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tzrfflerung und f^ngebenber Treue in den Dienst der Jugendpflege gestellt und sie Streb Sti^ungen, Beiträge und persönliche Tätigkeit gefördert. Hierfür sämtlichen Beteiligten rnemen landeSvater- lichen Tank und meine Anerkennung auszusprechen, rst nur ein Bedürfnis und eine Freude. Ich werde dem frischen.Streben der beranivachsenden Jugend, sowie allen, die ibr zu tnebhdiem Gedeihen an Leib und Seele zu Helsen bemüht sind, auch weiter^ hin mein lebhaftes Interesse, und meinen königlichen Beistand zuwenden, und gebe mich der Hoffnung hin, daß es bald gelingen wird, eine einheitliche Organisation zu schaffen, die eS mir ermöglicht, zu diesem mir sehr am Herzen liegmden Werke, in noch nähere Beziehungen zu treten. Gott aber schenke dem Werke seinen reichen Segen zum Heile der deutschen Jugend und zum Segen des Vaterlandes. .
6. Gnadengeschenke für K ne gste iln e hme r. Ich will au§ Anlaß meines RegierungsiubiläumS auch der Mitkämpfer aus großer Zeit gedenken und bewillige daher den nur zu diesem Zweck auf meinen Besehl namhaft gemachten 800 Kriegsteilnehmern ein Gnadengeschenk von je 50 Mark.
Bei der Jubiläumsfeier der Universität Berlin teilte der Professor für preußische Verfasftmgs- und Ver- waltungswisscnschaft Dr. Otto .Hintze in einer Feftrede auf Grund einer schon vor Jahren erteilten kafferlichen^Er- mäckstigung mit, daß der Kaiser ein politisches Test am etliches Königs Friedrich Wilhelm IV., das die Thronfolger in den stärksten und beweglichsten Wendungen ausforderte, die Verfassung noch vor ber, Beein- digung u m z u st o ß e n, bei seinem Regierungsantritt chabe vernichten lassen. Das Testament war von Friedrich Wilhelm IV. mit der Verfügung hinterlassen, es jedem Thronfolger unmittelbar bei seinem Regierungsantritt zu übergeben. Kaiser Wilhelm II. aber erwog, daß die Möglichkeit nicht ausgeschlossen wäre, daß in Zukunft einmal ein junger unerfahrener Herrscher zur Regierung kommen könnte, auf den dieses Testament doch vielleicht einen verhängnisvollen Eindruck machen könne. Seitdem sei ihm gewesen, als ob er ein Pulverfaß int Hause hätte, und es habe ihm keine Ruhe gelassen, als bis das Testament vernichtet war.
Ein Straferlaß des Grohherzogs von Hesien.
Darmstadt, 16. Juni. Wie die „Darmstädter Ztg." durch Extraausgabe bekanntgibt, hat der Großherzog von Hessen aus Anlaß des RegierungSjubiläums des Kaisers einen Straferlaß ergehen lassen, nach dem solchen Personen, welche inegen Straftaten rechtskräftig verurteilt sind, zu beiten sie durch R o t, lln 6 esonneuheit, Verführung oder sonstige eine mildere Beurteilung zu lassende Um st ä n de veranlaßt wurden, diese Strafen ganz .oder teilweise erlassen oder ge - mildert werden sollen, sofern die Strafen noch nicht oder nicht vollständig vollstreckt sind und im übrigen die Boraus- setzung eines iGnadenerweises vorliegt. Die Begnadigung erfolgt auf Grund von Vorschlägen der Strasvollstreckungs- behörden. Diese sind angewiesen, ihre Vorschläge in kürzester Frist dem Ministerium der Justiz zu unterbreiten.
Weitere Straferlafie.
Der Groß Herzog von Baden beabsichtigt die Begnadigung einer Anzahl durch badische Gerichte rechtskräftig verurteilter Personen und hat das Staatsministerium mit der Vorbereitung des Gnaden- aktes beauftragt.
De r F ü r st z u S ch a u m b u r g - L i p p e erließ einen Straferlaß für alle Personen, die zu ihren Straftaten durch Rot, Leichtsinn, Unbesonnenheit ober Verführung veranlaßt worden finb.
Bremen, 16. Juni. Anläßlich bes Regierungsjubi- läums des Kaisers erließ der Senat ber Freien .Hansestadt Bremen einen Straferlaß auf Erlaß oder Milderung von Strafen m geeigneten Fällen, vornehmlich für solche Personen, die zu ihren Straftaten durch Rot, Leichtsinn, Unbesonnenheit ober Verführung veranlaßt worden find.
Lübeck, 16. Juni. Ter Senat erließ anläßlich des Regierungsjubiläum des,Kaisers einen Straferlaß für Vergehen, die durch Rot, Leichtsinn, Unbesonnenheit ober Verführung veranlaßt worben sind
München, 16. Juni. Der Prinzregent beabsichtigt anläßlich bes Kaiserjubiläums einen Straferlaß herauszugeben, und hat den Justizminister beauftragt, weiteres zu veraiilassen.
Oldenburg, 16. Juni. Der Großherzog von Oldenburg amnestierte alle Straftaten, die auS Rot, Leichtsinn, Unbesonnenheit oder Verführung begangen worden sind.
Hamburg, 16. Juni. Der Senat beschloß einen Straferlaß und wies die Justizverwaltung an, in geeigneten Fällen
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der Schweizerischen Eidgenossenschaft überleben wurLe. ES erhielten u. a. - Die Königliche Krone mit den Brillantes zum Großkreuz des Roten Adler-Ordens mit Eichenlaub im» Brillanten: Delbrück, Staatssekretär des Innern^ Königliche Krone zum Großkreuz des Roten Adter-OrdeuÄ mit Eichenlaub: Dr. Beseler , Justizminister, v. B r e t - tenbach, Minister der öffentlichen Arbeiten; das Großkreuz des Roten Adler-Ordens mit Eichenlaub: Kr ä t ke Staatssekretär des Reichspostamtes: die Königliche Krone zum Roten Adler-Orden 1. Klasse mit Eichenlaubs von: Dallwitz, Minister des Innern, Dr. Lentze, Finanz^ Minister, Dr. Li s c v, Staatssekretär des Reichsiustizamtes,, Dr. Freiherr v. S ch o r l e m c r , Landwirtschaftsminister,, Shdow, Handelsminister, Dr. v. Tr o t t zu S o l z, Unter-- richtsminister: die Brillanten zum Kronen-orden 2. Klasse^ mit Stern: Geheimer Kommerzienrat Goldberg er- Ber* litt; den Stern zum Kronenorden 2. Klasse: Geh. Kommerzienrat H a n ie l-Düsseldorf, S? ct r n a cf, GeneraldirektoV der Königlichen Bibliotheken Berlins, Tr. Jeß, Senats» Präsident am Reichsgericht zu Leipzig, Dr. ing. Rathe* n a u, Geh. Baurat, Berlin, Landeshauptmann der Pro-, vinz Hessen-Rassau, Freiherr Riedesel von Eisens bach; den .Kronenorden 2. Klasse: Graf Baud iss in, Rektor der Universität Berlin, Prof. Bohrdt, Marinen maler in Dahlem, Engelbert Humperdink, Professor,. Rikolassee, Prof. Salz mann, Marinemaler, Charlottens bürg.
Die Grafenwürde wurde verliehen an: Erbmar-» schall der Grafschaft Mark Freiherrn Fritz v. Bvdel* schwingh-Plettenberg: Kammerherrn Freiherrn» Ulrich v. Richthvfen: Erbküchenmeister im Herzogtum! Hinterpommern Wolf .Friedrich v. Kleist-Retzow.
Erbliches Recht auf Sitz und Stimme im der«* ren haus erhielten: Prinz Heinrich von Schönbürg* Waldenburg. Das Kreuz der Großkomture des HausordenÄ von Hoheuzollern: Großadmiral v. TirPitz. Tew Roten Adler-Orden 1. Klasse mit Eichenlaub: Kühn,, Staatssekretär des Reichsschatzamtes; Freiherr Zorn wow Bulach, Straßburg i. Els. Den Stern zum Roten Adler- Orden 2. .Klasse mit Eichenlaub: v. Jagow, Staatssekretär des Auswärtigen Amtes. Den Stern zum Roten? Adler-Orden |2. Klasse: Gustav Schönleber, Maler in Karlsruhe. Den Roten Adler-Orden 2. Klasse mit Eichen^ laub und Stern: Solf, Staatssekretärbes Reichskolonial* amtes. Den lRoten Adler-Orden 2. Klasse mit Stern: v. Kaulbach, Professor in München. Den Roten Adler* Orden 2. Klasse mit Eichenlaub und der Königl. Krone: Krupp von Bohlen-Halbach, Villa Hügel-Essen. Den Roten Adler-Orden 2. Klasse: Ganghofer Schrift^ steiler in München, Guillaume, Geh. Kommerzienrat, .Köln, -Geber, Landschaftsmaler in Düsseldorf, v. Riep* p el, Generalbirektor der Maschinenfabrik Augsburg-Mürn^ berg; Simmi James, Großkaufmann in Berlin, den Roten Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife; Professor Fran cke-Berlin-Schöneberg, Prof. Kallmorgen in Berlin, Direktor Spiecker, Fabrikant Supf. —- Den Roten Adler-Orden 3. Klasse: Geh. Kommerzienrat Joseph Castell-Mainz. Die Krone zum Roten Adlern Orden 4. Klasse: Baurat Ja c o b i - .Homburg v. d. H. Den Roten Adler-Orben 4. Klasse: Juftizrat Dr. Romeiß* Wiesbaden, Fabrikbesitzer Hermann Bl a n k e n h o r n-Ba-i fei, Großkaufmann Albert Liudheimer -Frankfurt am. Main. Den Kronenorben 3. Klasse: Prof. Julius Bergmann-Karlsruhe, Oberpostbirektor Milka u - Darmstadt.
Ernannt sind: v. Bock und Po lach, GeneralfelbmarsÄckb zum Ches des Jnfanterie-RegimeMs Frhr. v. Sparr (3. Veits > Rr. 16, Frhr. v. d. Goltz, Generalseldmarschall, zum Cbci deS Infanterie-Regiments v. Boven (5. Ostpreuß.) Rr. 41, v. Linde* guist, Generaloberst, zum Chef deS Nassauischen Jnfanterie-Regi* ments Rr. 87; v. Plessen, Generaloberst, Kommandant des. Allerhöchsten Hauptquartiers, zum Chef des Brandenburgifck^n Jäger-Bataillons Rr. 3; v. Kessel, Generaloberst, zum Chef, des Infanterie-Regiments Graf Tauentzien von Wittenberg (3. Brandenburgischen) Rr. 20; v. Bülow, Generaloberst, zum Chef des Grenadier-Regiments Prinz Karl von Preußen (2. Bran-> dcnburgischen) Rr. 12; der Großhcrzog von Oldenburg zum Chef des 8. rheinischen Infanterie-Regiments Rr. 70, der G r o ß h e r z o g von Hessen und bei Rhein zum Ches des Infanterie-Regiments Graf Barfuß 61. Wests.) Re. 17: von Moltkc, General der Infanterie, Chef deS Generalstabes ber Armee, zum Chef deS Füsilier-RegtS. Generalseldmarschall Graf, v. Moltkc «Schics. Rr. 38; der Fürst von Waldeck und P v r m o n t zum Chef deS Jnfant.-Regis, v. Wittich (3. Kur-. Hess.) Rr. 83; der Großhcrzog von Sachsen zum Chef des Thür. Husaren-Regts. Rr. 12; Für st Heinrich XXVII. von Reuß j. L., Regent deS Fürstentums Reuß ölt. L, unter Verleihung des Patents feines Dienstgrlü>es zum Ches des Magde* burgischcn Jäger-Bataillons Rr. 4; ber Herzog v v n Sach* s c n - K o bu r g - Go t h a zum Chef des 2. Rhein. Husaren-RgtS. Rr. 9 Prinz Alfons von Bayern zum Chei des Trag.» Regts. Frhr. v. Manteuffel (Rhein.) Rr. 5; die Großherzo» g i n v o n Baden zum Chef des 2. Badischen Dragoner-Regts.; Rr. 21, Frhr. v. Scheffer-.Holiadel, General der Infanterie, Kommandierender General des 11. Armeekorps, ü la suite des Kaiser-Alexander-Garde-Gren.-Regts. Rr. 1 gestellt, v Em* mich, Wencrai der Infanterie, Komm. Wen er al des 10. Armeekorps, ä la suite deS Füs.-Regts. (generalseldmarschall Prinz Albrecht von Preußen (Hannov.) Rr. 73 gestellt: v. Liu singen, General der Infanterie, Komm. General des 2. Armeekorps' ä la suite des Gren.-Regts. König Friedrich Wilhelm IV. (1. Pomnt.) Rr. 2 gestellt; v. Plettcuburg, General der Infanterie, Komm. General des Garbekorps, unter Belassung in dieser Stellung, wurde zum Gcneral-Adjutanten des Kaisers ernannt; v. Loschop, Generalleutnant, Komm. General deS 3. Armeekorps, wurde zum General der Jnsanteric; Burggraf und Graf zu D o h n a - S ch l o b i 11 e n , Generalleutnant, attachiert der Person des Zarcn, unter Belassung in dieser Stellung unter Ernennung zum Gcneraladjutanten des Kaisers, zum General der Kavallerie beförbert.
Ter Charakter als General der Infanterie verliehen: den Generalleutnants v. Schack, Gouverneur von Thorn, v. G uendet l, Direktor der Kriegsakademie; Frhr. von und zu Egt off* stein, ä la suite der Armee: Frhr. v. Lyncker, ä la suite; der Charakter als General ber Kavallerie würbe verliehen den Generallts. Herzog Friedrich Ferdinand zu Schleswig-Hol st ein-Son dcrburg-GtückSburg ä la suite dec Armee und des 1. Seebataillons; Prinz Adolf z n Schaum*. burg-Lipvc ä la suite dcS Husaren-Regts. König Wilheliw 11. Rhein.i Rr. 7 und des Wests. Jäger-BataitlonS Rr. 7; Herzog Ernst Günther von S ch t e S w i g H o l st e i n , ä ta suite deS Leib-Garde-Husaren-Regts. und des Jnfant.-Regts. Herzog von Holstein (Holstein.) Rr. 85; der Charakter als General der« Artillerie wurde verliehen v. Bücking, Generalleutnant und Fcldzeugmeistcr.
v. Scholl, General der Kavallerie, Okncralabiuiant und Kommandeur der Leibgendarmerie, und der Generalkapitän bet/ Schloßleibgardc, ä la suite des ersten (^rde-Ulanen-Regiments,; v. P r i t t w i tz u n d G a f f r o n , General der Infanterie, General* inspckteur der 1. Anneeinspektion, ä la suite im Grenadiec-Regi-'^ ment Graf v. slcollendorf (1. westpreußisches) Rr. 6, wurden zu Generalobersten befördert.
Der Kaiser verlieh dem Füsilierregiment von Gers* dvrff (Kurhessisches) Rr. 80 zu den Helmen schwarze, beit1 Spielleuten rote Helmbüsche. — Anläßlich seines Rcgierungs» jubiläums verlieh der Kaiser dem Fußartitlerie-Regimeru?-
Varschläge xu unterbreiten, vomehnttvb von Straftaten, btc auS Rot, Leiihtpmn, Unbesomrenheit ober Verführung begangen wor- >en sind. ,
Stuttgart, 16. Juni. Der_ König hat, wie der „Staatsanzeiger" meldet, aus Anlaß des 25 jährigen Re- gierungsjübibäums des Kaisers den M i 1 i t ä r p e r s o n e n, gegen die bis zum heutigen Tage int Bereich der württem- beraischen Militärverwaltung Strafeii im Tisziplinarweae verhängt worden sind, diese Strafen, soweit sie noch nicht vollstreckt sind, erlassen. Ausgeschlossen bleiben die wegen Beleidigung oder vorschriftswidriger Behandlung eines Untergebenen verhängten ^-trafen. Weiter hat der König ne Absicht, eine Anzahl von Begnadigungen auch hin- ichtlich solcher Strafen zu verfügen, die von bürger- ichen Gerichten erkannt sind.
Die Beglückwünschung des Kaisers durch die deutschen Bundesfürsten.
Tie „Bayerische Staatszeitung" bringt an der Spitze des Blattes einen offiziös gekennzeichneten Glückwunschartikel zum Regierungsjubiläum des Kaisers, in welchem es nach einer Würdigung der Persönlichkeit Wilhelms II. am Schlüsse heißt:
Tie deutschen Bundesfürsten, an der Spitze Prinzregent Ludwig von Bayern, haben sich nach Berlin begeben, um morgen dem Kaiser ihre Glück- und Segenswünsche zum Regierungsjubiläum bar^ubringen. Die innige Gemeinschaft blukbeschwvrener Vetträge, in ber die im deutschen Reiche oerbihtbeten Fürsten zusammeiigcsckstossen sind, kommt in dieser Kundgebung macht- und bedeutungsvoll zttm Ausdruck. Tiefe fiirstliche Kilndgebimg zeigt dem Auslände, wie festgefügt und unverrückbar die Gmndmauerii finb, auf beuere ber Bau beS deutschen Reiches ich auftürmt. Sie wendet sich aber auch an Deutschland, au bas deutsche Volk. Mit ihr legen die aus eigenem geheiligten Recht dazu Berufenen ein feierliches Zeugnis dafür ab, mit welcher Treue Kaiser Wilhelm II. die seinem kaiserlichen Amte durch die Verfassung bes Reiches gezogenen Grenzen innegehalten hat, mit welcher Gewissenhaftigkeit er die durch dieselbe Verfassung gewährlcisteten Rechte der Bundesstaaten geachtet und hockgehalten hat. Tic Beglückwünschung Kaiser Wilhelms II. durch die deutschen Bunbesfürsten gestaltet sich somit zu einer Feier der Treue und des Vertrauens, an der das ge- amfe deutsche Volk mit dem innigen Dank- und Segenswünsche teilnimmt: Gott schütze! Gott segne! Gott erhalte unseren Kaiser!
Ein Geschenk für den Reichskanzler.
Ter Kaiser ließ dem Reichskanzler sein Bild in Form einer Plakette mit einem üb era.us gnädigen Handschreiben überreichen und beförderte ihn außerdem zum Generalleutnant ä la suite der Armee.
Der Name des Fürsten Bismarck.
Tas „Armeevero-rdnungsblatt" veröffentlicht eine Ka- biiiettsordre, die bestimmt, daß das zweite Jägerbcttaillon künftig die Bezeichnung „Jägerbataillon Fürst Bismarck (Pommersches) Rr. 2" zu führen hat.
Ein Armeebefehl des Kaisers Franz Josef.
Wien, 16. Juni. Der Kaiser hat nachstehenden Armeebefehl erlassen:
Wilhelm II., Deutscher Kaiser, König von Preußen, begeht das Jubiläum ber 25jährigen Regierung. Seit 1881 barf sich mein Heer ber Ehre berühmen, Seine Majestät zu beit Seinen w. zahlen. Vielfältig finb die Beweise von Anteil unb Hulo, bie Seine Majestät nicht allein ben Regimentern, die mit Stolz seinen erlauchten Namen siihren, sondern auch meiner gesamten Wehrmacht bei allen Anlässen, bie Seiner Majestät Blicke auf-sie lenkten, zu geben geruhte. Wenn setzt Heer und Flotte >im Deutschen Reiche ihrem allerhöchsten .Kriegsl)errn mit Begeisterung zujubeln, stimmen auch Oe st erreich- Ungar ns Kriegs- unb Seeleute freudigst ein. Ich an deren Spitze bringe Seiner Majestät, meinem teuren Freunde und erhabenem Verbündeten, den Gruß« meines Heeres, der Landwehren und der Kriegsmarine mit unserer aller Herzenswunsch: Der Mlmäch- iige mit ber Fülle seiner Gnade betreue Kaiser Wilhelm bis in die fernste Zukunft zum Wohle seiner ruhmreichen Wehrmacht und zum Heile des Deutschen Reiches!
Kundgebung im ungarischen Abgcorduetenhaus.
Ofenpest, 16. Juni. Im Abgeordneten Hause ergriff heute der Präsident Boethy zu Beginn der Sitzung das Wort zu folgender Ansprache:
Ten heuttgen Tag können wir nicht vorübergehen lassen, ohne des 25 jährigen Regierungsjubiläums zu gedenken, das der Souverän der mit uns in so enger Freund- schäft und in für uns fo wertvollen Bundesver- yäl tni sse lebenden großen deutschen Ration Kaiser und König Wilhelm II. begeht. (Lang, anhaltender Beifall und HänbeNatschen, Eljeurufe.) Das ^Deutsch? Reich feiert biesen Tag mit beni größten Jubel. Dieser Freubentog erniecft auch in unseren .Herzen bie wärmsten unb innigsten Ge- fühle für bie Person bes großen Herrschers. (Stürmischer Beifall unb Eljenrufe.) Dankbarste Anerkennung auch für den erhabenen Hüter bes europäischen Friedens. (Begeisterte Eljenrufe.» Ich be- nntroge, daß das .Haus diese unsere Gefühle int Protokoll ausbrückt unb beschließt, baß 'ber Ministerpräsident dies dem jubilierenden Herrscher aitsdrückt. (Stürmischer Beifall, Eljenrufe.)
Ministerpräsident Tisza führte aus: .Hohes Haus! Ich glaube, die Worte, mit denen der sehr geehrte Präsident des Jubiläums .Kaiser Wilhelms II. gedacht hat, werden in dem Herzen eines jeden Ungarn begeisterten Widerhall finden. Ich glaube die ganze Ratton fühlt mit der deutschen Ration und freut sich mit der deutschen Nation in dem Moment, wo diese bart {erfüllten Herzens mit berechtigtem Stolze zu ihrem Herrscher emporblickt. (Lebhafte Zustimmung.) Wir vereinigen unsere Gefühle mit denen der beutschen ".itation. Der an ber Spitze ber deutschen Ration stehende Herrscher ist nicht nur ein erprobter Anhänger, sondern auch die stärkste Stutze des Bundesverhältnisses, das in der Ideenwelt der ungarischen Nation fest begründet ist. (Lebhafter Beifall.) Ihn bringt den Herzen der ungarischen Natton auch das Freundschaftsverhältnis näher, in dem er zu der erhabenen Person unseres Königs und Herrn steht, (Begeisterte Eljenrufe), und dem er wiederholt bei den mannigfachen Anlässen in so mächttger nnd ergreifender Weise Ausdruck gegeben hat. (Leb- fiafte Zustimmung.) Indem ich auch meinerseits von ganzem Herzen mich dem Ausdruck der vom Präsidenten ansge- sprochenen Gefühle anschließe, empfehle ich den Antrag , des Präsidenten der Airnal)rne. (Stürmischer Beifall, Hände- llaffchen, begeisterte Eljenrufe.) Der Antrag des Präfi- denten wird angenommen. Das Haus tritt sodann in die Beratung der Tagesordnung ein.
Auszeichnungen.
Der Kaffer verlieh eine Menge von Auszeichnungen; darunter dem Fürsten v. Bülow sein Bildnis in Form einer Porträtsplakette, die dem Fürsten heute bei seiner Durchreise durch Basel von dem kaiserlichen Gesandten bet
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Arcals ber ehemaligen Abtei KönigSfclden - jener denkwürdigen Stätte, an der König Albreckt I. von Dem rochwabcnherzog Johann ermordet worden ist. Die bei den Ausgrabungen reichlich zutage geförderten Fundstücke sind in einem eigens dazu erbauten Museum ausgestellt, das sich durch die Geschlossenheit unb Ucbersichtlichkeit seines Bestandes als. zu Lehrzweckcn lierüorragenb geeignet erwies. Ein halbtägiger Abstecher nach Zürich galt der Besichtigung des dortigen Museums, dessen Direktor Dr. Lehman n die Studenten selbst in der frühmittelalterlichen Abteilung führte, wie auch sein Assistent Tr. Viollicr zur Besichtigung des prähistorischen Teils der reichen Sammlungen seine 'Sachkunde zur Verfügung stellte, wobei ben Studierenden überdies Gelegenheit geboten war, einmal einen Lehrvortrag in französischer Sprache zu hören. Tie letzte Station ber Schweizer Exkursion war bas alte Augusta Rauraeorirm (Augst', jene Grunbung noch auS ber Zeit vor Christi Geburt, bie ben Vorzug einer Erhebung zur Stabtgemeinbe lange nur mit Lyon, Köln unb Colonia Julia Cquesttis teilte. In beut antiken Amphitheater hielt Herr Dr. Barthel einen orien- tierenben Vortrag, an ben sich ein Runbgang teils über, teils unter ber Erbe — burch bas weit ausgebehnte Stabtgcbkt mit ben vereinzelt zutage getretenen Ruinen anschloß.
Damit war bas Ziel ber Exkursion erreicht, unb so konnte bie Heimfahrt angetreten werben Die Führung ber Stubentcn hatte an Stelle des burch Unwohlsein an ber Teilnahme befjinberten Herrn Pros. 2aq neu r, ber bie Vorbereitungen ausgeführt hatte, für bie ganze Fahrt, an ber auch bie Herren Professoren I m m i s ch unb Körte tcilnabmen, Herr Professor Dr. Watzingcr übernommen. Mit (ebfyiftcm Tirnl aber gcbenlen bie Teilnehmer der Förderung, die ihnen überall durch dic einheimischen Forsck>er zuteil geworden ist.
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— Ans ber hes sis ch en B i o g r a p h i e. Das im ersten Hejte ber im Auftrag ber Historischen Kommission für bas Groß Herzogtum Hessen hcrauSgegebenen hessischen Biographien von Prof. Tr. Gruft Mangold in Freiburg i. B. entworfene Lebensbild Hermann H o f f m a n u s, 1848- 91 Professor der Bo tanif an der Universität Gießen, bringt die interessante Notiz, daß Hoismann bereits 1860 Versuche über Keimfreimachen von organischen Flüssigkeiten durch Erhitzen, wie über bie künstliche Injektion mit Gärungs und Jäulniserregern veröffentlichte und somit neben Pasteur unb Lister, von denen elfterer 1862, len tercr 1867 mit seinen Publikationen ans Lickt trat, als Bc griinber ber Lehre von ber Antisepsis unb Asepsis zu nennen ist Auch aus an bereit (M>icten, vor .allem auf dem ber Phänologie, b. -"h ber Beobochtung ber wichtigsten EntwicklungSkennzeichen ber Pflanzen .z. B. ber ersten Blätter, Blüten, Früchte) unb bes Darwinismus wirkte Hoismann balmbredienb. Auch darüber hau beit der eben genannte Aussatz Mangolds.


