer, so daß die noch vor einiger Zeit sehr erhebliche Differenz zwischen der Ware und ber Maiuoliz stark zusammeu- geschmol^eil ist. Auch Roggen konnte in der Berichtswoche bessere Pretse erzielen, da sich etwas mehr Erportuachsraae zeigte und auch die Akuhlen, die gleichfalls Absatz nach dem Auslande hatten, mit Ansprüchen hervortraten. Int Zusammenhänge mit Waren- di Positionen gab sich im Lieierungsgeschäft Deckungsfrage kund, ohne daß sich die Preise dauerud zu bessern vermochten, da es andererseits nicht nn Begleichungen fehlte und die für die Mai- anbienunfl bereit liegende Ware einen Truck auf die Tendenz ausübt. Für Hafer hat die Besserung in der Berichtsivoche weitere Fortschritte geniachl. Das ^lngebot behielt mäßigen Umfang, und das machte sieh umsomehr fühlbar, als der Export fortgesetzt viel Ware ableukt. 2luch im Koufllmgeschäft hat sieh der Ablay merklich gehoben imb so waren die Händler wieder mehr zu Anschaffungen geneigt. In'otgcdesien >var auch Lieferung fest, zumal gegen weiterverkauflen argentiulschen Hafer Rückdeckuugen erfolgten. Das Braugerstegeschäft ist zwar als beendet anzusehen, hoch finben beivubers feine Posten hier nnb bei noch Aufnahme. Russische Gerste ist knapp und findet zuletzt wieder etwas mehr Beachtung. Für Mais hat Amerika ferne Forderungen erhöht; argentinischer Alais ist in greifbarer Ware spärlich nm Markte und für neue Ernte ist bas s2(imebot auch keineswegs reichlich.
(~h 5) All 2127,(4- 2’/2)
tMenti9abak-u..
Abg. Dr. Paasche OtafL)?
Richt mit Unrecht ist darauf hingewiefen worden, daß wir bei unseren diplomatischen Vertretungen nicht sparen sollen. Jede Etatberatung hat das gelehrt. Wir müssen das, was im Interesse des Landes notwendig ist, für die AuSlcmdvertretungen bewilligen. Die Mittel dafür müssen vorhanden fein. Es ist daS ein Teil unserer Rüstung, unb unsere Stellung im Auslande hängt wesentlich davon ab. Sie nützt uns manchmal mehr als ganze Reihen von Regimentern und Bataillonen. Die Maschine muß arbeiten, wie eS die deutschen Interessen erfordern. Unsere Zukunft liegt auf dem Wasser. (Lachen bei den Soz.) Das alte Wort ist wahr unb bleibt wahr: Wir müssen Weltwirtschaft treiben und können nicht überängstlich fragen, wie Montenegro oder Serbien handeln würden. Deshalb berfnufen wir feinen Regenschirm mehr dorthin. Der Staatssekretär hat die Vorschläge des Abg. v. Richthofcn als undurchführbar bezeichnet. Dieser hat lediglich gefordert, daß man die Vorbildung der Diplomaten und Konsuln auf die gleiche Basis stellt, damit ein breiter Unterbau geschaffen wird. Die Mittel dafür müssen ausrcichen. Warum sollen nicht auch die Attaches unb Botschaftsräte ausreichend bezahlt werdend Die Konsuln sollen im wesentlichen eine juristische Vorbildung mitbeingen wegen der Konsulargerichtsbarkett.
Aber für Oftasien und China liegen die Verhältnisse ganz besonders. Es war gewiß sehr bedauerlich, daß zurzeit der chinesischen Unruhen unsere bewährtesten Vertreter fortmußten und unsere neuen Leute den dortigen Verhältnissen nicht gewachsen waren, weil sie sie nicht kannten. Die Engländer konnten eine ganz andere Rolle spielen. Da sie neben dem langjährigen Generalkonsul in Tientsin noch zahlreiche Leute hatten, die chinesisch sprachen und auch Beziehungen persönlicher Art hatten, weil sie auch Kaufleute heranziehen. Eine derartig fremdartige Sprache wie die chinesische, die ihresgleichen nicht in der Welt hat, yisttz bei der Vorbildung für diese Karriere verlangt werden. Es ist ein Unfug, wenn für die Vertretung des Deutschen Reiches nicht dasselbe verlangt wird. Dann haben wir aber auch die Möglichkcill für die diplomatische unb konsularische Karriere in China Leute heranzuzichcn, die an Ort unb Stelle die Gewohnheiten des Volkes kennen lernten unb Beziehungen zu ihnen 'mitbringen. Dann kommt noch die Verschiebeilartigkeit unserer konsularischen Stellungen erschwerend in Betracht. In Südamerika sagen unsere jungen Diplomaten: was brauchen sie Spanisch zu können, da sie nach zwe- ober drei Jahren doch fortgingen. Das ist unhaltbar und gilt noch mehr für die chinesischen Stellungen. Wenn auch den Dolmetschern die konsularische Karriere eröffnet würde, dann wäre das auch im Interesse des Deutschtums. Endlich wäre wohl daran zu denken, daß den Beamten unserer Missionen dort c i n Heimaturlaub, wie den Kolonialbc-mten, ermöglicht würde.
Wir wollen keinen Löndererwerb in China, aber wir wollen einen kommerziellen Wettbewerb mit den anderen Mächten. Dazu brauchen wir in erster Linie deutsche Schulen für Chinesen, damit sie, wenn sie erwachsen sind, für unsere Interessen tätig sind. Amerika ist hier nrustergiltig vorangegangen. Alle Parteien sind damit einverstanden, daß wir die deutschen Schulen fördern; namentlich kommen die Missionsschulen in Be-- tracht, da sie ins Innere am weitesten borgebrungen sind. Sie arbeiten am ökonomischten. Weiter kommen Regierungsschulen in Frage. Die deutsche Kaufmannschaft interessiert sich jetzt crfreu= licherweise sehr für diese Unterrichtsfrage. Auch in Japan kommt man immer wieder auf das deutsche Unterrichtswesen als das beste zurück. Erst gestern ist eine deutsche Hochschule in Tokio gegründet worden. (Beifall.)
Staatssekretär des Auswärtigen Amts v. Fagow:
Die Angriffe des Abg. Lcdebour gegen die russische Regierung hat der Präsident durch seinen Ordnungsruf schon für erledigt erklärt. Ich habe auf diesen Ordnungsruf bezug genommen. Ich mutz für mich in Anspruch nehmen, auch meinerseits gegen 2lcufecrun(|cn Verwahrung cinzulegen, die ich im Interesse der auswärtigen Politik nicht für schicklich erachte, Abg. Dr. Weill (Soz.):
Die Pariser Presse hat in erfreulich-r Weife gegen die Vorgänge in Ranch Stellung genommen. Aus solchen Einzelfällen' darf man keine wetteren Konsequenzen ziehen. Selbst der Vertreter des „Berliner Tageblatts", Victor Auburtin, stellt fest, datz die Nachrichten über einen außergewöhnlichen Chauvinismus in Frankreich falsch sind. Rian begegnet jeder selbständigen Regung Elsatz-Lothringenö mit übergroßer Aengstlichkeit. So gibt es dort nicht einmal Konsulate aus Furcht, daß auf einem französischen 5tonfulate die Trikolore aufgezogen werden könnte. Wir verlangen für Elsaß-Lothringen die volle Autorwmre.
Abg. Ahlhorn (Vp.):
Die wirtschaftliche Gleichberechtigung in Marokko wird durch die französische Regierung einfach illusorisch gemacht. Strategische Bahnen zu bauen, hat sich die franzosisä-e Verwaltung Vorbehalten. Wer garantiert dafür, daß nicht, alle Bahnen für „strategisch" erklärt werden, wie das bisher geschehen ist. Spanien ist entgegen» kommender. Auch sonst werden die deutschen Interessen von der sranzösischeu Verwaltung, z. B. in ber Schiffahrt, nicht berücksichtigt. Der Frechheit, mit der die Werbungen für die Fremdenlegion betrieben werden, sollte die Regierung mit aller Entschiedenheit entgegentreten, um diesem Menschenhandel ein Ende zu machen.
Nntcrstaatssekretär Zimmermann:
In der Angelegenheit der Fremdenlegion gehen wir energischer bor. Es ist aber nicht immer möglich, die Reklamationen durchzusetzen.
Abg. Dr. Spahn (Zentr.):
Die deutschen Schulen im AuSlande sind doch dazu da, die deutschen Interessen 'm Auslände zu fördern. Es ist daher nicht verständlich, weshalb die höl^ren Volksschulen, die Deutschland in China eingerichtet hat, die englische Sprache obligatorisch gemacht haben.
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