Ausgabe 
2.4.1913 Zweites Blatt
 
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Rk. 76 Zweites Blatt

165. Jahrgang

Erscheint tsokich mit Ausnahme des Sonntags.

DieKietzener Zamilienblätter" werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das ^Lreirblatt für den Kreis Gießen" zweinwl wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit- sragen" erscheinen monatlich zweimal.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für vbrrheffrn

Mittwoch, 2. April 1913 Rotationsdruck und derlag^cr Brühl'schen Universitäts - Buch- und ©teiubructereu R. Lange, Giehen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktion:«^112. Tel.-Adru AnzcigerGießen.

Aus Vein preutzischen Abgeordnetcnhaufe.

Der Acltestcnrat des preußischen _Avgeordnetenhauses hat den Arbeitsplan für die nächsten Tage festgestellt. 9(m Mitt­woch soll die 2. Lesung des Kultusvoranschlags beginnen. ?riir die Beratung des Kultusvoranschlags wurde ein besonderer Ar­beitsplan ausgestellt, der so gestaltet ist, daß eine Beschleunigung der Beratungen durch ihn ermöglicht wird. Nach dem Plan sollen gleichartige und verwandte Titel in der Besprechung zu .sammengesaßt werden, während bisher eine solche Zusammen ckassung nicht immer stattsand. Man rechnet damit, auf diese 'SSBeife den Kultusvoranschlag in 8 bis 9 Sitzungen beenden zu können. Die gesamte Haushaltsberatung soll am 17. April be endet sein. Die Beratung soll tunlichst nicht durch andere Materien unterbrochen werden, es soll versucht werden, das Oder­wasserstraßengesetz und die Vorlage über die Elektrisierung der Berliner Stadtbahn, deren baldige Verabschiedung vom Mrinster der öffentlichen Arbeiten gewünscht wird, in die Haushaltsbe­ratungen einzuschieben. . .....

lieber die Erledigung der übrigen Gesetze wrrd spater nach Beendigung der Etatsberatungcn Beschluß gefaßt werden, nach- ibem die Fraktionen ihre Wünsche geäußert haben werden.

Tie Sitzung des Abgeordnetenhauses am gestrigen Dienstag wurde von 6cm wiedergenescnen Präsidenten Grafen von Sckwerin-Löwitz eröffnet. Zur Förderung der Landes­kultur und der inneren Kolonisation sollen der Regierung 25 Millionen Mark zur Verfügung gestellt werden: von diewn sollen 12 Millionen zur Urbarmachung von fiskalischen Mooren, .3 Millionen zur Ausführung von Meliorationen auf Domänen und 10 Millionen zur Beteiligung des Staates bei gemeinnützigen Ansiedlungsgesellschaften verwendet werden.

Der Landwirtschaftsminister Frhr. v. Schorlemer leitet die Lesung mit einer ausführlichen Rede ein. Tie Vorlage stehe im engsten Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Bekämpsung der Fleischteucrung. Tenn die neugewonnenen Wiesenländercien sollen eine erhöhte Viehproduktion nach sich ziehen. Daneben bezweckt die Vorlage durch Vermehrung des mittleren und kleineren Besitzes die Förderung der inneren Kolonisation.

Eineii notwendigen Zusammenhang zwischen Vorlage und Fleischteuerung vermag der Konservative Frhr. v. M a r e n h o l t nicht zu erkennen, denn selbstverständlich sei diese doch nur eine vorübergehende Erscheinung.

Die Haltung der Konservativen in der Frage der inneren Kolonisation beleuchtet sodann der nationalliberale Abg. Glatzel. Der freikonseroative Dr. I d e r h o f f erklärte, daß mit der Urbar­machung die weitestgehende Ansiedlung von Kolonisten Hand in 5rand gehen müsse. Auch Herr Hoff von der freisinnigen Volkspartei unterstreicht die Notwendigkeit der Besiedlung kulti­vierter Moore.

Es sprachen noch der Pole v. Saß-Jaworski und der Sozial­demokrat Leinert, worauf der Entwurf dem Agrarausschuß-ver­wies en w urde.

Der Gutspächter Sohst

in Rehberg trat von der Pachtung des Mr Cadiner Besitzung des Kaisers gehörigen Gutes Rehberg zurück. Die Auf­lösung des Pachtverhältnisses' erfolgte auf Grund einer unter- Zuziehung der Landwirtschaftskarnmer für West­preußen zustande gekommenen, beide Parteien voll besrie- digendeu Vereinbarung. Sohst erhielt zugleich den Kro­ne n v r d e n vierter Klasse. Die Meldung stammt vom Wolff-Bureau her, ist also wohl kein Aprilscherz.

Die ,,Morgenpost" erfährt noch aus Elbing: Man be­hauptet hier, das; der Kaiser die R e g e l u n g des Fal­les Sohst selbst in di e H» an d genommen habe. Er veranlaßte durch seinen Kabinettschef v. Valentins den Vor­sitzenden und den.Generalsekretär der westpreußischen Land- wirtschaftskammer, die Herren v. Oldenburg und v. Stein- meyer, mit Sohst zu verhandeln. Dieser lehnte ein persön­liches Erscheinen in Elbing ab, und sandte seinen Bruder, dem die Herren am SamStag zunächst hier erklärten, der Kaiser bedauere die Herrn Sohst zu gefügte Beleidigung. Herr Sohst wird Rehberg sogleich ver­lassen und da er kränkelt, einen Erholungsurlaub antreten. Dem Cadiner Bevollmächtigten, Geh. Oberregierungsrat v. Etzdorfs wurde nahegelegt, nach einer Karenzzeit sich ins Privatleben zurückzuziehen.

Au; der Zweiten Kammer des elfatz-lotlmngischen Landtage;.

Straßburg i. Els., 1. April. Den bemerkenswertesten Punkt der heutigen Verhandlungen der Zweiten Kammer des Elsaß-lothringischen Landtages bildete die Teuerungs­zulage der mittleren und unteren Beamten, die in erster Lesung auf der Tagesordnung stand. Unterstaatssekretär Köh­ler begründete den Entwurf, der als ein Notgesetz zu be­trachten sei bis zur Fertigstellung der Besoldungsreform und machte wegen der Deckungsfrage dem Hause den Vorschlag, das Gesetz über die erhöhte Bergwerkssteuer in einer Form wahr­zunehmen, die für beide Teile annehmbar fei. Abg. Hauß fC8tr.) gab *bie üb errcischen.de Erklärung ab, daß die Vorlage .in keiner Weise den Beifall des Zentrums finde. Er bezweifelte, ob die Vorlage heute überhaupt noch zeitgemäß sei und verlangte die Einbeziehung der nicht etatsmäßigen Beamten und der Geistlichen in die Vorlage. Hauß stellte den Eintrag auf Ueberweisung der Vorlage an den Budgetausschuß. Abg. B ö h l e (Soz.) sprach sich im gleichen Sinne wie der Zentrumsocrtreter für eine einmalige Unterstützung, aber gegen die Auszahlung der Raten im Juli und Oktober 1913 aus. Abg. Tonnevert (lib.) schloß sich deni Antrags auf Ueberweisung an den Budget­ausschuß an. Er tadelte, daß die Vorlage von der Regierung so spät vorgelegt ivord?n sei, und verlangte, daß auch die höheren Beamten bedacht würden

Der Antrag Hauß wurde dann einstimmig angenommen. Nächste Sitzung morgen 10 Uhr 30 Min.

politische Tagesschau.

Der Prozeß Sternickel und die Reform des Strafrechts.

Das Interesse, das dieser Raubmordprozeß: erregt hat, ist ein vorwiegend kriminal-psvchologisches, ausgelöst durch die außergewöhnliche verbrecherische Persönlichkeit des Hauptmrgeklagten. Aber ein die Gemüter so stark beschäfti­gender Kapitalprozeß regt das Nachdenken von neuem an. Von besonderem Interesse ist die Ansicht, die der Staats­anwalt und Privatdozent an der Universität Berlin, Dr. Klee, in der Deutschen Juristen-Zeitung veröffentlicht. Er behandelt dabei vor allem die Frage, ob, wie es ein Verteilger in dem Prozeß in einem nachträglichen Plai- doyer in der Vossischen Zeitung getan hat, mit Recht den Geschworenen eine Verkennung des Begriffs der Mittäter­schaft vorgeworfen werden dürfe. Mit überzeugenden Grün-

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den zeigt Klee, daß ein Rechtsirrtum der Geschworenen bei der Unterscheidung von Mittäterschaft und Beihilfe gar nicht vorliege, abgesehen von anderen juristisch-wissenschaftlichen Gründen schon deshalb nicht, weil nicht nur der Vertreter der Staatsanwaltschaft, sondern auch der Verteidiger Ster- nickels und, was noch mehr bedeuten will, einer der Ver­teidiger seiner Tatgenossen selbst den Standpunkt verfochten hätten, daß letztere nicht aks Gehilfen, sondern als Mit­täter anzusehen seien. Aber Klee, der vor allem auch den Prozeß unter dem .Gesichtswinkel der künftigen Reform des Strafrechts betrachtet, und der eine Reihe interessanter Fragen für diese Reform erörtert, bespricht auch die Lehren, die über die Frage der Beibehaltung oder Abschaffung der Todesstrafe aus dem Prozeß Sternickel zu ziehen wären. Er kommt zu dem gleichen Schlüsse, wie der bekannte Ge­lehrte Geheimrat Kohler, daß wohl die Voltsmeinung nach diesen schauderhaften Verbrechen unzweifelhaft darin ge­festigt worden sei, daß gerade der Prozeß Sternickel die Unentbehrlichkeit der Todesstrafe eindringlich zum Bewußt- scin gebracht habe. Bon Interesse jedenfalls ist die Meinung Klees, die in den Worten gipfelt:

Soll die Gesellschaft auch'nur mit der Wimper zucken, wenn cs sich um die Vernichtung eines Berufsverbrechers handele der kaltblütig feiner Mordlust fröhnt oder etwa durch Brandstiftung ohne Strupel das Leben vieler aufs Spiel setzt? Man verweise nicht aus die lebenslängliche Freiheitsstrafe. Macht man Ernst mit der Lebenslänglichkeit, so führt logische, sicherungspolitische und ökonomische Erwägung notwendig Mr Todesstrafe. Doch weit entfernt, das Anwendungsgebiet der letzteren in vernünftigen Grenzen auszudehnen, will 'ihr unsere schwache Zeit unter dem fadenschcckkigen Deckmantel desKulturfortschritts" womöglich selbst das Todesurteil sprechen."

Dies die Ansicht eines Gelehrten und Staatsanwalts, die aber in interessanter Weise dadurch unterstützt wird, daß der bekannte Rechtsanwalt Dr. Hachenburgs in der gleichen Nummer der Deutschen Juristen-Zeitung ebenfalls zu dem Ergebnis kommt, daß gerade durch diesen Prozeß manch ein Gegner der Todesstrafe in seiner Meinung gewiß wankend geworden sei.

Deutsches

Die Landtagswahl in Preußen.

Der nationakliberale Verein in Marburg beschloß, bei der Lanütagswahl den seitherigen freikonfervativmi Ab­geordneten, Professor Br e d t-Marbura, zu unterstützen. Von irgend einer GegenkaUdidakur verlautet nichts.

AusLauv.

Eine schweizerische Lttfkflotte.

Nach dem bisherigen Ergebnis der schweizerischen Na­tionalversammlung für die Militärflugschiffahrt ist die Schaffung einer Luftflotte gesichert. Zwei große Firmen stifteten je ein Flugschiff. Die Stadt St. Gallen brachte beinahe allein 120000 Mk. auf.

Aus tzefsen.

Aus dem Bittschriften-Ausschuß.

bs. Darmstadt, 1. April. Der Vierte Ausschuß hielt heute eine Sitzung ab und erledigte zwei Vorstellungen (Gendarm Freund und Georg Dorsch'. Ausführlicher wurde über den Antrag Molthan verhandelt, betr. Sonntags­ruhe der Eisenbahnbediensteten, ferner über den Anrtag wegen der Ei n q u a r t ie r ungs la ste n. Auch ein Antrag Raab betr. Ausführung der Reichsversicherung fand eingehende Erörterung. Durchgesprochen wurde auch der Antrag Ulrich auf Einführung der Einheits­schulen. Irgendwelche Beschlüsse wurden nicht gefaßt.

Heer und Flotte..

Berlin, 1. April. Admiral Pohl ist mit dem 1. April 1913 zum Chef des Admiralstabes der Marine ernannt worden. Admiral v. Heer in ge n, der Chef be^1 Admiralstabes der Marine, wird am 1. April unter Ent­hebung von dieser Stellung zur allerhöchsten Verfügung gestellt.

Ans Stadt und Land.

Gießen, 2. April 1913.

'* Lehramtsassessoren. Durch Entschließung des Ministeriums des Innern wurden die Lehramtsrefercndare Aug. Blum in Offenbach, Wilh. Gimbel in Mainz, Wilh. Hahn in Gießen, Wilh. Heineck in Alsfeld, Gg. Heßler, Wilh. Jüdicke, Franz Klingelschmitt und Eduard Mak; in Mainz, Franz Munk in Vexhill-on-Sea, Herm. Rudolph in Darmstadt, Hch. Sack in Laubach, Karl Schmidt in Friedberg, 9(ug. Schneider und Gg. Schorn in Mainz, Friedr. Schuckmann in Alzey, Emil Vogel in Groß-Geryu, Wilh. Wiener in Butzbach, Hch. Witzel in Worms und Ltldw. Zerb es in Mainz zu Lehramtsassessoren ernannt.

** Justizpersonalien. Der Großherzog hak den Notar mit dem Amtssitze in Nieder-Olm Justizrat Dr. Bern­hard Pfeifer auf sein Mchsuchen unter Anerkennung seiner treuen Dienste in den Ruhestand versetzt, sowie den Aktuar bei dem Amtsgericht Grünberg Jak. Pitzer zum Aktuar bei dem Amtsgericht Mainz, den Aktuariatsafsi- stenten bei dem Amtsgericht Höchst Karl Dietz zum Aktitar bei dem Amtsgericht Grün berg und den Aktuariatsas isten- ten bei dem Amtsgericht Friedberg Gg. Denn zum Aktuar bei dem Amtsgericht Laubach ernannt. Der AktnariakS- assistent bei dem Amtsgericht Butzbach Bal. Döring wurde zum Aktuariatsassisteiiten bei dem Amtsgericht Friedberg, der Aktuoriatsassistent bei dem Amtsgericht Wöllstein Jak. Bi er hell er zum Aktttariatsassistenten bei dem Amts­gericht Putzbach ernannt: der Gerichtsschreibergehilfe bei dem Amtsgericht Darmstadt II Gg. Ho f faller wurde zum Aktuariatsassiskenten bei dem Amtsgericht Wöllstein und der Gerichtsschreibergehilfe bei dem Amtsgericht Darm­stadt I Wilh. Götz zum Akkuariatsassistenten bei dem Amts­gericht Höchst ernannt.

Ma ßn ach men gegen die Trunksucht. In der Provinz Oberhessen sind zt,rzeit zwischen einigen Kreisämtern

Verhandlungen im Gange über ein gemeinsames Vorgehen gegen den Mißbrauch geistiger Getränke und eine wirksame Durchführung der über trunksüchtige Personen verhängten. Wirtshaussperre. Es ist beabsichtigt, eine einheitliche Polizeiverordnung zu erlassen, die die Gast- oder Schank­wirte oder Branntweinverkäufer bei Zuwiderhandlungen gegen das Alkoholverbot mit einer besonderen Geldstrafe belegt. Eine solche Bestimmung bestand seither nicht. Den Wirten wurde lediglich bei Androhung der Konzessionsentziehung verboten, an Personen, gegen die ein Alkoholverbot erlassen war, geistige Getränke zu verabreichen. Eine wirkliche Konzessionsentziehung ist aber nur in ' sehr seltenen Fällen ausgesprochen worden, weil dies eine ungewöhnliche Härte und Vernichtung der Existenz des Wirtes bedeutete und in gar keinem Verhältnis zu seinen'Verfehlungen stand. Die Wirtshaussperre wurde daher von den Wirten nur leicht gehandhabt und deshalb ein durchgreifendes Ziel nicht erreicht. Man hofft, mit den einheitlichen Maßnahmen, die Geldstrafen bis zu 30 Mk. oorsehen, eine wirksamere Bekämpfung der Trunksucht zu erzielen.

Landkreis Gießen.

() Große n-Bu se ck, 1. April. Ter Schulhaus­neubau soll nunmehr begonnen werden. Das Gebäude wird in seinem Erdgeschoß auch ein Volksbad aufnehmen. Die Gemeinde hak 80 000 Mk. für den Bau vorgesehen.

Kreis Schotten.

ck. Eschenrod, 31. März. 91m zweiten Osterfeiertage wurde der hiesige Landwirt und Schreinermeister I o st von dem Gendarmerie-Wachtmeister Noß aus Schotten in Haft genommen und nach dem dortigen Gefängnis zur Unter­suchung überbracht. Jost soll mit seiner 15jährigen Tochter längere Zeit ein unsittliches Leben geführt haben, was nicht ohne Folgen geblieben sein soll.

d. Burkhards, 1. April. Der frühere Bürgermeister Heinrich Kunkel stürzte, mit dem Herunterwerfen von Heu beschäftigt, von dem Stallboden in die Scheuertenne ab und erlitt nebst einem doppelten Bruch des linken Armes einen Schlüsselbeinbruch.

Kreis Friedberg.

(L) Friedberg, 1. April. Gestern hat in her O b st - banschule ein K li r s u s für O b stb aum Wärter be­gonnen. 31 Schüler sind eingetreten. Von heute an sind die hiesigen Zigarren ges ch äste an den Sonntagen nur von 11 bis 3 Uhr geöffnet. Die Stadtverwaltung will auf dem Friedhöfe eine neue Leichenhalle nebst Sezierzimmer erbauen. Auch wird eine neue Begräbnis- orbnung eingeführt.

= B a d-N anheim, 1. April. Wie bereits mit­geteilt wurde, beginnen die Minder ft ein-Konzerte am Sonntag, 6. April. Um Mißverständnisse zu vermeiden, sei hier mitgeteiU, daß die Konzerte vom 6. bis 15. April außerhalb des Rahmens der eigentlichen Kurkonzierte und von Professor Wmderstein auf eigene Rechnung veranstaltet werden. Die Kur- und Dauerkarten haben daher ffür sie keine Gültigkeit. Der Eintrittspreis ist auf 50 Pf. für die Person festgesetzt. Die regelmäßigen Kurkonzerte be­ginnen am 16. 2lpril.

Starkenburg und Rheinhessen.

m1. Offenbach, 2. April. Mit dem neuen Sommerfahr­plan werden auf her Frankfurt Bebra er Bahnstrecke erhebliche Verkehrsversckilcckiterungen eintreten, wie in einer im Eiscnbahnpräsidialgebaude in Frankfurt abgehaltenen Besprechung besttmmt wird. Der Vertreter der Eiscubahnver- walrung teilt^mit, daß nach der Fertigstellung der' Verbindung des Oft- und Südbahnhofes Frankficrt, unter möglichster Schonung der Verkehrsinteressen Offenbachs im Interesse des Durchgangs­verkehrs 10 Züge und 2Luxus^üge im hiesigen Hauptbahnhof nickck mehr 'halten werden. Tie EifeNbahnverwaltung habe sich 1511 diesen Änderungen ohne Rücksicht auf den Staatsvertrag von 1868, nach dem' vlle Züge in Offenbach halten müssen, für berechtigt gehalten. Einige von den Vertretern vorgebrachtc Kompenfationsvorschläge blieben unberücksichtigt. Man versprach, Offenbach so zu behandeln, wie eine preußische Stadt von gleicher Bedeuttmg und einigte sich schließlich dahin, 'Die Vertreter der Stadt sollten bis zum' 10. lApril die Möglichkeit haben, Wünsche vorzubringcn. Nach den Fahr­planänderungen der Eifenbahnverwalturlg werden vom 1. Mai au um Offenbach herum oder vorbeifahren 6 BerlinFranffurter- Züge, in jeder Richtung 3, 2 FrankfurtMünchener, 2 Frankfurt Wiener und 2 Luxuszüge und zwar ebenfalls in jeder Richtung einer. Es werden folgende Züge in Wegfall kommen: vormittags 8,33 Uhr nach Berlin, nachnnttagS 1,04 Uhr nach Berlin, 2,58 Uhr nach Berlin, 3,33 Uhr von Berlin. 4,44 Uhr von Berlin, 9,12 Uhr von Berlin, 2,35 Uhr nach München, 1,52 Uhr von München, ferner je 1 Zug in der Richtung von und nach Wien und die beiden Luxusz^üge 12,32 Uhr von iWürzburg und 3,48 Uhr nach Würzburg vormittags.

Kreis Wetzlar.

Launsbach, 1. April. Lehrer Dittert ist nach Niederkostens (Hunsrück) versetzt worden. An seine Stelle tritt Lehrer Luh aus Lützellinden, der bisher in Erda tätig war. Unsere Schule zählt jetzt 130 Kinder.

A Kinzenbach, 1. April. Frau Weckmüller feierte heute in voller Rüstigkeit ihren 9 3. Geburtstag. Ihr Mann amtierte bis zum 1. Oktober 1884 als Lehrer im' nahen Atzbach. Die Frau erfreut sich bis jetzt einer steten Gesundheit und besorgt noch allein ihren Haushalt.

Hessen-Nassau.

)( Wetter, 1. April. In Karlsruhe wurde ein junger Manu verhaftet, der vor einiger Zeit einem hiesigen Geschäft, bei dem er in Stellung war, einen großen Geldbetrag veruntreut hatte.

d. Frankfurt, 1. April. Eine der bekanntesten Persönlichkeiten Frankfurts, der nationalliberale Stadtverord­nete Professor Dr. Trommershansen, legt wegen Weg­zugs nach Marburg sein Stadtverordneten Mandat n i c b c r*

Wiesbaden, 31. März. Der neue Wiesbadener Oberbürgermeister Karl ©(affing wurde heute mittag «in einer außerordentlichen Sitzung der Stadtverordneten durch den Regierungspräsidenten Dr. v. Meister in sein Amt ein- geführt. Gleichzeitig verabschiedete sich der seitherige Ober*