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15.7.1913 Zweites Blatt
 
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Zweiter Blatt

165. Jahrgang

M. 165

Erkauf

Erscheint täglich trrti Ausnahme des Sonntags.

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Lienstag, den 15. Juli,

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Kultusministers gesprochen, nahm

Oberbürgermeister Tr. Dittrich das Wort, der namens des Rates der Stadt Leipzig und deren Bürgerschaft die Fahne der Deutschen Turnerschaft übernahm. Die Fahne darf einer freudigen Aufnahme gewiß sein. Wenn irgendwo in Deutschland, ist hier in Leipzig der deutsche Turner bodenständig. Oberbürger­meister Dr. Dittrich teilte dann nocl) mit, daß dem Präsidenten Dr. Goetz das Offizierkrcuz des LNbrechtsordens verliehen wor-

Rachdcm die beiden Züge die Stadt durchquert hatten, trafen sie sich auf dem alten Marktplatz der Stadt, an dessen Längsseite sich das alte Rathaus befindet. Aus der blumengeschmückten Altane des Gebäudes hatte der Herzog von Coburg, umgeben von den Regierungsvertretern, dem Generalfeldmarschall v. d. Goltz, dem früheren preußischen Landwirtschaftsminisler v. Podbielski als Vor- sitzenden des Reichsverbandes für die olympisclwn Spiele u. a. m. Platz genommen. Ihnen allen schalltenHeil!"-Rufe der Turner­scharen entgegen und freundlich winkte der Herzog zu ihnen herun- ter, besonders aber zu den Gruppen der Fahnenträger, die ihre zum Teil geschichtlich denkwürdigen alten Feldzeichen vor ihm senk­ten. Reben der ältesten Fahne der Hamburger Turnerschaft von 1816 sah man auch die alten Jahn-Fahnen von Naumburg und von Freyburg a. d. Unstrut, dem Geburtsort Friedrich Ludwig Jahns, dann die der Darmstädter Turngcmeinde, der Schleswig- Holsteiner, der Mainzer, Königsberger usw. Unter den Vereinen des Rheingaucs interessierten vor allem die Ofsenbachey Turner. Ein j besonders farbenprächtiges Bild bot der Deutsche akademische Tur-

Unter diesem Titel bietet Walter As muh in der Halb» Monatsschrift für das Deutschtum unserer ZeitDer Vortrupp" einen Aussatz, der besondere Beachtung verdient. Er macht u. a. darin die folgenden Ausführungen: Ohne Frage ist die körper­liche Betätigung der Jugend von großer Wichtigkeit, aber sie hätte niemals das Ideal, das einzig Erstrebenswerte werden

die Deutsche Turncrschaft mit begriindet und die darauf folgenden Turnfeste in Berlin und Leipzig aktiv mitgemacht haben, vor allem der erste Sieger im Schnellaufen beim 3. Deutschen Turnfest tm Jahre 1863, Direktor Bcthmann aus Langendorf-Wcißenfels, der Vorsitzende des Thüringischen Turnkreises, der Turnlehrer a. D. Stcubel (Hamburg), der Stadtkämmerer a. D. Weithas (Schleiz) der Reichsgerichtsrat Dr. Brückner (Leipzig) und der Stadthaupt-

yeer und Flotte.

Kriegsleistungen im Automobilismus.

lieber die Heranziehung von Kraftwagen für den Kriegsfall herrschen im Kreise der Wagenbesitzer immer noch große Unklar­heiten. Man stößt fast durchweg auf die Ansicht, als ob nur die Subventionswagen von der Militärbehörde zu Recht in Gebrauch genommen werden können. Diese Ansicht ist eine ganz irrige. Das Gesetz über Kriegsleistungen vom 13. Juni 1873 spricht sich hierüber 'genau aus und sagt, daß sämtliche vorhandenen Trans­portmittel und Gespanne von den Gemeinden dem Heere am lAnfordern überlassen werden müssen. Wenn int Gesetz der Kraft­wagen nicht ausdrücklich hervorgehoben ist, so hat dies seinen Grund natürlich nur darin, das; um die angegebene Zeit noch niemand vom Kraftwagen etwas wußte. Es dürste aber außer feder Frage sein, daß unter Transportmittel alles zu verstehen ist, was zur Beförderung von Gegenständen dient, also auch Per sonen-Autos. Ter Unterschied zwischen subventionierten und nicht subventionierten Lastwagen dürfte int wesentlichen darin bestehen, 'daß erstere int Mobilfalle von der Verwaltung angekauft werden, letztere aber nur im Bedarfsfälle requiriert zu werden pflegen. ,Die staatliche Beihilfe, die beim Kauf in Höhe von 4000 Mk. jgewährt wird und der jährliche Unterhaltungszuschuß, den der Käufer eines Subventionswagens erhält, verpflichten denselben nur, den Wagen im kriegsbrauchbaren Zustande zu erhalten. Um deit Unklarheiten entgegenzutreten, ist die Heeresverwaltung int Begriff, demnächst neue Bestimmungen über diese Materie zu veröffentlichen, aus denen hervorgeht, daß im Bedarfsfälle alle brauchbaren Autos, die int Reich vorhanden sind, zur Verfügung gestellt werden müssen, gleichgültig, ob das Fabrikat inländisch -oder ausländisch ist. Praktisch gesprochen liegt die Sache also so, daß int .(Kriegsfälle die Subventionswagen ohne weiteres tn den Dienst der Armee treten, alle anderen Kraftwagen nur nach

1 dertcilunn der Diplome roni vimdeswettschreiben ui Homburg v. d. Höbe -verschiedenes.

Ter 'Vorstand.

Aus Stabt und Lund.

Gießen, 15. Juli 1913.

Der falsche Kurs in unserer Jugendpflege.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51.

Nedaktion.S^112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen.

DieGlehtner §amUienblät1er" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis (Ziehen" zweimal wöchentlich. Dir,Landwirtschaftlichen seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

ttfl) trau I. Sridnen, Flensburg asm / Serba seiir ä .50 H

Dienstag, 15. Juli 1915

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersitäts - Buch- und Steiudruckerei.

R. Lange, Gießen.

Für kleine Kinder ist Cbet mcvcr'ö Medizinal Herba Leise sehr zuträglich und

des ifent- füge tel #en. 1.50,

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7' Hypotheken!

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^ie Wagen waren nut roten unb weißen Aodnerschaft" heraus?das seit 1912 unter dem TitelI a hr- Hierauf kamen dte ^eutsch-Oesterrmcher, r das d eutsche V or t r a gs wes en" erscheint

und jetzt in 2. Auflage vorliegt. Das Jahrbuch, enthält Mit­teilungen über 267 Vortrag eiche, die über die verschieden­sten Gebiete sprechen (Bildungswesen, Literatur und Litera­turgeschichte, Musik und Musikgeschichte, Kunst, Philosophie, Geschichte, Volkswirtschaft, Frauenfragen, Naturnnssenschas- ten, Erd- und Völkerkunde, Technik u. a.). Der erste Teil des Jahrbuches enthält Vortragende, die berufsmäßig sich der Volksbelehrung und Volksunterhaltung Intimi en, der zweite Teil führt Vortragende auf, die nur gelegentlich ihre Vortragstätigkeit, zumeist in bestimmten Gegenden, aus-

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. .rf,na.liefemPnoa

G. m. b- d. i

Wiederverka^Lfl,

-Bedarf und auf Ansordern. .

Rach bem Gesetz sollen nicht subventionierte Wagen, nur in- svweit in Anspruch genommen werden, als die Bedürfnisse nicht anderweitig, etwa durch freien Ankauf, gedeckt werden können Die Vergütung geschieht aus Reichsrnitteln und unterliegt einer Abschätzung von Sachverständigen. Da Barmittel von der krieg- ifübrenben Macht selbst gebraucht werden, ist 'leicht erklärlich, daß >diese Abschätzungen nicht allzu hoch ausfallen und daß daher der 'Subventionswagen-Besitzer pekuniär besser dasteht als zeder andere ,Autoeigentümer. Hat ein Krieg längere Zett gedauert, so daß die 'Mittel knapv geworden sind, so bezahlt der Staat durch einen iNeguisitivnssckein, sogenannte Anerkenntnisse, die auf den Namen »desjenigen lauten, der die Vergütung zu beanspruchen hat und die nach Maßgabe der verfügbaren Mittel allmählich eingelost werden, wobei die zu zahlenden Beträge vom ersten Tage des auf die Leistung fügenben Monats mit 4 Proz.' zum Zahltage zu verzinsen sinb. Die Verzinsung hört mit dem letzten Tage desientgen Monats auf, in dem die öffentlick)e Aufforderung zur Empfangnahme von Kapital und Zinsen erfolgt ist. Beschränkt sich die Mobilmachung mir auf einzelne Teile des Reichs, so können auch nur tn ben Mobilisierten Tellen derartige Beitreibungen stattsinben. Es ist selbstverständlich, daß "im Falle eines Krieges schon durch die Abgabe der Subventionswagen große Storungen in den be­troffenen Betrieben stattstnden: sollte es aber dazu kommen, daß fast alle Kraftwagen von der Heeresverwaltung gemuckst werden, so ist der dadurch erwachsene Nachteil für die Geschäftswelt gar nicht abzirsehen. Er dürfte sich noch viel unangenehmer erweiseii, als wenn heute unserer Industrie und Kaufinannschast plötzlich der Fernsprecher gcnonmtcit würde. Was das vielgeschmahte Auto leistet und welche Rolle es im Handel und Verkehr fhielt, wird das verwöhnte Publikum erst merken, Wewi tatsächlich ein Krieg aus- breeben sollte. Es bleibt dann nichts übrig, als wieder auf das Pferd zurückzugreifen. Aber auch hier nur nut Einschrän­kung, denn die brauchbarsten Tiere werden ebenfalls der Armee angegliedert worden sein. So wie uns geht es aber allen anderen Kulturvölkern und sie haben aus diesen und tausend anderen Grun- ben gewiß alle das lebhafteste Interesse, daß uns der nun schon so lange gewahrte europäische Friede erhalten bleibt.

~ Leipzig, 12. Juli 1913.

Seit heute morgen 5 Uhr rollen die Sonderzuge in den Leipziger Idaurtbabnboi ein. Auf dem Platze vor dem Bahnhof wurde kurz löalt gemacht, die Fahnen entrollt und eine kleine Begrußung-- nnfprache entgegengenominen; dann gings in gefchloßeneiii Zuge in die. angewiesenen Standquartiere, von denen 14 auf die ganze 51 Als erste erschienen kurz nach 5 Uhr die Turner aus Hagen i. W. i(5-§ folgten Sonderziige aus dem Rheinland, aus Düsseldorf, Rem­scheid, Krefeld, Mainz, Hamburg, zwet Züge aus Bremen.uhv Der Zug aus Schleswig-Holstein war besonders dicht gelullt, ^.le Turner trugen Strohhute mit Bändern ut den schleswigschen Narben vot-weiß-griin. Kurz vor 11 Uhr traf der erste Zug ai .6 bürg ein. Die Berliner erschienen in zwei Sonderzugeii, lhnc folgten die Turner aus Frankfurt a. M., Meiningeu, Ei t , o und am späten Nachmittag die aus Gelsenkirchen und Kastel. pÄttg gestikulierend entstieg einem Buge eine Gruppe von ^ubstunime Turnern. Alle Hotels sind überfüllt und man hat sich bere s cu die Liachbarorte wegen Quartieren wenden müssen, ^er Himmel ist bedeckt, es scheint aber trocken bleiben zu wollen.

Offiziell sind gemeldet - 3732 Sechskampfe^ da^ter 50 3liu Ender, 1096 Zwölikämpfer, darunter 17 ^u^aider a s oeu «reifen 17 267 Pflicht-Freiubungsturiier, 9140 N^ege urne in 853 Riegen, 145 allgemeine Riegen mit 1227c ne )inern,

W°K"d,beÄr «n'Ä"«« di-D°Eck>° Tur-

2^1860 wieder W-Mrt »erben..

buchhalter a. D. Jaehn (Chemnitz). . .

Einen besonders großartigen Empfang bereiteten die Leipziger Turnerschaft und die schon anwesenden Festgäste den tm Laufe des Spätnachmittags auf dem Hauptbahnhof eintreffenden österreichi­schen Turnern. Sie erschienen mit eigener Musik.

Um 6 Uhr abends begannen in der Kampfbahn des Deutschen Turnfestes unter freiem Himmel die Eröffnungsfeierlichkeiten zum 12. Deutschen Turnfest. Der Platz, der mit seinen 490 000 Quadrat­metern das Stadion im Grünewald bei Berlin um das Vierfache übertrifft, war schon lange vor der Zeit dicht besetzt. Vlor der Rednertribüne hatten inmitten der Fahnenträger der deut,chen,, crn ^\;K Turnvereine die Frankfurter Turner mit dem Bundesbanner Auf- nerbund, besten Mitglieder in vollem -~>idh> und in übermütiger stellung genommen. Zunächst begrüßte namens des Hauptausschusses Stimmung erschienen. Eine An^ihl von Vereinen hatte heimtzche und der Bewohner Leipzigs der Vorsitzende des Gesamtausschusses, Cmbleme mitgebracht, die zum ^.eil große Heiterkeit hervorriefen.

Roth i^eititia) die Festgäste mit besonders war-l Rheinhelsen stellte eine Gruppe von Winzern und Kuiern mit mäd^ men Wort^ iene aus OeKeid) 6 9 ' tigen Rheinweinflaschen und künstlichen Trauben, die Frankfurter,

Geh. Sanitätsrat Tr. Goetz dankte allen, die mitgearbeitet deren Fahnen geschlossen Mitgeführt wurden, wiesen eine besondere haben, um das Fest vorzubereiten. Vor 50 Jahren waren wir wnl Amerikaner-Riege auf.

der Arbeit, die verdächtige deutsche Turnsache festzulegen, damit I Beide Zuge zogen, nebeneinander her trennten sich aber wie- die Welt sich überzeugen konnte, die Turnerei ist eine heilige der, um auf vorher bestimmten Straßen den Feitplatz zu erreichen. Volkssache. Es war eine schwere Arbeit und wir hatten auch! -vrotzdem die beiden ?tz-estzuge nur von Turnern gebildet waren, politisch klug vorzugehen. In politischer Beziehung war damals uni fie nicht übermäßig lang zu mackwn, und besondere Festwagen der Gedanke der Einheit vorhanden, der Gedanke, dah eine 'waci nicht mrtaeinhrt wurden, dauerte der Marich der Turner doch ^tohc. Opif Fnmmpn miifip die dein deutschen Volk Freiheit und Ein-l^ü' 3 Stunden. -Lie -Turner marfchürten in Achterrtihen unter beit bringen würde/ Gott sei dank! wir haben biete Zeit erlebt, Führung von 40 einheimischen unb etwa 20 von auswärts gekom- wir haben ein großes Deutsches Reich. Ist auch nicht alles voll- menen Mcüstkkorps. So

enbet so finben wir boch bie Pforten geöffnet, bamit wir bie besten Unmittelbar nach Beenbigung bes Festzuges traf der König Wege gehen können, und wenn unser9 Volk einig unb stark bleibt, * Sachfen, ^riebrich August an ßeiwtg em unb begab Fnnn hrr Meli die Geseke vorschreiben Wir Turner sinb ein Mit bem Herzog Karl Eduarb von Cobnrg-Gotha auf ben 5efb MUlionenverbanb wke ibn sonst die rückt bat Wir haben vlatz. Nach einer Begrüßung durch den Generalfeldmarlchall v. d.

müüen bis: uns den Platz an der Sonne er- Goltz und die Mitglieder des Ausschusses gab der Oberturnwart nmaen iSen iüK butch Strett und Zank nün dadurch daß das Zeichen zu den Freiübungen. -.Zuerst rückten 400 Fahnen- noch ÄÄta© S Mci17,5oog Gntttin1 käuflich

daß «utcnS-che «nfolto müffa. Lehew

^O^ON treu bl b 2 begrüßten den König mit einem kräftigen dreifachen Gut-Heil!

e,n in den RUN .@utS=it! Gut Seil! Sinter Ln fSSÄS

Ftzß-der Mit Staaten« verbrachte MM- &KÄSÄ

miluEie;/-Qnu,usi des Reichs- den, nach welcher Richtung man auch den Blick wenden mochte.

Geheimrat L e w a t Ü^brachte die Grüst R ch £6erturnroart ließ durch ^tvei Vorturner, bie ebenfalls auf bem

kanzlers und des Staa^sekretars bes Innern DAbruck und hob bcr Mnigsloge placiert waren, bie Hebungen vormachen.

di6 , Deutsche Turnerschaft lei alt r Nach bem Takt bcr Musik würben die Hebungen mit vollster Präzi-

Reich. Sie habe das Reich mitbauen i s . fion durchgeführt. Am Schlüsse der mit donnerndem Beifall Seit der Ohnmacht i1 nb 3errifjenbeit ben G d ,,, von der gesamten Zuschauermenge mitgenommenen Hebungen into- ü^,duk°mmengehor,ake^ ausrechterhaltcn habe Er betonte t Q(tc Goetz das LiedDeutsch,and, Dcutichland über

drucklich, daß er den besonderen Dank und Gruß des R )- das die 250 000 Anwesenden stehend rnitsangen. Da-

tanslerö an Dr Goetz überbringen, solle. hatte der erst- Festtag sein End- erreicht.

Nachdem Oberregierungsrat Hinze namens des preußifchens

den sei. . ,,

Hierauf überreichten die Frauen Frankfurts einen Schaft, an welchem die Ehrenbänder für das Ehrenbanner befestigt werden ...

folleii die leipziger Frauen eine Ehrenplakette, worauf Geheimrat dürfen, wie es heute m vielen Sirenen tatsächlich der n-all ist.

Goetz ein"dreifaches .Hoch auf den deutschen Kaiser ausbrachte. Nun pflegt man ja gewöhnlich einzuwenden, daß für die gci-

Mit dem Absingen des LiedesDeutschland, Deutschland über stigen Bedürfnisse die Schule sorge. Ja, die Schule! Sie gibt alles" war die Begrüßungsfeier beendet. Es folgten noch eure so wie sie heute nun mal ist eine gewisse Menge von,

Reihe von turnerischen Hebungen. Wissen. Aber neben dieser Schulwissenschaft gckt es noch manche

^Leipzig 13 Juli. Dinge, die bie Schule nicht bietet, unb die der Jugend doch

- , Li- Gv/np 1 bitter nötig sind: das Sehen, Hören und Empfinden, das

Schon um 6 Uhr morgens begann ein^ech-amp, der Krme liehen einer Landschaft z. B. und das k ü n st l e r i sch e bis 9 der Deutfchen ^urnerfchast. Um 8 Ubr, 'h-= empfinben gehören hierher. Der Junge, der l-cute unter

in den drei Hauptkirchen Leipzigs em 110 bem Kommando eines Leutnants zum Kriegsgeländespiel au§»

^eut^dJe Sturnfeft ftatt, an ben ein rüdt, bcr sieht keine Landschaft, ber sieht mir bas, Gelänbe.

bis 15 unb bcr Gaste der -outfchen Turner schäft manscht o <5 lve5er die Schönheiten einer Birken-Allee, bie sich am

Durchführung des ^eckfskampfes ^firen bje Ißctturiiet m zwe ^anbc cinc§ Tannenwalbes entlangzieht, noch sieht und fühlt Gruppen von je 96 Riegen eingeteilt woichen. ^K>e Rieg wa 1^. heimliche Stimmung, die über einer Gegend liegt, er nur 20 Mann stark, bamit bie einzelnen -nrner Nicht zu lange bcnft nur an das Kriegsspiel und sucht in den Büschen unb beschäftigt würben hinter ben Hügeln nur die feindliche Patrouille. Nie wirb er

Hierauf sammelten sich die ^estüilnehmer m den etn5Jn.cn ct)va5 pon dcr romantischen Stimmung empfinden, die fich doch Bezirken der Stadt für den ^estzng. Y ,. M unsere älteren Wandervögel wohl ohne Ausnahme erwandert haben.

Da sich 60 000 Turner zum tWjug gemeldet 3m Wandervogelgedanken hat immer ein Stück Romantik ge-

die Anordnung getroffen worden, die Vereine in zwei Bugen Und in unsrer so überausrealen" Zeit kann auch ein

durch die Stadt nach dem Festplatz marschieven zu lal,en. ^te REantik und Kunstempfinden nur von Nutzen sein. Es

eine Hanptgruppe stellte sich aus dem..§uplatze au. Puntt ungcmcilt charakteristisch, daß selbst die praktischen Amerikaner, 10 Uhr traten die Kreife an. Herolde eraf,netcn den Zug, dann w . Rrirklichkeitsmenschen, wie sie im Buche stehen, sich neuer­kamen als Ehrengäste die Turnvereine des Auslandes, ^zumeist I mc{)r und mehr zu dieser Anschauung.bekennen. Man mit Fahnen tn den deutschen Reichsfarben, doch fah man^ auchauch einmal den Patriotismus, der bei manchen unsrer bas eidgenössische Kreuz, das Sternenbanner Nordamerika-, du ->^gondpslege-Bereinigungen getrieben ivird. Die gute Absicht in Fahnen von Holland, Belgien,, Rußland und einigen außer- _ "a5cr dadurch echte Vaterlandsliebe erzeugt wird,

europäischen Staaten ist wohl mehr als zweifelhaft. Dagegen fördert kaum etwas an-

hervor, der fich steigerte, als ba» Bnndesbanner, umgehn von ^fl§ Heimatgefühl so sehr wie Heimatwanderungen, d. h. Ehrenjungfrauen, erfchien, dem der Wagen nut bem ölten lvcnn man wirklich wandert und Landschaften sieht. Gerade in und den Mitgliedern des Ausfchufses folgte, lliiauchorlick ^og dero^it, in der die Menschen immer mehr von der Scholle greife 87jährige Vorsitzende der Daufichetr -urne-rfchaft feinen ^gerissen werden, sind solche Heimatwanderungen besonders er- Hut, um ans die inbelnden Zurufe der -Rolfen zu da»kern Gro^ai st^^enswert. Als der Wandervogel einst einen Ausflug machte Beifall fanden auch dw Oesterrncher, ivelche dcr^Lutschen Turner^ [)ot)cn ^o(m _ unten dehnt sich das Tal der Nuthe, tn

schäft angeboren, mit etwa 25 Veveinen. yen um^^angretchstcn $.ctnc leuchten im letzten Abendschein die Türme von Jüter-

Tcil des Zuges bildete die eine Halste ber Vereine aus dmi tpar eine Zeitlang füll, und plötzlich ftimmtc einer

Königreich wachsen. Denn von den über bei an:O Vaterland, wie bist du schön, mit deinen Saatenfeldern."

Turnerschaft angcfchloffenen Turnvereinen -^uOchlands und __ 2go K t bcnn mc()r wahre Vaterlandsliebe: hier, ober wenn nach Deutsch-Oesterreichs gehören nicht weniger demi 150^000 - tit- Kriegsgelänbespielübnng vor versammelter Mannschaft eine glicbcr ben Vereinen bes Komgrelchs Sachstm am ^nt garten . . .«b$>

umfaßte bie erste Abteilung etwa 25 000 Mann. Der zweite Sctl i>atrtoli)ct)e Reoe gehauen nnro des Festzuges sammelte sich auf bem großen Platze vor dem *

Reick^gcrickt. Er mürbe von einem Trompcterkorps in der Uni- ** Für dcrs deutsche Vo rtra g-s wesen yal bie form bcr Lützomer Jäger geführt, bem die Standarte der Deut-Gesellschaft für Verbreitung von V 0 lksb 1 l - scheu Turnersckaft mit ber Jahn-Fahne und bcr ersten Fahne düng, Berlin, NW. 52, Lüneburger Straße 21, ein wich- bcr Leipziger Turnerschaft folgte. In weiteren Wagen hatten ^es'Hilfsmittel geschaffen. Die O^esellschaft gibt seit dem Mitglieder bes Ausschusses und Veteranen der Deutschen Turmer- beE ucktriaer Fahre einAdreßbuch der deutschen schäft Platz genommen. mtf r.itm unh rnnfeen I u-- - BÄ.

Girlanden geschmücht. !------- -------- .. .... ..

die dcutschvölkiscken Vereinen angel>ören und nicht in der j-eatt- schen Turnerschaft inkorporiert sind. Sie sind in einem be­sonderenVerband deutsch-fteiheitlicknr Vereine Oesterreichs" zu- sarnmengeschlossen und stehen in durchaus sreundschaftlichen Be­ziehungen zu der Deutschen Turnerschast, ca. 3000 Mann mit 80 Fahnen. Besonderes Interesse erregte eine Gruppe Marine- Turner, die der Unteroffiziersturnverein in Wilhelmshaven in einer

Stärke von 47 Mann gestellt hatte. Da die Hochseeftotte zurzeit des Deutschen Turnfestes Uebungssahrten in der Nordsee macht, hat der Geschwaderchef Admiral v. Laus genehmigt, daß die Marine­turner nach ihrer Rückkehr mit einem Torpedoboote dem Geschwader

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Arbeiterbewegung.

Hamburg, 14. Juli. Auf der Vulkanwerft haben m t l i ch c, auf der Werft von Blohm u. Boß ein Teil bcr Arbeiter- die Arbeit eingestellt ^-vem Streik hegen Lohnforderungen zu Grunde. Auf den anderen Seeschttstverften wird vorlänsig weitergearbeitet.

New Bork, 13. Juli. Die Vertreter der Zugführer unb das übrige Zugpersonal auf ben östlichen Bahnen ha­ben enbgültig beschlossen, zu streiken, wenn bie Regierung ober die Bahnen nicht mit annehmbareren Vorschlägen an sie heraw- ttreteii. Die Arbeiter wollen keine weiteren Vorschläge machen.

Das {2. Deutsche Turnfest.