Ausgabe 
14.3.1913 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Zweites Blatt

163. Jahrgang

M. 62

Erscheint ta-ttch ntn Ausnahme des Sonntags.

lehnen.

Staatsminister Dr. v. Ewald

f

Wendung der Beamten.

macht Mitteilung von dm Kosten der Reblausbekämpfung und von den Maßnahmen der Regierung hierzu.

Geh. Kommerzienrat Dr. Bamberger: Tie Sektindustrie ist schon arg durch Bestmerung bedrückt. Sie ist auf dm franzö- sischen Wein angewiesm. Darauf müsse man bei der Zoll- crhöhung Rücksicht nehmen.

Frhr. v. Hehl tritt auch für eine Erhöhung des Zolles au französischen Sekt ein.

Zu Kapitel 75 a, LandwirtschaftskaMmer, bittet Oelonomie- rat Walre r, den ablehnendm Antrag des Ausschusses (Er­höhung des Staatszuschusfes) abzulehnm und der Landwirtschasts Kammer dm höherm Beitrag zu gcwährm. Gewerberat Fal fragt an, ob der Msschuß den Zuschuß nicht gewähren will.

Fürst Jsenburg-Birstein betont, daß die Ablehnung des Antrages Brauer und Gmossm nur theoretisch sei. De Ausschuß wolle sich nicht festlegen. Das .Haus beschließt demgemä

Zu Kapitel 79:

Geh. Kommerzimrat Dr. Bamberger: Ich habe mich über den Antrag Heerdt in der Zweiten Kantmer, der eine Er- höhuna des Staatszuschusses für dm kaufmamrischen Unterricht fordert, gefreut. Daß der Ausschuß der Ersten Kammer dem zu­stimmt, ist erfreulich. Frhr. v. Hehl schließt sich dem Vor-

Die Lietzener Zamilienblatter" werden dem ^Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. Die .Landwirtschaftlichen 3eit- frahitr" erscheinm monatlich zwennal.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: e=^51. Redaktion:^^112. Tel.-Adru AnzeigerGießen.

Freitag, H- März 1913

Rotationsdruck und 93erlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindmckerei.

R. Lange, Gießen.

hessische Ersie Kammer.

Graf Goertz zu Sckstitz eröffnet 3.40 Uhr die Sitzung. Er ge­denkt des verstorbmm Geheimrats Haas. Das Haus erhebt sich. Der Präsident macht femer Mitteilung von dem Aussck>eideu des Geheimrats Schmidt-Gießen. Anstelle des Geheimrats Haas find Oekonomierat Walter und anstelle des Geheim- rats Schmidt der Geh. Justizrat Leist in die 1. Kammer berufen.

Es wird dann in die Tagesordnung eingetreten.

Fürst zu Isenburg -Dirstein verliest eine Erklärung des Finanzausschusses, die sich im allgemeinen mit der F i n a n z l a g e des Landes beschäftigt. Ferner enthält diese Erklärung die Vor­schläge des Ausschusses zur S t a a t s v c r e i n s a ch u n g. Es wirr das Bedauern ausgesprochm, daß diese Vorschläge nicht die Billi­gung der 2. Kammer gefunden haben. Ohne Härten gehe es bei einer Vereinfachung nicht ab. Vom Ressort-Patriotismus müsse man sich frei machen. Die Vereinfachung müßte durchgcführt werden, da man sonst die Befoldungsvorlage nicht verabschieden tonne. In der 2. Kammer ist auf eine Revision des Eisenbahn- Gemeinschaftsvertrags gedrungen worden. Die 1. Kammer steht vertragstreu zur Gemeinschaft. Sie wird nie die Hand dazu bieten, an diesen Vertrag zu rütteln. Der Vertrag ist von Preußen loyal geschlossen und wird loyal gehalten.

Es wird in die Einzelberatung eingetreten.

Frhr. v. Wambolt beantragt, die Oberförsterwohnung auf dem Zipfen zu belassen und die Sache an den Ausschuß zu ver­weisen.

Oekonomierat Walter bittet, diesem Anträge statt- zugebcn.

Geheimrat Wilbrandt spricht dagegen.

Graf zu Erbach -Für st enau bittet, die Sache an den Ausschuß zurückzuvcrweiscn.

Die Angelegenheit wird an den Ausschuß zurückverwieien.

Bankdi.rektor Parcus wünscht zum Kapitel Grube Lud- wigshofsnung eine korrektere Art des Abschlusses. Man kann aus dem Budget den Geschäftsgang nicht ersehen.

Graf zu Erbach-Erbach wünscht zu Kapitel Staatseisen­bahnen einige bessere Verbindungen. Graf zu Erbach- Fürstenau schließt sich dem an. Der Finanzminister Braun macht Bedenken gegen die vorgcbrachten Wünsche geltend.

1 Zu Kapitel 12, Ziffer 2,

Schreibgehilfen

spricht Geheimrat Dr. Strecker. Der Satz von 20 Proz. der beabsichtigten Anstellungen wurde auf 40 Proz. in der 2. Kammer erhöht. Der Ausschuß will aber dem Anträge der Regierung zustimmen und den weitergehenden Antrag der 2. Kammer ab-

redner voll und ganz an. , .,

Zu. Kapitel 88 (Ministerium der Justiz) spricht Geh. Rat hangen und Geh. Rat Dr. Strecker, die für die Gerichts- beamten cintreten, ebenso Oberbürgermeister Dr. Göttelmann.

Staatsminister Dr. v. Ewald gibt Auskunft über die Ver­wendung der Beamten. Die Schaffung von 58 Stellen für Aktuariatsassistenten, wie in der Zweiten Kammer beschlossen

wurde, ist nicht möglich.

«Schluß der Sitzung Uhr. Fortsetzung Morgen 10 Uhr.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Cberhesien

hält die Ermächtigung, die notwendigen Ausgaben für 1913 zu leisten.

Die elektrische Bahn nach Wieseck ist gegenwärtig in der Ausarbeitung begrifferr. Man hat die Linienführung durch den Wiesecker Weg gewählt. Der Oberbürgermeister teilt fest, daß er niemand beauftragt habe, mit Wieseck zu ver­handeln.

Die KrofdorferBahnsoll über die Hardt geführt werden.

(23bh^ttr Besprechung dec Anfrage Kredel u. Gen., Lage der ' Neckarschiffer, spricht Abg. Kredel (natl.).

Tann kommt der Unfall rm B a h n ho f O b er-R o d e n vom 23. Dezember 1911 zur Besprechung, hierzu hat Abg. Hebel (Ztr.) eine Anfrage an die Regierung gerichtet, deren Beantwortung sich die Regierung zu bequem gemacht HMrc. Eine so oberflächliche Behandlung verbitte er sich. Der Redner geht dann auf die Einzelheiten des Unfafles ein.

Geh. Oberfinanzrat Rohde schildert den Unfall, der auf eigene Fahrlässigkeit zurückzuführen ist. Der Bahnhof Ober-Roden soll übrigeiis im Jahre 1914 umgebaut werden.

Die Abg. Eißnert (Soz.), Hartmann (Soz.), Uebel (Ztr.) und Ulrich (Soz.) machen weitere Ausführungen zu dieser Angelegenheit. , , . . pr

Nach der Pause spricht Abg. W o l f - Gonsenherm (fortfchr. Vp) über seine Anfrage. Er erläutert die Zustände an der Kreüzungsftellc der Selzthalbahn. Zu dieser Sache sprechen noch die Abg. Wolf-Stadecken (Bbd.) und Korell-^ngelheun (fortschr. Vp.), der dringend Abhilfe fordert.

Zu dem Anträge der Abg. Ulrich, und Genossen, den Aus­tritt aus der Kirchengemeinschaft betreffend, spricht Abg. Ade­lung (Soz.). Er begründet den Antrag. Der Antrag tmrd tnt Sinne des Ausschußantrages abgelehnt

Zu dem' Antrag Grünewald und Genoßen, das Renys- qesetz über die Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten, vom 30. Juni 1900 betreffend, spricht Abg. !Dr Stephan (Nil.) als Berichterstatter. Der Ausschuß be­antragt, den Llntrag der Abg. Grünewald und Genoffen anzu- nehMen, ferner die Regierung zu ersuchen, einen Gesetzentwurf über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten dem Landtage vorzulegen. Das Haus beschliK, demgemäß.

Zu dein Anträge Diehl, Weingesetz betreffend, spricht Abg. Korell-Ingelheim (Fortschr. Vp.), der nach näheren Aus­führungen die strengere Kontrolle ausländischer Weine fordert, Annahme des Ausschußantrages befürwortet. Abg. Molt Han (Ztr) sieht in den auslcnrdischen Weinen keine |o große Gefahr, ffitt es viele ausländische Weine gibt, die den deutichen fehr- ähnlich sind. Ein Verschnitt mit diesen Wemen nimmt.den deutschen Weinen den Charakter nicht. Abg. Wolf-Stadecken (Bbd.) führt aus, daß man sich nicht zu engherzig an die Be­stimmungen halten darf. Abg. Lchott Ml ) wunfcht mehr Schutz der Kleinhändler. Abg. Fing e r (Ml.) bittet die Re­gierung, beim Biiiidesrat im Sinne des Antrages eilizutreten. Abg Molt Han (Ztr.) nimmt den Weinhandel m Schutz, der .nickt unerlaubten Vorteil von ausländlichen Weinen ziehen wolle. Aba Finger (Ntl.) bestteitet, den Weinhandel angegriffen zu Kn Ä K°r°ll.Jng°lh-im (Sorttor. SU) tritt für d-n handel ein, der ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor sei. Nach kurzen Bemerkungen der Abg. M olt Han undo l s-Stadeckm schließt die Aussprache. De Abstimmung ergibt Annahme des Ausschußantrages, die Regierung .zu erfuchen, bei der Reichs- recheninq vorstellig zu werden, eine Schädigung durch freu,de

Ulrich und Geiwssen, Einrichtung einer staatlichen Mobiliarversicherung, spricht Abg. Ulrich.(Soz.). ^er Ausschuß beantragt Ablehnung, das Haus beschließt demgemäß.

Es kommt dann eine Reihe von Anträgen zur Besprechung, die von der Sozialdemokratie gestellt wurden und die famtlich Änderungen dec Ge.,ieindc-Gesetzgebung fordern. Abg. Raab (Soz) begründet diese Anträge. ,sn seinen Ausführungen bringt der Redner die bekannten soz. Anschauungen vor.

Mg. Reh (Fortschr. Vp.) stimmt den Anträgen zu.

Minister von Hombergk:

Es geht nicht an, ein noch nicht in Kraft getretenes Gesetz jetzt schon wieder abzuärchern. Wenn Mr zur Ueberzeugung kom­men, daß Aenderungen notwendig sind, werden wir auf dem Wege der Instruktion vorgehen.

Abg I o n tz (Bbd.) wendet sieh gegen den gegen ihn erhobenen Vorwurf der Eigennützigkeit. Der Redner spricht pro domo. Die Regierung habe ihn durch die Mchtbestattgung zugrunde ge­richtet. Das Bestütigungsrecht muß aufgehoben werdm.

Es sprechen hierzu noch die Abg. Wolf-Stadecken und Uebel.

Die Anträge werden ab gelehnt. ,

«Schluß der Sitzung 1,20 Uhr. Fortsetzung Morgen vor­mittag 9 Uhr.

im Werte von 245 762 (453 403) Mk.; 1202 (6939) Toppelzentner Aprikosen im Werte von 75 625 (264 622) Mk.; 306 (5 378) Toppelzentner P 4 irsiche im Werte von 20018 (143300) Mk., 5 437 (166*5) Doppelzentner Wallnüsse im Werte voll 169158 (58 138 Mk.; zusammen wurden in Hessen 568 557 (458 722 > Doppel­zentner Obst in einem Gesumtwerte von 5 742 707 (6 688 376) Mk. geerntet. In O b e r b e s s e n stellt sich die Obsternte aus 21 463 Doppelzentner Taieläpsel im Werte von 365 095 Mk.; 67 071 Doppel­zentner Wirtschastsäpiel im Werte von 497 586 Mk.; 6 762 Doppel­zentner Taielbirnen im Werte von 89 694 Mk.; 15 979 Doppelzentner Wirtschaitsbirnen im Werte von 102 586 9)1L ; 39 179 Doppelzentner Zwetschen und Pflaumen im Werte von 255 286 Mk.; 4301 Toppel­zentner Kirschen im Werte von 133 177 Mk.; 54 Doppelzentner Aprikosen im Werte von 26 ;5 Mk.; 22 Doppelzentner Pfirsiche im Werte von 1005 Mk.; 128 Doppelzentner Wallnüsse int Werte von 4063 Mk.; zusammen 154 959 Doppelzentner Obst im Werte von 1 45l 109 Mk. Von den einzelnen oberhesstschen Kreisen er­zielten : Kreis Gießen: 6595 Doppelzentner Taielap'el im Wette von 120 796 Mk.; 8554 Doppelzentner Wirtschgstsäpsel im Werte von 76 000 Mk.; 1167 Doppelzentner Taielbirnen im Werte von 11 '362 Mk.: 3203 Doppelzentner Wirtichastsbirnen im Werte von 25 716 Mk.; 13 644 Doppelzentner Zwetschen und Pflaumen im Werte von 94748 Mk.; 85 Doppelzentner Kirschen im Werte von 2231 Mk.; 5 Doppelzentner Aprikosen im Werte von 75 Mk.;

17 Doppelzentner Wallnüsse im Werte von 582 Mk.; zusammen 31 270 Doppelzentner im Werre von 340110 Mk. Kreis Als­feld: 745 Toppelzenter Taieläpsel im Werte von 12 596 Mk.; 2180 Doppelzentner Wirtschastsäpiel im Werte von 18 329 Mk.; 270 Doppelzentner Taielbirnen im Werte von 4080 Mk.; 2512 Doppel­zentner Wirtschaitsbnnen im Werte von 13 531 Mk.; 1461 Doppel­zentner Zwetschen und Pflaunielt im Werte von 10162 Mk.; 27 Toppelzentner Kirschen im Werte von 576 Mk.; 10 Doppel­zentner Pfirsiche im Werte von 180 Mk.; 3 Toppelzentner Wallnüsse im Werte von 140 Alk.; zusammen 7208 Toppelzentner im Werte von 59 594 Mk. Kreis Büdingen: 5735 Toppel­zentner Taieläpsel im Werte von 92146 Mk.: 23 886 Doppel­zentner Wirtichaitsäpiel im Werte von 165 671 Mk.; 1594 Doppelzentner Taielbirnen im Werte von 19 777 Mk.; 4133 Doppelzentner Wirtichastsbirnen im Werte von 24 561 Mk.; 7637 Doppelzentner Zwetschen und Pflaumen im Werte von 48 562 Mk.: 540 Doppelzentner Kirschen im Werte von 19 070 Mk.; 2 Toppel-- zeiitner Aprikosen im Werte von 120 Mk.; 1 Doppelzentner Pfirsiche im Werte von 60 Mk.; 20 Toppelzentner Walnüsse int Werte von 480 Mk.; zusammen 43 548 Doppelzentner Obst int Werte von 371 152 Mk. Kreis Friedberg: 7045 Doppelzentner Tafel- äpiel int Werte von 92 851 Mk.; 29 087 Doppelzentner Wirtschasls- äpiel im Werte von 209 652 Mk.; 3394 Doppelzentner Taielbirnen int Werte von 40 156 Mk.; 3985 Doppelzentner Wirtschaitsbirnen int Werte von 24 008 Mk.; 14 551 Doppelzentner Zwetschen und Pflaumen im Werte von 87 507 Mk.; 3570 Zentner Kirschen int Werte von 109 814 Mk.; 47 Doppelzentner Aprikosen im Werte von 2440 Mk.; 11 Doppelzentner Pfirsiche im Werte von 765 Mk.: 76 Doppelzentner Walnüsse tm Werte von 2503 Mk., zusammeit 61 766 Doppelzentner Obst im Werte von 591609 Mk. Kreis Lauterbach: 380 Doppelzentner Taieläpsel im Werte von 7757 Mk.; 743 Doppelzentner Wirtschastsäpiel im Werte von 8666 Mk.;

118 Doppelzentner Ta'elbirnen int Werte von 2369 Mk.; 526 Toppelzentiier Wirtscha'tsbirnen im Werte von 4842 Mk.; 349 Doppelzentner Zwetschen und Pflalimen im Werte von 3969 Mk.; 10 Toppelzentner Kirschen int Werte von 88 Mk.; zusammen 2126 i Doppelzentner Obst int Werte von 7691 Mk. Kreis Schotten:

963 Toppelzentner Taieläpiel int Werte von 16 331 Mk.; 2621 Doppelzentner Wirtschastsäpiel int Werte von 19268 Mk.; 219 Toppelzentner Taielbirnen int Werte von 3350 Mk., 1620 Doppel­zentner Wirtschaitsbirnen im Werte von 9910 Mk.; 1537 Toppel­zentiier Zwetschen und Pflanmen im Werte von 10 338 Mk.; 69 Doppelzentner Kirschen im Werte von 1398 Mk.; 12 Doppelzentner Walnüsse im Werte von 358 Mk.; zusammen 7041 Doppelzentner Obst im Werte von 60953 Mk.

hessische Zweite Kammer.

bs. Darmstadt, 13. März.

Um 91/2 Uhr eröffnet Präsident Köhler die Sitzung. Vor Eintritt in die Tagesordnung nimmt Abg. Senßselber (Bbd.) das Wort. Er habe gestern nicht für die Konfessionsschulen, son­dern für Simultanschulen stimmen wollen.

Auf die dringliche Anfrage der Abg. S0herr und v. Bren­tano, tot Lärm und die Rauchplage in Bingen betreffend, ver­liest Geh. Oberfinanzrat Rohde im Auftrage des Finanzministcrs die Antwort. Danach ist der Maschinendienst nicht zu entbehren. Die Eisenbahnverwaltung ist bemüht, alle Vorsorge zu treffen, um Uebelständen abzuhelfen. Es sind auch an die Beamten strenge Vorschriften erlassen.

Abg. So Herr (Ztt.) freut sich, daß die Regterung dte Notwendigkeit einer Aenderung anerkannt hat.

Abg. Molt Han (Ztr.): Auch in Budenheim bestehen ähn­liche Mängel. . ,, pvv

Auf die Anfrage des Abg. Dr. Wolf- Gonsenheim, Unfälle <rn der Kreuzungsstelle der Selzthalbahn mit der Sttaße Jngel- beimBingen betreffend, verliest Geh. Oberfinanzrat Rohde die Regierungsantwort. Besprechung nach der Pause

Die dringliche Anfrage der Abg. So Herr u. Gen., dte Be­förderung der Lokomotivkohlert für die Eisettbahndirektwn Mamz betreffend, beantwortet derselbe Regierungsvertreter.

Zur Besprechung der Anfrage des Abg. Wolf-Stadecken, die Geschäftsführung der hessischen Landwirtschaftskaminer bctr., spricht Abg. K 0 r c l l - Ingelheim (sorffchr. Vp ), der seine Stel­lung zur Landwirffchaftskammer verteidigt. Auch der Abg. W 0 l f- Stadecken hat Kritik an den Kosten der Landwirtschaftskammer geübt. Ich habe krittscher gestanden als heute, da ich gesehen habe, daß wesentliche Ersparnisse nicht zu machen sind.

Abg. Molthan (Ztr.) wendet sich gegen dte Stellung des Abg. Bähr in der Landwirtschaftskammer, dessen Auftreten zum mindesten peinlich sein mußte. Abg. H a u g k (Bbd.) kommt mit die Vorgänge im Wahlkreis Nierstein zurück, in dem stch un­würdige Verhältnisse entwickelt hätten. Er behandelt dte Etnzel- heiten. Die Anfrage Wolf hat eine Klärung herbetgcsührt.

Abg. Bach (natl.): Der Gegensatz zwischen den cmzelnen Provinzen war früher berechttgt. Der Ton in dem Wahlkreise D nicht von Herrn Schätze! angeschlagen worden, sondern von Der anderen Seite. . ,

Abg. Wolf-Stadecken (Bbd.) rechtserttgt ferne kritische Stel­lung zur Landwirtschaftskammer. Er habe nur Rechenschaft über die Notwendigkeit der landwirtschaftlichen Forderungen verlangt. Abg. Ko re ll-Ingelheim (fortschr. Vp.) kennzeichnet die gegne­rische Stellung Wolf-Stadecken .zu Oberhessen, die auch jn Flugblättern Ausdruck gefunden hat. Es beteiligen sich an dreier Erörterung nochmals Wolf-Stadecken und Abg. Brauer

** Ordensangelegenheilen. Der Giroßher­zog hat das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens! Philipps des Großmütigen dem Hauptmann v. Sela- sinsky beim Stabe des 7. Lothringischen Infanterie-Regi­ments Nr. 158, seither Oberleutnant int Jnfanterie-Leib- regiment Großherzogin (3. Hess.) Nr. 117; das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür Verdienste" dem Vize­wachtmeister a. D. Hoffmeister, seither Trompeter im LeÄ- D'ragoner-Regiment (2. Hess.) 9tr. 24 verliehen; dem ReichA- bevollmächttgten für Zölle und Steuern, Geh. Obersinanz- rat Bo rusch euer zu Hannover, die Erlaubnis zur An­nahme und zum Tragen des ihnr von dem Herzog Johann Albrecht zu Meckleitburg, Regent des Herzogtunrs Braun­schweig, verliehenen Offizierkreuzes des Herzoglich Bruuns schweigischen Ordens Heinrichs des Löwen erteilt und dent kath. Pfarrer Jak. Friedr. M u t h in Spiesheim aus Anlaß seines 50 jährigen Priesterjubiläums die Krone zum Ritter­kreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß--, mütigen verliehen.

* Pfarrpersonalien. Der Gro ßhc rzo g hat den von dem Grafen zu Erbach-tMrstenau auf die zweite evang. Pfarrstelle zu Beerfelden präsentierten Pfarr-verwal- ter Hans Deggau, den von Sämtlichen Riedesel Frei­herren zu Eisenbach auf die evangelische Pfarrstelle zu Freiensteinau präsentierten Pfarrverwalter Wllh. Töll daselbst, den von Sämtlichen Riedesel Freiherren zu Eisen- bach auf die evang. Pfarrstelle zu Hopfmannsfeld präsentier­ten Pfarrassistenten Aug. G e r i ch zu Mainz und den von dem Fürsten zu Ldwenstein-Wertheim-Rosenberg auf dte evang. Pfarrstelle zu Ober-Klingen präsentierten Pfarr-

Siivntcx der Stadtverordneten»

Gießen, 13. März.

Anwesend: Oberbürgermeister Meenm; Beigeordneter Keller; Stadtv. Dr. Ebel, Friedberger, Eichenauer, Habenicht, Dr. Haber­korn, Heichelheim, Helfrich, Helm, Huhn, Samt, Löber, Loos, Petri, Plank, Simon, Troß, Vetters, Wallenfels und Urstadt.

Als Urkundspersonen werden die Stadtv. S ch a f f st ä d t und Dr. Ebel bestimmt.

Baugesuchc.

Herr Langsdorf will Schützensttaße 30 einen Neubau errichten und sucht um Genehmigung nach, die vorgeschriebene Ein­fahrt von 2 Meter Breite wegzulassen, er will die Zufahrt des Nachbargrundstückes benutzen. Auch ein Erker mit 50 Zentimeter Ausladung wird genehurigt.

Frau Boller will ihr Geschäftshaus Bahnlwistraße 53 um­bauen. Sie erhält Dispens argen der Aub irgung des geschieferten Fachwerks und eines Eckers mit 50 Zentimeter Ausladung.

Verschiedenes.

Die F u h r l e i st u n g e n für 1913 werden aus der Hand berge tot.

Der Voranschlag für 1913 ist fertiggestellt, er schließt ohne Steuererhöhung ab. Der Oberbürgermeister er­

wacht kurz von den Kosten Mitterlung.

' Oberbürgermeister Dr. Göttelmann: Für die Anstellung der Schreibgehilfeir muß etwas geschehen. Ich glaube, daß die Schreibgehilfen dent Wohlwollen der Regierung empfohlen werden sollen. Bei 20 Proz. ist das pber zweifelhaft. Etwas mehr hätte ich gewünscht.

Staatsmmister Dr. v. Ewald macht darauf ausmerffam, daß cs sich hier um die Schreibgehilfen handelt und nicht um Hilfs- gerichtsschreiber.

Die Abstintmung ergibt einstimmige Annahme des Ausschußantrages der Ersten Kawmer, also Ablehnung des Beschlusses der Zweiten Kawmer.

Zu Kapitel 75, Förderung einzelner Zweige der Landwirt­schaft, spricht Frhr. v. Heyl. Ter Kampf gegen die Reblaus Muß mit allen Mitteln durchgefiihrt werden. Die Reblaus ist mit der Einführung der amerikanischen Rebe eingebracht. Der Redner geht dann auf die Veredlungsversuche ein, die' durch Kreuzungen angestellt tourtot. Tie Kosten sind sehr lwhe. Man muffte an eine höhere Besteuerung der Weinberge denken, viel­leicht auch an eine Zollerhöhung. Die Negierung müßte sich dieser Sache annehmen. Die Fragen der Besteuerung treten in den Vordergrund. Die Negierung müsse alles tun, um die schon arg geschädigten Wefftbergbesitzer zu schonen.

Mwister v. Hombergk

Aus Stadt itttö Land.

Gießen, 14. März 1913.

Die Obsternte in Hessen 1912.

Der Ertrag der Obsternte in Hessen im Jahre 1912 war an Tafelävieln 93 719 (1911: 57 847) Doppelzentner im Werte von 1418 595 (1 269 736) Mk.; Wirtscvastsäpiel 231929 (110 103) Toppelzentner im Werte von 1 763 703 (1 497 003) Mk.; Taielbirnen 3'9 1 (38261) Toppelzentner im Werte von 505 712 (678 017) Mk.; Wirtschaitsbirnen 67342 (73671) Toppelzentner im Werte von 441 875 (731 992) Mk.; Zwetschen und Pi lau men 127 512 (147 553) Toppelzentner im Werte von 1 102 229 (1 592 165) Mk.; Kirschen 7 159 (17 322) Toppelzentner