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Vorteile eines nicht e x i st i e r enden Staates sicherlich sehr gegen die Intentionen der Großmächte, sowie gegen die Sicherheit des montenegrinischen Staates und gegen seine aller- vitalsten Interessen gerichtet ist. Eine Ungerechtigkeit seitens der Großmächte bedeutet die Blockade der mon tenegrinischen Küste, die beschlossen wurde, um einen Truck gegen Montenegro auszuüben wegen der Aufgabe der Belagerung Sku- taris. Nicht in der Absicht, den Willen Europas zu mißachten sondern im vollen Beluschein seiner nationalen Ausgaben weigerte sich die königliche Regierung, sich einer Entscheidung zu unterwerfen, welche sie einer Stadt und eines Gebietes berauben würde, deren Besitz von ihr in Uebereinstimmung mit der Meinung der ganzen Nation als von wesentlicher Bedeutung für Montenegro angesehen wird. Von dem gleichen Geist beseelt und von den gebieterischen Bedürfnissen seiner Erhaltung bestimmt, hatte sie die Ehre, am 8. April (21. April, int Einvernehmen mit ihren Verbündeten den Großmächten zu erklären, daß sie sich für die Unterhandlungen mit,der Pforte das,Recht Vorbehalte, mit den Grostmächten über die auf die Festsetzung der Grenzen bezüglichen Fragen zu verhandeln. Unterdessen kapitulierte Skutari. — Die königliche Regierung, von dem Wunsche beseelt, den Grostmächten ihre Ehrerbietung zu bezeugen, beeilt sich, zu erklären, daß dieses neue Faktum keineswegs nach ihrer Aui- fassung eine Herausforderung hinsichtlich der Entscheidung über das Schicksal Skutaris bedeute. Die Besitznahme dieser Stadt nach k>er Kapitulation am 23. April ist nur die,logische und natürliche Folge des früheren Zustandes der militärischen Operation, welche beschlossen und durchgeführt wurde auf Grund jener vollen und ganzen Aktionsfreiheil, welche die königliche Regierung mehr als einmal im Lause dieses Krieges aus Grund der unverjähr-- barenPrinzipien des Völkerrechts nachdrücklich gefordert hat. 'Indessen ist,die Regierung genötigt, die Aufmerksamkeit der Großmächte auf die Kundgebungen zu lenken, welche dem Einmärsche der montenegrinischen Truppen gefolgt und nach dem Geständnis von unparteiischsten Zeugen "nur eine Kette von B e ft ät i g u n g e it de r Richtigkeit jener These gewesen sind, welche die königliche Regierung in London hinsichtlich des unter der Bevölkerung Skutaris herrschenden Geistes ausgestellt hat. Die warme und einmütige Aufnahme, welche seitens aller Bevölkerungsschichten, welcher Konfession auch immer, der nwntenegrinischen Armee bereitet wurde, sowie der 'nem Erzbischof von Skutari, der Geistlichkeit und katholischen und ^muselmanischen Notabeln abgegebenen Erklärung der Lovalität und Anhänglichkeit lassen keinen Zweifel über die Disposition der Bevölkerung Skutaris, welch? von dem Wunsche beseelt ist, die sowohl vom Politischen als wirtschaftlichen Gesichtspunkt für die Stadt vorteilhafte Annexion verwirklicht zu sehen. Diese unzweideutigen Beweise der Anhänglichkeit der Bevölkerung könnten wohl geeignet sein, die Ergebnisse der von den Großmächten aus Grund unzulänglicher Daten durchgeführten Untersuchung zu modifizieren. — Angesichts der Sachlage und rücksichtlich der Gründe, welche die königliche Regierung soeben auseinanderoesetzt und der erleuchteten Beurteilung der Großmächte unterbreitet hat, hat sie die Ehre. 311 erklären, daß sie unterirt 8. April (21/4) der den Großmächten g erwacht en Mitteilung treu bleibt und sich Vorbehalt, die S k n t a r i f r a g e an'bem Zeitpunkte an zu sch neiden, w 0 im Laufe der Friedensverhau dl nngen mit der Türkei die verbündeten B a l k a n st a a t e n mit den Großmächten die definitiveFestlegungderGrenzenAlbanienser- örtern werden.
Die Annexion Skutaris,
Die „Albanische Korrespondenz" meldet aus Skutari: König Nikolaus hat nunmehr Skutari in aller Form annektiert und zur Hauptstadt von Montenegro proklamiert. Unter großem militärischen Pomp und im Beisein aller höheren Offiziere und Behörden wurde eine diesbezüglich Proklamation des Erbprinzen Danilo öffentlich verlesen und in serbischer und albanesischer Sprache gedruckt verteilt. Die Proklamation Hut folgenden Wortlaut:
An die Bevölkerung von Skutari! Das ruhmreiche Heer Seiner Majestät des Königs Nikolaus ist in Skutari eingezogen. Nicht wie eine Armee, die Euch besiegen will, kommt es zu Euch, sondern als eine Macht, die Euch befreien will von dem türkischen Joch, unter das Eure Vorfahren — gerade in diesem Monat sind es 435 Jahre —, nach einem1 für sie ruhmreichen Kriege, noch tapferen Kämpfen geraten sind. Tas montenegrinische Heer kommt zu 'Euch, nicht nur um Euch von diesem Joch zu befreien, es verpflichtet sich, zu jeder Zeit Eure alten Bräuche, Eure Freiheit und Euren Glauben zu schützen, wie es ja bekannt ist, daß Montenegro und die serbische Nation stets allen Konfessionen die Achtung gewahrt hat.
Bevölkerung von Skutari! In biefem1 für das Heer Seiner Majestät des Königs so bedeutsamen Augenblick ergreife i ch Besitz von Skutari als der neuen Hauptstadt von Montenegro. Ich hoffe, daß diese Stadt erblühen^vird in den Strahlen des Glücks ihrer Bewohner. Ich verspreche allen Einwohnern Sicherheit ihres Lebens nnb Besitzes, verspreche ihnen, daß Gerechtigkeit und Friede allen gewährt wird. Ruhe und Friede wird unter Euch herrschen. Wir alle werden Euch aller jener Segnungen erfreuen, die eine friedliche und zivilisierte Regierung einem Volke zu bringen vermag. Möge ein jeder zu seiner Beschäftigung zurückkehren, die er in der trüben Zeit verlassen, die er erlebt hat. Friede sei mit Euch. Gehorchet den Befehlen der Regierung, denn diejenigen, welche sich ihnen widersetzen sollten, werden strengste Bestrafung zu erwarten haben.
Bewohner der Stadt Skickari! Dieses Bild einer Vergangen- heit, die so ruhmreich ist, soll sich jetzt bewähren. Das Glück hat es gewollt, daß sich unter der glorreichen Fahne Montenegros jenes Land wieder vereinigt, das Gewalt vor mehr als 400Jahren getrennt hat.
Bewohner ber Stadt Skutari! Vereinigt Euch mit Uns in dem Riffe: Es lebe König Nikolaus I. Er lebe, er lebe, er lebe!
Der Kmfmandant der montenegrinischen Armee: Erbprinz Danilo.
Die österreichische Zauderpolitik.
Wien, 2. Mai. Der heutige Ministerrat dauerte von 11 bis 3/43 Uhr.
Nach einem Eonrmuuiguö gab Gras Berchtold in dem gemeiiffasinen Mini st er rate nach Durchberatung verschiedener laufender Angelegenheiten ein ausführliches Expose über den gegenwärtigen Stand der politischen Lage. An seine Darlegungen knüpfte sich eine eingehende Aussprack>e, an welcher sich sämtliche Minister beteiligten und aus der sich eine völlig einheitliche A uffassnng über die in der auswärtiZen Politik einzuhaltende Richtlinie für ein weiteres Vorgehen ergab.
Wien, 2. Mai. Tie Meldung der gestrigen Extra- ausg-abe des „'Dicu.en Wiener Tagblattes", daß heute ein K'ronrat ftattfinbe, ist von unterrichteter Seite bisher nicht bestätigt worden. Es verlautet dagegen, daß heute eilte Konferenz der gemeinsamen M i n i st e r statt findet. — Der Ministerpräsident Lukaez ist heute früh aus Ofenpest eingetrofsen.
Die „Neue Freie Presse" erfährt: Morgen, Samstag, findet im Ministerium des Aeußem ein gemeinsamer Mini ft errat statt, der sich mit den heutigen Beschlüssen der Londoner Botschastc'rvereinjqung befassen wird. An dem Ministerrat nehmen die gemeinsamen Minister, die beiden Ministerpräsidenten und vielleicht auch die beiden Finanz Minister teil. Tie Extrablätter, welche die Meldung verbreiteten, daß ein Kron rat stattfünde, sind in den Straßen konfisziert iloorden.
Der Londoner Korrespondent des „Temps" will über beit Verlauf der Bvtschaftersitzung am Donnerstag n a. folgendes erfahren haben: Der.österreichisch-ungarische Botschafter Graf von Meusdorfs erklärte, daß Oe.sterreich- Ungarn, da die Mächte bezüglich der gegen Montenegro anzuwendenden Zwangsmaßregeln zu keiner Verständigung gelangen könnten, selbst die Entscheidung ausführen zu müssen glaube, und zu diesem Behufe auf ihre Unterstützung rechne. Seine Regierung lönne sich nicht auf die Hypothese von Verhandlungen einlassen, welche bezweckten, Montenegro vor der Räumung von Skutari Gebietskompensationen anzübieten. Falls diese Frage späterhin aufgeworfen würde, so könnte durch diese Kompensationen in keinem Fall die Grenze von Albanien abgeändert werden. Tie österreichisch-ungarische Regierung wäre nach der Räumung von Skutari durchaus geneigt, wirtschaftliche und finanzielle Maßnahmen zugunsten Montenegros zu ergreifen. Grey fragte, welche Zwangsmaßregeln Oesterreich-Ungarn ins Auge fassen würde, und bemerkte sodann, daß der montenegrinische Vertreter Popowitsch mit dem Unterstaatssekcetär Nieolsou eine offiziöse Unterredung gelebt habe, welche in den Fragen gipfelte: Würde man Montenegro, falls es Skutari hergebe, territoriale Kompensationen und finanzielle Hilfe bewilligen, und welcher Art? Der d e utsch e B 0 t s ch a f- t e r F ü r st Lichn 0 wsky habe erklärt, es wäre notwendig, daß die Mächte über die von Popowiffch angeregten Fragen berieten, worauf die Fortsetzung der Verhandlungen auf Montag verschoben wurde.
Italienische Vorbereitungen.
Rom, 2. Mai. Ein italienisches Geschwader von sechs Kriegsschiffen und zwei Torpedojägern ist auf telegraphischen Befehl von Rom von Gaeta nach Brindisi gegangen mit Lebensmitteln für 40 Tage an Bord.
Die Niedermetzelnng
von sieben Griechen durch Vulgaren.
Athen, 2. Mai. lieber die Niedermetzelung von sieben Griechen durch bulgarische Truppen in ber Nähe von Nigrika, die von der „Agenee Bulgare" dementiert worden war, erfährt die „Agenee d'Athenes": Während ber Streitigkeiten in Nigrita bemächtigten sich bulgarische Truppen auch sieben griechischer Dorfbewohner. Prinz "Nikolaus verlangte von General Kassaptschieff die Freilassung der Gesangenen, die der General in Aussicht stellte. Zwei Tage später erkundigte sich Prinz Nikolaus nach den griechischen Gefangenen und erhielt die Antwort, daß diese von den Bulgaren bereits in ihre Heimat entlassen worden seien. Prinz Nikolaus forschte in den Heimatsdörfern weiter nach und erfuhr, daß die sieben Leute niemals zurückgekehrt waren. Gleichzeitig schwemmte die Strymon vier verstümmelte Leichen ans Ufer, darunter hie Leiche des Lehrers, die von ber Bevölkerung erlannt wurde. Tas ist der Sachverhalt.
Essad Pascha.
Loudon, 2. Mai. Tas Reuter-Bureau meldet aus Korfu: Sämtliche Konsuln in Durazzo, nämlich der österreichisch-ungarische und ber «italienische Konsul und der französische Konsularagent begeben sich heute morgen nach Tirana, um mit Essad Pascha zusammenzu- tre f feu. Essad Pascha sandte Offiziere ab, um die Serben zur Uebergäbe Turazzos aufzufordern. Die Serben antworteten, Essad könne die Stadt erst dann besetzen, wenn sie gänzlich von den Serben geräumt sei.
Der „Agenee d'Athenes" Wirch ans Korfu gemeldet: E s s a d Pa ftch a habe in Tirana eine Regierung gebildet, die Autonomie Albaniens unter türkischem Protektorat proklamiert und die türkische und nicht die albanische Flggge hissen Taffen. Essad Pascha habe den griechischen Metropoliten von Durazzo einen Brief geschrieben, in der er erklärt, die albanesische Regierung erkenne in der Pevson des Metropoliten die Autorität der orthodoxen Kirche an, die er schützen werde. Essad Pascha schließt mit der Erklärung, daß die albanesische Regierung keineswegs Griechenland feindlich gesinnt sei, da sie ja'als Nordgrenze von Epirus die Linie anerkenne, die bei Chimara beginnt.
Richtigstellungen in der deutschen Regierung.
Die „Nordd. Mlgem. Ztg." schreibt: 'Die Preßzentrale verbreitet, Deutschland habe in Wien außerordentlich eindringlich von einem Einmärsche in Montenegro ab geraten, da die russische Regierung der deutschen Regierung die Erklärung abgab, daß sie einen Angriff auf Montenegro mit einer bewaffneten Neutralität, das heißt, Konzentrierung von mindestens dreihunderttausend Mann an der österreichischen Grenze beantworten würde. Wir können feststellen, daß weder hier eine derartige russische Er kl ärung abgegeben, noch in Wien eine Warnung erteilt worden i ft. Die ganze Meldung ist erfunden. Als unrichtig zu bezeichnen ist auch die 'Meldung der „Daily Mail", das; der deutsche und der österreichisch-ungarische Botschafter in Konstantinopel von ber Unterzeichnung des Friedensvertrages vor dem Abschluß der Skutarifrage abgeraten haben.
Spionage und Landesverrat.
Essen, 2. Mai. Wegen Landesverrats wurde aus Ersuchen der Essener Polizei ein Gastwirt in Aachen verhaftet, außerdem noch drei Personen, darunter e in Sprachlehrer. Die Untersuchung ergab großes Belastungsmaterial.
Ein Privattelegramm der „Frkftr. Zkg." meldet dazu:
Kö l 11, 2. Mai. Zu der Landesverratsaffäre verlautet, daß die Kriminalpolizei einen hiesigen französischen Sprachlehrer verhaftet tjat Dieser soll es gewesen sein, der Personen in Essen, darunter- Angestellte von Krupp, verleitet hat. Artilleriematerial an Frankreich zu verkaufen. Der in Aachen verhaftete OKistwirt soll das Artilleriemateriat nach Frankreich geschafft tjaben. Die Angelegenheit beschäftigt gegenwärtig die Kriminalpolizei mehrerer <rroßer westdeutscher Städte.
Aachen, 2. Mai. Bei dem unter Spionageverdacht verhafteten Hotelier Misere nmrde ein franzö sischer Brief beschlagnahmt, den er zur Ueberfelutng von einer dritten Person erhalten haben will. Misere hatte früher eine Wirtschaft in Verdiers (Belgien). Er leugnet die Kenntnis seiner Anzeigepflicht.
Au» StaSi usid land«
Gießen, 3. Mai 1913.
** Tageskalender Bi 0 grap H-LichtspieIe: Täglich Vorfielluua.
B a k 0 i s K a m m e r - L i ch t i v i e l e: Täglich Vorstellung.
Lichtspielbaus: Täglich Vorstellung.
Museum des oberhessiichen Geschick tsvereins
' cöji”ct Lonntan vormittags 11 — 1 IKjv unentgeltlich.
Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen oorunttags von 11—1 Uhr unentgeltlich.
** V 0ni Großh. Hof. 9(m Himmelsahrttag nachmittag 3 Uhr begaben sich der Großherzog und die Groß Herzog in mit Gefolge im Auto zum Besuche der Königin und des P r i n z - G e m a h l s der Niederlande nach Hohemark bei Oberursel. Die Rückkehr nach Darmstadt erfolgte abends 8 Uhr 20 Min.
** Ordensverleihungen. Der Großherzog bat dem Solms-Lauback 1 cf.:n Reviersäger Hck Franzisc u i zu Wer nings das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Gemeindesaßeichmeister Johs. Wei" gand IV. zu Großen-Linden das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" verliehen..
** Oberhessischer K u nstve re i n. Die Ausstellung bleibt wegen vollständigem Wechsel der Gemälde von heute an einige Tage geschlossen.
Starkenburg und Rheinhessen.
rm. Dar m stadt, 2. Mai. Tie Stadtoerordneten- Persammlnng genehmigte heute den Voranschlag für 19 13 nach dem Bericht des Stadtv. Henrich. Ter Abschluß ist ungleich schwieriger und ungünstiger gewesen als im Vorjahre. Die Ursachen deS schlechten Abschlusses sind zu suchen in dem neite^ Gemeindesteuergesetz, der Umgestaltung der VerkehrSverhältnffse und der Unsicherheit der finanziellen Abschätzungen. Tie Steigerung der Einnahmen hat mit den Ausgaben nicht gleichen Schritt halten können. An Mehrausgaben gegen 1912 sind 690 000 Mk. und an Weniger- einnahmen 50 000 Mk. vorgesehen. Auch die Filial- und Warenhaussteuer dürfte statt der erwarteten 60 000 Mk. nur 30 000 Mk. erbringen, da verschiedene Geschäfte dazu übergegangen sind, sich in selbständige Geschäfte zu verwandeln. Die Ausfälle bei der Gemeindesteuer werden infolge der Einsprüche 50000 Mk. betragen. Trotzdem soll eine Stenererhöhung vermieden werden. Das kann nur geschehen durch Entnahme des Betrages von 465 000 Mk. au§ dem Ausgleichsfonds. Auf die Uebernahme eines weiteren Teiles der Kosten für die höheren Schulen wurde hierbei keine Rücksicht genommen. Die Lage ist zweifellos ernst, aber doch nicht, daß zu Besorgnissen Einlaß vorhanden ist.
R. B. Darmstadt, 2. Mai. Eine erhebende militärische Trau er sei er fand heute nachmittag in der Stadt- kirche für die beiden auf dem Truppenübungsplatz mit dem Eulers- Zweidecker zu Tode gestürzten Offiziere, Leutnants v. Mirbach und v. Brunn statt. Das gesamte Offizierkorps ber Garnison mit dem Divisionskommandeur, General v. Plus kow an der Spitze, war vor den reich geschmückten Särgen der beiden Offiziere versannnelt und Abordnungen der Regimenter und die Mannschaften der Fliegerabteilung mit, ihren Führern füllten dicht den weiten Raum des Gotteshauses. Nach Trauermusik und Gesang hielt Divisionspsarrer Liedke eine ergreifende Gedächtnisrede. Neben zahlreickien behördlichen Vertretern bemerfte man Generaladjutant Hofmarschall Frhrn. v. Unger n - Sternberg. Der Großherzog lies; an den beiden Särgen je einen Lorbeerkranz mit Schleise niederlegen: namens der Provinz- und Kreisverwaltung legte Provinzialdirektor Feh Kränze nieder. Nach beendeter Trauerseier wurden die mit Kränzen und Blumen übersäten Särge im feierlichen Zuge nach dem Bahnhof über* geführt, von wo sie in die Heimat der Verstorbenen, nach Altona und Hannover, befördert werden.
= Darmstadt, 2. Mai. Aus Anlaß des Namenstags der Kaiserin von Rußland findet am Dienstag, 6. Mai, vormittags 11 Uhr, in der Russischen K apelle auf der Mathilden- höhe ein Gottesdienst mit anschließendem Tedeum statt.
Worms, 2. Mai. Ter Wasserbauinspekwr Herr Baurat Reinhardt ist gestern früh im 62. Lebensjahr gestorben. Die Nachricht vom Tode dieses wackeren Burgers erfüllt welle Kreise mit aufrichtiger Trauer, denn allgemein wurde.BaurM Reinhardt wegen seines edlen Charakters hock-gesckmtzt, wie er in seiner amüichen Stellung wegen seiner Gerechtigkeit von dem geringsten seiner Untergebenen verehrt wurde.
Kreis Wetzlar.
' X Waldgirmes, 2. Mai. Christliche Waldfeste sind für den Himmelfahrlstag unter der ,,dicken E i ch e" unweit Hof Bubenrod zu einer ständigen Einrichtung geworden. Trotz der ungewissen Witterung war gestern der Besuch sehr rege. Ansprachen hielten Bundessekretär Paß-Darmstadt, Pfarre» Braches- BlaSbach und Pfarrer Antbes-Waldgirmes. Ten Jahresbericht über den Westdeutschen Jünglingsbund gab Pfarrer V ö m e l - Rodheim. Die vereinigten Posaunenchöre von Dorlar, Atzbach, Rodheim und Waldgirmes wirkten mit, dazu sangen gemischte Chöre.
— Hochelheim, 2. Mai. Im Anschluß an die für Lehrer Brau n am Sonntag abend veranstaltete Gemeinde- feier schloß sich heute eine Ab s ch i e d s f e i e r in der Schule an, zu der alle Lehrer des Amtsbezirks erffchienen waren. Superintendent Geibel dankte als K-reisschnlinspektor Herrn Brann für seine treue Amtsführung und überreichte ilM den Adler der Inhaber des Hohenzollernschen Hausordens. Pfarrer Schneider dankte int Namen der Gemeinde. Der Lehrerchor und die Schüler sangen je ein Lied. In ber Nachversammluitg überreichte Hauptlehrer H 0 sfm a nn - Krofdorf im Namen der Landlehrer eine Standuhr und die Lehrer Pfaff-Wißmar und Lochau trugen Gedichte vor. Lehrer Braun stattete in herzlichen Worten feinen Tank ab.
Hessen-Nassau.
h. Homburg v. d. H., 2. Mai. In dankbarer Erinnerung an das alte hessen-hamburgische Fürstenhaus, das jahrhundertelang hier residierte, feierte heute die Stadt das Gedächtnis des vor 100 Jahren bei Groß-Görschen gefallenen Prinzen Leopold von Hessen-Homburg. Der Gedenktag wurde durch eine kirchliche Feier in der alten Schloßkirche eingeleitet, der als Vertreter des Kaisers das Prinzenpaar Fr iedrich Karl von Hessen beiwohnte. Ferner waren Prinz Heinrich der Niederlande und Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden anwesend. Nach der Gedächtnispredigt von Pfarrer Füll trug fand die Niederlegnng zahlreicher Kränze an des Prinzen Gruft statt, u. a. ließ der Kaiser einen Kranz durch Major von Schmid niederlegen. — Am Nachmittag wurde am Leopold st ein nn Taunus eine stark besuchte Volksfeier abgehalten. Der eindrucksvollen Festrede des Gymnasiallehrers Professor Dr. Schönemann folgte die Niedcrlegung von Kränzen und die Pflanzung einer G e d ä ch tn i8 e iche. Lieder patriotischen Inhalts und Ntusikslücke gaben ber Feier einen würdigen Rahmen.
h, Bad Orb, 2. Mai. Der neue Truppenübungsplatz des 18. Armeekorps wurde heute seiner Beck im mnng übergebe n. Unter klingendem Spiele zog das Gießener Infanterie-Regiment Nr. 116 „Kaiser Wilhelm* als erstes auf den Platz.
Vermischtes.
* .3 um Faiserpreis-Singen. Für den in Frankfurt a. M. beginnenden Wettstreit deutscher Männergesangvereine, dem der Kaiser bciroobnen wird, sind die folgenden Preisrichter er na um worden: Hofkapellm erster Tr. Beier-Kassel, Professor Buths-Düsseldorf, Professor Fleisch-Frankfurt, Professor Förstler»
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