Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.
Wetteraussichten in Dessen Mr Donnerstag, den 13. März 1913 : Zeitweise heiler, in eist «rocken, nulb.
Letzte Nachrichten.
Ernennung zum Mitglied der Hess. 1. Kammer.
rm. Darm stadt, 12. März. Der Grvßherzog ernannte den Präsidenten der Landwirtschaftskammer, Oekononne- rat Walter- Lengfeld, zum Mitglied der 1. Kammer.
Hessische 2. K amme r.
bs. Darmstadt, 12. März. Die 2. Kammer nahm das Notgesetz für die Erhöhung der Beamtengehälter an und beriet dann den Gesetzentwurf wegen der Kolonie B u ch s ch l a g. Die Herabsetzung des Zuckerzolles in Schweden.
Stockholm, 12. März. Der Reichstag verhandelte gestern über die Vorlage, betreffend die Herabsetzung bc<* Zuckerzolles. Der Reichstagsausschuß! hatte eine Zoll erleichtern ng um 3 Oere per Kilogramm vorgeschlagen. Die Regierung nahm einen Kompromißvorschlag mi, indem sie du ursprüngliche Vorlage fallen ließ und die MnahMe zur Der« trauensfrage machte. Die Erste Kammer stimnttc dem Vorschlag mit 119 gegen 13 Stimmen zu, die Zweite Kammer mit 139 gegen 78 Stimmen.
jSchlägereien zwischen Studenten und C a in e l o t s.
Bordeaux, 12. März. Gestern nachmittag kam es zwischen Studenten und Camelots du 9loi zu einer argen Schlägerei. Die gesamte Polizei und berittene Gendarmen mußten eingreifen. Von den Schutzleuten wurden vier erheblich verletzt. Ein pensionierter Major und ein Gutsbesitzer wurden festgenoninlen.
Botschafter wechsel.
Madrid, 12. März. Anstelle des Botschafters Bur- rutia geht Merry del Val als Botschafter nach London.
Kein Präsidentenwechsel.
Washington, 12. März. Nach einem Neutertelcgramm aus San Domingo ist die Meldung falsch, daß der Präsident Erzbischof Noel geflüchtet sei.
Berlin, 12. März. Der „Vossischen Zeitung" zufolge hat die Polizei in Oranienburg den Installateur Mix aus Altona verhaftet, der sich wochenlang mit verschiedenem licht sckumen Gesindel umhertrieb. Ain Morgen des Automobilatterrtaks bei Hennigsdorf verschwand er plötzlich mit einem fremden Mann. Vor seinem Verschwinden hatte er einem freunde gegenüber geäußert, daß er einen Gewaltstreich vollführen iverde, von dem! die ganze Welt sprechen werde.
Paris, 12. März. Nach einem dem Kolonialministerinm zugegangenen KabeltclegramM wurde die Insel R4 union am 4. d. M. von einem furchtbaren Wirbelsturm heimgesuchl, der an den Hafen- imb Eisenbalmbanten, Fabrikanlagen, Wohnhäusern und Pflanzungen sehr großen Sckxiden «rnrichtete. Die Herabsetzung des Zuckerzolles in Schweden.
Säualinac sollen nur schreien, wenn sie hungrig oder naß sind. Anhaltendes Schreien findet sich meistens bei Stuhlvcrstopsnng. welche durch die Ernährung mit „Kuseke" und Milch verhütet wird. „ flutete" macht die Milch leichter verdaulich und erhöbt bürd' seinen Gehalt an Mineral- u. Eiweißstoffen auch ihren Nährwert. hvmA
Brautschleier, Brautkränze. a« /3 A.Salomon&Cie-
Arbeiterbewegung.
rm. Darmstadt, 11. März. Die Zahl der hier ausge sperrten Weißbinder und Maler beträgt bis jetz 18 0 Personen.
vermischter.
Der Millionenbetrug bei der belgischen Eis en bahn-GesellschaftGentter neunen, der vor einigen Monaten großes Aufsehen erregte, wird mm bald seine Sühne finden. Eine Depesche aus Paris, 11. März, meldet: In Laon ^Dep. Aine) wurde der ehemalige Direktor der belgischen Eisenbahngesellschaft Gentter- neuzen, Wilmart, welcher durch' Ausgabe falscher -Obligationen die Gesellschaft um viele Millionen geschädigt hatte, verhaftet. Bei Wilmart, der sich seit zwei Monaten in einem Hotel in Laon unter dem Namen Dubois aus- lyielt, wurden nur einige hundert Francs vorgefund-cht. Seine Auslieferung an Belgien wird unverzüglich erfolgen
Eine andere Meldung besagt:
Brüssel, 11. März. Nach eingegangenen Nachrichtet! ist der Obligationenfälscher und Millivnendefraudant Wil mart, der seit Oktober flüchtig war, in Reims vcrhaftel worden. Wie verlautet, wird Wilmart bald nach Brüssel übergeführt werden, da er auf die Auslieferungsformali- täten verzichten will.
Diesen Widerspruch klärt die folgende Meldung auf:
Paris», 11. März. Zu der Verhaftung des Obliga, tionenfälschers Wilmart wird gemeldet, daß er sich nach Reims geflüchtet hatte, da er sich in Laon nicht mehr sichet gefühlt k>atte.
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* Gestrandeter Dampfer, lieber New Port wir! gemeldet, daß der britische Dampfer „L ugan o" auf der Fahr nach Cuba bei der Ajax-Bah, einer Insel im mexikanischen Golf strandeke. Es gelang, 116 Fahrgäste zu retten. Der Kapital iTstd die Mannschaft blieben auf der „Lugatw" zurück, um wo
«geworden ist. Ju dem Dunkel der Nacht verschwand der Messerheld. Die Bad-Nauheimer Gendarmerie hat bereits Vernehmungen vorgenommen.
h. Assen heim, 11. März. Der Arbeiter Kleinhentz wurde in bfer Kalk grüble zu Burggräfenrode von ab- ffürzenden Gesteinsmassen verschüttet unb getötet.
h. Vilbel, 11. März. Bei einer Luftballonfahrt durch Oberhessen entdeckte ein Frankfurter Herr am rechten Nidda- itfer gegenüber dem Dottenfelder Hof die Umrisse eines römischen Lagers. Mit Erlaubnis der hessischen Denkmalpflege wurden in diesem Winter Ausgrabungen vorgenommen, die die Bermutimg bestätigten. Man legte das Herrenhaus und ' große Teile der Umfassungsmauer einer Villa rustica frei. Weitere Forschungen, die dann von Dr. Wo elck e (Frankfurt), Kurt M a h (Frankfurt) und Karl Brodt (Vilbel) vorgenommen mürben, ergaben das Vorhandensein noch anderer ausgedehnter Mauerreste aus der Römerzeit. Sie liegen zwischen der Dortelweilcr Landstraße imb den Niddawiesen und erstrecken sich wahrscheinlich bis zur alten römischen Straße, die westlich von Heddernheim nach dem Kastell Okarben führte. Die Ausgrabungen werden fortgesetzt.
Hessen-Nassau.
() Frankenberg, 11. März. Das gesamte Anwesen des Land- und Gastwirts I a k o b i in O st e r f c l d , bestehend aus Haus, Scheuern, Stallungen und Saal, ist niedergebrannt. Das Vieh konnte in Sicherheit gebracht werden.
Dillenburg, 11. März. Der Bahnbau Weidenau- Giegen—Dillenburg ist am Samstag mit dem Durchschlag des Tunnels, der den mächtigen, das Siegener- und Nassauerland trennenden Bergrücken durchquert, um einer wichtigen Bahnverbindung zwischen Nord und Süd den Weg zu schaffen, in einen neuen, wichtigen Bauabschnitt eingetreten. Es ist der fünfllängste Tunnel in Deutschland, und zieht sich in einer Länge von rund 2400 Metern unter der Erde in mächtiger Wölbung hin. Die Firma Phil. Holzmann u. Co. in Frankfurt am Main, der das wickftigste Los der ganzen Baustrecke zugefallen war, ließ Einladungen zu einer Feier ergehen.
(W.) Wiesbaden, 11. März. Bankier Ludwig Grothe, eine Autorität auf dem Gebiet des Versicherungswesens und Herausgeber der „Deutschen Wochensäfrift für das Versicherungswesen" ist hier im Alter von 79 Jahren gestorben.
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vereinsnachrichten.
** Die Hauptversammlung des Bs-irksver- eins Nord ost, die gut besucht war, tagte im Einhorn. Naäüxnn der Vorsitzende einen Bericht über die Vereinstätigkeit im vergangenen Jahre erstattet und die Entlastung des Rechners bei günstigen Kassenverhältnissen erfolgt war, entspann sich eine ebenso lebhafte wie interessante Aussprache über die kommunalpolitischen Probleme, die den Gegenstand der Vereinsbestrebungen bilden und über deren Betrackftimgsweise eine erfreuliche Einheitlichkeit herrschte. Unenttvegtes Fortkämpsen zum Nutzen der Allgemeinheit wurde erneut als Grundsatz ausgestellt. Mit der Vorstandswahl fand die Versammlung ihren Abschluß.
** Evang. Arbeiterverein. Am Montag wurde die Neubildung des Vorstandes vorgenommen. Als 1. Vorsitzender wurde Oberbibliothekar Dr. Heuser, als 2. Vorsitzender K. Weller, als 'Sckniftführer Pfarrer Ausfeld und H. Kirckmer, als Rechner Karl Müller, als Bibliothekar K. Graulich, unb als Kontrolleur Phil. Wagner gewählt.
** Der Gesellschaftsverein „Ami eit i a" feierte am Samstag sein 25jähriges Stiftungsfest. Am Samstag vorher war ein Herren-Kommers vvrausgegangen. Die Hauptfeier mürbe durch einen Eröffnungsmarsch eröffnet. Ein Prolog wurde mit großem Beifall aufgenommen. Der Festvorsitzende Herr Koch schilderte die Geschichte des Vereins. Es folgten Gesangsvorträge des Gesangvereins Gemütlichkett. Die Tlieaterstücke „Das (5tiftung§feft" und ,Das fidele Gefängnis" wurden sehr hübsch gespielt. Von den Damen wurde ein Tisch gestiftet.
r. Großen-Lind en, 10. März. Am Samstag abend feierte der Turnverein unter starker Beteiligung sein Winterfest. Eingeleitet wurde die Feier mit einer Begrüßungsansprache des 1. Sprechers Steinnagel. Alsdann turnten verschiedene Riegen, unter Leitung des zweiten Turnwarts Ph. Zörb und Vorturners Velten, auch die Männerabteilung, unter der Führung des Ehrentumwartes Gg. Klingelhöfer, beteiligte sich darauf. Ein von 8 Damen ausgeführter Frühlingsreifen (Glöck- chenauadrille), emgeübt von dem Ehrenturnwart Klingelhöfer, erntete sehr großen Beifall. Recht schön wurden auch die Einakter „Die Jahnbüste", sowie „Er ist nicht eifersüchtig" gegeben. Ein Festspiel, bestehend aus Dichtungen von Herrn PH. Kraute (Gespräch zwischen Loreley, Hassia, Germania unb Vater Jahn) wurde mit großem Beifall ausgenommen. Den Schluß bildete eine Huldigung der Turner für Vater Jahn. Dann wurden die von dem ersten Turnwart Wilhelm Volk eingeübten Gewandt- heitsübnngen ausgeführt. Der 1. Sprecher, Steinnagel, sprach Über den Zweck und die Ziele des deutschen Turnens.
= D b e n l) n u j c n, 8. März. Leute abend fand die Hauptversammlung des G e s a n g v e r e i n s „Eintracht" statt. Der Vorsitzende, Bahnhchsauffeher Weber, legte wegen seines vor- genierten Alters sein Amt nieder. Es wurde ihm ein Ehrendiplom als Ehrenvorsitzender überreicht.
-j- Nidda, 11. März. Der Eisenbahner-Verein für Nidda und Unigeaend feierte gestern abend unter großer Beteiligung beh Geburtstag ber Königin Luise und bas hundertjährige Stiftungsfest des Eisernen Kreuzes. Die Feier wurde mit euer Eröffnungsrede des Vorsitzenden, Bahnhofsvorstehers Dörr vo> hier, eingeleitet. Assment Stevhan von hier hielt einen Li lftlulder-Vortrag über seine Erlebnisse während seiner sünfjährigen Militärzeit in Osta'rila. Größere Schulkinder trugen Gedichte vor und gemeinsame vaterländische Gesänge verherrlichten die Feier.
= Atzbach, 10. März. Heute wurde die Jahrhundertfeier durch einen gut besuchten Gottesdienst begangen, bei dem unser Gesangverein niitwirt’tc. Pfarrer Teubner hatte zuvor in Dorlar eine gleiche Feier abgehalten. AM Morgen fand dort wie hier eine Schulfeier statt.
sich allmählich so, daß beide Personen unter der Anklage des Mordes und der Beihilfe dazu vor das Schwurgericht gestellt imirben, das aber wegen Mangels an Beweisen zu einem Freispruch gelangte.
In der Folgezeit machte sich dann Frau Behm durch verschiedene Aeußernngen erneut verdächtig, und als sie einem Vifthör unterzogen wurde, gestand sie ein, daß Kolbe ihren Mann er- schgsscn und in der Nähe des Dabendorfer Sees vergraben habe. An der angegebenen Stelle fand man denn auch tatsächlich die Ueberrcftc des Verschwundenen, die allerdings nur noch aus .Knochen bestanden. Doch waren Schußspuren am Schädel noch deutlich bemerkbar.
In der heutigen Verhandlung führte den Vorsitz Landgerichtsrat Kehrl, die Staatsanwaltschaft vertrat Staatsanwalt Braut. Der Angellagte Kolbe wurde durch Rechtsanwalt Dr. Fürle, Frau Behm durch Rechtsanwalt Dr. Schwindt verteidigt. Bei Bildung der Geschworenenbank machen Staatsanwalt unb Verteidigung von ihrem Ablehnungsrecht ausgiebigen Gebrauch.
Noch vor Verlesung des Eröffnungsbeschlusses beantragt Rechtsanwalt Fürle Vertagung, weil sich die Verteidigung nicht genügend habe vorbereiten können. Die, Akten hätten den Verteidigern nur kurze Zeit zur Verfügung gestanden.
Nach längerer Beratung des Gerichtshofes erklärt der Vorsitzende, daß die Akten den Verteidigern vom 17. bis 28. Februar und vom 5. bis 8. März zur Verfügung gestanden hätten. Er bitte daher die Verteidigung, den Vertagungsantrag zurückzuziehen, und er sei bereit, die Verhandlung bis 4 Uhr nachmittags auszusetzen und den Verteidigern bis dahin die Aktcn- einsiäU zu gestatten.
Die Verteidiger sind danrit einverstanden.
In der Nachmittagsverhandlung hält der Verteidiger Rechtsanwalt Fürle seinen Vertagungsantrag aufrecht, der aber vom Gericht nach kurzer Beratung abgelehnt wird.
Der Vorsitzende stellt zunächst fest, daß der Angeklagte Kolbe mehrfach vorbestraft ist, darunter zusammen mit 12 Jahren Zuchthaus wegen Münzverbrechens und schweren Diebstahls im Rückfalle. Fran Behm ist unbestraft. Nach Verlesung des ersten Schwurgerichtsurteils und des Wiederaufnahmebeschlusses wird in die Vernehmung der Angeklagten eingetreten. Der Angeklagte Kolbe gibt an, daß er int Jahre 1909 zu den Eheleuten Behm gezogen sei. Am 7. Oktober 1909, an dem der Mord geschehen sein soll, kam er abends gegen 11 Uhr nach Hause. Er sah vor dem Hause Frau Behm stehen, welche sagte, daß ihr Mann hinter ihr zugeschlossen hätte. Er selbst hatte seinen -schlünel vergessen gehabt und sei daher durch ein Fenster in das innere des Hauses gestiegen und habe seine Flinte heruntergeholt, weil ihm Behm als gewalttätig bekannt war. Der Angeklagte erzählt dann weiter: "Ich ging die Treppe herunter und fand an der Wendeltreppe direkt neben ber Küche den Mann sitzen. 33ort: Das ist ja etwas ganz neues. Angell.: Ja, das ist neues. Er saß dort auf der Treppe und wat tot. (Bewegung.) Vors^ Das haben Sie noch niemals ausgesagt. Angekl.: Nein, ich habe es nicht ausgesagt, weil ich ber Fran Behm versprochen hatte, sie nicht zu verraten. (Große Bewegung.) Bors : Haben Sie dann Frau Behm eingelassen? Angekl.: Jawohl. ^ie Frau sagte, ich solle die Leiche megschaffen, sie könne feine Leiche sehen. Sie holte hierauf aus meinem Zimmer eine Decke, wir haben die Leiche eingewickelt und fortgeschaftt. Vors.: Sie imafften die Leiche dorthin, wo sie gefunden wurde? Angekl.: Jawohl. Wir vergruben sie an der Chaussee, etwa drei Kilometer von Dabendorf entfernt. Die Fran Behm hat dabei geholfen, denn
ich konnte die Leiche nicht allein trogen. ,
Die Angellagte Frau Behüt bekundet, daß ihr Vater Lokomotivführer war. Sie habe eine höl>crc Schule besucht unb 1895 ihren Mann geheiratet. Die ersten Jahre der Ehe waren glücklich. Später waren die Streittgkeiten häufiger an ber Tagesordming, so daß die Angellagte einmal ein halbes Jahr von ihrem Manne, ber sehr gewalttätig war, getrennt lebte. Die Angeklagte erzählt weiter, daß es am Tage der Mordtat zwischen ihr und ihrem Mann zu Streitigkeiten gekoMvien sei, weil ihm das Essen nicht besagte. Ihr Mann nahm einen Revolver unb sie hörte auch einen Schuß fallen. Er rief dann: „Mama!" Sie glaubte, ihr Mann habe geschossen unb sei fortgerannt. Darauf hörte s« einen zweiten Schuß fallen. Das Haus war, als sie zurückkam verschlossen. Da kam Kolbe mit seiner Flinte, faßte mich um unb sagte: „Wir gehören zusaMNien, dein Alter ist letzt tot.' Er trug dann die Leiche nach dem Nachbargrundstück, und zwai allein. Er sagte, wenn ich nicht still wäre, schösse er mich auck tot. Unlautere Beziehungen zu Kolbe habe sie erst später an- geknüvft. Die Angeklagte erklärt auch, daß Kolbe noch ncucrbtngS Erpressungen gegen sie ausgeübt habe.
Darauf wurden die Verhandlungen abgebrochen. Morgen vorniittag V312 Uhr findet in Dabendorf ein Lokaltermin statt, zu dem sich alle Gerichtsbeteiligten begeben.
Die Dabendorser Mordaffaire abermals vor Gericht.
Ä 23 er I in, 11. März. Vor dem Schwurgericht des Landgerichts Berlin II begann heute die Verhandlung wegen der Mordtat in dem kleinen Dörfchen Dabendorf, der vor 31/„ Jahren ber Sekretär am Kaiserlich Statistischen Amt in Berlin, Franz Behm, zum Opfer gefallen ist. Bel'm, ber in Dabendorf ein kleines Landhaus bewohnte, verschwand damals spurlos. Und jede Nachforschung nach seinem Verbleib bitcb zunächst vergeblich. Schließlich entstand aber der Verdacht, daß Fran Behm genieinschaftlich mit ihrem Liebhaber, dem Brunnenbauer .Wbc der be; den Eheleuten wohnte, den Verschwundenen ermorde' und beisi..e geschafft habe. Der Verdacht verdichtete
mögllkS die Ladimst & Sergen Das Schiff, das ein gemakkige» Leck bat, ist wahrscheinlich samt seiner Ladung verloren. In der 9tzrhe von Aiax Bop soll noch ein anderes britisches Schiff, ,,Honsth Head", gestrandet sein. Weiteres über den Unfall ist nicht bekannt.
* Von der deut schen S Pi tzbergonex'hedtitiion. Bei Geheimrat Professor Hergesell in S tra ßb u r g traf von der Deutschen Wissenschaftlichen Statton an der Croß-Bai eme telegraphische Nachricht ein, daß die von dem Letter ber Station, Dr. AB c gen er, inS Leben gerufene Hilfserpedttion ßür Schröder- Strantz noch nicht zurückgekehrt ist. 2lnf der Station befinb*'1 sich sonst alles wohl.
* Ein seltsamer Unfall. Mts Recklingh«u fem wird gemeldet: Ein rätselhafter Unfall hat sich während der Fahr' des Personenzngrs 549 von hier nach Haltern an der Oerstrückr' abgespielt. Dort stürzte der Schaffner Franzel von einem Abteil des Zuges ab und geriet unter die Räder. Er starb llrrz- darauf. Bei der Ankunft des Personenzuges in Sinsen teilte eine! Frau dem Dienstleiter mit, daß während ber Fahrt ein Schuß gefallen sei. 9luch standen bei ber Ankunft des Zuges beide Türen eines' Abteils offen. Es ist nicht miSgeschlossen, daß zwischen bent' Verunglückten und einem Reisenden ein Wortwechsel ftattgefunben hat, in dessen Verlaus auf den Schaffner geschossen und dieser dann auS betni Zuge geworfen worden ist.
Kleine Tciqeschronik.
Infolge der vielen v-Z tt g-Dieb stähle haben die Eisenbahndirektionen das Fahrpersonal angewiesen, insbesondere auf langen Strecken, häufiger als bisher durch den Zug zu gehen und dabei auf die Sicherheit des Eigentums der Reisenden zu achten.
In Leipzig st a r b im Alter von 67 Jahren der Schriftsteller und frühere Schauspieler Rudolf R e t t y vom Deutschen Theater in Berlin.
Auf dem Rangierbahnhof Seelze stießen zwei Lokomottven zusammen. Der Lokomotivführer Wolter wurde getötet: ber Reservelokomotivführer Hoppe erlitt einen doppelten Unterschenkelbruch und ber Hilfsschaffner Ratting eine leichte Kopf-» Verletzung.
Verhaftet wurde ber 25jährige Buchhalter Erich Schröber, der bei einer persischen Teppichgesellschaft in Täbris etwa 37 00O Mark unterschlagen hat, als er bei ber Dresbener Bank in Berlin einen Kreditbrief vorwies.
Anläßlich des 50jährigen Bestehens ftiftetc die Bergwerks- Aktien-Gesellschaft „Confolidation" in Düsseldorf 100 000Ml, für die Schaffung von Wohlfahrtseinrichtimgen für Bergarbeiter.
Aus A st r a ch a n wird gemeldet, daß von den am 3. März auf einer Eisscholle ins Meer getriebenen 55 Fischern 22 gerettet worden sind.
Der Automobilbandit L a c 0 m b e ist in Paris verhaftet, worden. Martin Gauthier, der Mitschuldige des Masse- Verwalters der Kongregationen Duez, ist in Italien festgenommen worden.
Die Tochter des Zaren, die Großfürstin Tatjana Nikolajewna ist am typhösen Fieber erkrankt. Ihr Be finden ist den Umständen nach befriedigend.
Gute Kost im kleinsten Haushalt!
Gute und schmackhafte Kost zu geniessen ist jetzt kein Vorrecht der Begüterten mehr, denn die Liebig-Kugeln ermöglichen es jedermann seine tägliche Kost kräftig und schmackhaft einzurichten.
Liebig-Kugeln kosten 5 Pfennig
das Stück und sind in Döschen ä 5 Stück überall zu haben. Sie bestehen aus rcft.nern Licbig’-s Fleisch-Extrakt, der nur mit einer leichten Schicht Gelatine umgeben ist. Lesen Sie die jeder Dose beigegebene Gebrauchsanweisung t DV1


