Ausgabe 
20.8.1913 Zweites Blatt
 
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Nr. m

Zweiter Blatt

165. Jahrgang

Giehener Anzeiger

Krscheml täglich mir Ausnahme der Sonntags.

General-Anzeiger für Gberheffen

TieOietzener Familien blätter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das Kreilblatt für den Kreis Lietzen" zweimal wöchentlich. Tie ..Landwirtichäftlichen Leit, fragen" erfcheinen monatlich zweimal.

Mittwoch, 20. August 1915

Rotationsdruck und Verlag der Bru bischen Universität» - Biich- und Gteinbrudcrci.

R. Lange, Dießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 61.

Redaktion: e-GK 112. Tel.-Adr^Anzeig«Diesen.

Ein schwieriger Kenoffc als Sozialdemokrat

l

Ter Redner führte aus, daß es nicht mehr närig sei, über die

.c sC]n Jenaer Parteitag beantragen öirb, Beteittung der Prepe ausführlich zu sprechen. Wer harte Iwch die Radek für nicht parteizugehörig zu erklären." Presse für ernt Erfindung des Teufels halte, der sei ent reutet

Ta des

richten fehlen noch, doch soll der Bezirksamtmann von bora, £>crr Bergafsessor Singe* I, sich zur Prüfung Vorkommens an die Fundstelle begeben haben.

Der Handel von Togo

Vordringen des Polentums in Ostpreußen.

Rach dem Verwaitungsbericht des MrcifeS Osterode, Ostpreußen, für das Jahr 1912 waren bis zum Jahre 1911 hn dc..tigen »rcije 170 Besitzungen mit 5436 Hektar in polnische Hand übergegangen. Im Jahre 1912 sind hin­zu gekommen 9 Besitzungen mit 284 Hektar, so daß setzt insgesamt 1 79 Besitzungen mit 5720 Hektar in polnischer Hand sind. Umgekehrt hat ein Ueber- qang aus polnischer in deutsche Hand nicht stattgefunden. Reben dem Erwerb durch Polen läuft eine sehr bedeutende Beleihung von ländlichen Grundstücken durch polnische Ban- ken Rach oberflächlichen Ermittlungen betrugen diese Be­leihungen am Schlüsse des Wahres 1912 bereits 894 000 Mk.

An» Stade und Land.

Gießen, 20. August 1913.

Der SchlachthofS-Ausschuß, welcher in der vergangenen Woche getagt hat, beschloß, die Erbauung einer neuen vergrößerten Rindcrschlachthalle, deren Ausführung bereits von der Stadtverordneten-Ver- sammlung beschlossen war, auf einige Jahre hinauS- zuschLeben. Die drei Metzger im Ausschuß waren ein- stimmig der Ansicht, daß man sich mit der alten Rinder­schlachthalle ganz gut noch einige Jahre behelfen könne, obgleich der Transport der geschlachteten Tiere in die Kühl- raume etwas umständlich ist.

Unterricht in fremden Sprachen. Verschiedene Eisenbahndirektionen errichten im kommenden Winter bei frei­williger Teilnahme auf Kosten der Verwaltungen Unterricht in der französischen oder englischen Sprache für Beamte des VcrwaltungS-, AbfertigungS- oder Betriebsdienstes.

Gießener Geldlotterie. Bei dec am Dienstag veranstalteten Ziehung der Gießcnrr Geldlotterie zum Besten deö Flug festes in Gießen fiel der 1. Hauptgewinn im Betrage von 10 000 Mk. auf Nr. 2835, der 2. Hauptgewinn (3000 Mk.) auf Nr. 5988, der 3. mit 1000 Mk. auf Nr. 20 013, 2 Gewinne von 400 Mk. auf Nr. 21 502 und 21 849, 2 Gewinne von je 200 Mk. auf Nr. 5222 und 26 192, 5 Gewinne von je 100 Mk. auf Nr. 1557, 15 732, 20 290, 35 364, 43 688.

Landkreis Gießen.

b. Lo klar, 19. Aug. Ter Gc meinderat beschloß, die Lieferung des Walzmaterials für den Auweg den We- mgi'tforberuhen flttrl Gerlach und Heinrich Tewel zu übertragen und genehmigte das Einwatzen eines Teils der Pleichstraße.

Z Lich, 19. Lug. Recht rege ist auch in diesem Jahre die Bautätigkeit gewesen, besonders in her Nähe der Bahn hoi-'. Jen­seits der Detter ist in den letzten Jahren ein ganzer Stadtteil er­standen. der im Volksmunde kurzweg mitSachsenhausen" bezeich­net wird. Eine Straßenanlage, die quer über das Wettertal und die Wiesen iühren soll, nnroNeu-Lich", das bis jetzt nur_ mit der Unterstadt in Verbindung steht, auch mit der oberen Stadt direkt verbinden.

--Grünberg, 19 Aug. Tie hiesige Kornhausgeno,- senschaft hat beschlossen, sich auszulösen. Mit der Liquidation ist der Vorstand beauftragt.

Kreis Alsfeld.

Rupp ertenrod, 19. Aug. Heute fand man hier in einem Heuhaufen daS Paar SonntagSstiefel, das bei dem Einbruch dem Gastwirt des .Löwen" gestohlen worden waren, ferner eine noch teilweise mit gutem Branntwein ge­füllte Flasche. Nachträglich hat man entdeckt, daß auch dem

Tor und paffe nicht mehr in unsere Seit Ter Redner briprarfl btt Gefahren der glaubensfeindljeden oder religiös gleichgültigen Blätter für die fatbohüt-e Jvannlte. Wo sich einmal in einer Familie rin kirchen feindliches Blau ringt nutet bat, wird der Pfarrer ver­geblich predigen, den Weihrauc1»dust verdrängt das Parfüm, rod- cheS das Lribblatt in der minulte verbreitet. Eine farblose Presse < ibt es überhaupt nicht. Den allgemeinen Angriff der Okgntt Iönnen wir nur abschlagen, wenn wir gute und moderneMa- chinengcwehre des Gedanienö" aufstellen und dafür sorgen, daß alle katholischen Ao nulten babinterft-tvn Unser Ziel nruh fein: in jede katholische Familie eine katholisch' Zeitung.

Daraus wurde die öffentliche Versammlung geschlossen.

politifebe Lagcsscha«.

Die Prentzifch'Snddeutfche Klaffeolotterie.

DieBayerische Staatszeitung" schreibt:

wurde längst erörtert, der Losabsatz brr Preus.ifcb-Süddeutscheu SHafienlatteric habe in dauern bei der 3 Lotterie gegenüber der vor her gegangen en wesentlich nachgelauen: der Wudgang betrage bei den cinwlnen Einnehmern 1050 Pro; Tiefe Annahme in unriditg. Allerdings ist der Absatz in der 1 'Hasse der laufenden Lotterie gegenüber der 5. Malle der voraus gegangenen um etwa 3 - Proz' zurückgeblieben. Ties bart aber nid# auffallen, wenn beachtet wird, daß erfahrungsgemäß der Absatz von Losen im Laufe einer Lotterie, je mehr fie fun der Ziehung der 5., der Hauptllasse, in der weitaus die menten und höchsten Gewinne ausgespielt werden, nähert, nidti unerheblich steigt Verqllnäü man aber den Absatz von Losen in Bayern bei der 1. Ul affe der lausenden mit dem Absatz der 1. 5nan_e der vorausgegmigenen Lotterie, so ergibt sich bei ersterer eine -Stei­gerung des Absatzes um über V< Tausend der Lote. Im idmarn tot der Losabsatz in Bayern der banenfaxm Regierung weder Ueberraschungen noch Enttäuschungen gebracht; er tot vielmehr bis auf etwa 350 Lose die Zahl errcidit, bie nach den wiederholten Erklärungen der bayerischen Regierung tm ^andtage für die ersten Jahre als Höchstgrenze erwartet werben durste.

Der Papst an den Kaiser.

DasAmtsblatt" des Heiligen Stuhles veröffentlicht kn seiner letzten Nummer den von !uns bereits kurz er­wähnten Brief des Papstes an Kaiser Wilhelm anläßlich des 25jährigen Regierungsjubiläums. In dem französischen Text sagt der Papst, derOterntania" zufolge:

Das glückliche Ereignis der 25jährigen rubmrcidxm Regie rimg Ew. Majestät ist eine äußerst günstige Gelegen liest. Glück wünsche darzubringen und Wünsche für die Zukunft auSzusprechen Don Freude erfüllt, sendet deshalb der Heilige Vater mitten ui ber allgemeinen Jubelfeier feine aus tiefstem Herzen fammenben Wünsche, bas- Ew. Majestät sich eines langenLebcnsvoller Ruhm und Erfolge erfreuen möge. Er bittet ju Gott, dem Urquell aller Macht und aller Souveränität, auf daß er dem Kaiser Glück und Gesundheit gewähre und Friede und Gedeihen für das große Reich, das ihm für so viele Wohltaten Tank schuldet

Der Papst fügt, wie dasselbe Blatt Wetter mittcilt, hinzu, er sei froh, seinen lebhaften Dank dein Kaiser aus- sprechen zu können, dasiir, daß er immer von dem Wunsche beseelt gewesen fei, das Wohlergehen seiner katholischen Untertanen zu sichern, deren Treue gegenüber dem Kaiser wohl bekannt sei.

Die Schaffung eines sozialdemokratischen Agrardtogramms soll von neuem versucht werden. Arthur Schulz, der seinen Parteifreunden als wirtschaftspolitischer Hetzer oft recht unbequem war und vom Bund der Landwirte nicht selten als sozialdemokratischer Agrarier gelobt worden ist, schreibt in denSozial. Monatsh.":

Fast 20 Jahre nach den sruchtboftn Agrarprogrrmmdebatt.'n des Frankfurter und des Breslauer Parteitags schickt sich, die deutsckx- Sosial^-lich? an, den Versuch, sich ein agrarpolitisches Aktionsprogramm zu fdyiffcn, zu nncderhvlen. W i e man hört, wird unser Parteivorstand dem diesjährigen Parteitag in Ze na den Antrag unterbreiten, eine Sachverständigenkommission zum Studium der land- wirtfdiaftlidKii Verhältnisse und zur Beratung eines Agrarprogramms einzusetzen. Tic Ursache dieses DeichlM- ses des Parteivorstond-s liegt wohl in dem auf^ bic Tauer un toltbaren Zustand, daß die sozialtemokratisckicn Fraktionen einer* de- ptviiriifVcn Ahgeorbnerenhauses und antenrits ber >üd-, west, und mirtelbcutfdxn Landtage zu den wichtigsten Agrar fragen eine grimbsätzlid versdiedene Stellung rinnehmen, da die einen von agrar marriftifdxn, bic anderen im wesentlichen von agrar reformistischen Anschauungen ausgehen.

Dcutid)cr ®rtsfranteiifaficnta(|.

BreSlau, 19. Aug

In den fortgesetzten Berhandlungen des 20. Deutschen DrtS* krankenkassentages fprad' beute zunächst LanbtagSabgeortmetcr Fräßdors (Dresden überStand ber neuen Prgani- ationjen der Jt'ranfrnfafi'en und bereit Verhältnis zu Arrz- ten". Er legte eine Etstfcktließuirg vor, in der der gute Wille bet Aussen, bic Wirksamkeit der '.lmtc zu würdigen betont und u. a. verlangt roirb, bar bic Verhälttstll'e zwischen »Irankettkassen und Aerzten auf dem Boden der Glrichlierechtigrmg in fricNidjer Be­sprechung zu regeln seien. Weiterhin wird entschieden gegen die Tforberung einer generellen Verpflichtung zur Einführung ber freien Arztwahl seitens des Leipziger Aerzteverbandes Stellung ge­nommen, ebenso gegen bic Berechnung von Einzelhonorar. Sdstieß- Itd) wird an die Vertreter ber Ortslrankenkassen, Arbeitgeber und Arbestnehmer tnic Beamte die 'Jüiffarberung geridjtct, tu den zu erwartenden Kämpfen mit allem Nachdruck gegen die ungebühr­lichen Anforderungen an die Kassen Stellung zu nehmen.

T-a»Verhältnis der neuen Organisationen der K ranken- n A i othck c n' I. handelt * Ap ithekei < Gbnrtottcnburg), der ebenfalls eine Reihe von Leitsätzen aufftelUc,

rabatt keineswegs den gerechten Anforderungen der itranfcnrafü it , entspricht. Die in Aussicht genommene Erhöhung der ReichSarznei- ' tarc sei ganz cntfdnebcn zu bekämpfen, da sie geeignet fei, den Rezeptrabatt eventuell ganz illusorisch zu machen. Es möge dem Lrtskrankcnkassenvcrband Überla ff en bleiben, bei der Beratung der Arzneitaxc selbst Sachverständige ausziistellen und die Beratungen möglichst der Dcffcntlid)fcit Augänglid) zu machen. Ten Lrts- krankenlassen möge bei den behördlich herauSzugebenden BerkaufS- tarnt ein Mitbestimmungsredit cingeraumt werben und bei der Festsetzung der Preise unterschieden werden zwifdien den dem freien Verkehr überlassenen Mitteln und den zum Apothekcnmonopol ge­hörenden Mitteln. Verträge mit Apotheken feien nur dann zu empfehlen, wenn sie für die Kassen wirkliche Vorteile bieten; eine Verpflichtung, den (Mamtbcbarf an Arzneien in Apotheken zu b ecken, widerriet ber Referent ganz ent schieben.

Tie Leitsätze der beiden Redner fanden Annahme. Hierauf bc* handelte Justizrat Dr M wer Frank nthal daS Thema einig ung« und V cr s am m l u n g s r c cht der st-ranken- taffen". Er wies zunächst auf bic Bedeutung des K'oalitionsrechteS Ukoalitionsfreiheit für die Stanfenfaffen hin unb empm?,[ die Errichtung von Arb.sttsgemeinfd>aften unter den verschiedenen .Staffen art en oder ihren Verbänden. Er betonte bann nachdrücklich, daß der Haupwerband alle politischen Richtungen zur Geltung kommen lasse, da ein Verband, der lediglich die bürger­lichen Krankenkassen umfassen wolle, fernen eigentlichen Zielen nicht gerecht werden fömie. Der Redner empfahl schließlid) die Bildung von Bersammlungskaffen und die Uebernahme ber Kosten für bic Versammlungsdelegierten auf den Verbaird, der die Versammlun­gen veranstalte, und wandte fid> ganz cntfdnebcn gegen eine badische Ministcrialverfugung, nxmadi den Arbeitgebern zu fold^n Ta­gungen höhere Entschäbigungen und Wagenklafsen gewährt werden wie den Arbeitnehmern.

ist ber Redakteur Radek, der in Bremen als der Radikalsten einer austritt. Ter Vorstand der polnischen Sozialdemo­kraten bat ibn ausgeschlossen. Aber die Sozialdemokraten in Bremen haben ihn in ihren Verein in Bremen aufae- nommen. Mit Rücksicht aus die gegen ihn erhobenen Be­schuldigungen: er soll in Krakan Bücher entwendet und vertäust und 300500 Rbl. Gewerkschaftsaelder unter- schlagen haben, wurde in Bremen ein Ausschuß von neun Mitgliedern eingesetzt Tiefer ist aber zu keinem Beschluß gekommen. Er cntfdncb in Anwesenheit von sieben Mit­gliedern mit fünf gegen zwei Stimmen:Tic Kommission hält durch das in dem Gerichtsurteil mitgeteilte Belafmngs material für die Beschuldigung, Radek habe 300.500 Rude

an Gewerlfchastsgeldern entwendet oder unterschlagen nicht für erbracht und kann aus diesem Grunde die Ein leitt'ng eines Ausschlußverfahrens nicht Vorschlägen." Die Minderheit einigte sich auf folgende Entschlies-ung

Die Kommission zur llniersuchung des Falles Radek ittbt bic Angelegenheit wegen der Entwendung von Gewersichattc- aeldern nickt für hinreichend aufgeklärt an, um aus Grund des ihr vorliegenden Materials ihrerseits eine Verurteilung für beredmgt" zu erklären, oder eine Entlastung von den ihm zur Last gelegtem Teliftcn für gegeben zu erachten/" Die Minderheit steht g r u n^ s ä tz l i ck aber au, dem ctand- puukt, daß ein aus einer ausländischen Organisation aus- aeschlössener Genone in die deutsche S^ialdeinokrarie gar nicht ausgenommen werden bart. Aut dem gleichen Standpuntt'steht der Parteivorstand der deut,chen Lvzial- Lemokratie, der, wie derVorwärts" schreibt,demnach

zeigt in der Ausfuhr im ersten Halbj<rhr 1913 ein wenig erfreuliches Bild Mit Ausnahme von Mais und Üakao zeigt sich bei allen Ausfuhrartikeln ein teilweise recht erheblicher Rückgang. So sank die Ausfuhr von Palmkernen von 6360 Tonnen auf 4485, die von Palmöl gar von 2191 auf 864 Tonnen. Die Ausfuhr von Mrulschuk ging von 82 auf 50 Tonnen zurück, die von BMimwolle von 450 auf 423 Tonnen. Auch die Kopra ist von 111 Tonnen im ersten .Halbjahr 1912 auf 94 Tonnen zurückgegangen. Eine er reulidjc Steigerung von 87 auf 141 Tonnen zeigt sich bei üakao Tie Maisausfu.hr stieg infolge der günstigen Ernte von 8 auf 84 Tonnen.

Deutscher riatholiten-Tag.

~ Metz, 19. August.

Ter heutige Dritte Tag der 60. Haupwersammlung der Stätte- liken Teutschlands begann mit stillen Messen in allen ihreben ber Stadt, ^idd-b.-m um 9 Uhr Ausschußfitzungen in französischer Sprache ftnttgcfunbcn halten, strömten eine halbe Stunde ipätcr überaus -ahlreick-c Teilnehmer zu der

Hauptversammlung des Vereins für bas katholische Deutschland. Unter ben Anwescnben bemerkte man eine große Reihe der auf ozialcm unb dxiritatioem Ojcbietc tätigen katholischen Paria mentarier Im Mittelpunkt bet Beratungen stand der von dem Tirellor bix* Volksvereins Tr. Brauns (M.-Glabtod» erstattete Jahresbericht. Aus ihm gebt hernor, baß der Bolksverein Ende Juli 1913 eine MitglieberzaU von 776 090 erdicht hatte. Auf bas Hundert der Tatteliidxm Bevölkerung entfallen im Durch schnitt 3,3 Mitglieder be-3 Vollsvereins. Tie stärkste Verbreitung bat der Verein in den Tiö.wen Münster, Paderborn unb Köln. Tie Zahl der Frauen, bie au der Arbeit bes Volksverems teilnehmfu, beläuft fid) auf 26 786. Seit feinem Bcftehen bat ber Verein 87 Millionen Flugblätter verbreitet. Der Bericht wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen.

Mit stürrnisdem Beifall begrüßt, nahm hierauf Justizrat Trimborn .Üöln) das Wort, um die Tätigkeit und die Erfolge des Vollsverrins zu feiern. Er märe nickst das geworben, rvas er ist, ohne bie opfervolle Mitarbeit des Klerus. Während ge­waltige Mächte den gefährlichen Gegensatz von Stabt unb Land zu pertiefcn versucht haben, hat der Bolksverein immer wieder bas Verständnis des einen Teils für die Interessen des anderen und beider Teile für das Interesse des Ganzen geweckt. Zu dem gleichen Thema sprach noch Universitätspwfefsor Tr. Eugen Müller (Straßburg).

Um 11 Ute vormittags wurde die

dritte geschlossene Versammlung von dem rn'ten Vizepräsidenten Landtagsabgeordneten Hön er­öffnet. Auf seinen Vorschlag wurde der in Fulda tagenden Bischofskonferenz ein Huldigungstelegramm ge­sandt. Tann wurde ein vom ersten Ausschuß vorgelegter Antrag beraten, ber die Förberung bes Missionswerkes den >bat-oliken Teutschlanbs ans Herz legt. Ter Antrag wurde angenommen, nachdem er vom Abgeordneten Erzberger befürwortet mor­gen war. Weiter wurde angenommen eine Entschließung zu gunsten des Tevtfd.en Vereins vom Heiligen Lande und ein Änttag, der bie Unterstützung der Bonifatiusvereinc verlangt. Schliesslich genehmigte die Versammlung noch, daß, rote bereits gemeldet, der nächste Katholckentag im Jahre 1914 in Münster ftattfinben solle.

Tic zweite öffentliche Versammlung wurde beute nachmittag um 5 Uhr vor überfüllten Tribünen eröffnet. Ten Vorsitz führte der zweite Bizepräsident, Rechtsanwalt Trunk (Karlsruhe >.

An erster Stelle sprach ber Bischof Koppes von Luxem bürg über die Sck> ul Verhältnisse in Luxemburg. Es gibt dort eine unheimliche Macht, die alles zu zerstören sucht. Sie ist auf deutschen Katholikentagen noch nicht genannt worden Ich nenne sie aber, weil ich zuviel darunter gelitten babe.^ Es ist bie Loge, die Freimaurerei, die Kirche des Sa t an«! Bedenklich viel Unteil hat die Loge schon angeridHci. Sie vergiftet untere Jugend, die keine Autorität mehr achtet, keinen Glauben refvctticrr, weder vor dem Staat noch vor der Kirche Ach timg bat Ihr C^cjcf. ist die Lüge, ihr Gott der Tänwn, ihre Kultur das Schändlichste, n>as man sich denken kann. An unseren Schuleii steht draußen:Mit Gott!", drinnen aber lehrt man den Un> glauben, bic Religion ist ausgewiesen aus unterer Schule unb wir haben eine durchaus gottlose Schule bdommen.

Unter Volk öffnet jetzt allmählich die Augen, und mir hoffen, baß das Gnabenbild von Luxemburg seinen Schutzmantel um un? werfen rovriY Wir werden uns die Organisation der deutschen Kat ho liken urm Muster nehmen, so bar auch hier mietet das Wort gilt: Germania bocet! Lebhafter Beifall.) ,

Birepralldent Trunk brachte auf ben Redner ein aus, bi ein Bisckw'. ter im flampfc um die Schule stehe, eine Aner­kennung in biefer außergewöhnlichen Form verdiene. Hier^if nahm bic Versammlung noch drei Berichte entgegen. Prälat, sch we i t - zer Köln, der Generalpräies oer katholischen Gesellenoerrine, erttroari ein Lebensbild tes Gescllenoaters stolping und schll- derte bessert Verdienste um bic katholische Sache in Boyern. An zweiter Stelle sprach Gbcfrebatteur Saumberger Zürich über Moderne Volksbildu ng, ihr Segen, ihre Schä­den Ter Rebn r meinte, baß im modernen Volke nicht bloß der Unglaube gewachsen sei, sondern auch ter Glaube. Dir dürfen nicte bloß "ten Materialismus unserer Zeit sehen, fentern auch ihren Idealismus, nicht bloß den Tan', um bas goldene Kallz 'ondem auch das eibi'cbe Neuland, das gefchanen wurde. DaS Schäden ter nvtemen Volksbildung sind, bie lassen sich heilen. Sergen wir mdu Ickoß für ein mächtiges Volk, sondern auch fit rin noch besseres, innerlich noch stärkeres Volk. Haben wir mehr Freude am Volke und mehr Vertrauen ;um Volke, ;um Volke aller Parteien, das soziaLtemofrarischc nicht ausgenommen. Tiefe Freude unb biefeS Vertrauen wünsche ich ben Führern Teutfch- lands in stirchk, Staat unb Gesellschaft. sLebh. Beifall

An fester Stelle sprach Rrichstassabgwrdneter Liborius Gerstenberger Würzburg) über bas Thema'.

Der Katholik und die Presse.

Deutsche Kolonien.

Wieder ein neues Goldvorkommen in Deutsch-Oftasrika?

Privatnachrichten zufolge ist, wie dieD. O. A. Z." berichtet, im Hinterland von Schirati ein aussichts­reiches Goldvorkommen festgeftellt. Nähere Nack-