Ausgabe 
16.6.1913 Erstes Blatt
 
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rege, geräumt.

41-45

75-83

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8996

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54.5057.00

71.0072.00

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704»72.00

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Preis für 100 Pfd. Lebend- Schlacht gewicht

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Ml.

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-rönnen Eier ferne englische Tonne 20 Zentner). Wer auch ?W ,-lllan wurde aufgegebrn und dasSchirm und (Proben Ihstem ' eingeführt. Ein drei Fuß hoher Schirm aus Sackleinwand mit einem vier Zoll breiten oberen Rand aus Wachstuch wird ouer zur Richtung des §>euschrccken«iges ausgestellt, während die In- 'bkten noch im Hüpsüadrum sich befinden, Hierauf werden, im rechten Winkel zum Scknrrn, Gruben gegraben, sechs Fuß lang, i Fuß breit, 3 Thifc tief, in ungefähr 40 Meter Abstand.

die Insekten vergebens versucht haben, über den Sklnrm zu rriechen, dessen Wackstuchkante ilmen keinen .Halt bietet, wenden ne sich nach links und rechts imb fallen in die Gräben, deren oberer band mit 9 Zoll breüen Zinkstr ei feit verüben ist. Des Zinkes ^bgen können sie nicht aus den Gräben bcrauskvmmen und werden allmählich lebendig begraben. Im Jahr 1883 wurden auf diese Weite 200 000 Millionen (!) Heuschrecken vernichtet. Infolge denen ist die Heuschreckensrage in Cvvern eine ganz nebensächliche 9?*oc.rtien .. den letzten Jahren Int man übrigens auch die ludairilanische Methode der Grasvergiftung in Anwendung gebracht.

Vollfleischige Schweine oonSO-100 kg Lebendgewicht

Vollfleischige Schweine unter 80 kg

Lebendgewicht

Dollfleischige Schweine von 100120 kg

Lebendgewicht

Vollfleischige Schweine von 120150 kg Lebendgewicht

Ans Marokko.

Paris, 16. Juni. Nach einer Meldung des Kom­mandanten von Melilla wurde der im T a z a g e b i e t zum Sultan ausgerufene Schcrif S ch e n g i t t i auch von mehreren Stämmen der spanischen Zone als Sultan anerkannt.

Elf Arbeiter verschüttet!

New York, 16. Juni. In der Nacht wurden beim Neubau der New Lexington Avenue in einem Tunnel mehrere Arbeiter man spricht von 11 verschüttet. Sechs Leichen sind geborgen. Man ist eifrig beschäftigt, >ie Schuttmaffen zu beseitigen, um die übrigen Leichen zu inden.

Lnftschiffahrt.

W arsch a u, 15. Juni. Der französische Flieger Brin be­tone, der den kühnen Flug ParisWarschau ausgefuhrt hat, ist heute früh 5.25 Uhr Petersburger Zett aufgestiegen, um über tovobno, Wilna und Twinsk nach Petersburg zu fliegen. Das Wetter ist schön.

Loudon, 14. Juni. Ter Flieger Gordon Bell stieß beim Landen in der Nähe von Brookland so heftig auf, daß er schwer verletzt wurde. Sein Passagier, der Leutnant Klennedy, wurde getötet.

Lissabon, 14. Juni. Bei einem Flugwettbewerb stürzte der Flieger Manie bei Sacavam in der Nähe von Lissabon aus einer Höhe von 300 Metern ab und wurde getötet.

Märkte.

fc. Frankfurt a.M. Viehhos-Marktbericht vom 16. Juni Auftrieb: Rinder 1239, darunter Ochsen 484, Bullen 54, Kühe und Färsen 701, Kälber 458, Schafe 113, Schweine 2055.

Tendenz: Rinder flott, Kälber gedrückt, Schafe rubig, Schweine

Amtlicher Wetterbericht.

Oesfentlicher Wetterdienst, Gießen.

Wetteraussichten in Hessen für Dienstag, den 17. Juni 1913: Vorwiegend heiter und trocken, warm, Gewitterneigung.

U«iverfität5«nad>rid>tettt

Der Großherzog von Baden hat den ordentlichen Professoren der Technischen Hochschule zu Karlsruhe das Recht verliehen, bei lestlichen Gelegenheiten eine aus Talar und Barett bestehende A m t s t r a ch t anzulegen.

vermischtes.

, * Großfeuer. Aus Billingen wird gemeldet: Durch nn Großfeuer wurde der Stiftskeller zerstört. Ter Schaden beläuft sich auf 100000 Mark. Zahlreiche wertvolle Altertümer sind verbrannt.

* Vatermord. Aus München wird gemeldet: Ms der vraktische Arzt und Assistent des Krankenhauses in Paderborn, Tr. Hans Vogel, seine Eltern in München besiuhte, um sein Erbteil zu reklamieren, erschoß er seinen 70jährigen ins Zimmer tretenden Vater. Man nimmt an, daß Vogel die Tat im Irr­sinn begangen hat.

* Bon einem Marmorblock zerschmettert. Aus Hamburg wird gemeldet: Beim Ausladen von Marmvrblöckcn aus den, DampferReva" zerriß heute mittag die Kette des Krans. Durch den herabstürzenden großen Block wurden sechs Arbettcr getroffen, von denen zwei auf der Stelle getötet wurden. Die anderen vier wurden lebensgefährlich verletzt.

kf.W a r m e* undkalte- Kleider. In diesen Tagen der sommerlichen Hiße zieht >nan sich selbstverständlichfeilte* Kleidung an, und ebenso versteht sich von selbst, daß man im kalten Winter zuwarmer* Kleidung greift. Die Kleidungsstücke an sich sind aber iveder warm noch kalt, sondern es beruht auf ihrer Zusammensetzung und anderen Umständen, daß wir sie mit Recht so nennen dürfen. Webeart, Luftgehalt, Art der Lust- verteilung, Zahl und Anordnung der Stühfasern svielen eine be­deutende Rolle, ebenso die Saugfähigkeit und die Lnftdurchlässigkeit, und darauf beruht es im allgemeinen, daß Seide oder Leinen als kalt", Pelz oder Wolle alswarm* bezeichnet werden. Ein Mit­arbeiter deSTertil World Record* macht hierüber nähere Mit- teilungen. Seiner Ansicht nach spielt die Wärme-Leitfähigkeit deS Kleidungsstückes die Hauptrolle. Durch das bloße Gefühl kann man seststellen, daß Wolle sich wärmer angreift als Baumwolle, Leinen oder Seide. Je dichter die Fasern gewebt sind, desto besser leiten sie die Wärme, während bei lockerer Faserverteilung die Kette der Atome, die die Wärmeleitung aussühren, auch lockerer ist. Lust ist em schlechter Wärnielestcr, besonders wenn sie trocken ist, und daher ist Pelz und lockerer Wollstoff wegen der anhaftenden Lust ein schlechter Wärmeleiter, der als Kleidungsstückwarm" erscheint. Baumwolle, Leinen und Seide sind in dieser Reihenfolge immer bessere Wärmeleiter und daher auch immerfoltere* Kleiderstoffe*. Au die zweite Stelle stellt der Amerikaner den Wärmeoerlust durch Zwischenräume, und hebt ganz richtig hervor, daß der Wärme­verlust verschieden ist, je nachdem man aufrecht steht oder wage- recht liegt, weil in einem Falle der aufsteigende Luftstrom einen viel längeren Weg ziwücklegt als im anderen, und demnach die Körperwärme schneller oder langsamer an die Umgebung abgegeben wird. Hierauf beruht e5 z. B., daß uns in einem sonstwarmen* Kleidungsstück kalt wird, sobald wir uns hinlegen. Em drstter Faktor ist die Berdan'pfung. Verdampfende Feuchtigkeit entzieht dem Körper Wärme, und daher ist ein Kleidungsstück auchwarm oder fnU", je nachdem es die Verdampfung begünstigt oder nicht. Allein dies hangt nicht von dem Stoff allein ab, sondern auch von der Umgebung, ob die Lust warm oder falt, ob sie feucht oder trocken^ ist. Es versteht sich von selbst, daß diese drei hier getrennt ausgeführten Faktoren gleichzeitig tätig sind, und auf ihrem Zu­sammenwirken, wobei noch andere Umstände mitsprechen können, beruht es, daß Kleiderwarm" oderkalt* sind.

fl. Frankfurt a. M., 15. Juni. Der Mechaniker W. M. aus Fiedberg in Oberhefsen, der an einem jungen Manne Er- preffungeii verübt, wurde von der hiesigen Strafkammer mit zwei Jahren Gefängnis bestraft.

vüchettisch.

Was das Leben zerbricht. Ein Büch von Ernst Zahn. Geheftet M. 3.50, gebunden M. 4.50. (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt.) Auf einen ernsten Grundton, den schon der Titel anNingen läßt, fmb die in Ernst Zahns neuem Buch vereinigten Novellen, tieinen Erzählungen und Skizzen gesttmmt. Bald ist dasZerbrechen" eines feinen und zarten seelischen Besitzes nur mit leisen Gesten imb verhaltenen Worten ange­deutet (wie inRosen" und ,/§ine Partte Mllard"), bald be­wegt sich die Handlung im weiteren Rahmen eines freundlichen Idhlls, auf das die Resignation einen leisen Schatten fallen läßt (Der Wttwer",Das Zögern",Der Tag der Perpe­tua^, bald ist das Problem in tiefer, wenn auch selten stark nach außen hervortretender Tragik gefaßt und kündet von der Unrettbarleit eines verlorenen Menschen (Der Mondstrahl"), von der Unvereinbarkeit gegensätzlicher Lebensauffassung und Gesell­schaftsschichten (Der andere Weg",Die füllen Gewalten"), von der unerbittlichen Folgerichtigkeit, mit der menschliche Schuld aus kleinen Anfängen wächst und sich mehrt (Das Leben der Salome Zeller"). Am fteiesten und stärksten entfaltet sich wohl des Dichters ernste und zwingende Kunst in den beiden umfang­reichsten Erzählungen des Buches,Die stillen Gewalten" und Tas Leben der Salome Zeller".

MaKenversand .<cr bcitc 93.e,roci5 ^ü,c u. Wohl- wruf jvuuvcyuuu Teilten einer Ware. Ties ist der Fall bei Naumann's ,^>austring" Lanolinseife, weil ne bei hervorragender Qualität nur 95 Psg. das Paket ä. 5 Stück kostet. Einzetstück 20 Pfg.

Ochse rt.

Dollfleischige, ansgemästete, höchsten Schlacht- wertes, 47 Jahre alt die noch nicht gezogen haben (ungejochte) . . Junge fleischige, nicht ausgemästete und altere ausgemästete Bullen.

Dollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw.

Dollfleischige, jüngere Färsen, Kühe.

Dollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw Vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlach- wertes bis zu 7 Jahren wenig gut entwickelte Färsen ältere ausgemästete Kühe Mäßig genährte Kühe und Färsen Gering genährte Kühe und Färsen Kälber.

Mittlere Mast- und beste Saugkälber. . . .

Geringere Mast- und gute Saugkälber . . .

Schafe.

Stallmastschafe:

Mastlämmer und jüngere Masthammel. . . Schweine.

Sport.

Paris, 15. Juni. Im internationalen Tennis-Turnier sanden heute die ersten Spiele statt. Tie Weltmeisterschast im Einzel­spiel errang der Australier Wilding gegen den Franzosen Cobert; im Herren-Doppelspiel siegten die Deutsch en v. Bissing und Robert Kleinschrotb gegen den Deutschen Froitzheim und den Australier Wilding. Im Tamen-Einzesipiel errang die Deutsche Fräulein Rieck die Weltmeisterschaft gegen die Französin BroquedeS.

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Preis Hinkt?

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4

1

Msturnfest.

^zirks ^hinten) einen M- oenb ba§ eigentlich« * den 18 Griin- n Äcmptzesttage be- ur$ bas Dors, bei wwen. Tn eine -anderen hatte die strebe hielt Bürger- ube.rreichte im Auf- Mfe: namens des -realer-Marburg führten 64 Mädchen fand. Auch die hie- tönerung des Festes >vir morgen.) csangmettstreiti goldenen Jubel- nania" im schönsten i sich eingeiunben; an ich 12 Gcsangvneiiu. Ü einen Fackelzug ein- n Festplatze Ehren r des Benins: Ebr. ed, Ehr. Wagner XV., IV., M Hof, Phil. ; Fr. Hahn, Ludio. II., Hch. Vagncr XII., Geister II. und Phil Germania" begann um .uitoig von Ibnbeä air r, Oberrealichuldirestsi . Der Festzug inn­er Schwalb gtbctb FiMÄrms des ffauer- Grosthcrzog. Frick' und Jungfram- H en z dankte F' tieb in feiner M ilückwünsche tslMl rau-Sängeck^^ Kn EL nber TÄibvl Mk ilcunronn nvd Ta^ Ergebnis Wj. Hfl en: § la ist »' Jtcn, 2. frjSJg

Klane ol 9 Männergeiang^

nA- Liederrwelg rtracht«^L Kauptehlen- lebetitDdfl

25.

A»E°!mA

FEtz - j, tnrf rrnem

Heues von der Heuschreckenplage.

Tie Landwirtschaftsabteilimg der südafrikanischen Regierung erklärte vor kurzem, daß die Heuschreckenplage fortan als über- wunden betrachtet werden könne. Sonderbarerweise gibt es in Südafrika Leute, die sich keineswegs über btc Naclwicht freuen es sind dies noch einige der echten, alten, gottesfürchtigen Buren, die glauben, daß die Vernichttmg der Heuschrecken ein Sich-auflehnen gegen den Willen Gottes sei, der die Plage den Menschen fände. Als die Regierung vor Jahren eine Umfrage veranstaltet hatte, machte sich diese Gruppe abergläubischer Buren mit ihrem Protest gegen Maßregeln zur Vertilgung der Insekten sehr bemerkbar.

Ein Heuschreckenschwarm ist für den, der ihm begegnet, eine sehr unangenehme Sache. Die £irft ist von ihnen augefullt, der Boden wie ein Teppich damit bedeckt und der Äestank toter Heuschrecken ist mit Feinem andern zu vergleichen. VTanche Marsch­kolonne im Burenkrieg wurde durch solch einen -schwärm auf­gehalten. .

Tie Vertilgungsmethode, bte man in Südafrika hauptsächlich anwendet, ist das Vergiften des Grases, in dem sich die hüpsciwc) Heuschrecke bewegt, durch eine arsenhaltige Zuckerloflmg, mit der man es benetzt. .

Die früheren Methoden |ic zu bekampsen, waren ort originell, heilige Bilder wurden ihnen entgegengerragcn: leider verlor 1411 bei einer solchen Gelegenheit ein Mönch, der den schwärm ver­fluchte, das Leben, denn er nmrde von der Menge der Insekten einfach erstickt Spater hört man von roten und schwarzen Vögeln, die wie die Starenschwärme flogen und durch ihren fvewim und ihren Flug die Insekten vermchteten. Noch spater, 1028, bat der Erzbischof um den Kopf St. Michaels, eines Märtyrers, damit er die Plage vertreibe. 3 .

Erst die englische Regierung hatte mit etwas moderneren, Methoden den rechten Erfolg. .Im Jahre 1881 zerstörte |te 1305

um ein

Eln-babnanbtu^

Atbnī ack, her N'lste

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Letzte Nnctzrictzten.

AuSzeichuungen und Kaiserliche Erlaffc.

Berlin, 16. Juni. Eine Sonderausgabe desReicl)s- anzeigers" veröffentlicht eine große Reihe Gnaden- e^rlasse uird Auszeichnungen, zunächst drei umfassende Straferlasse fiir Zivilpersonen, für '2hujcl>örigc des Heeres und der Meuckne, ferner die llcbernahme des Protektorats des K Yf f häuse r b u n d es der deu t sch e ti Landes­kriegerverbände durch den Kaiser, drittens einen Er­laß detr. Schaffung ciner einheitlicheu Orgatii- sation zur Pflege der s ch u l e n t la f s c ue tt In- g e n d ^viertens die Verteilung eines. Gnade nAescheukS non je 50 Mark an 600 K r i c g s te i 1 n e h m e r. Unter den Robilitierten befinden sich Walter vom Rath, der Vizepräsident des Abgeordnetenhaitses Krause, der Schriftsteller Josef Laufs, die Generäle Gallwitz, Mudra, Oberstabsarzt Dr. Riedner, die Admirale Thomsen, Cörper, Pohl, Lans, K'arpf. Unter den ins 5)errenhaus Berufenen befindet sich Geh. Kvmm.-Rat Arnhold, Reichsbmikpräsident Hao en st ein und Franz v. Mendelssohn.

DerVorwärts" und das Kaiserjubiläum.

Berlin, 16. Juni. DerVorwärts" bringt heute einen Leitartikel unter der UeberschriftWir und Wilhelm". Darin heißt es am Anfang:Wir feiern nicht mit, wir stehen achselzuckend bei Seite." Nachdem bann eingehend des Kaisers Stellung zur Sozialdemokratie vom Standpunkt desVorwärts" behandelt worden ist, heißt es am Schluß: Darum feiern wir dankbaren Herzens doch mitViele, viele vorübergehende Erscheinungen" grüßen den Träger mit dem RufeEs lebe die Republik!"

*

Die Fortdauer der Spannung.

Belgrad, 15. Juni. Rach einer Meldung aus 95r an ja besetzten bulgarische Truppen eine an der serbisch-bulgarischen Grenze gelegene Stellung bei Mo - sulja.

23 e i grab, 15. Juni. In den letzten Tagen berief die in Sofia eine größere Anzahl serbischer Staatsbürger, zumeist Gewerbetreibende, und forderte sie auf, Sofia sofort zu verlassen. Einige wurden sogar in das innere Bulgariens verwiesen. In Verbindurrg damit standi auch die polizeiliche Bewachung der serbi­schen Gesandtschaft in Sofia. Polizei-organe hiel­ten die serbischen Staatsbürger an, die aus der Gesandtschaft kamen, und befragten sie, was sie in der Gesandtschaft taten und sprachen. Außerdem wurde der Offiziersbursche des Ntilitärattachss K' a f t o w i t s cl; einem Verhör unterzogen, hierauf der Diener des serbischen Gesandten Spalajko- witsch, den man unter einem Vorwand er trug Zeich­nungen des Bruders des serbischen Gesandten aus dessen Atelier in die Gesandtschaft nach der Präfektur brachte. Infolgedessen wandte sich der serbische Gesandte Spalajko- witsch an den bulgarischen Minister des Aeußern und legte Verwahrung gegen ein solches rücksichts­loses Verfahren der hauptstädtischen Polizei ein. Daraufhin erschien auf der Gesandtschaft der Ehef der Geheimpolizei, um sich wegen des Falles mit den beiden Dienern zu entschuldigen und die ErNärung abzugeben, daß künftig derartige unliebsame Vorfälle nicht wieder vorkommen.

Sofia, 16. Juni. Infolge der von den griechischen Behörden vorgenommenen Ma ss en v er ha f t u n g cn von Bulg^aren hat die Regierung ihren Botschafter in Athen angewiesen, energischen Prötest zu erheben.

Zwei Soldaten tödlich verunglückt.

S t r a ß.b u r g, 16. Juni. Zwei Soldaten namens R o ft und Lorenz vom 105. Inf.-Regt, versuchten, eine Granate, die sie gefunden hatten und 'für leer hielten, zu öffnen, als eine Explosion erfolgte. Beide wurden so schwer ver­letzt, daß sie bald darnach ihren Verletzungen erlagen. Äe stammen beide aus Sachsen.

*

Ein erfolgreicher Sportsmann.

Berlin, 16. Juni. Eine in der Geschichte des Pferde­sportes groß dastehende Leistung ist gestern dem bekannten Herrenretter Leutnant v. Eg an-Krieg er gelungen. Er war für den Nachmittag auf der Grünewald er Rennbahn bei Berlin im Preis von Leipzig als Starter gemeldet, hatte aber vorher noch einen Ritt eines Wettrennens in Magdeburg übernommen. Nachdem er dieses Rennen ge­wonnen hatte, stieg er um 3.40 Uhr in einem von Leutnant Stoll gesteuerten Jeannin-Eindecket auf und landete um 5.15 Uhr auf der Gruuewalder Rennbahn. Unter dem türmischeu Beifall der Zuschauer ging Egan-KriegersDra­goner" als Sieger durchs Ziel. Leutnant v. Eg'an-Krieger chuf damit einen Rekord eines doppelten Sieges in zwei verschiedenen Rennen am gleichen Tage. Seinem Regimentskommmideur, dem Kronprinzen, wurde von dem Vorfall telegraphisch Mitteilung gemacht.

Erdbeben.

Sofia, 16 Ium. Gestern mittag wurde in Grabowo ein heftiger Erdstoß verspürt. Der Schaden ist bedeutend, verletzt wurden nur einige Personen ganz leicht. In Tirnowo wurden einige Personen getötet. Auch ans anderen Städten werden heftige Erdstöße gemeldet. Auch heute früh wurden noch Erschüttemngen wahr­genommen.

ffrüfiung bet schon am Samstag zahlreich eingetroffenen Mit­glieder fand am Abend im Saalbau zum Johannesberg ein gut besuchter Kommers statt, zu dem auch viele Lauterbacher Ein­wohner geladen, waren. Der 1. Vorsitzende der Ortsgruppe, Kemps, begrüßte die auch von vielen Damen besuchte Ver sarnmlung und gedachte dann in seiner Festrede der Jubiläums­feier des Kaisers. Arn Sonntag vrrnrittag wurde der geschäftliche Teil erledigt, und nack? dem Mittaqsrnal.l wurde ein Ausflug nach Schloß Eisenbach unternommen. Eine humorvolle Fest Leitung, die die Ortsgruppe licrausgegeben hatte, sand allerseits Anerkennung.

Kreis Schotten.

^Schotten, 15. Juni. Mehrere Zweigvereine des Vogelsberger Höhenklubs gaben sich hier ein Stell­dichein, darunter Darmstadt, Ulrichstein, HoherodSkops und Schotten, um die von dein Zweigverein Darmstadt gestiftete Schutzhü-tte aus dem Bilstein einzuweihen. Gleich­zeitig veranstalteten sie eine kleine Feier zum RegierungS- jubilanm deS Kaisers.

Kreis Friedberg.

= rse-rsheim, 15. Juni. 23 Orte sind jetzt an die elektrische Krastzerttrale für Oberhefsen angeschlossen, und fortgesetzt werden weitere Ortsnetze ausgebaut So konnten inefer Tage wieder die Orte Lrmgen, Trais-Dor- loff, Salzhausen, Gambach, Nieder-Wöllstadt und Nieder- Rosbach anaegliedcrt werden.

= Ost heim bei Butzbach, 15. Juni. Nachdem das unter Denkmalschutz stehende altehrwürdige Rathaus voll­ständig wiederhergestellt worden ist, soll jetzt auch die Er­neuerung der Dorfkirche erfolgen, die ebenfalls ein be­achtenswertes altertümliches Bauwerk ist. Die Kosten sind auf 10000 Mk. veranschlagt.

Hessen-Nassau.

tv. Frankfurt (Main), 14. Juni. Ein Elektrotech­niker aus Offenbach (Nassau) wollte gestern nachmtttag 31/2 Uhr in Niederwöllstadt an der Neuanlage der elektri­schen Leitung einen Draht spannen. Hierbei ivurde er vor einem elektrischen Schlage getroffen, so daß er sofort t'vt zu Boden sank. Der Unfall ist durch un- vorsichttges Einschalten eines trüberen Monteurs herbei­geführt worden. Er flüchtete sofort auf feinem Rade und wurde durch einen Niederwöllstadter Einwohner mit einem Rade verfolgt. Die Leiche des Verunglückten wurde nach Erscheinen der Ortspolizei zum Niederwöllstädter Leichen- bmifc verbracht. Hierzu wird uns von dem Bureau der Siemens-Schuckertwerke geschrieben: Arn 13. d. Mts. wollte sich der aus Offenbach bei Herborn stammende Monteur Klingelhöfer an einem Mast des in Betrieb befindlichen elektrischen Leitungsnetzes in Nieder-Wöllstadt anseilen, um trotz eines unmittelbar vorher ihm bon dem bauleitenden Ingenieur erteilten Verbotes Hausanschluhleitungen aus- zusühren. Dabei wurde er offenbar unsicher und suchte Halt an zwei Drähten, die 220 Volt Spannung gegenein­ander hatten. Nach vergeblichen Versuchen, von diesen Drahten losznkommen, sttirzte er schließlich ermattet ab und fiel so unglücklich auf das Pflaster, daß der Tod sofort eintrat.

vereinrnachrichte».

Lollar, 16. Juni. Der hiesige Radsahrer-Verein 1895 errang bei der gestern miläßlich des Feste? in Krofdorf ftattge- fundenen Dauerfahrt mit 32 Mann den ersten, sowie im Korso- lahren den Ehrenvreis, ein Beweis, daß der Verein in jeder Hinsicht auf der Höhe ist.