Die heutige Nummer umfatzt 12 Seiten.
nach Frankreich und England angeboten zu haben. Meier Konsuln Frankreichs, Englands und Oester- Mann, der sich widerrechtlich den Doktortttel beilegte, der . ' 3 .. .<■-< h- fiVmnrbHmmn nackiu-
sich durch falsches Zeugnis seine Stellung erschlick>en hatte, reiche, welche telegraphff ch um ine ErmachtUNNg nach dem auch andere Betrügereien, Heiratsschwindel usw. zur gesucht hatten, mit ehren Staatsangehörigen A d r ran op er Last gelegt werden, hatte die Bearbeitung der neuesten! zu verlassen, werden heute durch Vermittlung eines Konstruktionen und Zeichnungen der deutschen Unterseeboote ; bulgarischen Parlamentärs von feiten ihrer Gesandtschaften m DA I i ct nn 111 rTif hi 11 »
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zu verscheuchen!
in Sofia die Aufforderung erhalten, eine Liste ihrer Staats-
Lieser Geschütze.
Es ist nun auffallend, daß sich die Größe der englischen Unterseeboote in den letzten Jahren außerordentlich gesteigert hat, derart, daß sich die Steigerung durch die üblichen Anforderungeii des Fortsschritts nicht er Hären
Es gibt zurzeit onbere Gespenster, auf die wir in Deutschland zu achten haben. In Danzig ist wegen versuchten Landesverrats der Ingenieur S e c g e l verhaftet worden. Er war im Konstruktionsbureau der Kaiserlichen Werft, Abteilung Untereseebootc, beschäftigt und steht jetzt in dem Verdacht, Pläne zu den neuesten Unterseebooten nach Frankreich und England angeboten zu haben. Dieser
lassen. Die Boote der 1908 bis 1910 gebauten 0-Klasse haben eingetaucht 330 Tonnen Verdräng, die der v-Klasse (von 1910/12 gebaut) haben bereits 615 Tonnen, die der seit 1911 im Bau begriffenen L-Klasse sind gar auf 810 Tonnen angewachsen. Ein im Bau befindliches englisches Unterseeboot des Laurenti-Typs und drei Boote dec verbesserten L-Klasse sollen an Größe und Ausrüstung bedeutend die älteren Boote übertreffen und für längere Hochseefahrten geeignet sein; sie erhalten Schwerölmotorcn und zwei Schnelladekanouen. Es ist ferner ein offenes Geheimnis, daß die Durchfahrt zwischen Calais und Dover von 14 englischen Unterseebooten und 3 französischen „Sous- marins" bewacht wird; eine zweite französische Linie liegt in der Höhe des Häsens üon Cherbourg. Deutschland berühren diese Anstrengungen aber vorläufig noch herzlich ioenig. Es ist nicht daran zu denken, daß ein Unterseeboot großen Schiffen oder selbst Torpedobooten gegenüber mit nennenswertem Erfolge von seiner Artillerie Gebrauch machen könnte; dazu sind Zahl und Kaliber der mit Rücksicht auf Raum, Gewicht und Stabilität überhaupt aufstell- barcn Geschütze zu gering.
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Sachsen.
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27 und 30 unter sich! Man traut seinen Augen nicht, wenn man da sehen muß, wie leicht und einfach die geheimsten Dienstangelegenheiten der deutschen Marine in die Hände eines Schwindlers und Spions gelangen. Hier finb Gespött st e r , und die Marineverwaltung täte gut, sie durch offene Aufklärung und energisches Eingreifen raschestens
wirklich neue und interessante KlangkombiNationen; auch im 1. Satz finden sich sehr aparte Wirkungen nnb int Finale Stellen von glänzendem Kolorit. Erfreulicherweise tritt im Ganzen die frühere Neigung zu k ontrapimktischen Spitzfindigkeiten zurück, wodurch das Werk an Einheitlichkeit und Eindrucksfähigkeit gewinnt. ^Tie Ausführung dieses ungemein komplizierten, die seinsten Tonschatticrungen erfordernden Orchesterwerks stellt eine glänzende Leistung dar, die nirfrt viele Kapellen den Meiningern nach zumachen imstande fein werden.
Und nun zu dem anderen, vom Glück weniger begüngstigten Komponisten _ des Abends: zu Anton Bruckner! Das Wissenswerteste über Leben und Schaffen dieses, hier nun erstmals zu Wort gekommenen Meisters ist schon in unserer Mittwochs-Nummer in zutreffender Weise mitgeteilt worden. Nach langem Jgnoriertwcrden hat Bruckner nach seinem Tode eine Gemeinde gefunden, die — wie gewöhnlich! — ins Extreme verfällt und an ihrem Abgott keine Mängel mehr sieht, ja solche geradezu als Vorzüge proklamieren möchte; zu diesen Mängeln ist die gelegentliche Maß- und Formlosigkeit Bruckners, seine allzu große Breite und die Sprunghaftigkeit in der Entwicklung seiner Themen zu rechnen, die allzu häufigen Unterbrechungen durch Generalpausen und ähnliches: diese mehr formalen Mängel werden aber reichlich ausgewogen durch eine genia'e Schöpferkraft, die eben infolge ihrer ungebündigten Naturwüchsigkeit oft sessellos und fast zerstörend überauillt. In seiner großzügigen Instrumentationskunst lehnt sich Bruckner an R. Äagner an; überragt ihn dieser (wie in ganz anderer Art auch sein einstiger Rivale in Wien: I. Brahms) zweifellos an glänzender Kon- zcntrationskrast und zielbewußtem Kunstverstand, so ist anderseits das iveltfremdc Schulmcisterlein.Bruckner an Innerlichkeit und urlvücksiger Tiefe jenen Großen zum mindesten ebenbürtig. Von ihm gilt, luic von seinem Landsmann und Geistesverwandten Schubert, daß er „den größten Erdreich tum an Musik hatte, den er mit voller Hand nnb gütigem Herzen verschwendete, so daß wir noch lange an seinen Gedanken und Einfällen zu zehren haben". 'Die ebenso vorzüglich geschulte wie geleitete Meininger Künstlerschar brachte Bruckners 3. Symphonie (R. Wagner gewidmet) aufs schönste zur Geltung; besonders der heroische erste Satz und die Glanzstellen im Schlnßsai wurden mit Schwung, ja mit einer für unsere Raumverhältnisse reichlich großen Wucht herausgebracht; auch die innigen Stellen im zweiten Satz und die behaglichen, naturfrischen Weisen int Trio des energisch hin- stürmcnden Scherzo gelangen vortrefflich; immerhin scheint nach den Anstrengungen des Abends ein solches Höchstmaß von Sorgfalt und Feinheit, wie es auf die Filigranstellen der früheren Nummern verwendet worden war, bei einzelnen heikleren Partien Bruckners nicht mehr zur Verfügung gestanden zu haben. — Bemerkenswert ist, wie Bruckner in dieser Symphonie für seine
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Kein Friede in Sicht.
Auf dem thrazischen Kriegsschauplätze und bei Bulair scheinen keine neuen Ereignisse eingetreten zu sein. Den Türken günstig ist die Tatsache, daß die Bulgaren nm1 Adrianopel von den Serben keine Verstärkungen erhalten haben. Was darüber berichtet worden war, beruht auf Erfindung.
Von der Botschafterkonferenz in London, die bisher im' Stillen weitergearbeitet hat, kommen auch wieder einmal Nachrichten, aber nicht die besten. Die Abgrenzung Albaniens bereitet die größten Schwierigkeiten, da sich dabei die russischen und die österreichischen Interessen schroff gegenüberstehen. Oesterreich beharrt dabei, daß das unabhängige Staatswesen Albaniens wirklich lebensfähig gemacht werde. Rußland dagegen hat ein Interesse daran, daß es bald von der Slawenmacht verschlungen wird. So erklärt denn das Reuter-Bureau die Lage für schwierig und ernst. Es bestehe die Aussicht, daß die Botschafterkonferenz demnächst abgebrochen würde.
Da auch die bulgarisch-rumänischen Verhandlungen nicht vom Fleck kommen und der neueste Gegenvorschlag Bulgariens nur
Gießener Aonzertverei«.
7. Äonzert.
Gießen, 16. Febr.
Die Mitwirkurrg der Meininger Hoftapelle gab wohl den äußeren Anlaß, z-wei bedeutende Konzerte unmittelbar aneinander - zureihen und so unsere Stadt mit einer Art M n s i k f e st größeren Stils zu beschenken. Ws Vorfeier fand zunächst am ^amstag «bend in der Stadtkirche eine öffentliche Hauptprobe zum Montags- Konzert (Missa solentniS von Beetl-oven) statt, dte ungemein stark Ibesncht war und — abgesehen von einer Störung rnv Orgelwerk — .einen günstigen Verlaus nahm, so daß wir uns auf eine des großen Meisters würdige Aufführung für morgen abend freuen dürfen.
Auf dem Programm des heutigen Abends stand außer Bruckner nur M. Reger, und zwar wieder mit zwei Novitäten. Das Chor- und Ord^ftcrmerf „Die Nonnen" hat bet setnem btshertgen Rundgang durch Deutschland, soweit wir sehen, nur selten einen tieferen Eindruck hinterlassen; hier, wo das Publikum nun einmal aif Reger ganz besonders eingestellt ist, war die Aufnahme eine gute Dem etwas sck)wülsttgen Text vermag man schwer Geschmack abzugewinnen, und es bedurfte schon der Virtuosität des Kom- sonisten in Ser Verwendung aller Kunstmittel, um über diese Klippe hinwegzuhelfen; den einzigen etwas dranmt sch wirksamen Moment der Dichtung — die Chüistus-Erscheinung — hat Itd^bct Komponist schon durch die, im Gegensatz zu seiner extrem mobernen Harmonik etwas altmodisch anmutendeti Textwieberholnngen selber rbgeschwächt; die schwule, myfttsch-erotifckfe Stimmung des Textes 'indet dagegen in der Regerschen ruhelosen Chromatik einen treffenden Ausdruck In grellem Kontrast zu den mit raffinieriem Orchesterkolorit ausgestatteten Partien stehen die ganz archaistisch gehaltenen Noniienck 're, die — eben dieses Gegensatzes halber - mit ihrer einfachen Aneinanderreihung altertümlicher Beiklänge verhÄtnismaßig am unmittelbarsten wirken. Tie Wiedergabe der morm schwierigen Chorpartie durch den A k a d. G e s a n g v e r ?in war eine geradezu hervorragende Leistung, zu ber man dem Lhore wie Herrn Prof. Trautmann, der die Einstudierung geleitet hatte, wärmstens gratulieren darf. Tas prunkvoll gewirkte mstrumentale Gewand des Werkes — stellenweise von defflatester Feinheit, stellenweise aber auch durch Massenausgebot von Blech, Bauten und Becken etwas aus dem Milieu des „kühlen L.empel- hains" herausfallend, wurde von dew prächtig geschulten Orchester ;u denkbar bester Geltung gebracht.
Die als 2. Nummer folgende „Romantische Suite" Jnetct überwiegend erfreuliche Eindrücke; Reger sucht hier den Stint iiungsgehalt dreier Eichendorffschen Gedichte in 3, Sätzen „Nol- utmo, Scherzo und Finalck^ musikalisch auszuschöpfen, wobei ihm Üe geistreiche Instrumentation wieder am besten gelingt, währens ber thematische Gehalt zurücktritt. Besoitdcrs das Scherzo bringt
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Deutsche und englische Unterseebootrgeheimnisse.
Die Londoner Presse erhitzt sich an dem Phantasiegebilde eines neuen deutschen Kr i e g s s ch i f fs t y p s, den die Zeitschrift „Engineer" höchst eigenmächtig erfunden und beschrieben hat. Deutschland experimentiere, so heißt es, seit vier Jahren mit einem Tauchlrcuzer, dem Torpevo- iwotstzerstörer nicht unähnlich, dessen Deck mit der S^- fläche fast gleich sei. Das schiss sichre nur ein Geschütz des schwersten Kalibers, das nur, wenn es feuert, exponiert sei. Das eigenartige Kriegsschiff sei von den Erfindern zuerst England angebvten, von diesem abgelehnt und dann von Deutschland angenommen und ausprobiert worden.
An dieser Marinephantasie ist, so schreibt uns unser Berliner Mitarbeiter, nach unseren Erkundigungen anunterrichteter Stelle tatsächlich etwas wahres, nämlich daß man nicht in Deutschland, sondern gerade in England versucht hat, die Idee des Tauchkreuzers in praktische Wirklichkeit unrzusetzen und daß auch heute von der englischen Regierung daran gearbeitet wird. Ende November 1911 stellte die englische Admiralität auf dem von Vickers u. Barrow erbauten Unterseeboot D 4 Versuche mit einem Geschütz, einer 7,6 em-Schnelladckanone an. Das Geschütz wurde beim Tauchen des Bootes in das Bootsinnere versenkt und der Geschützraum durch ein wasserdichtes Luk abgeschlossen; beim Auftauchen erschien das Geschütz nach dem Oeffnen des Luks selbsttätig wieder in der Feuerstellung an Deck. Das Geschütz hatte 5000 Meter Schußweite und war in einer Verschwindlafette montiert, die unmittelbar vor der Kommandobrücke stand.
Dieser Plan Unterseeboote mit Geschützen zu armieren, — England will die Boote der L-Klasse mit einem Deplacement von 800 Tonnen irrt untergetauchten Zustande sämtlich mit Geschützen ausrüsten, wenn die Idee sich bewährt — [ ist nicht neu. Ein russischer Unterseerreuzer von 4500 Ton- | neu soll ebenfalls und zwar mit fünf 12 em- Geschützen ausgerüstet werden. Aber schon dieser Versuch beweist, daß I Geschütze eine gewisse Bootsgröße voraussetzen. Darin liegt ein Nachteil. Denn große Boote sind unhandlich, ganz L besonders im Ernstfall mit seinen veränderten Verhältnissen, ff Die Schwierigkeiten der Armierung der Unterseeboote mit - <heschkHen sind überhaupt viel größer, als' man auf den ersten Mick entdeckt. Das Unterseäioot ist heute und in absehbarer Zeit darauf angewiesen, sich seinen Feinden durch die Flucht unter die Wasseroberfläche zu entziehen, und der Tauchalt muß so rasch vor sich gehen, daß der <mt schnellsten fahrende Gegner nicht auf eine Schußweite mit günstigen Treffaussichten herankommt. Fährt das Unterseeboot aber nicht in tauchbereitem Zustande, d. h. so, LaH es mit einer einzigen Ruderbewegung unter Wasser gebracht werden kann, sondern aufgetaucht, d. h. so, daß ; zum Tauchen Vorbereitungen von 5—10 Minuten Tauer notwendig sind, so ist es während dieser Zeit dem Angriff selbst des schwächsten Gegners schutzlos preisgegeben. Sich I während dieser verhängnisvollen Minn en gegen die Feinde I wehren zu können, das wäre der Zweck der Armierung
„einigermaßen" entgegenkommt, so bleibt der Himmel schwarz bewölkt. Inzwischen haben die Großmächte auf Kreta die griechische Flagge Men lassen.
Wir erhalten folgende Meldungen:
K o n st a n t i u o p e l, 16. Febr. (Amtlich.) Die V o r - truppen der Türken bei Tschata'ldscha haben die feindlichen Linien an «gegriffen. Dre Bulgaren hatten die Höhen nordöstlich von Akalan stark mit. Artillerie besetzt, um den Vormarsch der türkischen Truppen zu verhindern. Die am linken Flügel gegen Sürgünköj vorgehende türkische Kolonne hat den Feind gestern früh auf Harabdschi und Tschiftil zurückgettieben. Auf dem rechten Flügel hatten die türkischen Truppen das Dorf Ormanei besetzt und befestigt.
Konstantinopel, 16. Febr. Die Bulgaren scheinen sich auf der Linie Midia-Sinekli-Rodosto zurückgezogen zu haben. Die Bahn ist frei bis Kilometer 65, vier Kilometer vor Tschataldscha. Es verlautet, die Pforte habe Hatti Pascha heute neue Jnstruttionen erteilt
Konstantinopel, 15. Febr., 10 nachm. Es verlautet, daß in der N ä h e v o n B u l a i r eine größereSchlacht zwischen den Türken und Bulgaren im Gange ist.
Aus Adrianopel.
Paris, 16. Febr. Die hiesige bulgarische Gesandtschaft veröffentlicht folgende Mitteilung: Die
angehörigen ausznfolgen. Sobald diese Liste vorliegt, wird sich das bulgarische Hauptquartter mit dem Befehlshaber von Adrianopel betreffs des Auszuges der in den Listen Ge< nannten verständigen.
Keine Verstärkung durch serbische Truppen.
Der „Neuen Freien Preffck" wird aus Belgrad berichte! An maßgebender Stelle tritt man mit größtem Nachdruck den in der Stadt verbrerteten Gerüchten entgegen, daß drei Divisionen serbischer Truppen über Salonik nach dem thrazischen Kriegsschauplätze abgegangen sind. Nach amtlicher Angabe wurden nur die verfügbaren BelagerungsgeschützenachAdrianopeltrans- portiert. Truppenverschiebungen werden in größerem Maßstäbe jedoch innerhalb der serbischen Grerrze bezw. innerhalb des von den Serben besetzten Gebietes vorgenommen. Wenn Bulgarien ein positives Ansuchen unter entbrechenden Gegenkonzessionen stellt, werden die bereit- gestellten serbischen Truppen dem bulgarischen Armee- lommando zur Verfügung gestellt werden.
Die türkischen Finanzen.
Konstantinopel, 16. Febr. Der Regierung ist es, wie die „Säbah" meldet, gelungen, 500 000 Pfund auf zub ring en, die morgen ausgezahlt werden. Die Beamtengehälter für Dezember sollen übermorgen angewiesen werden.
großartigen Klangwirkungen keineswegs eines gesteigerten Instrumental-Apparates bedarf, wie ihn manche Moderne nicht entbehren zu können glauben, — er begnügt sich mit dem Orchester des späteren Beethoven — er hat auch die historische Symphonie- Form ruhig beibehalten unb sich stolz-bescheiben damit begnügt, sie mit neuem Geiste zu. erfüllen.
Das Konzert, das eine so interessante Reihe von Neuheiten — und zwar von schwerstem Gewicht — darbot, war sehr gut besucht; das Haus schien ausverkauft. Die Hörerschaft war in sehr aufnahmebereiter Stimmung und kargte nicht mit rauschenden 25ei* sallsbezeugungen. lieber dem morgigen großen Musiktag, der uns Beethovens unsterbliche Missa solemnis bringen wird, möge ein gleich günstiger Stern walten! P.
D. 40 Erstes Blatt 163. Jahrgang Montag, 17. Februar 1915
Der «ietzener Anzeiger ÄHR» Ä A. Q BeznaSvret >:
erscheint täglich, außer /Wv W Ty monatlich 75Ps^viertel-
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für die Redaktion 112, politischen Teil: August
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(Sicfjcner Sta-ttheater.
Die Herren Söhne.
Gießen, 17. Februar.
Die ersten Boten des nahenden Frühlings, die sogenannten „Bcnesizabenbe", zogen gestern abend mit luftigem ^irritieren durch unser niedliches Theater nnb weckten ein vielstimmiges Echo. Das Haus war dicht besetzt, unb die aufs angenehmste unterhaltenen Zuschauer würben nicht müde, Herrn N o r b e n , ber uns nach vierjähriger Tätigkeit nun verläßt, durch zahlreiche Hervorrufe und eine Reihe von Angebinden ihre Sympathien zu beweisen. Herr N or den hatte sich bas auch ber tieferen Töne nicht entbehrenbe Lustspiel Die Herren Söhne von Oskar Walter unb Leo Stein ausgewählt unb hatte damit so viel Erfolg, baß es int Laufe ber Spielzeit wohl noch öfter über bie Bretter gehen wirb. Ter originelle Vorwurf, daß ber Sohn eines Rittergutsbesitzers nach mehrfachem, vergeblichem Referendarexamen eine Großschlächterei eröffnet, unb ber Sohn eines Hof- schlächterS gegen den Willen bes Vaters ftubiert unb im Hand- umdrehen vier Säbelpartien paukt, ist von den Verfasserit mit viel Bühnengeschick aufgebaut, unb er verfehlte auch gestern feine Wirkung nicht, zumal Herr Worben burch seine Regie bie Effekte famos herausholte. Auch in seiner Rolle als Hofschlächter versäumte er nichts, um sich ben starken Beifall bes Hauses zu sichern. Mit ftohlickfem Humor barg er unter ber groben Schale den berühmten guten Kern unb würzte seine Reben noch mit einigen zeitgemäßen Witzen, die sehr belacht würben. Auch bie hin unb mieber angeschlagenen ernsteren Saiten ließ er erfolgreich erklingen. Fräulein Scholz war seine stille bescheibene Frau, Herr Jensen sein lebensmutiger, tatkräftiger Sohn. Eine schlagfertige, muntere Nichte stand ihm in Fräulein Jüngling zur Seite. Ten Rittergutsbesitzer spielte Herr K l i e w e r mit gehaltvoller Würde, seinen flotten, Sohn Herr Brüdfam mit luftigem Trausgängertum. Eine köstliche Frgur


