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Ätz—
Donnerstag, fl.Zuli 1913
165. Jahrgang
Erster Statt
Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.
kommnung alles Fortschrittes. Ter Einzelne wird in tausend neue Strudel des Lebens hineingerissen. Tie Tyrannei ist ranr- nierter geworden und hat es gelernt, das Geir-and des Fleitzes, ja selbst das der Güte zn tragen. Tie Freiheit ist etwas ganz
Hütte
genehm.
(Fortsetzung folgt.) :
Tenn das Lebeii ist jetzt nicht mehr so einfach wie chedeni. Tie Beziehungen der Menschen untereinander haben sich von Grund aus verändert. Neue schnelle Verkehrs" uiiü Transportmittel streben zur Konzentrierung des Lebens, zur Erweiterung der Ge- meinschaslen, zur Verschmelzung der Interessen und zur Vervoll- V_______________-> --lC-L__wirS tnilh'TIl
Die Lage aus dem Balten
Tie Friedensverhandlungen.
Die Gießener Hütte auf dem Gohbichl
Von O t t o A l t e n d o r f - Gießen.
anderes geworden. Sie kann sich — als das ewige Prinzip, das sie ist — nicht verändert haben, und doch zeigt sie sich von, neuen Seiten. Vielleicht verhüllt sie nur ihre liefe Bedeutung.
BczngSprel-: monatlich 75Pß, vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- tu Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. misschl. Bcsiellg. ZeilenoreiS: lokalI5Ps^ auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für bat
Was ist Freiheit ? Mir hat lange ein Bild vorgeschwebt, worin die Freiheit bestehe. Angenommen, ich baue eine grob- mächtige Maschine und setze die Teile so unbeholfen und uuge- schickt zusammen, das;, wenn ein Teil sich bewegen will, er durch die anderen gehemmt wird. Tann wird die ganze Maschine flch stotzen, reiben und stillstehen. Tie Freiheit der einzelnen Teile bestände in der besten gegenseitigen Anpassung und Zusammen- etzung aller Teile. Soll der graste Kolben einer Pcalchlne vollkommen frei laufen, so must er den anderen Maschinenteilen genau angepasst werden. Tann ist er frei, doch Nicht dadurch, daß man ihn isolierte und sich selbst überliest, sondern weil man ihn orgsältig und geschickt den übrigen Teilen des grasten Gefüges
stein liegt es mitten zwischen zwei vergletsckierteii Hohmgebleten- dem Sonnblickgebiet int Westen und dem Hochalm-Ankogelgebiet im Osten, die gleich bequem von beiden Plätzen zu betuchen und. Von Mallnitz 'aus führt der leichteste und begangenste An,lieg zum Ankogel hinauf, dessen Felsgipfel man über das neue, vor zwei Jahren eröffnete Hannoverhans erreicht. Mallmtz ist aber auch nach Gmünd die wichtigste Zugangsstelle zur Giesteneroutte. Man geht von hier in ein östlickies L-eitcntal, das Tonental empor bis zur Höhe der Talsohle, die von einem kleinen See, dem Tößner-See, erfüllt ist. Tann gelangt-man, über Felsen emporsteigend, zur etwa 2700 Meter hohen Tosten, charte und durch diese in den weiten Felsenzirkus, in dem die Gießener Hütte steht. Es ist ein etwa achtstündiger Marsch, j>er fetzt dadurch jelyr erleichtert ist, daß auf halbem Weg am Tösseistee eine Alpenvereinshütte, die Arthur-von-Schmrdt-Hütte der Sektion Graz, stebt und in diesem Sommer von der Lektion Gmünd ein guter Weg über die Scharte angelegt wurde. Früher war es nicht leicht, sich in dem Felsengewirr der Scharte zurecht- zusinden. Tas haben vor zwei Jahren zwei Mitglieder der freiten Sektion erfahren, die dort einen Abend und fast die ganze Nacht umherirrten, ehe sie sich aus dem Labyrinth herausfanden.
Wer sich den Weg zur Gießener Hütte bequemer machen will, fährt von Mallnitz weiter nach Spittal, wo die Tauernbahn sich mit der bei Franzensfeste von der Brennerbahn abzweigendeii, durch das Puster- und Trautal führenden Bahn vereinigt. Auch aus dieser letzteren kann man von Norden her über Bregenz, Innsbruck und Brenner das Gebiet der Greßener Hütte errercknm. Bei Spittal mündet das oben erwähnte Liesertal, in dem Gmund liegt, in das Trautal ein. Hier verläßt man die Bahn und erreicht mit der Post in etwa 2 Stunden Gmünd. Auf dem Weg von Spittal nach Gmünd wird man aber nicht benannten, den ganz nahe bei Spittal liegenden Millstätter Lee -u besuchen. Es ist ein großer, langgestreckter (12 Kilometer langer,, freundlicher See, umgeben von rnästig hohen, aber ziemlich Reu abfallenden, ganz vom Grün der Wiesen und Walder, das sich in dem reinen, grünlichen Wasser des Lees Änderbar ,piegelt, überzogen. Er ist zum Erholungsplatz Tur Ruhebedurstige wie gesäwffen und wird als solcher auch viel besucht. Tie Vorzug- licken Gasthäuser bei Seeboden am Ausfluß und ui Millstatt, dem in der Mitte der Nordseite gelegenen Hmrvtort des See-, der im Sommer lebhafte, durch Tampser und Nacken vermittelte Verlebr über den See, die Möglickkeit zu fstcken und zu baden nach Herzenslust, die gemütlichen Verkehrsformen der in der Hauptlacke o, 1er- reichischen Sommerfrischler machen den Aufenthalt besonders an»
darum, das Banner der Freiheit und der Hoffnung hochzuhalten? Oder haben nur das enlmuligende Gefühl, ein freies Feld unbenützt liegen gelassen zu Üben'? .
nehmen! Tenn Salzburg ist wohl die schönste aller Alpeu- städte. Ihre wunderbare Lage mit einer ganzen Reihe leicht erreichbarer Aussichtspunkte ersten Ranges, ihre unzähligen vnto- risch merkwürdigen, bis in die erste Christenzeit zuruckgehendeu Teukmäler, die lebensfrohe, umgängliche Bevölkerung, dies alles machen sie zu einem der angenehmsten Aufenthaltsorte. Von hier ist auch leicht in kurzer Fahrt mit der ...'Elektrischen das Berchtesgadener Land zu erreichen, besten Perle der berühmte Königs see ist. Bon Salzburg salwt^man nun das malerische Salzachtal auswärts bis zur Ltaliou Lchwarzach-Lt. Veit, wo sich nach Süden die neue Tauernbahn abzweigt Geradeaus weiter führt die Bahn in kurzer Zeit nach dem Zeller-Lee, einem austerordentlich stark besuchten Platz, der unmittelbar vor dem Nordabsall der Grost-Glockner-Gruppe, dem Glanzpunkt der Ost- alpeu, liegt. Auch von dieser Seite kann man über München und Kufstein von Tcutschlaud auS die Tauernbahn errcuben Bei Schwarzack-St. Veil lohnt es sich, einen Zug zu üben Mag en, um der nahen L i ch t e n st e i n k l a m m einen Beiuch abzustatten. Ein wilder Alpenbach hat die Felsen zu einer wohl 100 Meter tiefen abenteuerlichen Schlucht durchsägt. Man geht au: einem vielfach in die Felswände eingesprengten schmalen Lteg hmdurck, unter dem der Fluß in der dunklen Tiefe braust. _ Solcher Wunder besitzen ja die Alpen eine große Menge, die Lichtensteintlamm gehört aber zu beit berühmtesten überhaupt.
Von Schwarzach-St. Veit steigt die Bahn nach Süden zu stark an und erreicht in ungefähr einer Stunde Safte in, das durch deu regelmäßigen Besuch Kaiser Wilhelms I. berühmt gewordene Bad. Seine heißen Quellen besitzen eine Belebungs- fvaft die sich nicht nur in Nervenkrankheiten, Gicht und Rheumatismus bewährt hat, sondern auch „Greise wieder jüngt". Ter Platz pflegt die Erinnerung an unseren Heldenkaiser, der schönste Spazierweg trägt seinen Nomen. Tie größte Sehens- nnirdigkeit sind die beiden 63 und 85 Meter hohen Fälle, in denen die Ache — so werden in vielen Gegenden der Alpen die Bergbäche genannt — mitten in Gastein die Felswände hinunterstürzt.
In Gastein befindet man sich schon in der Nähe des ,Gebietes der Gießener Hütte. Tas von Gastein aus südöstlich ziehende Kötschachtal, dessen Gletfcherabschluß schon nahe beim Bad sichtbar ist, reicht an die Gebirgsgruppe, die im Ankogel und der Hochalmspitze gipfelt, heran, und Hochtouristen können schon auf diesem Weg das Gebiet besuchen. Noch näher an sie heran führt das Anlauftal, das von Böck st ein, der Station an dem nördlichen Tor des Tauerntunnels, nach Osten zieht. Am Südeingang De5 Tunnels liegt Mallnitz, das durch Den Bau der Tauernbahn zu einem sehr belebten Verkehrspunkt geworden ist. Wie Böck-
Die Befreiung der Volkskraft.
Bon Woodrow Wilson, Präsident der Vereinigten Staaten.
I.
Das Land der Freiheit.
Tie Entdeckung von Amerika gibt unserer Phantasie, wenn immer nrir daran gedenken, neue Nahrung. Seit Jahrhunderten, ja vom Beginne der Weltgeschichte an, war das Antlitz Europas nach Osten geivandt. Alle Handelswege liefen von Westen nach Osten, alle Kraftentfaltung strebte ostwärts. Ter Atlantische Ozean Lag im Rücken der Welt. Tann wurde plötzlich durch die Eroberung Konstantinopels durch die Türken der Weg nach dem Orient versMossen. Europa mußte sich entweder umwenden, ober jeder Ausweg blieb ihm versperrt. Man wagte sich aus das unbekannte Meer im Westen und entdeckte, daß es zweimal so groß war, als man gedacht hatte. Columbus fand nicht, wie er erwartet hatte, eine Zivilisation wie die Chinas; er fand einen leeren Erdteil. Auf dieser uiicntDedtcii Hälfte der Erdkugel ward der Menschheit — spät im Verlause der Weltgeschichte — die Gelegenheit geboten, eine neue Zivilisation zu schaffen; hier wurde ihr das ungewöhnliche Vorrecht zuteil, einen neuen geschichtlichen Versuch anzustellcn.
Tiefe einzigartige Gelegenheit, die so unerhört reiche Möglichkeiten in sich barg, muß immer wieder die EinbildungskrafZ erregen. Eher könnten tausend Märchen ersonnen werden, als daß die Einbildungskraft dies eine zu begreifen wagte: datz sich'die Hälfte der Erdkugel so lange verbirgt, bis ihre oeit zu einem neuen Aufschwung der Zivilisation gekommen i|t. Nichts als der Ehrgeiz eines Kapitäns, der einen neuen Handelsweg sinden wollte, verschaffte der Menschheit Raum zu einem moralischen Erlebnis. Tie Menschen sollten in diesem herrlichen Lande eine neue Aufgabe finden, hier, wo, lvie die alten Reisenden erzählen, keiner hinkam, ohne den Tust der voiEumeu und riaten Quellen erfüllten Wälder zu verspüren. ^ie neue Erde lag da in Erwartung des Lebens. Mochte dieses auch aus den alten Lebenszentren stammen, es war doch gereinigt von allen Schlacken und frei von Neberdruß. TaS Ganze erscheint uns wie eine märMnlwste Vision, wie ein einzigartiges Wunder, das nur einmal in der Geschiäste sta«finden konnte.
angepaßt hat.
"Was ist Freiheit? Man sagt von der Lokomotive, daß sie frei laufe. Was meint man damit? Man meint, die einzelnen . Bestandteile seien derart zusammengesetzt und einander angepaßt, das; die Reibung auf ein Minimum beschränkt wird. Man tagt von einem Boot, das leicht die Wellen durchschneidet: wie frei läuft es, — und meint damit, daß es dein Wind vollkommen angepaßt ist. Richte es gegen den Wind, und es wird stampfen und schwanken, alle Planken und der ganze Rumpf werden cnitter.i, und sofort ist es „gefesselt". Und frei wird es nur, wenn man es wieder absallen läßt und seine gute Anpassung an die Gewalten, ‘Denen es ge ho reifen muß, wieder hergestellt hat. ^ie Freiheit des MensMn besteht in dem richtigen aneinander greisen der menschlichen Interessen, ihres Tuns und ihrer Kräfte. ~ic notwendigen Bezielpmgeii zwischen den Einzelnen, zwilchen timen und den gesamten menschlichen Einrichtungen, unter Denen sie leben, die Beziehungen zwischen diesen Einrichtungen und der Regierung sind beute komplizierter als je zuvor. Es mag ermüdend und umständlich sein, von diesen Dingen zu sprechen: aber es lohnt die Mühe, uns Txrrübcr klar zu werben, wodurch die ganze jetzige Verwirrung veranlaßt ist. Tas Leben ist loinpli- zierter geworben, es setzt sich aus viel mehr Elementen unb -teilen zusammen als früher. Unb barum ist es schwieriger, alles in Ordnung zu halten und herauszufinden, woran es liegt, wenn die Maschine nicht mehr geht.
Jefferson pflegte zu sagen: Tie beste Regierung ist die, die am wenigsten regiert. Unb in gewissem Sinne trifft das auch noch heute zu. Es ist auch heute noch unerträglich, wenn bie Regierung unseren persönlichen Betätigungen.in die Quere kommt, ausgenommen, wo es notweiidig wirb, daß sie sich mit ihnen besaßt- um sie frei zu machen. Aber ich bin überzeugt, baß Jefferson, wenn er heute lebte, gleich uns sehen würde, wie ber Einzelne in einem großen Netzwerk mannigfaltiger Umstänbe gefesselt ist. Ihn sich selbst überlassen, hieße, ihn hilflos^ allen Schwierigkeiten ausliefern, mit benen er zu kämpfen hat. '^arum wuß bas Gesetz in unseren Tagen bem Einzelnen ^zu Hilfe kommen. Es muß ihm beistehen, auf daß ehrliches Lpiel und gleiche Möglichkeiten walten. Tas ist alles, aber bas i|t sehr viel Ohne bas wachsame unb entschlossene Tazwischentreteu der Regierung kann zwischen beit Einzelnen und solchen mächtigen Einrichtungen wie den Trusts kein ehrliches Spiel walten. Freiheit heißt weit mehr als: sich selbst überlassen sein. Tas Programm einer freihsttlichen Regierung muß positiv unb nickt nur negativ sein. Hüten wir in biesem Sinne unb bieser Bedeutung die Freiheit in unserem Lanbe, daS für bie ganze Welt ein Land der Hosinung ist? Haben wir, bie Erben dieses Kontinents, die Ideale, denen unsere Vorfahren nachstrebten, hochgehalten unb, • wse es jede Generation tun sollte, aufs neue verwirklicht? Kämpen wir noch in bem Bewntßsein, baß ber Mensck hier eine höhere Lebensstuse erreichen sollte als anderwärts, lammen wir uoen
Nur eines läßt sich noch damit vergleichen. Eines kann Unser Gefühl noch so ergreifen wie jenes Bild von dem Schiffen des Columbus, die an Der leuchtenden Küste dahinziehen: es ist ber Gedanke an den Auswanderer von heute, wie er mit einem Würgen' in ber Kehle im Zwischendeck steht unb auf MS Land blickt, wo er, wie man ihm gesagt hat, ein irdisches Paradies sinden wirb: wo er als freier Mensch die .Kümmernisse des alten Lebens vergessen unb bie Erfüllung aller seiner Hoffnungen sinben wird. Tenn hat nicht jebes Schiff, das seinen Bug westwärts lenkt, die Hoffnungen viel« Generationen der Bedrückten anderer Länder hierhergetragen? Wie schlugen stets die Herzen der Menschen höher, wenn sie die Küste Amerikas vor ihren Blicken, auf» tauchen sahen! Wie haben sie immer geglaubt, daß die, die dort wohnen, frei seien von Königen, von bevorzugten Klassen und allen Schranken, die die Menschen bedrücken und hilflos machen! Sie haben geglaubt, baß man dort sein Ideal von rechtschaffenem Menschentum verwirklichen könne, daß dort alle Mensckien Brüder feien, die einander nicht hintergehen und betrügen, sondern danach streben, bas Wohl ber Allgemeinheit zu fördern.
Was lesen wir in den Schriften der Männer, die Amerika gründeten? Taß sie den selbstischen Interessen Amerikas dienen wolltenSteht bas in ihren Schriften? Sie wollten ber,Humanität bienen und den Menschen die Freiheit bringen, üic Pflanzten hier in Amerika ihr Banner auf als Symbol ber Hoffnung unb als Wahrzeichen der Ermutigung für alle Nationen der Welt. Unb bie Menschen kamen unb drängten sich zu diesen Küsten, so hoffnungsfreudig und so voller Vertrauen, .rote nw zuvor Sie fanden hier für ganze Generationen einen Hafen be- önebenö unb bes Glücks. Gott gebe, daß wir in unseren heutigen verworrenen Verhältnissen jene Banner wiebererlangen und uns zu den Heldentaten jener großen Zeil wieder mufichwingen.
Köln, 16. Juli. Tie „Kölnische Zeitung" meldet au? Sofia: Tie unmittelbare Ursache der Temifstou des Ka d i n e 11 s T a n e w ist die W e i g e r u n g R u ß l an d s, in Sachen des Waffenstillstandes weiter tätig zu sern, weil Serbien unb Griechenland die im Interesse Bulgaren-., voraeschlaaene Milderung des Waffenstillstandes ablehnte. Anbeute 'Stelle tritt ein aus allen liberalen Parteien gebildetes Kabinett Radoslawow, dessen erste Ausgabe es ist einen Ausgleich mit Rumänien herb etzu fuhren.
Pari", 16. Juli. Ter Petersburger Korrespondent des „Figaro" meldet: Die Annahme der harten Bedingung der Temobilisierung, zu der sich Bulgarien ohne jede Bürosck>aft und nur in vollem Vertrauen zu RuUand verstanden hat, wird hier als ein Akt sehr v e r d i c n ft * licher und würdiger K l u g h e r t angefehew ^n hohen russischen Kreisen neigt man immer mehr der Ueverzeugung zu daß die furchtbare Verantwortung für die ersten Kampfe an der serbischen Grenze nicht die bulgarische Regierung, sondern ausschließlich vereinzelte p olrtilfr er en de Generale treffe. Man begreift, daß die Serbeii und Griechen dem Wunsche, aus den in Sofia begangenen Fehlern Nutzen zu ziehen, nicht widerstehen konnten. Wer man würde eine unnachgiebige Haltung, deren Torheiten übrigens bald in unüberbrückbaren inneren Schmierigkeiten rum Ausdruck kommen würde, als unverzeihlich anfehen.
Belgrad, 16. Juli. Nach Informationen von maßgebender Stelle erscheinen die Blättermeldungen über einen unmittelbar be vorstehenden Fr i e d en s s ch l u^ als v e r f rü h t, da die Verhaudluiigen überhaupt noch nicht ausgenommen wordeii sind. — P a s ch it > ch hat fich nach Risch begeben, um ein Einvernehmen inrr V e n i z e lo 2 und Vokutitsch über die Forderungen der Verbündeten zu erzielen. Gegenwärtig ist eine Kampspaufe eingetreten, die Operationen sind jedoch nicht eingeftellr. Von angeblichen bulgarischen Unterhändlern ist hier nichts beiannt. Paschitsch ist von Risch nach Uesküb weiter gereist.
Belgrad, 16. Juli. Tie Ministerpräsidenten Paschitsch und Venizelos hatten heute vornnttag auf dem Bahnhof von Uesküb eine Zusammenkunft. Tie beiden Ministerpräsidenten tauschten ihre Gedanken über alle Taqesfragen, soweit sie die verbündeten Staaten angehen, aus und stellten eine völlige Uebereinstimmung der An-
II.
Di e Zugangswege zur Hütte.
Ter wichtigste Zugangsort zur Greßener ist das altertümliche Städtchen G m un b tn St ar n t en. Hier vereinigen sich zwei große Alpentaler, bas Malta- aber Malteinertal unb bas Katf'chachtal, um nch bann vereint als Liesertal hinabzuziehen in bas Haupttal des ^.anbes, oaS 4. al Der Trau. Gmünd liegt an ber großen -anbstraße, die von Kärnten nach Norbeii über bie Berge ins obere -pal Der Mur unD Der Enns sührt unb so bie früher wichtigste Aerbinbinig >ntt c er oberen Steiermark unb mit Salzburg herstellt, -burdi ben <tau der Tauernbahn ist bie Bedeutung ber Straße lehr gefüllten, unD auch Gmünd hat infolge bes Nachlasses des Durchgangsverkehrs in bieser Hinsicht verloren. Z mm er hin ist es auch beute noch für Geiverbe, Handel unb Verkehr ein nicht unbedeutender Punkt. Tiefer 5)auptcharakter der Stadt ist an ihrer ganzen Anlage sofort kenntlich. Ihr Mittelpunkt ist eine einzige, überaus breite, platz- artige Straße, an der bie Gasthäuser unb HauPtgefchastshanier stehen, — ganz alte, aber sehr massige,^ fast feftungsartige Gebauck. Tie Seitenstraßen sehen bieser Lanbstraße gegenuaer zwar vielfach malerisch, aber boch etwas verkümmert aus. ^ie now zum arvßen Teil erhaltene Ringmauer unb bie engen Tore, Du in nu innere führen, erhöhen ben Eindruck des ?J11turrtlidxnrt, den die aanze Stabt macht. Tas Gräflich Lobronfche Geich!echt, ift hier heimisch unb besitzt in der Stadt ein großes, vom Grasen noch bewohntes Schloß. Ein zweites steht zerfallen auf Dem die 'staDt beherrschenden Schloßberg. Hat (tzmünd durch die ^.auernbahn verloren so beginnt sie als alpine Touriftenstadt nunmehr an SSStung ttt gewinnen. Ein besonderes Verdienst an dir Hebung Gmünds in dieser Hinsicht hat sich Heri Fr i D o K o r d o n sm- bnriiac Avotlieker, ein begeisterter Alpinist unb .? Nicht mübe tchrd die Herrlichkeiten Der dortigen Alpenwe t mit inner #eber -n feiern' durch dessen begeisternde Schilderungen m den Veröffentlichungen des Alpenverems auch unser L-ektioN-vorstand auf bie Gegend aufmerksam geworden ist. . , ■■
D i e Reise von hier nach Gmund ist ziemlich weit, aber es verlohnt sich recht wohl, sie zu unternehmen, m^t nur des letzten Zieles - ber Gießener Hütte - wegen,. sondern onck wett man auf dieser Reise an vielen in maiimgfackster Meise merki7ürdigm Punkten vorbeikommt. 'Der den nagten Weg einschlagen will, wird Über München nach Salzburg fahrew Hier versäume men ja nicht, einen mehrtägigen Aufenthalt 3
sichten fest.
Grerrettaterr auf dem Balkan.
Berlin, 15. Juli. Im Auftrage der griechischen Re^ gierung teilt die g r i e ch i s ch e Ge s a n dt s ch a f t in Be r - 1 in folgende genaue Taten über die bulgarischen Greuel mit: Tie Verbrennung der 700 Griechen durch die Bulgaren in M-kisch geschah am 4. und 5. dieses Monats. Die Verbrennung der Einwohner von Planitza und Rainovo diirch die Bulgaren am 4. uni> 6. d. M. Tie Masfakrierung der Einwohner von Nigrita und Bogdan.za geschah am b. und 7. d. M. durch die bulgarische Armee. Tie Enthauptung des verwundeten griechischen Leutnants Markantonakie und das Herausbohren der Augen seiner 12 verwundeten «Soldaten geschah durch die bulgarische Armee am •>. d. M. bei Sarigül. Tie Erwürgung der 100 Bewohner von p-emrr- Hissar (Bischof und 2 Priester darunter), die Schandung ihrer Frauen und die Zerstückelung von Agathe KipuroS geschah am 8. und 9. d. M. durch die bulgarische Armee
Nr. 1(65
Der Sich-w» Anzeiger Ä8H • Äb V
Eichener
Fernsprech-Anschlüsse: 'S® politischen Teil: August
stir die Redaktion 112, m 9 * e» /*a < < , A Goetz; für „Feuillc-
WS Seneml-Anzeiger sm Vberheßen SSSS siwdi? Taa"esn"n!?er Kofationsbtud und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Nedaktion, Cxpedttron und Druckerei: Zchulstratze Lond": EHev; für deu bis vormittags 9 Uhr. Geschäftsstelle vüdinqen, vahnhofstrahe 16a. ....... ......
Astrologie.
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Zeugnisse vervieliältigt in Lchrcibmaichincnjkliriit schnell und billig Tchrcibmaichincu' bnreau Tcl. 1054 ; lSoctbcstraßc 32. °
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