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B öeten u Mu yriilkung
Partei
Nr. 269
Drittes Blatt
165. Jahrgang
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Siehener Zamillenblätter" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Nreirblatt für den Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Siehener Anzeiger
Geneml-Anzeiger für Gberhesjen
Samstag, 5. November |9|3
Rotationsdruck imb Verlag der Vrühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- slraße 7. Expedition und Verlag: e=S^öl. Redaktion: 112. Tel.-Adr.:A>tzeigerGießen.
Die mexikanische Krifis
gibt noch immer dunkle Rätsel auf. Man weiß auch heute noch nicht recht, wo Huerta steckt, und was er eigentlich plant. Seine Aktien stehen nicht sehr günstig, da die Aufständischen ihm die größten Schwierigkeiten machen, und das Dabinett in Washington scheint die Politik des Dchlars derjenigen des bewaffneten Einschreitens vorzuziehen. Es kommen nämlich wieder neue lauwarme Erklärungen aus der Umgebung des Herrn Wilson. Wir erhalten folgende Meldungen:
New Nork, 14. Nov. Eine Depesche aus Mexiko besagt: Der Finanzminister konnte das Cornrnuniquö Lrn d s auch Donnerstag Huerta nicht überreichen, da dieser sich nach dem Vororte Halcon begeben hatte, ohne das Kabinett davon in Kenntnis zu setzen. Dort wurde Huerta erst tim Nachmittag gefunden. Einige Amerikaner sind nach Veracruz abgercist. In der Hauptstadt herrscht Ruhe.
Washington, 14. Nov. Staatssekretär Bryan erklärte, daß Lind in seinen Instruktionen n ich t den Auftrag erhalten habe, den amerikanischen Forderungen entgegenzukommen. '
Nach einer Depesche aus Mexiko arbeiteten die Mitglieder der Umgebung Huertas eifrig daran, Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten cinzuleiten. Sic behaupten, die Zustimmung Huertas dazu zu besitzen, Zugeständnisse zu machen, welche sie für befriedigend halten. Der Minister des Aeußern, Aldape, besuchte den amerikanischen Geschäftsträger und ersuchte ihn, sein möglichstes zu tun, um die Staaten der Union dazu z-u bringen, von einer Aktion abzustehen, bis die mexikanische Regierung sich mit Lind in Veracruz in Verbindung gesetzt habe. Aldape begründete sein Gesuch mit der Angabe, daß die mexikanischen Minister Huerta am Mittwoch nicht finden konnten, um ihm das Cornrnunique Linds zu überreichen.
Tucson (Arizona), 14. Nov. Die mexikanischeir Konstitutionalisten haben Culiacan, die Hauptstadt des Staates Sinaloa, eingenommen.
2lus Hessen.
Zur Landtagswahl in Wald-Michelbach erhalten wir von Herrn Oberamtsrichter Wünzer folgende Erklärung:
Gegenüber unrichtigen Meldungen in der Presse (Wormser Volkszeitung, Frankfurter Zeitung, Hessische Liberale Wochen- fcfrrift, Deutscher Kurier u. a.) erkläre ich folgendes: 1. Meine Kandidatur ist eine rein nationalliberale Kandidatur- Und daher von allem Anfang an bedingungslos mit Nachdruck und in jeder WÄse durch die Parteileitung, Herrn Landtagsabgeordneten Dr. Osann, imterstützt worden. 2. Ich habe keinerlei Verpflicht u ng irgend welchen anderen Korporationen, Organisationen unb Parteien gegenüber übernommen. Ich bin also weder Mitglied her wirtschaftlichen Vereinigung, noch des deutschen Bauernbundes, noch des Bundes der Landwirte, noch der freien Vereinigung hessischer Nationalliberaler. Ich vertrete nicht die Interessen einzelner wirtschaftlicher Verbände, sondern die Interesse n-meinesgesamtcnWahl- kreiscs auf (Stilnb des nativnalliberalen Pro- gram ms.
Aus Stcrdt und Land.
Gießen, 15. November 1913.
•• Eine ProvinzialauSschuß-Sitzung findet am 19. November 1913, vorm. s/49 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: Gesuch des Konrad Koch zu Groß-Buseck um Erlaubnis zum Betriebe einer Gastwirtschaft. — Gesuch des
B. A. Löschhorn zu Okarben nm Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtschaft. — Klage des M. Abeles zu Frankfurt a. M. gegen die Stadt Bad-Nauheim wegen Heranziehung zu den Kosten dcS Höhenwegcs zu Bad-Nauheim. — Einwendungen gegen den Voranschlag der Gemeinde Höchst a. d. N. für 1913 wegen Nichterhcbung von LoSholz- macherlohn.
" Evangelischer Bund. Es sei nochmals aus den morgen 81/* IU)C in SteinS Garten stattfindendcn Familien- abcnd hingewiesen. Das Thema des VortrageS: „WaS verdankt Hessen dem Reformator Martin Buccr?" ist außerordentlich interessant, zumal die Bedeutung Bucers manchem noch unbekannt sein dürfte. Anziehend ist auch die Person deS Redners. Professor D. Dr. Diehl hat dem hiesigen Zweigverein schon mehrere besonders wohlgelungene Abende beschert, und der vielfach geäußerte Wunsch, ihn wieder einmal zu hören, ist darum wohl verständlich. Mochten rrcht viele Mitglieder und Freunde des Bundes sich cinsinden. Auch der gemischte Ehor des evangelischen Arbeter- vereinS hat seine Mitwirkung freundlichst zugesagt.
** Ober hessischer Kunstvcr c in. Die Sammlungen Thielmann-Willingshausen, Jung-Stuttgart, Langkann'-icr- DreSden, Fries-Gießen und die übrigen Bilder bleiben nur noch 8 Tage ausgestellt. Wie schon erwähnt, bietet die diesiualige Ausstellung nur Gutes und cs sei daher i'och- mals darauf hingewiesen. Aus der Cainiulung Jung nurbc bis jetzt ein Aquarell „Herbst* verkauft. Die Dezcinber- 91 n § ft c II n n g wird beschickt von der „Künstlervereinigung Block* Berlin, Prof. M. Fritz-Lübben, Prof. Bayer, Anna Bayer-Becker-Darmstadt und anderen. — Es wird interessieren, zu erfahren, daß in dieser Woche die Verhandlungen mit dem Ausstcllcroerband Münchener Künstler mit dem Ergebnis zum Abschluß gelangten, daß vom 15. März bis 15. April 1914 eine Ausstellung hier stattfindet. Unter diesen Ausstellern befindet sich eine große Anzahl hervorragender Künstler. Die Ausstellung wird gegenwärtig in größeren Städten gezeigt.
"Das fürs ich tige Bäuerlein. Ein Mitarbeiter er- zählt uns: Als ich gestern mittag den Selters weg hinauf ging, wurde ich plötzlich etwas unsanft an der Schulter gefaßt. Ein Bäuerlein redete mich an: „Saat e mool, sein aich hej rächt uff de Bahnhobstruos?" Darauf meinte er: „Aich hun gehört, hej in Käiße wer nach en Loare, wo in ec Brelle kräije kennt ?" Als ich ihn auf ein naheliegendes Geschäft wies, in dessen Schaufenster Brillen ausgelegt waren, meinte er zweifelnd: „Mahnt er, mer kennt' ere hej aach kreje, mit bene ma aach gucke tennt ?*
<3 IT Landkreis Gießen. >
n. Gö belnrod, 14. Nov. Trotz unserer hohen Gemeindeumlagen hat sich auch Göbelnrod dem Elektrizitätsnetz angeschloffen und die Arbeiten sind jetzt soweit fertig, daß gestern abend zum ersten Mal das elektrische Licht in den Straßen brannte. Gleichzeitig mit diesem Fortschritt gehen auch die 9lrbeiten für unsere Wasserleitung rüstig vorwärts. Tie Hausanschlüsse sind bei den meisten Hausbesitzern beendet. Die Quellfassung für die Wasserleitung liegt am Fuße vom Wirberg, etwa eine viertel Stunde vom Orte. Das Wasser wird mittelst eines Motors in den am Waldrande gelegenen Behälter getrieben. Man hofft, die Leitung im Laufe des Winters in Gebrauch nehmen zu können.
Kreis Alsfeld.
△ Wettsaasen, 14. Nov. Gestern siedelte Lehrer Michel in seinen neuen Wirkungskreis Schönnen im Kreise Erbach über.
vereinsnachrWen.
= Lollar, 14. Nov. Der Mannergesangverein „Gerntania" hatte, wie uns geschrieben wird, beschlossen, für Pfingsten nächsten Jahres einen großen nationalen Wettstreit zu veranstalten. Er mußte aber wegen der zurzeit hcrrfcl;cnden Krisis der Gewerbebank Lollar, worunter fast die ganze Einwohnerschaft von Lollar und auch ein Teil der Umgegend schwer zu leiden hat, den Wettstreit auf eiyige Jahre venchieb.-n.
Unwcrfitöte*tlad>ricbten.
Auf eine 25jährige Tätigkeit als Universitätsprofcssor kann nm 15. ds. Mts. Dr. Paul Jan na sch, Vertreter der Chemie an der Universität Heidelberg zurückblicken. Er stammt aus Deutsch-Ossig, Kreis Görlitz und steht im 72. Lebensjahre. _____
vermischtes.
Die hellen Berliner. Nachdem erst vor wenigen Tagen in Potsdam eine Wahrsagerin, der die Polizei auf die Spur kam. verschwinden war, Ifat sich dort neuerdings ein russischs Mahrft^er-Ehepoar niedergelassen. Durch Saulenanschlag gab cs bekannt, daß es ihm gegeben sei, die Zukunft zu entziffern. Je nach der Wohlhabenheit ihrer Klienten verlangten die Zukunsts- ergründer für die Konsultation 5—10 Mark. Nachdem Geprellte Strafantrag gestellt hatten, tvurden sie Wahrsager geilem verhaftet. Sie hatten sich vorher in Charlottenburg und Berlin sowie in Leipzig aufgehalten. < 'FT” ’ »> ■ "' j ■vrr"'
Spielplan der vereinigten Zranl'urter Stadttheater.
Opernhaus.
Sonntag, den 16. November, nachmittags 7.;4 Ubr: „Häufel und Gretel/ Abends.'/,8 Uhr: „Ariadne auf Naros." Mon- tag, den 17. November, abends ’/28 Uhr: Stiindbera-Abend: „Wetterleuchten." Hierauf: „Mit dem Heuer svielen." Dienstag, den 18. November, abends 1/2S Uhr: „Der Wildschütz." Mitt' woch. den 19. November, geschlossen (Bußtags. Donnerstag, den 20. November, abends 6 Uhr: „Die Blcistersinger von Nürnberg." Freitag, den 21. November, abends 7,8 Uhr: „Der liebe Augustin." Samstag, den 22. November, abends' ,8 Uhr: „Falstaff." Sonntag, den 23. November, nachmittags 3!4 Uhr: „Mümon." Abends 7 Uhr: „Don Carlos." Montag, den 24. Nov., abends 738 Uhr: „Wiener Blut." Dienstag, den 25. November, abends 7 Uhr: „Die Afrikanerin." Mittwoch, den 26. Nov., abends 7 Uhr: „FigaroS Hochzeit." Donnerstag, den 27. November, abends */,8 Uhr: Einmaliges Gastsviel von Mme. Marguerite S y l v a von der Op&ra comique in Paris: „Carmen."
Schauspielhaus.
Sonntag, den'16. November, nachmittags 7,4 Uhr: „(Solberg.* Abends 8 Uhr: „Pygmalion." Montag, den 17. November, abends 8 Uhr: „Ter Meineidbauer." Dienstag, den 18. November, abends 8 Uhr: „Tie Braut von Messina." Mittwoch, den 19. November, geschloffen. Donnerstag, den 20. Nov., abends 8 Uhr : „Pygmalion." Freitag, den 21. November, abends 8 Uhr: „Colberg." Samstag, den 22. November, abends 8 Uhr: Anatol-Zyklus. Sonntag, den 23. November, nachmittags 7,4 Uhr: „Alt-Heidelberg." Abends 8 Uhr: Erstes Gastsviel von Alexander M o ifts i: „Torquato Lasso." Montag, den 24. 9loucniber, abends 8 Uhr: „Pygmalion." Dienstag, den 25. November, abends 8 Uhr: Zweites Gastsviel -von Alexander Moissi: Zunr ersten Male (Uraufführung): „Arbaces und Panthea oder Die Geschwister." Schansviel in 5 Akten (nach Francis Beaumont) von Leo ©reiner. Mittwoch, den 26. Nov., abends 8 Uhr: Drittes und letztes Gastspiel von A Moissi: „Arbaces und Panthea oder Tie Geschwister."
Wer lange suppt, lebt lange, sagt der Volksmund. Aber nur dann, wenn die
Suppe gut ist, muss hinzugefügt werden. Kräftige, bekömmliche Suppen • lassen sich billig herstellen mit Hilfe von Liebig’S Fleisch-Extrakt. Verlangen Sie aufklärende Broschüren von der Liebig-Gesellschaft, m. b. H., Köln-
D»/9
Essen Sie mehr Suppe
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Die liebe Kunst
der deutschen Frau ist das AnförtigCn SChÖnCT Handarbeiten, die das Heim verschönern und gemütlich machen. Das Geschäft einer Mitgliedfirma der Handelszentrale Deutscher Kaufhäuser in Berlin bringt eine Auswahl geschmackvoller Arbeiten, die durch ihre vornehmen künstlerischen Zeichnungen und hervorstechend billigen Preise auffallen.
Beispiele aus der reichen Auswahl befinden sich in unsern Schaufenstern.
Hirn
ML!
Handelszentrale Deutscher Kaufhäuser Berlin.
Li™ Ä liessen? Seltersweg 20.
Alleinige Mitgliedfirma der Handelszentrale 1 Deutscher Kaufhäuser in Berlin für Giessen. (Ueber 300 Finnen Deutschlands.)


