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26.9.1913 Erstes Blatt
 
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llr. 226 _____Erstes Blatt 163. Zahrgang Freitag, 26. September 1AS

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-SSS Seneral-Anzeiger für OberheMn LsSS

STiütS Rotationsfirud und Verlag der vrühl'schcn Unio.Gnch- und Slcindruckerei R. Lange. Rcöcltion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. S":6.$>eB; toben b's vormittags 9 Uhr. Geschäftsstelle Büdingen, Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck.

Die heutige Nummer umfatzt 12 Seiten.

Tagestalettdcr aus -cm Jahre 1813.

2 6. September. Ter Führer der böhmischen Armee, F ü r st vv n Schwarzenberg, führt seine Truppen über das Erzgebirge nach Sachsen.

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Zur Wirtschaftslage.

Seit Frühjahr dieses Jahres ist ein merkliches Nach­lassen in der geschäftlichen Tätigkeit zu beobachten ilnd viel­fach wird mit einer weiteren Verschlimmerung zum Winter gerechnet. Der neueste Bericht, den dasRcichsarbeits- blatt" über die Lage des Arbcitsmarktes ausgibt, ist immer­hin geeignet, übertriebenen Befürchtungen entgcgenzuwirken. Das amtliche Blatt gibt folgendes Gesamturteil über die Lage ab:

Der Beschäftigungsgrad auf den: gewerb­lichen Arbeits markt mar int allgemeinen aus­reichend und hat sich gegen den Vornionat in den meisten Gewerbezwcigen wenig geändert, gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres aber fast überall v c r s ch l e di-- tert. Bei regelmäßigem Verlauf der geschäftlichen Tätigkeit hätte der August ein gewisses Ansteigen der gewerblichen Tätigkeit verzeichnen müssen. Denn für gewöhnlich pflegt sich die Bcschäftiguiig der Industrie zum Derbst weiter zu be­leben. Begünstigt wird dieser Gang der gewerblichen Tä­tigkeit dadurch), daß ein Teil der Arbeitskräfte, der vorüber­gebend in der Landwirtschaft mitverwcndet wird, nach be­endeter Körnerernte wieder zur Industrie zurückkehrt. Daß im verflossenen Monat keine merkliche Verstärkung der ge­werblichen Arbeit eintrat, ist also kein gutes Zeichen: aber immerhin hat sich der Beschäftigungsgrad doch wenigstens auf der Höhe des Vormonats Juli gehalten und fid) nicht weiter verschlechtert. Lediglich im Vergleich zum Vorjahr tritt der Niedergang in die Erscheinung.

Die zahlreichen Berichte, die dasReichsarbeitsblatt" empfängt, lauten aus den versd)iedenen Industrien zwie­spältig. Erhebliche Verschlechterungen gegen den Vormonat erlitten das Baugewerbe, das übrigens schon seit etwa drei Jahren danicderliegt, ferner die Holzindustrie, die mit dem Baugewerbe besonders eng zusammenhängt, uiid sodann na­mentlich ein bedeutender Teil der Textilindustrie, nämlick) die Baumwollspinnereien und Webereien. Als besonders kennzeichnend für die geschäftliche Lage pflegt der Kohlenbe­darf angeseheii zu werden. Der Hauptkohlenmarkt, derjenige des Ruhrgebiets, ist weiterhin ruhig geblieben, ja hat wohl noch eine weitere langsame Abschwächung erfahren. Charak teristisch ist auch, daß der Maschinenbau, der den Wechsel in der Wirtschaftslage in der Regel besonders schnell zu mer­ken Pflegt, in den größten Teilen Deutschlands nicht mehr befriedigend beschäftigt ist. Ein besseres Bild bieten dagegen nach wie vor namentlick) die clcktrisd)e und die chemische In­dustrie.

DasReichsarbeitsblatt" führt eine Statistik, um aus der Gesamtzahl der einander zum Teil widerstrebenden Be­wegungen die Gesamtrichtung der wirtschaftl. Entwicklung zu entnehmen. Die Möglichkeit hierzu bieten die Aufzeich­nungen über den Mitgliederbestand bei den Krankenkassen. Da jeder Arbeiter bei der Krankenkasse angemeldet werden muß, wenn er in eine gewerbliche Tätigkeit cintritt, so ist auch aus der Zahl der Kcankenkassen-Mitglieder zu ersehen, wieviel Hände in der deutschen Industrie zu irgendeiner Zeit

beschäftigt sind. Die Beschäftigtenziffcr hat sich im August gegenüber dem Juli ein wenig gebessert. Die Verstärkung des Mitgliederbestandes der Krankenkassen ist aber weit ge­ringer ausgefallen, als bei regelmäßigem Verlauf zu erwar­ten gewesen wäre: auch kommt sic fast ausschließlich auf Rech­nung der wciblick;en Arbeitskräfte. Aber immerhin ist er­freulich, daß der Beschäftigungsgrad im Reichsdurchschnitt nicht weiter gesunken ist. Auch die Arbeitsloscnziffern ha­ben demzufolge einen gewissen, wenn auch nur sehr kleinen Rückgang erfahren. Auch die Berichte der Arbeitsnachweise machen schließlich denselben Eindruck. Alljährlich pflegt im Laufe des August das Angebot auf dem gewerblichen Ar­beitsmarkt nachzulassen. In diesem Jahre ist die Minde­rung des Arbeiterandranges überaus gering, eine Besserung der Lage des Arbeitsmarktes scheint nicht oder in kaum nen­nenswertem Umfange, sofern man den Durchschnitt von ganz Deutschland zieht, eingetreten zu sein. Also immerhin zwar keine Besserung, aber doch and) im großen und ganzen keine sehr fühlbare Verschlechterung der Gesamtlage.

Wenn der nächste und auch noch der übernächste Mo­natsbericht das gleiche Bild zeigen sollten, so wird an eine schwere Krise im Winter und an eine ganz schlimme Ar­beitslosigkeit nicht zu denken sein. Wie die weitere Entwick­lung sich gestalten wird, kann niemand mit Sicherheit vor- ausschen, Vorsicht scheint zwar geboten, aber zu besonderer Schwarzseherei ist bisher noch kein Anlaß.

Oesterreich und die neue serbisch-albanische Verwicklung.

Wien, 25. Sept. Gegenüber den Berichten über den Al­banesenausstand in Neuscrbien empfiehlt dasNeue Wiener Tageblatt" möglichste Reserve, Kühle und Nüch­ternheit bei der Beobachtung der weiteren Entwickelung. Nir­gends mehr als in Oesterreiät-Ungarn habe man Grund, diese Vorgänge aufmerksam zu verfolgen und nirgends mehr als in Wien und Rom werde die Störung der ruhigen Konstituierung des neuen Albaniens bedauert. Oesterreich-Ungarn und Italien hätten dem europäischen Friedel, anerkanntermaßen einen großen Dienst geleistet, als sie trotz des großen Unbehagens ihre Unter­schrift unter das Londoner Protokoll setzten. Die Durchführung der Londoner Beschlüsse sei jetzt aber auch die Grundlage für die Haltung Ocsterreick>-Ungarns, ebenso habe Serbien seine 'Verpflich­tungen zu erfüllen. Oesterreich-Ungarn werde den Albanesen die Wahrung der Ruhe dringendst nahe lagen, Serbien aber solle bei den Bemühungen zur Herstellung der Ruhe das in London ab- gcgrenztc Albanien respektieren. Jeder Schritt über das un­bedingt Notige hinaus könne für Serbien nur neue Schimcrig- keiten verursachen. Gegenüber der etwaigen Neigung in manchen politischen Zentren des Auslandes, die Lage 'sehr pessimistisch auszufasscn, um den großen militärischen Vorkehrungen Serbiens Nachdruck und Berechtigung zu geben, könne nur neuerlich kon­statiert werden, daß Oesterreich-Ungarn aut den Lon­doner Abmachungen beharre und vorläufig eine inter­nationale Komplikation nicht zu besorgen sei.

Wien, 25. Sept. Die albanische Korrespondenz erfährt von maßgebender Seite ans Balona: Bei der alba- ne fischen Bewegung handelt es sich ausschließlich um Kämpfe, welche die an Serbien abgetretenen Mbanesen infolge der serbischen Unterdrückung in den abgetretenen Gebieten führen, also rein innere Wirren in Ser­bien, die mit dem albanesischen Staate und dessen leitenden Männern in gar keinem Zusammenhang stehen.

Der Konstantinopeler Friedensocrtrag.

Konstantinopel, 25. Sept. Nach der gestrigen Sitzung der Friedenskonferenz erklärten die bulgarischen

Delegierten, nur noch Fragen ohne Bedeutung zn regeln Der Friedensvertrag würde voraussichtlich am 26. Sept unterzeichnet werden.

Tic wirtschaftliche Lage Bulgariens.

Sofia, 25. Sept. Aus Anlaß der Aufhebung des Moratoriums veröffentlichten in einer Konferenz die Ver­treter der Handelskammern des Königreichs Bulgarien eine Da r st e l l u n g über die wirtschaftliche und fi­nanzielle Lage des Landes. Tarin wird festgestellt, daß dank der eigenartigen wirtschaftlichen Struktur Bul­gariens, dessen Bevölkerung zu 70 Prozent aus kleinen Grundbesitzern gebildet wird, der fttieg ohne große wirt­schaftliche Spannung überstanden morben ist, daß die Folgen desselben ohne merkbare Erschütterungen überstanden wür­den. Während des Krieges lieferte das Land dem Staate 300 Millionen in Requisitionen. Tie Nationalbank lieferte ihrer Klientel die weitgehendste Unterstützung, die Geld­anlagen vermehrten fid) und es bleibt nock) eine Million Tonnen an Cerealien für die Ausfuhr. Es ist wahr, daß der Wechselkurs merklick) gestiegen ist, aber nach dem Friedens­schluß und infolge der durch die Ausfuhr bewirkten Aus- gleichung der Handelsbilanz wird der Wechselkurs notwen­digerweise sinken. Die Veröffentlichung drückt die lieber» zeugung aus, daß das Land gegen jeglick)e wirtschaftlick)e Krise vollkommen gesichert ist.

Die internationale Arbenerschutztonserenz

hat ihre Arbeiten am Mittwoch abend beendet. Am gestrigen Dienstag vormittag 11 Uhr fand in Bern die Unterzeich­nung der Schlußakte und die Schlußsitzung statt. In der Schlußakte, welche die Vertreter Deutschlands, Oesterreich- Ungarns, Belgiens, Spaniens, Frankreichs, Großbritan­niens, Italiens, Norwegens, der Niederlande, Portugals, Schwedens und der Schweiz unterzeichneten, wird erklärt, daß die unterzeichneten Delegierten übereingekommen sind, den schweizerischen Bundesrat zu erptdjen, er möchte als das Ergebnis der Beratungen der Konferenz den beteiligter Staatsregierungen behufs der ihnen gut scheinenden diplo­matischen Verhandlungen die Ergebnisse der Beratungen als Vorschläge für abzu schließen de inter­nationale Vereinbarung er: stellen. Vor der Unter­zeichnung betonten die Vertreter einiger Staaten noch beslon- ders, daß sie für ihre Regierungen das Recht der freien Ent­schließung ausdrücklich wahren. Diese Freiheit besteht in­dessen ohne weiteres für alle beteiligten Staaten, in dem erst durch eine vom Bundesrat auf das Jahr 1914 einzig berufende diplomatische Konferenz die Staatsverträge vor­bereitet werden. Der Vertreter Rußlands war zur Unter­zeichnung nicht ermächtigt.

Die Schlußakte enthält folgende hauptsächliche Be­stimmungen: Durch die erste Konvention soll die industrielle Nachtarbeit der jugendlichen Arbeiter bis zum vollendeten 16. Lebensjahre verboten sein. Das Verbot ist bis zum vollen­deten 14. Jahre, unter allen Umständen absolut. Tie Nackstruhe soll eine Dauer von mindestens 11 aufeinanderfolgenden Stunden haben, und es soll darin von allen Staaten der Zeitraum von 10 Uhr abends bis 5 Uhr morgens enthalten sein. Für Stcin- und Braunkohlenbergwerke sind, falls die Ruhezeit verlängert wird, gewisse Verschiebungen zulässig. Tas Ucbetcinkommen soll zwei Jahre nach Schluß des Protokolls in Kraft treten. Die Frist für die Glasindustrie und für Walz- und Hammerwerke müßte im Interesse einer Verständigung für jugendliche Arbeiter über 14 Jahre und in Würdigung der Schwierigkeiten, die in einigen Ländern entstehen würden, verlängert werden.

Nach den Grundzügen der zweiten Konvention soll die Tauer der industriellen Arbeit von weiblichen Personen jeden

Tageduchblätter von Hermann Sudermann.

Das erste Stück seiner Memoiren,

Hermann Sudermann wird demnächst eine Reihe von Tage- bud,blättern veröffentlichen, die ihre Entstehung einer Reise nach Ceylon verdanken.

Es ist uns schon heute möglich, die beiden ersten der Reisc- dokumeute, deren Gesamtausgabe fid) der Verlag Cotta für die ZeitschriftDer Greif" sichern konnte, im Auszug wiedcrzu- gcben.

11 Dezember 1903 auf dem indischen Ozean, letzter Tag vor der Landung. Morgen wird die Tropenwelt ihre Tore auftun. Fahre wie die seligen Götter. In einer blauen won­nigen Oedc sorglos dahingleiten bei Sonnengeglitzer und Del- phinenspiel, beim Flug flink huschender Fische, die eintönige Musik des weißschäumigen Kielwassers allzeit im Ohr es kann nicht viel geben, was gcnußfrohcn Menschen Schöneres brächte. Im Rauchsalon Sprühregen von Erzählungen. Ein alter See hör, der während der chinesischen Expedition ein Transporlschiff nad) dem Osten geführt hat, tut sein verkniffenes M undwerk auf:Bei der Rückkehr nahmen sie mich vor und ein jeder entschlossen, mir 'nen Strick zu drehen. Einer fängt an: Sagen Sie mal, es soll vorgekommcn sein, daß in Tientsin ein Wagen ausgeladen wurde, dessen Tcichsel erst zwei Tage später zum Vorschein kam. Wie gedenken Sie das zu rechtfertigen? Darauf ich, nicht faul: Ja, es soll auch vorgelommeii sein, das; zwei Transportschiffe um des besseren Aussehens willen als Geschwader nebeneinander her fuhren und Signalspielerei trieben, obgleich das eine 5 Tage schneller lief als das andere, also fünf Tage früher und noch vor Beendigung des Feldzuges hätte in China sein können. Es soll auch vorgekommen sein, daß Offiziere dreimal am Tage besoffen waren, und das Staunen aller Na­tionen bildeten. Es soll auch vorgekommen fein, daß sich bei der Rückkehr kein einziger Koffer fand, der nicht zu einem Drittel mit Schmuck fach en, Goldstickereien und Elfenbeinscknitzwerk ge­füllt gewesen war. Natürlich alles gemaust. Es soll ferner voi - gekommen. Ta hatten sie genug und ließen mich in Ruhe. Ein Graf B., Großplantagenbesitzer, gelblederiger Totenkops mit zwei brennenden Genieaugen darin, schleppt die fürchterliche Tropenkrankheit Sprooh mit sich herum und hält bet keinem europäischen Arzt aus, weil das Heimlveh nach Jn- sulinde ihn immer wieder zurücktreibt.--Den 12. Dezember.

Gepäck besorgt. Trinkgelder erledigt, Abschied genommen. Manche Hand herzlicher gedrückt, als mit dem bisherigen Verkehr in Einklang zu bringen. Ein Hauch von unbekannten Wohlgerücheir schwer schlägt uns entgegen. Wir schnüffeln und können es nicht glauben, daß fid) in einem solchen Ozean von Düsten leben

läßt. Der Nebel hebt sich. Ein grüner Kranz, aus dem hier und da schon eine Kirchtarmspitze, ein weißer Giebel heraus- sticht nach rechts und links im Blauen sich verlierend darüber dunstige Berghöhen das ist Ceylon, vorerst nicht viel anders als irgend ein nordisches Gestade, dann aber zacken sich die Umrisse der Wälder zu Palmenwedeln, und zarte Schraf­fierungen im Grünen gleich silbrigen Ricsenhalmen bezeugen, welcher,Art die fremde Welt. Nackte Burschen paddeln ringsum im Hasen auf sloßartigen Booten, um ein paar Kupfermünzen zu ertauchen. Ein einarmiger mit fletschendem Tiergesicht, sicher­lich durch einen Haifisch verstümmelt, schießt allen andern vorbet in dte Tiefe. In der Schaluppe des Gall-Face-Hotels an Land, draußen warten Rhikschas, von schwarzbraunen Tamilen gezogen. Los. Wer nur die zahnstocherhafte Tattelpalme fennt, dem erscheint beim ersten Sehen die Kokospalme in ihrer sanft- bvgigen überschlanken Grazie von unwahrscheinlicher Schönheit. Malvenbäume mit großen, zartblauen Blütcnbüschen von vurpur- blühcndcn Schlinggewächsen überwuchert. Metallisch glänzende Vögel durchs Laubwerk schießend. Jedes Blatt im Sonnenwider )d)cm wie eine weiße Flamme. An phantastischen Palästen mit Renam'ance-Loggien vorüber hinaus auf die weite, gold- grüne Rasenfläche, die sich längs des donnernden Meeres aus- Itredt. Das lieber maß der Helle so groß, daß alles wie ein Wirbel von Lichtempfindungen am halbgeschlossenen Auge vor­überzieht. Im Speisesaal des Hotels. Herrliche, zweistöckige, schneeweiste Halle, durch deren offene Loggien bunte Vögel aus- und einfliegen. Schöne, kühle Weibsen in weißen Kleidern und dunklen Riesenhüten ringsum an den Tischen . . . Ein Heer dunkelhäutiger Diener mit weichen, traurigen Frageaugen goldene Ringe an den nackten Füßen, langsaltige Weiberröcke um die Leiber lauert auf unsere Befehle ....

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Wie das verlorene Zola-Denkmal wieder­gesunden wurde Das rätselhafteAbhandenkommen" des großen Zola-Denkmals, der schönen >^>chöpfung Meuniers ist ansgeklart, und die besorgten Pariser können wieder ruhig schlafen- es ruht mit leinen beiden Seitenstücken, derMutterschaft" und der "Arbeit", in den dunklen Tiefen der Kellergewölbe des Pariser nüd>bcm man dies Meisterwerk des gwtzen .belgischen Bildhauerswiederentdeckt" hat, einige Aus­sichten, in absehbaren Zeiten aus der Uitterwelt in das Reich einer allgemeineren Sichtbarkeit emporzutauchen. Die Teilnehmer an dem Kongresse derJeunesses laigues", der unter dem Patro- nate von Anatole France in Paris stattfand, hatten beschlössest, am Denkmal Zolas einen .Kranz niederzulegen. In festlichem Auszuge begab sich die Abordnung mit dem Kranze zum Grand­

Palais: aber zu ihrem maßlosen Erstaunen erklärte ihnen der Kurator des Grano-Palais erstaunt und verlegen, daß er von einem Zola-Denkmal nichts wüßte, und daß ein solches Monument jedenfalls in den ihm unterstellten Räumen nickst ausgestellt sei Nun begann eine Suche, durch alle Säle, dann durch die Magazine Kistendeckel schob man beiseite: umsonst, oas zu Ehren oes be­rühmten Romanciers von Mcnnier geschaffene Meisterwerk war und blieb spurlos verschollen. Die Aboronung zog schließlich in- Pantheon, um dort am Grabe Zolas ihren Kranz niederzulegen. Aber die Nachricht von dem abhandengekommenen Zola-Denkmal ^itsesselte einen Sturm von Aufregung. Vom Präsidenten Der Republik bis hinab zu dem jüngften Museumsdiener erscholl der Rus und die Frage:Wo ist Zola?" Der schwerfällige Beamten­apparat kam in Bewegung, das Ministerium der schönen Künste war charmiert, und nun begann in allen Sammlungen und Museen des Staates eine bange Sucl>e. Wie, wenn das berühmte Tenkmal gestohlen märe? Aber das Glück war den Jägern günstig, im dunkelsten Winkel eines Tinfteren Kellergewölbes entdeckte' man das herrliche, Bildwerk. Stolz wäscht nun das Ministerium der !?onen Künste icuie Hände in Unschuld und erklärt:DaS Werk ist nicht Eigentum des Staates uno ist daher im amtlichen In­ventar nicht ausgeführt." Und in der Freude über das Wieder- smden vergißt man schon zu fragen, welche Gründe Meuniers Zola-Monumeiit zu einer so auf jeden Fall originellenAuf­stellung verholsen haben mögen.

, Grundsteinlegung der Deutschen Bü­ck, c re i des Bonenvereins der Deutschen Buckhändler zu Leipzig findet am Sonntag, t>en_ 19. Oktober, statt. Auf dem mächtigen Liaugnind an der Karl-Liegismund-Straße, den der Buchhändler- oorsenverein als kostbares Angebinde zur Errichtung seiner großen nationalen Buchmammlung der Stadtgemeinde Leipzig verdankt, Werden sich um den König Minister und Vertreter der Königlich Sach)ilchen Regierung, der beiden Kammern des Sächsischen Land tags, der Reichs- und Bundesregierungen, der Stadt Leipzig, des deutschen Buchhandels, des Bibliotl-ekswesens und weiter nock zahlreiche Ehrengäste unb Förderer der Deutschen Bücherei zu bei bedeutungsvollen Feier versammeln. Im Ausklang des nationalen Weihefestes vom 18. Oktober wird nahe dem Ehrenmal für die Freiheitskämpfer der Grundsteiii zu einem neuen Ban versenkt werden, den die Sächsische Staatsregierung der Deutschen Bücherei widmet und der sich, an nationaler Bedeutung dem gewaltigen Schlachtendenkmal ebenbürtig, als ein Denkmal deutscher (Geistes­arbeit im Schutze des Friedens auf feierlich geweihter Stätte er­heben soll.