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16.7.1913 Zweites Blatt
 
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163. Jahrgang

Zweites Blatt

m. ih

Erscheint täglich nm Ausnahme des Sonntags.

stimmten Kreise. Es traten die Turner an, die gestern den Zwölf« kampl erledigt hatten und zwar zuerst die vom Mittelrhein. Turmvart Boltz e (Frankfurt a. M.) führte 1042 Turner zu den Freiübungen und den Uebungen der Musterriegen. Besonderen Bei­fall fanden gemeinsame Hebungen an 20 längsgestellten Pferden. Hieran schloß sich der Kreis Nordost mit 240 Meldungen, da­hinter Schlesien und Posen. Ihre Vorführungen brachten etwa 900 Turner auf oic Arena. Tie Pommern waren verhältnis- mäßig schwach mit 176 Freiturnern vertreten: sie gefielen aber besonders durch ihre vorzüglichen Leistungen an 18 Pferden. Tie Freiturner der Provinz Sachsen wiesen wieder eine stattliche Zahl auf, nämlich gegen 850 Wann. Der Kreis Hnterweser-Ems zeigte vorzügliche Leistungen an Pferd und Reck. Er zeigie am Nachmittag noch das volkstümliche Klotschießen. Endlich trat noch der Kreis Oberrhein mit 500 Turnern an.

lich sich besonders anszuzeichnen. Seine Glanzzeit begann un- gesähr ein Jahrzehnt später, gegen 1890, als La Touche sein eigentliches Thema sand: die eleganten unb galanten Feste von Alt- und Neu-Frankreich. Er war der geborene Festmaler, seine Bilder sprühten vor Farben, vor Heiterkeit, vor Lebenslust: sie glichen festlichen Raketen unschwer war zu beobachten, datz der glänzende Besnard ans ihn Einfluß gewonnen hatte. Besnard förderte ihn denn auch auf jede Weise. Außer zahlreichen Staffeler- bildern hat La Touche auch elegante Dekorationen gemalt: so die vier Jahreszeiten für die Mairie von Saint-Cloud, so den vielbewunderten Fries desFestes bei Therese" sür Roltands

stille seine Schwermut teilte, die dem Werke des Meisters der Einschiffung zur Insel der Cythere" einen so tiefen poetrlchen

Reiz verleiht.

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Die F o ft bare Sammlung javanischer Eth- noaraphika, die augenblicklich im Völkermuseum zu Frank­furt a. M. ausgestellt ist und als die wertvollste aller sich in Europa befindlichen Ausstellungen dieser Art angesehen wird, bleibt aller Voraussicht nach der Stadt Frankfurt erhalten. Der Besitzer, ein auf Java lebender Kaufmann, hat sie der Stadt für 60 000 Mk. angeboten. Tie Stadtverordnetenversammlung sprach sich heute im Prinzip für die Erwerbung aus, verwies die Vor­lage jedoch erst an den Finanzausschuß, der noch einige sinanz- rechtliche Fragen mit dem Völkermuseum regeln soll.

kf. Isadora TuneanaufdemKriegsschau platze. Isadora Duncan befindet sich seit kurzer Zeit auf dem Kriegs­schauplätze im" Balkan, um den großen Kummer über den J&nult ihrer Kinder in christlicher Wohltätigkeit zu vergessen, sie hat an der Küste von Epirus, in Santi Quarcmta, gegenüber, dem Kanäle von .Korfu, dicht neben einer alten venezianischen Felchng, auf deren Turm setzst das amerikanische Banner weht, ent kleines Zelt- und Barackendorf errichtet, in dem sie eure, große Anzahl von Landleuten aus den umliegenden Gegenden ausgenommen hat und 'verpflegt. Sie ernährt sie auf eigene Kolten und gibt ichien zu arbeiten: die Frauen stricken, weben und fabrizieren necken, die Männer bauen Häuser. 68 kleine Kinder, sind in einem großen Zelt untergebracht und werden von einer grtechiiaxn Lehrerin ausgezogen und unterrichtet. Die kleine Niederlauung arbeitet mit einem echt amerikanischen Fleiße. Isadora Duncan, nickt zufrieden, alle Vorsorgungen für die Unglücklichen zu treuen, will sie auch moralisch wieder in die Höhe bringen, da beinahe alle unter den schrecklichen Wirkungen des Krieges seelnck ge­litten haben. Tie Künstlerin lebt in einer innigen Verbindung mir ihren Schützlingeit, und hat, wie derNew Bork Herald versichert, für jeden ein liebes Wort.

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen­schaft. Tie Tortmunder Stadtverordneten bcnnlligten luuuu Mark für die Ausführung des Parsifal.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion:^-^ 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.

TieSietzener Zamilienblätter" werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. S)it>Landwirtschaftlichen Zeit­fragen" erscheinen monatlich zweimal.

notwendig.

Schließlich erhebt sich' die zur Beurteilung maßgebende, Fratze, ob beim überhaupt dort, wo Tarifverträge nicht ein- geführt oder einführbar sind, der Arbeitsverdienst $egei> über dem tariflichen zurückbleibt. Tas Gegenteil ist vielfach der Fall. Die Arbeiter der Großindustrie gehören zu den bestbczahlten, und die Nachfrage nach guten Kräften ist groß. Tie bereits erwähnte Vielgestaltigkeit der Arbeits- prozesse gestattet im höheren Maße besondere Leistungen und bessere Beurteilung, die im Lohne zum Aus­druck kömmt.. Alle höheren Arbeiter-Stufen, wie Schlosser, Farmer, Tischler, die gelernten und zum Teil auch unge­lernten Arbeiter, würden unter der allgemeinen Herrschaft von Tarifverträgen auf eine tiefere Durchschnittsstufe herab^ gedrückt werden, während deren Mangel sie gerade hinauf- aeft'chrt hat. Gerade bei ihnen tritt die Interessengemein­schaft von Kapiatl und Arbeit somit am stärksten m Erschei- Tuntg, während der Tarifvertrag dahin tendiert, den Ge­gensatz zwischen Kapital und Arbeit zu verschärfen.

in äußerster Lebensgefahr schwebte, i ihm schöne Verse gewidmet La Touche war ein moderner Roloko- - - 1 Künstler, ein echtbürtiger Nachfahre Watteaus, mit dem er ireiltch

I nur die Lebensfreude, Die Grazie, die Koketterie, nicht aber jene

(Ein berühmter Räuber.

Unter denarmen Burschen" d. h. Räubern, die in Ungarn genau dieselbe Rolle gespielt haben, wie die Briganten m Italien, war einer der letzten und berühmtesten Rozsa sandor, der nach Beendigung seiner Laufbahn noch lange in einer Zelle des Kaiser­in rms auf dem Kufstein vegetiert hat.

Regelung des preußischen Meirommihrechtt.

Bereits im Jahre 1903 war auf Anregungen des oreußischen Abgeordno^enhauses von der Staatsregierung ein Fideilömmipgesetzentwurf ausgcarbeitet worden, in dem anerkannt war, daß die Fideikommißbildung in manchen Teilen der preußischen Monarchie sehr weit fortgeschritten und zu viel Ackerland dem freien Verkehr entzogen sei. Dieser Entwurf wollte die sideitommissarische Bindung von Grund- besipungen hauptsächlich an die Genehmigung der Regierung knüpfen, wogegen von anderen Seiten eine kräftige Er­höhung des Fideilömmißstempels, her zurzeit nur 3 Proz. des Besitzwertes beträgt, oder auch die Festsetzung von Höchstgrenzen für gewisse Verwaltungsbezirke (Kreise oder Regierungsbezirke) verlangt wurde. Aus welchen Gründen die Berarung und Beschlußfassung des 1903er Entwurfes hintangehalten wurde, entzieht sich allgemeiner Kenntnis. Die andauernde und bisweilen sehr starte Zunahme der Fideikommißfläche in Preußen zurzeit befinden sich schon nahezu 7 v. 5). der Gesamtfläche des Staates im Fidei- kommißbesitz hat wiederholt die Kritik des Landtags l erausgefordert: der Landwirtschastsminister erkannte den Mißstand an, sagte eine Reform zu, die aber wiederholt vertagt wurde. Nunmehr verlautet, daß in der nächsten Session des Landtages ein neuer Fideikömmißgesetzantwnrf vorgelegt werden solle. Daß es dabei nicht auf eine Zer­schlagung oder Auflösung der Fideikommisse abgesehen sein kann, liegt auf der.Hand. Allerdings wird die Bildung von Fideikommissen erheblich erschwert werden. Die Regierung wird sich ein entscheidendes Wort bei der Genehmigung sichern und will überdies bestimmte Normen für die Fidei- liommißbildung Vorschlägen. Für den Forstbesitz soll hier­bei der weiteste Spielraum gelassen werden. Man geht dabei von dem Grundsätze aus, daß es im allgemeinen wirtsck)aftlichen Interesse nur begrüßt werden kann, wenn eine möglichst umfangreiche Fläche von Forst­land fideikommissarisch gebunden ist, weil nur auf diese Weise eine wirksame Gewähr für die Erhaltung der Wälder geschaffen wird. Erwähnt mag übrigens sein, daß in den Jahren .1908 bis 1910 der Mehi^ugang an Fideikommißfläche in Preußen zwischen rund 22 000 und 48000 Hektar be­tragen hat. Im StaatsdurchsckMtt wurden in den drei letzten Jahren nur etwa 20000 Hektar Land in Fidei­kommisse umgewandelt. Erfreulich ist bei den Fideikommis­sen, daß fast die Hälfte der Fläche forstwirtschaftlich be­trieben wird.

Das 12. Deutsche Turnfest.

~ Leipzig, 15. Juli.

Der heutige dritte Festtag des 12. DeutschenTurnfeftes begann wieder mit einem Zwölfkampf und zwar der Kreise HI B bis XV, sowie der Gäste der ersten Abteilung. Die Kämpfe nahmen bereits kurz nach 6 Uhr früh ihren Anfang, worauf dann von 8 Uhr ab den ganzen Vormittag über das Kreisturnen Der Kreise I bis IIIC, V, VII, IX und X ftattfand. Bei den bisher gebotenen Vorführungen zeigte es sich, daß in allen acht­zehn deutschen Tnrnkreisen mit gleichem Eifer und Hingebung ge­arbeitet worden ist, so daß die Leistungen zum Teil erstaunlich waren. Ueberall zeigte sich das Bestreben nach immer besseren Leistungen. Unverkennbar ist, daß die zunehmende sportliche Be­tätigung der Jugend, Die Anregung, die die Schule, die Jung­deutschlandbewegung, das Wandervogcltum und anderes mehr bieten, auch auf die lurnerischen Leistungen nicht ohne segensreichen Einfluß geblieben sind. Bei dem Turnen der Kreise und der ihnen unterstellten Gaue trat deutlich das Bestreben zutage, die Kräfte zu gemeinsamer Betätigung zusammenzufassen und damit darzntun, daß nicht Einzelleistungen allein einen Kreis oder Gau über die anderen hervorragen lassen, sondern daß im Turnen der Massen, wo jeder einzelne sich als Glied des Ganzen betätigen muß, der Erfolg für den einzelnen Turnkreis liegt, weil damit gezeigt wird, daß auch der weniger befähigte Turner mit seinem können nicht zurückzustehen braucht. Hervorragende Leistungen boten u. a. die Turnervereinigung Berliner Lehrer, der Hannoversche Kreis, bte schwäbischen Turner, die Rheinländer. .... .

Tie Besucher der Tribünen entsprachen den leweils turnenden Kreisen und diese Kreise sahen, sobald sie.antraten, stets ihre Lands- leute, die die Turner aufforderten, ihr Bestes zu zeigen. Noch während des Zwölfkampfes begann das Turnen der für heute de-

immer davon, wenn er auch oft in----- .

Es kam dabei zu regelrechten Fcuergesechten. Aufgehoben wurde er am 9. Mai 1857. Er war mit einem Freunde in -streit .geraten Unb dieser kämpfte mit ihm: dabei entlud sich ein Karabiner, den Rozsa unter seinem Bunde trug und zerschmetterte Dem anderen den linken Arm Es wäre dem anderen vielleicht noch fchlimm er­gangen, wenn ihm nicht Frau und Magd zu Hilfe gekommen waren. Tie drei übcrmältigten den Räuber und banden ihn. 1850, im Februar, stand Sandor in Ofen vor Gericht: er hatte verfucht, nch freizulügen, indem er behauptete, er wisse allein wo die Stefans- kröne verborgen liege. Aber die Krone war schon gerunben und man verurteilte ihn zum Strang. Dör Kaiser begnadigte ihn zu lebenslänglichem Kerker. Ä-

Gaston La Touche t=

Einer der elegantesten unb geistreichsten modernen französischen Maler der auch auf deutscheii Kunstausstellungen öfters nut seinen'Werken vertreten gewesen ist, Gaston La Touche, ist, wie aus Paris berichtet ivird, in der Blüte 1 eurer .^ahre plötzlich verschieden. Gajton La Touche war zu Saint-Cloud geboren unb hat immer in diesem freundlichen Seine-Torfe gelebt, wo iwch der köstliche Park an die schöneren Tage der Vergangenheit erinnert Und der Künstler ist. stets der Ansicht gewesen, datz er das Beste seiner Kunst dem genius loci zu verdanken hatte, der ihn mit dem Geiste der heiteren Feste und Stile vertraut machte, deren Stätte Saint-Cloud so lange gewesen mar. La Touche ist zuerst als Bildhauer, bann als Rabierer im Pariser Salon aufgetreten, unb erst gegen 1880 hat er fern malerisches Talent entbedt. Er geriet damals unter den Einfluß der Jm- pressionifteii, zu deren treuen Gefolgsmännern er zahlte unb bereu Stil er mit leichtem Pinsel verarbeitete, ohne jedoch eigen!-

Mittwoch, 16.3uH 1913

Rotationsdruck unb Verlag der Brühl'fchen Universitäts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Tarifvertrag und Grohinduftrie.

Nach den neuesten Veröffentlichungen des Kaiser!. Sta­tistischen Amtes dehnt sich die Anwendung der kollektiven Arbeitstarife in Deutschland aus. In der Großindustrie ist diese jedoch noch, recht gering, und der Tarif-Vertrag wird vorläufig den freien Arbeitsvertrag nicht verdrängen. Fast 90 Prozent der Arbeiter in der Großindustrie stehen im fsteien Vertrag. Je größer die Betriebe, umso größer dieser Prozentsatz. Der Grund der geringen Anwendung des Ta­rif-Vertrages in der Großindustrie liegt durchaus nicht etwa nur an der Stärke der Unternehmerorganisationen, sind doch auch in ihr die Arb eiter Kewer io e reine besonders stark. Ter Grund liegt vielmehr an der Art der Arbeit, weil sich der Produktionsprozeß, im Gegensatz etwa zum Handwerk, in eine große Anzahl von Verrichtungen auflöst, die des- 'halb nicht so leicht schätzbar sind. Taher hier Akkordent- löhnung (nach der Arbeitsmenge) statt Stundenlohn. Weiter­hin ist auch in der Großindustrie die Berechnung des Loh­nes sehr verschieden und kompliziert. Man denke etwa nur an Maschinenfabriken mit ihren vielen Arbeiterkategorien, die vielfach wechselnde, besondere Konstruktionen und Qualitäten Herstellen. Dazu der dauernde Weckfsel infolge technischer Fortschritte. Hier kann ein Vertragsschema nicht genügen. Und das umsv weniger, je größer der Kreis ist, den es umfassen soll.

Besonders 'wird der Tarifvertrag mit dem Hinweis cmp fohlen, beim freien Vertrage liege ein Gewaltverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor, das sich be­sonders dahin äußert, daß der Kapitalbesitzer die Arbeits­bedingungen diktiert und insbesondere willkürlich entlassen kann. Die Sache liegt aber heute häufig so, daß der Un­ternehmer der schwächere Teil ist. Wie leicht verlassen heute nicht schwer ersetzbare Arbeiter grundlos ihre Stelle. Das trifft besonders auf Zeiten guter Konjunktur zu. Besonders der kleinere Geschäftsmann, der bereits vom Kreditgeber, dem Kunden und der Konkurrenz abhängig ist, ist heute in vielen Fällen der wirtschaftlich Schwächere als der Arbei­ter, der eine starke Organisation hinter sich hat und seine Abhängigkeit vermehrt. Ta ferner die den Tarifvertrag ab­schließende Arbeitergemeinschaft dem Unternehmer keine Aufträge erteilen kann, wird er auch weiterhin entlassen können müssen. Der Tarifvertrag wäre also ein untaug- lick>es Mittel, dasGewaltverhältnis" zu beseitigen. Be­deutet denn diese Abhängigkeit einen so großen Nachteil, das; ihre Beseitigung ein sozialer Fortschritt wäre? Man übersieht, daß nicht nur die Arbeiter, sondern in noch höherem Maße das große Heer der Privatbeamtenschaft ab­hängig ist. Letztere finden viel weniger leicht gleich Stel­lung. Man übersieht, und dieser Punkt ist hier von größter Wichtigleit, das; es auch 'eine In ter essengemein - s ch a s t zwischen Kapital und Arbeit gibt. Diese verbietet eine ausgesprochene Gewaltherrschaft und macht das Zusammenarbeiten von Kapital und Arbeit innerlich

Um 2 Uhr begann das Wett-Fechten in vier Abteilungen unb zwar würbe gejochten auf Floret, Spada, leichte sadel, Bügelsäbel, Buckelsäbel, Korbsäbel unb leichte Degen. Laute Be­geisterung erweckte bann bas Turnen der Leipziger schul - jugenb, bic zu vielen Hunberten erschienen war. Zur selben Zeit begannen die ersten Leistungen ber SchwirnrnverKne in einer benachbarten Turnanstatt, befteftenb in Eilboten . Kürschwimmen unb ' Wasserballspiel. Auf dem Frciübung^lap fanden volks­tümliche Einzelübungen statt. Die ein Vorbild ;ur Heinere Turnvereine geben sollten. In Den einzelnen Turnzelten machten wie auch gestern die T n r n e r i n n e n L e i p z i g S F r e i ü b u n- gen in Der Hauptsache Stabübungen, außerdem beteiligte Pch am Abend die Jugend Leipzigs noch eifrig mit turnerischen Spielern Neben Dem Zweikamm unb bem Kreisturncn gehen täglich auch AuSscheidungs- unb Wettspiele in Schlag-, Faust- unb Fußball auf Dem Sportplatz vor sich. Diese spiele haben erst seit Dem Breslauer Turnfest eine rege Pflege gefunben unb zwar nicht m emer einfachen harmlosen Art eines Erholangs,vieles, sondern als richtige Wettspiele. Ter Faustball war allerbings sckwn in Hamburg ziemlich beliebt gewesen, aber er hat sich jcitbem noch eine große Anzahl neuer Freunbe erworben.

Von befonberem Interesse war bas Festmahl bes Aus­schuss e s ber beutscheu Turner; chast Tie Reihe ber Reben eröffnete Sanitätsrat Toeplitz (Breslau), mit einem Gut Heil ß' auf Kaiser Wilhelm unb ben Ehrengast bes Festes König Friebrich August. Generalfelbmarschall v D. Goltz be­tonte, baß Die Deutschen Turnfeste Feste ber Arbeit stneih und eine hohe nationale Vebeutung hätten. Er brachte namens oes Jungbeutschlanbbunbes ein Hoch auf die ^eutzche ^umersaiatt ans. Stadtschulrat Rühl -Stettin) sprach ans die stabt Lewrig unb bie verschiebenen Festausschüsse, bie in mustergültiger Weise gearbeitet hätten. Ter Zentralausschuß für Volks- unb 3wnb=> spiele ließ durch Pros. Kohlrausch (Hannover) den Wnn;ch aussprecken, baß ber Ausschuß mit ber Deutschen Turner;chatt zu gebcMcbem Wirken zusammengehen möge. xr. wa d a >Wien) brachte namens ber Teutsch-Oesterreicher, die tne Vorhut des deutschen Volkes im Osten seien, ein Gut-Heil! auf bic bcuW Turnerei aus. Der Vertreter des Belgischen Turnerbundes, Kü­pe ms, überbrachte dem Vorsitzenden ber Deutschen Turner- schast, Sanitätsrat Dr. Goetz, Die Siegespalme und Nir die Fahne ber Deutschen Turnerschaft bic Medaille des Bclgi;chen Turnerbundes. Geheimrat Goetz hob in seiner o.arlkan;prache hervor, daß die Deutsche Turnerschaft stets unabhängig nach oben wie nach unten gewesen sei. Es handele sich um den Kamps um bie Jugend, unb da gelte es, Treue zu halten dem Vaterland, ber Arbeit und ber Jugenberziehung. Im weiteren Verlause Festmahls sprachen noch Vertreter aus Rußland, der Schweiz, Holland, Brasilien, Chile, Teutsch-Sübweft-Afrika nsw xer Ver­treter ber brutschen Turner in Südweft-Asnka hob hervor, wie notmenbig es sei, baß bie deutschen Turner sowohl im ^nland wie im Ausland ihre Unabhängigkeit bewalden. -taS tonnten sie nur, wenn sie unter sich selbst einig leien wie bisher, um» sich gegen jede Einmischung in Partei- unb sozialpolitische Kamme verwahren. Sein mit Begeisterung auf genommenes > Hoch galt ber Einigkeit bes deutschen In- unb Auslandes.

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oderheffen

Ans StaM nnd Catifc»

Gieße n, 16. Juli 1913.

Sorgfaltpslicht des Straßcnpafsanten und Haftpflicht der Straßenbahn.

Tie allgemein im Verkehr ersorberliche Sorgfalt verlangt, daß der S t r a f; e n p a f; a n t sich vor dem Ueberschreiten von Straßenbahngleisen ober beim Aufstellen in ber Nähe folayer Gleise umsieht, ob etwa burch einen herannahenden strasten- balmwagen Gefahr brol.t. In ber Unterlassung dieser Sorgfalt liegt stets eine Fahrlässigkeit, bic je nach ihrem Grade

Ein Richter, nicht ein Räuber hatte er werben^sollen, denn seine Eltern, freie Bauern, hatten ben vor 100 Jahren, am 16. Juli 1813 geborenen Sohn auf bas Gymnanum zu szege- bin gebracht, wo auch ungarisches Recht gelehrt wurde. Cs^gmg zügellos her auf bie;er Bildungsanstalt, bic Schuler trugen Sabel, unb Rozsa war mehr auf der Pußta bei Den Hirten und schaf­bieben, als in ber Stabt. Mit den Prvses;oren stand er ; ich bei biefer Lebensweise natürlich nicht gut, unb als er einen von ihnen furchtbar burdfgeprügcü hatte, war es mit leinen .Studien zu Gnbe. Er würbe Solbat bei einem Hufarenregiment in Mai- lanb unb avancierte schnell zum Korporal, würbe ^her wieder Segrabiert, weil er einen Offizier beleidigt hatte. ^i4er hat sich mehr als zudringlich gegen eine Dame benommen, in bei R^sa bic Tochter des Gutsherrn tu feinem ^tmatsDjric cr- fannte. Ritterlich befreite er ;ie von i br cm Bedränger, ab er ein Gemeiner von damals durste nicht.ritterlich 'nn und ttiM>ig GtatidjUiee nmren sein Lohn D°r°ud-sErte er 1832 uni> ging nach Ungarn zu nickin bte Pußta . xa£ nun g Räuberleben lieferte Der Volksphantasie g g

verständlich spielt das Ewig-Weibliche in all dreien uitkontrollier baren Erzählungen eine große Rolle Snne haupttachl chste Ge fäftrtin war eine gewisse Katharina, die wegen ) Wildheit der Dorfteufel" genannt worden st-ar und sich wm an schloß nachdem sie ihren Gatten halb tot ge;chlagen hatte, so kam das Jabw 1848 heran, unb Rozsa bot ber ungameben National- ben Bravsten der Braven" genannt hat Natürlich hatte iyn Die Negierung begnadigt, aber nach dem Fehlschlagen der Rev^uttvn erkennte die österreichische Negierung die Begnadigung nicht an, andte Milititt wid^ ihn und so wurde .er aufs neue Räuber. In Den Theiß, Komitaten wirtschaftete er nun Ag, cmmal raubte er mit zwei Gefährteii einen Zug von -3 Wagen. ^$n Szegedin wurden von ihm u'^ s^er Bande Raubau, e i ^Roftand," der^chlischst^ all^französischen Dich-!

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