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KwarkKruhlE, 14. Mai. Ingenieur Thelen, der in Heidelberg «ne Zwischenlandung trorgenommen hatte und dort heute früh UM 4,33 Uhr aufgeftregnt war, ist um 5,22 Uhr hier ein- getrdffat- Lt. Gverp-cr, der gestern gleichfalls in Heidelberg geblieben tottr, ist dort heute früh 4,44 Uhr aufgestiegen und um 5,12 Uhr hier anyekommen. In Koblenz startete heute früh 5,30 Uhr Lt. Blüthgen, mußte aber bei Buchholz im Hunsrück eine Lcackmng vornehmen, weil sein Flugzeug nicht melir trug.
Karlsruhe, 15. Mai. Prinz- Heinrich ist gestern abend um 11,15 Uhr vvn Neustadt a. d. H. hier eingetvoffen und hat beim preußischen Gesandten am! Badischen Hofe, v. Eisendechw, .Wohnung genommen.
Karlsruhe, 15. Mai. Lt. Frhr. v. Thüna (Nr. 3) ist mn 7 Uhr, tum Eckenstein kommend, hier eingetrofsen. Äiis Neustadt a. H. konimt die Meldung, daß Lt. Kastner (Nr. 5) um 6,54 Uhr gestartet sei. '— Bei den Schauslügen, die heute nachmittag, vorn Wetter begünstigt, stattfanden, raaren u. a. zugegen: Prinz Heinrich vvn Preußcm und das Prinzenpaar .Max von Baden mit Kirchern, sowie der preußische Gesandte v. Eisendecher.
Karlsruhe, 15. Mai. Lt. Kastner (Nr. 5) ist imi 7,47 Ulst gelandet. — Heute vormittag ist Lt. König auf Otto-Zweidecker aus 'München hier eingetvvffcm.
Karlsruhe, 15. Mai. Wie die Oberleitung des Prinz-- Heinrich-Fbugs ftnitteilt, M der Start auf morgen früh 5 Uhr festgesetzt. Die Startteitung hat Major Siegert. !Zs tvird cruf- gekuirt gegen einen von Osten kommenden Feind und die Flugzeuge müssen bei dcr Aufklärung 800 Meter Holst einnehmen, das sie begleitende Luftschiff 1500 Meter. Bei der Sammel stelle Pforzheim nrüssen sämtliche Flugzeuge landen. Die Beobachter müssen ihre Beobachlungcn rm Flugzeug schreiben und einem GeneralstabsoMzier abgebcn, worauf sie weiter nach Straßburg fliegen können. Die Lastwagengruppe unter Führung des Grafen Pfeil marschiert morgen kriegsmäßig.
Karlsruhe, 15. Mai Lt. Beaulieü ist um 8,2 Uhr hier getanbet. Ferner ist aus Straßburg Oberleutnant Täufert cingctrvffen.
Frankenthal ^Malz), 15. Mai. Lt. v. Beaulieu bat gestern abend gegen 8 Uhr hier eine Notlandung vorgeuomm.cn, und N betete morgen gegen 3/47 Uhr wieder aufgestiegen.
Neustadt a. d. H., 15. Mai. Li. Beaulieu passierte die hiesige Kontrollstatton heute früh irm1 7,3 Uhr und Heidelberg um 7,33 Uhr. Lt. Kastner befindet sich mit seinem Flugzeug noch hier. Lt. Koerper und Lt. Carganico passierten gestern abend 7,31 Uhr fast >gleic^>eittg die hiesige Kvntwllftatton, ohne zu landen.
Karlsruhe, 15. Mai. Lt. F-reiherr v. Haller wird mit einem neuen As-parat von München hierher kommen, um an den Äüfklärungsübungen ieilzunkchmen. Ingenieur Suwetack ist end- gillttg aus der Konkurrenz ausgeschieden.
Karlsruhe, 16. Mai. Auf dem hiesigen Flugplah begann pünktlich um 5 Uhr der Start zum Aufklärungsflug naw Pforzheim. Als erster startete Leutnant Pretzcll. Es folgten in kurzen Zwischenräumen bis 5.54 Uhr Oberltn. Donnevert, Ltn. Bequelüi, Ltn. v. Hiddcssen, Ltn. Coerper, Ingenieur Thelen, Oberltn. Beaulieu, Ltn. Geyer, Ltn. Schulz, Ingenieur SäLegel, Ltn. Schmäickaly, Ltn. Canter, Ltn. Ioly, Ltn. Engwrr, Ltn. Zwickau, Ltn. Cargarttco, Oberltn. Barends, Ltn. Frhr. v. Haller, Oberltn. Täufert, Ltn. Wulff, Oberttn. Ehrhcnckt und als letzter Ltn. Frhr. v. Thüna. Im gauz-en starteten 22 Flugzeuge. Nach einer um 6.20 Uhr eingetroffenen Meldung mußte Ltn. Pretzcll bei Vaihingen a. d. Enz eine Notlandung vornehmen. Das Luftschiff ,,Sachsen" traf, von Baden-Oos kommend, um 3/45 Uhr über dem Exerzierplatz ein, wo cs lange Zeit kreuzte, um sich bann gleichfalls an dem Aufklärungsflug nach Pforzheim zu beteiligen.
LMchiffahkt.
Die Rettungseiurichtnugen auf dem Flugplatz in Johannisthal.
Der Abg. Müller-Meiningen hat im Reichstag folgende Anfrage ein.gebracht:
Ist dem Herrn Reichskanzler betarmt, daß die Rettungs- einrichtungen auf dem Militär-Flugplatz in Johannisthal vollständig unzureichend sind und was gedenkt ec zu tun, um so rasch als möglich diese Mißstände abzustellen? Ich begnüge mich mit der schriftlichen Beantwortung dieser Frage.
*
— Amerikanische Ozeanslie ge r. ÄVus New-Pork wird berichtet: Bis jetzt sind es bereite ein halbes Dutzend amerikanischer .Flieger, die im komnrenden Sommer den Versuch machen wollen, den Ozean zu überfliegen. Die EinzelWten der Pläne sind einstweilen freilich ziemlich verworren, und die wirkliche "Ausführung des Bersuches scheint in allen Fällen hauptsächlich davou abzichängen, in lvelchem Maße die Flieger zur Ergänzung ihrer Gasolinvorräte auf die Unterstützung der transatlantischen Schiffahrt rechnen können. Der Flieger James Mc. Gce aus Pcrwtucket, Rhode Island, ber bereits vor Wochen seine W- sicht eines Ozeanfluges anWudetc, tritt jetzt als der erste mit genaueren Angaben über seinen Plan hervor. Er will am 4. Juli von Newport aus mit einem Hydroäroptan abgehen. „Ich werde
geradewegs aus die Kiiste Neufmtalands zufliegen und boabsich- ttgc, dort zu landen. In der Zwischenzeit nreraen längs meiner Route die Schiffe auf bem Meere in Mständen von 300 bis 500 englischen Meilen Aufstellung genommen haben. Diese Schiffe werben auf drahtlosem Wege von meinem Abflug von Neufundland verständigt werden und bleiben, ebenfalls mit Hilfe drahtloser Telegraplch, stets davon unterrichtet, wo ich mich befinde und wie mein Flug verläuft." Zur Orientierung wird sich der Flieger eines Kompasses bedienen: im übrigen will er seine Gasolinvorräte auf den. längs der Fluglirnc stationierten Schiffen ergänzen. Er ist sehr opiinttstisch, glaubt, baß der Flug leine allzugroßen Schwierigkeiten bieten wird, vorausgesetzt, daß das Meer nicht zu unruhig ist und ihm in der Nähe der Vorratschiffe die „Landung" auf der Wasserfläche nicht erschwert. Er rechnet damit, baß wenigstens ß Depotschiffe nötig fein werden, um die Etappenlinie herzustellerr.
— Ein Flieger, der abdankt. Nack>dem der amerikanische Flieger Lincvlic Beachel, in den letzten Jahren sieben seiner besten Freunde und Kollegen durch Flugzeugtatastrophen verloren hat, kündigt er jetzt beit Entschluß an, nach diesen bitteren Erfahrungen nie mehr ein Flugzeug zu besteigen. „Ich habe genug," sagte er einem New Porter Interviewer und zeigte ihm die Liste von über 200 Fliegern, die bei ihrem gefährlichen Berufe nnftanten. „Man hat mich in Amerika zwar den „Master Birdman" genannt, abpr in Wirtlichkeit lockt nur eine Erwartung die Menge zu meinen Flügen, der heimliche Wuusck/, mit anzusehen, wie etwas „passiert". Mle prophezeien mir, daß ich umkomm men werde, und keiner möchte den Anblick versäumen. Und sie zahlen 'Eintrittsgeld in der ^Erwartung, mich sterben zu sehen. In Chicago bat mich im vergangenen Jahre die Mutter meines» Freundes Pearnh, ihm nicht noch mehr gefährliche Tricks zu zeigen. Heute ist er tot. Die Frau meines Freundes Welsh flehte mich an, ihn davon abzuhalten, Spiralen zu fliegen. «Er antwortete: „Beacheh tut cs, also muß ich es aitai tun." Zwei Wochen später flog Welsh eine Spirale, ein Draht riß: und er kam um. Ich hatte das Gefühl, als hätte ich ihn ermordet. „Sie haben ihn dazu gebracht," erklärte mir die Witwe bitter. Kurz darauf schickte mir Mrs. Elp Eürtrittslärten zurück und schrieb: „Mein Sohn Eugen wäre heute noch bei mir, wenn er Sic nie fliegen gesehen hätte." Und so habe ich mir denn gelobt, nie wieder ein Flugzeug zu besteigen." Veachey gilt als einer der kühnsten und besten Flieger ^Amerikas.
CaHöwirtJebaft
Frankfurt a. M., 15. Mai. Durch Beschluß des Bundesrates ist für den 2. Juni 1913 die Vornahme einer Zwischen-' zäh 1 ung der Schweine im Deutschen R eich angeorbnet worden. Die Zählung erfolgt ohne Verwendung von Zählkatten. Das Ergebnis wird jeweils für iedc Haushaltung mit Schweinen in die von den Zählern geführten Listen eingetragen.
SpovL.
• Fußball. Kommenden Sonntag spielen aus dein Sportplatz an der Hardt der süddeutsche 12 i g o v e r e i n F.-Cl. O l p m p i a - D a r m st a d t und der hiesige Sportverein von 1 9 0 0 gegeneinander. Bei der gleichen Spielslärke beider Vereine dürste ein spannender Wettkamps zu beobachteil fein.
* Hockey. Mitte Juni will dcr Wormser Lawn- Tennisklub gegen den Darmstädter Hockeyklub in (tzießen aus dein Hardt-Sportplatz ein Propaganda-Hockey-Wettspiel ab halten.
Vermachtes.
* Feuer iw Warenhaus. Aus' Lübeck, 15. Mai, wird gemeldet: In dem Haaren hause von Rudolf Karstadt brach nachts Grvßfeuer mrs. Das Innere mehrerer Stockwerke des großen fünfstöckigen Gefchästsgebäudes wurde vernichtet. Der Sck>aden ist sehr großt Der Feuerwehr gelang es erst nach mehrsttindiger anstrengender Tätigkeit des Feuers Herr zu werden.
*Eiscnbvh nun fall in Marokko. Wie aus Rabat gemeldet wird, entgleiste auf bcr Bahnlinie nach MeFines bei Dar-cl-H amr i ein Militärzug. Drei Soldaten rvur- ben getötet und drei nemmnbet.
* Unfälle auf See. Aus Paimpvl (Dep. Cotes du Nord) wird gemeldet, daß das Segelschiff „Tourment", das Asc- fang Februar mit 25 Fischern nach Island abgegangen toar, mit der gesamten Besatzung untergegangen ist. Die Segeljacht „Zezettes", die an einer Regatta in St. Trapez teilnehmen sollte, wurde von einem Fischereidampfer auf dem Meere treibend aufgefunden. Der Besitzer der Jacht und sein .Sohn leiben vermißt.
* Großfeuer. Aus Buffalo, 15. Mai, wird gemeldet: Ein Getreidespeicher der Eriebahn, bcr 700 000 Bushels Ge
treide und Mehl enthielt, wurde durch Feuer zerstört. Auch ein Warenspeicher der Eriebahn siel den Nammen zum Opfer. Der Schaden wird auf eine Million Dollars gefchätzt.
* Bei einem Wirbelsturm, der die Stadt Stewart (Nebraska) heimsuchte, sind neun Personen getötet und titele verletzt worden.
yandel.
** Die 5proz. Staatsanleihe in Gold von 1913 wird am Mittwoch, 21. Mai, in Deutschland zur Zeichnung aufgelegt. Die Nrma Baruch Strauß 'Nachf. nimmt Mnnel- bungen von heute ab entgegen.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.
Wetterausstchten in Dessen für Samstag, den 17. Mai 1913: Wolkig, leichte Niederschläge, kühl.
Letzte riachrichten.
Die Kriegsvorbereitungen Bulgariens und Serbiens.
Saloniki, 16. Mai. Die Bulgaren haben 100000 Mann zwischen Doirau und Drumnitza zusantmengezogen, und fortwährend treffen noch neue Truppen ein. Die Tschtaldscha-Druppen werden ebenfalls hierher kommandiert und dort durch Reservisten ersetzt. Die Serben haben gegenüber den bulgarischen Stellungen zunächst 6 00 00 Mann stehen. Weitere 100000 Serben stehen in Bereitschaft.
*
Mücktritt des englischen Bvtschafkerd in Konstantinopel.
Konstantinopel, 16. Mai. Der englische Bot^after Lowther hat seinen Wschied genommen.
*
Die neuen militärischen Verstärkungen in Frankreich.
Paris, 16. Mai. Wie die „France Militair^ meldet, hat dcr Kriegsminister den Korpskommandemen die Weisung erteilt, den Bau ber neuen Äafernen möglichstzubeschleu- n i g c n. Im allgemeinen wurde angeordnet, daß die neuen Kasernen nur ein Erdgeschoß und nur ausnahmsweise ein Stockwerk haben sollen. Osstziös wird bezüglich der Meldung über die beabsichtigte Errichtung eines 21. Armeekorps erklärt, daß dieser Plan erst nach der Bewilligung des Gesetzes über die dreijährige Dienstzeit bewilligt uterben könne. Zum Sitz des künsttgcn Armeekorps sei jedenfalls Epinal bestimmt.
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