Zug «äfitihfaSoL Dabei ftdlfe et stchc mq der westlichen Seite des Ba^tsteiges dicht an der Bordkante mit dem Siiufax gegen das dort befindüche Geleise auf und blüfte nach einer in der ent» gegengesetzten Richtung liegenben Brücke. In diesem Augenblick fichr ein (auf der Station nicht Ixätenber Zug) durch, F. wurde von der Lokomotive zu Boden geschleudert und erlitt eine schwere Fu-Kverletzung. Er klagte mmnrehr gegen den preußischen Eisenbahn fis-kus auf Schadenersatz. Der Beklagte macht geftenb: der Unfall sei einzig und allein auf das gwbfahr- lässige Verhalten des Klägers selbst zurückzuführen. In dieser Hinsicht steht fest, daß der Lokomotivführer des durchfahrenden Zuges, der den Kläger hat stehen sehen, wiederholte Warnungspfiffe abgegeben hat, ohne daß der Kläger stutzig wurde, und daß ferner auch der Bahnhofsinspektvr auf den Kläger zulief und ihm zurief, ohne aber vom Kläger bemerkt zu werden.
Landgericht Elberfeld und Oberlandesgericht Düsseld«orf haben die Klage abgewiesen. Beide Gerichte führen aus, daß der Bahnsteig genügerrd breit war und wenig Verkehr herrschte, und daß deshalb für den Kläger keinerlei Veranlassung vorlag, sich so dicht an die Bordkante aufzustellen. Das Ver- l-alten deS Klägers, insbesondere seine völlige Unaufmerksamkeit, erfüllt den Tatbestand des eigenen Verschuldens. Die Warnungssignale des einfahrenden Zuges waren nicht zu überhören. Eine Erhöhung der Betriebsgefahr durch rrgendwelclie Umstände, so sagte bas Oberlandesgericht werter, liegt nicht vor. Es kommt deshalb nur die gewöhnliche BetriÄsgefahr der Bahn in Betracht. Diese Gefahr tritt aber gegenüber dem Verhallen des Klägers völlig in den Hintergrund. Der Kläger hat sich um das, was auf dem Geleise, in dessen unmittelbarer Nähe er stand, in keiner Weise gekümmert, sondern gedankenlos nach der anderen Seite gesehen. Dieses Ver- schulden des Klägers ist so groß, daß ihm auch nicht ein Teil des Scl-adens zuzubilligen ist.
Zu dem gleichen Ergebnis gelangte das Reichsgericht: es hat das Urteil des Oberlandesgerichts bestätigt und die Revision des Klägers zurückgewiesen. Zur Begründung bemerfte der höchste Gerichtshof kurz: Der Kläger hat sich bet dem Unfall so unverständlich und unver- ständig benommen, daß ihn ein ganz grobes Verschulde n trifft. Unter diesen Umständen ist die Klageabweisung auch dann gerechtfertigt, wenn wirllich eine erhöhte Betriebsgefahr anzunehmen wäre.
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Varis, 13. Nov. Das 'Kriminalgericht von Saigon (Jndo- chrna) fällte in der Verschwörungsangelegenheit von Saigon- Scholon das Urteil. Einer der Angellagten namens Sans, der sich als Thronprätendenten geberbet hatte, sowie zwei andere Anamtten, die den Bomben-Änschlag angestiftet hatten, wurden zu lebenslänglichem Zuchthaus, 49 AngÄlagte zu einer Zuchthaus- oder Gefängnisstrafe von 20 Jahren bis 8 Monaten ver- urtcilt. Sechs Angeklagte wurden in contumaciam! zu lebensläng- nchem Zuchthaus ober Deportation verurteilt.
„wacker".
Ein Leser schreibt der „Straßb. Post: Man muß sich wirklich wundern, was für eine tendenziöse Begriffsverwirrung mit dem Worte „Wackes" zusammcngebracht wird. Die <lau-e Mache, die wieder weiter nichts will, als dem Deutschtum eins anhängen — der Charakter derjenigen Zeitungen, in denen die Frage ausgeschlachtet oder mit entsprechendem Kommentar behandelt wird, zeigt das deutlich genug —, tut ja gerade so, als ob das „Wackcs" von den Altdeutschen erfunden worden wäre, um die Elsässer zu beleidigen. Das Wort ist von den Elsässern selbst geprägt worden, ist seit mindestens einem Jahrhundert in Gebrauch und bezeichnet einen rohen,gemeinenMenschen, einen Lumpen und Tagedieb, der andere belästigt. Jedem Elsässer wird der Ausdruck auf die Zunge treten, wenn er mit einem solchen Menschen zu tun hat, genau so, wie der Franzose dann sein gamin oder apacire anwendet. Auch diejenigen Altdeutschen, die im Elsaß ausgewachsen sind, kennen den Ausdruck nicht anders. 5)at also der Offizier, der wegen Gebrauchs desselben angegriffen wird, damit jene hinterlistigen Rauhbeine bezeichnet, die Angriffe auf Soldatenposten machen, so hat er das nämliche gedacht und gesagt, was jeder Elsässer davon hält.
Etwas anderes ist es, wenn der Ausdruck fällt: „Die Elsässer sind alle Wackes". Das wäre eine ganz ungerechtfertigte Beschimpfung des elsässischen Volkes, die jeder gute Deutsche ohne weiteres verurteilt. Denn das ist nicht wahr. Ob der betreffende Offizier, wie behauptet wurde, er aber bestreitet, den Ausdruck so angewendet hat, möge eine amtliche Untersuchung ergeben. Aber sicher sollte jeder, der die elsässische Denk-und Sprechweise nicht beherrscht, sich mit dem Gebrauch des Ausdrucks sehr vorsehen. Die Aufbauschung der ganzen Angelegenheit ist für den, der die Mache kennt, höchst lächerlich. Dann sollte man sich noch viel mehr von altdeutscher Seite aus über die Verwendung des Wortes „Schwob" aufregcn, das von den Elsässern als Schimpfwort für die Altdeutschen erfunden worden ist und ausgiebig gebraucht wird. Da sagt der waschechteste Elsässer-Chauvinist: „Halt, das ist etwas anderes!" Der vernünftige Deutsche geht darüber zur Tagesordnung über.
vermischtes.
* Die Berliner Stadtverordneten bewilligten die Vorlage des Magistrats, der Genossenschaft der Berliner Hausbesitzer zur Beschaffung und Sicherung von Hypotheken einen Kredit von einer Million zu gewähren. Ferner wurde fast einstimmig der Ankauf eines Geländes zur Errichtung einer G r o ß- Markthalle für Obst, Gemüse und Räucherwaren beschlossen, wofür 12 Millionen ausgeworsen wurden.
* Verschmachtet. Aus Glarus, 13. Nov., wird gemeldet: Zwei den Eltern entlaufene Knaben verirrten sich rnr Panixer Paß, wo sie von Handwerksburschen aufgefunden wurden. Der jüngere zehnjährige Knabe starb vor Erschöpfung: der Zustand des älteren vierzehnjährigen Knaben ist bedenklich.
* Durch Kohlengas vergiftet. Aus Dresden wird gemeldet: Der Straßenbahnwagenführer Lehmann fand bei seiner Heimkehr in seine Wohnung seine Frau und seine zwei Kinder durch Kohlenoxydgas vergiftet vor. Nur die Frau konnte ins Leben zurückgerufen werden.
* Wilde Tiere in einer Schule. Aus Köslin wird gemeldet: Zn der Turnhalle der städtischen Knabenschule führte ein ausländischer Tierbändiger gezähmte wilde Tiere den Schulkindern vor. 2ctücre begannen sich zu fürchten, weil eine einjährige ■ Löwin sie beschnupperte. Sie stürmten auf den Schulhof. Die Löwin lief hinterdrein und schlug auf der Treppe mit einem Vrankenhieb ben siebenjährigen Knaben Korow nieder. Die Löwin wurde cingcfcmgen und der Knabe in schwer verletztem Zustande ins Krankenhaus gebracht.
* Den Bruder erschossen. Ms Posen wird gemeldet: Mit dem Jagdgewehr seines Vaters erschoß der 15jährige Sohn des Gastwirts Czubak-Krotvschin aus Unvorsichtigkeit | seinen jüngeren Bruder.
* Liehestragödie. Aus Wien wird gemeldet: Der 19jährige Sohn Friedrich des Kanzleidirektors im österreichischen Parlament, Regierungsrat Fleischner, Student an der Wiener i Universität, und die 16jährige Lilly Reichmann, Tochter eines r Großbuchhändlers in Wien, stürzten sich von der 400 Meter hohen Weinzettelwand auf den Semmering hinab, wo sie zerschmettert ■ liegen blieben.
* Familiendttama. Aus Territet, 13. Nov., wird gemetbet: Heute nachmittag erschoß sich in einem Boote auf dem Genfer See der 45jährige Arbeiter Alfred Crausez, nachdem er zuvor in «seiner Wohnung seine Frau, seine 5jährige Tochter.und seinen einjährigen Sohn erschossen hatte. Zwischen dem Ehepaar muß ein furchtbarer Kampf stattgefunden .hoben.
Tas Drama ist unerklärlich, da E. als ein guter Familienvater galt und in georimeten Verhältnissen lebte.
* Sturmschäden. Aus Pvrt Hunrvn (Michigan), 13. Nov., wird gemeldet: Man befürchtet, daß der durch den Sturm an den großen Seen ungerichtete Schaden größer ist. aW anfänglich angenommen worden ist. Es werden noch 10 Fra chtdam pfer mit einer Besatzung von 167 Mann vermißt. Bisher sind 2 7 Leichen geborgen worden.
* Schweres Eisenbahnunglück. Aus Montgomery (Alabama), 13. Nov., wird gemeldet: In der Nähe von C l a v t o n ist ein Zug der Zentral-Gevrgia-Eiscnbahn von einer Brücke abgeftürjt. 20 Personen wurden getötet, 250 verletzt. In dem Zuge bfianden sich zahlreiche Schausteller, die zu einem Jahrmärkte reifen wollten.
* Goethe als Tierfreund. In Eckermanns Gesprächen mit Goethe ist ein goldenes Wort aufbewahrt, das beachtet werden sollte. — „Warum konnten wir vorhin einige der Reitpferde, die uns begegneten, schön nennen, als eben wegen der Zweckmäßigkeit ihres Baues? Es war nicht bloß das Zierliche, Leichte, Graziöse ihrer Bewegungen, sondern noch etwas mehr, ivorübcr ein guter Reiter und Pserdekenner reden müßte und wovon wir anberen bloß den allgemeinen Eindruck emvsmden." — „.Könnte man nicht auch," sagte ich, „einen Siarrengaul schön nennen, wie uns vorhin einige lehr starke vor den Frachtwaaeu der Brabanter Fuhrleute begegneten ?* — „Allerdings", erwiderte Goethe, „und warum nicht? Ein Maler fände an dem stark ausgeprägten Eharakier, an dem mächtigen Ausdruck von Knoche», Sehnen und Muskeln eines solchen Tieres wahrscheinlich noch ein weit mannigfaltigeres Spiel von allerlei Schönheiten, als an dem milderen, egaleren Charakter eines zierlichen Reitpferdes." — „Tie Hauptsache ist immer," fuhr Goethe fort, „daß die Rasse reiir bleibt und der Mensch nicht seilte uerftiimme’nbc Hand angelegt hat. Ein Pierd, dem Schweif und Mähne abgeschnitten, ein Hund mit gestutzten Oh>en, ein Baum, dem man die mächtigen Zweige genommen und das übrige kugelförmig abgeschnitzelt hat, ---alles dieses sind
Dinge, von denen sich der gute Geschmack abwendet und die bloß in dem Cchönheitskatechismus der Philister ihre Stelle haben."
Kleine Tageschronik.
In einer gemeinsamen Generalversammlung der Schweine- metzger-Jnnung und der Ochsenmetzger-Jnmmg in Köln wurde die Gründung einer Viehmarktbank beschlossen. Die Stadt Köln beteiligt sich mit entsprechendem Kapital.
Nach der „Agrarpolitischen Korrespondenz" läßt sich ein beträchtliches Anwachsen der Maul- und Klauenseuche in Deutschland annchinen.
Nach einem Beschluß des russischen Ministerrats werden dieUeberresteverschwundenerTier- aiten, die in Rußland ausgegraben werden, von nun an für Staatseigentum erklärt.
Ein Erlaß des Präfekten von Paris untersagt ab 1. Juli 1915 die Verwendung der Films aus Celluloid in öffentliche i Sälen wegen Feuergefahr.
In Rom verübte der Militärattache bei der russischen Botschaft, Oberst Bulgarin, durch einen Ro-> volverschuß ins Herz Selbstmord. Der Grund ist wahrscheinlich unheilbare Krankheit.
ein Dolf, dar feinen weihen fennt.
• (Eine Forschungsreise im Herzen Borneos.)
Im Austrage des biologischen Dienstes der ^Bereinigten Staaten hat D. D. Streeter eine große Afrika- und Orientreise unter» nommen. Streeter hat bei dieser Gelegenheit Borneo durchkreuzt und ist in Gegenden gekommen, bereit Bewohner noch nie einen Weißen gesehen hatten. Er ist soeben nrieber in seiner Heimat angelangt und hat einem Mitarbeiter des „Eagle" (Brooklyn) allerlei interessante Einzelheiten von seiner Reise erzählt. Ties im Innern der Insel kam er zu entern Volke von Kopfjägern, das im dichtesten Dschungel feine seltsamen Wohnungen hat. Streeter bahnte sich mit Art und Messer seinen Weg durch daS dichte Gestrüpp und kam plötzlich auf eine Lichtung.
„Das erste, was ich hier sah," so erzählt er, „war ein langes, grotesk aussehendes Gebäude, daS auf fünf Meter hohen Holzpfählen stand. Dies war, wie ich später erfuhr, eine Sicherheitsvorkehrung gegen Ueberschwemmungen, wilde Tiere und die An- griffe feindlicher Kopfjäger. Die meiften .Dörfer enthalten mtr ein einziges solches Haus, in dem an die 300 Menschen wohnen: ungewöhnlich große Dörfer mit 1000 Einwohnern haben zwei oder drei solche Häuser. Das ganze Gebäude ist von einem Gang durchzogen: jede Familie haust in einer besonderen Abteilung. Man erreicht das Innere auf einem leiterartig zugeschnittenen Baumstämme. Die Holzstützen sowie die Türen sind übrigens reich geschnitzt. Die Bewohner dieses merkwürdigen Gebäudes kümmerten sich um Streeters eingeborene Begleiter gar nicht, starrten ihn aber an wie ein Wundertier. Hatte er doch eine helle Haut und blondes, lockiges Haar, während sie dunkelhäutig sind und straffes schwarzes Haar haben. Offenbar hatten sie noch nie einen Weißen gesehen, denn sie betasteten ihn ncir- gierig und fuhren mit den Fingern durch sein Haar, und schließlich kamen sie augenscheinlich zu dem Ergebnis, der Amerikaner sei ein Gott. Sie brachten ihm Früchte, Hühner und andere Geschenke dar, und in der Folge ergab sich ein ganz gutes Verhältnis zwischen dem „weißen Gott" und den Kopfjägern. Streeter beschenkte das merkwürdige Volk, und das beste Geschenk, das er ihnen brachte, waren die Arzneimittel, die er in großen Mengen mit sich führte. Die Bewohner der Dschungel im Herzen von Borneo leiden nämlich an vielen Krankheiten, an Malaria, lepraähnlichen Erscheinungen usw., ja Stteeter gibt an, dreiviertel der Kopfjäger, Männer, Weiber und Kinder, seien krank. Dem Chinin gewannen sie ttotz seiner Bitterkeit wegen seiner Heilwirkung Geschmack ab, und sie aßen es, wie unsere Kinder Schokolade! Stteeter ist eine ganze Reihe von Tagen bet diesen Kopfjägern geblieben. Ein anderer Stamm von Kopfjägern, der ganz in der Nähe angetroffen wurde, zeichnete sich durch seine fürchterlichen Giftwaffen aus. Diese Kopfjäger schießen aus Blasrohren von zwei Metern Länge mit ganz Heinen, streichholz- dicken, etwa spannenlangen Pfeilen mit vergifteter Spitze, und das Gift soll Mensch und Tier innerhalb von sieben Sekunden unbedingt töten. Dabei schießen diese Kopfjäger mit ihren Pfeilen auf dreißig Meter ober mehr mit solcher Sicherheit, daß sie selbst fliegende Vögel treffen!
Die Kovfjagd, nach der man diese Einwohner Borneos häufig bezeichnet, hat Stteeter auch einigermaßen gut kennen gelernt, denn gerade am Tage vor seiner Ankunst waren verschiedene Menschenköpfe erbeutet worden, und er konnte sehen, wie sie getrocknet werden. Keiner dieser Kopfjäger, so erzählt er, bart sich verheiraten, wenn er nicht wenigstens einen Menschenkopf erbeutet hat.
Büchertisch.
— CarlBulcke, Schwarz-weiß-hellgrün. Roman. Preis 4 Mk., geb. 5 Mk. Verlag von B. Elischer Nf., Leipzig. Als ein "Abbild des Lebens steht Herbert Graumann, der Heid des Buches, vor uns: eine problematische Natur. Wir sehen das naive Korpssüchslein, den schneidigen Chargierten, den Frauen- liebling, den Gecken und Mann, den ehrlichen Arbeiter und rücksichtslosen Stteber . . . und wir sehen sie alle, die vielen andern, die Alten und Jungen, denen Schwarz-weiß-hellgrün das Band wird, das sie gängelt, fesselt, führt und „schleppt" „Der Bund" „macht alles", das ist das Leitmotiv, das sich durch ihr ganzes Leben zieht. Aber sie klingt nicht -edem der „Beteiligten" angenehm in die Ohren, diese Melodie, und gerade Herbert Graumann ist es, der mitunter ihren häßlichen Unterton gar schrill heraushört. Und der sich doch schließlich auch tragen läßt von der gütigen Wage, die ihn nach kurzer Fahrt ins gelobte Land führt. Aber wie er bann — ein 42jähriger - als preußi scher Staatsmänner auf der Höhe seiner Erfolge steht, da finbet fein Mund die ehrlich-herben Worte: .,, . . . Wenn ich da nicht zufällig die Farben gettagen hätte. . .", und er bekennt es freimütig seiner „schönen, stolzen, klugen Frau": „ . . . Mein Ehr
geiz hatte mein Herz lange Jahre verdunkelt. Doch der große! innere Wert meines Lebens bist du getoorben . . ."
— WeUo, de r Balkan kadett, von Kurt Aram. (Ein tapferer Bulgarenjüngling steht im Mittelpunkte dieser packend geschriebenen ErzLhlung: und während wir die Schicksale und Abenteuer des Jungem verfolgen, erleben wir alle die sck-recklichen und erhebenden Ereignisse des setzten Balkankrieges mit. Der Verfasser, der auf feinen vielfackum Streifzügen durch alle Welt stets dem Balkan besonderes Interesse gewidmet bat, gibt uns ein ungemein fesselndes Bild jenes Feldzuges von.dem Aufmarsch der Armee an bis zum Fall Adrianopels und der Wiedereroberung durch die Türken. Ein kräftiger, erfrischender Hauch von Frei»- heits- und Vaterlandsliebe weht durch dieses Buch, das dem Heldenmut in beiden Lagern gerecht wird. Reich illustriert 3Mk.
— Ter Taugenichts von Paul Oskar Höcker. Der Held dieser flott und packend erzählten Geschichte ist ein junger Berliner, der fast ein Knabe noch, durch störrischen Trotz seinen Ellern großen Schmerz bereitet, bann aber in der Schule des Lebens zur Be- fimtung kommt und zu einem tüchtigen Manne heranwächst. Paul Oskar Höcker selbst ist ihm herzlich zugetan, unb mit kameradschaftlicher Teilnahme wird die Jugend seinen Schicksalen folgen. Aber auch vor dem erfahrenen Blick wird dieser mutige Stürmer, der nur aus unerwidertem Bedürfnis nach Liebe den rechten. Weg oerloreit hat, unb bann in pietätvollem Opfersinn für bas Glück der Seinen arbeitet, bestehen. Reich illustriert 3 Mark.
Handel.
Hamburg, 13. Nov. Heute ist von den Herren C. Schars, Otto Thiemer, beide in öainburg, dem Konsul Heinrich Rudolph Wahlen in Rabaul (Südfee) und den Firn,en M. M. Warburg & Co. und F. Nofenstern L Co. in Hamburg die H a m b u r g i s ch e Südsee-Aktien-Gesellschaft mit einem Kapital von zwei Millionen Mark gegründet worden. Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb und der Betrieb von Faktor eien plan tagen und Bergbau auf denSüd- s e e i n s e l n, ferner der Betrieb von Handel jeder Art, msbesondere in der Südsee, sowie zwischen dieser und Hamburg.
Märkte.
fc. Wiesbaden, 13. Nov. Heu- und Stroh markt. Tingefahren waren 10 Wagen mit Heu und Sttoh. Man notierte • Heu 5,60—7,00 Mk. Stroh (Richtstroh) 4,70—0,00 Alk., Krummstroh 4,00—0,00 Mk. — Frachtmarkt. Hafer 15,40-16,80 Mk. Alles je 100 Kilo.
Amtlicher Wetterbericht.
Oefsentlicher Wetterdienst, Gießen.
Wetteraussichten in Hessen für Samstag, den 15. Nov. 1913: Meist trüb, Nicoerschläge, Temperatur wenig geändert.
Letzte Nachrichten.
Der Ausschuß zur Prüfung der Rüstungsanschaffungen unb die Sozialdemokratie.
Berlin, 14. Nov. Die Morgenblätter melden: Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat gestern beschlossen, von jeder Teilnahme am „Rüstungsausschuß" abzusehen. Sie wird eine Interpellation in dieser Angelegenheit einbringens Die Abg. Ledebour und Noske sind als Redner bestimmt.
Von der russischen Duma.
Petersburg, .14. Nov. Durch Absonderung einer nationalliberalen Gruppe von 50 Abgeordneten von der Nationalisten- gruppe in der Reichsduma und durch den Anschluß der neuen Gruppe an die Ollobristen unb Progressisten, dürste ein von der Regierung längst gewünschtes Dumazentrum von etwa 2 40 Stimmen zustande kommen, das zur Durchführung wichtiger Reformen wie der Preßgesetze und der Selbstverwaltungs-- reform durchaus nötig ist.
Ei n serbischer „Rüstun gs aus schu ß".
< Belgrad, 14. Nov. Der Kriegsminister entsendet ,zuL Anschaffung von Gebirgsgeschützen einen Fachausschuß, der in ben Fabriken von Krupp, Ehrhardt unb Schneider-Creuzot üer*. gleichende Proben anftcllen soll.
Der Sturm in Amerika.
Torouto, 14. Nov. Privatversicheruugen schätzen die Hohe des Schadens, ben der Stnrrn auf den großen Seen verursacht hat, auf eine Million Dollar in Fracht und 2i/2 Millionen Dollar in Sckiiften. 80 Prozent der Versicherungs^ summe verteilen sich auf die amerkanischen und englischen Versickie- rungen. — Wie aus Michigan gemeldet wird, ist festgestellt worden, daß auf dem Huron-See sechs Schiffe gefunten unb daß dabei 100 Menschen ums Leben gekommen sinb.
SalemAleikum
FABRIK
ANSICHT
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Cigaretten.
PrelsN? 314 5 6 8 10
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