Ausgabe 
19.8.1913 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

M. (95

Erscheint täglich mit Ausnahme des SounragS.

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t als eines Gliedes der Universitas

gleiä-en Meinung haben auch hervor - B. mit besonderer Wärme der .Historiker

kommt, daß

besudeln, verschenken, verfeilschen lassen!

daß wir

sie

Moderne Werber in Spanien

25.

inntnis gebracht, ebenso- ein Idrgrantm des Cardinal y del Val, in ivclchem dieser milteilt, daß der Heilige

Aur Kenntnis

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aufgenommeneS

B c n z l e r die der ganzen ka-

Am seltsame

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Der Präsident brachte sodann ein begeistert dreifaches Hoch auf den Papst und Kaiser aus.

Sodann bestieg, jubelnd begrüßt, Bischof Rednertribüne. Er hieß die Tagung im Namen

Pater der Katholikenversammlung und jedem einzelnen Teilnehmer den Segen spende.

thelischen Bevölkerung von Meß und Lothringen willkommen und stellte die Versammlung unter das Zeichen des Kreuzes. Zum Schluß seiner Rede erteilte er zusammen mit den übrigen Bischöfen der Versanrmlung, die nicdergcknict war, den bischöflichen Segew

Hierauf sprach der Bischof von Speyer, Dr. v Faul- Haber, überDas Mailänder Edikt und die ft r e t * bett der Kirch e". Der Redner bezeichnete das Mailänder Edikt als das Urcvangelium der kirchlichen Freiheit und kam dann nach einem historischen Exkurs aus die Gegenwart zu sprechen, >wbei er die Befürchtung hegte, daß bei einer etwaigen Trennung von Kirche und Staat in Deutschland, diese Trennung nicht nach amerikanischem, sondern nach französisdxrn Muster kom­men werde, nicht als Weg zur kirchlichen Freiheit, sondern als Weg zur Knechtschaft. Der Redner schloß mit dem Gelöbnis, daß die deutschen Katholiken immerdar sein wollten, die Ehrenlegion des Kreuzes, die Wehrkraft der Freiheit der Kirche Gottes.

An letzter Stelle sprach Seminardirektor a. D Höbcr (Köln) über die religiösen Pflichten des gebildeten Laienstandes. Er verlangte Weiterbildung der Laien, da­mit diese den Angriffen der Gegner gewachsen seien.

Die Versammbung hatte damit ihr Ende erreicht.

Auck? diese Entschließung gelangte einstimmig zur Annahme, lieber mittag fand eine geschlossene Ausschuß- sitz un g statt, in welclvr beschlossen wurde, den nächsten Ka­tholikentag im Jahre 1914 ni M ü n st e r i. W. abzuhillen.

Nachmittags trat in der Feffhlllc

die erste öffentliche Versammlung zusammen, die von über 6000 Personen besucht war. Ter Präsi­dent des Katholikentages Fürst zu Löwenstein eröffnete die Versammlung mit dem fatbolh'd n Gruß

Er mahnte dann, angesichl.. des Tagungsorte- in diesen Tagen die Gefühle zu schonen, die jeder edeldenkende Mensch verstehen und achten müsse. In einer .<0crlKn»rcgunn können sich alle treffen, die zu dem Katholikentage gekommen sind: Zn der ritterlichen Hochachtung vor den Helden, die auf lo­thringischem Boden^gefallen sind und für die roir ein innige- Oie bet in unserer Seele tun. Auch Fürst zu Löwenstein ver­langte dann die Aufhebung des Jesuitengesetzes und kam weiter auf "bot Streit zwischen ben christlichen Gewerk­schaften und b^m Katholischen Arbeiterverein zu sprechen. Dieser Streit brohte zu einer ernsten Gefahr-für ben Katholizismus zu werden. Da erschien die päpstliche Enzyklika, und damit ist der Streit für uns deutsche Katholiken entschieden und muß nun ruhen. Tie große Menge deS katholisclren Volke- hat in J)cn letzten Jahren mit Mißstimmung gesellen, wie der Streit sich verschärfte, inic tüchtige Kräfte im katholischen Lager in furchtbarem Kampfe sich gegenseitig zerfleischten, nne das Gift fortgesetzt sich verbreitete. Wir wollen hier keine Interpretationen geben, aber daS können wir auSsprechen: der Streit über die Zulässigkeit der Organisationen ist entschieden, und nun ver­langen wir Katholiken, daß er ruhe. Die Bedeutung der Or­ganisationen der katholischen Arbeitenvelt ist für diese unter allen Umständen viel zu groß, als daß die Arbeiter durch diese Streitigkeiten weiterhin beunruhigt werden bürten. Insbesondere bitte ich die Presse beider Richtungen: Lassen Sie die Jeder endlich ruhen! Ich schließe mit ben Worten, die der Präsident des vorjährigen Katholikentages Ihnen zurief: Ob von Berlin ober Köln, von Trier ober M.-Gladbach, alle Wege führen n a ib Rom! Wenn von der 60. Generalversammlung der^ Ka­tholiken einst gesagt werden kann, daß diesem unseligen Streit ein- für allemal ein Ende gemacht hat, so wird daS das her­vorragendste Perdienst lein, das sie sich erwerben konnte. Und ui her Geschichte deS Deutschen Reiche- wird dafür an mal gesetzt werden mit der Inschrift: Der Friede von Metz! (Anhaltender, minutenlanger Beifall.)

Darauf wurde der Versammlung die bereits mitgeteilte tele­graphische Antwort des Kaisers auf das Huldigungstelegramm

ikt theologischen Wissenschaft litterarum betont Der glei

Dienstag, 19. August 1915

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universität- - Buch- und bteindmckerei.

R. Lange, Gießen.

TieGieheier LamMenblätter" werden dem ,91ii4eifler' viermal wöchentlich beigelegt, da- Kreisblatt für ben Kreis Eietzen" zweimal wöchentlich. TieLandwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition unb Vertag: e:^s>51. Redaltiomk^aSHL. rel.-AbruAnzeigerDießen»

... August wird in Madrid die Entscheidung über eine __________ Ausschreibung fallen, über deren Einzelheiten die Gaceta" einige intcrenantc Angaben macht. Es handelt sich um eine Lieferung für die Regierung: aber nicht etwa um eine Liefe­rung von Waren, Gegenständen oder Arbeiten, sondern um nichts weniger als um eine Lieferung von Menschen. Es handelt sich um die Herbeischafsung von Freiwilligen, die als Rekruten in die afrikanischen Truppentelle Spaniens eintreten sollen. Der Unternehmer" muß sich der Regierung verpflichten, ihr im Laufe von zwei Jahren 40 000 Rekruten, zu verschaffen und zwar alle

Es gilt, wahre Menschenwerte zu vertreten gegenüber denen, die Menschen zu Wertartikeln unb damit zu Handelsartikeln mad?en möchten. Menschen sind Kostbarkeiten, die mit Geld und Geldes- wert nicht bezahl! werden können. Wehe uns, trenn es dahin wir diese Kostbarkeiten in den Schmutz ziehen lassen.

halb Jahre je 10 000 Mann. Dafür bezieht der Unternehmer oon der Regierung für jeden Anwärter auf militärische Ehre in Afrika 300 Pesetas. .Fttr den Transport der Rekruten hat der Un> lernehmer eine Kaution von 40 000 Pesetas zu hinterlegen: und für jeden an der vorgeschriebenen halbjährlichen Zahl von 10 000 Leuten fehlenden Kori werden ihm 50 Frks. von der Summe ab­gezogen, die er für die herbeigeschafften Freiwilligen erhält.

Da die Bestimmungen über die Aufnahme in dieses afrika­nische Korps nichts darüber enthalten, daß Angehörige anderer Nationalitäten ausgeschlossen sein sollen, scheint hier eine Art spa­nischer Fremdenlegion im Werden, und wenn die mo­dernen Gesetze in den Kulturstaaten Europas das nicht vcrhfti- berten, würde man es vermutlich bald erleben, wie in prunkvolle Uniformen gehüllte spanische Werber mit Trommel und Trom­pete durchs Land zögen, um moderne Landsknecht anzuwerben. Da bei der allgemeinen Dienstpflicht in Spanien die jungen Spanier im eigenen Heere bienen, wird die Zahl derer, die nach Ableistung ihrer Dienstzeit freiwillig in Afrika eine neue Sol­datenzeit durckpnachen wollen, im eigenen Lande anscheinend nicht groß genug sein, unti die Reihen der Kolonialtruppen voll aus- zufilllen.

wörtlichen Stellen des Reiches taum etwcrs wissen und aus den zuerst Inngcwiesen zu haben, das große Verdienst der früheren Stuttgarter Polizeiassistentin Schtvcstrr Henriette Arendt ist. Nach der Darbietung des wahrhaft erscküttern- den Materials macht der Verfasser pradtischc Vorschläge zur Verhinderung des Handels mit Kindern in Deutschland Er verweist dabei auf Vorschläge, die in der Schweiz von führender Stelle gemacht mordet: sind, die nach Dr. Wilker jedoch noch einer Erweiterung bedürfen. Er schließt des­halb seinen bedeutsamen Aufsatz mit folgenden Worten:

Es muß ganz allgemein dahin kommen, daß jede- unehc liche ttinb überwacht wird, auch das ohne Pflegegelb untergebrackste, für bas es eine Ueberwachung vielfach heute noch nicht gibt. Es ist das Gegebene, daß alle unehelichen Minber der segensreichen Einrichtung der Derufsvormundschast teilhastig werden. Und es ist wünschenswert, daß diese Berufsvormundschaft ausgedehnt wirb bis aufs 20. ober 21. Lebensjahr. Die Notwendigkeit dieser längeren Ausdehnung hat sich in der Praxis herausgestellt. Aber auch theoretische Erwägungen sprechen dafür.

Bis zur Durchführung dieser Maßnahmen ist aber jeden falls noch ein weiter 'Schritt. Daß so lange die Arbeit nicht ruhen bari, ist selbstverständlich.

Zur Zentralisierung dieser Arbeit ist die Gkünbung eines Nationalkomileeszur Bekämpfung des Kinderl.andels drin­gend notwendig. Bestrebungen in dieser Hinsicht sind im Gange. Sie zu unten büßen, sollte stch jeder für verpflichtet halten, der Interesse am Wohlergehen unseres Bolles hat. Zweckmäßig wird es sein, daß jeder, der helfen will, sich an Schvestcr HenriettG Arendt in Stuttgart (Kelterstr. 49) oder auch an den Vorsitzenden des Vereins zur Förderung der öffentliä-cn Sittlichkeit, .Herrn Pfarrer P. Bruns in Kronenburg-Straßburg i. Els., wendet. Es gilt, nicht nur unferm Bolir feine Jugend zu erhalten: es gilt vor allem auch, unserem Volke feine sittliche Stellung zu erhallen.

Deutscher ttaiholiken-Tag.

~ Metz, 18. August.

'2er brütige zweite Tag der 60. Hauptversammlung der Katholiken Deutschlands wurde eingelciiet durch ein Pontifikal­amt zu Ehren der Jungfrau Maria, der Patronin der deutschen Kätholikentage. Um 914 Uhr vormittags trat zunächstDie Organisation der Katholiken Deutschlands zur Betteidignng der christlichen Schule unb Erziehung" zu ihren Beratungen zu­sammen. Es sprachen in der Versammlung Oberlehrer Cuny (Moittigntst, Hauptlehrcr Wev Haupt CStranburgi und Waisen­hausdirektor Mauel, die sämtlich die konfessionelle Volksschule forderten.

In der

zweiten geschlossenen Versammlung, die wieder im Hotel Terminus stattwnd, wurde der Bericht des ständigen Kommissars der Katholikentage, Grafen zu Droste- Pi s ch e r i n g entgegengenommen. Daraus geht hervor, daß die Zahl der festen Mitglieder auf 5900 gestiegen sei. Weiter empfahl der Berichterstatter die Unterstützung deS Männerbundes zur Be­kämpfung der öffentlichen Unsittlichkeil.

Hierauf begründete Landtagsabgeordneter Schmitt (Mainz eine Entschließung zur römischen Frage, in welcher die 60. Hauptversammlung von neuem fordert, daß der Papst als Oberhaupt ter katholischen Kirche eine volle und wirkliche Freiheit seines obersten Htttenamtes genieße, welches die unnachiässige Vorbedingung für die Freiheit und Unabhängigkeit der ganzen katholischen .'tirebe bilde. Weiter werden in der Entschließung die Katholiken auigerorbert, in der Sammlung und Unterstützung des Peterspf.'nnigs fomufabrm. Die Entschließung wurde unter stür­mischen Beifall einstimmig angenommen.

Landgerichtsdirektor Giesler (Mannheim) begründete die Entschließung zur Jesuitenfrage.

Sie verlangt die Aufhebung des Jemllengefetzes und des Bundes- ratsbricAunes und besagt u. a.: .Es erfüllt die Katholiken mit wachsender Sorge, wenn fie sehen müssen, rote der Geist der Un­duldsamkeit, der dieses Gesetz gc'tragen hat, auch heute am Werke ist, um feinen Vollzug sogar noch über den Inhalt des Gesetzes bin au 5 mi verschärfen, während gleübzcittg om Alheisten und Anarchisten aller Art in unbegrenztem Maße die Freiheit gelassen wird, die Fundamente des christlichen Staates zu untergraben.

In seiner Dceeündung nannte der Redner das Jesuitengcfetz einen Schlag ins Gesicht des katholischen Volke?. Tie Jesuiten tracrigten nicht Unmoral und UnsittlickLcit, sie lehrten nur das, was die Kirche und der Hellige Vater vorschrieben. Auch der Vorwurfs sie seien international, beruhe auf Unwahrheit. Selbst nadiOem sie aus dem deutschen Paterlande vertrieben waren, haben die Jesuiten qe^dgi, daß sie überall für die Größe und das Ansehen des Deutschen Reiches arbeiteten. Das hat auch die Re­gierung anerkannt, vor allem end), daß sie in den deutschen Kolo­nien großartige Arbeit geleistet haben.

Deutscher Grtsttantenkassentag.

** Breslau, 18. August.

Unter Beteiligung von mehr als 800 Delegierten, die über 500000 Kassenrnuglicder vertreten, trat hier ber Deutsche Crts- krankenkassenverband zu seiner 20. vrbentlichcn Mitglie­derversammlung zusammen. Der Vorsitzende deS Haupt- verbandes, Fräßdorf (Dresden, begrüßte bic Erschienenen und nnes auf den Aufickzwung hin, den der Verband in der letzten Zeit genommen habe. Die Gegner hätten den Kampf mit allen Mitteln verstiesst, ohne damit irgend etwas zu errcid'-n. Die Hauptaufgabe be« Verbandes fei der Ausbau der sozicilpolirisckcn Einrichtungen zugunsten der Kasstnmitglieder: der Verband vermeide jede Partei» politische Meinungsäußerung und pflege das Zusammenarbeiten von Arbeitgeber- und Arbellnehmervcrbänden und von Kassen- beamten.

Perbandsdircktvr Hesse (Dresden) erstattet hierauf den Gc- sckvstsberickn, bet namentlich die Stellung der Kronlenkassen zu den Äertten, die Verteilung des Medizinalpersonals, h;e Säug­lings . Kinder- und Wohnungsfürsorge, die Bekämt'una der KrcbS- unb Gesä lcchLskrankhriten ufw. besprach und mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde.

Hieraus sprach Dr. jur. Althenrat st Ehailottenburg), Abteilungsvorsteher in der Zenttalstelle für Vollsir.'hstabtt, über Woknungssrage, Wohnungsgesctzgeoung und bic Mitwiriung der Krankenkassen bei ber Reformarbeit". Er verbreitete sich ein» qcfcnb über die sog. Sicdclungsvetcine und über den Zustand bet Wohnungen selbst unb schlug Mittel zur Aokilst der bestehenden Mängel vor. In der von ihm oor gelegt en Entschließung ward ge­fordert, daß die Krankenkassen der Wohnungsfrage erlebte Auf­merksamkeit zuwenden, daß bic Kassenärzte bie Wohnungen der Kranken kontrollieren und die Kassen selbst durch Gewährung von Hnpothekdarlehen die Erbauung von .Kleinwohnungen fördern sollen. Nack einer furzen Aussprache wurden die Entschließungen angenommen.

Arbeitersekretär Wissell Berlin stellte zu fernem Thema , Reue Geawcr der Sozialversicherung" eine Reihe von Leitsätzen aur, in welchen der hohe Wett der sozialen Versicherung 7ür di- BolksIesundbeir anerkannt und lxrvorgehoben ranrb, daß feie einzelnen Zweige ber Arbeitervcrsick erung hwite -u Haupt- stützen der auf die Hebung der Volksgesundheit abziclmden Be­strebung en geworden find. Tic Lasten der Arbeitervceiich rung srnd notwendige und höM produktive Sve'cn der Volkswirt>ch"f' De Bestrebungen der Gegner, die mit Uebertreibungen b'r ichßmmsten Att und mit unbewscisbaren Dehmpkung-.n operieren, werden bie Krankenkassenverwattungen nicht von ihrem Weg? abbrinacn. In feinen wetteren Ausführungen kritisierte der Rechter schatt die Awncht von Prof. Bernhard (Berlin-, der von einerStenten* sucht ber Arbeiter" spricht.

politische Lagesschau.

Theologische Fakultäten,

Mr lesen in derNeuen badischen Landeszeitung" folgende Zuschrift aus kirchlichen Greifen:

An der jüngsten Universität, die Deutschland in Bälde haben wird, derjenigen zu Frankfurt a. M., wird von bei (: i ritbtung einer theologischen Fakultät al'gcfehen werben. Das gleiche still für bie haben anberen Universitäten bescl)ehen, deren <'>rünbung beabsichtigt ist, in Hamburg und in Dresden. Mluf bie Ginroenbungai, die dagegen crfpbm worden sind, ilt dieser Pepzicht auf eine theologisch- Fakultät, mit bem sich die neuen Hochschulen von dem tratationdlen Typus ber beuftdien Universi- tut untcrfdKibcn würden, weniger aus grundsätzlichen als aus Prak- lijcheu Gründen motiviert worden. Bei Frankfurt a. M. wurde v B. darauf hingewiefen, daß eben keine Stiftungen für tinc iha,logische Fakultät Vorgelegen Ivären, während das für bic übrigen J-akultäten ber Fäll war. Man hat auch die Bedürfnis- trage verneint, da die bestehenden theologischen Fakultäten für ben nicht starken Zugang zum theologischen Stttdium völlig genügen.

Dieser Standmmtt ist aber nickst ohne Wideapnich geblieben. Daß er von ber kirckjlichen Seite nicht geteilt wird, ist begreiflich. Es ist aber bemerkenswert, daß er auch in einem Gutachten, daß bic Rektoren ber preußischen Universitäten z u ber Frage abgegeben haben, entschieden ver nrint wurde. Dieselben haben ben Wett und bie Notwenbigkeit

Mreife in ihrer kirchlichen Gleick^gilltigkeit verharren, ihnen an Einfluß unb Macht immer überlegen sein wirb, weil sie arbeitet und tätig ist man stelle sich vor, daß sie die Aussicht hätte, bcu Geist ber künftigen Geistlichen in ihrem Sinn zu beeinflussen.

Die genannten Wirkungen müssen auch wohl errangen hierben, wenn brr an unb für sich gewiß durchaus diskutable Weg inter­konfessioneller religionswissenschaftlicher Fa­kultäten ins Auge gefaßt wird, wie bas auf bem letzten ba­dischen Landtag geschah Äe Folge würde natürlich die sein, daß bei Aufhebung der konfessionellen theologischen Fakultäten den .seirdyn gestattet werden müßte, ihre theologischen Seminarien außerhalb der Universität zu errichten. Da wo in der evan- fl.'lifd'zn Kirche eine freiere Auffassung vorherrscht, würde die öffentliche Kirche selbst davon wohl nicht Gebrauch machen. Aber die posittve Riäüung würde ohne weiteres die religionswissen- sck.aftlichc Fakultät bonfottieren und ihre Leute dvrtlrin senden, lvo deren Zusammensetzung ihr entspricht. Oder aber die positive Richtung richtet sich ein eigenes Thevlogcnseminar ein, ^gan; in ihrem Geist, wie das z. B. in Holland geschehen ist, als Folge ber rcligwnswisscnschaftlichen Fakultäten, die dort bestehen.

Der neue Kriegsminister und bas neue Spionageges/^.

Als dem Reichstage im Mai das neue Spionagegesetz mit seinen einschränkenden Bestimmungen für den Presse­dienst vorgelegt wurde, wurden diese Bestimmungen von der deutschen Presse einhellig bekämpft. Dieser Kampf scheint bei den maßgebenden Instanzen nicht ohne Eindruck geblie­ben zu sein, wenigstens ist die Berechtigung der von der Presse angeführten Gegcngvünde anerkannt worden. Wie wir aus Berlin hören, besteht die Aussicht, daß bei Be­ratung des Entwurfes im Reichstage die Regierung, vor allein ber neue .KriegsMinister, einer Milderung der bekämpften BestimmunMtn über Mitteilungen der Presse zu- stimmen wird, sie voraussichtlich sogar auregen wird. Es inuß hcrvorgchoben werden, daß der neue Kpiegsminister den Aufgaben ber Presse volles Verständnis entgegenbringt und dafür Sorge getragen hat, ihren Dienst zu erleichtern.

Die Lkbknsteuernng in England.

Einen außerordentlich interessanten Einblick in die Steige­rung der LebenSkost in England seit dem Jahre 1896 gibt ein soeben erschienenes Blaubuch, das auf Grund deS amt­lichen Materials feststellt, daß gleichzeitig mit den meisten übrigen Staaten Europas auch in Großbritannien die LebenS- mittclpreife um nicht weniger als rund 25 v. H. gestiegen sind. In den letzten sieben Jahren allein beträgt die Steigerung der Preise für Mieten, Lebensmittel, Heizung unb Kleidung 10 v. H. Den gewaltigsten Preiszuwachs verzeichnet die Kartoffel, die seit dem Jahre 1896 in 88 großen eng­lischen Städten um 46 v. H. im Preise gestiegen iE-; in Laucashire sogar um 62 v. H. Kohlen stiegen um 22,5 v. H., Käse, Brot, Mehl, Eier und Schweinefleisch um 10 bis 20 v. H., Butter, Milch und heimisches Schlachtvieh um 9 bis 10 v. H., und eingeführteS Fleisch um 9 bis 11 v. H. Nur der Zucker ist, alles in allem genommen, nicht teurer geworden, und beim Tee läßt sich eine geringe Verbilligung feststellen.

Die Zahlen sind deshalb von Bedeutung, weil bisher vielfach behauptet wurde, die Teuerung erstrecke sich nicht auf England.

iciflcnbe (belehrte, wie z. _ _________ _ _ ,

Lamprecht öffrittlühen Ausdruck gegeben. Tatsächlich ist die Religion eine so gewalttge Macht im Leben ber Menschen unb in her Geschichte ber menschlichen Kultur, baß ihre Erforschung, bic Wissenschafi von ihr unb das ist die Theologie einen Platz an ber Stätte beanspruchen barf, bie ber Pflege ber gefamien griffigen Interessen geroibmet sein will. Nun kann man freilich sagen, baß, dafür auch ohne die neu zu begründenden Universitäten in Deutschland noch genügend gesorgt sein wird. Was hätte die Loslösung der theologischen Fakulläten von dem Körper der uni versitas litterarum zur Folge? Nichts anderes, als daß die >ifrchen den alleinigen und ausschlaggcbenden Einfluß, aus die Bildung ihrer Geisilickini gewinnen würden. Bekanntlich herrschen in einem großen Teil der evangelischen Kirche die reaktionären Mräftc, vor allem in der prenßisck-en Landeskirche. Man denke sich die Herrsckxrfl des preußischen Oberkirchenrats, ausgedehnt auf die Thwlogie, die gelehrt werden soll, auf die Berufung ber Dozenlcii, auf den ganzen Geist dieser Dheologenschuleii. Man stelle sich vor, daß die Orthodoxie, die, so lange die liberalen

Handel mit Kindern.

An der Hand eines zuverlässigen unb zum Teil noch unbekannten 'Jütenmaterial» zeigt Dr. phll. 'tar. 'Stirer in einem eingcfyenben Aufsätze in der jüngsten ' lummer bet Halbmonatsschrist für das Deutschtum unterer Zett-t e i Vortrupp- (Georg Wigand Verttrg, Seipyg . dast lewer in Deutschland, und noch dazu in einer Zett, die man itolz Das Jahrhundert des Kindes" nennt, em Handel mit Kindern als schamloses Geschäft besteht, von besten Vor hundensern nur wenige Dolk^euossen und jewst bie vetum-

165. Jahrgang

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