Ausgabe 
20.8.1913 Erstes Blatt
 
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Bürger m ei st er Wahl in Kassel.

Essen a. d. Ruhr,

Seichen unserer Kleeback/dörser. .Dazu sind viele mit schönen Sprüchen geziert. Zrvel derselben mögen hier Was finden:

von der

Kaiserjacht ist mit knapper Sie gab das Rennen auf. abgesagt werden.

geprügelt.

20. Aug. Weil er beim Spie'.

der des

* Dvn der Hess. Handwerkskammer.

rm. Darmstadt, 18. Aug. Die Beschlüsse der 18. Plenar­versammlung betr. die Regelung des weiblichen Lehrlingswesens ; haben nunmehr die Genehmigung des Ministeriums des Innern gefunden. Hierdurch sind Kontrollvorschriften festgesetzt, durch wÄche die Handwerkskammer in der Lage ist, die Lehrlingsver- ichältikisse in weiblichen Handwerksbetrieben zu überwachen und Versuchen vvrzubeugen, die gemacht werden, um die gesetzlich festgelegten Lehrzeiten zu umgehen. Es erwies sich meiter not­wendig, die Uebergangsbestimmungen für Wiegung der Gesellen­prüfung im weiblichen Handwerk zu verlängern.

Tie belgische Kammer

hat nnt 80 gegen 25 Stimmen bei 14 Stimmenthaltungen den 1. Artikel des neuen Steuergesetzentwurfes ange­nommen, dessen zweiter Wsatz die Steuer festsetzt auf die Einkünfte der Aktiengesellschaften im Auslande und im Kongo, die in Belgien eine oder mehrere Niederlassungen haben.

Der Kaiser in Homburg.

Hamburg v. d. H., 19. Aug. Die Majestäten mit Gefolge »unternahmen heute nachmittag einen größeren Autiomobilaus- flug nach dem Kastell Zugmantel.

kJd stein , 19. Aug. Der Kaiser besuchte heute nach- ritrtiag Mit Gefolge das Römerkastell Zugmantel bei Ehrenbach und besichtigte eingehend die dortigen Ausgrabungen.

Kassel, 20. Aug. Eine vorläufige Wstimmung in B ürg e r m ei sterwahlfrag e, wegen der Uebersiedlung bisherigen Oberbürgermeisters S chol z nach Charlottenburg, er­gab eine Mehrheit für den Stadtdirektor Ko ch-Bremerhavrir.

Kreis Wetzlar.

x Oberkleen- 19 Aug. Fachwerkbauten mit zier-

letzte Hacbricbfett.

Eine Erklärung de8 türkischen Großwefirs.

Konstantinopel, 20. Aug. Der Großwesir erklärte einem höheren Diplomaten, daß, wenn die Türken Dimo- tika (15 Klm. westlich der Maritza) besetzt hätten, dies in erster Linie wegen Sicherung einer festen strate­gischen Grenze für den Tag der Wiederaufnahme der Feindseligkeiten geschehen sei. Dedeagatsch würden die Türken niemals besetzt haben, wenn dies das Vorgehen des Feindes nicht energisch beför­dert hätte. Man habe der Armee den kategorischen Befehl gegeben, nicht weiter vorzudringen.

Eine neue türkische Note bulgarischer Gräueltaten.

Konstantinopel, 21. Aug. Die Pforte hat an ihre Botschafter eine Zirkularnote gerichtet und sie be­auftragt, den Mächten eine neue Liste bulgarischer Greueltaten in Thrazien, besonders in den von den griechischen Trrrpven genommenen Gebieten, die voll­ständig verwüstet sind, zu unterbreiten und die Mächte um ernste Schritte zur Wstellung dieses Zustandes zu ersuchen.

Die Errichtung vonKontmunalgarden" in Frankreich.

London, 20. Aug. Heber Zusammenstöße der Kaiser­jachtMeteor" und Unfälle bei den englischen Regat­ten wird gemeldet: Während der Regatta des Royal Dorset. Jachtklubs in Weymouth war die Segeljacht des Kaisers Meteor" vom Unglück verfolgt. Die beiden deutschen Jachten Meteor" undGermania" überholten die Schiffe des Vvr- gehenden Rennens. 'DerMeteor" stieß dabei mit der Jacht Sonya" zusammen, deren Bugspitz zerbrach. Dann stieß der Meteor" mit dem Markierboot zusammen, das unterging. Die Not ohne Schaden davvngekommen. Die Fortsetzung der Regatta mußte

Ans Stndt NN- Land.

Gießen, 20. August 1913.

**VomManöverdes 18. Armeekorps. Da der naßkalte Sommer die Errtte arbeiten sehr behindert hat, mußten auf Wunsch der Bewohner des diesjährigen Ma- növergeländes die ersten Einquartierungen zum größten Teile abgesagt, bezw. abgekürzt werden. Dies geschah bei mehreren Regimentern, die nun ihre Regiments- und Bri- aadeexerzieren auf Uebungsplätzen, z. B. Griesheim, ab­halten müssen. Erst um den 27/August gehts ins eigent­liche Manövcrgelände nach dem südlichen und südöstlichen Vogelsberg, dem südlichen Teil des Kreises Fulda, Kreis Schlüchtern, Gelnhausen und der Gegend von Wächters­bach, Bad-Orb, Büdingen und Steinau. Die Regimenter der 21. Division sollten am 22. August in der Gegend Büdes­heim, Bönstadt (81 er), Burg-Gräfenrode (27 er Artillerie), Groß-Karben, Heldenbergen, Ilbenstadt, Kaichen eintreffen. Die 42. Infanterie-Brigade hat ihr Brigade-Exerzieren im Manövergelände abgesagt. Das Scharfschießen der 25 er Artillerie soll am 25. August 2 Kilometer westlich Hitz- kirchen im Gelände zwischen Wenings, Gelnhaar, Bino­sachsen und Kefenrod stattsinden. Auch die übrigen Artil-^ leme-Rogimenter rücken in diesen Tagen aus. Die hessischen Dragoner verbleiben bis 28. bezw. 29. August in Darmstadt. Die Divisionsmanöver der 25. Division werden sich im südlichen Kreis Lauterbach bis zum oberen Kinzig­tal abspielen. Freiensteinau wird das Zentrum der Kämpfe sein. Hier sollen Proviantämter, Feldküchen und Feld­bäckereien errichtet werden. Die Korpsmanöver ziehen sich mehr südwärts in die Kreise Büdingen, Gelnhausen und Hanau. In den Nächten vom 9. zum 10. und 10. zum 11. September wird die ganze Infanterie biwakieren.

** Dieb stähle im Schlachthof. Wiederholt sind int Schlachthof kleinere Fleischdiebstähle vorgekommen und der Direktion gemeldet worden. Vor einigen Monaten wurde ein junger Bursche dabei betroffen, daß er aus einem seinem Meister nicht gehörenden Tier ein Herz ausschnitt, er wurde zur Anzeige gebracht und behauptete, daß er aus Versehen, in dem Glauben, das geschlachtete Tier gehöre seinem Arbeitgeber, das Herz an sich genommen habe, um dieses dem Meister zu überbringen. Das Schöffen­gericht glaubte dieser Angabe und sprach den jungen Men­schen frei. Die Strafkammer aber hielt einen Irrtum für nicht gegeben und verurteilte den jungen Menschen wegen Diebstahls zu 14 Tagen Gefängnis. Aber die Entwendun­gen von Fleisch hörten im Schlachthof nicht auf und es erstand, da es sich meistens um kleinere Portionen handelte, chließlich der Verdacht, daß ein Beamter für seinen Privat­gebrauch Fleischstücke sich aneignete. Jetzt hat sich nun ein einwandfreier Zeuge gefunden, der einen Meistersohn, der es wahrhaftig nicht nötig hat, dabet abfaßte, wie er ein Stück .Halsfleisch von einem Rind, das dem Meister Günther am Walltor gehörte, abschnitt und zum Transport in das Geschäft seines Vaters aus dem in der Halle haltenden Wagen verlud. Er veranlaßte den Dieb, den er übrigens chon wiederholt bei ähnlichem Tun beobachtet hat, das Fleisch wieder herauszugeben, wozu dieser sich auch bereit­enden ließ, indem er drohend verlangte, der Zeuge solle über das, was er gesehen habe, den Mund halten. Empört aber hat dieser seine Wahrnehmungen einem Beamten des Schlachthofes erzählt. Der Fall wurde zur weiteren -Ver­anlassung der Bürgermeisterei mitgeteilt. Die Beamten des Schlachthofes atmen natürlich erleichtert auf.

** Sonderzüge zur Tausendjahrfeier in Kassel. Aus Anlaß der Tausendjahrfeier der Residenzstadt Kassel, die in den Tagen vom 27.30. September ds. IS. stattfindet, ollen, da die zahlreich eingelaufenen Anmeldungen auf einen ehr starken Fremdenzustrom schließen lassen, von wichtigeren Eisenbahnknotenpunkten aus Sonderzüge zum ermäßigten Preis von l3/4 Pfg. für den Kiloineter eingelegt werden. Die Ausgangspunkte der Sonderzüge richten sich nach den einlaufenden Anmeldungen, die schon jetzt vom Stadtverkehrs­amt Kassel entgegengenommen werden.

Kreis Büdingen.

Paris, 20. Aug. Der Minister des Innern hat die Errichtung von sogenannten Kommu­nalgarden angeordnet, welche aus nicht dienstpsiichti- gen, körperlich rüsttgen Leuten bestehen soll. Dieser Garde, üe keine Uniform trage, soll im Kriegsfälle die Ueb erwachung d er Eisenbahn und die Erhal­tung der öffentlichen Ordnung in den Ortschaften übertragen werden. Sie habe nicht die Eigenschaft Kriegführenden, und ihre Funktionen erlöschen, sobald Feind die betreffende Ortschaft betritt.

h. Berstadt, 19. Aug. Bei den diesjährigen Ge­meinderatswahlen siegte die fortschrittlich-sozialdemokratische Wahlliste über die der vereinigten bürgerlichen Liste.

Kreis Alsfeld.

Fl. Kirtorf (Oberhessen), 19. Aug. Bei der heutigen Gemeinderatswahl machten von 199 Stimmberechtigten 162 Wähler Gebrauch, gewählt wurden: 1. W. Metz II. mit 119 Stimmen, 2. K. Stumpf mit 105 Stimmen, 3. Kd- Herbst II. mit 72 Stimmen, 4. Ld. Hahn mit 63 Stimmen- Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 19. Aug. Ein neues Soldaten­heim beabsichtigt die Militärbehörde im Griesheimer Wald nächst dem Truppenübungsplatz zu errichten. Zu diesem Zweck wurde ein Gelände von ca. 3000 Quadratmetern von der Gemeinde Griesheim angekanft.

Offenbach a. M., 19. Aug. Der städtische Friedhvfs- verwalter Otto S t e i tz, der wegen Verfehlungen im Amte in Haft genommen worden war, wurde wieder auf freien -Fuße gesetzt, da nach dem bisherigen Ergebnis der Unter» uchung die Verfehlungen weniger krimineller als diszi­plinärer Art sind.

Starkenburg und Rheinhessen.

ä. Mainz, 20. Aug. Vor einigen Tagen starb hier ein lediger 78jähriger pensionierter Bahnrevisor, der 42 Jahre in einem Zimmer eines Hauses der Mittleren Bleiche ge­wohnt. Bei der 9t a ch l a ß f e st st e llu n g ergab sich die überraschende Tatsache, daß der Verstorbene über 100 000 Mk. in Wettpapieren hinterlassen, außerdem fanden sich wie die Backsteine aufgesetzt 10 000 Stückchen Kaffeezucker, die sich der Geizhals beim Morgenkaffee am Munde abgespart und aufbewahrt hatte. Sonst sah e§ in dein Zimmer des Ver- torbenen recht trostlos aus. Das hinterlassene Geld, ein Testament war nicht vorhanden, fällt an Verwandte, die es gut gebrauchen können. Auch der Steuerfiskus befommt einen xeil davon ab, da dec Verstorbene nur eine geringe Summe versteuert hatte.

Ein Mord in Kölln.

Berlin, 19. Ang. In später Nachmittagsstunde rief die Nachricht von einem Mord am H erm annsplatz in Neu- Kölln große Aufregung hervor. Der Arbeiter Bruno B e n g s ch hatte nachmittags seine Geliebte, die Aufwärterin Adam, im Streit erwürgt. Nach der Tat verließ er die Wohnung und trieb ich in verschiedenen Gastwirtschaften herum und erzählte ganz offen, er habe seine Frau getötet. Als die Nachbarn in die Mah­nung der Adam eindrangen, fanden sie die Leiche, Der Täter be­nahm sich auf dem Transprot zur Polizei sehr renitent und mußte gefesselt werden.

sTas Wetter und die Ernteaussichten in den Rheinlanden.

i. Köln, 20. Aug. Während Norddeutschland von an­haltendem Regen heimgesucht wird, herrscht im Rheinland trockenes Sommerwetter, das für die Landwirte und die rheinischen Winzer, nicht minder auch für hie rheinischen Erholungsstätten von großem Werte ist, von denen manche, nament­lich die des Westerwaldes und der Eifelgegend, die Fremden nicht alle 5'11 fassen vermögen. Nach den neuesten Feststellungen ist der Saatenstand in der Rheingegend sehr gut, auch die Weinberge berechttgen in vielen Distrikten Ku großen Hoffnungen. Wenn auch in einzelnen Lagen der Ertrag nicht besonders reich ist, so kann im allgemeinen unter keinen Umständen von einer Mißernte am Rhein und seinen Nebentälern gesprochen werden.

Gefährdung eines EisenbahnzUges.

Berlin, 20. Aug. Gestern in der neunten Abendstunde stieß die Lokomotive |eines in voller Fahtt befindlichen Zuges Halle Berlinin der Nähe von Trebbin aufeinHinder- n i s. Die Erschütterung war so heftig, daß der Lokomotivführer die Ueberzengung gewann, daß ein sehr schwerer Gegenstand sich auf den Schienen befunden haben müsse. Er ließ halten und es ergab sich, daß eine Eisenschwelle quer über die Sch ienen ge­legt worden war, die bet dem Anprall der Lokomottve zur Seite beschleudett worden war. Von den Zugbeamten uni) den Passagierev tft niemand verletzt worden.

Unfälle bei einer Rvgattä in England.

de. Dieser beschränkte sich btrrauf, den Delegierten zu er­klären, daß ihre Mitteilungen und ihr Memorandum zur Kenntnis des Ministers des Aeußern gebracht werden.

Die albanische Frage.

Wien, 19. Aug. Wie die Blatter melden, haben die Gesandten der Großmächte in Belgrad die serbische Regierung, wie bereits kurz gemeldet worden ist, in einem gemeinsamen Schritte aufgefordert, die serbischen Truppen aus Albanien zurückzu- zie h en. Gleichzeitig brachten die diplomatischen Vertreter der Mächte dem Belgrader Kabinett den von der Londoner Botschafterkonferenz Lefchlossenen Schutz des Rechtes der konfessionellen und nationalen Minder­heiten in den unter die serbische Herrschaft gelangten bis­her türkischen Gebieten in Erinnerung. Dies geschah, offen­bar mit Rücksicht darauf, daß die Balkanstaaten sich über den gegenteiligen Schutz der nationalen und konfessionellen Minderheiten in den neuerworbenen Gebieten nicht verstän­digen konnten.

Die Begeisterung der Griechen.

Athen, 20. Aug. In einem Bericht über die Begeiste­rung in der griechischen Hauptstadt heißt es: Nach dem Gottesdienst begab sich der König mit seinem Gefolge ins Palais; dabei kam er auch bei der beutschenGesanbt schäft vorbei. Es dürfte wohl das erstemal in Griechenland sein, daß die Volksmenge während dec Vorbeifahtt des Körrigs und der Köni­gin abwechselnd neben den üblichen Hochrufen auf den König auch riefenH o ch Deutschland, unser Freund" undHoch der Kaiser!" Freudig blitzten die Augen der Königin, und .Lltuch der König lachte und winkte der Menge grüßend zu. Um 7 Uhr abends begaben sich der König und die Königin durch die prächtig illuminierte Stadt nach Tiatoi, dem Sommeraufenthalt des verstorbenen Königs Georg.

Aus Hessen.

Ein fortschrittlicher Antrag über die Wertzuwachssteuer.

Darmstadt, 19. Aug. Folgender Antrag Hen- rrch und Genossen, aus der Fraktion der Fortschrittlichen ^VÄWpartei, ist im hessischen Landtag eingebracht worden:

In dem Reichsgesetz vom 3. Juli 1913 über die Aenderungen ! im Finanzwesen ist folgendes bestimmt:

1 1. Die Erhebung des Reichsanteils der W ertzu wachs -

! ftieluer für alle nach dem 30. Juni 1913 eintretenden Fälle fällt : fort. (Es bleibt sonach das Reichsgesetz allgemein für 50 Prozent ; öer bisherigen Steuer bestehen.)

2. In entschädigungsberechtigten Gemeinden gemäß § 60 Ab- ' satz 1 des Gesetzes wird bis zum 1. April 1915 auch die bisher . dem Reich Anstehende Hälfte der Wertzuwachssteuer weiter erhoben; - erst nach dem 1. April 1915 tritt hier allgemein die Ermäßigung j wie zu Nr. 1 ein.

3. Für entschädigungsberechtigte Gemeinden, bie»bei Ein- > sührung des Reichsgeietzes sich für die Beibehaltung ihrer bis-, . herigen Ortssatzung, die sich .auf das landesgesetzliche Zuwachs- steuergesetz gründete, entschieden hatten, kann die Großherzog- 'W Regierung anorbnen, daß diese Ortssatzung für die Folge . m vollem Umfange Geltung behält.

4. Durch Landesgesetz kann eine andere Regelung der Be­steuerung des Wertztövachses getroffen werden.

Die Besteuerung des Wertzuwachses an Grundstücken wird sich /hiernach.für die Folge ganz ungleichmäßig, teils nach Reichs- Zesetz, teils nach jLandesgesetz, vollziehen. Dazu kommt, daß die , Bestimmungen des Reichswertzuwachssteuergesetzes vielfach als eine > Ungerechtfertigte Hätte empfunden werden. Weite Kreise im Lande sind der Ansicht, daß Unser hessisches Zuwachssteuer- gesetz, das an die beute bestehenden Verhältnisse anknüpste und den Gemeinden die Möglichkeit gab, den örtlichen Besonderheiten Rechnung zu tragen, dem Reichsgesetze bei weitem vorzu- j zieh en.sei. Nachdem durch das Reichsgesetz vom 3. Juli 1913 die Möglichkeit gegeben ist, die Besteuerung be£ Wertzuwachses wie- i ber auf landesgesetzlichem Wege zu regeln, beantragen wir: die Großberzogliche Regierung um Vorlage eines Ge s etzent- wurf es zu.ersuchen, wonach es ben Gemeinden allgemein frei- gestellt wird, die Besteuerung des Wertzuwachses von Grund­stücken nach dem Gesetze vom 14. Dezember 1907 zu bewirken.

Die Zahl der in Hessen zur V er gen s st eu er i veranlagten Personen

! tyü. sich gegenüber dem Vorjahr erheblich erhöht. Es sind ' in diesem Jahre 5503 Vermögenssteuerpflichtige hinzuge- i kommen gegen nur 1577 im vorhergehenden Jahre. Die | Zunahme trifft mit über die Hälfte die Provinz Starken- . bürg mit 2825 Personen, während auf Ober Hessen 2275 . und Rheinhessen nur 403 neue Vermögenssteuerpsiichtige vfontmen. Insgesamt sind nunmehr in Starkenburg 76 376, in Oberhessen 50977, in Rheinhessen 5046 vermögen s- steuerpflichtige Personen vorhanden. In diesem Jahre hat sonach Oberhessen die Provinz Rheinhessen nach dieser Rich­tung! überflügelt.

Die vier Finanzämter weisen einen zum Teil geringen ! Rückgang in der Zahl der Vermögenssteuerpflichtigen auf, während die Zahl für das Finanzamt Mainz I eine Aen- derung gegen bas Vorjahr nicht erfahren hat. Von den übrigen Finanzämtern hat den größten Zugang Darmstadt I aufzuweisen, in welchem 399 Personen mehr als im Vorjahr .zur Vermögenssteuer herangezogen sind. Auch Gießen und Alzey haben mit 25 resp. 14 Personen einen Rück- g<r n g in der Zahl der vermögenssteuerpflichtigen Personen aufzuweisen. Unter den übrigen Städten des Ländles steht Darmstadt an der Spitze, während Worms mit 208 an zweiter und Offenbach mit 134 neuer Steuerpflichtiger an dritter Stelle steht. Den geringsten Zusatz hat die Stadt Mainz aufzuweisen, in der sich die Zahl dieser Pflichtigen nur um 16 erhöht hat.

Deutsches Reich.

Ein neues Mitglied

dcZ Preußischen v«rren»aus-S. lick g-schni»l-m B-Keiiwerk uti' Ä" ifaJE

Der Oberbürgermeister von Wiesbaden, Geh. Rat Dr. daä-gttröntr tooU^r von respckthttschendem Alter sind die Wabr- IGlässing, wurde auf Lebenszeit ins Preußische Herrenhaus zeiä-en unserer KirebackHörier. Dazu sind viele w. schönen berufen. Sprüchen geziert. Zwei derselben mögen hier Platz hüben-

eine größere Geldsumme gewonnen hatte, wurde ein junger Mann in Spellen von seinen Mitspielern au5 Aerger tot geprügelt. Die Täter sind verhaftet worden.

Regenfälle in Argentinien.

Buenos Aires, 20. Aug. Hier sind ausgiebige Regenfälle eingetreten, was für den Getreidestand sehr förderlich ish ,v.

1_. Oberkleen: Des Morgens denk an deinen Gott, Des Mittags vergnügt dein Brot, TLs Alands denk an deinen Tod, Tes 5--cbbiTe btine Not. 2. Aus Hochelheim: Wer seine Zung' mcht Kugeln Tann, Und übel redet von jedermann. Derselbe wiss' zu leder Frist, Daß chm mein Haus verboten ist.

Hessen-Nassau.

, . F- Dirbach, 19. Aug. Auf der Rückfahtt von Geisen- hcnm nach Brebnch sprang gestern abend von einem der Kalleschen Festdampwr ein 19jähriger Arbeiter in den Rhein, wurde von dem Schaiffelrab erfaßt und verschwand in den Fluten. Trotzdem der Dampfer fofort stoppte und die Stelle absuchen ließ, kam der Unglückliche nicht mehr zum Vorschein. Der Ertrunkene, der die Tat rm Alkohol- und .Liebesrausch vollbracht, war schon zwei­mal vorher bei dem Versuch, sein Vorhaben auszuführen, durch tfreunbe verhindert worben, bis er schließlich ben gesuchten Tod doch fand.

F. E. Höchst a. M., 19. Aug. Die 15jährige Verkäuferin Emma Schwarz aus Nied ertränkte sich bei Griesheim; ihre Leiche wurde bei Schwanheim geborgen. Der Grund zur Tat ist der, daß das Mädchen auf der Griesheimer Kirchweih die Uhr verloren' und nun fürchtete, von den Eltern wegen des Ver­lustes harte Wotte zu hören.

h. Griesheim a. M., 19. Aug. Der 17jährige Sohn eines rie-figen GesckMsmannes e n t w e n d e t e der väterlichen Schatulle 800 Mk. und trat damit einenErholungsurlaub" an.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterbien st, Gießen.

Wetteraussichten in Hessen stir Donnerstag, den 21. Aug. 1913 : Wolkig, meist trocken, etwas kühler.