Ausgabe 
19.6.1913 Zweites Blatt
 
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arl vormisirtzl. v-1 innigen zernage am ^leieiimi Volkskassen nicht iV I C<-fonoinicfo(Iegtuni trage sich ron-m imi) dm Kegs ' rrgierungcn zu ermächtigen, zui

gegen die städtischen Schweinemästereien und gegen die lang- frifligcn Verträge auf Lieferungen von Schweinen. Tas Lanbes- ') mit dem Gebanlen, die Landes-

regierungcn zu ermächtigen, zum Zwecke der Feststellung der Preise wichtiger Nahrungsmittel vorzuschreiben, daß die Handeltreibenden

affeluitg burd)ein:n s e n. Der NalionallibcrL- 3, der die Steuerfrei ^tausend Mark, sondern cii' >achs anshören läf«, uti n von sechstmscnd, fonbr Mark vvransscht. Es1

der Polizei Auskünfte über den Geschäftsbetrieb zu erteilen haben. Tas bedeute einen neuen Schlag für das Fleischergewerbe. Eine im Sinne der Ausführungen des Vortragenden gehaltene Ent° Schließung wurde einstimmig angenommen.

Weitere Anträge bezw. Vorträge betrafen die Vieh- und Fleisch- preiSnotierungcn und -Statistik, ivorüber Friedrich (Nürnberg) sprach, lerner dieAufnahme der Winterfütterung unter die Hauptmängel".

Ullman n (Liegnitz) begründete einen Antrag au Ucbcrnahme der Fleischbeschaukosteu auf die Staats- bezw. Kommunalkaffen. P;c wies darauf hin, das; der Antrag eine Verbilligung des Fleisches derbeizuführeu geeignet sei. Neichstagsabgeorbneter Leube (Ham­burg) stellte demgegenüber fest, daß die Fleibeschaukosten jetzt jähr­lich etwa 20 Millionen ausmachten; es sei kaum zu hosten, daß der Staat diese Summe übernehmen werde. Der Antrag gelangte aber zur Annahme. Em roeiterer Antrag, der ebenfalls gebilligt wurde, verlangte die Ausdehnung der obligatorischen Fleischbeschau aus Geflügel, Wild und Fische.

Eine lebhafte Erörterung knüpfte sich an einen Antrag Michael (Breslau) auf Aufhebung des § 100 q der Reichsgewerbeordnung. Man einigte sich schließlich auf einen Antrag, der eine Abänderung des § 100 q für diejenigen Gewerbe verlangt, für welche die Durch- I lührbarkeit der Einführung von Mindestpreisen nachgewiesen werden I kann. Nach einem Vortrag von Kiefer (Breslau) wurde ein An- I trag angenommen, bei den maßgebenden Behörden dahin vorstellig ! zu werden, daß die Verkäuferinnen im Fleischergewerbe ! von ber Angestellten-Versicherungspflicht befreit werden. Endlich I sand noch Annahme der fast jährlich wiederkehrende Antrag, daß I die Schlachthosgebühren nur so hoch bemessen werden sollen, daß I die Kosten für Verzinsung und Anlage gedeckt werden.

36. Deutscher §leischer-verband;tag.

~ Cassel, 18. Juni.

Unter dem Vorsitz seines fBräfibenten Marx «Frankfurt a. M.) und bei Beteiligung von über 500 Delegierten aus allen Teilen des Reiche?, sowie aus Deutsch-Böhineu und der Schiveiz, ferner in Anwesenheit von Vertretern staatlicher und städtischer Behörden trat hier der Deutsche Fleischer-Verband zu seinem 36. Verbands­tag zusammen. Nach den üblichen Vegrüßungsanspracheu sprach Obermeister Falk ('Mainz) über die Bedrohung der Celbstäildigkeit des Fleischergewerbes. Er ivanbte sich in scharfer Weise gegen die von der Negierung und verriebenen Stabtverwaltungen im vorigen Jahre getroffenenMaßnahmen" zur Verbilligung ber Fleischver- forgung, bic aber in Wirklichkeit nur eine schwere Schäbigung bes Flcischergewerbes dargestellt hätten, ohne das Geringste für die Verbilligung des Fleisches zu erreichen. Ebenso wandte er sich

2Cird>e und Schule.

Die Rehabilitierung von Pfarrer Traub bevorstehend?

Bereits vor cinig.cn Tagen hatte dieDortmunder Ztg." bic Nachricht gebracht, gerüchtweise verlaute, daß Pfarrer Draub rehabilitiert ivcrden solle. Auf ein darauf er­folgtes Deincnti des offiziösen Bureaus bleibt das genannte Aalt bei seiner doch wohl etwas fragwürdigen Behauptung, indem cs schreibt:

In der Nachmittagsausgabc derDortmunder Ztg." von Samstag litten wir ein Gerücht mitgeteilt, wonach die Dortmunder Ncinoldigcmcrndc vor der erfreulichen Genugtuung stehe, daß ihr früherer Pfarrer, der jetzige Landtagsabgeordnete Traub, den Pfarrertitel wieder­erhalten werde, der ihm in Konsequenz des drakonischen Spruches des Oberkirchenrats genommen wurde. Das offiziöse Wolsfbureau hat auf diese Mitteilung hin sofort die Apsnrate spielen lassen und festgestellt, daß amtlich von dieser Rehabilitierung nichts bekannt sei. Tas kann stimmen. Die Tatsache jedoch, daß die Rehabilitierung über kurz oder lang erfolgen wird, ist damit nicht de­mentiert Das Wolffsche Dementi ändert an unserer Behauptung also nichts und wir l-alten sic voll und ganz aufrecht. Auf welchem Wege die Rehabilitierung erfolgen wird, darüber wollen wir uns vorlaustg noch nicht ans lassen. Es mag die Tatsache genügen, dap bis in sehr Hobe Kreise hinein der für Traub entehrende Spruch des Obertirchenrats tief verletzt hat und dap diese Kreise in dem BerlMtnis Traubs zur Kirchen gemein de nicht ausreichende Gründe gefunden haben, das furcht­bare Urteil zu rechtfertigen."

lB) Die 31. Pfarrkonferenz der G eist l ich en der Houins OberHessen fand gestern vormittag in Lttms harten unter dem Vorsitz des Superintendenten D-L>ettrlen=±arm- BUt statt. Nach einer längeren Begrutzungsansprachc des Dor­

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rwar nickt ö oetricLovcrmögen, wvfik Ä" rooIltc- das befindliche der Steuer- t bie bincinziehung noch rebengs und Kavi- ^cter vmvkist aber auf ^Berniogensewcrb zu be- nax ent besteuern, wenn b Demgegenüber die Möq- bic Ängchmg einer $cr« lotet A-yMch: cmxKbfcn; flt; er finbet hierbei die DerSchabiekretör gen über den Wehrbcitrag d werden, bei der zwätm RuckkaussweNes einjiiljrcn. nen, die Frage in der träges zur Entschci« e werden in rasckxr Folge ungen mtf Grund von An- c r, die Bcsliimnungen über lnslandc enthalten, ähnlich digt. Eine Reihe der ivl= eben Bestmummgen über die Staffelung. Es wird

and besanderen Züwachsesnicht getroffen werden soll. Man könne nicht den ganzen Ausbau wieder umstvßen. Der Antrag Schisser sei annehmbar, weil er praktisch feine Schwierigkeiten biete und auf der anderen Seite manche Härten beseitigen würde. Für die erste Lesung sei dieser Antrag zu empfehlen.

Ein Mitglied der Volkspartei bezeichnet diese Bestimmungen ebenfalls als den springenden Punkt. Wenn man nicht eine Erb­schaftssteuer beschließe, sondern das Kindeserbe nur in dieser Form heranziehe, so sei das ein Entgegenkommen gegen die Minderheit. Aber ein Herausnehmen dieser Bestimmungen würde das Gesetz für seine Freunde wertlos machen. Es würden nun wohl Erbschaften, die an Kinder fallen, bis zu 20 000 Marl in denmeiften Fällen steuerfrei bleiben, unb bas wäre doch sicherlich ein ausreichender Schutz. Seine Partei sei bereit, Erleichterungen zu gewahren, der Antrag Schiffer sei bas äußerste, dem sie zustimmen könnte. Eine sehr nützliche Nebew Wirkung der Zuwachssteuer sei die Kontrolle der übrigen Steuern

Ein Zentrumsmitglied gibt der Genugtuung Ausdruck über bic Steuerfreiheit des Gattenerbes. Tie Frei­lassung des Deszenbentenerbes könne seine Partei nicht mehr er­reichen, da die Mehrheit eine andere sei. Sie werde daher mög­lichst für Erleichterungen eintreten: insofern erkenne er den An­trag Schiffer an. Der Antrag der Konservattven erreiche die Steuerfreiheit der Deszendenten nicht und habe auch den Mangel, daß er tatsächlich eine Aufnahme der Erbmasse in sich schließe, während dies nach dem Gesetzentwurf nicht der Fall sei. Er für seine Person stimme nicht für einen so inkorrekt gefaßten Antrag.

Ein Konservativer glaubt, daß der Vorredner den An­trag der Konservativen mißverstanden habe. Seine Partei wolle den Vermögenszuwachs besteuern, ein solcher aber liege nicht vor bei einem Erbgang, hier banbcle es sich um einen Besitzwechscl innerhalb einer als Einheit aufzufassenden Familie. Ein bavc- risches Z e n t r n m s m i t g l i e d äußert grundsätzliche Bedenken gegen die Aufnahme des Mndeserbes. Er werbe baber zunächst für die konservativen Anträge stimmen, obwohl diese in der Form mangelhaft seien, in zweiter Linie für den Antrag Schiffer, ob­wohl auch dieser zu Unzuträglichkeiten führe.

Die Abstimmung

ergibt die Ablehnung der beiden konservativen An­träge gegen die Antragsteller und den größeren Teil der Zen­trum s m i t g l i e d e r des Ausschusses. Der Antrag Schiffer wird gegen bic Stimmen ber Sozial­demokraten von allen bürgerlichen Parteien ein- st i m m i g angenommen. Folgeparagraphen werden mit der­selben Mehrheit angenommen. Die Beratung geht morgen vor­mittag um 9 Uhr weiter.

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sitzenden, in welchem er bes jährigen Jubiläums bes Kaisers eingehenb gedachte, hielt Pst. Bechtolsbeimer -Gießen einen sehr gehaltvollen Vortrag überDie apologettsche Aufgabe des evangelischen Geistlichen in der Gegenwart". Apologetische Tätig­keit, so führte ber Redner aus, ist von jeher eine Lebensäußerung der christlichen Kstche gewesen (die alten Apologeten, Schleier­macher) unb hat besonders in ber Gegenwart eine große Bedeutung. Sie muß sich der Hilfsmittel ber modernen Philosophie und Wc- schichte bedienen und mehr davon verstehen, als der Verfasser der Welträtscl, Häckel, vom Christentum. Diesem, wie auch dem modernen Pessimismus, wie er von Eduard v. Hartmann vertreten wird, Nietzsche, Drews u. a., bic mit Dilettantenwissenschaft gegen das Christentum fechten, gilt es ins rechte Licht zu setzen. Auch auf bic Sekten, bic das Geincinbeleben zu zerstören suchen, gilt es ein wachsames Auge zu haben. Die Kreise, in denen die anti- christlichen Anschauungen vorzugsweise vertreten sind, sind bic der Gebildeten und der Arbeiter, die vom Monismus durchseucht sind. Aber auch in Landgemeinden mit rein bäuerlicher Bevölkerung ist das Eindringen desZeitgeistes" zu spüren Darum muß jeder Pfarrer sich mit ber einschläglichen Literatur bekannt machen. Was zu bekämpfen ist, sind die verderblichen Auswüchse einer falschen Wissenschaftlichkeit und einer irregeleiteten Weltanschauung, die von einem höheren Geistesleben nichts wissen will. Der Kampf ist nur sachlich und mit den Waffen des Ofeistes zu führen. Der Konfirmandenunterricht bietet hierzu reichlich Gelegenheit, selbst­verständlich auch die Predigt und Seelsorge, weniger Bibclsttinden und Kasualreden. Anlaß zum apologetischen Einschreiten ist genüg­sam vorhanden, öffentliche Veranstaltungen zur gottesdienstlichen Zeit, bas Ueberhandnehmen der Feste, an denen viele ernste Christen Anstoß nehmen und andere Zeitereignisse, geben ihn. Von rein apologetischen Predigten rät der Redner ab, positive Darlegungen ans dem Leben und der Geschichte tun den besten Dienst. Auch von apologetischen Vorträgen ist abzusehcn, dagegen ist die anständige Presse hierzu geeignet und zugänglich. An den Vortrag schloß sich eine eingehende Aussprache an, in welcher noch manches gute Wort zu dem fraglichen Gegenstand gesagt wurde. Mit dem Gesang bes Luthcrliedcs schloß bic zahlreich besuchte Ver­sammlung.

(KtericbtsfaaL

-th. Gießen, 18. Juni. Kriegsgericht. Am Samstag nachmittag verhandelte das Kriegsgericht der 25. Division in der alten Kaserne in drei Fällen. Der Vlnsketier H. vom 80. Infanterie- Regiment, der nach dem Vezirkslommando Wetzlar abkoinmandiert war, war angeklagt der Urlanbsüberschreitnng, Ungehorsam, ))lchtnngsverletznng, Bedrohung unter Plißbrauch der Wasse und Beharrung im Ungehorsam. Er war am ersten Pfingssieierlage abends VA Stunde nach dem Zapfenstreich in die Xvalerne zurück- gefommen. Gleich nach 10 Uhr war er mit einem Mädchen vor dem Kasernentor angclangt, kam aber der Anssorderung des Stuben­dienst habenden Lameraden, in die Kaserne zu kommen, nicht nach. Erst U'äter erschien er und bedrohte mit dem gezogenen Seiten­gewehr einen Lameraden. Den Be'ehl, sich ruhig zu verhalten, den ihm der diensttuende Ge'reite wiederholt gab, befolgte er nicht und trieb allerhand dummes Zeug Dec ^lugeflagle will sinnlos be­trunken gewesen sein und in der Hauptsache von nichts wissen. Es hat sich aber durch die Verhandlung nur ergeben, daß der Mann betrunken war; iveil er aber bisher ein guter Soldat gewesen und auch unbestraft ist, erkannte das Kriegsgericht auf 4 Wochen strengen Arrest. Eine weitere Psingsigeschichte hat sich der iDlnöfetier H. L. von der 6. Lompagnie des 116. Jnfanterie-Negiments auf seinem Urlaub in der Heimat zuschulden kommen lassen. Er bat in dem Dorfe am Abend des ersten Pfingsttages in einem Falle einem Metzgerburschen bei einer Rempelei mit dem Seitengewehr über den Kopf gehauen, ober nur unbedeutend verletzt, einem anderen Burschen aber einen Tritt ober Stoß ins Gesicht versetzt, so daß dieser hingefallen ist. L. behauptet, er sei angegriffen worden und habe in Notwehr gehandelt. Das.Üriegsgericht erkannte wegen Körperverletzung unter Mißbrauch der Waffe und ivegen einer ein­fachen Körperverletzung auf die geringste zulässige Strafe von 44 Tagen Gefängnis. Ter Anklagevertreter, itriegsgerichtsrat Heß, und der Verteidiger, Leutnant 5ttenitz, waren darin einig, daß das geringste znlässige Strafmaß, auf das nach Lage des Falles hat er­sannt werden müssen, im vorliegenden Falle eine außergewöhnliche Härte darstellt, uud daß zu wünschen wäre, wenn durch einen Gnadenakt des obersten Kriegsherrn die erkannte Strafe gemildert ober, wie der Verteidiger wünschte, ganz erlassen werbe. Der Musketier F. B. von ber 10. Kompagnie bes 116. Infanterie-Regi­ments, ein geborener Elsässer, war geständig des Diebstahls tm wiederholten Nücksall, der Fahnenflucht, des versuchten Betruges unb ber Entäußerung von Tienstgegenstänben. B. hat in ber Kaserne nachts ben schlafenben fiamerabeu die Brustbeutel durch­schnitten, um sie ihres Geldes zu berauben. In einem Falle war der Diebstahl geglückt, in zwei weiteren Fällen sind die Leute er­wacht unb es blieb nur bei ben Versuchen. Als die Sache bekannt wurde, ist B. aus bet Kaserne oerschwnnben. Er hat. wie er selbst zugibt, in die Heimat gewollt, um sich von bort über bie Grenze zu begeben. Am Abend des ersten Tages klopfte er an der Tür ber Eheleute Sch. in Münzen berg, bie schon im Bette lagen, unb begehrte Einlaß unter dem Vorgeben, er bringe Nachrichten von dem Sohne, ber als Tambour bei ben 116ern bient. B. erzählte, er unb ber Tambour hätten in Gießen auf der Straße mit einem Zivilisten Streit gehabt S. hätte das Seitengelvehr gezogen unb ben Zivilisten so schwer verleljt. baß er im Sterben liege ober vielleicht schon tot sei. Er wolle flüchten und bann bie Tat allein auf sich nehmen; zu biesem Zweck sollten bie Eltern ihm einen Zivilanzug und Gelb geben. B. hänbigte der Mutter einen angeblich von dem Sohn geschriebenen Brief ein, den bie durch die Geschichte aufs höchste erregte SDiutter nicht einmal selbst lesen konnte, so baß B. ihn vorlesen mußte. Ter Brief enthielt alles, was der lleberbringer schon mündlich mitgeteilt. Die Mutter war ratlos, sie stellte dem Soldaten vor, daß sie erstens keine Zivil­kleiber habe und auch das Gelb im Hause knapp sei, soivie daß sie sich strafbar mache, wenn sie einem Soldaten zur Flucht behilflich fei. Schließlich entdeckte die Tochter, daß ber Brief gar nicht vom Bruber geschrieben war. Man schöpfte Alißtrauen und der Fahnen­flüchtige mußte unverrichteter Dinge abziehen; er ging wieder nach Gießen zurück und wurde nach 2 Tagen in unmittelbarer Nähe ber Kaserne in der Kaiser-Allee aufgegriffen. Auf ber Wanderung nach Münzenberg hat B. in einer Wirtschaft in Großen-Linden seine Trillichhose unb den Helmüberzug, weil ihm beibes lästig war, liegen lassen. Tas Kriegsgericht sprach eine I2monatliche Gefängnis­strafe aus unb die Versetzung in die 2. Klasse des Soldaienstandes. Wegen des Rücksalldiebstahls unb ber beiden Diebstahlsversuche hat ber Gerichtshof mildernbe Umstände zngebilligt, um ihn noch ein­mal vor dem Zuchthaus zu bewahren. Tie schwerste Tat war, nach Ansicht des Kriegsgerichts, der Betrugsversuch. B. hat mit seiner eriunbeuen Geschichte die Fran Seh. in bie höchste Angst versetzt unb ber Gerichtshof ist überzeugt, baß bei der schwächlichen Frau sehr leicht schlimme Folgen hätten eintreten können. Diese Tat hat das Kriegsgericht veranlaßt, statt der beantragten 10 Mo­nate auf 12 Monate Gefängnis zu erkennen.

Universitäts-Nachrichteir.

T i c Universität Marburg zählt im lausenden Sommcrscmcstcr *2028 inunatrihiiicrtc Studierende, davon 179 Theologen, 311 Juristen, 436 Mediziner und 1102 Philosophen. Der Staacsangchöriglcit nach find 1570 Preußen, darunter 608 aus Hessen Nassau, 265 au5 der Nheinprovinz und 179 aus Westfalen, ferner 394 aus den übrigen deutschen Bundesstaaten unb 64 Ausländer. Dazu tonunen 44 Hörer. Mithin ist die Gesamtzahl der Berechtigten 2072.

Der ordentliche Professor der klassischen Philologie Dr. Hermann Acköuc in Greifswald hat einen Ruf an die Universität Jena erhalten.

Der Senior der Heidelberger Juristenfakultät, Ge- hcimerat Pros. Dr. Richard Schroeder vollendet am 19.Juni das 75. Lebensjahr.

Bei der Kaiserlichen Zentraldirektion der Monumenta Germaniae Iftswriea in Berlin sind Dr. Phil Mario Kram­mer und der Prioatdozent für Geschichte an der Friedrich--

belms-Universität Dr. Erich Caspar zu ständigen Mftarbei^rn ernannt worden.

Dr. med tret. h. e. Tie etatsmäßigen Prostsforen en der Berliner Tierärztliävu Hochsämle Geh Rat '?fTb. (Fge­ling unb Otto Regenbogen wurden von der Tierärztlichen Hochsclmle zu Hannover zum Dr. med. vet. hott causa ernannt.

üermiicbkf.

* Unglück beim Festzug. Rus Glückstadt, 17. Juni, wird gemeldet: Bei beni gestrigen Fest­zuge scheuten die Pferde eines Wagens und rasten in die Menge hinein. Ein achtundsiebzigjätzriger Veteran wurde getötet, zwei Personen schwer und einige leicht verletzt.

* Ei send ah nun fall. Aus Schwerin, 17. Juni, wird amtlich gemeldet: Okftcrn abend fuhr in Za- chun der Strecke S ch w e rinHa gen ow der Per- sonen^ug 89 auf den dort haltenden Güterzug 6212 auf. Einige Reisende und der Lokomotiv­führer deS Personenzuges wurden leicht verletzt. Der 9)latcrialfd)at)cn ist nicht erheblich. Das durchgehende Gleis ist nicht gesperrt. Die Unterfftchung ist eingeleitet.

* Der Westdeutsche Verkehrsausschuß des Ver­bandes reisender Kaufleute Deutschlands hielt in dem Stadtverord- neten-Sitznngssaalc zu Gelsenkirchen ihre satzungsgemäße Früh- jahrsvcrsammlnng ab, die von 29 Ortsgruppen durch ihre Ab- geordneten besucht war. Eine Awzahl neuer und wiederholter Anträge auf Fahrplanv^rbessernngen wurden eingehend beraten unb bereit Eingabe bei den Eisenbahndirektionen beschlossen. Ans dem Bericht des Obmannes der Verkehrskommission über deren bisherige Tätigkeit und Erfolge ging hervor, daß von den bisher bei der Eisenbahnverwaltnng eingebrachten 297 Anträgen auf Fahrplanverbesferungen 236 angenommen und 17 teilweise erledigt sind. Als Ort der nächsten Versammlung wurde Köln bestimmt.

Kleine Tagerchronik.

DasBerl. Tagcbl." meldet aus Pohlitz (Thür.): Bei der Vorstellnng einer S eil u z e r t r u pp e auf dem Schützenplatz zerriß ein 5 M e t e r hohes Turm seil. Do>- Seil­tänzer stürzte auf einen siebenjährigen Knaben, der tödlich verletzt wurde. Ter Seiltänzer selbst erlitt schwere Verletzungen und starb.

DerBerl. Lok.-Anz" meldet aus München: Auf der Fahrt nach Pfaffenhofen fuhr ein Automobil, in dem sich die Gräsin von Sandizell befand, gegen einen Baum. Die Insassen wurden herausgeschlcudert. Die Gräsin wurde leichter, ihre .Üammcrjungfer schwer verletzt.

Sport.

4- Krofdorf, 18. Juni. (Verspätet ciugegangeli). Der Radklub Teutoifta" Krofdorf feierte am Sonntag, 15. Juni, sein Stiftungs­fest, mit dem er bie Bannerweihe verband. Gegen 6 Uhr wurde bie Preisverteilung vorgenommen. Tas Ergebnis stellte sich wie folgt: Dauerfahrt: Den 1. Preis Rabfahrerverem Lollar mit 4,9 Punkten, ben 2. Preis Radfahrerverein Hattenrod mit 3,6 Punkten, den 3. Preis 9iabfahrerverein Dornholzhausen mit 3,4 Punkten, den 4. Preis ^Rabenau"-Lonborf mit 3,3 Punkten, den. 5. PreisGermania" Wißmar mit 3,2 Punkten, den 6. Preis Großen-Linden mit 2,9 Punkten, ben 7. Preis Trais-Horloff mit 2,4 Punkten, ben 8. Preis Münchhausen mit 1,35 Punkten, den 9. PreisSport" Ockershauseu mit 0.95 Punkten. Außerdem er­hielt ber Radfahrerverein Münchhausen den Weltpreis. Korso- fahren Klasse A: Den Ehrenpreis ,1895' Lollar mit 16,2 Punkten, ben 1. Preis Rabenau-Lonbors mit 15,54 Punkten, ben 2. Preis Großen-Linden mit 15,51 Punkten, den 3. Preis Münchhausen mit 13,2 Punkten. Klasse 8: Ten Ehrenpreis »Sport" Ockershausen, mit 13,9 Punkten, den 1. Preis Hattenrod mit 13,8 Punkten, den 2. Preis Dornholzhausen mit 13,5 Punkten, den 3. Preis TraiS-Horloff mit 12,6 Punkten. Klasse D: Den 1. PreisGermania" Wißmar mit 13,7 Punkten.

Märkte.

th. Gießen, 18. Juni. Der gestrige R i n b v i e h m a r k t hatte einen Vorrat von zirka 800 Stück Großvieh, 250 Jungtieren und 150 Kälbern. Beim Bormarkt nntrbcn nur schwarzbimte Milchkühe zu hohen Preisen gehandelt. Infolge außergewöhnltch starkem Besuch des Marktes durch Käufer entwickelte sich in Großvieh sehr bald ein flotter Handel, wobei die Preise besonders für Fettvieh stark anzogen. Bei dem heurigen Futtersegen wurden auch Jung­tiere für Zuchtzwecke flotter abgesetzt, als bei ben letzten Märkten bies ber Fall war. Ter Kälbcrhanbel schnitt für bie Verkäufer weniger gut ab. Trotz bes geringen Vorrates war bie Ware schwerer an ben Mann zu bringen, infolgedessen gingen bic Preise selbst für beste Kälber erheblich herunter. Ein Paar Gangochsen rourbe in bie Gegend nach Münster am Stein verkauft. Bezahlt tvurbe für das Stück: Kühe, frischmelkend unb tragend, 1. Qualität Mk. 580650, 2. Qual. Mk. 475-5A5, 3. Qual. Mk. 375450; junge Stiere unb Rinder je nach Form und Alter Mk. 180250 Gehandelt rourbe ber Zentner Schlachtgeroicht: Fettvieh: Rinder Mk. 90-93; Kühe 1. Qual. Mk. 83-85, 2. Qual. Mk. 78-81, 3. Qual. Mk. 75-77; Kälber 1. Qual. Alk. 90-92, 2. Qual. Mk. 7577, 3. Qualität fehlte am Markte. Fahrochsen, mitlel- fchroere Paare, rourben zu 11001200 Mk. verkauft. Tie Preise für fette Schweine zogen vro Zentner im Lande um Mk. 2. an. Nächste Markttage 8. und 9. Juli b. Js.

fe. Frankfurt a. M., 18. Juni. (Orig.-Telegr. des »Gie'r. 2lnzeigersE.) K a rt o f f e 1 m ar ft. Man notierte: Kartoffeln in Waggoits Mk. 4.505.00, im Kleinhandel Mk. 5.506.00 für je 100 Kg.

Limburg a. d. Lahn, ltt. Juni. Fruchtmerrkt. Durch« schnittspreis vro Malter. Roter Weizen (nasiauischer) 17,50 Alk., weißer Weizen (angebaute Fremdsorten) 17,00 '.WL, Korn 12,80 Mk^ Gerste: öuttergerste 10,50 Dtk., Braugerste 0,000.00 Alk., Hafer 7,00-8,50 Alk., Erbsen 0,00 Mk^ Kartoffeln Alk. 4,00-0,00 Alk.

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