fünf*
Tie totenlufti
igc türkische Militärpariei bereitet ihrer eigenen Verlegenderten. Von einer Zivilgcwalt im os-
marsch leiten. Die Regierung in Sofia hat den Botschaftern bewegliche Klagenoten übersandt und gefordert, das; dem türkischen Vorgehen, das mit erfundenen Nachrichten begründet sei, Einhalt geboten werde. Es scheint, als ob die lungtiirkischen militärischen Führer wieder ganz das Heft 1,1 der Hand hätten und die Regierung in.Konstantinopel zum Zusehen verurteilt sei. Das sind nun innere Angelegen- hetten der Türkei, die nicht gleich das übrige Europa wieder auf die Berne bringen müssen. Die „Boss. Ztg." ereifert sich in geradezu ungestümer und nicht verständlicher Weise für oie Rechte der Bulgaren und versetzt den türkisckfcn Autoritäten scharfe, allerdings aus so weiter Ferne wohl unwirksame Rüssel. Da ist es schon begreiflicher, wenn ein deutsches Blatt auch einmal die Kehrseite dieser Tinge betrachtet und das Verhalten der Türkei etwas objektiver betrachtet -ue „Hamburger Nachrichten" schreiben:
Der Vormarsch der Türken.
Es ist kein Zweifel mehr, die Türken rücken vor nicht nur in der legend von Kirk Kilisse, sondern auch im Süben Uw sie die Maritza überschritten und im Anzug auf Gümül- dlmma sein sollen. Tiefe Stadt liegt schon 60 bis 70 .Mifo, meter westlich von der Maripa? Enver Bei soll den Vor-
es Stületzt am besten, ihn selbst mitzumachen. Disziplin mar na turhrfj ment die ftärfite Seite der Lützower, wenn die Karnvfesc- begcntcrung ne fortriß.
21m 18. Angult erneuten die Franzosen den Versuch, bei Lauenburg durchzubrechen. Der Feuerwerker Gärtner vollbrachte mit leinen drei alten^Böllern geradezu Wunderdinge: die Jäger itürm» ten wieder den Feinden entgegen, aber diese erschienen in so star- rer Ucbermacht, daß General Tettenborn, der mit Major - “ASl!0 auf dem Schlachtfeld erschien, den Rückzug befahl. Tic ^.amligen Jäger waren hier zum erstenmal in einem größeren Gerecht tätig gewesen und suchten einander an Mübnbeit ru überbieten. „Lic liefen den Feinden entgegen," er^hlt Friedrich För - Ü k r, der selbst unter ihnen war, „riefen ihnen zu, was für elende schützen sie wären, und machten ihnen nach jebem Fehlschüsse Reverenzen von hinten und Born, wie die Pritschen meister beim Scheibenschießen. Dem Jäger Schmidt bekam der r:vaß sehr übel: er erhielt eine Kugel ^aus seinen losen Mund, die ihm zwei Reihen Zahne einschlug, die Zunge streifte und im Gaumen stecken blieb. Einige Zpit nach seiner .Heilung hustete er zu seiner großen Freude bei einer Balgerei die Kugel, die ihn sottwährend noch beschwert hatte, aus dem Munde in die Hand."
Turch einen kühnen Streich rettete sich der schwerverwundete .Cbcriägcr Stargardt, einst der berühmteste Fechter unter den Studenten zu Frankfurt a. d. £., vor der Gefangennahme durch die Franzoic». Er war nach Lauenburg gebracht worden, und als hier um die Mitternacht des 19. August die Franzosen eindrangen horte er ne unter leinen tftnftern. Er raffte sich aus dem Bett auf' wart seinen grauen Mantel über die Schulter, verbarg darunter »einen gezogen-'n ^abel und marschierte mit der französischen Kolonne durch die ^tabt bis sich Gelegenheit bot, in ein Seiten gaBdcn emsubrcgtrt. Als ihn an einer Pforte der Stadtmauer ein hieb er ihn nieder und schleppte lich dann muhtam tort, bis er lein Korps erreidjte.
wagchalüsc @efe[Ien_mtter den Lütz-wmi knnd° icha.teten inV e r^k l e i d u n g e n die stärke des Feinocs aus. Ter Ipatere ^>rat ^ha r , damals ein Bürschchen von kaum 17 Jah- -5 ' '°a örci,t' UÄ als reisender Student bei dem fran^si-
fchen Vorposten zu melden. Er wurde vor Davon st geführt und von die,ein als <slnon angenommen, wobei er wertvolle Beobach- nnigen machen^und Erkundigungen einziehen konnte. Zwei andere ^utzower, die Studenten Schnelle und Nagel, wagten als Bauern verkleidet ebenfalls den .Galgenweg xns feindliche Lager.
Die Vorbereitung der neuen Handelsverträge.
Tie deutsche Regierung wird für den Abschluß neuer Handelsverträge keinen neuen Zolltarif aufstellen, sondern in einer Tarisnooelle nur die Abänderung einzelner Positionen vorschlagen. Welche Positionen dabei in Frage kommen, ob viele und wichtige, darüber hat man sich im Schoße der Re- gierung wohl schon ein Bild gemacht, nach außen hin ist aber «ai'irlich noch nicht viel bekannt geworden. Auch die Re- gierungen unserer VertrogSstaaten beabsichtigen, für die rommenben Vertragßverhandlimgen mehr oder weniger uni- sangreiche Tarifändertingen vorzunehmen. Jede Negierung hält aber mit diesen Aenderungen so lange wie möglich zurück, und so wird man schließlich erst beim Beginn der eigentlichen VertragSverhandlmigen erfahren, welche Zoll erhöhungen in den einzelnen Vertragsstaaten in Aussicht genommen sind. Zweifellos wird man dann mancherlei lieber- ra chnngen erleben. Der Staat, der am längsten mit seinen Tarifändertingen warten kann, mirb natürlich im Vorteil fein er kennt dann die Absichten deS Gegners und kann diese durch entsprechende Maßnahmen parieren. Auf diese Weise wird vermutlich bis yun letzten Moment eine gewiße lln- Üch"hcit auf zollpol-tischem Gebiete sich geltend machen, die kaum geeignet sein dürfte, den Abschluß neuer Verträge zu fördern.
Dabei ist eigentlich gar nicht mehr viel Zeit für die Vorbereitung zu den neuen Vertragsverhandlungen übrig. Wau darf eben nicht vergessen, wie lange dir Verhandlungen über die bisherigen Verträge gedauert haben. Daß die jetzigen Verträge so frühzeitig als möglich, nämlich auf den 31. De- jember 1917, gekündigt werden, ist als sicher anzunehinen. Wenn auch nur einer davon gekündigt wird, so hat dies die Wit kling, als würden sie alle gekündigt: daS ganze VertragS- siislein muß dann erneuert werden. AuS St. Petersburg ist kürzlich gemeldet worden, daß der russische Ausschuß zur Re- vmon deS Handelsvertrages mit dem Deutschen Reiche die Kündigung deS Vertrage? auf den 31. Dezember 1917 fordert. Tie Kündigung wird also wohl ein Jahr vorher, Ende 1916, zu erwarten sein. Ter Meldung war hinzugefügt, daß sich die Wünsche der russischen Regierung in zweifacher Richtung bewegen: einerseits strebe sie nach Erlangung eines größeren AbsaggebieteS in Deutschland durch Herabsetzung der deutschen Agrarzölle, gleichzeitig solle aber der russischen Industrie ein hogerer Zollschutz gewährt werden. ES ist klar, daß auf oldjcr (Grundlage ein neuer Vertrag nicht zustande kommen kann. Rußland wird sich aber wohl noch rechtzeitig überlegen, welche geiualtigc Vorteile ihm der gegenwärtige Handelsvertrag mit Deutschland gebracht hat und in welchem Maße se,n Absatz von Agrarprodukten nach Deutschland während der laufenden Vertragsperiode gewachsen ist. Beim Richt- znslandekommen eines neuen Handelsvertrages würden Rußland gegenüber die Zollsätze unseres allgemeinen Tarifs (für Weizen z. B. 75 Mk., für Roggen, Genie und Hafer 70 Mk. pro Tonne) in Wirksamkeit treten müssen; darunter würde aber Rußland zweifellos viel mehr zu leiden haben als Deutschland.
mürbe,^ungeftraft eine der (Hnrnbbeft immun gen des Londoner friedens zu übertreten und das (Muet des Staates $u verletzen, welcher soeben die Waffen iiicbcrgclcgt habe Xlc.r?°!nc schließt mit der Erklärung: Die bul- ganjaie Regierung sei überzeugt, die Großmächte werden es ftd) angelegen sein lassen, mit den geeignetsten Mitteln <>..• Verbleiben der ottonmnifchen Truppen diesseiti Llnre Mrdür-Enos zu verhindern, sowie einen neuen Vor marsch, der die Gefahr d e S Z u s a m m e n st o ß e s in i t bulgarischen Truppen in sich birgt und ernste Zwischenfalle herbeisühren kann, und womöglich einen ßii- flanb sck-afft, der an und für sich und durch vielfache ernste Rückwirkungen das Werk der Gerechtigkeit und des Friedens, das fte unternommen, noch schwieriger machen rann.
Meldungen aus dem Hauptquartier zufolge werden die türkischen Vorposten bei Mustap ha-Pascha beständig verstärkt. Es befinden sich dort drei Regi- meuter. Tie türkischen Soldaten schießen grundlos auf die bulgarischen Po st en. Beträchtliche Truppenmassen zwischen Adrianopcl und Ortikbi werben angehäuft. ~ic Türken zwingen bie türkische Bevölkerung von Adria- nopel und Umgebung, südwärts auszuwcmdern- sie mähen die Felber ab, deren Besitzer geflohen sind und schaffen die Garben nach Abrianopel.
. . ?°"lt-ntiAopcl, 17. Äug Bezüglich der Meldung, daß tick) türkische Truppen Gümül d s d) ih a nähern und bezüglich des Gerüchts, das; ein Sck)ritt der Mächte bevor- stehe, wodurch die Türkei aufgefordert werben solle, die nicht zu überschreiten, hat eine hohe Persönlichkeit im Ministerium des Auswärtigen den Vertreter des Korre- spondenz-Burcaus zu der Erklärung ermächtigt, daß die biorte ihren Truppen n i e m a l s d e n B e s e h l g e g e b e n *J.abc au f Gümüldjin a zu marschieren und daß sie fest entschlossen sei, die Maritza nicht zu überschreiten. Wenn Truppen den Fluß überschritten haben oder überschreiten werben, um die Bevölkerung zu schichen, so würden sie wieder zuri'cktehren. Die Pforte werbe ihre Botschafter beauftragen, demnächst eine Erklärung in bleiern Sinne abzugeben.
Ter erwähnte Artikel der „Vossischen Zeitung" zudem neuen Vorstoß der Türken lautet:
Au§ der eisernen Zeit: Lützower Geschichten.
Die ersten, die gleich nach Ablauf des Waffeiistillftandes am 1.. August ben ö-einb in Gerechte und Plänkeleien verwickelten waren L n f o w s schwarze Jäger, bereit io keck und verwegen biirdigcfubrtc ^trcifzugc ihre» tragischen Höhepunkt im Tode TRcodor Körners erreichten. Die Lützower gehörten in dem an ber Niederelbe venammellen Armeekorps des russischen Generalleutnants Graten Wallmoden, unter dem die Derfdncbcnartiqüen Voller oerfammelt waren, Schweden und Engländer Kalmücken und Kosaken, Spanier Italiener, Ponugiefen und Deutsche aus allen Gauen ein babMonuches Sprachengewirr, bie rounberlidx sten Gegennme der Zivil mitwn mischten sich hier auf ben Fluren Mecklenburgs unb Holsteins durcheinander. Das aufgeweckteste und anregende Leben im ganzen Lager herrschte iedoch bei dem Frei- IfffflCn_2Ul^ben daraus brannten, sich mü dem Feinde 5U-. T/J • Wallmoden iah sich vor die schwierige Mn'gabe SjH'Ut, mit letnem bunt zuiammengewürfelten Heere dem Mar 'lballavouit den Durchbruch gegen Berlin zu verwehren, mäh- 52? m > £aTndH\ Heerführer alle, aufbot, um sich zur rechten ^ett mit £ »btnot yim Manch gegen die Hauptstadt Preußen'' zu vereinigen. General Tettenborn, dem das Lützowsche HorpÄ ?ugcteilt :uar, hielt die Linie von Möllen bis Lauenburg bcfai keilen^ r- ?r /fu9u’? iur Eröffnung ber Feindselu,
br bie ftrit'JSS J'.Iühnr^ncn„bcgann der große Her bst selb; IM,
VDäi *Oth2?.$.C ?,c$?crJQ9r Napoleons dcrveiiühren sollte } y; 1 ' bl- 5nmat und ber Schauplatz von Till Eulen-
jpn^els «tretchen, gesochten würbe, nannte der Tuntvater Zahn ^'N7 aut9cnommenen Scherzwort die Kämpfe mit
^cm --apouitichin Korps „Eulempiegelfechtereien".
.... u cn bürg gekämpft. Tie Lützower hat-
Mer ihn „Artillerie ausgesahren, die aus drei eiferncn sog.
1 nbipärballern bestand. Tie altertümlichen Geschütze, einst in »ochst . fr i cd fertiger Absicht vor dem Schlosse zu Havelberg von dem alten Feldmarschall Möllendorf aufgepflanzt, von denen zwei bemiten» eine zwCipfünbige, das dritte höchstens eine cinpfündlge M’ugeL schossen, waren in kunstlosen Schanzen untergebradu, schonen, aber tapfer draus los und begleiteten mit ihrem Gebrumm den An- 9nTf der flotten Burschen, die ben Feind aus einem Gehölz auf einer Anhohe vertrieben. Ter Befehlshaber ber Abteilung, Leutnant v. d. X) e t) b e, versuchte die Jäger vergebens von dem ohne seinen Befehl unternommenen Sturmlanf zurückzuhalren und fanb
Man plünderte zwar ihre mit Speck unb <
aus,, ließ sie aber bann ungehindert die feindliche Stellung durch- streifen, so baß sie sich über alles genau unterrichten konnten.
Tie Kämpfe um Lauenburg, an denen die Lützower so hervorragend beteiligt waren, hatten den Erfolg, daß sie den Marschall ^.avoust mit feiner überlegenen Strcitmadn drei Tage lang amhielten, so daß unterdessen die Schlacht bei Großbeeren geschlagen wurde und Tavoust es aufgab, „sich von seiner gesicherten Stel- lung aus den gesegneten Fluren des Hamburger Rauchfleisches unb bet Mecklenburger Spickgänse zu entfernen".
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5* Liszt über das Urbild der „K amelieNdame". ^.nrch verschiedene Jndisttettonen ist neuerdings ber Name ber „caric 4. u d I e i f i e als das Urbild der „Kamclicndamc" von ^.umas bekannt geworden. Als sie am 20. Februar 1817 an de- ^chimndmcht starb, befand sich unter den zahlreickLn Gläubigern, die ihr Sterbebett umstanden, unb die ben Tod nicht einmal ungestört fein schauriges Werk vollenden liefen, auch ber russische Arzt stören, ber bie junge Frau vor ihrem Tod bchandelt hatte. Um seine Ansprüche zu verteidigen, stützte sich Koresf am das Zeugnis
den er Ende 1845 in den Salon der Duplessis, wv die ganze Srumtnx’It von Paris zusammenkam, cingcführl Hal. Liszt kam yon Weimar aus, in einem Briese, ben soeben Georges Montorgeuil tm „Eclaire" veröffentlicht, dem Wunsche des Arztes nach. Er lautet folgendermaßen:
„Wie kommt es, mein lieber Korcff, daß mein Name Mit den traurigen Angelegenheiten, von Denen Sie mir beruhten, verwickelt ist? Zch verstehe dies durchaus nicht und würde es mir nie verzeihen, wenn irgend ein Fehler auf meiner Seite liegen würde. Tie liebreizende Persönlichkeit hat damals, als sie mit einer kokettei^.Beharrlichkeit nicht abließ. Sie zu den entzückenden SouverMinzuladen, nicht Daran gedacht, daß Ihnen daraus eines Täges Unannehmlichkeiten entstehen imir= den. Wenn ich doch heute noch bie Worte ber begeisterten Anerkennung, der zarien Dankbarkeit niederschreiben könnte, die sie, wie ich mich genau erinnere, jedesmal, wenn sie auf ihre schwere Erkrankung im Frühling 1845 zu reden kam, -,u Ihnen gesprochen hat! Wenn ich mich nicht tänscki?. haben Sie Ihren ärztlichen Beistand bis in ben Juni des Jahres weiter geführt, während meine Bekanntschaft mit Fräulein Du- pleffis nicht über den November 1845 hinausgichr. Wenn Ihre .Gegner heute die Worte, ine ^täulän Duplessis damals gc-
• Europa das osmanische Heer aus Adrianopel und Kirk Mihne hinausjagen, so muß cS selbst zu bcif Waffen greifen, ."ber jebe Grotzmadst, bie nun gegen bie Jurten Vorgehen wollte, fonbr selbst ihre rigenen Freunde als polüischc Gegner fiel» gegenüber, fo bah ein unheilbarer Wirrwarr durch ein solches Vorgehen gezeitigt würbe. Der Friede von Bukarest hat für einige Zeit Ruhe aus ber Balkanhalbinfel gestiftet. Es ist gut so, unb die dürfen, die sich selbst übcrlaficn worben sind, haben männlich ge bandelt, als sie Thrazien znrückcroberlcii. Tie Leiter des Dreibundes dürfen fid) getrost zu einer türken freundlichen Politik m unseren entscheidungsschweren Tagen bekennen, ixmit die jia- ,v’!.(P.cn Staaten auf der Balkanhalbinfel werden künftig eine ruNisch-sranzösische Richtung annehmen. Tic Türken brauchen T h ra 5 i en z u m Schutze ihrer .Hauptstadt. Tie Tscha- taldschalmie nt eine ungenügende, viel zu dicht vor den Toren St-onstantmopels gelegene Verteidigungsstellung. Das künftige Bulgarien umklammert bie europäisdse Türkei gleich einer zupackenben Faust. Gegen diesen Griff, ber nid>t_^nur Konstantinopel, sondern auch das Marmaraiiicer uno bie Dardanellen bebrolst, müssen nörblidvr gelegene Stellungen beimigt und. längs der Maritza neue Werk errichtet werden, db na nobel und Kirk Kilisse sind die von der Nattir vorgesd-rie- venen -Stellungen nach Norden hin. Sache der Osnianm ist es, bie übrigen Maritzowällc zu erbauen. Tic Tiplomaten sudren eine neue riormcl für die Adrianopelcr Frage. Sie wollen ihr gc fünf en cs Prestige wahren und eine ben Londoner Verhandlungen küHid; tjifwredjenbe Lösung finben. Das ist nickst über alle Maßen ld)iüer. Man gebe bas östliche Thrazien, ohne das die Türkei nickst in Europa leben kann, dem Sultan wieder unb halte im übrigen an der Grenze Enos Midia fest? Nack> diesem Zugeständnis wird die Hohe Pforte jeben Wunsch ber Großmächte bedenkenlos erfüllen."
Regierung arge '_________________________ uw Ull
inamsdstn Reiche Tann im gegenwärtigen Augenblicke Dielt ei dt noch meniger bie Rede fein, als hu irgendeinem anderen Zeitpunkt seit der Wicdercinqührung der Vcrfaffung, die bciüiufig beincrlt, seit
Auslösung der junglürsischen Partei völlig in der Lust schwelst. Die lungtürkischen Offiziere selbst haben anderes zu tun, als die überzeugten Slonftitutioncllen äu 'spielen Tic Zivilregicrung muß tanzen, wie es der Militärgewalt beliebt und bas Parlament hätte auch bann nichts zu sagen ^nn (in foldics vorhanden wäre. Tie Regierung ist allamach etn bloter Ent,d>uldigungsapparat für die Eigenmadstigkeiten ber "rmec geworden. Ten Marsch nach Adrianopcl tonnte bie fHr- gicrung mit guten Gründen immerhin noch decken, unb sic hatte bas Glück, daß nach einigen Schwankungen bas Ausland bie Arme verschränkt und, wenn auch unirr Protest, die Rolle des passiven Zuschauers übernahm. Man aewöhnt sich ja vielleicht auch an die Griechen in Äavala, an bie Serben in Jsttp und an bie Türken in 90manoocl; nur an imaufbörlid-? Reizungen grnxihit man sich stickst. Indem die türkischen Ofsizierc in ilster Selbstherrlichkeit die Annee über die Grenze hinaus nach Neu-Bulgaricn führen, überspannen sic den Bogen und ordern die sd-ärfsten Pressionen des Auslandes- die ihnen sonst vielleidst erspart geblieben mären, gegen die Türket heraus. Es ist nidü zu bezweifeln, daß sie zu einer vorläufigen Räumung des Landstrid.cs westlich der Maritza schließlich be- müf.fgt sein werden, und damit wird auch die Adrianopcl-
Ein bulgarischer Protest gegen das Vorrücken der Türken.
Sofia, 17. Auq. lAgence Bulgare.) Die Regierung überreichte den Gesandtschaften ber Großmächte eine Note, in welcher sie die Mächte in Kenntnis fetzt, daß die türkischen Truppen unter dem Vorwande, die Bevölkerung m den von der griechischen Armee geräumten Gebieten Außen zu wollen, nach der Besetzung von Mustapha Pascha, Limotika, Sufili, srirschutavak, 16 Kilometer westlich der Maritza, erreichten und auf Kirdjalue Gümüldschina ziehen. -Lw Note macht darauf aufmerksam, daß die Tatsache, baß die Türken die erwähnten Gebiete besetzten, noch bevor die bulgarischen Truppen wieder von ihnen Besitz genom men hatten, klar beweise, wie wenig der von der Pforte angeführte Grund den Tatsachen entspreche. Um vor den Großmächten die Wahrhaftigkeit ihrer Erklärungen und bic volllommenc Aufrichtigkeit zu bezeugen, sowie um neuen Anllagen vorzubeugen, schlägt die Regierung vor, daß die Wiederbesetzung der fraglichen Gebiete in Gegenwart ber Militärattachees pattfinbe, welche solange dort bleiben könnten, wie sie es für nützlich hielten. Ta ber Vertrag von Bukarest Bulgarien zur Demobilisierung zwinge, würbe es bic höchste Ungerechtigkeit bebe Uten, wenn es den Türken erlaubt
8laf* *$• 3*WN rnontag, (8. AugO «z
Bi Gwßpnor Uitioirtor
General-Anzeiger für Oberheisen SSs


