Minuten.
Landkreis Gietzen.
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ba habe man früher doch andere Stimmen gehört. Man werde i»nter arbeiten, nm Mittel aufzubringcn, und dann mit positiven Ärscblägen an die Stadt herantreten. Wenn die Sache dann
Wasser falle, habe mau eben die Arbeit umsonst getan.
Geheimrat Dr. Sommer wendet sich dagegen, daß er iritfjt kompetent sei zur Beurteilung von Voranschlägen für Mniksbauten. r .
Architekt Meyer betont ebenfalls, daß es ansgeichloffen sei daß der Voranschlag wesentlich überschritten werde. Bemerkens- jv-trt sei die Anregung, nur einen Konzertsaal ohne Restaurant Lu bauen. Seither habe man stets etwas anderes gewollt. Das Hchürfnis für einen Saalbau sei unzweifelhaft vorhanden, des- I>olb solle man weiter arbeiten und cs vermeiden, einen Mißton in die Sache zu bringen.
Oberbürgermeister Mecum bekennt sich als Freund des Zialbaues, er sei aber verantwortlich für die städtischen Finanzen. (?r habe in der Sitzung der Stadtverordneten, als er gefragt norden sei, unvorbereitet Auskunft gegeben. Das Projekt des Üirrn Meyer habe mit 450 000 Mk. gerechnet, er habe dazu jSr die inzwischen eingetretene Preissteigerung 50 000 Mk., an heiwrnmen und außerdem 100 000 Mk. für die Orgel, Gestühl, Inventar, Teich- und Gartenanlagen berechnet. Es müssen also FiCOOOO Mk. verzinst werden, was bei 41/2 Proz. Zinsen 32 000 Tiarf macht. Der Plan des Herrn Meyer sehe Sitzplätze von 50 Zentimeter Breite vor, das sei zu wenig. Auch die Gänge Le nt zu eng bemessen. In der Rentabilitätsbererl)nung fehlen nie Reihe von Ausgaben. Gar nicht in Betracht gezogen'sind bLe Bauplatzkosten, die Steuern, die Kanalgebühren, die lZ'henkungssteuern usw. Es seien nach seiner Meinung 20000Mk. Ausgaben anzunehmen, so daß nach Abzug der Einnahmen mit 112200 Mk. Zuschuß zu rechnen ist. Die Restaurationsmcete sei Lil hoch angenommen, man könne eine hohe Miete nur an- liichmen, wenn man in der inneren Stadt baue. Da werden aber [bit Kosten für den Bauplatz viel zu hoch. Die Erfahrungen in längeren Städten wegen der Miete seien nicht sehr vielversprechend. lAorms habe früher 6000 Mk. bekommen, jetzt sei man froh, daß Im an jemand bekommen habe, der 1000 Mk. bezahle. Heizung liinb Beleuchtung seien mit 7000—8000 Mk. nicht zu hoch an- henommcn. Auch die Reinigung des Saales nach Konzertanftüh- riingen falle dein Besitzer zu. Die Kongresse brächten der Ge- lichäftswelt nicht so viel, wie man der Stadt an Opwrn zumute. An einem Saal für Konzerte habe die Allgemeinheit kein Interesse und die Stadt werde dafür keinen Zuschuß leisten. Bei |ben Saal, der von exklusiven Kreisen in Aussicht genommen sei, liwlte man die Allgemeinheit nur mit Auswahl zulassen. Z. B. .sollten politische Versammlungen ausgeschlossen werden; hierfür .werde die Stadt nichts leisten. Er halte die Sache noch nicht lifcr spruchreif. Man solle genaue Pläne ausarbeiten und genaue .Rentabilitätsberechnungen anfstellen. Dann werde man in der ' ache weiter kommen. Auch er habe den Wunsch, daß der Saal-
Lnit in absehbarer Zeit zustande komme.
Prof. Dr. L e u t e r t sprach nochmals dafür, daß das Saal- .lciuproiekt weiter betrieben werde.
Rechtsanwalt Dr. Spohr iß der Ansicht, daß das Bccker- .Myerschc Projekt die richtige Mitte halte zwischen dem etwas schmalen Vorschlag des Geheimrats Dr. Sommer und dem groß- :L.rigen Plan des Herrn Oberbürgermeisters. Besonders freue lihw die Bemerkung des Oberbürgermeisters, daß der Saal allen l politischen Parteien zur Verfügung stehen müsse. Er schloß [mit dem Wunsche, daß sich eine Einigung auf der Mittellinie lerzielen lassen möge.
Der Vorsitzende schloß um 12 Uhr die Versammlung »mit dem Wunsche, daß die Aussprache zur Klärung der Sache I gedient habe.
triicn, ttben,
Ans Statt und Cant,
Gießen, 16. Januar 1913.
L.U. Landes Universität. Dem Dr. phil. Kurt Iß enef von Falckenstein wurde die venia legendi bei' u.t pbilosovb'schen Fakultät für das Fach der geologischen Zodenkunde erteilt.
** Frauenbund der Deutschen Kolonial- ^«sell schäft, Abt. Gießen. Es ist wohl das erstell! al, daß in Gießen eine Dame aus eigener Anschauung ii6:r ihre Erlebnisse und Erfahrungen in den 't o l o n i e n sprechen wird, dazu noch eine so überaus ;beliebte und fesselnde Rednerin wie Frau von Ecken- ;tuechev. Es wird von Interesse sein, über ihren Aufcnt- jba(t in den Kolonien einiges zu hören. Im Jahre 1903 Isrrlgte Frau von Eckenbrecher ihrem Gatten nach Deutsch- .Z?üd-West; sie lebten dort in Okombahe, im Hererogcbiete. zljoylreiche Reisen ermöglichten es Frau v. E., sich eine gründliche Kenntnis des Landes und seiner Bevölkerung anzueignen. Während des Herero-Aufstandes beteiligte sich " faau v. E., deren Gatte zur Schutztrurp ! eingezogen war, jen der Vertcidigimg von Okombahe, bis dieses durch Haupt- I m am: Franke von Omaruru aus entsetzt wurde. Darauf u»rde sie urrttr starker Bedeckung mit ihrem schwerkranken ItErtbc nach Karibib gebracht. Von dort kehrte sie, ihren Setten im Felde zurück lassend, int Frühjahr 1904 nach IDeutschland zurück. — Ihre Erlebnisse in Süd-West hat ^cau v. Eckenbrccher in dem bekannten Buche: , W"s Afrika mir gab und nahm" in anschaulicher, packender Weise gemildert. Auch Ostafrita lernte Frau v. E. im Frühjahr $09 auf einer ümvnackichen Jagdreise mit ihrem Gatten 'eAnen. Außer von Tanga, Usambara, dem Hinterland m Daressalam, gewann sie besonders von dem hochinteressanten Süd-Bezirk einen tieferen Eindruck. Hier wird ^rau v. E. über Süd-West sprechen.
•• Baugesuche wurden von der Bürgermeisterei im ltzten Vierteljahr 1912 12 verabschiedet. Es wurde für 8 Wohndäuser die Bauerlaubnis erteilt. Im gleichen Zeit- [i-ume des Vorjahres lagen 16 Baugesuche vor, darunter solche für 5 Wohnhäuser.
*♦ Das Länger werden der Tage wird im Volksmund sirrch folgenden Spruch gedeutet: „Der Tag um einen Schritt nt Neujahr vorwärts tritt, Und am Dreckomgstag um einen -tundenschlag". In der Tat beginnen die Tage bereits merklich lorqer zu werden. In der ersten Hälfte des Monats Januar icknnen die Vormittage um 7 Minuten, in der zweiten Halste um ’L Minuten zri und die Nachmittage in der ersten Halste lun 19, m der zweiten um 29 Minuten. Die Nachmittage sind während les ganzen Monats länger als die Vormittage in der ersten Mte beträgt der Unterschied 8, in der zweiten Halste des Monats
:ott 35 Mitglieder anschlossen.
Kreis Alsfeld.
(( Hainbach, 15. Jan. Em diesiger Landwirt wollte n seiner Scheuer Stroh vom Gerüst herabwerfcn, glitt hierbei und stürzte in die Tenne. Er zog sich durch den fall schwere Verletzungen zu. — Em anderer Einwohner -aste am Arme ein Pöchelchen, das er anfangs gar nicht icochtete. Aus dem Pöchelchen entstand aber eine Blut- lergiftuna, die ihn in Lebensgefahr brachte.
X M ü cke, 15 Jan Hier fand eine Versammlung der Vertreter der Orte statt, die eine Gruppenwa ss er. lieitnng erhallen sollen. DaZ Wasser wird von den Ohm-
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— Dorf-Gill, 14. Jan. In einer außerordentlich hr£ besuchten öffentlichen politischen Versatnmluug sprach ■ s,er im Auftrage der deutsch-sozialen Partei Partei- ■ cPrcfär Hesse. Im Anschlüsse an den Vortrag wurde ein -rutsch er Volks verein ms Leben gerufen, dem sich so-
ihm auch die Kosten der Nebentlage auferlcgt.
ver-
47—50
87-95
höchsten
51-54
91-96
ent-
43 50-44 50
90—92
68V3-70
86-88
Dir. Prof. Schmidt
von und
67-68V, 67-68
47-51
43-46
33—90
76-81
42—44
46—51
113—11.
107-113
94- 103 83-92
Mk.
93—100
91—98
78—82
87—95
71—73
70—75
38-40
31—35
85-00 Durch«
86—88
86-87
Mk. 52—56 51—55
Schale v?w Schweine 402. Geschäft mittel.
Preise für 100 Md Lebend- Schlacht- aewicht
68—70
64-68
56—62
50—55
Der häufig vorbestrafte Eisengießer P. K. von Destau entwendete im De'ember v. I. in Blivcnrod e n Umschlagtuch im Werte von 6 Mk. Wegen Diebstahls wurde er zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Wegen Bettelns erhielt er 3 Wochen Haft, die aber durch die Urttersuchuilgshaft für verbüßt erklärt wurden.
L ollsteischige Schweitrs uon 80—100 lr» Lebend» gewicht ri oUfteijchige Schweine unter 80k» Lebendgewicht ü-oUfieijcliige Schwems von 100—120 kg Lebend- gewicht..............
PoUstelfchige Schtoeiue von 120—150 kg Lebend-
Wenig aut entiuidelte stärsen s2.eitere onspemäiiete 9ühs und ivenig gut widelte ftingere ttüye . . .
Mäpig genährte üüys uns Färsen . . . St ä i. v er.
ßeinste Aiastkaloer
Muttere Mau- uns be>'ts Saugfälbee . .
0/cnngere Uliau- und gute Langkälbee . t^uuigece ..................
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Weidemastfchass
Piastläinmer und Mairhanunel . . . S ch iv e i it:.
quellen bei der Lohmüble zu Ober-Ohmen bezogen. Diese Duellen besitzen einen Wafferreichtum, der ausreicht für du- ws Gruppenwerk umfassenden Gemeinden Ruppertenrod, Ü^ettsaasen, Merlau, Flensungen, wozu wohl noch Rieder-Ohmen kommt. Ober-Ohmen selbst, das in nächster Nähe der Quellen liegt, erhält seine Wasserleitung nicht aus diesen Quellen, da hierzu der Fall des Wassers fehlt, sondern mit Ober- und Unter-Seibertcnrod aus Quellen vom oberen Vogelsberg.
X Au.s dem Öbmtacke, 15. Jan. Im vorigen Winter konnte man wiederholt lesen, der Eisvogel zäh'le bald zu. den eittschwundenen Vögeln. Wer gegenwärtig an den verschneiten Ufern der Ohm entlang geht und beobachtet scharf die Schneeüberhänge, der wird durchaus nicht selten diesen tropisch g?färb!en Bogel über das Wasser schwirren sehen. Ebenso bemerkt man dabei auch seine Kameradin, die W a s s e r a m s e t. Häufiger als diese tritt in den Gärten der Ortschaften jetzt bei der Schneedecke die ^chwarz,amsel auf. Erst ganz in letzter Zeit nistet die Schwarzanftet auch in den Haus gärten auf d.m Lande. Das war vor einem halben Jahrz hnt noch nicht der Fall. Leider gibt es auf dem Lande häufig Liebhaber der Schwarzamsel, die sie jetzt fangen, um sie im Käfig zu halten. ।
Gießener Strafkammer.
Gießen, 14. Jan.
Wiesbaden, 14. Jan. In der Strafsache gegen die 29jübrige Eva Weimer aus Eisenbach im Greife Limburg, die angeklagt ivar, in der Schultheißcnmüh'e bei Eisenbach in der Nacht zum 13. Mai 1912 gemeinschaftlich mit ihrem Liebhaber, dem 53 Jahren alten verheirateten durch Selbstmord geendeten Heinrich Karst aus Eisenbach ihren 48 Jahre alten Bruder Peter Weimer vorsätzlich getötet und die Tat mit Ueber- legung ausgeführt zu haben, besahten die Geschworenen die Schuldfrage nur nur Beihilfe z u Todschlag und Zubilligung mildernder Umstände. Das Gericht verurteilte die Angeklagte zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren.
Märkte.
I, Friedberg, 15. Inn. Unsere Wochen markte sind für die Jahres reit noch stark besucht. Butter kostete das Pstiud 1,20 Mk., Käte das Stück 6 7 Psg., Eier das Stück 11 Pia., Kasematten das P'imd 20 B'g. Auch die l c i i ch v r e i s e sind hoch. Ocküen- fkeisch kostet das Pfund 1 Mk., RindfleUcb 96 Pia., Kalbstei'ch 96 Pfg., Schweinefleisch 1 Mk., Lever- und Blutn'nrst 88 Pia., ickeischwurst 1 Mk., <M'st's" das -ststind I 4ük.: Kavtofieln der Ztr. 2,50 Mk
F.C. Wiesbaden. Blebh o'-M ark tbe ri cht vom 15. Jan. Auftrieb: Rinder ।-ui (Ocf)feu 34, Bullen Kühe 72), Kälbee 276,
Hochzeitsgäste ans d e m H e i ni w e g. .
Nach einer Hochzeit in Allendors a. d. Lahn wurden eine Anzahl Burschen ans Münchholzhausen von den Allendörsern überfallen und nicht rmcrheblich verletzt. Dieser Ucbersal! hatte 5 Allendorier Burschen auf die Anklagebank gebracht. Allein das Schöffengericht Gießen hielt sic für nicht überführt und sprach sie frei. Dieses Urteil wurde von einem der Verletzten, der sich der Klage als Nebenkläger angcschlossen hatte, angefochten und hierdurch eine zweite Verhaichlung der Vorfälle vor der Strafkammer herbcige'ührtz. Diese ließ feinen Zweifel an der: Täterschaft sämtlicher Angeklagten: es toimte aber, da von der Ltmrts- anwaltschaft keine Bernfting eingelegt worden war, nuchBeitrasung des Angellagten H. erfolgen. Er wurde, da er offenbar der Hauptleiter bei dein ganzen Streite war, zu einer Geldstrafe 50 Mk., falls uneinbringlich, 10 Tage Gefängnis verurteilt
geiuidu........ 68-00
Limburg a. d. Lahn, 15. Zan. st r u rf» t m a r ft._ scknittsvreis vro A:alter. Roier Weizen tuastauiscder) 17,00 Mk., laeißer Weizen (onoebaute streuidiorteu) 16,50 Korn 13,00
Gerste: , uttergerste 11,00 Mk., Braugerste 13,00 Mk., Haier 8,00—9,00 2)>k., virbsen 0,00 Mk., Kartoffeln 3,40 bis 4,00 'Mk.
Wegen falscher Anschuldigung hatte sich der 19jährige Arbeiter Fr. N. in Friedberg zu antworten. Er hatte in Friedberg seiner Mutter 28 Mk. entwendet und eine- Frau der Täterschaft beschuldigt. Tie Strafkammer sprach ihn aber von Strafe und Kosten frei.
l;oUfieifd)ige, jüngere . . . . .
i ä r en. st ä h;.
Q'oIineiSdiiqe auSgemaitete Färsen
Zur Kräftigung.
Scotts Emulsion verbindet hohen Nährweft mit Leicht- verdaulichkcit. Der in ihr enthaltene Lebertran ist int Scottichen Verfahren in feine Tröpfchen zerteilt, somit auch für einen weniger leistungsfähigen Magen zuträglich gemacht. TeshaUr läßt sich eine Kur mit Scotts Emulsion mit besserem Erfolge durchführen.
O rb 1 e n.
9’rrfrdfd'ine, miSaemästete, höchsten Schlacht- wertes tut Alter von 4-7 fahren ....
Die noch nicht gezogen haben (ungejochts . . 7unae, f'eifd ige, nicht au5geinaitete lutD allere ausgemästete............
V ul l e n.
Vollsteischige. ausgew^ höchsten Schlachtw. . .
Schlmhtwerler . . ......
9 oUsteiscbige ausgemästete stühs höchsten Schlachtwertes bis zu l Zähren ...
bei allen gegen die Fleischteuerung zu ergreifenden Maßnahmen ernste Rücksicht auf die heimische Viehhaltung zu nehmen ist, da ohne ie auf die Dauer eine hinreichende Unabhängigkeit vom Ällis- lande in der Fleischversorgung unseres Volkes nicht gewährleistet erscheine. Eine dauernde, dem steigenden Fleischbedarf entsprechende Zunahme unseres Viehbestandes könne mir gesichert werden durch energische Betreibung der inneren Kolonisation und gesetzliche Maßnahmen, die dem sogenannten Bauernlegen Schranken ziehen. Auch in dem Berichtsjalwe seien wieder zahlreiche Ausschreitungen Streikender gegen Arbeitswillige bekannt geworden. Solche Vorkommnisse ließen immer dringender den Ruf nach einem' besseren Schutz der Arbeitswilligen ertönen, der auch im Bericht gefordert wird. Es bedürfe hierzu aber nicht eines gesetzlichen generellen Verbots des Streikpostenstehens, eines Spezialgesetzes, dem aus durchschlagenden Gründen ;u widerraten sei, wenn die berufenen Organe des Staates unter Benutzung der gegebenen Handhaben alles aus biete, um die Willensfreiheit jedes Arbeitswilligen zu schützen, besonders um Zusammenrotttingen bei 2lr- beitstämpsen unmöglich zu machen. Immerhin müsse durch das gewaltige Anwachsen der Organisationen in den letzten Jahr- zelpften, nicht nur der Unternehmer und Atzbeiter, und im Hinblick auf die Beschränkung der Willens- und Bewegungsfreiheit des einzelne,: durch sie allgemein die Frage gestellt werden, ob die durch unser gemeines Recht früher sicher gestellte Frecheft jedes einzelnen Staatsbürgers freute noch gewährleistet erscheint. Es wird schließlich der Hoffnung Ausdruck verliehen,, daß das begonnene Jahr die immer noch nicht ganz am politischen Horizont verschwundenen Wetterwolken, die vom Balkan herausgezogen find, zerstreut, damit wenigstens von dort her dem deutschen Wirtschafts» leben int Jahre 1913 keine Wunden geschlagen werden.
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Scott« Emulsion wird von un8 au8» schlirtzlich im grofreit verkauft, und zwar nie lose narb Hewtcht ober Matz, sondern nur in versiegelten Origiualftakchen in Karton mit unserer Schuhmarke tsZischer mit dem Dorsch). Scott <L Bowne, 0. m. b. H., Franlsurt a. M.
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.. Thüringisches 1 .
, , E ektro- und Masc men-
Techn kum Jmenau WerkmoiTt’er. Prospekt*
EinaietzanSt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Gießen. An alle Hausbesitzer und bereit Mieter die herzliche Bitte, gedenkt der Briefträger bei der jetzigen Jahreszeit und laßt das Wachsen der Treppen sein, denn die dadurch entstehende Glätte erschwert zu sehr das Hinauf- und Heruntergehen. Es ist kaum möglich, mit schwer gepackten Taschen solche Treppen hinauf zu kommen. Am schlimmsten ist aber das Her- untergehen, bei dem die Füße unter dem Körper vorgleiten und der dadurch herbeigeführte Fall sehr schlimme Folgen nach sich ziehen könnte, ja womöglich den Betreffenden für immer dienstuntauglich macht. Ein Briefträger für alle,
vücherllsch.
— Einfuhr von überseeischem Fleisch in gekühltem ober gefrorenem Zustande und die hierbei in Bettacht kommenden technischen Hilfsmittel, betitelt sich eme tm Verlag von A Ziemsen, Wittenberg, erschienene Broschüre. Mit dieser Neuerfcheinmig bietet ein Praktiker auf diesem Gebiete, Ingenieur P a b st, viel interessantes und neues Aiaterial über die Frage ber Gesrierst eis ch-Einfuhr.
Landwirtschaft.
•• Kartosscl-Laataut. Das Auftreten der verschieden- ff en llortosielkrankbeiten hnt in steigendem Maße der Anerkennung der Kartostelsaaten Bedeutung verscbasit. Wie man schon seit Jahren bei betreibe die stettbesichtigungen durchführt, um die Gelder auf ©ortemeiiiheit, Freiheit von llrauklieiten. überhaupt auf ihre Geeignet! eit zur Saatmstlirieriuig zu prüfen, so Hat man die nleichc Einrichtung auch für die Mmtoffel geschaffen. Die Feld' besicbtiauug gibt heute allein die größt möglichste Sicherheit, gesundes Kartoffellaatgut -n erhalten. Diele Feldbesicbtigung und Anerkenunug bei Kartoffeln ist schon seft Fahren durch die Land» winsclmft^kammer für. Heiken zur Durchführung gebracht. Es ist allo die Atöglichkeit gegeben, dnß sich Lmtdwirte von den verschiedensten Getreide- wie Kartoffelsonen anerkanntes Saatgut durch die Landwirlkchaftskainmer beschaffen können
L)anSek und l^erfebr, LlolkswirtßcHaft.
Tie wirtschaftliche Lage.
Der vorläufige Jahresbericht der Handelskammer Offenbach stellt in dem Teil über die allgemeine Lage fest, daß das. Wirtschaftsjahr 1912 trotz mancher unerfreulicher Erscheinungen im ganzen genommen in dem Zeichen der Hoch- f o n j un 11u r gestanden hat. Teilweise recht unerfreuliche Wirkungen hätten die Unruhen in China, der italienisch-türkische Krieg und der Balkankricg mit seinen politischen Begleiterscheinungen am deutschen Wirtschaftskörper ausgelvst, ohne allerdings seinen kräftigen Aufbau im ganzen erschüttern zu können. Auch die deutsche Laubwirtschast könne im ganzen genommen mit dem Ertrag, ben tfrr bas Jahr gebracht hat, sehr zufrieden sein. Die günstige Konjunktur, die gesteigerte Kaufkraft vieler Auslandsmärkte, ber nach anfänglicher Zurückhaltung mächtig her- vorgetrctcne Bedarf im Jnlande hätten es ermöglicht, wenn auch nicht schlechthin, so doch bis zu einem gewissen Grade im allgemeinen die Verkaufspreise mehr als in ben letzten Jahren den Gestehniigskosten anzupassen und auch auf diese Weise ben Ertrag ber Probuktion zu steigern. Es dürfe aber wohl bie Auffassung vertreten werden, daß an diesem Mehrcrtrag die Standard- industrien, die syndizierte Schwerindustrie, die gemischten Betriebe verhältnismäßig stärker beteiligt waren, als die reinen Werke, die kleinen und mittleren Betriebe namentlich der mannigfaltig gestalteten verarbeitenden Industrie, die außer mit Lohn- erfröfrungen auch mit einem hoben Stand der Preise für wichtige Rohstoffe, wie z. B. Kupfer, Blei, Eisen, Kohle, Wolle, Baumwolle, Häute unb Jutc zu rechnen hatte. Ungeachtet ber günstigeren Ansfuhrmöglichkeit seien die Klagen aus den Kreisen der oerarbeitenben Industrie nicht weniger geworden über bie hohen Zollsätze, denen ihr Absatz nach dem Ausland unterliegt. Aber noch lebhafter sei in dem Bezirk ber Kammer Beschwerde gesuhlt worden über viele den Export erschwerende ausländische zollverwaltnngsrechtliche Besttimnnngen und Zolltarifentscheidun- gen, die den Anschein wilMrlicher Auslegung der Tarife erweckten unb oft brückender empfunden werden als die hohen Zollsätze an sich. In dieser Beziehung einen Wandel herb ei zuführen, sei eine wichtige Aufgabe unserer diplomatischen Vertretung im Auslände, namentlich bei der Vorbereitung unb bem Abschluß von Hanbelsvertragen. Weiter wirb ausgesührt, daß bie außergewöhnliche Fleischteuerung in bem Berichtsjahre zweifellos ber Kaufkraft ber breiten Massen auf bem Jn- laiidsrnarkte eine Einbuße gebracht hat, bie auch manchen Industrien unb namentlich bem Kleinhanbel, z. B. ber Beklcibnngs- inbusttie, empfindlich fühlbar geworden sei. Die besonders Schärfe her Fleischtcuerung habe zu einer begreiflichen Erregung weiter Schichten des deutschen Volkes geführt, die ihren Niederschlag in energischen, an bie Regierung gerichteten Forberungen gefunden haben, bie, allerdings spät, wenigstens einige, wenn auch nicht die gewünschte Wirkung, erzielt haben. Es sei in den anläßlich der mißlichen Zustände erhobenen Forderungen oft weit über bas Ziel hinansgeschossen, in einer Weise agitiert worden, bie vor bem Forum des nächsten Kalküls nicht bestehen kann. Die Kammer rückt ben Gesichtspunkt in ben Vorbergrunb, wonach


