Ausgabe 
15.4.1913 Erstes Blatt
 
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l.ch aftlr ch e Zentralgenoss cnschaft veranlag, sich um einen Teil d^r freigewordenen Erbschaft zu bemühen. Es hat zu bte)ent Zwecke .gestern hier eine vom Hessischen Bauernverein cinbcrurene Berwmmlung von Kassenvorständen unter dem Vorsitz von Landtagsabgeordneten liebel stattgefunden, in der Direktor

- Lorsch den Anschluß an die Regensburger Landwirt­schaftliche Zentralgenossenschaft empfahl.

Line gereizte montenegrinische Antwott an die russische Regierung.

Eetr-nje, s!4. April. Das amtlicho BlattGlas Cmagora" erklärt in einer Besprechung des russischen Kom- nrumgu^s: Wir bedauern einige Stellen hervorheben zu irie nur unsere Voraussetzungen bestätigen, daß die che Diplomatie nicht über genaue Informationen ver- sügt. Wir erinnern z. B an die Stelle, wonach der König den Rat erhalten habe, von der Verfolgung persönlicher Zwecke abzuftehen und _ die Montenegriner nicht dazu zu verurteilen, unnütze Opfer zu bringen. Sicherlich wird der ^cht geneigt sein, in diesen Worten eine Aufreizung des Volkes gegen seinen Herrscher zu erblicken, denn das stunde Mita kl e n G es e tz e n d e r M o r a l i m Wider­spruch. Wir schreiben denn auch diesen Passus in dem besagten Kommunique dem vollständigen M an g e l an Informationen i m r u s s i s ch e n M in i st er i u m des Aeußeren zu. In Montenegro ist der Wille des Volkes identisch mit dem des Herrschers. Ihre gemein- Bestrebungen haben einzig und allein Ehre und V^ohl des Vaterlandes zunr Ziele. Was die Behauptung anbelangt, daß der König Rußland in einen europäischen Krieg hineinziehen wolle, so erklären wir im Gegensatz hierzu, daß der König nicht aufgehört hat, Rußland zu bitten, sich nicht in einen Krieg, einz>ig und allein um Mon­tenegro Au Hilfe zu kommen, einzulassen. Amtliche Doku­mente, jwie das vom 14. Februar und 12. März könnten dies Mr Genüge beweisen. Wir würden der kaiserlichen Regierung auch dcmttwr sein, wenn sie uns die Dokumente nennen wollte, die ihre Behauptungen bekräftigen tonnten. Montenegro ist mit der kaiserlichen Regierung eines Sinnes wenn sie erklärt, daß kein Tropfen russischen Blutes ver- gosten werden darf, wenn es nicht die Interessen des russi- Ichen Vaterlandes erheischen. Auch Montenegro hat niemals dlut seiner Söhne vergossen, außer wenn die Ehre und das Heil des Vaterlandes und seine nationalen lleberlieferungen und seine ruhmreiche Vergangenheit es torderten Tas Wohlwollen, das der Kaiser Montenegro bewrelen hat, indem er es durch Getreidesendungen für die d^urfnisse des Krieges unterstützte, hat das montenegri- npche Volk tief gerührt, wie nicht minder die heißen Sym­pathien, die das russische Volk, alle Klassen der Gesellschaft rn brüderlicher Begeisterung umfassend, nicht aufhört, Mon­tenegro M bezeugen.

Reue Kämpfe in der Tfchataldfcha-Linie.

Ko nstantino p e l, 15. April. Ein türkisches Abend- blatt berichtet, daß ein heftiges Duell der türkischen und bulgarischen Artillerie in der Zone des linkeii Flügels a 1 J d) a » M r nt e c stattftnde. Eine offizielle Rach richt wurde bisher nicht veröffentlicht. Der Kanonen- donner zoll, wie tn den höher gelegenen Vierteln S t a m - v u 15 behauptet wird, sogar in Makriköj vernommen worden jein. v

Kreis Lauterbach.

Lauterbach, 14. April. Ter evangel. Kirchen- gesau gverein veranstaltete gestern im Saalbau zum Johannesberg hier unter Leitung seines Dirigenten, Pro­fessor Förrnes, von der hiesigen höheren Bürgerschule einen Volksliederabend. Außer den Mitgliedern des Kirchengesangvereins waren Konzertsängerin Fräulein Paula Man ecke aus Darmstadt und Solo-Violincellist Engert vom Opernorchester zu Frankfurt a. M. Mr Mit­wirkung gewonnen, deren Vorträge den Glanzpunkt des Abends bildeten und reichen Beifall fanden. Sowohl die geistlichen als auch die weltlichen Volkslieder wurden sehr schön zu Gehör gebracht.

x S ch l i tz, 14. April. 'Am Samstag nachmittag wurde der hiesige langjährige Oberpfarrer und Dekan Schmidt zu Grabe getragen. Die ungeheure Beteiligung aus Stadt irnd Land an fernem Begräbnis war ein beredtes Zeugnis für die Wertschätzung und Liebe, der sich der Heim- gegangene allenthalben erfreute. Am Vormittag fand an der Bahre des Toten im engeren Familienkreise eine Trauerandacht statt. Stadlpfarrer B o e r k n e r richtete auf des Textes 1. Mos. 48, 21:Siehe ich sterbe, und Gott wird mit Euch sein" herzliche Worte des Trostes an die Hinterbliebenen, indem er den Heimgegangenen als Vorbild eines treusorgenden, christlichen Familienvaters und eines zuverlässigen, selbstlosen Freundes hinstellte. So­dann wurde unter Glockengeläute der Sarg in die überfüllte Stadtkirche getragen und vor dem Altar niedergestellt Rach ernem Gemeindegesang entwarf der Tekanatsstellvertreter Oberpfarrer Müller-Lauterbach im Anschluß an 1. Kor. 15, 10aAber von Gottes Gnaden bin ich, das ich bin" ein packendes Bild von dem Leben und der Wirksamkeit des Ent­schlafenen. Nachdem sodann der .Kirchengesangverein den Choral gesungen:Näher mein Gott zu dir", sprach Superintendent. D. Petersen im Namen der obersten Kirchenbehörde Worte des Dankes, der Anerkennung und unvergeßlichen Gedenkens. Sodann setzte sich der unab- sehbare Leichenzug nach dem Friedhof in Bewegung: voran die Schulkinder, sämtliche hiesige Vereine, sämtliche Pfarrer des Dekanats im ,Ornat vor dem Sarg. Hunderte von Leid- tragenden folgten. Die Einsegnung nahm Superintendent 1). Petersen vor. Zahllose .Kränze wurden unter ehrenden Ansprachen Niedergelegt u. a. von Geh. Jnstizrat Wahl im Auftrag des Präsidiums der Landes synode, von Dekan Gußmann-Lollar für die Dekane Oberhessens, von Bürgermeister Zinßer für den Gemeinderat und die- Bürgerschaft von Schlitz, von Pfarrer Zinn-Herbstein für die Geistlichen des Dekanats, von Rektor Rodenhausen für die Bürgerschule^ von Kantor Wohl für den Kirchen- ge)angverein, von Sparlassenrechner Re inh a r d t für

den Mannergesangverein, von Lehrer Gompf für den

Aus dessen.

Zur hessischen Genofsenschaftskrifis.

Die zum Ersatz für die Landwirtschaftliche Genossen­schaftsbank in Darmstadt neu gegründete Zentraltasse der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften e. G. m. b. H. in Darmstadt versendet an die Genossenschaften ein neues Rundschreiben mit der Aufforderung zum Bettritt. Es heißt darin:

. Am 28. März d. Js. dursten wir Ihnen die Gründung unierer Zentrallasse Mitteilen. Heute können wir dieser Mitteilung nachtragen, daß am Montag, den 7. ds. Mts., nach eingehenden Beratungen zwlsckMi dem Vorstand und dem Aufsichtsrat der Landwirt,ckElchen Genossenschaftsbank Darmstadt und dem Vor- nano und Aufpchtsrat unserer Zentralkasse der Königliche Bank- iNspektor bei der Preußischen.Central-Genossenschafts-Kasse zu Ber- l.1"' Herr Ma ger, durch unseren Aufsichtsrat gemäß § 16, W 6, des Statuts auf unbestimütte Zeit zum Tirekotr uu- EU rr al ka, se gewählt worden ist. Herr Mager wird gemäß §16, Alyatz 2, des Statuts den Vorsitz im Vorstand fuhren. Herr Mager ist denk größten Teil unserer Genossenschaften la fein Fremder: er iiti ein Kind unseres Hessenlandes und war von August 1889 bis Anfang Januar 1895 Revisor im Verbände der Heffischen landwirtschaftlichen Genossenschaften. Er hat in dieser Zeit an den interessanten Arbeiten der Anpassung der Geiiosienschaftm an das damals neue Genossenschastsgesetz vom 1. Mar 1889 mitgearbettet. Er hat bei hunderten von'hessischen! Genoiwnschasten die Verwaltungsrevision vorgenommen. Auch hat

J.e^ bestehenden Genossenschaften eine sehr große Anzahl durch die sogenannte erste Einttchtung zu dem S-sSst- --ngklcil-t. In her ZwisLmcit IWt i l Genopeiischaitsweien in der Provinz Schlesien

^^^bandes organisiert: er war bort von 1895 bis 1903 Tireltor der Provinzial-5Knvssenschafts- Kape iur Schienen, e. G. m. b. H., und gesehäftssührendes Vor- stwrdsMitglied des Provi'izralverbandes schlesischer landwirtfchaft-

licher GenoNenschasteil. Die Arbeitendes Herrn Mager in Sckste- jien sanden nicht nur bei den zunäckstt interessierten Landwirten der Provinz Lchlefien Anerlennung, auch die Preußisch^ Central- Gerwpenichafts-Kasie, die ftaatüdK Zentralbank für das Genossen -aftswe,en, in Preußen, müroigte seine Leistungen in Schlesien Mburd), bar, sie ihm 1903 die damals neu geschaffene Stellung etneb Banftn,pektors, der gleichzeitig geno s s enscha st s'techn i schc r Hilfsarbeiter ^des Direktoriums ist, übertrug.

. . Wir dürfen berichten, daß die Ermutigung bereits tvieder die LLerhand gewomren hat. 130 Genossenschaften sind Ijeure bereits als Mitglieder bei der neuen Zentral lasse gerichtlich emgetrageu. 20 Beitrittserklärungen liegen vor: weitere gehen stündlich ein.

Aus Stadt und Lund.

.. _ Gießen, 15. April 1913.

* Für dtte Sitzung der Stadtverordneten- 7^summlun g am Donnerstag, 17. April, nachmittags 4 Uhr, ist folg-ende Tag.esordnung festgesetzt: 1 Mit­teilungen 2. Erbauung zweier Wohnhäuser für Eisen- bahnbeamte an bei Frankfurter Straße. 3. Baugesuch Gg Forbach für die Kaiser-Allee. 4. Vergrößerung des Schau- tastens im Vorgarten des Hauses Frankfurter Straße 5 lLudwrg Uhl). 5. Firmenschild Bahnhofftraße 34 (Gießener Gichtbühne). 6. Anlegung eines Spielplatzes am Aulweg 7 Gesuch um Ueberlassung des Wasserhäuschens Ecke Kaiser- Allee und Licher Straße. 8. Polizeiverordnung Über dm Verkehr mit Fuhrwerken. 9. Umgestaltung der West-Anlage 10. Einrichtung der alten Klinik für Zwecke der städttschen Verwaltung. 11. Organisation der Krankenkassen nach der Reichsversicherungsordnung. 12. Erinnernngsfcier für I8I0. 13. Abhaltung der Krämermärkte in 1913. 14 Er- E^ung etwn: Wirtschaftshalle auf dem Biehmarktplatz am «tttertajmjof., 15. Gesuche um Erlaubnis zum Schant- wirffchattsbetrrebe. a) Philipp Rühl für Neustadt 31: b) Amad-eus Espada für Wolkengasse 27, c) Karl <8fei ipC l?;rdlFiebrid) ^öra für Asterweg 7..

16. Gesuch des .Karl Nebe um Erlaubnis zum Betriebe etn-er Gast- und SOankwirtschaft im Hause Schützenstr. 15.

" Erledigt ist die mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerftelle zu Hartenrod, Kreis Heppenheim.

Durchgebrannt. Der Zuchthausgefangene Peter Neumann aus PiSpott, welcher behufs Heilung eines Arm- brucheS in der Klinik untergebracht war, ist in verflossener Nacht entwichen. Neumann, der noch 6 Jahre Zuchthaus wegen Meineides zu verbüßen hat, ist 51 Jahre alt, mittel­groß, blond, bartlos und war bekleidet mit blau und weiß gestreiften Anstaltskleidern, schwarzem Hut und gelben Sandalen.

D,e Zukunft Salonikis.

Sofia, 14. April. Der Direktor des Statistischen Amtes, Popo ff, hielt einen Vortrag übar die 3utunft Salonikis. Durch eine Brücke über die Donau und eine spezielle Tarifpolitik werde Saloniki den ganzen Handel Mittel- und Osteuropas an sich ziehen. Durch regelmäßige Schiffsverbindungen werde der .vnfen zum Zentrum der bulaarischen Handelsflotte werden und zu seinem. Hinter- lande auch Albanien, Serbien und Rumänien zählen dank der günstigen Bedingungen, die Bulgarien für ben Handel diesen Ländern zu schaffen in der Lage sein werde

gänzlich seinen gegenwärtigen Charakter, i Keiner der Bal- tanstaaten würde diesen Fremdkörper vertragen können, welcher der gefährlichste Feind ihrer nationalen Industrie wäre. Sie würden suchen, ihm zu schaden. Die Mächte würden, um bie Interessen ihres Handels und der Industrie zu wahren, die Idee einer Internationalisierung Salonikis aufgeben. Direktor Popoff schloß seinen Vortrag, indem er erklärte, es wäre kindisch, sich auf die Er­oberung Salonikis zu berufen. Die Einnahme dieses oder jenes Platzes während des Krieges bedeute leinen Besitztitel. Saloniki fiel ebenso wie anoere Städte bei Lüle Burgas. Saloniti sei die Hauptstadt Mazedoniens, also bulgarisches Gebiet und unentbehrlich r Bu l ga r i e n. Wenn es Bulgarien nicht zusiele, würde dieses einen Kontürrenzhafen zu schassen wissen, dessen Blühen und Gedeihen Saloniki zu Grunde richten würde. Der Professor der Nationalökonomie Danailofs ergänzte die Ausführungen des Vortragenden, indem er erklärte: Niemals war Saloniki das politische Ziel Griechenlands, das auf den Erwerb Kretas bedacht war, während Bulgarien nie auf Mazedonien und demgemäß dessen Hauptstadt ver­zichtet hat.

Lmtfe der wenigen Tage unserer neuen Tättgkeit warm sicher schon die Vertreter von 50 bis 60 Genossenschaften hier, denen wir, smveit die Tinge lfeute übersehen werden können, an Hand ihrer Bilanzm die Wirkungm der Krisis berechnet haben Wir smd dabei von der Voraussetzung ausgegangen, daß der Mtien- betitz der einzelnm Genossenschaften bei der Landwirtschaftlichen Genopenichastsbank und der Besitz von Anteilen bei der Ver- waltungs- und Verwertungsgesellschaft für Immobilien m. b. H. z.u Frankpirt a. M. aus ben Aktiven auszuscheiden haben. Ja nur haben uns theoretisch auf ben Standpunkt gestellt, daß auch die Gläubiger der Genossenschaftsbank noch Opfer bringen mü,sen. Trotzdem konnte in allen Fällen den Geno,smsck)aftsvertretern bewiesen tverben, daß trotz ber großen tzkYWen, von benen manche Genossmschaften betroffen werden, die Erkstcnz ihrer Genossenschaft durch die Krisis nicht gefährdet stt. me mepten Genofsmschaften behalten noch ansehnliche Re- 'CT^n- Er wenige, die mit ganz großen Guthaben bei der Ge- noneufchastsbank beteiligt sind, müssm neue Geschäftsanteile, im höchsten Fall von einigen hundert Mark, bilden.

Es darf schon heute so viel gesagt werden, die schlimmsten Folgen der Krisis werden faunt eine Genossenschaft ruinieren

!n lick.selbst schon morsch ist. Größeren Schaden ms die ichlmrmsten Wirkungen ber Kttsis, die man sich etwa vor- fteuan wolle, Jamt der Unverstmid ober gar böser Wille da und dort anrichten, ivenn er die (Einleger zur sofortigen Ab­hebung ihrer Guthaben in Scharen an die Kassen ber Genossen- suchen daraus bloß, daß wir in Hessen die Gruiidfätze des Bankwesens nvehr perbreiten müssen. Wären Bank- grundsatze, die auch für die Genossenschaften gelten, einigermaßen vekanni, w mußte inan mich in Hessen wissen, daß keine Bank der Weit auch die allersicherste alle Gläubiger befriedigen kann, wenn pe auf einmal an ihre Kasse kommen.

. Unsere Zentralkasse ist von freute ab in jeder Beziehung für den Ge<a>astsvertehr. der Genosseirschaften eröffnet.

.r, Zoffen bestimmt, daß das zutttfft, was oben ausaeführt ist, daß die freistschen ländlichen (penossenschafteii künftig besser K.-bisher ifrren berechtigten Kreditbedarf befriedigen und ihre Gelduberschusse pcher an!egen können. Wein die Zinssä^ für Schulden etwa iioch hoch! erydj.einen sollten, der mag sich bei Fach- lenten erkundigtni, und bie außergttvöhnlichc Teuerung nicht bloß des deutsi^n, sondern des internationalen Geldmarktes berück- ftchtigeii. Außerdem' soll der Kritiker bedenken, daß eine Zentral- taile für Genonemchasten sich nicht bloß von geschäftlichen Rück- stchten, die den Gewinn und Verlust angehen, sondern wesentlich die Wirtungeil Vorhalten Muß, Hie ihre Zinssätze auf das Gebaren der Genossenfchaften voraussichtlich Tiabcn werden. Ohne Ueber- rreibung siehr heute das/genosseirschaftliche TeutsMand mit höchster k CIt m.*r Neffen. Wenn Hessen, das lange Zeit mit Recht

bas J.tufter(anb ftir ländliches (öenossenschaftswesen genannt wurde, tüill, io kann es gerade durch sein Verhalien in ber Krisis diesen

L^^bern. Wir schließen deshalb unser erstes ge- Rund schreck en mit der Aufforderung, die den gewissen- Mstesten Erwägungen enffpttngt: Hessische Genosseisschafteii, tretet i L.3cnlr<lI¥1\bri'Übernehmt eine Anzahl von Geschäftsanteileii, laßt euch Tiidi den Blick für die Zukunft baburriji brüben, daß ihr ruarttorty jajaut. Vorwärts intimer, rückwärts nimmer!

KAn 5er neuen Zenttallasse soll der Geschäftsanteil je 500 Marl und die darauf entfalleude Haftsumme je 1000 -A^m^ras.L unb ^war gedenkt die Zentralkasse für je oOOO Mk. .Kredit in laufender Rechnung die Beteiligung mit mnem Geschäftsanteil unb für je 10000 Mark Wechfel- tredit die Beteiligung mit zwei Geschäftsanteilen zu for­dern. EL smd beretts 130 Genossenschaften als Mitglie- der^emgetragen und weitere Beitrittserklärungen liegen

Unruhen in Kleinasien?

,, ^Ttmes" meldet au§ Konstantinopel über Unruhen in Kleinasien. Einer der Fürsten des Bedr Kchan- Stanrmes ist mit einer ^bewaffneten Macht bei Dukham erfdienen, das nördlich von Bittis liegt und hat die tür - V -rrn RegierunHsb eamten vertrieben, ^wei Batattlone Infanterie find abgesckftckt worden, um die Ord- nung Wiederherzustelten. In Beirut hat die Regüeruniq emen arabischen Klüb geschlossen infolge von Kundaeünngen zuguirftien des arabischen Nationalismus, die von Christen und auch von Vtohammebtmern veranstaltet wurden.

Falschmeldungen.

DieKölnische Zeitung" meldet aus Berlin: Gegen­über der Behauptung desEcho de Paris", Deutschland habe angeregt, die Großmächte sollten Bulgarien zur Ein­stellung ber Feindseligkeiten an der Tschataldschalinie auf- forbern, fei festgestellt, daß die Nachricht fatsch fft.

Ko n sta n t i n v p e l, 14. April. Die Gerüchte, daß der griechische PanzerkreuzerÄeorgios Awe- rosf" geichettert sei, haben sich nicht bestätigt. Es scheint sich um die Strandung eines Handelsdampfers in der Nähe der Insel Gadaro zu handeln.

Ans der rumänischen Kammer.

Bukarest, 14. April. Die Kammer setzte in einer Nachffitzung die Beratung über das Budget fort. In Er­widerung auf einige kritische Bemerkungen verschiedener Abgeordneten erklärte der Finanzminister, die Verzöge­rung m der Budgetderatung sei nut Rüch'icht auf die aus­wärtigen Verhältnisse unangenehm. Die sinanzielle Lage Rumäniens sei infolge der in den letzten fünf Fahren er- zielten reichen Ersparnisse gut und gestatte, allen Berbind- lichkeiten nachzukommen. Der Minister stellte mit Be­friedigung fest, die Zunahme der kleinen Ersparnisse fei ncfjhg; daß doch zahlreiche Zahlungseinstellungen erfolg- ten i et daraus Mrückzuführen, daß zahlreiche in den letzter ^??^n ms Leben gerufene Banken zu leicht Darlehn ge­wahrt haben. Als das Ausland den Kredit einstellte, hätten dann die nicht gut fundierten Kaufleute darunter zu leiden gehabt. Die Industrie bedürfe auch weiterhin des Staats­schutzes. Der Minister ertlärte ferner, die Regierung er­wäge eine der Kammer noch in gegenwärtiger Session zu unterbreitende ,finanzielle Kombination, um die Ein­künfte der Landgemeinden zu erhöhen und die obch Lande fehlenden Dorfschulen zu errichten Der Minister wies *uf all das hin, was die konservative Partei für die .Armee getan hafte, und erklärte, eS fei un- ncbUg, daß Rumänien in der auswärtigen Frage den Säbel gezogen frabe; im Gegenteil, durch die vom Lande an den Tag gelegte Ruhe sei es gelungen, seine Fnteressen zu verteidigen. Das Budget weise Gleichgewicht auf und lverde nach Beilegung der auswärttgen Schwierigkeiten und nach ernem guten Erntejahre Ueberschüsse ergeben. Daran wurde ,ber Einnahmeentwurf mit 69 gegen 3 Stimmen genehmigt.

Die .Kammer hat einen Gesetzentwurf betreffend die Orgonisalron des Militärluftschif f ahrts biemftel angenommen. Der Entwurf begünstigt die Mitwirkung der ^^.?^ken Initiative im Verein mit dem Staate, bewilligt dlni Faegerossizieren P r ä m i e n unb andere Vor- fauÄri W^mftl>nm mb Wr'tdXtt 'ie im Todes-

Uiqcn ^unuern zu j ujajytn in oer ^age sein werde. Al<- A r n Ar .

d°«-g°n verlöre I UdjaT Ä&Ä & U ^cTmfgeÄÄ

Deutsches Reich.

Der Zar bei der H o ch ze its f ei e r am deut s chen H o fe.

Wie deinLokalanzeiger" aus Berlin von unterrichteten Kreifen bekannt wird, gilt es für durchaus n i ch t u n wahr­scheinlich, daß der Zar gleich dem König von Cmgland zur Hochzeitsfeier am den t s ch en Ho s e eintrifft. Beide Herrscher sind Vettern des prinzlichen Bräutigams Wie dagegen der Korrespondent der Pariser Liberte" wissen will, habe der Zar die Einladung Kaiser Wilhelms zur Hochzeit der Prinzessin Viktoria Luise mit Rücksicht auf dre internationale Lage a ft g e l e hn t.

Ein aus Braunschweig ausgwiesener lästiger Ausländer.

Aus Braunschweig wird uns berichtet: In einer AU Montag abend einberufenen P r o t e ft b e r f a m m 'f u u a die Militärvorlagie sollte der französische Abgeordnete Compere-Morel sprechen, dem vor eini­gen Tagen sem Auftreten in der Magdeburger sozialisttschen Versammlung poliz.eilich untersagt worden war Das Braunschweiger Polizeipräsidium ließ dem Wgeordneten der Braunschweiger Landeszeitung" zufolge, nach seiner Ankunft sofort emen Ausweisungsbefehl zustellen Compere-Morel mußte mit dem nächsten Zuge Braunschweig verlassen. a

Kirche und Schule.

Das Befinden des Papstes.

Rom, 14. April. Die heute vormittag konstatierte B ess er un g nn Befinden des Papstes hält an. Am Nach­mittag stattete Dr. Amici dem Patienten wieder einen Besuch ab und fand ihn fieberfrei.

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