KT. 15
Zweiter Blatt
165. Jahrgang
Erscheint tägttch mit Ausnahme des Sonntags.
Einer Reihe von
reichende Ruhezeiten gewähren.
Zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche sind auch seitens des Reiches Maßnahmen beabsichtigt. So sollen die bekannten Entdeckungen über den Erreger der Seuche in einer eigenen Arbeitsstätte seitens des kaiserlichen Gesundheitsamts nachgeprüft worden. — Die Einführung einer obligatorischen Versicherung gegen Schäden infolge von Viehseuchen unterliegt erheblichen Bedenken. Ein dahin zielender Gesetzentwurf dürfte deshalb kaum eingebracht werden. — EitnisrÄenderung ldes Fleisch- beschaugesctzes kann aus den int Reichstage wiederholt dargelegten Gründen nicht nähergetreten werden. — Verordnungen zur Verhütung des bandenweisen Umher- ziehens der Zigeuner sind in zahlreichen Bundesstaaten erlassen worden, die Ergreifung weiterer Maßnahmen ist Gegenstand von Erwägungen, lieber die sog. Abonnenten Versicherung wird dem Reichstage eine Denkschrift
Bestecke len an allen Plätzen
-eÄik fen-St.
nun ein Mann, der lange Jahre seine Gesundheit dem Dienste geopfert, sich unter dessen Einfluß eine Krankheit zugezogem hat, die oft eine längere Erwerbsunfähigkeit zur Folge hat, ist -er noch «obendrein verpflichtet, einen Vertreter zu stellen, der oft mehr verlangt, als der Wärter selbst verdient. Hier muß sich ein jeder sagen, daß dies eine Ungerechtigkeit ist, deren Größe nicht beschrieben zu werden braucht, wenn man an die Familie denkt, die mit einem Krankengelde von oft noch nicht 1 Mk. täglich leben muß, noch neben der Verpflegung des kranken Familienvaters. Wenn nicht die Erträgnisse aus Feld und Garten, was die Fami.ienangehörigen bebauen, etwas über die Not hinweghiffe, wäre cs ganz ausgeschlossen, daß die Kreisbehörden für einen solchen Lohn überhaupt noch ihre Straßen unterhalte:: bekämen.
Möget: nun diese Zeilen den schon lange ersehnten Erfolg bringen und die drückende Not der Kreisstraßenwärter, wenn auch nur ein wenig, lindern!
Eine Uebersicht der vom bu verrate gefaßten Eni schl etzungen aus Beschlüße der Reichstages
ist dem Reichstage zugegangen. Nach den Entschließungen werden Gesetzentwürfe vorbereitet: zur Bekämpfung der Wanderlager, betreffend die Unfallfürsorge bei Arbeiten, welche freiwillig zur Rettung von Personen vorgenommen werden, zur Bekämpfung der Schundliteratur, zur Bekämpfung des Animierkneipenwesens. Aus den Entschließungen seiet: die wichtig st en kurz wieder- g eg eb en: Die Vereinbarung zwischen den deutschen Ost- seeuferstaateu über gemeinsame polizeiliche Vorschriften zur
des Reichstags, alle Duellanten des Heeres aus dem Dienste zu entlassen, ist unerfüllbar, weil eine solche Strafe nicht verhängt werden kann gegen einen Offizier, der aus idealen Gründen sein Leben für den Schutz seiner angegriffenen
Ehre einsetzt.
Die Erwägungen über eine wirtschaftliche Besserstellung der D e ck o f f i z i e r e sind noch nicht abgeschlossen. — Eine gesetzliche Regelung der D i e n st - und Ruhezeiten des Eisenbahn Personals erscheint nicht zweckmäßig, da- gegen werden Bestimmungen erlassen werden, die eine Ueberbürdung des Personals ausschließen und ihnen aus-
Donnerstag, 16. Januar 1913
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universiläls • Buch- und Siemdruckerei.
R. Lange, Gießen.
Da; Brot der pflanzen.
Justus von Liebig ist es in erster Linie gewesen, der das LJfcot der Pflanzen" aufgezeigt hat. Wir wissen, daß die Pflanzen Ich von mineralischen Stoffen nähre::. Ihr Leib besteht vor- tchmlich aus den vier organischen Elemente::: Kohlenstoff, Saucr-
Die Lietzener Zamllkenblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, daS „Ereisblatt für den Kreis Eichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
den. — Die Bundesregierungen sind ersucht worden, den Bestrebungen des Vereins für soziale innere Kolonisation zum Zwecke der Fürsorge für vorübergehende Arbeitslose wohlwollende Unterstiitzuugcn zu g w' hren. Auch sind d m Verein aus Reichsmitteln namhafte Beihilfen zugeführt worden. — Auf die Errichtung einer Reichszentralstelle für die Textilindustrie ist nicht zu rechnet:, da sich verschiedene Bundesstaaten mit Entschiedenheit gegen diese Errichtung ausgesprochen haben. — Eine Statistik über die verheirateten und unverheirateten Reichsbeamten und über die K in d c r z a h l ihrer Familien, deren Aufstellung der Reichstag gewünscht hatte, wird ihm demnächst vorgelcgt werden. — Die Bestrebungen auf Kalender re form und Festlegung des O ster- festes lassen sich ohne Mitwirkttng der beteiligten kirchlichen Instanzen nicht durchführen: da einige dieser Jnstanzet: keine Geneigtheit gezeigt haben, auf die Reformpläne einzugehen, so besteht keine Aussicht, die Angelegetr- heit mit Erfolg zu betreiben. — Die Errichtung eines Eisen bahn rat es für Kamerun steht demnächst bevor. Für Togo erscheint die Einsetzung eines besonderen Eisenbahnratcs entbehrlich, hinsichtlich O st a f r i k a s wird die Frage weiter erwogen. — Die Gewährung freier Eisenbahnfahrt für die Mitglieder des Reichstags während der Dauer der Legislaturperiode ist vom Reichstage abgelehnt worden. — Die vom Reichsamt des Innern eingeleiteten Produktionserhebungen mittels Einzelbefragung der Betriebe sind fortgesetzt worden und sollen weiter gefördert werden, lieber die Frage, ob und in welcher Weise die Ermittelungen auch auf K l e i n h a n d e l u n d H a n d w e r k erstreckt werden können, sind Erwägungen int Gange.
stoss, Stickstoff und Wasserstoff, in geringerer Menge enthalten sie Phosphor, Kalium, Kalzium, Eisen usw. All diese Elemente müssen sie ausnehmen, um« wachse:: zu könne::. Den Kohlenstoff holen die Blätter aus dec Kohlensäure der Lust, alles andere steigt mit bett Säften aus den Wurzeln empor. Diese Elemente müssen als lösliche Verbuchung«: im Erdreich enthalten sein, wenn die Pflanze gedeihen soll. Durch bett modernen intensiven Ackerbau werden dem Bode:: so große Mengen dieser Pslanzennährstosfe entzogen, daß er bald erschöpft ist, wenn man nicht für eine künstliche Zufuhr d:n:ch Düngung sorgt. In vorwissenschaftlichen Zeiten wurde ausschließlich mit Stallmist gedüngt, wodurch der Bode:: einen Teil der geraubte:: Stoffe zurückbekam. 9£uf die Tauer mußte auch eine derartige Nährstoffergänzung ungenügend werden, weil riesige Pslanzenmeng«: in die Großstädte lvandern, bereit Zersetzungsprodukte mit den Abwässern verloren gehen. Nur ein kleiner Teil wird auf ben Rieselfeldern verwertet. Seit wir das Brot der Pflanz«: kennen, düngt man daher mit mineralischen Stoffen. Ter Boden erhält die Substanzen zurück, an denen er verarmt ist. Stickstoff wird als Salpeter oder Ammoniaffalz, Kalium als Kali und Phosphor als Phosphat zugefiihrt. Kali und Phosphate gibt es genug in der Natur. Durch, den Reichtum an Kali ist Deutschland vor allen anderen Ländern ausgezeichnet. Nur die wichtige Stickstoffnahrung mußte aus dem Ausland eingeführt werden. Deshalb sannen die Chemiker auf eine künstliche Erzeugung von Stickstofsverbindungen.
Die Lust enthält ja unerschöpfliche Mengen von Stickstoff, von denen die Pflanzen nur außerordentlich wenig mit Hilfe von gewissen Bakterien aufnehmen können. Der elementare, „rohe" Stickstoff scknneckt ihnen eben nickst, darum muß man ihn in genießbare Form bringen. Weil wir rohe Stärke (Mehl) nicht gut verdauen können, rühreit wir sie «zu Teig an und bereiten durch Rösten das schmackhafte Brot. Aeh-nlich wird auch der Luststickstofs „geröstet", nur muß man das Brot der Pflanzen bei viel höherer Temperatur backen. Durch die 2000 bis 3000 Grad heiße Flamme des elektrisch«: Hochspaimungslickstbogens verbindet man Stickstoff mit Sauerstoff und leitet die so erhaltenen Stickstoffoxyde in Kalkmilch, wobei der Kalksalpeter entstelst. Nach ander«: Verfahren wird Stickstoff mit Wasserstoff zu AmUwniaksalzen Verbund«!, die den Pflanzen gleichfalls gut bekömmlich sind. Kalksalpeter wird besonders in Norwegen gewonnen, wo riesige Wasserkräfte billig«: elektrisch«: Strom liefern. Tie meiste Aussicht für die Zukunft hat die Kombination der Salpetergewinnung mit der Ammoniakerzeugung über den int elektrisckzen Ofen gewonnenen Kalkstickstoff.
Reichen Gewim: hat dieses einmütige Zusammenarbeiten von Industrie und Landwirtschaft beiden Teil«: gebracht, die sich manchmal leider so feindlich gegenüberstel)-«:.
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Die Hundertjahrfeier einer berühmten Bucher.
In: Schicksalsjahre 1813, das die Befreiung Deutschlands vom Joche der Franzosen sah, ist ein Werk ersckstenen, das zugleich einen geistesgeschichtlichen Sieg der deutschen Kultur über die
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Exvedltton und Verlag: öl.
Redaktion:^^112. Tel.-Adr.:Anze:gerG:eßen.
Wünschen des Reichstags über Verbesserung der Dienstzeiten der Postbeamten und anderweitige Regelung der Gehaltsverhältnisse hat sich der Bundesrat in allen Fällen ablehnend gegenübergestcllt. — (Jine Abänderung der Urlaubsverordnungen für K o loni a l b e a n: t e hinsichtlich der Bestimmungen über die Dauer der Dienstperiode der Beamten in Südwestafrika ist in Aussicht genommen, die Dienstperiode soll auf eil: Jahr verlängert tv-erden.
Der Frage der Selbstregierung der weißen Bevölkerung in Sü d w e st a f r i ka ist von der Regierung geprüft worden. Der Stand der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung sowie die geringe Bevölkcrungszahl lassen eine Entscheidung über diese Frage als verfrüht erscheinen. —.Eine Denkschrift sowie der Entwurf einer Satzung für eine landwirtschaftliche Kreditanstalt in Südwestafriia sind in Vorbereitung. — Wegen Errichtung eines Schutzgebiets- a nl eih e s chul d b u ch s schweben Verhandlungen mit der Reichsschuldenverwaltung. — Wegei: der Arbeitsbeschaffung für S a m o a werden die Berhand.ung-en im.it ben chinesischen und niederländischen Regierungen schon seit längerer Zeit betrieben. Eine prinzipielle Zustimmung der beiden ge-
Restbeitand. weg.
Aufgabe des Artikels durchweg M.6.- 5.- 3.56 , Vorrätig noch ca. 'ii Stück in verseh. Färb- Wirkt IV g weit höher, [all A.SalonioD&Ci6.
Eichener Anzeige
General-Anzeiger für Vberhefle«
Wie bei allen Kreisen der Bevölkerung, so macht sich iruch bei den sehr gering bemittelten Kreisstraßenwärtern die gegenwärtige Teuerung ganz erheblich fühlbar; überall hört man Klagen über Nahrungssorgen. Unbestritten kann man deren Lage, ganz insbesondere aber derjenigen im i Kreise Alsfeld als eine sehr bedürftige stempeln. Obwohl ! dies überall anerkannt wird, hat man es aber bis jetzt nicht einmal der Mühe wert gefunden, hier Abhilfe zu schaffen. ! Die Straßenwärter in: Kreise Msfeld, die neben den erforderlichen Unterhal ungsarbeiten auch Polizeidienst i ivahrnehmen müssen, beziehen einen Anfangsgehalt von 660 Mk. jährlich, der nach 6 Dienstjahren bis zum Höchst- betrage von 780 Mk. steigt; es entfallen also auf den Monat 55 Mk. bezw. 65 Mk. Jeder Unbefangene wird ohne Widerrede eingcstehen müssen, daß dieser Gehaltssatz bei der heutigen teueren Zeit zum Unterhalte einer Familie nicht genügt. Gibt es doch zahlreiche solcher Bediensteten, die eine Familie von oft sechs und :wch mehr Köpfen zu ernähren haben. Von dem bezeichneten Gehalte muß man zunächst einmal in Abzug bringet: die Steuern und Abgaben, sowie die Ausgaben für Kleider und Schuhe, und wer diese Erfordernisse kennt, wird sich fragen, von was raucht die Küche? Alle an die vorgesetzte Behörde gerich- lelen Bittgesuche bleiben erfolglos. Oft werden den Bitt- irellern ganz trostlose Bescheide. Ja man gründet die Ablehnung auf die Tatsache, daß bei einer vakant werdenden 2 Iraßenwärterstelle zahlreiche Meldungen einliefen, zufolge- bessen die Bezahlung auch so keine überaus schlechte sein ffrnne. Leider ist es auch so, aber auch gar mancher kaum angenommener Straßenwärter sattelt wieder um und kehrt 'zu seinem früheren Berufe gert: zurück, seinen Titel beiseite legend. Nachdem allen Staatsbeamten und Bediensteten mrch die Besoldungsreform eine ihren jeweiligen Ge- HLltern entsprechende, wohl bedürftige Aufbesserung zu- crkannt worden war und sich jetzt wieder die Erhöhung des Wohnungsgeldzuschusses in Vorlage befindet, hatten mit Recht auch die Kreisstraßenwärtcr um Erhöhung ihrer bezüge angetragen, aber wie alle früheren, so verlief auch diese Eingabe erfolglos. Den Kreis- und Kommunalbehör- )ett war mit der geschaffenen Beamtenbesoldungsreform fbie Verpflichtung auferlegt worden, ihre Beamten und l Bediensteten auch entsprechend aufzubessern. Es ist dies auch geschehe::, aber nur für die Herren Beamten, an die bedürftigen Arbeiter hat man doch auch nicht im geringsten ^gedacht. Muß da nicht Verbitterung und Unlust zur Arbeit Hau den Tag treten; denn es ist doch eine bekannte Tatsache, Maß nur eine angemessene Bezahlung die Lust und Liebe zur ilcbeit und zu frischer, ersprießlicher Tätigkeit auf die lauer wachhalten kann. Man betrachte sich den Dienst der Keeisstraßenwärter; sind sie doch stets dem Wind und N-etter preisgegeben! Wer muß bei Stürmen im Dienste lern, wenn Bäume entwurzeln oder Aeste brechen und den Berkehr hindern? Wer schafft zur Winterszeit, wenn Ivtraßenschluch en zug schneit sind, d n Pass.n en und Fuhrwerken eine Bahn? Wer ist gezwungen, im Winter bei der Mersten Kälte an der Straße zu sitzen und seine Steine jiu schlagen? Während die Arbeit aller im Freien be- Mftigten Taglöhner von dem Wetter abhängt, ist gerade irr Straßenwärter gezwungen, beim schlechtesten Wetter ini Dkenste zu sein. Ein jeder mit Steinschlagen beschäf- HDter Arbeiter geht nach Hause, wenu es ihm zu kalt ward; kann dies auch der Straßenwärter, ohne sich einem Lerweise oder gar der Bestrafung auszusetzen? Wenn sich
Die Goethevundbewegung.
Der deutsche Goethebund ist zurzeit in neuen: Aufschwung '^griffen, wie die Herausgabe einer Gocthebundkorresponbenz be- rfciit, sowie die Schaffung einer Rechtsschutzstelle für Autoren, Jie Petition um Aufhebung der Zensur an ben Reichstag u. a.
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französische bedeutet:, das Buch der Fr au v on S t a6l „11 eher Tcutschlan b". Was bic Vorrebe bes Buches kühn prophezefte: „Die Heimat des Gedankens werbe auch der Schauplatz großer Taten fein", das erfüllte sich mit überraschender Schnelle: mitten hinein in den Sieg der Ideen, den dieses Buch verkündete, hallte der Kanonendonner der Völkerschlacht bei Leipzig. Tas Buch „De l'Allemagne", bot den Franzosen zum erstenmal ein inhaltsreiches lebendiges Bild von den Grosstaten deutscher Bildung und deutscher Kunst, die hier in heilige Stille und Andacht vollbracht worden war«:, während die Revolution und ihr großer Sohn Frankreich auf die Höhe äußerer, rasch wieder zusammenbrechender Macht; ftitzrte. Die d^eubegründung der Philosophie durch Kant war in einem überaus wichttgen stapitel, gleichsam dem Angelpunkt des ganzen Werkes bargestellt: neben den großartigen Kunstwerken d e Goethe und Schiller geschaffen, trat«: die Leistun- gen ber groß«: Bahnbrecher unb Anreg r Lefsing, Winkelmann, Herder , e.vor. Auf zwei Reisen burd) Deutschland hatte Frau von Stael im engen Verkehr mit den Schöpfern ber(neuen Jbeen- welt ans eigener Anschauung diese neue Renaissance Fenn«: gelernt; als ein Ehrendenkmal wollte sie der von dem Korsen besiegten Nation in der dunkelsten Stunde ihrer Geschichte dies Heldenlied ilTres geistigen Ringens schenken. Bereits 1810 war ihr Buch vollendet und gedruckt. Es sollte eben veröffentlicht werden, als auf Befehl Napoleons sämtliche Exemplare konfisziert wurden. Der Kaiser, ber Frau von Stael fjtifete, hatte Gutachten mm zwei Zensoren eingesorbert. Diese fanden „die Werke von Schiller, Lessing und Goethe sehr üb«' Veichienst darin gepries«:; bas Buch ohne Klarheit, Metlzobe und Logik geniacht". „Tie Verfasserin habe in: Ausland sich in nachteiliger Weise üb« französische Zustände geäußert, stets eine oppositionelle Haltung bewahrt und in letzt« Zeit unter dem Einfluß von A. W. Schlegel, eines V«ächters ber französischen Literatur geschrieben. In ihren: Buch seien die Franzosen ben Deutschen untergeordnet und ber Kaiser nicht «wähnt." So schien bas Buch, in bem mit hellseherischer Kraft die große Geistesmacht dargestellt >var, die später ben Korsen vernichten sollte, noch kurz vor dem Erscheinen v«nichtet. Ter Verfass«in wurde der Befchtz «teilt, Frankreich binnen 24 Stunden zu verlassen und sich ent- web« nach ihren: Wohnsitz Coppel ober nach ben Vereinigten Staaten zu begeben. Daß bas Manuskript «halten blieb, war nur dem persönlich«: Wohlwollen des Präfekt«: zu dank«:, d« es ablief«n sollte, ab« statt dessen eine mangelhafte Kopie ein reichte. So war doch das Werk gerettet, und es ftmnte dann 1813 erscheinen. In drei Tagen war die «ftc Auftage vergriffen. Im rechten Augenblick war es da. „In dem geg«: wärtig«: Augenblick tut bas Buch einen wundersamen Effekt", hat Goetlu6 gesagt. „Wäre es früher bagelvesen, so hätte man ihm einen Einfluß auf die nächsten groß«: Ereignisse zugeschrieben, nun liegt es ba wie eine spät entdeckte Weissagung und Anforderung an bas Schicksal, ja es klingt, als wenn es vor vielen Jahren geschrieben märe,"
vorgelegt werden.
Eine Beseikigung der Zweikämpfe kann nur durch Maßnahme:: angestellt werden, die sich an d.ie Angehörigen aller Stände wenden unb geeignet sind, etne Wandlung der zurzeit in weiten Kreise:: über die Wahrung der verletzten Ehre herrschenden Ansichten herbeizuführen. Die in Vorbereitung befindliche Revision des Reichsstrafgesetzbuchs wird Gelegenheit zur Prüfung bieten, inwieweit durch die anderweftige strafrechtliche Beha:^)lung der Beleidigungen den Zweikämpfen vorgebeugt werden kann. Die Einschränkung des Zweikampfes in Heer und Flotte ist von neuem angestrebt worden, und es ist statistisch festgestellt, daß die Zahl der Verurteilungen wegen Zweikampfs zurückgegangen ist. Offiziere, die die Ehre eines Kameraden in frevelhafter Weise verletzen, werden im Heere nicht geduldet. Religiöse Ueberzeugungen oder sittlich gerechtfertigte Bedenken gegen den Zweikampf sollen von den
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sondern." Tana,
Regelung der deutschen Ostsceküstenfischerei ist dem Abschluß fertigte Bedenken gegen den Zweikampf sollen von den nahe. Unmittelbar nach Abschluß werden die Verhandlun-Ehrengerichten stets gewürdigt werden. Die Forderung gen über eine internationale Vereinbarung eingeleitet wer t o —» —■» k
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ibLurt eines „e. 1 ^4 W und Frau Adele ßeb. Bloch r 1913.
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Schell« $ Fische heute fri'^ einS^L- KW
Die BesoldungzverlMriisse der Ureisstrahenwärter. Aus Alsfeld wird uns geschrieben:
lxK dürfte daher "ein kurzer Ucbcrbticf über die Bewegung von Interesse fein. D« Goethebund wurde 1900 zur Abwehr b« äcz-Heinze gegrünbet. In sein«: Satzungen steht als Aufgabe: „Angriffen aus die freie Entwicklung des geistigen Lebens, insbesondere von Wissenschaft, Kunst und Literattir entgegenzutreten ittb bas Verständnis der Kunst und d« Wissenschaft und ihre Be- mtung für das gesamte Volksleben in den weitesten Kreisen zu
",....." ________ch ist die Tätigkeit d« Goethebünde eine ab-
pehrende und eine aufbauenbe. Er muß gegen Hemmungen durch Etliche Bevormundung, durch historisch «starrten Formalismus unb gegen politische unb moralische Zensur eintreten. Er jörnpft gegen bic Unterdrückung ber Wissenschaft unb Kunst burd) tätlich«: unb kirchlichen Autoritätszwang; gegen bic Unter- irCffung d« Religion durch jedes Ulffehlbarkeitsbogma; gegen Jie Unfruckstbarnwchung der Schularbeit, gegen die Unterschcibnng tor feudalen und proletarischen Schulabteilungen für Reiche und feine Er arbeitet für bic freie geistige Entwicklung des Volkes. $cof. Tr. Gerhart Helmers vom langjähr:g«: Vorort Bren:en Irt die Aufgab«: und Ziele ber deutsch«: Goethebünde erst kürzl:ch in dem neu«: illustticrien Volksbildungskalendcr nicbergetcgt. Ootthebünde besteh«: in B«lin, Bremen, Breslau, Darmstadt, 2elm«:horst, Frankfurt a. M., Hamburg, Kassel, K:el, Kö:::gs- ;, erg, Mainz. Hinter den angeschloss«:en Bünden, b«:en auch Viele Vereine unb Verbände angdhören, steh«: v:ele Zehntausende W Mitglied«::. Die einzelnen Bünde hab«: zum Teck sehr uten)ioc Voltsbildimgsarbcft aufgenommen. Der stärkste Bund I jt zurzeit der Württembergische Goethebund, der jetzt als Vorort i- Führung übenioimnen hat. Der Vorsitzende d« üereuugtcn ihrtbebünbe ist Baron von Putlitz, ber Intendant des Kömgl. iloftheaters zu Stuttgart, der Generalsekretär ±r. Walter Blocm, Stuttgart. Tic wichtigst«: Tagung«: des Goethebundes war«: m in Bremen über Organisation unb Ziele; 1906 in Stutt- jart über Kunstfragen; 1911 in Bremen üb« Trennung von Gtcat uiü) Kirche; 1912 in Stuttgart über <L>taat und Zensur. ii908 sand in Berlin eine große Tagung statt mit dem ^.hema i,Iin Kamps um die Wcltanschammg" und ebenda 1911 eine zweite Ü>« „die Sckmlc der Zukunft". Eine besondere E:nr:chtung ber Ooctbebünbe ist der Volksschillerpreis, b« alle brci Jahre für tiit hervorragendes deutsches Drama verlieh«: wird und dieses pa'frr H«b«t Eulenb«g zuffel.


