des Wassers nicht ioefentlich verändert. Die bakteriologische Untersuchung wurde monatlich ausgeführt und ergab sehr geringe Keimzahlen. Das Leitungswasser der Stadt Gießen konnte nach dem Ergebnis der chemischen und bakteriologischen Untersuchung als sehr geeignet zn Trink und Haushaltungszwecken bezeichnet werden.
Die Beanstandungen der Gebräu chs g e g e n st ä n d e betraten in der Hauptsache irdene Töpfe, die mit einer stark blei- abgebenden Glasur versehen waren. Einige Schmierseifen enthielten Stärkemehl.
Die hygiemsch-ll;emischeri Untersuchungen erstreckten sich auf Abwasser, Flußwasser, Arzneimittel, Hausschwamm -usw. usw. Ver- .schiedentlich waren Nahrungsmittel auf Gifte zu untersuchen. In forensischen Fällen wurden Leichenteile usw. auf Gifte und diverse Objekte auf brennbare Substanzen untersucht. In einem Hühnermagen wurde Phosphor nachgewiesen. Die technisck>cn Untersuchungen umfaßten: Maschinenöle, Fette, Futtermittel, Glyzerinwasser, Kalksteine, Kunstdünger, Metalle, Tone usw.
Todesdrohungen gegen Lord Rothschild.
(Sine Verhanditenq vor dem Bowstreet-Polizeigericht in 'London gegen den jungen Deutschen .Heinrich Kremers- kothen, d-er auch Lord Rothschild als Zeuge beiwohnte, nahm einen iitteressiutten Verlauf. Der Angeklagte, der sehr elegant gekleidet war und einen Zylinderhut in der Hand hielt, hätte, nach den Ausführungen des Anklagevertreters Mr. Travers Hn mph res, am 27. Juni folgenden, mit dem Vermerk „Dringlich" verzeichneten Brief an Lord Rothschild gelangen lassen:
„Sir! Das Komitee — nimmt sich die.Freiheit, Sie um die Summe von 30 400 Pfund für seinen Fonds zu bitten. Vier Tage nach Empfang dieses Briefes l>aben Sie in der „Times" unter der Rubril „Persönliches" folgende Annonce erscheinen zu lassen: „Goldener Ring mit Diamanten ist nahe Coveutgarden-Oper verloren worden. Fünf Pfund Belohnung." Das wird uns Ihr Einverständnis beweisen. Am 10. Juli müssen Sie Ihren Nach- mittaqstee im Cafe Appenrodt, Coventrystreet, nehmen. Auf der Toilette werden Sie zur rechten Hand in der Ecke hinter den Wasserröhren in der Mauer ein Vod, rinden. In dieses Loch legen Sie die Summe, und zwar dreißig Banknoten zu tausend Pfund und vierzig zu zehn Pfund. Der Platz mag Ihnen komisch erscheinen, aber- er ist sehr geeignet, weil man Sie dort beobachten kann. In folgenden vier Fällen hat das Komitee Ihren Tod beschlossen: 1. Falls Sie die Polizei verständigen oder sonst eine Finte gebrauchen. 2. Falls wir die Annonce nicht in der „Times" finden. 3. Im Falle wir das Geld nicht bekommen oder wir Schwierigkeiten bei der Einkassierung der Banknoten haben. 4. Falls Sie uns späterhin verfolgen ließen und einer unserer Gesellschaft gefangen iviirbe. In jedem dieser vier Fälle müßte a u ch Miß Al i e e^Rot hschild sterben. lieber - legen Sie alles und bedenken Sie, daß wir Sie im Mlge behalten. Bedenken Sie, daß es ein schlechter Scherz wäre, gegen uns vor- tzugehen, da wir gewohnt sind, rasch und scharf zu handeln. Wird einer von uns gefangen, so sind andere zur Rache da. Wenn Sie sich aber unseren Geboten fügen, so werdm Sie niemals mehr belästigt werden. Das Komitee."
Lord Rothschild übergab natürlich den Brief seinen Anwälten, die sich mit Scotland Yard in Verbindung setzten. In sehr pfiffiger Weise übernahm nun die Polizei die ganze Angelegenheit. Am 2. Juli erschien von ihr folgende Annonce in der „Times": „Goldener Ring mit!Dia- nranten nahe Coventgarden-Oper verloren. Bedingnngen für 10. 'Juli müßten annehmbarer gemacht werden." Daraufhin bekam Lord Rothschild folgenden Brief:
„Das Komitee — bedauert, seine Bedingungen nicht ändern zu können."
Tie Polizei begnügte sich darauf, das Haus Rothschilds scharf bewachen zu lassen. Am 25. Juli erhielt der Lord folgenden Bries:
„Das Komitee teilt Ihnen mit, daß es auf Ihren Tod keinen Wert legt. Es will Sie daher die Summe bestimmen lassen, die Sie geben wollen. Wir kennen alle Schritte, die Sic in Bezug auf die Polizei unternommen haben, und .könnten Ihnen leicht beweisen, daß .Ihr Leben in unserer Hand ist. Zwei Tage nach Empfang dieses Briefes haben Sie folgendes in der „Times" zu annoncieren: „V. H. Die Märe ist mit (Summe nennen) ge- regdt. Falls wir mit der von Ihnen anzugebenden Summe zufrieden sind, so werden Sie nichts mehr von uns hören, und haben am 4. August das Geld im ’ßxrfe Appenvodt in der bereits angegebenen Weise .zu hinterlegen. Bei Gott, das ist Ihre letzte Chance. Das Komitee."
Ms Antwort erschien die Annonce: „Affäre mit 100 Pfund geregelt." Der Erp reff er schrieb darauf wieder, tat empört über das geringe Angebot und verlangte nun definitiv am 1. Juli die Summe von 500 Pfund. Ein Inserat sagte ihm dies zu. Und nun trafen die Detektivs von Scotland Mrd alle Vorbereitungen. Sie richteten in dem erwähnten Mauerloch einen elektrischen Kontakt her, durch den in dem Moment, wie eine .Hand hineingriff, ein Läutewerk in Bewegung kommt. Außerdem wurden falsche Banknoten, wie sie sonst von Schwindlern gerne verwendet werden, hineingelegt, vorher aber mit einem Pulver bestreut, das die Hand, die mit ihm in Berührung kommt, blau färbt. Je mehr man versucht, diese Farbe von der Hand abzuwaschen, desto intensiver wird sie. Mles klappte/Am
1. Juli, um 3 Uhr nachmittags, erschien em junger Mann, der sich auf die- Toilette begab; gleich darauf ertönte das Läutewerk, der junge Mensch wurde verhaftet und seine Finger waren violett. Der junge Mensch, der sich als Heinrich Kremerskothen aus Deutschland legitimierte, legte gleich nach feiner Verhaftung ein reumütiges Geständnis ab, schrieb aber aus dem Polizeigefängnis an Lord Rothschild einen jämmerlichen Brief, in dem er um Verzeihung bat. Es heißt in dem Briefe:
„Ein zerknirsllster, unglücklicher junger Mensch, der weiß, wie gut Sic sind, wendet sich mit einem Hilfeschrei an Sie: Ich bin aus guter deutscher Familie, habe studiert und war zwei Jahre Beamter rines großen Hauses in Limburg. Ich kam im März nach London, um die englische Sprache zu erlernen und eine Stellung zu finben Ich sand aber nichts und mußte von dem Gelde leben, das mir meine Eltern schickten. Diese sind aber arm, mein Vater hat dreizehn Kinder zu erhalten und meine Mutter schrieb mir, sie könne mir nichts mehr geben, da sie selbst in Not seien. Ihr Herz wird brechen, wenn sie von meinem Verbrechen erfährt."
Lord Rothschild gab eine kurze Zeugenaussage ab und erklärte, den Angeklagten weder zu kennen, noch ihn je gesehen zu haben. Heinrich Kremerslothen verblüffte -durch feinen höchst geschickt angelegten Verteidigungsplan. Gr erklärte, durchaus nicht die Absicht gehabt zu haben, eine Erpressung zu verüben. Die Lektüre eines Buches „Casanova und Latude" habe ihn auf die Idee gebracht, zuerst den Erpresserbrief an Lord Rothschild und einige Tage später einen zweiten Brief zu schreiben, in dem er mitgeteilt hätte, er habe durch Zufall von einem gegen den Lord gerichteten Erpresferplan gehört, aber durch sein Dazwischentreten die beiden Verbrecher zur Flucht aus England veranlaßt. Auf diese Weise habe er gehofft, die Gunst und Förderung des Lord Rothschild zu eriuerben. Da aber ganz gegen seine Annahme der erste Brief durch das er=> wähnte Inserat beantwortet wurde, so hätten seine Pläne eine AeMwrung erfahren und er habe die Rolle des Erpressers weitergespielt. Der junge Mann wurde vom Richter dem Geschworenengericht überwiesen.
Vermischter.
* M ü n ch e n , 14. Aug. Der älteste Feuerwehrmann Deutschlands ist der Schneidermeister Joseph Wagner in Freyung (Niederbayern.) Trotz seiner 87 Ialwe geht er als Oberkrompcter der Feuerwehr seiner Vaterstadt mit festem Schritt und Tritt voraus.
* „I mhvfs Pascha, bellen Sie!" Zum 70. Geburtstag des Gencralseldmarschalls v. d. Goltz erzählt Generalleutnant Imhoff, unser geschätzter Mitarbeiter, in der „N. Fr. Pr." von Goltz' Tätigkeit in der türkischen Armee. Eine Manövercpisode ist zu köstlich, um sie nicht zu wiederholen: „Es war während der türkischen Manöver im Jahre 1909: Eine der Divisionen batte die Tundscha mit Hilfe einer in kürzester Frist fertiggestellten Ponton-; brücke überschritten. Trotz der enormen Tagesanstrengung marschierten die Truppen frisch und munter nach ihren Bestimmungsorten. Die höheren Stäbe blieben noch zurück; es erfolgte eine Besprechung und dann hieß es: Auf nach den Quartieren! Die Manövcrlcitung hatte noch etwa 15 Kilometer zurückzulegen, gelangte erst nach eingebrock>ener Dunkelheit auf die Hochebene östlich des Flusses und verirrte sich, ganz gleich aus melden Gründen, in dem wegelosen Gelände. Wir standen rat- und tatlos auf freiem Felde; kein Licht, kein Biwakseucr war zu sehen, kein Geräusch zu hören. Man beriet hin und lyer, was zu tun sei; Erkunder wurden abgesandt, sie kamen resultatlos zurück. Plötzlich sagte der Feldmarschall: „Imhoff Pascha, bellen Sie!" Ich glaubte, nicht recht gehört zu haben und fragte: „Was soll ich tun?" — „Na! Bellen, feste bellen," lautete die Antwort. Ms Offizier gewohnt, jeden Befehl ohne langes Besinnen fofort auszuführcu, bellte ich also Wut und, wie man mir später versicherte, sehr schön und eindringlich : „Wau, wckuwau, wau!" Es dauerte.keine halbe Minute und der Erfolg der Maßregel war uns allen klar. Von rechts vorwärts antwortete ein Dorfköter! Vergnügt schlug sich der Feldmarschall auf den Oberschenkel und rief: „Sehen Sic, der ist auf den alten Trick wieder hineingefallen. Dort reiten wir hin."
Kleine Tageschronik.
Aus Kaiserslautern wird berichtet: Der wegen Begünstigung des Mörders des Gendarmen Klingel festgenommene Wirt Kolter wurde, wie die Blätter melden, auf Anordnung des Untersuchungsrichters aus der Haft entlassen.
Ein Telegramm von den Scillyinseln meldet nach .London vom 15. August: Heute morgen wurde bei der Insel St. Marys die aus 30 Mann bestehende Besatzung des d eu t s ch e n Frachtschiffes „Susann e", von Jquiquc 'mit Salpeter abgegangen, in Booten gelandet. Die „Susanne" war gestern nacht während Nebels aus 'einem Felsen dcr Scillyinseln gestrandet und gesunken. Die Besatzung ist gerettet.
Aus Jekaterinoslaw wird gemeldet: In einem Dorse drangen die drei Söhne des wohlhabenden Bauers Bely in der Nacht in den Schlafraum des Vaters und töteten den alten Mann durch Beilhiebe, weil er ihnen Geld zum Brannt- weincinkauf verweigerte. Dann beraubten sie den Vater und vertranken das Geld in der Dorsschenke. Sie wurden, als sie sinnlos betrunken waren, verhaftet.
Starr-esMtttsnachrichten.
Gießen.
Aufgebote: August 9. Otto Kreutcr, Taglöhner, mit Luise Friederike Christiane Daniel, beide in Wetzlar. — 11. Eduard Bernhard Schäfer, Großh. Geometer 2. Klasse in Gießen, mit Lina Gatzcrt in Ostheim. — Julius Mkcr, Schreibgelstlse, mit ^ttosinc Lina Susanne Friederike Schmidt, beide in Gießen. — 14. Friedrich Otterbein, Lehrer in Gießen, mit Elsa Friederike Henriette Wagner in Mainz.
. Eheschließungen: August 9. Johann Schwedler, Händler, nnt Dorothea Minna Grünewald, beide in Eberstadt, Kreis Darmstadt. — Hans Eduard Heinrich Adolf Buchinger, Zahnarzt, mit Sophie .xvobannn Friedel, beide in Gießen. — Friedrich Wilhelm Köster, Bierkutscher, mit Mathilde Vogelmann, beide in Gießen — 12. Heinrich Karl Schepp Lehrer, mit Hedwig Holschuh, beide in Gießen. — 14. Richard Lagotka, Kaufmann in Homberg an der Ohm (Kreis Alsfeld), mit Louise Leich in Mrchhain (Regierungsbezirk Kassel).
Geborene: August 4. Dem Montage-Inspektor Leonhard Ernst Christian Kuhl ein Sohn, Ernst Karl August. — Dom Bäckermeister Ludwig Bendc ein Sohn, Walter Karl Hermann — Dem Großh. Feldbereinigungs-Geometer Adolf Dietrich Repp eine Tochter, Irmgard. — 6. Dem Maschinenbauer Paul Gregor Hartmann ein Sohn, Georg Joseph. -- Dem Buchhalter Johannes Heinrich Herrmann ein Sohn, Heinrich Jakob Kurt Hans. — 7. Dem Postassistenten Friedrich Wilhelm Mörsch ein Sohn, Karl Wilhelm. — Dem Obcr-Bahnassistcnten Heinrich Schmidt ein Sohn, Curt Heinrich Richard. — 11. Dem Vizefcldwebel und Zahlmeisteraspiranten Ernst Gottlieb Hilgcndors ein Sohn, Kurt Willstlin Ernst. — 14. Dem Installateur Georg Otto Louis Reh ein Sohn.
Gestorbene: August 9. Anna Kalbhenn, geb. Finck, 68 Jahre alte, Keplcrstr. 7. — 10. Paula Mtcnpolu, Geschäft:' Inhaberin, 59 Jahre alt, Plockstram 1. 11 Anna SB fiel,
72 Jahre alt, Marburger Straße 13. Leonhard Brnttnlwrn, 42 Jahre alt, Licher Straße 74. — 14. Jakob Heinrich Will^lm Justus Steinmeyer, Gastwirt, 40 Jahre alt, .Kaiser-Allee 24
Alsfeld.
Geborene: August 3. Dem Lchramtsasscssor Dr. Philipp Jakob Berg ein Sah», Gustav Otto Gerhard — Dein Slcin ,Hauergehilfen Georg Dickhaut ein Sohn, Heinrich Willi.
St erb efall e: August 6. Katharine Marie Hcrgct, geb. Ramspeck, Rentnerin, 61 Jahre alt. — 8. Anastasius Hermann, Wagncrmeistcr, 60 Jahre alt. — 12. Marie Becker, Köchn, 29 Jahre alt.
Bübingen.
Aufgebote: August 8. Wilhelm Bechtler, Kaufmann in Büdingen, mit Elise König von Wolf. — 12. Gustav Herbst, Handarbeiter in Büdingen, mit Luise Schmidt von Hainchcn.
Eheschließungen: August 9. Ludwig Lampmaun, Glasmacher in Büdingen, mit Christina Gruse von Budenheim. — 10. Friedrich Karl Wilhelm Haister, Aahnarbeiter von Hain- gründau, mit Marie Wiedersum in Büdingen.
Geborene:, August 9. Dem Glasmacher Heinrich Knafl. ein Sohn, Rudolf. — 10. Dem Schlosser Friedrich Bürger ein Sohn, Mols, Fritz Karl.
Butzbach.
Eheschließungen: August 9. Dygnus Betz, Schuhmacher in Franlfurt a. M., mit Eugenic Helduser, Büglerin in Butzbach.
Geborgene: Juli 30. Dem Gefangcuausschcr Gustav Hein- rrch Louis Schmidt eine Tochter, Johanna Lina. — August9. Dem Fabrikarbeiter Johannes Berck ein Sohn, Rudolf Wilhelm.
stcrbefälle: Juli 31. Konrad Weber IX., Taglöhner aus Elchcffachseu, Kreis Schotten.
Sriebberg.
^Ä^.obote: August 8. Karl Albert Fortuna Chclini, Saarbrücken"* tU ^rebberg, mit Johanna Paulina Fischer in c August 6.^ Dem Schlosser Friedrich Husemann Glascrmcistcr Karl Milias -inr
Grohen-Lindcn.
Ernst Oswald Quast ein Sohn, Mbert Heinrich. ^"'Eveitcw
Grünberg.
Seltene: August 6 Drm Landwirt Konrad b-mrich ^»chm.adcl cm <sohn, Heinrich Hermann Ernst 7
, ?kcrbefäNc: August 14. Karoline Wilhelmine Friedericke
Charlotte Margarethe Erb, geb. Cronenberg, 75 Jahre alt
Martte.
Gießen, 16. Ang. Marktbericht. beutigem Wochen- markte kostete: Butter das Piund 1,10—1.20 Mk^ Hühnereier 1 Stück 8—9 Bsg^ 2 Stück 0 Psg^ Enteneier 1 Stück 8—0 Psg., Gänseein ISt. 12 Pi., Käse das Stück 6—8 Psg., Kasematte 2 Stück 5—6 Psg.. Tauben pr Pr. 0,80—1,00 9)1 f„ Hühner pr. St. 1,00—1,60 Mk., Hahnen pr. Stück 1,50—2,50 Enten pr. St. 2,00— 3,00 Alk.
Gänse das Psd. 00—00 Psg» Ochsen fleisch pr. Pld. 92—100 Psq Rindfleisch pr. Psund 90—94 Psg., Kuhfleisch 80 Psg* Schweinefleisch pr. Psund 90—110 Psg., Kalbfleisch pr. Pld. 94—98 Psg. Hammelfleisch pr. Did. 70—96 Psg., Kartoffeln pr. 100 Kg. 5.50 bis 6.50 Mk., Weißkraut das Stück 15 bis 30 Psg., Zwiebeln ptv Ztr. 6,00—8,00 Mk., Atilch das Liter 22 Psg^ Nüsse 100 Stück 50—60 Pfg^ per Ztr. 0—00 WIL, Birnen das Psund 20 bis 30 Psg., Aepsel das Psund 20 bis 30 Psg., Zwetschen das Psund 40—00 Psg. Himbeeren 1 Liter 50—60 Psg., Pflaumen 1 Pfund 25—00 Psg., Bohnen 1 Psund 15 bis 25 Psg., Gurken 100 Stück 2,00-3,50 Mk., Marktzeit von 7 bis 1 Uhr.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Großcn-Lindcn, 15. Aug. Nun ist gerade ein Jahr verflossen, seit man hier die Hausinstallation für elektrisches Licht vor nahm. Die Arbeiten wurden seinerzeit mit Ueberstürzung bewerkstelligt, da man den Interessenten versickerte, das Licht würde üm 1. Oktober 1912 brennen. Gar mancher hätte seine Anlage, wenn diese nicht so überstürzt vorgenommen worden märe, wohl sicher praktischer und billiger Herstellen lassen können, oder vielleicht wegen der Hinaussckstebung ganz unterlassen. Warum hat man nicht von behördlicher Seite den Interessenten klaren Wein eingeschenkt, damit sic vor Schaden bewahrt blieben? ^Die Anlagen sind größtenteils bereits an die Installateure bezahlt, und so haben die betreffenden Teilnehmer großen Schaden durch Zinsverlust, abgesehen davon, daß sie die Anlage ein ganzes Jahr unnütz im Haüsc hatten. Würde nicht hier die Gemeindevertretung vielen Dank ernten, und ist es Vicht Pflicht und Schuldigkeit, wenn sie bei zuständiger Stelle einmal ganz energisch die baldige Fertigstellung der Lichtanlage verlangt? Ein Interessent.
In die Sommerfrische
kann leider nicht jeder, aber häufig wird er doch in der Lage sein, sich während des Sommers einige Flaschen Scotts Emulsion zu gönnen, die ihm ausgezeichnet bekommen werden. Scotts Emulsion läßt sich im Sommer ebensogut nehmen wie im Winter. Die Annahme, sie sei zu dieser Zeit weniger verdaulich, ist nicht richtig und nur für den gewöhnlichen Tran berechtigt. Der große Verbrauch von Scotts Emulsion in den Tropen ist ein schlagender Beweis dafür.
Gehalt, ca.: Feinster Medizinal-Lebcrtran 150,0, vrima Glyzerin 50,0, untcrphoSvhorigsaurer Ka!: 4,3, unlerphosphorigsaureS Natron 2,0, pukv. Tragant 3/), feinster arab. Gummi pulv. 2,0, Wasser 129,0, 1 Alkohol ha Hierzu aromatische Emulsion mit Zimt-, Mandel^ und ; Gaultheriaöl je 2 Tropfen.
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Programm durch das Sekretariat.
Besinn der Semester April u. Okto her.
Heuchelheim.
Aufgebote: August 11. Albert Kreiling II., Taglöhner> mit Marie Kröck, beide in Heuchelheim.
Geborene: August 6. Dem Maurergesellen Louis Karl Wagcnbach eine Tollster, Anna Luise. — 8. Dem Taglöhner Friedrich.Löber eine Tochter, Sina.
Langsdorf.
Geborene: Dem Landwirt Iakiob Wenzel ein Sohn, Karl. Sterbef alle: Margaretha Elisabeths Schäfer, 59 Jahre alt.
Laubach.
eborcuc: August 2. Dem Bcrgwcrksarbeiter Wilhelm yrrbu eine Tochter, Luise. — 5. Dem Bcrgwcrksarbeiter Georg Ludwig Stengel ein Sohn, August. — 9. Dem Landwirt Ludwig Groh eine Tochter, Emma.
Lollar.
Geborene: August 8. Dein Former Hermann Hörstel ein Sohn, Richard Hermann Wilhelm. — Dem Installateur Emst Karl Schwabe rin Sohn, Friedrich Mfrcd.
Sterbefälle: August 7. Elisabeth Moos, 25 Jahre alt.
Watzenborn-Steinberg.
Eheschließungen: August 10. Georg Möckel, Bahn- arbriter, mit Christina Jung, beide in Watzcnbopu.
Geborene: August 7. Dem Weißbinder Johannes Hap. pelVI. in Watzenborn ein Sohn, Ernst.
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