Ausgabe 
26.9.1913 Erstes Blatt
 
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Zirkus-Carre-Festspiele in Giessen

Ib9eorönete.

n

Pferde-Ausstelluug

unter Anschluß der exotischen Tierabteilmtp in ogar gegen den billigen Preis von nur 1') Prg. gc

Es wird somit jedermann möglich, dieses . inter

Carres waren als erstklassige.Kunstreiter bekannt, eingeweiht rn alle Gehermrnsw der Pferdedressur und wegen der Tüchtigkeit m ihrem nach berühmt.

O^leich die Zahl der Artisten, sowie die der Pferde nicht groß war, übertraf die Qualität des Programms alles bis dahin auf Dreiem Gebiete Gebotene, so daß die Direktion überall die größte

133 Jahre Zirkus.

Anläßlich der hiesigen Zirkus-Festspiele liegt es nahe, dem aifeiten Zirkus-Unternehmen der Welt, Zirkus darre, dessen der zeitiger Besetzer, Direktor Albert darre, die alleinige Direktion dieser Festspiele Hal, einige Worte zu widmen.

Die Geschichte des Kgl. Nieder!. Zirkus darre läßt sich bis aus das Jahr 1 /90 zilnick verfolgen, woselbst Joses darre der Chef des Hauses wurde, welcher sich aus kleinen Anfängen zu einer ganz stattlichen Größe herausgearbeitet hatte. Die eigentliche Glanzzeit des Zirkus darre beginnt jedoch mit dessen am 11. April 1817 geborenen Sohne Theodor Wihlelm darre.

Auch ihm saß die Liebe zu Pferden im Blute, denn schon als Kind zeigte er besonderes Interesse für die edle Reitkunst. Sein Baker, der dies bald bemerkt batte, bestrebte sich denn auch, einen tüchtigen Reiter aus ihm zu machen und unterrichtete ihn täglich mit bestem Erfolge, so daß sich der junge darre, noch sehr jung, einen großen Namen als Schnlreiter erwarb. Als solcher feierte er auf seinem arabischen VollbluthengskcMehmed-BewZarij" große Triumphe

Von allen Seiten erhielt er Anträge, in Zirkussen auszutreten, bis er schließlich nut Renz und Salomonskv zumZirkus Brilofs" gehörte. Auch Matchen de Gast bildete dieses Ensemble mit und aus der heißen Bewunderung, welche darre dieser großen Kunstreiterin zollte, entsprang ein innigeres Band. Am 6. Dezember 1842 wurde das Paar in Nordhausen durch die Ehe verbunden.

Nadfdern er ungefähr fünf Jahre mit dem schönsten Erfolge aus­getreten war, bildete Wilhelm darre im Verein mit Renz und Salomonsky eine eigene Gesellschaft. Bald aber machte Renz sich selbltändig und blieben darre und Salomonsky zusammen

Renz schien aber das Ehepaar darre nicht gut entbehren zu rönnen, denn in kurzem machte er ihnen so glänzende Anerbietun­gen daß sie beschlossen, wieder zu ihm zurückzukehren. llebcraH, wo der Zirkus Renz seine Zelte aufschlug, wurde das Ehepaar darre der Mittelpunkt der Huldigungen. Endlich beschloß Wilh darre, einen eigenen 3irfus zu gründen, und es war zu Belgrad, im Zähre 18o4, als der Stern gelegt wurde zu einem Institut, das slch im Laute der Zeit immer mehr ausdehnte und heutzutage den besten gleichgestellt werden kann, ja die meisten in mancher Hrnncht übertrifft.

Was bringen uns die Zirkusfestspiele ?

Diese Frage voll und ganz zu beantworten, ist in dem Rahmen dieser Zeitung ein Ding der Unmöglichkeit, doch wollen mir versuchen, unseren Lesern ein kleines Bild über den gewaltigen Programm-Apparat dieser einzig dastehenden Festspiele in einigen Momentaufnahmen von den Zirkns-darrtz-Fest- spt e t en zu geben.

^le dominierende Stellung bei den Festspielen nehmen die weltberühmten Carrvschen Pferdcdreffurcn ein. Material, das dem MeistZrdresseur Albert darre hier zur Verfügung steht, ist eine Auslese der besten und edelsten, teil weise preisgekrönten Rassepferde der bedeutendsten Gestüte der Erde Alle eguestrischen Kapazitäten sind sich einig, daß der darresche Stall einer der bedeutendsten sowohl an Material, unübertrefflich an dressierten Tieren ist. Direktor Albert darre, der Schöpfer der bedeutendsten Massen-Freiheits-Pserdedressuren, hat die Dressur des edlen Pferdes auf gigantische Höhe gebrad.t, die nicht mehr überboten werden kann. Gewaltige Massen von Pferdeleibern tum­meln sich in den schwierigsten und wildesten Evolutionen in der darreschen Manege und erwecken beim Sportsmann wie Laien eine atemberaubende Aufmerksamkeit, die in der Lohe der Begeisterung zu stürmischen Qvationen für diesen König der Ehambriere seinen Gipfelpunkt erreicht. Man muß die 50 Steiger, welckv aus ein Kommando sich zu gleicher Zeit aus den Hinterbeinen in die Höhe stellen, den klassisckien 24 er und 16 er Zug, die herrlichen Poi - zellanschecken, den wilden, an die römische Triumpfeier erinnernden Tigerwagen, die musikalischen und musizierenden Wunderpserde, sowie die herrlichen Bollblutschulpserde gesehen haben, um sich ein Bkld über die Earreschen Dressuren machen zu können, die damit [lange noch nicht ersckwpft sind, sondern in skaleidoskopartigen, mannigfaltigen Gruppen sich bis auf 75 Stück auf einmal in der Manege zu sehen, steigern. Seit zwei Jahren sind der Stall und die Dressuren ganz andere geworden, da das ältere Material voll- irärtbig ausrangiert und verkauft wurde, um durch neues Blut ersetzt zu werden. In dem darre)eben Schulstall fesseln vor allem Iber AndalusierWalzertraum", VollblüterSvilliano", Lippi zanerEdelweiß", EngländerHydepark", AmerikanerGoodboy" die Blicke des Fachmannes. Den Elou des Abends bildet aber unstreitig das Auftreten der bildschönen, eleganten Direktrice

Frau Direktor Lola CarrL.

festige Zirkusunternehmen zu besuchen und auri, in den A ' r wird ein jeder auf seine Rechnung kommen. Es brauchl i.o'g nicht besonders erwähnt zu werden, daß gerade die

öffentlichen Dreffurproben

viel Aufklärendes und Belehrendes bringen, und einen Einblick in die Psychologie der Pferde und anderen Tiere geben, daher ollte niemand versäumen, die hochinteressanten Proben zu besuchen.

4 facher Jockey-Akt, in dem 4 Jockeys zu gleicher Zeit in der Bio- nege um die Palme des Erfolges ringen. Der Kirgisenreiter, Bur-

Srl>ren Gegenstück zu der Tscherkesscnreiterin Natalitza bilden. <yür fpäter sind noch ungarische Hockeys in Aussicht genom- men, um die Konkurrenz zu vervollständigen. Weitere große Reiter- 'vezialitäten sind vorgesehen.

Die Verächter des Todes

nennen sich fünf tollkühne Amerikaner der Dollartruppe, welche an fliegenden Trapezen in der höchsten Höhe ihre Produktionen zeigen, die den Atem der Zuschauer stocken lassen und die Haupt­attraktion der Festspiele bilden. Diese berühmte Truppe bezieht hier eme Gage von solcher Höhe, wie in anderen Unternehmen famtuche Artisten zusammen nicht erhalten.

x>n der Spring - Konkurrenz wird der bekannte Spring Ehampion

Gerhardt Mohr aus Kopenhagen

bekannt als Europas bester Springer, der fast allen Zirkusbesuchern durch feine zahllosen Filmaufnahmen bekannt sein dürfte, über drei Autos iDringcn, ein brennendes Haus, sowie über 30 Soldaten mit aufgepflanzten Bajonetten und sich mit den

10 Afrikanern

der Bedninen-Truppe Ben Bujama Messen, welche zuletzt im Opern­haus e zu London mit beispiellosem Erfolge gastierten und auch in ihren Kriegsspielen mit Kamelen und Pferden sowie mit ihren menschlichen Pyramiden einzig dastehen.

Ms weitere Attraktionen betreten mit orientalischen Klängen dw kaiserlich chinesischen Hofkünstler

The Royales Chinesen

die Manege, um ein ganzes chinesisches Zirkus-Programm vor üttsern Angen aufzuführen. Diese Truppe, unstreitig die beste ihrer Art, hatte alljährlich die hohe Ehre, vor der Kaiserin-Mutter von Ehina austreten zu dürfen und wurde stets durch die hohen Beweise der kaiserlichen Huld ausgezeichnet. Auch diese große Truppe debü­tiert in Deutschland zum ersten Male im Zirkus-darre-Festfpiel und wurde direkt von seinem chinesischen Agenten als die beste der zurzeit reisenden Truppe engagiert: dennoch hat der

Fakir Ranuie,

ein echter Singhalese, die Herausforderung der Royal-Ehinesen angenommen und hat erklärt, die chinesischen Artisten noch durch geheimnisvollere Experimente und Darbietungen zu übertreffen.

Gegen die Royales-Ehinesen und den Fakir Rannie wurden die Murakami-Japaner,

die Lieblinge des Mikados, ins Tressen geführt und es ist bei dsn erstaunlichen Leistungen dieser gelben, schlitzäugigen asiatischen Artisten ein schweres Amt, als Preisrichter gegen diese drei exoti­schen Truppen das richtige Urteil zu fällen.

Um auch den Freunden des Autosports eine gänzliche Novität 5ii bringen, wurde der Franzose Buller verpflichtet, der einen Sensationsakt

Ncberfahren eines Menschen durch ein 70I^-Automobil

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Albert Carre

der Direktor und alleinige Eigentümer des Milliouen- betricbes Firkus Carr6

war von frühester Jugend der eifrigste Schüler seines Vaters, bt Altmeisters der Zirkuskunst. Besonders in der Pferdediessui und der klassischen Hohen Schule galt Direktor darre schon in jungen Jahren als eine Kapazität, die nicht nur in Europa, fonoern auch in Amerika einen großen und guten Klang Hal. Vor einigen Jahren machte er eine Rundreise durch Amerika mit den schönsten Pferden des Earreschen Stalles. Der Erfolg war unbeschreiblich. Noch nie wurde ein Zirkus-Artist von den Yankees so gefeiert, wie Albert darre. Fast sämtliche Journalisten brachten begeisterte Artikel und Illustrationen. Albert darre mußte feine Tvui um 3 Monate verlängern, um die glänzendsten Offerten einiger Mana­ger, wie sie noch feinem Artisten geboten wurden, akzeptieren zu können. Die Liebe zur tollkühnen Reiterei ist darin zu suchen, daß er lange Zeit in Mexiko lebte und dort als der beste Knnst- schütze und tollste Reiter galt. Alhert darre hat nun alle seine in der alten und der neuen Welt gesammelten Erfahrungen in feinem eigenen, dieses Jahr von Grimo ans neu organisierten Zirkus verwertet, und so ein mit allen technischen Neuheiten, Eleganz und Komfort ansgestattetes Riesen-Etablisiement geschaffen, wie es mit diesem edlen, jungen, kostbaren Tiermaterial unerreicht auf dem ganzen Erdball dasteht.

Die Proben der Zirkusfestspiele.

Zirkus darre dürste das einzige Unternehmen fein, welches tatsächlich alle Dressurviecen in den öffentlichen Proben repetiert oder einstudiert, nicht wie. dies meistens in anderen Zirkussen geschieht, daß die eigentlichen Proben hinter geschlossenen Türen stattfinden, daher auch bei darrn stets der große Besuch zu diesenVorstellungen im Kleinen", zu welchen die Muiilkapelle spielt. Der überreiche Zulauf zu diesen Proben ist aber auch ein gerechtfertigter, denn hier ist es de.-.i Laien wirklich einmal möglich, sich ein richtiges Bild von der ?kbeit

hinter den Kulissen

zu machen. Reiter und Reiterinnen aller Nationalitäten probieren in der Manege neue effektvolle Tricks, um nach Ablauf ihrer Probezeit den Beduinen, Ehinesen, Arabern, Marokkanern, Sing- halesen und anderen Völkern Platz zu machen. Als besonderer Elon der Proben des Zirkus darre sind hie frisch gefangenen Seehunde zu bezeichnen, die zu einer großen Dressurnuw.mer, zurzeit vorbereitet wurden. Kamele und Tram --liiere die vor zwei Monaten noch in Persien sich tummelten, befinden sich b.r iis heute in der Elementarklasse der Earreschen Dreisurfchule 2? irtx Elefanten und Löwen werden einzelne Tage in der Manege öffent­lich von ihrem Lehrmeister unterrichtet oder für neue Produktionen vorbereitet. Als Elou der Dressurproben ist jedoch auch hier wieder Öcrr Direktor darre selbst zu bezeichnen, der neue Pferde-Freibnts- dressuren und Schulpferde in Arbeit hat, die teilweise mir ro ­tieren, andernteils in gänzlich neuen Sportakten zusammrngestellt werden.

Die öffentlichen Proben sind mit einem vollständigen Pro­gramm versehen und wird für jede 9himmer eine bestimmte :,eit eingeteilt und zwar in so gemischter Weise, daß jeden Tag eine neue Reihensolge und neue Artisten oder Pferde trainieren können. Auch das lustige Völkclieri der dlowns und Auguste hat ihre Pr rie- 8eit. Auch Elown Powell wird seine in Dressur befindliche (Mm> Herde oder sein Töchterpensionat, wie er es nennt, in den off liehen Proben zur Vorführung gelangen lassen. Und da- - wird dem Zuschauer unter Genuß des Konzertes der

eigenen Zirkus-Kapelle

gegen ein Entree von 20 und 10 Pfg. geboten. Die Besichtig, rg der großen reichhaltigen

1 M'(T yot 1914 Mr

ASv ' A-. Ito '18, tat auf b" Mbuite-fc

.Die soeben in Berlin für das gesamte Mitteldeutschland, in vrettrn für Mecklenburg und die Oststeprovinzerr, in EKemnitz für gan5 Sachsen, in München für Bayern, in Stuttgart für Wütttem berg stattgefundenen ^irkus-Carre Festspiele werden ab 29. Sep- 'n ließen in Szene gehen. In Anbetracht der gewaltigen Große btcfcs Kolofsalbetriebes sehen wir uns veranlaßt, unseren Liefern einige Details über Zirkus darre und seine Festspiele hier zu geben.

Ihre aus den erften Pariser Ateliers stammenden Prachttoilet- jirn sind direkte Gedichte. Ein einziges Blinken und Glitzern, ohne idcrß auch mir einen Moment die vornehme Eleganz aus dem Auge gelassen ist. Ein Stück Pariser Salon in der Manege! Es tritt daher oft bei manchem Besucher und mancher Besucherin beim fersten Anblick biefcrjdiannanten, schicken Direktrice die Pferde- dresseuse hinter der ^>alondame zurück. Llber nur Momente, denn die darre)dien Meisterdressuren in derartig aparter, vornehmer Weise vorgeführt, wirken direkt faszinierend. Die klassischen Schulen der Frau Direktor darre muß man selbst bewundert haben, um sich ein rechtes Bild davon machen zu können. 9hm kommt das unerreichte Reit-Schauspiel

Schulpserd und Ballerina"

Ihic letzte Original-Kreation des Direktors darre. Man denke ein lelcganteS Schulpferd, der vollendetsten Dressur, das sämtliche von einer Solotänzerin ausgeführten, schwierigsten Tanzpas auf das Exakteste nachahmt oder and), das ist der Gipfelpunkt dieser apar­ten, todschicken Piece, zusammen mit der Tänzerin ausführt.

Als Pferdedresseuse wird ferner die schöne Schwedin

Mtte. Madigan

in den Festspielen mit exzellenten Pferdedressuren auftreten.

Tollkühne Reiterei in Carres Festspielen rangiert mit an allererster Stelle. Gegen den verwegenen afrika- . nischen Negerreiter Woodson, der direkt halsbrecherische Produk- ? tionen zu Pferde zeigt, wird der Original-Eowboy Jack Bill, ge- I nannt der

König der Prärie,

mit seinen 6 Rauhriddern ins Treffen geführt. Jack Bill ist der ibeföe Natur-Ridder der Gegenwart und hält den Rekord in der verwegensten Rciterci und im Lassowerfen, den er dem Eowboy Jack Javcc abgetoann. Ist der Reitakt des Negers atemberaubend, das 'ISirblifum zu endlosem Beifall herausfordernd, so kennen die Zu- . schauer bei Jack Bill in den Ausdrücken ihres Beifalls überhaupt keine Grenzen. Wir sind überzeugt, daß auch hier Jack Bill Mata- bnr bfeiben wird, obwohl der Neger der beste Reiter ist, der in dem gvharkten Sande seine feurigen Produktionen zeigt. Weitere Rest- it-effiGSvU bilden .4 bildhübsche Steheud-Reiterinnen, sowie ein

Sympathie sand. Als dem Ehepaar eine Tochter geboren wurde, war es Prinzeß Melcva, Tochter des Fürsten von 2i bien, m icuc ber Neugeborenen Gevatter stand. Die Kleine starb aber im arten nlter; balö aber wurde das Ehepaar erfreut durch die Geburt eines SohnesO s k a r, der in würdiger Weise in die Fußspuren 1 eines Vaters treten sollte.

Nach einer Turnee von einigen Jahren durch Oesterreich und Ungarn erbaute Wilhelm darrö 1863 in Amsterdam in der Plan tage den ersten Holzzirkus. Nun verbreitete sich darres Ruhm durch ganz Holland.

Wilhelm darre starb 1873 in Graz und ivurde in Wien, Matzleinsdorstw Kirchlwf, in der Familiengruft beigesetzt, seine Frau, zwei e>öbne, Oskar und Wilhelm, zurücklassend, wovon der erstere geheiratet hatte und der zweite 1881 seinem Vater ins Grab Folgte, .^nbern er sich zum berühmten Dresseur und Schulreiter aus bubctc, bewies Oskar darre nickst nut als Geschäftsmann, seiner Mutter ein guter Ratgeber zu fein, sondern and) ein würdiger Vertreter seines Hauses. Gerade zu der Zeit bestand eine große Ronnirrenj zwischen Renz und darre um so mehr, als darre int Jahre 1873 das erste ständige Zirkusgebäiide in Wien gründen'.

. Es war aber ein edler Wettkampf. Ten Beweis lieferte eine tm Jahre 1875 zu Köln eingegangene Wette

Oskar daire war der erste Dresseur, welcher mit 12 Trakehner Hengsten in der Manege arbeitete, die er zum Schluß alle ,nm wchstand brachte. Ernst Renz behauptete, dasselbe leisten n tonnen, und so wurde die Wette cingegangen, wobei der Verlierende ^0 000 Mark zu zahlen habe. Vor ausverkaustem Hause sanden die iwtt. Ernst Renz brachte aber den Hochstand nur mit acht Pferden fertig und verlor somit die Wette, während darre ioie 10 000 Mark empfing unter lautem Jubel der Znjdiauer.

Der neue im Wiener Prater gebaute Zirkus O. darre hatte wahrend der Weltausstellung großen Erfolg. Zweifelsohne war darre zu der Zeit der beste Fniheitsdreffeur. Im Jahre 1S76 gleichzeitig in Holland und Wien Vorstellungen statt. ?n 'S0! j öfr Zirkus immer stärker besucht und und) einem i o-n c .önig Wilhelms III. mit der ganzen kgl Familie im Mai 18/0 erhielt der Direktor ein Sdfrciben, welches Die Erlaubnis enthielt, fein Unternehmen als

Köuigl. Ricderläudischcr ZirkuS" zii titulieren. Dieser Umstand veranlaßte den hohen Adel und alle ^portssreunde, der Direktion durch wicoerholten Besuch und freund- schaftlichcn Verkehr ihre Sympathie auszudrücken.

. 1879 eröffnete Oskar darre in Köln den von ihm erbauten mapiDen Zirkus.

Ollanzzeit des Zirkus darre war unzweifelhaft das Jahr 1881 wahrend seiner Vorstellung in Wien.

lieber die dortigen Besuche des öftcrreidiifdjen Kaiserhauses berichtet unser ArtikelAristokratie und KünsÜerblut".

Gelegentlich eines Eisenbahnunsalles verlor Oskar darr'- seine dJattin, die ihm so lange Jahre getreulich zur Seite gestanden hatte. Allerseits strömten Beweise aufrichtiger Teilnahme an bem traurigen Verluste zu; aud) die .itönigiu-Regentin der 'lieber lanoc uni) der Kaiser von Deutschland blieben nicht zurück.

Nach dem im Winter 1911 erfolgten Tode des Direktors Oskar.darre übernahm sein Solin Albert die Direktion

Die Zirkusfestspiele in Gietzen

llilden zurzeit den berechtigten Gesprächsstoff von Gießen und der weiteren Umgebung. Denn waren es früher einfache Zirkus-Vor­stellungen von 1012 Programmnumineril, die das schaulustige Publikmn zufrieden stellten, so sehen sich heute die Besitzer der Riescn-Zirkusse veranlaßt, bedeutend mehr Artisten- und Tier- ?.^^aktwnen zu verpflichten. Ja, Zirkus darre geht sogar so weit, Zirkus-Wettkämpfe der besten Artisten-Gruppen aller Länder zu oeranfwlteu, die um die Palme des Erfolges ringen. In nicht weniger als 40 Programmnummern werden ab

Montag, den 2K. September 1913

int 'eigenen Prachtbau neue Rekorde geschaffen werden, neue eigen­artige Zirkusprodnktionen teilweise das erste Mal in Europa aus- treten, teilweise überhaupt das erste Mal das Manegelicht erblicken. Daß es sich nur um

, , . ganz große geklärte Attraktionen handeln kann, braucht wohl an dieser Stelle nickst besonders betont zu werden. Die Festspiele bringen eine Riesensdwu des Neuen und Sehenswerten, wie es hier in solcher Reichhaltigkeit und Viel- feitigfeit noch nie gesehen wurde. Obwohl jedem Geschmack Rech­nung tragend, eine wilde Löwengruppe von 12 prachtvollen Berber- lömen, fmmc Araber, Marokkaner, Beduinen, Ehinesen, Singha- lesen, Russen, Japaner, Eowboy-Mexikaner in den darreirffen Fcst- splelen auftreten werden, ist der Hauptwcrt des Unternehmens auf vollendete Pferdcdiesfureii in allen erden kl ick>cn Arten gelegt worden und die tollkühnste Reiterei bis zur hoffähigen Nafsigen Sdnil vettern vertreten. Direktor Albert darre, der jetzige Besitzer des weltberühmten Zirkus darre, des ältesten Zirkusscs der Welt, war es, der berufen wurde, diese Zirkus-Festspiele zu veranstalten, denn darres Mnstec Dressuren stehen einzig da und war er der Kreator der bedeutendsten Massendressurakte, von denen ältere noch heute in einer Anzahl Zirkus-Unternehmen das Repertoire beherrschen. Auch waren idets in der darreschen Manege gerade alle Koryphäen der Zirkuskunst versammelt, und dürfte es keinen bedeutenden Ztrkus-Artist geben, der nicht wenigstens einmal im Zirkus darre aufgetreten ist

Mter Tradition gemäß beherrscht auch heute noch das Pferd uttd die damit verbundene Reiterei an geharktem Sand im Hause darre unb bringt nun auch der hiesigen Bevölkerung, allerdings in außergewöhnlicher Reickchalttgkeit, was das hiesige Publikum lahrelang entbehren mußte,

echte, unverfälschte Zirkuskunst!

M 25. September w

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n Wiebe der Zen- die aus to t

e Wr junilidi feiti« der Redner-

nts herab die weibliche . Mugretse». Ta bild- l4cn ^'aUfie auf feine >n gerichtliches Begehen rbneter gedeckt war, be- cglcitung seines Wiegen ost. Dieser befand sich in clMegersvhncs. öilbiwirt °nd. Ns Mer (einen mm Revolver aus -i-et edfu r gingaber affen hatte, die Tichcrung e Male mit der Peitsche er in die linke Hand und en. 3« diesem Augenblick

an beiden Armen fest, illel und bat ihren Datrr, ü'cheiimenge angcsammclt, ngreifer gewesen sei und rte (ich aber der Lach- ' sich namentlich einige ; von Meber ab. Nie- ii«eiten Landtags« slicherw.ist rief der feot* )tn i-ervor. Als die An- jetannt geworden waren, j

ig cinbcruicn, die zu dem I nd folgende Entschliehnntz etlicher Versammlung an« ; gen ihre tiefste Gntniftunc ung, welche der Landtags« mmer des Landtags unter i und Frau hildwein aus- Lribüne des Laiidtags ;u ngcn mißbraucht werden [ein Wanbai als Abgeord-

iitg t.'fannt tourbc. b» verprügelt habe, routt*

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als Weltattraktion herausbrackste. Mr. Buller läßt sich von einem ^0 pferdckrästigen _9lutomobil von 2400 .Kilogramm erst über Die '^and, dann die Füße, zuletzt über den ganzen Körper fahren. Tosender, unbeschreiblicher Beifall lohnt diesen brillanten, un erschrockenen Artisten, welcher nach dreimonatlichem Gastspiel in Paris und Berlin, wo er selbst das Tagesgespräckf bildete, zwei Jahre in Amerika reiste und anschließend dieses Jahr mit einer Riesengage für die deutsche Turnee des Zirkus darre verpflichtet wurde. Dieser verblüffende Akt ist ohne Konkurrenz auf der ganzen Welt und zurzeit im Zirkus darre zu sehen.

Die Carrvfche Löwcngrltppe

besteht, ebenso wie der überreiche herrliche Marstall, aus nur außer gewöhnlich schönen Exemplaren, 12 prachtvollen Berberlöwen, die der weltbekannte und berühmte Dompteur Benedix vorführt. Mit unsäglichen Mühen ist es ihm gelungen, eine Tressurpiece zu­sammenzustellen, wie sie einzig aus dem ganzen Kontinent und aud) nicht im kleinsten Detail mit anderen zu vergleichen ist.

Die mexikauischen Sportspiele

bilden allabendlick) hochinteressante Wettkämpfe von acht nervigen, kühnen Reitern. Der Sieger wird stets durck) einen namhaften Geld preis belohnt.

Es ist unmöglich, die vielen Programninummern, es find deren 40, hier alle aufzuführen: nur das sei gesagt, die Zirkus-Festspiele bringen in jeder Vorstellung das Doppelte, wenn nicht das Drei fache eines gewöhnlichen Zirkus-Programms. Daß eine internatio­nale Elownschar von besten Vertretern des Humors aus aller Herren Länder fick) gegenseitig in Witzen und Späßen überbieten wird, braucht nicht besonders erwähnt zu werden.

Alles in allem eine Fülle des Neuen und Sehenswerten, aus­gehend von dem bekannten Goetheschen Ausspruch:Die Masse kann man nur durch Masse zwingen". Die Zirkus Festspiele bringen eine so übergroße Anzahl von Koryphäen der Manege, daß man cs gesehen haben muß, um es zu glauben!

Ein Riesen-Programm, das der Zirkus-Festspiele und des Millioucnbetriebes Carrv

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