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16.1.1913 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

163. Zahrgang

Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a.

gossenen schmiedbaren Eisens, das je ein menschliches Auge ge­sehen hatte; es war kein Laboratoriumsvcrsuch mehr, sondern da stand nun in zusammenhängender Masse ein Barren schmied­baren Eisens, den zwei Bnddclarbeitcr mit ihren zwei Gehilfen unter Verbrauch von viel Feuerung in vier Stunden hätten er­zeugen können. Ein zehnzölliger, reiner und gleichmäßiger Barren war in 30 Minuten entstanden, ohne daß ein gelernter Arbeiter dazu nötig gewesen wäre! Jetzt hatte Bessemer den unwiderleg­baren Beweis vor sich, daß wirklich geschmolzene Roheisen ohne Brennstoff abgesehen von dem, den cs selbst enthält inner­halb einer halben Stunde auf eine Temperatur erhitzt werden konnte, die vorher nicht bekannt war, während gleichzeitig Kohle und Sizilium daraus entfernt wurden. In diesem Augenblick crsaßtc Bessemer die große Umwälzung, die seine Erfindung Hervorrufen mußte. Der begreifliche Wunsch stieg in ihm auf, den Bessemer- Block sogleich zu Prüfen. Er hatte aber nichts zur Hand, womit eine so große Masse hätte bearbeitet werden können. Schnell ließ er sich ein gewöhnliches Beil kommen. Er führte damit drei starte Schläge unter einem spitzen Winkel gegen eine Kante des Barrens. Glühendes Gußeisen wäre bei dieser Behandlung zersprungen; in den Bessemer-Block aber drang die Schärfe der Axt ein, ähnlich wie ein Messer in Holz, ohne daß Zersplitterungen auftraten.

In den folgenden .Tagen zeigte Bessemer den Block einigen Fachmännern; dann hielt er den Vortrag in der British Asso- eiation, kurze Zeit darauf druckte, die Times ihn vollständig ab, und wieder ein paar Tage darauf 27. August kamen die Vertreter der Dowlais-Eisenwerke, nicht um seinen Block zu be' sichtigen, sondern um ihm 10 000 Psund für die Erlaubnis an­zubieten, nach dem neuen Verfahren jährlich 20 000 Tonnen schmiedbaren Guß zu erzeugen.

genommen worden war, wurde in einem ebenfalls ab- gchaltenen Disknssionsabcnb des Fortschrittsvereins vor­gelegt und fand auch hier einmütigen Beifall.

Nr. 13

Der Sietzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: d ter mal tuocbentlid' kietzenerZamilienblätter, itDfttnal möcbentl.Kids: Matt für ben Kreis ®iejjen ,Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land­wirtschaftliche seitfragen flermprech - Anschlüsse: h'ir die Redaktion 112, Verlag n. Expedition 51 Adresse h'ir Depeschen:

Anzeiger Gießen.

Annahme von Anzeigen Hur die Tagesnutnmer ti§ vormittags 9 Uhr.

Fingerzeig gelten köuntcn: Jetzt ist cs Zeit, loszuschlagen".

Das Merkwürdige ist dabei, dgs; der Herr Wetterle mit dem Akzent auf dem e nicht einmal französischer, sondern schwäbischer Abstammung ist. Aber freilich, er hat seine Ausbildung auf der Jesuiteuschule zu Salamanca genossen, also auf einer Schule, welche die Vaterlandsliebe nicht in ihr Programm aufnimmt. Muß man sich doch heute daran erinnern, daß im November v. I. die vatikanischeCiviltc cattvlica" eine Stelleaus dem Briefe eines deutschen Zen­trumsmitgliedes" veröffentlichte, worin es hieß:Niemals darf Elsaß-Lothringen in Ruhe gelassen werden, so daß beim nächsten europäischen Kriege, worin Deutschland unterliegt, jene Landschaft wieder au Frankreich fällt." Sollte etwa Herr Wetterle jener Reichstagsabgeordncte sein, dessen Name damals nicht bekannt wurde, und glaubt er die Zeit desnächsten europäischen Kri ges" gekomm.n?

Jedenfalls kann gegen dieses schmachvolle Verhalten eines deutschen Volksvertreters, mag es auch strafrechtlich nicht faßbar sein, gar nicht ernst und entschieden genug Protest erhoben werden, wie es erfreulicherweise im Reichs­tag von mehreren Seiten geschehen ist. Wenn der reichs­parteiliche Abgeordnete Freiherr v. Gamp der Meinung Ausdruck gab, Herr Wetterte müßte eigentlich selbst ein­sehen, daß für ihn im deutschen Reichstag kein Platz sei, so bewies der lebhafte Beifall, daß die ganz überwiegende Mehrheit der Volksvertretung diese Anschau­ung 'teilt. Aber freilich, nach dem bisherigen Verhalten Wetterlös ist es uoch mehr als fraglich, ob der Herr sich zu dieser Meinung bekehrt, und es wird zumindest eines außer­ordentlich starten Druckes seitens der öffentlichen Meinung bedürfen, um ihn zu dem höchst wünschenswerten Mandats­verzicht zu bewegen!

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Der Vorstand des Straßburger Fortschrittvercins hat in seiner Sitzung am Dienstag, an der die in Straßburg wohnenden Mitglieder des Parteivorstandes der Elsäs.ischen Fortschrittspartei und einige Mitglieder der Fortschri.t- lichen Landtagsfraktion teilnahmen, zum Fall Wetterle ein­stimmig folgende Entschließung angenommen:

Der Reichs- und Landtagsabgeordnete Wetterle hat zu einer Zeit, in der die internationalen Beziehungen aufs äußerste ge­spannt und in der in unserem Lande int Anschluß an die Ver- fassungsresorm die politischen Leidenschaften noch stark erregt sind, es für richtig gefunden, in Frankreich eine Reihe von Vorträgen zu halten, die nicht nur die Stimmung im elsaß-lothringischen Volk gefälscht wiedergeben, sondern die auch einen nicht uiislzu- verstcheuden ')lppell an die kriegerischen Instinkte einer glücklicher­weise sehr kleinen Minderheit des französischen Volkes darstellen. Wir protestieren gegen die den Frieden gefährdende Betätigung, weil wir als Frieoenspartei von unserem Lande die Schrecken eines Krieges mit allen Mitteln fernhalten wollen, weil das Hinaustragen unserer elsaß-lothringischen Frage über die Grenzen unseres Landes unseren Bestrebungen nach Autonomie nur schädlich sein tann, weil dieses Vorgehen die nationalen Gegensätze im Lande verschärfen kann, weil die Gefahr besteht, daß die Rück wirlung auf die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes nid) ausbleibt. Soweit Herr Wetterle bei seiner Vortragsreise als Mitglied der Zentrumspartei, die ihn in den Reichstag und den Landtag geschickt hat, gesprochen hat, müssen wir es seiner Parte überlassen, sich mit ihm auseinanderzusetzen. Wir unsererseits werden in der Pflege des echten Partitularismus unter Zurück Weisung aller Störer des Friedens fortfahren und die frledlichc Annäherung der beiden Nachbarvölker, die gerade Elsaß-Lothringei. angelegentlichst wünschen muß, aufs entschiedenste fördern.

Die Entschließung, die int Vorstand einstimmig an-

Zur Präsidentenwahl in S-anfreich.

Paris, 15. Jan. Die Vollversammlung der Republikaner trat heute nachmittag im Pulais Louxem- bourg zusammen,um den Kandidaten für die Präsidentschaft der Republik zu bestimmen. 748 Parlamentarier erhielten Einladungen. Bei der Abstimmung erhielten von 633 ab­gegebenen Stimmen 180 Poincar 6, 174 Ackerbauminister

Die Mote der Eichmass te.

Die Botschafter und die Delegierten der Balkanstuaten haben auch am gestrigen Mittwoch in London wieder ge­tagt, aber man erfährt noch nichts Bestimmtes über die Uebcrreichung der verabredeten Note an die Pforte. Die Versammlung der Delegierten des Balkanbundes soll be­schlossen haben, die Antwort der Pforte auf die Note der Mächte abzuwarten, bevor sie einen neuen Schritt unternehmen. DerVoss scheu Zeitung" wird aus Kon­stantinopel von diplomatischer Seite mitgeteilt,eine der Türkei besonders freundliche Macht" arbeite noch immer darauf hin, daß die Ueberrcichung der Kollek- tivnotc überhaupt unterbleibt. Nach der letz en Mitteilung der Nordd. Allg. Ztg. muß man aber daran zweifeln, ob Deutschland damit gemeint sein kann. Die Stimmung wird indessen durch folgende Meldung gekennzeichnet:

Wien, 16. Jan. Nach einer Meldung aus Konstanti­nopel brachte die Mannschaft des deutschen KriegsschiffesGäben" beim jüngsten Sclamlik a u f den Sultan drei Hurras aus. Dieser Vorgang hat in Pfortekreisen sehr erfreut.

Kriegsrat in Konstantinopel

K o n st a n t i n o p e l, 16. Jan. Im Kriegsministerium fand ein Kriegsrat unter Vorsitz des Generalissimus Nazim Pascha statt. In der Konferenz, an der 65 Militärs, unter ihnen auch Enver Bey mit anderen jungtürkischen Offi­zieren, teilnahmcn, wurde die politische und militärische Lage des Landes erörtert.

LautSabah" soll in der Tschataldschalinie ein heftiger Z u s a m m e n st o ß z w i s ch e n t ü r k i s ch e n und bulgarischen Soldaten stattgefunden haben.

Eine Meuterei bei türkischen Truppen.

K o n st a n t i n o p e l, 15. Jan. Wie verlautet, ist unter den 'kurdischen Truppen, die in der bei dem asiatischen VororteSkutarigelegenenKaserneSelimich garnisonieren, eine meuterische Bewegung entdeckt worden. Die Truppen sollen die sofortige Entsendung auf den Kriegsschauplatz und die Wieder,...fnahme der Feind­seligkeiten verlangt' haben. Der Sultan, entsandte seinen ersten Adjutanten, der den Truppen Grüße des Sultans überbrachte und ihnen zugleich versicherte, daß ihre Er­gebenheit in der augenblicklichen Krisis, die das Land durch- mache, den Sultan tief berühre. Der Botschaft des Sultans, welche tiefen Eindruck auf die Truppen machte, gelang es, die Truppen zu beschwichtigen. Einem Gerüchte zu­folge wurden einige Rädelsführer verhaftet. Die finan­ziellen Schwierigkeiten der Regierung dauern fort. Die Dezembergehälter sind den Beamten noch nicht ausbezahlt worden.

Furchtbare: alle Babys von Mötabief fingen an zu meinen und eine große Unruhe kam in das friedliche Oertchen. Der Fluß war fort. Nicht mehr wiegte der Bief-Rouge m.t feinem fünften Geplätscher die Kleinen in den Schlummer: die sonst so lustig klappernden Mühlräder standen still: die Wäscherinnett ftanben händeringend bei chren Körben und ftariten in Verzweiflung auf die noch leuchten Stiefel, die allein von der ganzen ^.Uui-errlich- feit im Bette des Bief-Rouge zurückgeblieben waren. Ein einziger Wutschrei durchzitterte Mötabief. Irgend ein böser Dämon mußtt ihnen ihren lieben kleinen Fluß geftol) en ljaben. Mer die Bauern hatten Unrecht. Kein schlimmer Feind hatte ihnen ihren Stolz geraubt; auch der Muß selbst, der stets so froh zu ihren Diensten gewesen, trug feine Schuld. Es war ein Akt der Natur und der Eisenbahningenieure. Ein Tunnel wird durch den Mont d'Or, den höchsten Berg des Tepartemeitts, gebohrt. Durch ein zufälliges Mißgeschick müssen nun die Arbeiter bei tlyren Bohrungen auf die Quelle des Bief Rouge gestoßen sein, denn durch spätere Nachforschungen wurde festgestellt, daß in demselben Augenblick, wo die Leute von Mötabief iljren treuen Freund verloren, der Tunnel des Mont d'Or von einer ungeheuren Wassermasse über­flutet wurde, die mit großer Gewalt eindrang. Das war der Fluß, der plötzlich aus seinem tausendjährigen Bett davonlief. Das unglückliche Gewässer, das mit jäher Gewalt aus seiner Heimat vertrieben worden war, leistete dem Teufelswerk der In­genieure weiter keinen Widerstand: der abgeleitete Fluß strömte durch den Tunnel und ergoß fick) schließlich,in die gaftfrciinblicbc Umarmung des Schweizer Flusses Orbe. Tie Bauern von Meta- bief aber hatten das Nachsehen, und zu all dem Schmerz kam noch, daß der davongelaufene Fluß sogar seine Nationalität ver­ändert hatte.

Sechstagerennen. Im Kunstwort lesen wir: Wirk­lich, sie gehen immer noch um. Daß sie sportlich nicht den ge­ringsten Wert haben, daß sie nur den Leuten ein rohes oder dummes Vergnügen versck^affen, welche die Nackst zum Tage machen, daß Dirnen und Zuhälter hier eine neue Stätte ihres Wirkens finden, alles das weiß man.Geschmackverrohende Sensations- Veranstaltungen" nennt sie nickt irgendein Sportfeind, sondern die Redaktion derJllusttierten Sportzeitung", und diese selbst ruft schon im Interesse der Jugend, auf welche der verderbliche Ein­fluß ausgeübt wird" nach einem Verbot derunsagbar brutalen Sache". Aber sie werden immer wieder erlaubt. Aus welchen

Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen­schaft. Ter Pianist W i l h e l m B a ck h a u s hat vorn Herzog von A n b a 11 die große goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft mit der Krone erhalten. Dem Polar­forscher A m u n b f e n wurde nach einer Meldung aus New P o r k die Ni c d a i l l e der amerikanischen geographischen Gesell«- schäft verliehen.

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Donnerstag, 16. Zannar W3

Beznosvrei >: mono stich 75 Vf., viertel- jährlich Ult. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 tzf.; durch die Post Mt. 2.viertel« jährt, ausschl. Beiletlg. Zeilenvrels: lokal 15 Vst auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz Pera lwortlich für den politiicheu Teil: August

Goetz; fürFeuille­ton",Vermifchles" und Gerichlsfaal": K. 9leu- ralh; fürStabt und Land": E.Heß; für den Anzeigenteil: H. Beck.

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Ter R-dner Vny.en. es ist ß'* -^lch-amt hat ^'fcibctriebe das qtnammen worden Freren Orten durch " Ito friedliche Ber- tjulebnen. Sie guf. ttoaürionßrecht aus- i In einer Petition rycwerbcS den Reichz- kr eigenen Kol- Ti: hört!) Tas Zen- eite dadurch bewiesen, ick! bie Mittelstands, es mit den National- traut, als Sbg. Kölsch Istand billiges Fleisch T.:ton t;>: National- n: bie 6<Uigt ich.

v.V.qen ftstthxxvga '

Die heutige Nummer umsatzt 12 Seiten.

General-Anzeiger für Oderhefsen

Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Such- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Lchulstrahe 7.

Der Hall wetterle.

Der deutsche Reichstags- und elsässische Landtagsabg. Herr Wetterle hat eine eigenartige Tournee durch Frank­reich, die anscheinend zu b-eni Zweck unternommen war, nitt die schon etwas ab geblaßten Revancheempfindungcn im französischen Volke wieder zu beleben, vorzeitig auf­begeben, nicht, weil er sich davon Überzeugt hatte, wie chamlos uno eines Deutschen, besonders eines deutschen Volksvertreters unwürdig sein Verhalten war, sondern auf Nitraten seiner französischen Freunde, die für diesen deut- schen Staatsbürger mit dem französischen Herzen bedenk- äche Folgen bei der Fortsetzung seiner Agitationsreise bc- lürchteten. Wenn im Übrigen hie und da der Meinung Ausdruck gegeben wird, daß gegen Herrn Wetterle straf- re-chtlich vorgegangen werden solle oder könne, uni)' zwar wegen Hochverrats, so muß dazu bemerkt werden, daß such keine Anhaltspunkte für ein solches Vorgehen finden. iS-egen Hochverrats wird laut § 81 Absatz 3 bestraft, wer ts- unternimmt, das Bundesgebiet ganz oder teilweise einem ittmben Staate einzuverleiben oder einen Teil desselben ptem Ganzen loszureißen. Die (Strafe lautet auf lebens- irgliches Zuchthaus oder lebenslängliche Festungshaft. 5inb mildernde Umstände vorhanden, so tritt Festungshaft nicht unter fünf Jahren ein. Neben der Festungshast kann uif Verlust der bekleideten öffentlichen Aemtcr sowie der ntö öffentlichen Wahlen chervovgegangenen Rechte erkannt Verden.

Allein es ist außer Zweifel, daß der § 81 des Reichs- )rafgesetzbuches auf den Fall Wetterle keine Anwendung finbeit kann, denn dieser deutsche Reichstags- und elsässische Laitdtagsabgeordnete hat sich in keine der im besagten karagraphen gekennzeichneten Unternehmungen eingelassen, iortbern er hat lediglich vor einem französischen Publikum Sehen gehalten, die nach allen Berichten, die darüber ver­öffentlicht worden sind, dem Wortlaut nach mindestens eibeutig, dem Sinne nach durchaus eindeutig waren, über wenn ein französisches Blatt demtapferen Abge- »fdneten von Colmar"unsere volle Dankbarkeit" ans- ipricht,für den edlen (Ächauer, den er in unsere Herzen jal eingehen lassen", wenn der Herr Wetterle, der doch K)»n als Priester ein Mann des Friedens sein sollte, einen Ertrag über Elsaß-Lo.hüngen mit dem vielsagenden Satze 'Mießt, der von frenetischem Beifall der französischen Zu- -böier begleitet wurde,unsere Sache ist gut und wird U'd-gen, wofern . . . ." (Wetterle beendete diesen Satz nicht), 5 genügt das völlig zur Kennzeichnung dieses deutschen tiolksvertteters.

Gewiß ist kein Wort scharf.genug für einen Mann, noch dazu in verantwortlicher Stellung, der in dieser Weise die Leidenschaft einer fremden Nation gegen die eigene auf- iaichelt, der dies tut zu einer Zeit, wo Europa sich ohnehin Bin bedrohlicher kriegerischer Spannung befindet. Aber von Meam-Wetterle kann in dieser Beziehung kaum noch irgend überraschen. Hat. er doch zur Zeit, als die Marokko- <ijfrLjid auf dem Höhepunkt war, in einem französischen Hetz- itatt Artikel veröffentlicht, die die Finanzlage Deutschlands |i(§ jämmerlich und verzweifelt hinstellten und, wie ein tltls.liß-lothringisches Zentrnmsblatt, dieLothringer Volks­timme", bemerkt,den Franzosen gewissermaßen als

wie der erste Bloss Bkssemer-§tadl entstand.

gum 100. Geburtstage Sir Henry Bessemers, 19. Januar.)

Unter den 117 Patenten, die Sir Henry Bessemer in feinem bmgen Erfinderleben, erworben hat, ist eines, das eine Umwälzung i ei der gesamten Stahlindustrie hervorgeruscn hat: das Patent aus rji Bessemer-Prozeß, durch den Roheisen in der Bessemer-Birne innerhalb einer halben Stunde ohne Verbrauch von Feuerungs- nitenal in Bessemer-Stahl umgewandelt wird. Bessemer hat W wcltumwälzende Ersindung am 12. August 1856 in Chelten- stini der British Association in einem Vorträge auseinander-

Zwei Jahre hatte er auf bie Erfindung verwendet, er hatte eine pnze Reihe von Vorversuchen gemacht, und etwa einen Monat, mr er den Vortrag hielt, hatte er zum erstenmal eine größere lieitge 7 Zentner Roheisen nach seiner neuen Methode hirbeitet. Es läßt sich denken, in welcher Spannung er bie Ij Minuten verbrachte, während beren bie Umwanblung des - labeisens vor sich ging. Er hatte dabei einen Eisengießer zum l'liilsen. Als dieser Arbeiter sah, baß alles Eisen geschmolzen hai, fragte er Bessemer, wohin er es gießen solle, und hierauf ! iiüiberte" Bessemer-, wie er selbst in seinen Erinnerungen erzählt, Ul solle es durch eine Röhre in jenen kleinen Ösen fließen" tobet er auf seinen neuen Konverter zcigteß er wolle dann kalte Lft hinburchlassen, um es heiß zu machen. Der Arbeiter ,ah fr mit einem Blick an, der aus Ueberraschung und Mitleid ker die anscheinende Unwissenheit Bessemers gemischt war und rillte dann würbe alles zusammen halb einen schonen Klumpen w-cken Trotz dieser Voraussage wurde das flüssige Metall i den Konverter gebracht, die Lust wurde durch bas Gebläse Int unten hineingeprcßt, uiib nun verlies alles genau so, wie iefiemer es erwartet Hattee: zuerst würbe das Sizilium, von ilt dem li/.. bis 2"o in Bessemers Roheisen vorhanden waren, im Sauerstoff der Luft angegriffen, wobei starke Wärmeenttvick- lirg austrat. Ein paar Funken entwichen dabei durch die beiden 'ckinungen des Konverters. Tie nächsten zehn bis zwölf Minuten ttlsefen ganz ruhig; nach Ablauf dieser Zeit aber begann k Sauerstoff, bie Kohle, die zu 3?o im Roheisen vorhanden war, Njugreisen; eine weiße Flamme schoß aus den beiden ~- ungen und beleuchtete die ganze Arbeitsstätte mit ihrem bellen !cht. Bessemer erwartete voller Spannung das Abnehmen und iWrlöschen der Flammen, daß Anzeichen dafür, daß die Kohle fWlmählich verbrannt würde. Ter Konverter wurde dann um !«dreht, ein glühender Strom schoß heraus und wurde ui eine iBnErecbtc ausgestellte Barrenhohlsorm geleitet, wcach weiteren fcit bis zehn Minuten war bie Abkühlung soweit vorgeschritten, iiB der Barren aus ber Form genommen werben konnte, und Mir stanb er hellrot Icuditcnb vor Bessemers Augen. Bessemer Weht, er könne die Gefühle nicht beschreiben, die ihn bei diesem «Mick erfaßten. Er hatte vor sich das erste große Stück ge-

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Ein Fluß, der davon lief. Es ivar nur ein galt# kleiner Fluß und wahrscheinlich wußte niemand, der nicht zur Gemeinde Metabies im Departement Doubs gehörte, seinen Namen. Aber die Bauern von Metabies, nannten voll Stolz seinen Namen Bief-Rouge", und eine gewisse Zärtlichkeit klang dabei mit, denn es war jaihr Fluß". Fast schiens, als wenn er von nirgends her komme, denn plötzlich schlängelte er sich hinter dem Dörfchen hervor und sprang eilig weiter, als wenn er sich nicht schnell genug, einige Kilometer weiter, in den majestätischen Doubs stürzen könnte. So eilig hatte ers mit dem Sterben, er, von dessen Gehurt man so gar nichts wußte.Ein arm seliges Rinnsal!", sagten geringsclsätzig die Fremden, die nach Metabies kamen, aber den Bewohnern war er ein lieber und treuer Kamerad, der, so lange Menscheugedenken reichte, vergnügt und geschwätzig, gutmütig und dienstwillig daherlief, die vier Wassermühlen des Dörfchens drehte1 und zum wöchentlichen Waschen gern fein Naß hergab. Na an einem Wintermorgen geschah das