Ausgabe 
15.7.1913 Erstes Blatt
 
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. die Größe von London, die 'einer Männer und Frauen." ültigte er,ihre Frauen sind l-okzistcn aber sind die größten igte der Interviewer zweifelnd, als unsere deutschen Soldaten, drei Frauen ziehen sich ivirstich tt besonders." Andere Jungen die EngländernSie nehmen :ln nicht viel die bänfcc. Sie eie englischen Schuljungen er- l's gut, die gehen nicht vor 9 end wir ichon um sieben raus rgens io schön im Bett"

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Markt bericht vomU.Juli, chlen $71, Lullen 76* Kühe und , Schweine 2143.

, Achsen langsam, bleibt liebe.' Adrien rege, geräumt, Kälber t 6dmtint lebhaft, geräumt.

Preis für 100 W.

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Die heutige Nummer umfatzt 10 Seilen,

wie

und

Sie

Ter blauen Gletscher, in den Felsgemächcrn Der steilen Wände

Tageskalender aus dem Jahre 1813.

15. Juli. Jerome, König von Westfalen, hebt die Universität Halle auf.

wenigen Ausnahmen, schneefreier Gipfel bietet. Steht man aus dem 'Gößbichl, dem Standort der Hütte, einem an dem Süd- absall der Hochalmspitze befindlick-cn Hügel, bis zu dem sich nur noch die letzten Pioniere der Vegetation emporgenmgt haben. Und läßt den Blick über dies geschloffene Rundbild schweifen^ so wird bei dem, der Zermatt kennt, die Erinnerung an den Gormr Grat mach werden. In der Tat, der Gößbichl ist ein Gorner

davon zu geben. Sie sagte:

/r3n meinem Geiste seh' ich's schon vollendet. Aus Quadern meines Berges baut sich's auf. Sie tragen starkes Stammholz von den Bäumen Des Tals, verhüllt von hellgefärbten Schindeln, Darüber liegt das steilgeneigte Dach, Von dem sich starke Eisenseilc spannen. Das Haus zu schützen vor der Stürme Wut. Zum Eintritt ladet gastlich eine Türe, Geschützt von kleiner, überdeckter Halle;

Und fröhlich schaun der Fenster blanke Reihen Hinein ins Rundbild der gewalt'gen Landschaft. Denn rings im Kreise stehen Berg' an Bergen, Mit ihren dunklen Felsenhäuptenr auf Zum Himmel ragend. In den hoben Falten Erglänzt der Firn, das Eis der Gletscher hangk An höchsten Wänden, nnd die Bäcl>e rauichen. Um Felsen tosend, in den Kessel nieder.

Die Lage aus dem Vaikau. Bulgarische Meldungen.

Sofia, 14. Juli. Die Meldungen von einem An­schlag auf den König, auf Danew und von einem Ans stand in Sofia sind reine Erfindung. Bul­garien ist vollkommen ruhig. i

Die Sobranje hat den Ankauf der Eisenbahn Saloniki-De d ea gatsch genehmigt.

Sofia, 14. Juli. Die Sobranje wählte zum Präsi­denten oen früheren Ministerpräsidenten Dr. G e s ch o w und zum Vizepräsidenten den .Handelsminister Ehr. Theo- dorow. Dieser schlug der Versammlung vor, allen denen, die für Bulgariens Recht kämpften, ihren Gruß zu senden, was mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde. Ferner beantragte er einen Kredit von 50 Millionen Lei für mili­tärische Zwecke, zu decken durch eine Anleihe und durch Schatzscheine. Der Sozialist Sakyvzow wünschte, daß die Regierung der Versammlung Aufschlüsse über die Lage gäbe. Finanzminister Theodorow erklärte, daß die Regie­rung alle An streu guugen mache, das Land in die Bahnen den Friedens zu lenken. Aber sie befände sich Ereignissen gegenüber, die die Regierung nicht hervorgerufen habe; sie rechne auf die Unterstützung der Sobranje. Danew rich­tete an die Deputierten einen Appell, die Regierung in den entscheidenden Augenblicken zu unterstützen, durch die das Land hindurchgehe.

Sofia, 14. Juli. Die Agence Bulgare erklärt ent­gegen den unwahren Meldungen aus griechischer nab ser­bischer Quelle über Ausschreitungen, die die bulgarisch m Truppen sich an der griechischen Bevölkerung hätten zu schulden kommen lassen, daß es vielmehr die serbischen und griechischen Truppen waren, die in den von ihnen besetzten Gebieten an den bulgarischen

um den Grat schwebt. Der schwindlig auf zur höchsten Spitze leitet.

schilderte dabei auch das neue Gießener Haus, das sie schon vollendet in ihrem Geiste stehen sah, und die es umgebende ge­waltige Landschaft. Da sie als göttliches Wesen, -das seit ewigen Zeiten in dieser Gegend zu Hause ist, von dem Aussehen und der Lage des Hauses am besten Kenntnis haben muß, so laßen wir sie auch hier zu Worte kommen, um dem Leser eine Vorstellung

die nach dieser Richtung an Höhe allmählich abnehmen. Noch einmal erheben sic sich hier zu majestätischer Höhe nicht weit von Gastein in dem aussichtsreichen Ankogel und der noch etwas höheren Hochalm spitze, der Königin der öftUto Hohen Tauern. An ihrem Südfuß steht die Gießener Hütte.

Der Ban ist zwar gegenwärtig noch nicht vollendet, geht! aber seiner Vollendung entgegen, so daß die scierlicl)e Einweihung ans den 24. August dieses Jahres angesetzt tverden konnte. Die Pläne des Banes sind von dem Herrn A r ch i t e k t c n M e y e r , unserem Mitbürger, der auch Mitglied der bauenden Sektion ist, ent­worfen und dem Verein kostenlos zur Verfügung gestellt worden, die Ausführung wurde dem in der Gegend ansässigen Baumeister Pacher übertragen, der schon durch den Bau anderer Alpen- vereinsbüttcn Erfahrung gewonnen und sein Geschick bewiesen hat. Die Ausführung des Werkes ist bis jetzt in der Hauptsache ohne besondere Schmierigkeiten verlausen. Das möge eine gute Vorbedeutung auch sür die Zukunft sein! Nur einmal schien die geplante rasche Vollendung in zwei Sommern in Frage gestellt zu sein. Es kam insolge des Banes zu einem Prozeß zweier Be­sitzer, der eine Unterbrechung nötig zu machen drohte, eine Ge­fahr, die aber durch das anerkennenswerte bereitwillige Entgegeii- kommcn beider streitenden Parteien, der Gräflich Lodronschen Guts- venvaltung und des wohlhabenden Almbcsitzers Kohlmahr, glücklich überwunden wurde. Die Kosten des Baues betragen rund 27 OOO Mark. 12 000 Mark hat der Gesangverein der Sektion zur- Verfügung gestellt. Alles' übrige ist durst) die Mitglieder und Freunde unserer Sektion aufgebracht, so daß das Haus wohl vollständig schuldenfrei hingestellt werden Tann. Gewiß ein erfreu­liches 3eid?en der auch bei sonstigen Gelegenheiten zutage ge­tretenen Opferwilligkeit unserer Bevölkerung.

Die Lage der Hütte (Höhe 2200 Meter) darf man als eine hervorragend schöne bezeichnen. Der Platz gewährt zwar nicht wie so manche andere in den Hochalpen stehende Hütte einen Blick auf eine gewaltige Gletscherwelt. Sie steht auf der Südseite der Hochalmspitze, beyn Hauptgletscherströme, wie das ja selbstverständlich ist, nach Scorben gehen; auch die kleineren Gletscher auf ber ©übfeite sind zum größeren Teil dem Blick entzogen. Schade ist es auch, daß gerade der Hmiptberg der Gegend, eben diese Hochalmspitze, sich hier wenig eindrucksvoll zeigt. Dafür ist der Gesamtblick, den der Platz bietet, insofern einzigartig, als er ein völlig geschlossenes Rundbild einer ganzen Reihe aufeinanderfolgender gewaltiger, im. Sommer freilich- mit

Goetz; für .Feuille­ton", .Vermischtes" und

Grat im Kleinen! . .

Gelegentlich der Festfeier der Sektron int November 1911 zur Erinnerung an die 25 Jahre vorher vollzogene Gründung erschien unter den Feiernden die Fee der Hochalmspitze, die, sie selbst sagte, dort haust

......mit den Schwestern in den Grotten

Die Gießener Hütte auf dem Gotzblchl.

Von Otto Alt en do rf-Gießen.

I.

Lage und Bau der Hütte?)

' Um ihr 25jährigeS Bestehen durch eine besondere Leistung zU feiern, hat die hiesige A l p e n v e r e i n s s e k tion Gießen vor zwei Jahren den Entschluß gesaßtz eine Hütte tu den Alpen zu bauen und damit auch unserer Sektion nach dem Vorbild so vieler anderer ein Heim in diesem herrlichsten Gebirge Euro­pas zu schaffen. Durch die Opferwilligkeit der Sekttonsmtt- glieder, die der rührige Vorsitzende, Herr Profeisor Hed- d e r i ch, durch eine entsagungsvolle, unermüdliche Werbetätig­keit anzuregen wußte, war in kurzer Zeit der Vorstand Der Sck- >tion in die Lage versetzt, das Werk angreifen zu können. Da hietz rs zunächst, einen geeigneten Platz finden. Das war wahrlich keine leichte Ausgabe. Denn der Alpenvereinshütten ist schier Le­gion, und cs versteht sich von selbst, daß die besten Platze dw zuerst gesuchten und gefundenen waren. Aber die hie>igc Sek­tion besitzt alpenkundige Männer, die diese Aufgabe tn der be­friedigendsten Weise zu lösen verstanden.

Die seit einigen Jahren eröffnete Tauernbahn, die süd­lich von dem berühmten Bad Gastcin in einem großen Tunnel den Hauptkamm der Hohen Tauern durchbricht, bat das öster­reichische Kronland Kärnten mit einemmale in eine cngc Ber- bindung mit dem von deutschen Reisenden so viel besuchten Salz- (nirncr3£anb gebracht und einen Strom von Touristen und Sommerfrischlern in dieses seither abgelegene und deswegen von Deutschland und den nördlichen östcrreichiichen Landern aus ver- bi/ttnismäßig wenig besuchte Alpenland geleitet. Damit waren auch uns seine mit allen Naturschönheiten ausgestatteten Taler, seine zum Teil bis zur Höhe der Glct,chcrmelt sich erhebenden Gipfel näher gerückt. In diesem zukunffsrelchen, kerndeutsäMi H hat sich die Gießener Sektion heimisch gemacht.

^ ^ic Nordgrenze üon Kärnten verlauft vom Groß-Glockner, hriir -schönsten und berühmtesten Eisberge der Ostalpen, dem toffiera ber drei Kro-il-inocr Tirol, Galsburg und Samten, noch Osten in der Hauptsache aus bent Kamm ber Hohen Tauern hm, ' ITTsTn Bild ber Hütte und ihrer Umgebung ist in ber Ferberscheii Hof- und Universitätshuchhandlung (C, Koch) auf dem Seltersweg ausgestellt«

haben wird, steht freilich dahin. Was vor allem die breiten Schichten des Volkes gegen feine Marokkopolitik so empört, ist die seit einem Jahre streng dnrchgeführte allgemeine Wehrpflicht, bei der es kein Loskaufen mehr gibt und die so alle Klassen gleich hart in Mitleidenschaft zieht. Um die Wehrpflicht erträglicher zu machen, ist kürzlich das Statut eines K o l o n i a l h e e r e s herausgekommen, das aus­schließlich aus Freiwilligen bestehen soll und für den Ma­rokkokrieg bestimmt ist. Jeder wehrfähige Spanier zwischen 19 und 35 Jahren ist zum Eintritt berechtigt. Hat der Soldat 4 Jahre im Kolonialheere gedient, dann ist seine end­gültige Befreiung von der Wehrpflicht möglich. Ein ziem­lich erhebliches Handgeld, daß er beim Dienstantritt er­hält, soll an locken, ebenso die in Aussicht gestellte Pension, die nach 10 Dienstjahren automatisch eintritt und immer­hin für Gemeine zwischen 240440 Pes. liegt und für Unteroffiziere bis zu 1150 Pes. steigt. Außerdem würde und das ist die wesentlichste Entlastung für bie all­gemeine Wehrpflicht fiir jeden marokkanischen Frei- willigen ein auf Grund des neuen Dienstgesetzes ausge­hobener Liniensoldat entlassen werden. Tatsächlich wird also die allgemeine Wehrpflicht nur auf den Dienst im Mutter­land beschränkt. Nach dem Muster Frankreichs und Hollands soll außerdem nun auch eine spanische Fremden­legion geschaffen werden. Ob Romanones und sein Kriegs­minister General Luque durch diese Gründung das Voll' zu beruhigen vermögen, das durch das Marokkoabenteuer schwere Opfer an Gut und Blut gebracht hat, steht freilich dahin, um so mehr, da die Zeit, bis Kolonialheer und Fremdenlegion zum erstenmal marschieren werden, noch weit entfernt ist. Vielleicht hat inzwischen längst der Um­sturz sein blutiges Haupt erhoben in diesem Lande, das noch immer von Großmachtstellung und Imperialismus träumt und. das sich kritiklos in das Schlepptau der egoisttschen Westmächte begeben hat.

Bewohnern Ausschreitungen begingen, bie über­haupt unbeschreiblich wären. Während sich die ganze Be­völkerung von Thrazien und der Aegäischen Küste bis auf seltene Ausnahmen aller Freiheiten auf kirchlichem und religiösem Gebiete erfreut hatte, was ihre kirchlichen Ober­häupter und die fremden Konsuln bezeugen können, smd die bulgarischen Bewohner einer Schreckensherrschaft durch die Serben und Griechen ausgesetzt. Alle Bulgaren werden drangsaliert, gefangen genommen und fortgeschleppt, fo' daß sie bald aüsgerottet sein werden. Das von den Griechen und Serben besetzte Gebiet ist in eine Einöde verwandelt worden. Die Griechen hätten alle bulgarischen D ö r f e r angezündet, in die sie letzthin ein gezogen, und aus denen ich die Bevölkerung, wenn es ihr gelang, flüchtete. Ucber 200 bulgarische Familien sind aus KiMtsch in bejammerns- wertem Zustand in Sofia angekommen. Tausende andere, die aus den Bezirken von Doiren, Strumitza, Jstip und anderen entkommen sind, überfluten die nach Bulgarien führenden Wege. Die Flüchtlinge erzählen entsetzliche Ding« von ber Aufführung ber serbischen und griechischen Truppen. Um die Wahrheit an den Tag zu bringen, ist die bulgarische Regierung bereit, einer internationalen Unter­suchung der Ausschreitungen zuzustimmen.

Saloniki, 14. Juli. Bei der Plünderung und Brand­legung in der Stadt Serres durch die Bulgaren wurde auch das Haus des ö st er r eich i s ch-u n gar i s ch en Ko n - suls geplündert und verbrannt, ohne daß bie Fahne respektiert würbe. Das italienische Konsulat würbe auch geplünbert, ausgenommen waren bie Kaserne, das Regierungsgebäude und bas Telegraphenamt. Die meisten öffentlichen Gebäube finb oingeäschert. Der österreichisch-ungarische unb der italienische Generalkonsul begaben sich nach Serres, um sich wegen ber Mißachtung ber Flaggen Oesterreich-Ungarns unb Italiens durch die Bulgaren zu beschweren unb über bie den Konsulatsvertretern ber beiben Staaten ^gefügten Belo­bigungen unb Schüben Erhebungen anzustellen.

Sofia, 14. Juli. In ber Nacht zum 1. Juli (14. ^uli> bemerkten. bie bulgarischen Schilbwachen bei Deb e- agatsch, baß von einem griechischen Dampfer eine Rakete aufflog, darauf beleuchtete ber Scheinwerfer des Dampfers bas Haus bes griechischen Konsuls, ber sofort mit Lampen Signale zu geben begann. Die am folgenben Tage beim Konsulat vorbenommene Durch­suchung führte zur Entdeckung einer großen Menge Waffen unb Formen in griechischen Schriftzeichen, die zu Sigual- zwecken dienen sollten. Der Konsul wurde vor Ge­richt geführt. Die eingeborenen Griechen beobachten den bulgarischen Truppen gegenüber offen eine heraus­fordernde Haltung. Einige schossen aus Hausern auf bie Bulgaren. Bei der Besetzung von Gewgheli burch bulgarische Truppen nahm bie Bevölkerung, bie zufrieben war, von ben serbischen unb griechischen Bebrückungen be­freit zu werben, bie bulgarischen Soldaten mit offenen Armen auf, als sie aber nach einigen Tagen griechische Truppen in die Stadt einziehen sahen, flohen sie, aus Furcht, daß sie das Schicksal von Kitkitsch und anderen bulgarischen Städten erleiden würden, die von ben Grie­chen in Brand gesteckt worden waren. Greise, Frauen unb Kinder, bie nicht fliehen konnten, würben von griechischen Truppen niebergemacht.

Frankfurt a. M., 14. Juli. DieFrankfurter Zer- tnng" meldet aus Genf 10 Uhr 30 Min. vorm.: Ein hierher geflüchteter bulgarischer Offizier, ber ben vom General Kowatschew befehligten Truppen angehörte unb während bes ersten Balkankrieges wieberholt ausgezeichnet wurde, sagte Ihrem Korrespondenten, er habe ben Kriegs­schauplatz verlassen müssen, um den Drohungen unb Beschimpfungen seiner eigenen Soldaten zu entgehen und der Gefahr, von ihnen getötet zu werden..

Die spanische AatastrophenpoMik.

Wenn auch wie überall in Spanien nichts so heiß gegessen wird, wie man es kocht, und auch gerade ber heißblütigen Nation bie großen Worte leichter. in der Kehle sitzen, wie irgenb einer anderen, so wirb man trotzdem denen recht geben müssen, die für bie nächste Zukunft schwere Tage unb verhängnisvolle Eruptionen ber erregten Volksseele erwarten. Wie ein Sturm geht es durch die öffentliche Meinung. Dutzenbe Protestversammlungen werden abgehalten, noch mel)r verboten, flammenbe Reso­lutionen gegen bie Regierung werden los gelassen, unb bie vordem feinbseligsten Elemente finden sich auf gemein­samem Boben, dem der Opposition, gegen bie bestehende Ordnung. Vergessen sind bie schönen Worte des jungen Königs Alfons^ baß für jeben, auch für den politischen Um­stürzler unversöhnlichster Art, sein Ohr unb seine Wohl­meinung offen stehen, Worte, die eine Zeit ber Verbrüde­rung aller Linksstehenden einzuläiten schienen. Es kam leider .anders. Tie alte Gegnerschaft ber königstreuen Liberalen und der Republikaner ist wieder da. Von neuem ist in diesen Tagen bas Wort von der bevorstehenden Revolution gefallen. Wirb es wirklich zu einer solchen kommen? Oder wird die allgemeine Verworrenheit sich ohne Blutverlust, gleichsam vom grünen Tische aus, lösen unb werben den grimmen Worten nicht ebensolche Taten folgen?

Es ist eine Tragödie, wie dieses einst so reiche Land sich selbst zugrunde richtet. Noch immer lebt es in einer anderen Zeit, vermag es sich nicht in dem Gleichschritt iber Nationen zu fügen. Wohl hatte auch Spanien seine großen Manner; es hat zu allen Zeiten Charaktere unb Willen gehabt, bie ihre Zeit verstauben unb bas Notwenbige begriffen. Aber fast alle sind sie an Programmen geschei­tert. Fast alle haben sie sich müde gekämpft gegen bie Im­ponderabilien ihres Milieus, das nichts reifen läßt unb' alles im Keime erstickt. Augenblicklich wird gegen ben libe- -raten Ministerpräsibenten Grafen Romanones Sturm ge- laufep. Den Konservativen haben sich viele liberale Dissi­denten angeschlossen, mit denen auch Karlisteu, Sozialisten aisw. seltsam Arm in Arm marschieren. Die frühere Regie- irungsmehrheit ist so in eine absolute Minderheit ver­wandelt worden. Daß damit für absehbare Zeit nicht zu regieren ist, liegt auf der Hand. Indes hofft man in mini­steriellen Kreisen, immerhin bis zum Herbst zu kommen, und hat vielleicht einigen Grund dazu, weil bie Cortes bis dahin vertagt wurden. Eben diese Vertagung ist mit einer der Gründe für bie heutige politische Verworrenheit. Ro­manones hat sich vor ber immer stärker toerbenben Oppo­sition gegen seine Mürokkotaten und ber sich baraus er­gebenden schweren finanziellen Folgen in das Unkonstitutio- nette geflüchtet und er hat bisher, trotz aller Entrüstungs- ftürmc, die Cortes nicht wieder aufmachen wollen. Auch die Aktion des früheren Ministers des Auswärtigen Gareia Prieto, der mit seinem Schwiegervater Rios, dem Senats- Präsidenten, unb einer Gefolgschaft von 56 Senatoren und 70 Abgeorbneten bie 23ieberÖffnung ber Kammern forberte, hat nichts genützt. Ta nun aber der Minifterpräsibent bas konstitutionelle Ventil' ber Empörung gegen feine Politik gewaltsam verschlossen hält, muß er es sich gefallen lassen, daß bie Opposition auf bie Straße getragen wirb. Er tut immerhin nach seiner Art das Möglichste, um dieser Agi­tation den Boden zu nehmen. Wie weit er damit Erfolg

Nr. 165 Erster Blatt 165. Jahrgang Dienstag, J5. Juli 1913

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