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14.4.1913 Erstes Blatt
 
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Ter W Ifei, fön«!

165. Jahrgang

Preußen England Frankreich Italien Defterreict; Rußland

Die heutige Nummer umsaht 12 Seiten.

16,7

45,0

Der Zehler in vethmanns Steun-Rechnung.

v. Bethmanns Steuerrechnun

Statistik aus den oben an

gedrückt, wie herrlich wir dastehen gegenüber anderenkchrssteuer in die Wagschale, durch welche Preußens uv Ländern, Nun haben aber alle vergleichsweisen Betrach- direkte Steuern mindestens auf 27,7 Mk. pro Kops steigen, tungen ihre erheblichen Mängel insoweit, als sie notwendig Würde uns nun diese statistische Verglcrchsarbeit nicht mehr das lnstorisch Gewordene und die Lebensbedingungen, unter sagen, als daß die absolute Höhe der direkten Steuern denen die verschiedenen Völker ihr Dasein führen, in ihrer bei uns soviel und bei 'den Engländern usw. soviel betragt,

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82,2

Adolf Wagner gegebenen) Gegenüberstellung vergegcnwär- König an dem Tage, der das Volksinteresse wachgerufen tigen, wonach auf den Kopf der Bevölkerung in hatte, zu Pferde durch die Straßen nach dem Schlosse

kirch Ohghirsch."

17,7

32,8

14,1

18,3

2,0

14,6

35,05

64,95

die direkten Steuern in °/0 17,8 ndir Steuern

Erster Blatt y

lich nicht allein für Preußen) nach den verschiedensten Richtungen hin, sowie gemäß der jetzigen Handelsverträge mit ihren enorm gesteigerten Zollsätzen, so fällt für Preußen besonders die als Eisenbahnüberschuß erscheinende Ver-

Am sonderbarsten, oft komisch, war feine Aussprache der deutscher Orte, deren Namen man eher aus den Umständen oder der Lage erraten als verstehen konnte. So zischte oder polterte er anstatt: Zeitz Siß; anstatt Weißenfels oder WeißigWisscniß: anstatt Teplitz Tilpsit; anstatt Klix Klisch; anstatt Hoch-

Volkswirtschaft zur Anlage und riefe anderweit Vermögens- ünd Einkommensbildungen hervor, die dem Staat Steuer- einkünfte aller Art sichern. Soweit acker die Gesamtheit dieser Steuerbeträge hinter dem Betrag der vom Staat jetzt erzielten Eisenbahnüberschüsse zurückbliebe und das wäre in Höhe von einigen Hundert Millionen der Fall,

Die Behauptung, die man so oft hört, daß bei uns in Deutschland die indirekten Steuern viel höher seien als die direkten, ist eine Legende." Also sprach der Herr Reichs­kanzler am Samstag im Reichstage,um bem vagen Ge­danken, der aber die Geister sehr viel beschäftigt, entgegen» Mtreten, als ob wir in Zukunft für unsere Reichsfinanzen das Heil von Besitzsteuern zu erwarten hätten". Herr v. Bethmann hat damit insbesondere im Vergleich mit Frankreich wie so viele Betrachtungen unserer finanzwirt­schaftlichen Literatur seine Befriedigung darüber aus-

Der König von Spanien ist am gestrigen Sonntag nach einer Truppenbesichtigung durch seine Kaltblütigkeit vor der Hand eines Mörders bewahrt worden. Bei der Rekrutenvereidigung waren diesmal auch marokkanische Ein­geborene eingestellt, und so erklärt es sich wohl, daß der

Nr. 86

Der «Körner Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich GiehenerZamllienblütter zweimal wöchentl.UreiL- blattsürden Ureis Liehen iTienstag und Freitag); zweimal monatl. Land­wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen:

Anzeiger Gießen.

In Bezug auf seine, einseitig das Kapital begünstigende Gestaltung seines Finanzsystems wird Preußen also nur von Rußland übertroffen. Alle andeern Staaten stehen mehr oder minder weit hinter Preußen zurück. Wir haben den Ruhm, Rußlands intimster steuerpolitischer Genosse zu sein. Eine Warnung, solchenr Ruhme nicht weiter nach­zujagen, wäre vielleicht zeitgemäßer gewesen als die War­nung, bie Herr v. Bethmann Hollweg aussprach, nämlich einen Weg zur Lösung des Problems der Reichsbesitzsteuer zu suchen.

Lin Kevo!veranschlag aus den König von Spanien.

Madrid, 13. April. Auf den König von Spanien wurden heute nachmittag, als er von der Tru pp en besich­tig ung zurückkehrte, vor der Bank von Spanien drei Revolverschüsse abgegeben. Der König blieb ttn- verletzt. Ter Täter ist ein junger Mann, besten Persön­lichkeit man noch nicht kennt Er wurde von einem Gendarmen fc ft genommen, der ihm den Revolver entriß. Der König kehrte unter stürmischen Kundgebungen nach seinem Palaste zurück.

Ländern steht. Danach sind für Preußen 27,7 Mk. indirekte Steuern zugrunde geleigt an dem gesamten Steueraufkommen beteiligt in

Preußen England Frankreich Italien Oesterreich Rußland

9,6

23,3

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Momag, 14. Apri! 1913

Bezugspreis: monatlich 75Pi.,viertel- jA jährlich Rik. 2.20; durch

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29,9 12,05

70,9 87,95 Mk.

Ein Märchentheater in Darmstadt. Für die nächstjährige Ausstellung der Künstlerkolonie aus der Mathilden- höhe soll u. a. als Anziehungskraft eine neue, durchaus eigen­artige Schöpfung entstehen. Es ist eilt dem Großherzog ge­stiftetes Märchentheater, zu dem Prof. Albin Müller den Entwurf geliefert hat. Für das Gebäude, einen etwa 150 Zu­schauer fassenden Rundbau mit Kuppeldach, ist als Standort der eigentlich von der Bebauung ausgeschlossene Platz östlich der Villa Levdhecker und Erbacher Sttaße ausersehen, und außer dem Zuschauerraum wird das Theater noch einen Restaurations­raum nebst Küche usw. enthalten, so daß es auch somtigen ge­selligen Veranstaltungen dienen könnte. Der Großherzog beab sichtigt, es nach Beendigung der Ausstellung als Geschenk an die Stadt zu überweisen, und diese kann alsdann seine weitere Verwendung bestimmen, muß allerdings die Unterhaltungskosten übernehmen, während der Platz selbst großherzogliches Eigen­tum bleibt. Die Baukosten werden 60 000 Mk. betragen.

Henriette Hertz f. Wie bereits kurz gemeldet, ist in Rom die bekannte deutsche Kunstmäzeuin und Wohltäterin Henriette Hertz im Alter von 65 Fahren gestorben. Frl Hertz, die seit zwei Jahrzehnten in Rom leöte, war Besitzerin des berühmten Palazzo Cuccari, den eine'Reihe großer Meister, wie Giulio Romano, die Brüder Cuccari und der Deutsche Corne­lius mit Fresken geschmückt haben. Fräulein Hertz, die mit an der Spitze aller humanitären und schöngeistigen Besttebnngen stand, und der viele bedeutende Künstler den Unterhalt und die erfolgreiche Laufbahn verdanken, hatte in ihrem Palast nicht nur einen Bach-Saal für die neugegründeie Bach Gesellschaft, sondern auch ein deutsches kunstwissenschaftliches Institut eingerichtet. Tiefes der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft angegliederte In­stitut unter Leitung eines deutschen Gelehrten, Steinmann, sollte hauptsächlich der Förderung der Michel-Angelo-Studien dienen und wurde mit einer außerordentlich reichhaltigen Bibliolhck an Renaissanec-Literatur aus gestattet. Tie Verstorbene hinterläßt auch eine große Sammlung alter Meister, wie Filippo Lippi, M an- tegna, Antonio von Messina. Tie Verstorbene hat, wie bereits mitgeteilt, testamentarisch besttmml, daß der Palast Cucean in eine Art Museum verwandelt wird. Ihre kulturhistorisch deutende Stiftung, die Renaissancezeit und Mittelalter unrsanende Bückierei, die nach ihr Bibliotheca Hertzina benanut ist, gebt mit bem Palazzo Cuccina in den Besitz der Kaiser-Dilhelrn-sttf- ungjinL nl|diIfg^U!T ffir b{ e,Sch r ö der - 3,trän Z-Ex­pedit i o ii. Von dem Leiter per Hilfscxpcpltrvn für die deutsa^.

trockenen, zahlenmäßigen Gegenüberstellung außer Betracht lassen. Dazu kommt: die durch die Gesetzgebung weiter oder enger gezogene ErwerbHtätigckeit sowohl des Staates selbst als seiner Glieder, und ferner: die Einwirkung des Schutzzolls auf die Höhe der indirekten Last. In der Aus- dehnung der Erwerbstätigkeit und in den Ueberschüssen steht der Staat, dessen Ministerpräsident Herr v. Bethmann Hollweg ist, allen anderen Staaten voran. Preußen erzielt an nichtsteiHrrechtlichen Einnahmen aus der Justiz­verwaltung und allen anderen Verwaltungen, ans den Eisenbahnen, aus der Post und Telegraphie für sich allein ober nach Maßgabe seines Anteils an den betreffenden Einnahmen des Reichs im Vergleich zu den nachgenannten übrigen Ländern pro Kvps 'der Bevölkerung in Mark: 21,47, dagegen Großbritannien 3,77; Italien 3,71; Frankreich 4,14; Oesterreich 5,01; Rußland 5,53. Die unverhältnis­mäßig hohe Einnahmezifser Preußens erklärt sich zum wesentlichen Teil aus der Entwicklung des Staatsbahn- sststems, wie es die Vergleichsstaaten nicht kennen. Aber in seinen Ueberschüssen vereinnahmt Preußen eine i n - direk te Steuer! Hätten wir das Staatsbahnsystem nicht, so hätten wir Privateisenbahnen, und das in den Eisen­bahnen angelegte Kapital (nach Abzug der Abschreibungen ca. 4 Milliarden Mark) sowie das aus dem Eisenbahnbetrieb erzielte Einkommen, vielleicht auch der Eisenbahnbetrieb selbst, unterläge der Besteuerung. Im - übrigen käme das aus dem Eisenbahnbetrieb erzielte Einkommen in der

zurückkehren wollte. Das ist in einem Lande wie Spanien, wo die Leidenschaften so aufeinanderp'atzen und wo so er­bitterte Kämpfe um das Regierungssystem ausgefochten werden, unvorsichtig, lieber die Ursachen, die den Täter zu dem Anschlag bewogen haben, gehen die Meldungen aus­einander. Wahrscheinlich ist er ein Unzufriedener, der durch Verhetzung die Waffe erhöben hat. Ob und wie weit er Mitschuldige hat, ist auch noch nicht aufgeklärt.

Zu dem Anschlag wird aus Madrid noch gemeldet: Das Pferd des Königs wurde durch einen Revolver- schuß verwundet. Ein Schutzmann stürzte sich auf den Attentäter, konnte jedoch nicht verhindern, daß dieser einen dritten Schuß ab feuerte, der den Polizisten leicht verletzte. Außer dem Attentäter, einem 25 Jahre alten, aus Barcelona stammenden Zimmer- mann namens Manuel Sanch e,z Allecre, wurde ehr gewisser Pierre Pack, angeblich ein französischer Sprach­lehrer, verhaftet, welcher von mehreren Zeugen kurz vorher im Gespräch mit dem Attentäter gesehen worden war. Das diplomatische Korps und alle hochstehenden Madrider Persönlichkeiten begaben sich in das Palais, um den König dazu zu beglückwünschen, daß er dem verbreche­rischen Anschlag entgangen sei. Es heißt, daß der König kurz vorher mehrere Drohbriefe unter Hin­weis auf die bevorstehende Vereidigung der Rekruten er­halten habe.

Es heißt, die Regierung habe anonyme Droh­briefe erhalten. Im Retiropark fei am Tage vor dem Anschlag am 31. Mai 1906, ein auf einem Baum befind­liches Plakat gesehen worden, worauf stand: Am 13. April, um die 13. Stunde, wird König Alphons XIII. sterbend auf- gefunden werden. Die. Polizei hatte außeror­dentliche Vorsichtsmaßregeln getroffen. Selbst in einer nur von Offizieren bewohnten Fremden- Pension war an jedes Fenster ein Geheimpolizist gestellt worden.

TieVofsifche Zeitung" meldet aus Madrid: In der Brieftasche des verhafteten Täters wurde eine. Mitgliedskarte des ultramontan-konserva­tiven Klubs in Barcelona gefunden. DerLokalan- zeigen" will dagegen aus Madrid erfahren haben, der Ver­brecher gehöre dem Barcelonaer internationalen F-errer.- Bund an.

Der König infolge seiner Reitkunst gerettet.

Wir erhalten noch folgende ausführlichere Meldung: Madrid, 13. April. Als der König gestern mittag von' der Parade in Begleitung des Generalsbabes nach bem1 könig­lichen Schloß zurückkehrte, stürzte plötzlich in der Nähe der Bank von Spanien ein Individuum, das sich in der ersten Reihe des aus dem Trottoir stehenden Publikums befunden hatte, rasch auf das Pferd des Königs zu, ergriff die Zügel mit der Finten Hand und z o g mit der Rechten einen Re­volver aus der Tasche. Der König, der sofort er­kannte, daß ein Anschlag auf ihn verübt werden sollte, brachte sein Pferd zum Au fb äum cn, genau in dem Augen­blick, in bem der Angreifer auf ihn feuerte. Tank der Kaltblütigkeit und der hervorragenden Reit­kunst des Königs traf die Kugel statt den König die Brust des Pferdes. Ter Täter schickte sich an, zum zweiten Male zu schießen, als sich ein Polizei­beamter auf ihn stürzte und ihn zu Boden warf, wo er ihn festhielt, ohne indessen verhindern zu

können, daß dieser nochmals auf den König anschlug und zwe

sind wir berechtigt, diese Ueberschüsse als Folge der staat­lichen Tarifpolitik, d. h. als eine auf dem Verkehr ruhende indirekte Steuerlast zu betrachten. In den oben an­geführten 21,47 Mark nichtsteuerrechtlicher Kopfeinnahmen Preußens stecken 13,54 Mk. aus dem Eisenbahnbetrieb. Mindestens 10 Mk. davon hat man als indirekte Steuer anzusehen. Das muß man sich bei der folgenden (von

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des Nachts mit vielleicht 20 bis 30 Lichtern besetzt, in deren Mitte der Zirkel lag. Stteg er zu Pferde, so trug der Großstall­meister Caulincourt das nötige Blatt auf der Brust eingcknüpft, weil er Napoleon stets ami nächsten mar. Napoleon arbeitete mit unglaublick-er Leichtigkeit und Uebersicht, oft auch ganze Nächtc hindurch.Dies waren jedoch seltene Fälle; gewöhnlich arbeitete er früh von 24 Uhr unh ruhte oder meditierte dann noch ein paar Stunden im Bett. Gemeiniglich diktierte er, inbenf er völlig angezogen, in seiner gewöhnlichen grünen Unisorm, und sehr ost mit bem Hut auf dem Kopfe, im Zimmer hin und her ging. Gewöhnt, alles was ans feinem1 Kopfe strömte, mit der größten Schnelligkeit ausgeführt zu sehen, konnte ihm auch niemand schnell genug schreiben, und was er in die Feder sagte, mußte deshalb in Chi ff er n geschrieben werden. Es ist unglaublich, wie schnell Napoleon beim Diktieren sprach, und zu welcher Fertigkeit in dieser Schrift es sonach seine Sekretäre gebracht hatten. Natür­lich waren die Chissern Hieroglyphen. Ein Tracheuschwanz be­deutete vielleicht das ganze französische Heer die Peitsche das Korps des Tavout ein Dom das britische Reich der Schwamm die Schützlinge ober die Handelsstädte usw." Das ganze Lager wartete in dumpfer Spannung auf die Entscheidungen, die von diesem Zentrum herkamen.Sehr oft verzog sich der Ausbruch um mehrere Stunden oder halbe Tage, und an das letzte Wort, welches Napoleon in feinem Kabinett diktierte, reihte sich der trockene Befehl: la voiture! ä cheval! und, wie durch einen elektrischen Schlag, setzte sich nun alles, was folgen mußte, in Bewegung."

Ritt der Kaiser, so ließ er fein Pferd am liebsten querfetbein gehen, ohne daß jemand wußte wohin.Es war ihm allemal unangenehm, wenn er von Hindernissen oder Schwierigkeiten hörte.On ne peut Pas?" sagte Napoleon, svöttisch lachend, und ließ gemeiniglich nicht eher von einem Vorsätze ab, bis er slch selbst überzeugt hatte." Güten Tag wie ben andern erschien rr in seiner gewöhnlichen grünen Uniform mit rotem Kragen und bem Stern ber Ehrenlegion, bei nassem Wetter barüber ben weltbekannten grauen Ueberrock.Nie konnte er untätig sein; wenn ihm bic Zeit lang warb, schnupfte er Tabak ober machte sich wenigstens mit den Füßen etwas zu schaffen. Sehr oft sah man ihn heiteren Gesichts, und unterwegs sang ober sprach er logar im Rezitativ einige italienische Worte. Bei heiterer, ruhiger Stimmung hatte sein Ton etwas Gefälliges unb Zutrauliches gegen seine Feldherren; aber einen ganz anderen Ton nahm er im Dienst an."

Viele Leute sind in der irrigen Meinung gewesen, daß er Deutsch verstanden unb sogar etwas gesprochen habe; ich habe aber nicht die geringste Spur davon bemerkt unb kann versichern, daß es nicht der Fall gewesen ist. Bei den unbedeutend­sten Antworten oder Aussagen gemeiner Leute, denen Napoleon Fragen vorlegte, wollte er gern sogleich ben (Sinn enträtseln, und ungeduldig uni erbrach er dann den Dolmetscher durch ein gu'est- cc quii bit! in einem halb rauhen, halb schneidenden Baßtone.

2lus der eisernen Zeit: Hapol on naht.

Es war in der Nacht vom 15. zum 16. April, als ein prunkloser grüner zweisitziger Scheibenwagen, von sechs starken Pserdeir gezogen unb zwei Reitern gelenlt, gefolgt von einer langen eilenden Eskorte, im' raschesten Laus ans den Toren von St Cloud rollte: der Kaiser begab sich zn )einer Armee in Deutschland. Nickt als L'EmPereur, sondern als General Bona­parte wolle er diesen Krieg führen, hatte er lächelnd zu Berchier gesagt Nun ruhte er, den Kopf mit einem bunten Tuch umwunden, in seiner in den fünften Federn hängenden Neisekutfche so faust wie im Bett. Aus bem Kutscher st tz. saß allein fern Leibmameluk Rustan, und hinterher galoppierten der Großstallmeister, die dienst­habenden Adjutanten, Stallmmster, Ordonnauzostiziere, Pagen, alle jedes Winkes ihres Herrn gewärtig.. Die große Laterne, in ber Mitte ber hinteren Wagenwand, warf ihren flackernden schein über die hemniliegenden Dokumente, Bücher und Karten - - - -

Bald sollte dieser unscheinbare Wagen zum Mittelpunkt eines Weltkrieges werden, denn in ihm wohnte bic ^eete des neuen großen Heeres, das Frankreich zur Unterdrückung der Welt auf­gestellt, von ihm ging bic rastlose Tätigkeit aus, die alles in Bewegung setzte. Ueber bie L e b e n s g e w o h n h e 11 e n Napo­leons' während des Feldzuges von 181o ist unsder anschauliche Bericht eines Augenzeugen erhalten, des sachsisch-rhunbundifchen Majors von Odeleben, ber im Stabe des Kaisers den Svricg mitmachte Er berickstet uns, wie Napoleon i n s e i n e m W a g e n arbeitete Die Rapporte, die die Kuriere brachten, wurden von dem Großstallmeister Caulincourt geöffnet, während alles im Trab und' Galopp weiterging.Caulincourt sprang vom Pferd nahm den Eilboten beiseite, öffnete das Felleisen, jagte bem Wagen Napoleons nach, gab ihm die 'Depeschen, und nun flogen kurz daraus Sckjaren von Briefumschlägen aus dem Wagenschlage.

1 Hatte ihm Bert hi er und er diesem nichts mehr zu sagen, verlor selbst das Spiel mit bei: Quaste seines Zugfensters seinen Reiz, so scblief er Um aber ben Kaiser vor der Langeweile zu schützen, füllte man, wenn keine Rapporte, Listen und dgl. entgegangen waren, alle Seit entaschen des Wagens nut Panier 3eiturtgen unb Tageblättern aus. Auch diese flogen,.wenn er sie fluchtig durchlaufen hatte, noch leichter als der Wind, der ftc trug, in das nacktrabendc Gefolge." - <

Schlug der Kaiser irgendwo sein. Hauptquartier mist dann wurde sofort das größte unb schicklichste Gemach des Gebrudev oder ein großes Zelt neben bem seinen alsKabinett einge­richtet, wo er mit feinen Sekretären arbeitete. .In ber Mitte des 'Zimmers stand eine große ^vafel, auf der bie^be fte Karte des .Kriegsschauplatzes ansgebreitet ward. Jn sacksen war es die von Belri, weil sich Napoleon im Jahre 1806 an sie gewählt hatte und sic vorzüglich schätzte. Lag diese Starte nicht bereit, so mußte sie boch unmittelbar nach seiner Ankunft herbeigcschasft werden, denn sie war seine tragbare Heimat, schien ihm mehr am Herzen zu Liegen als andere Bedürfnisse deö Lebens, und ward

so toäre' das nur eine harmbose Spielerei. Einen Wevt bekommen die obigen Zahlen erst, wenn man vergleicht, in welchem Verhättnis die Höhe der direkten Steuern zu der der indirekten Steuern bei uns und in den an bereu

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Marr entfallen. Wer sich solche Zahlen, so wie sie dastehen, ohne an sonst etwas zu denken, ansieht, kann allerdings des Glaubens werden, daß wir in Preußen und Deutsch­land steuerlich in der besten der Welten leben. , Und in einer solchen Betrachtung liegt auch der Fehler in Herrn hnung. Aber berichtigt sich diese geführten Gründen (setbslverständ-

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