Ausgabe 
11.12.1913 Viertes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

7886

4448

71-78

48-53

88-96

4246

7885

9092

34-38

76-8.

71-73

Meteorologische Beobachtungen der Nation Gießen.

Wetter

s

Dezember

Li jeder?cklag : 1,4 mm.

Scherbe vor.

.mit seiner Gitarre.

10.

10.

80

80

88

2

2

2

Regen

Regen

9

10

10

4648

41-45

+ 7,2 6.

+ 5 9 ' C.

71-73

7072

8

tiD

Me. 5055 49-54

4347

37-41

80-35

110117 97-107 9097 78-90

8287

6776

59-68

9. bis

9. ,

6670

5864

5453

4653

Dez.

161

69-70

64-63 Durch«

7 1

6 5

7,9

Lebend- Schlacht­gewicht

Q-

C <u

55-57 54'/,-56

56'/,-58

55-56

51-52'/,

Mk. 89-98 87-96

W WSW

W

Angellagte A. bann am* jeincr in zwischen erreicht n Wohnung zwei! »Prügel herausholte, setzte es unwr den Burschen kräftig löicbt ab, I

81

Nein, gerade

Scotts Emulsion

soll es sein, antworte man auf die Versuche, einem einenatürlich ebensogute" (!), jedoch billigere Nachahmung aufzureden. Auf die echte

Schale 6 , Schweine 475.

Geschäft mittel.

Ochsen.

Pollfleischige, auZgemästete, höchsten Schlacht- wertes im Alter von 47 Jahren . . . <

6,1

58

7,0

Märkte.

FC. Wiesbaden. Diehhoi-Marktbericht vom 10. Dez.

10

11.

Rinder; Wingershausen 1 Bulle, 15 Rinder; Wohn selb 2 Bullen 19 Rinder imb Hof Zwiefalten 1 Bulle, 27 Rinder.

Es gelangte darauf die Beschickung der im Juni 1914 ge- DUnütn Ausstcllung de r Deutschen Landwirt' ,s ch a f t s - Gesellschaft, die in Hannover stattsinden soll, zur Besprechung. Nachdem die im vergangenen Jahre vorgesehene Spezialausstellung, welche der Mitteldeutsche Rorvich-Verband in Gießen abhalten wollte, wegen der damals herrschenden Maul- und Klauenseuche aufgegeben werden mußte, hat man vorerst abgesehen, mit dem Höhenvieh allein eine eigene Ausstellung abzuhalten. Der Verband hat jedoch beschlossen, baß Hannover im kommenden Jahre her Treffpunkt auch für das Höhenvieh sein soll. Klein- Gießen erklärt es für eine Ehrenpflicht, daß unser heimischer Vieh- schlag auch dort vertreten sein muß. Sekretär Schwarz- Gießen bemerkt, daß die Oberhessische Herdbuch-Gefellsckuckt in Klasse 800 bis 1000 eine Sammlung von 8 bis 11 Tieren ausstellen wird. Es seien auch dazu einige Stücke in Reserve nötig, man müsse das Beste der Rasse, was wir in der Provinz haben, aus­suchen. Der Zuchtverein Schotten und ebenso Gießen kann mit 6 bis 9 Tieren, resp. 5 bis 8 Tieren, auch noch selbständige Samm lungen nach Hanmwer entsenden. Hierbei sind auf je 5 Tiere 1 Bulle zu stellen. Für die bei der Ausstellung entstehenden Un­kosten vergütet die Landwirtschastskammer den Ausstellern für das Tier 80 Mark. Damit wird man auch diese Unkosten decken können. Der Kreisverein Schotten hat beschlossen, alle in Hannover erzielten Preise gleichmäßig auf die Ausstellungstiere zu verteilen und den Ausstellern auszubezahlep. Die Versammlung beschließt, dies für den Kreisverein Gießen ebenso zu halten, aber mit dem Zusatz, daß. wenn bei dieser Verteilung auf das Tier weniger als 30 Mark Preise fallen, die Differenz aus der Vereinskasse bezahlt wird. Man war sich in der Versammlung einhellig darüber klar, daß die Be­schickung der Ausstellung 1914 in Hannover unbedingt nötig sei und daß man sich auch alle Mühe geben müsse, glänzend in Hannover zur Stelle zu sein. In den Ämsschuß zur Vorbesichtigung der in Hannover auszustellenden Tiere werden gewählt: Klein-Gießen, Gilber t-Heuchelbeim, Bürgermeister Schmid 1-Queckborn und als Techniker Kreisveterinärrat Tr. Knell.

Hierauf sprach Kreisveterinärarzt Tr Knell über Jungvieh- Aufzucht und über das Ergebnis der diesjährigen Prämiier u n g von Jungvieh. Der Redner schickte voraus, es sei eine Tat­sache, daß unser Vogelsberger Rind ein bei uns heimisches Tier ist. Dieses wird naturgemäß unserem Klima, besonders in den rauhen Waldbergen des Vogelsberges, Widerstand leisten können. Es ist auch an die Nahrung, die bei uns wächst, gewöhnt. Aber auch nach den Verhältnissen unserer kleinbäuerlichen Landbevölkerung ist die Nutzleistung des Vogelsberger Rindes gegenüber anderen Ranen, was Arbeitsleistung, Milchproduktion usw. anlangt, vor­teilhaft. In unserer Heimat ist das Tier auch weniger Tür Krankheiten empfänglich Der Schlachthofstierarzt in Wetzlar hat nach dieser Richtung Beobachtungen gemacht, die ergaben, daß der Verlust an Tuberkulose bei Simmentaler und dem schivarz- weiß-bunten Vieh etwa 20 Prozent gegenüber 2 Prozent her dem Vogelsberger betrage. Die Eigenart unseres hcimisckten Rindvieh- schlages hat sich Jahrhunderte hindurch erhalten. Es ist na>hg, daß die Tiere langsamer heranwachsen als Simmenthaler, )te blechen auch kleiner und leichter als die Schweizer Rasse. Es sind dies aber nur scheinbare Nachteile, denn demgegenüber.steht der ge­ringere Verbrauch an Futter. Der Einwand, daß die Kalber der Vogelsberger Kub kleiner sind, als die der Simtnentbaler, daß man für ein Kälb dieser Rasse mehr erlöst, ist richtig. ?tber zwei Simmenthaler Kälber kosten soviel, wie drei Vogelsberger Kal­ber. Sekretär Schwarz bot überzeugend festgc,teilt, daß der Nutzen beim Vogelsberger Vieh gegenüber den höheren Futter­kosten bei Simmenthaler in nichts nachsteht. Hat man aber futter inr Uebcrfluß, so mache man es wie die Leute tn dem benachbarten Preußen, z. B. in Atzbach, mlan stelle neben dem Zuchtnmteruck Vogelsberger Rasse ein oder mefjrere scheckige Rinder zur Mast auf. '

Zur Jungviehaufzucht übergehend, stimmt Dr. Knell die alte Klage an, daß auf diesem Gebiet sehr viel gesündigt werde. Er verweist auf die Tabelle, die der Kammer-Ausschuß zur ratw- netten Aufzucht der Rinder hcrausgeaeben bat. Danach muß unter allen Umständen verfahren werden. Er schilderte, tote er bei fernen Berufsgänaen im Lande überall beobachte, daß das Jungvieh in der dunkelsten Ecke des Stalles häufig anqekettet sei. Es sei betrübend, wenn man draußen die Jungtiere beobachtet mit den bitfen Bauchen und den kleinen, unentwickelten Beinchen. Auch die Weidegelegen- heit, die in unserer Provinz fo bequem und billig gemacht sei, werde nicht stark genug temiRt Von den Jnngviehprämiicrungen in diesem Jahre sei er nicht sehr befriedigt, nut m Stambach sei das Ergebnis einigermaßen gut gewesen. In K l e i n - L l n d e n habe er -überhaupt so gut wie kein Jungvieh zu sehen bekommen. In der Aufzucht der Tiere müsse der Hebel energisch angesetzt werdeii, loenn ivir mit unserer Vogelsberger Zucht voran wollen.

Sekretär Schwarz legte der Versammlung eine Vr a mtt e- rungsordnung für Jungvieh vor. Er forderte höhere Prä­mien für rationell gezüchtetes Vieh. Es erfordere dies Zeit und Geld bntb Arbeit, und es schade durckxms Nicht, roeitn man den erzielten Erfolg durch einen entsprechenden Ausgleich bei der Preisverteilung wettmache. Nach em er eingehenden Ansprache über die Schwarzschen Vorsckstäge wird dessen vorge|chlaaene Pra- miierungsordnung einem Ausschuß überwiesen und beid)Io)|cn, die Ordnung schon für das kommende Jahr zur Anwendung zu bringen. Weiter wird beschlossen, die nächste Versammlung des Vereins im Februar k. I. abzuhalten.

Schafe.

Mastlämmer und Masthammel .... 43,0044.00

Aeltere Masthammel, aul genährte junge Schafe

und geringere Mastlämmer

Schweine.

Dollfleischige Schweine von 80100 kz Lebend­gewicht . ' . . . .

Vollfleischige Schweine unter 80Lebendgewicht

Pollfleischige Schweine von 100120 kg Lebend­gewicht

4 ollfleiscknge Schweine von!20150 kg Lebertd-

AuKrieb: Rinder 95 (Ochsen 16, Bullen 7, Kühe 721, Kälber 206, Prelle für 100 Md.

Gießener Strafkammer.

Gießen, 9. Dez.

Urkundenfälschung.

Tie Ehefrau I. Schl, in Seibelsdorf hatte am 18. .lug. d. I. bei der Spar- und Leihkasfe in Alsfelo das Guthaben ihrer Schwester mit 300 Mart abgehoben und auf der Quittung den Namen der Schwester gefälscht. Da wegen Diebstahls Strafantrag nicht gestellt worden war, konnte Verrasung nur wegen Urkunden säffchüng cintreten. Die Kammer erkannte auf eine Gefängnis strafe von 3 Wochen.

Ein anonymer Brief? chreiber

wurde in dem Bäckergesellen Isaak B. in Frankfurt a. M. ermittelt. B. der bisher in Eckartshausen bei Orten berg in etcUung mar, hatte dort einen mit dem Namen des Postagenten ^chewt unterzeichneten Brief an das Amtsgericht Orten berg gerichtet, m dem er beleidigende Borwürfe gegen den Bürger meister erhob. Der Verdacht der Täterschaft, der stch auf den Angeklagten gelenkt hatte, wurde bestätigt durch Schristverglei dangen und durch Aeußerungen, die der Angeklagte in der gleichen Weise mündlich gegenüber dem Bürgermeister wie m einer a n o- nljmen Eingabe an des Kreisamt gemacht hatte. >^n der heutigen Verhandlung iinirbe er vollends durch das Gutachten des Gerickstsck/emikers Dr. Popp in Frankfurt a. M. ubermhit.

Das Urteil lautete auf eine Gefängnisstrafe von 2 Wochen.

Begründete Berufung

Ter Landwirt F. F. Hon Verstadt war vom Großh. Schöffengericht Hungen wegen gefährlicher Körperver­letzung in eine Geldstrafe von 20 Mark genommen worden. Seiner Berufung gegen dieses Urteil Lab die Strafkammer statt, da sie einen zweifelsfreien Nachweis der Täterschaft des Ange- llagten nickt geführt erachtete. Das erste Urteil wurde aufgehoben und der Angeklagte timt Strafe und Kosten f r e i gc f pro che n.

Aussetzung der Verhandlung

erfolgte in der Straffache gegen den Bauunternehmer F. W. W. in Neunkirchen und 4 Genossen wegen Urkundenfäl- chung Tie Sache bildet ein Nachspiel zu dem Prozesse gegen den Gastwirt Will). Pfeil hier wegen Kuppelei, der vor einiger Zeit schwebte. Damals hatte sich ergeben, daß der Haupt- angc'ckagte W. der häufig ebn Neunkirchen nach Gießen kam und in'der Pfeilscheu Wirtschaft v'.'rkehrte, an feinen Sohn in Neun­kirchen einen Brief «hatte schreiben lassen, in dem ein gewisser Wiedenha h n" sich den Anschein gab, als stehe er mit dem Angeklagten W. wegen des Anlaufs einer Sandgrube in Unter­handlung. Durch den Brief, dessen Unterschrift gefälscht worden war, sollte der Sohn über den Zweck der häufigen Reisen seines Vaters nach Gießen getäuscht werden. Da der Angeklagte W. dem heutigen Termin ohne ausreichende Entschuldigung fernge- blicben war, wurde Vorführungsbcfehl gegen ihn erlassen. Neuer Termin soll bestimmt werden, sobald feststeht, ob der Gesnndheits-- zustand des Angeklagten Weber fein Erscheinen vor Gericht c3 gestattet.__ _________

85 Z t»

Tie noch nicht gezooen haben (nngejochte). .

Junge, fleischige, nicht auSgemäftete und ältere ausgeiiiästete............

Bullen.

Vollflcisckiae, ausgew^ höchsten Schlachtw. . .

Vollfleischige, jüngere

Färsen, K ü h e.

Voflfleischige ausgemästete Färsen höchsten

Scklacktwertes .... ... ....

Vollfleisckige ausgemästete Kühe höchsten

Schlacktioertes bis zu 7 Jahren

2! eitere ausaemäflete Kühe und wenig gut ent­wickelte jüngere Rübe .

Mäßig genährte Rübe und Färsen Gering genährte Rübe unb Färsen ....

Kälber.

Feinste Mastkälber...... . .

Mittlere Mast- und beste Saugkälber. . Geringere Mast- und gute Saugkälber . Geringe Saugkälber........ .

1^1 c § s |

vereinrnachrichten.

Gabelsberger S ch ül c r-S te »r o gr aphe n ver­ein. Am Samstag, den ' Dezember, hielt der Gabelsbergersche Schülerstcnographenverein am Reala hmn a f tu m und der Oberrealschule im Philosovhenwald fein Zliahrigcs S t i f - lunasfest ab, zu dem die Eltern der schicker, Vertreter de« hiesig en Männerstenographenvereine, Vertreter der vl'er he, fischen Brudervereine, auch Vertreter des SchülerftenogrLphenvereins Stolze Tchrcv am Ghmnajium, und außerdem viele ehemalige Mit­glieder des fest gebenden Vereins, unter ihnen zur Freiide aller An­wesenden Olxrrealschuldircktor Dr. Pitz-Alsfeld, erfchienen waren. Nach der Begrüßungsansprache des Vorsitzenden folgte me Festrede des Doriitzenden eines benachbarten Brilderverems über 25 Jalne Schulwerbstätigkeft". Nachdeni noch Direktor Dr. Pitz eine Anftnache an die Eltern und Schüler gehalten hatte, folgte ein kleines Theaterstück. Ein Tänzchen hielt die Anloesenden noch lange vergnügt zusammen.

<5ericbt»faaE*

th. Gießen, 10. Dez. Nach Aapfenstreich. Das Stand­gericht verhandelte am Montag nachmittag gegen den am 1. Okt. zur Reserve entlassenen Schuhmacher Wilhelm H a c s n e r, der von 1910 1913 beim Bekleidungsaml der Matrosendivifion gedient hatte. Er wird beschuldigt, am 10. September d. I. 25 Minuten über Zapfenstreich außerhalb der Kaserne verweilt zu haben. H. ist schon häufig vorbestraft, allein achtmal wegen Urlaubsüberfchrei- tungen und unerlaubter Entfernung. Er bestreitet, an dem be­treffenden Abend länger als bis zum Zapfenstreich außerhalb der Kaserne gewesen zu sein. Durch die Vernehmungen in Wil­helmshaven ist festgestellt, daß ihn an dem fraglichen Abend ein Kamerad nm s/410 Uhr aufgefordert hat, in die Kaserne zurnck- zukehren, daß weiter der Weg dahin kaum 8 Minuten, Zeck ut Anspruch genommen haben würde, wenn H. aus der Wrrtschaft, die er tim s/,10 Uhr verließ, direkt ins Quartier gegangen wäre. Ter Angeklagte erklärt, das Kasernentor wird nach beendetem Zapfenstreich geschlossen, er sei aber noch vor 10 Ufa burct) das offen gewesene Tor 'gegangen, habe sich sofort ms Bett begeben und geschlafen. Terngeaenüber hat der Gefreite Vom Stuben­dienst unter Eid erklärt, er habe um 10 Uhr die Stube des D. kontrolliert, sei 15 Minuten darauf das zwciternal in der Stube gewesen und habe beide Mal den Angellagten nicht im Bette an- qetroffen. 5 Minuten darauf habe er Schritte gehört; 10 Uhr 25 Minuten habe der Angellagte int Bette gelegen und fest geschlafen.. H. erklärt, der Diensttuende müsse sich geirrt haben: er bestreite, zu spät einpassiert zu fein, und wisse,auch nicht, daß man ihn 25 Minuten nach 10 Uhr zu wecken verflicht habe., ä,as Standgericht lam, obgleich hier Aussage gegen Auslage stand, zu einer Verurteilung von 4 Wochen strengen Arrest. Man Jonne dem Angeklagten, der wegen des gleichen Vergehens schon ,o ost bestraft sei, wegen seiner Angaben keinen Glauben schenken, zumal die beeidete Aussage des diensttuenden Gefreiten vorliege. H. er­klärte, er nehme daS Urteil nicht an und werde Berufung an oas Kriegsgericht verfolgen. .

Vilbel. Tas hiesige Schöffengericht verurteilte den Miihlen- besitzer W. PH. in Büdesheim wegen Betrugs zu 150 Mark Geld­strafe oder 10 Tagen Gefängnis. Der Verurteilte verkaufte an Landwirte und Händler in der Umgegend Futtermehl, Roggenkleie und Gersteiischrot, denen zwischen 5 und 20 Prozent kohlen, anrer Kalk und schwefelsaurer Kalk (Gips> beigemeiigt waren, als gute reine Ware zu der für solche angemessenen Preisen Mehrere Land­wirte, denen das Vieh nach Genuß der Futterartikel eikran.t war, ließen die Kleie von der Großh. Hess. landwirtschasUicknn Ver­suchsstation für das Großherzogtum Hessen in Darmstadt unter­suchen. Diese sowie das cksemische Untersuchungsanit in Gießen stellten fest, daß die Fuiterarttkel in obigem Prozentsatz mit Gips vermischt waren. PH. hat sckzou seit Jahren diese Mischungen vor- genommen. Mit der Behauptung, die Abnehmer der Futterartikel hätten gewußt, daß diese mit Kalk gemischt seien, hatte er kein Glück, beim sämtliche Zeugen bestätigten das Gegenteil und be­haupteten, sie hätten die Kleie nicht abgenommeii, wenn sie von der Mischung gewußt hätten.

Gießen, 9 Dez. (Schöffengericht./ Weck er ihn Schlammbeißer" nannte, schlug der Schmied Wilhelm B. von hier den Hausierer Ernst P. mit einem Stück Holz auf den -Kopf; B. erhielt wegen gefährlicher Körperverletzung unter Zu­billigung mildernder Umstände eine Geldstrafe von 5 Mark eventl. 2 Tage Gefängnis. Als einzudringlicher G a st" zeigte sich der Taglöhucr Wilhelm W. von hier. Trotzdem ihm der Wirt fcimA q u a r i u m" mehrfach den Besuch seiner Wirtschaft unter­sagt hatte, drang er dort immer wieder ein, sobaß die Wirtschaft schließlich geschlossen rocrocn mußte. Wegen Hausfriedensbruch er­hielt W. 5 Tage Gefängnis. Nach ansänglichem Leugnen gab der Taglöhncr Ludwig H. von hier in der heutigen Hauptverhand­lung zu, einen Feldwebel des hiesigen Regiments mit einem nicht gerade lieblichen Ausdruck bezeichnet zu haben. Er wurde zu 20 Mack Geldstrafe eventl. 5 Tage Gefängnis verurteilt und dem Beleidigten die Erlaubnis zur Veröffentlichung des Urteils im Gie­ßener Anzeiger zugesprochcu. Die Eheleute Georg Balthasar Fr aus Treis a. d. L. hatten über den dortigen Bürger­meister B. während der Bürgermeisterwahl ehrenrührige Gerüchte verbreitet, um die Wahl des B. zu hiniertreibcn. In der heutigen Hauptverhandlung, die unter Ausschluß der Oefsent« lichkcil stattfano, konnten die Angellagten den von ihnen geführten Wahrheitsbeweis nicht erbringen. Der Ehemann Fr. erhielt 50 Mark Geldstrafe bezw. 10 Tage Gefängnis, die Ehefrau Fr. 40 Mark Geldstrafe bezw. 8 Tage Gefängnis. Außerdem wurde dem Beleidigten die Veröffentlichung des Urteils im Gießener Anzeiger mgcivrodien. EineD o r f s ch l ä g c r c i" unter hingen Groß- Lindener Burfcken fand in der Nacht vom 10./11. August ds. Js.

.wobei dem Mitangellagten M. ein Auge derart verletzt roerbe, baß die Sehkraft bedeutend geschwächt wurde. Auf Grund der Sc- weiSaufnahme vom 2. Dezember erkannte heute das Geriet wegen gefährlicher .Körperverletzung in drei Fallen gegen Ludwig R. eine Gefamtgeldstrafe von 80 Mark bezw. 12 Tagen Gefängnis, gegen Ludwig A. eine Geldstrafe von 20 Mark bezw. 4 Tagen Gesang nis, gegen Otto M. eine Geldstrafe von 40 Mark bezw. 8 Tugen Gefängnis. Die übrigen Angellagten wurden ireigefprocheu.

w. Meiningen, 10. Dez. Ruch fünftägiger Berhandlluig wurde gestern gegen MitterncwA der Prozeß wegen des Sonne­berger Landfriedensbrucks vor dem hiesigen Sckrrmr- gcricht beendet. Es bandelte fick um Ansschveitnngmi gdegexilidj bce Streiks der Packer und Einbitider in Sonneberg tm Juni d. I. Neun Angellagte wurden zu Gemimnisstrafen von sechs Monaten bis zu einem Jahre verurteilt. Zur Berhandbing waren 135 Zeugen geladen.

w. Brüssel, 10. Dez. Im Prozeß der Eheleute Schnee- mami-Hamburg gegen die Prinzessin Lnise von Belgien wurde heute vormittag das Urteil verkündet. Die Forderung der Eheleute Schiieemawi inbexug auf die gerichtliche Erbteilung wird kostenpflichtig abgewiesen, aber der vertragliche Verkaufs- abfchluß einer Villa in Aachen als in Belgien gesetzlich erklärt.

cotts

(Smuljion

kann man sich verlassen, die Fischermarke ist seit 38 Jahrert bewährt, daS Vertrauen, daS

/Ä H ihr entgegmgebr-acht wird, recht« fertigt sich durch eine lange Reihe glänzender Erfolge ht allen Teilen der Welt, beides Tatsachen, denm die bald kommenden, bald wieder verschwin­denden Nacksahmungm nichts entgegenzusetzen haben. Man laffe sich durch die billigerm Angebote nicht täuschm, sondern bestehe auf der echten Scotts Emulsion.

Hochfle Temperatur am

Niedrigste * «

a Beuern, 9. Dez. Am Sonntag hielt hier im Obst­bau v e r e i n für die Orte Großen-Buseck, Reiskirchen, Winne­rod, Bersrod und Beuern Dr. Hoffmann aus Friedberg einen Vortrag über Obstbaimischädlingc. Er forderte zum Kampf auf gegen den Borkenkäfer durch Enffernen abgestorbener Bäume und Gebrauch von geschälten Baumstützen, gegen den Frostspanner durch Anbringen von Klebgürteln unter Verwen­dung von gutem Baunckeim, und gegen die Obstmade durch so­fortiges Auslesen und Beimichten abgefallener Fauchte vom Ver­blühen ab. Die Frage aus der Mitte der amehnlichen Versamm­lung wegen Neuvflanzung an Stelle bet alten Bäume, mürbe dahin beantwortet, daß an derselben Stelle nach etwa 10 Jahren ein Baum gepflanzt werden könne, im anderen Falle wird fick der Baum nicht entwickeln. Eine Verlosung von Baumen und Son­stigem sand am Schluffe statt.

p Garbe nteich, h. Dez. Am Sonntag abend sand im Beckalcken Saale ter erste F a m i l i e na b e n d deS E v an o Bundes in dicken Winter statt. Der ^rtSgaitl.cke hiett einen Bo^trng über''clhmnen im deut'cken ,-neibe'tskauii'ke 1« 3 . Tic ?rhüfer her 1. Klosse trugen vor und nach den einzelnen LeJenS l-lldcrn dazu Li^dcr von Friedrich .'inckert vor. Daran sickoß stck ein ineiterer Vortrag vom Vorsitzenden des Zwemverems -elirer Weisel, über E. M. Arndt, der auch dnrck Gedickte dieses »vre-- beifdünnere- von den Srfn'iffrn ansoesch.nnckt wurde. Lehrer Eisenhauer aus Hansen trna heitere Lieder. (Mnue m.b

2 747,0

9 746,3

714 '.47,9

Sport»

?! Alsfeld, 8. Dez. Gestern abenb fand dahier das Berbandswettspiel des A. F.-C. 1906 mit dem Ful daer Fußballverein statt. Alsfeld hatte bis zirr Halb­zeit die Führung und konnte 4 Tore erzielen. Arn Schlüsse konnte Alsfeld 8 Tore für sich buchen. Alsfeld gewann das Spiel 8:0. Äklsfeld hat sonach die beste Atlssicht, den B.- Meister Gerrnanicv-Fulda zu schlagen.

Sandel und verkekr, Do(f»tt>irtfd>att»

Berlin, 10. Tez. JamcS Hardy, der Gründer der im Jahre 1881 errichteten Firma Hardy & Eo., ist heute vormittag nach längerem Leiden im Alter von 67 Jahren gestorben.

äatt. Bereits in der Wirtschaft von SBeiganbi stichelten sich die Burschen untereinander. Als bann die Angellagten, der Telegia- tibenarbeiter Ludwig A. und Taglöhner Ludwig R. oon der Wirt- schatt nadi Hause gingen, folgten ihnen mehrere Burfchen, darunter die übrigen Angellagten Hilfsmonteur Wilhelm Gr., der Taglöhncr , ,rim K -cv.-u.c £ tto M. und Schlosser Wilhelm N. Von den Nachfolgenden wurde

Er begleite e auch die allgemein gelungenen Lieder zunächst bem Mi. cm Prügel zwnchen tue Beine geworfen; als der Er vegicuew auaj i ^nacflaate A bann aus Ieiner inzwncken errtiditm Wohnung zwei

gewicht

Jettjchwei-ie über 150 ksr Lebendgewicht

Limburg a. d. Lahn, 10. Tcz. r u d) t in a c 11.

lcknittspreis vro Dialter. Roter Weizen (Nassauischer) Io,80 Dlk., n eis;er Weizen (angebaute ?>reindsorten» 15,30 Korn 11,70 Mk., Gerste .Futter) 9,30 Mk., Braugerste 10,90 Mk.. palet 7,900,00 Mk. Erbsen 0,00 Mk* Kartoffeln 0,00- 0,00 Mk.