Die heutige Nummer umfaht 12 Seiten.
den Semnonen in lauterem Golde entrichtete, um die germanischen Eroberer zur Aushebung der Belagerung von Carnpidog- Iw zu bewegen. Jedenfalls sind die entdeckten Gräber eine Begräbnisstätte der Semnonen gewesen und liegen auch in dem Gebiete, in dem dieser aus dem Norden nach Italien gedrungene angesehenste germanische Volksstamm sich festgesetzt hatte.
geldes bekennen, sind auch diejenigen, die jeder organischen Acnderung in den Aemlern des LmiideS und insbesondere auch der Aufhebung und Aufteilung zu wenig beschäftigten ländlicher Acmter widersprechen. Auf diese Inkonsequenz mutz hier ausdrücklich hingewiesen werden. Beseitigt man aber das Wohnungsgeld und kommt dadurch zu einer Vergrößerung der ländlichen Amtsbezirke und zu einer Vermehrung der Arbeit,des ländlichen Beamten, so nimmt man damit dem Betreffenden auch die Annehmlichkeiten des Landbeamten, daß er bei weniger Arbeit unter gesunderen Lcbensbcdin- gungen und fern von der Hetze des Stadtlebens seiner Tätigkeit nachgehen kann. Da dies jedoch kaum die Absicht der Gegner des Wohnungsgcldes sein kann, so sollten sic sich die Sache doch noch einmal recht ernstlich überlegen und unter Würdigung der vorstehenden Darlegungen ihren Widerstand gegen die wohldurchdachte Vorlage, der Regierung fallen lassen. Nur »penn dies geschieht, ist auch eine sichere Aussicht auf ein baldiges, endgiltiges Zustandekommen der Besoldungsreform vorhanden, das doch im Interesse der Beamten sowohl, wie des ganzen Landes nur dringend erwünscht sein kann!
Zusammenstöße zwischen Ulbanesen und Serben.
Belgrad, 23. Sept. (Serbisches Preßbureau.) Gestern früh gegen 10 Uhr fand ein Z u s a m me n st o ß zwischen Albanesen und serbischen Truppen in unmittelbarer Nähe von D i b r a statt. Der Kampf war erbittert und dauerte bis Mittag, wo sich die zwei Kompagnien starken serbischen Streitkräfte auf Kitsche wo zurückzogen. Di e Albanese n zog en in Dibraein. Sie sind 6000 Mann stark. Unter den Offizieren befinden sich Fremde, deren Nationalität noch unbekannt ist. Von serbischer Seite wurden unverzüglich Verstärkungen nach Dibra gesandt.
Belgrad, 23. Sept. Gestern abend und heute vormittag hat unter dem Vorsitz des Königs ein Minister - r a t stattgefunden, der die Maßnahmen behufs Herstellung der Ruhe und Ordnung an der albanischen Grenze und R ü ck- weisung der in serbisches Gebiet eingefallenen Albanesen beriet. Wie verlautet, soll die Einbe- rufung eines Teils der Reservisten und deren sofortige Entsendung an die albanische Grenze beschlossen worden sein. Die Regierung ließ heute den Großmächten eine ausführliche Darstellung über den Einfall der Albanesen in serbisches Gebiet sowie über die Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung an der Grenze übermitteln. Die Nachricht von dem Einfall der Albanesen in Dibra ruft große Erregung hervor.
Lin altgcrmaiiischer Goldschatz in Italien entdeckt.
Tie vor kurzem erfolgte, Aufsehen erregende Auffindung einer Reihe altgermanischer Gräber auf dem Besitztum der Gräfin Dittoria Coloredo in Rivabianea bei Filottrano hat nun zu 'einer neuen Entdeckung geführt, deren Bedeutung weit über die ,Funde der ersten Gräber hinausgeht. Unter der Leitung Prof. Dcckl'Ossos sind in den letzten Tagen nach Beendigung der Ernte - arbeiten Al'.sgrabungeii veranstaltet worden, die zu einem unerwarteten Ergebnis führten: in einer Tiefe von weniger als 1 Meter stieß man zunächst auf die llebcrrefte einer großen Anzahl bereits zerstörter Grabstätten und schließlich bei der Fortsetzung der Arbeit auf zehn nod) vollkommen erhaltene altger - nianiiclte Gräber. In ihnen fand man reiche Goldschätze, ungewöhnlich interessante und schöne Arbeiten aus massivem Golde, daneben Geräte ans Silber, Bronze, Bernstein, durchweg Stücke von einer überraschenden Shmftfertigfeit der Arbeit. Darunter befanden sich u. a. sechs kleine Amphoren von gegen? 6 Zentimeter Höhe und gleicher Breite, von ansehnlichem 'Goldgewichte, die anscheinend wohlriechende Essenzen enthielten. Sie zeigen prachtvolle Blnmenornamenle, andere wieder Kettenornamente; auf einer sieht man die Darstellung des hoch zu Roß sitzenden Thesens, der die Gorgo tötet.
Von besonderem Interesse aber ist nach dem Berichte des Eor riere della Sera ein Siegel, das die Büste einer a l t g e r m a n i - scheu Gottheit zeigt: die Göttin trägt einen Helm, der mit drei Flügeln geschmückt ist: reicher Haarschmuck fällt, unter dieser Kopfbedeckung herabfließend, auf die Schultern. Die Darstellung gemahnt an die berühmten Büsten an dem großen Silberkessel von Gundestrup, der int Kopenhagener Museum verwahrt ist und der Darstellungen der altgermanischen Mythologie enthält, , deren Deutung noch nicht-völlig gelungen ist. Aus Bronze fand man eine große Anzahl Spangen und Toilettengeräte, darunter Instrumente, die von den Frauen anscheinend zur Hand- vsiege benutzt wurden, sowie zwei Spiegel, deren Griffe von der hohen Ausbildung der Bronzebildnerei Kunde geben. Ein Gegenstand von wirklich ganz außerordentlichem wissenschaftlichen Werte ist ein Eigenartiges Holzgefäß: es hat etwa die Form . eines Zylinders, ist reich mit Bronze beschlagen und mit Ornamenten verziert und weist die Merkwürdigkeit auf, daß die Oesf- nung sieh nicht etwa am oberen Rande des Zylinders beiindet, sondern in der Mitte, so das; man unwillkürlich an das Spund- • Iixb eines Fasses erinnert wird. An den Seiten sind bewegliche Handgriffe angebracht, ferner eingelassene Bronzekugeln, die anscheinend dazu dienen, daß Gefäß beim Stehen oder beim Liegen iit seiner Stellung zu erhalten. Als Teckel der Oeffnung diente eilte über und über mit kleinen kreisförmigen Ornamenten be- k«kte Metallplatte. Dieses Gefäß stellt in seiner Art ein Unikum dar und hat bisher in keinem Museum ein ähnliches Gegenstück Italienische Gelehrte bringen diese Funde und ihren : 8><ichtnm mit dem großen Lösegeld jn Zusammenhang, das Rom :
Tageskalcndcr aus dem Jahre 1813.
2 4. S e P tember. Die Generale Thümen und Hirschfeld er 1 türmen die Vorltadt von Wittenberg.
Der Bezirk des Amtsgerichts D a r m st a d t I hat ' Gerichtsemgesessene bei einem Richterpersonal von 7 Rich tem; es entfalten sonach auf einen Richter rund 12,500 -^eingesessene. Jn Gießen mit eine Zahl von - 6o,o00 und in Mainz mit einer Zahl von 151,500 Ge- rtchtseiwgesessener und einem Richterbestand von 6 bezw. 13 ■ Richtern kommt man auf eine Zahl von 11 000, bezw. 11 500 Gertchtscingesessenen für einen Richter. Nehmen wir demgegenüber ländliche AmtsgerichlSbezirkc, so crgiebt sich z. B. kür das Amtsgericht Beerfelden eine Zahl von 7900, kür Homberg a. d. Ohm 5700, für Schotten 4300 und 'ür Nieder-Olm 6500 Gerichtseingesessene auf einen- Richter. In ähnlicher Weise gestaltet sich das Verhältnis, ■ wenn wir die Tätigkeit unserer Steuerbehörden betrachten und als Maßstab für die Tätigkeit dieser Beamten die Zahl der Einkommen- und Vermögensstcuerpflich- tigen nehmen. Jn Darmstadt entfallen auf einen akademisch gebildeten Finanzbeamten 9500 Steuerpflichtige, in ö ie ß e ii 12700 und in Mainz 10500 Steuerpflichtige', während in Beerfelden nur 4600, in Homberg a. ö. Ohm 4800, in Schotten 7700, in Bingen 8400 ein- t!onrmeiis- und vermögenMeuerpflichtige Personen kommen. Und ähnlich^ Unterschiede ergeben sich auch, wenn man die höheren Schulen des Großherzogtums in Stadt und Land nimmt und ermittelt, auf wie viel Schüler eine Lehrkraft kommt. Während für die beiden Gymnasien in D a r m- ktadt 16, für das Realgymnasium 22 und für die Oberrealschule ebenfalls 22 Schüler auf eine Lehrkraft kommen, hat sich ein Lehrer in Bens he i m am Gymnasium nur durchschnittlich mit 18, an der Oberrealschule in Heppenheim ebenfalls mit 18 und an der Realschule in Gernsheim nur mit 17 Schülern zu beschäftigen. Jn Darmstadt war früher auch die Gymnasiastenzahl eine wesentlich höhere und daß man es hier auf die Dauer bei der geringeren Schülerzahl nicht bewenden lassen will, beweist die Tatsache, daß bereits beide Ständekammern einmütig an die Regierung das Ersuchen gerichtet haben, eine Zusammenlegung der beiden Darmstädter Gymnasien in die Wege zu leiten. Ein sehr ungleiches Verhältnis ergibt sich auch in Rheiu- hcffen, wo an den Gymnasien in M ainz 20, an dem Realgymnasium 19 und an der Oberrealschule 22 Schüler auf einen Lehrer kommen, in Oppenheim dagegen nur 17. Die ungünstigsten Verhältnisse für das Land ergibt jedoch Ober Hessen, wo bekanntlich die meisten Gegner eines Wohnungsgeldes zu finden sind. Im Gymnasium zu Gießen kommen 13 Schüler auf eine Lehrkraft, während am Laubacher Gymnasium bereits 9 Schüler eine Lehrkraft beanspruchen: am Gießener Realgymnasium entfällt auf je 25 Schüler ein Lehrer, während an der Butzbacher Realschule bei einem Bestand von 143 Schülern und 7 Lehrern schon je 20 Schüler eine Lehrkraft beanspruchen.
Will man hier nach den Grundsatz der gleichen Bezahlung in Stadt und Land streng durchführen, indem man bas gestaffelte Wohnungsgeld der Beamten abfchafft, so wird die selbstverständliche Gegenforderung sein müssen, eine durchgreifende Organisation im ganzen Lande dahin zu vollziehen, daß die ländlichen Bezirke vergrößert und die ländlichen Beamten verringert werden. Dadurch würde dann der ländliche Beamte auch mehr Arbeit bekommen und da- : nut iin Endeffekt seiner Leistungen sich der Tätigkeit der städtischen Beamten nähern. Aber gerade diejenigen Kreise ' der Abgeordneten, welche sich als Gegner des Wohnuugs-
Arrslariv.
Zur Revisioii des deutsch-russischen Handelsvertrags.
In Kiew hat der dort tagende tandwirtschnst- liche Kongreß zu der bevorstehenden Revision des russisch-deutschen Handelsvertrages Stellung genommen und sich dahin geäußert, daß die'Politik hoher Getreidezölle den Interessen Rußlands und Deutschlands und den Tendenzen der wirtschaftlichen Entwickelung widerspreche. Um die Lage Rußlands bei den bevorstehenden Handelsvertrags-Verhandlungen zu verbessern, sei es wichtig, die nächsten Jahre zur Hebung des russischen Exports nach Möglichkeit auszunu^en. Um Rußlands Abhängigkeit von Deutschland zu vermindern, sei eine Herabsetzung der deut-
_ — Gin Frankfurter F r e i l u ft rn u se u m. Aus Frankfurt a. M., 23. Sept., wird uns geschrieben: In der goldenen Wage richtet das städtische historische Museum ein <5 r e 11 u r t m u f e u m ein, in dem das A l t f r a n k s u r t e r b ärgerliche Haus gezeigt werden soll. Der bevorstehende Mu» feumsvau wird davon nicht im mindesten berührt, auch tritt keine Gntlaitung der bisherigen Räume ein. Wenn das Freiluftmusenm vorläufig auch einige besondere Gruppen zur Ausstellung erhält w tommen dieselben doch später wieder in den Museumsneubau Die goldene Wage ist ein schöner Renaissancebau aus dem Jahre 1624. 1899 wurde sie vom Architekten F. v. Hove n umgebaut der sie mit reicher Rustika und schönen Obergittern versah. Im Stockwerk pellt eine Stuckdecke Szenen aus dem alten Testament har -jm Höschen steht ein sünfseitiger Treppeuturm, auf dem 'lachen Dacbe eine eigenartige Sommerlaube, daneben ein Zier- brünnchen. Für die Einrichtung der goldenen Wage zu dem Frei- lustmuseuin bewilligte die Stadt jetzt 20 000 Mark.
ff. D i e Briefmarken von Scotts Südpokexve-- dition. Den Briefmarkensammlern steht eine interessante lieber* raschung bevor. Es wird näm(id) der Rest jener Briefmarken, dir eigens für die.Südpolexpedition Scotts hergestellt worden nnb, in London versteigert. Der Erlös soll dem Scottsonds zufließen. Es handelt sich nm zwei Briefmarken, eine grüne Halbpenny und eine rote Einpennn von Neuseeland, die den Ueberbnicf „Viktoria- Land" tragen. Jede von diesen Marken ist von der Expedition mitgefuhrt worden. Es sind noch ungefähr 800 Stück Halbpcnny- marfen vorhanden: Einpennymarken sind jedoch nocki mehr vorhanden. Tie Mitglieder der Expedition haben sich entschlossen, die Halbpennymarken nicht unter 20 Mark für das Stück und die Einpennymarken nicht unter 5 Mark zu verkaufen.
Aut dem Dampfer „Seneca" hat man and >e gemacht, die Eisberge zu erkennen durch das Echo. Aber 90 Prozent dieser Versuche sind resultatlos geblieben. Tas Vorkommen des Eckos beweist das Vorhandensein eines Eisberges, das Ausbleiben beweist aber nichts. Tenn der Ton wird nur dann zuriickgegeben, wenn der Eisberg dem Schiff seine Breitseite zukehrt. Auch die Versuche, auf die man große Hoffnungen gesetzt, die Nähe von Treibeis durch Temperaturmessungen des Wassers sestzustellen, haben wenig Sicherheit gegeben. Denn in einem Abstand vom Eisberg, der der Schifsslänge entspricht, ändert sich die Wasser« temperatur kaum. Auch die Lufttemperatur sank nur bisweilen, aber durchaus nicht immer. Bei leichtem Nebel ist der Eisberg leichter vom Mast, bei dichtem besser von der Brücke aus zu erkennen. Bei ruhigem Wetter kann man durch das Ohr Hilfe finden, denn die Brandung der See am Fuße des Eisberge- gber das Geräusch der abbrechenden Eisstücke ist auf eine Entfernung von einer Seemeile zu hören.
Der Streit um dar Wohnungrgeld der Staatsbeamten.
rb. Darmstadt, 23. Sept.
D-aS WohnungHgeld soll neid) der jetzt bei der Besol- dungsreform mit zur Beratung stehenden Regierungsvor- lage darüber in drei ^-rts-Klassen eingctcilt werden, die sich aus sieben Gehaltsklassen verteilen und in der ersten Orts- tlafte ein Wohnungsgeld von 320 bis 960, resp 1700 Mk m der zweiten Ortsklasse die Sätze von 260—800 Mk. und in der drrttcn Ortsklasse die Sätze von 220—700 Mk. umfas- 77' in höchsten Gehaltsklassen mit den Nummern Kummer 81 des Gehaltstarifs sind nur in 1700 Wohnungsgeld von 1150 und
Mark vertreten, welch letzteres nur die Minister er- Arfcn -rtMafse sind in der neuen Vorlage pngeteitt die Städte Mainz, Offenbach, Darmstadt, Worms, e n Bingen, Friedberg und Bad-Nauheim, der zwei- Msfew, Wz-ey, Bensheim, Büdingen, Butz- W' .^oß-Gerau, Heppenheim, Langen, Lauter-,
Ä M.'^lstadt, Neu-^senbllrg, Ober-Ingelheim, Oppen- Wc ll6n^n Orte des Landes sind der drit ten Ortsklasse zugereilt. Diejenigen Beamten, die Inhaber von Dienstwohnungen sind, erhalten natürlich kein Woh- aber für sie soll in Zukunft die laut Gesetz von 1808 von^ihnen an den ntaat zu zahlende Entschädigung für ihre .lienstwohnung in Wegfall kommen. Tiejenigen Staatsbeamten, die weder verheiratet sind iioch verheiratet waren )ollen von fetzt ab zwei Drittel dieses Wohnunasgel- dc» ersten, während sic nach dem Gesch von 1907 nur y,c Hälfte desselben erhielten. Den unverheirateten Beam- ten, welche ihren Eltern, anderen nahen Verwandteii und Pflegekindern in ihrem eigenen Haushalt Wohnung und Unterhalt gewahren, wird dagegen der volle Wohnungsgcldzu- schuß gezahlt, wie dies auch schon in dem früheren Gesetz bestimmt war. 1 v
Wenn wir uns nun dem schon in unserem ersten Artikel kurz gestreiften Gruiidsatz der vollständig gleichen Besoldung der Beamten in Stadt und Land zuwenden, so würde bei Durchführung dieses Grundsatzes die notwendige und ganz selbitverftandliche Folge sein müssen, daß man auch dafür Sorge tragt, daß sämtliche Beamten die gleichen Dienstver- richtungeii zu vollziehen haben und die ländlichen Beamten dasselbe Maß von Arbeit leisten, wie die Beamten in den Städten. . Es soll nicht verkannt werden, daß für viele Beamte das Leben in der Stadt etwas Anziehendes hat und das; deshalb mancher Beamte mit Vorliebe bei Vakanz einer städtischen Stelle auch dorthin zieht. Aber anderseits muß auch der Beamte, gleichviel in welchem Ressort er sich be- Nndet, damit rechnen, daß er mit der Uebernahmc seines städtischen Amtes auch mehr Arbeit zu bewältigen hat, als auf dem Lande. Einige Beispiele mögen hierfür von Interesse fein:
Schutz gegen «Eisberge.
Tic furchtbare Katastrophe dec „Titanic" hat die Schifsahrtä- limcn bekanntlich veranlaßt, die Routen der regelmäßig verkehrenden Dampfer nach Süden zu verlegen. Andererseits hat man aber auch versucht, die tückische Gefahr systematisch zu bekämpfen. darüber gibt ein soeben erschienener Bericht des Kapitäns E. E. Johnson höchst interessante Aufschlüsse. Tie Regierung der Vereinigten Staaten hat im Frühjahr dieses Ialpes den -lanuüer „Seneca" unter Kapitän Johnson in die Gesahr- 3t>nc geschickt, um die Bewegungen der Eisriesen genau zu beobachten, unD daraus nach Möglichkeit feste Methoden zum Schutz der Schiffe abzuleiten.
Alles Treibeis befand sich im letzten Frühling in der Nähe ber Grands Banes und zeigte durchweg die Form von Eisbergen Der größte von ihnen war 120 Meter lang, 90 Meter breit und erhob sich 21 Meter aus dem Wasser. Sie maren alle schneeweiß und von den verschiedenartigsten Formationen. Der höchste Berg, den Kapitän Johnson gesichtet hat, war 50 Meter über Wasser. Bon den riesigen Eisbergen, die einige Dampfer gesehen haben wollen, die 800 Meter lang und 100 Meter hoch gewesen sein soNen. hat er nichts bemerkt.
Sei sichtigem^Wettec und am Tage kann man einen Eisberg höchftens auf 18 Seemeilen Entsemung ausmachen, im allgemeinen auf 13—16 Seemeilen, bei unsichtigem Wetter höchstens auf 11 — 14 Seemeilen. Bei leichtem Nebel ist ein Eisberg nur auf eine Ti- Uanz von ^rSeemcilen, bei dichtem Nebel aber nur auf 200 Meter SU sehen. In klarer Mondnacht sieht man ihn mit unbewaffnetem Auge auf 2,5, in mondloser Nacht auf eine, mit Glas auf 2 Seemeilen. In dunkler Nacku konnte man, selbst bei klarem Horizont, nur aus eine halbe Seemeile mit Glas den Eisberg erkennen Das sind also alles recht bedenkliche Feststellungen.
, Viel kann natürlich der Scheinwerfer helfen. Bei Mondaufgang iah man den Eisberg auf 3, nach Monduntergang auf 2 Seemeilen. Mer der Beobachter- muß sich fünf Meter seitwärts vom ^.ichtkegel aushalten, um überhaupt etwas wahrzunehmen.
ec Lichtkegel muy möglichst eng sein. Trotz dieser Resultate empfiehlt Kapitän Johnson den Gebrauch von Scheinwerfern nicht, da der Beobachter gar zu leicht geblendet wird. Er stellt folgende Regel auf: Bei dunkler Nacht soll ein Schiff, das sich im Ge- vtet des Treibeises befindet, seine Fahrt soweit verlangsamen, daß es seine volle Manövrierfähigkeit, zu stoppen und rück- Värls zu gehen, innerhalb der Grenzen der Seeweite behält.
BIa£ 163. Jahrgang Mittwoch, 2$. September M
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nir die Redaktion 112, Vcrantivortlich für den
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b's d'e Talfesnummer «oiauonsörucr UNS Verlag Ser vruhl schen Univ.-buch- und SleiuSruckerei K Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrahe 7. ralh: für .Stadt und !t llbr- «-'chäskst-»- Büdingen, Sahnh.fstrahe 16a. ’ '


