Kinder, das ist nicht mehr zu ertragen!
Die trauernd Hinterbliebenen.
Steinbach, 14. Oktober 1913.
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>§rauf4en ruschen.
TrinktSanitätskraftbier!
Giessener Brauhaus, A. & W, Denninghofl
[5955]
Allemal, wenn ich Ruhe haben nnd arbeilep will, geht das- Hustenkouzert los, u. es schneidet einem ins Herz, wie die armen Dinger sich ouiilcn. Ak01 gen früh lause ich Anne- ächte Sodener Lttineral-Pastillcn, «.die werden mirregelmäßig genommen — mit d. Husten werd, wir dann bald fertig sein. Die paar Pfennige kommen gegenüber der Wirkung gar nicht in Betracht. Tie Schachtel kostet ja nur85Pfg. u.ist überall zu haben. Bes. Kennzeichen: Der Name „Fay" n. weiHerKontrollttreisen mit anitl. Bescheinigung des Bürgermeisteramtes Bad Soden a. T.sss'b'n
Du bist der Freiheit heilig Zeichen, «tträl^t von freier Erde, Wo freie Mänrrer niemals beugen Eich dem Tyranuenschwerte.
Wie deiner Wurzeln starke Mafien Sich in die Tiefe bohren, Soll Freiheit tiei das Herz ersafien, Der Knechtschaft cchgeschworen.
Wenn stolz die Reiser deiner Krone Im Sturm zusammen klingen — Air lauschen gern dem Freiheitstone, Und wollen mit dir fingen.
Doch wenn der Freiheit stolzes Fühlen Entfloh aus deutschem Lande, Dann mag der 'üBuvm dein Mark zerwühlen,
Verdorre vor der Schande.
Sei mir gegrüßt, du junge Eiche» In meiner Heimat Erde, O daß ein mächtiges Gezweigs, Ein starker Stamm dir werbe!
ßenb^rhnwa.g^n abzustei gen versucht, so lange der Wagen no-ch in Fahrt begriffen tft. Jnsbefoirdere sollten aber die Frauen, die im allgemeinen körperlich weniger gewandt sind, niemals absteigen, bevor der Wagen stillsteht. Tun sie es dennoch und verunglücken sie dabei, so haben sie, da der Unfall durch ihr eigenes Verschulden entstan den ist, im allgemeinen keinen Anspruch aus Schadenersatz gegen die Straßenbahn. Es kann sich höchstens fragen, ob etwa infolge besonderer Umstände das Verschulden weniger schwer erscheint oder ob eine ErhöhungderBe- triebsgefahr der Bahn vorliegt. Solchenfalls wird der Verletzten ein Teil des Schadens zuzusprechen sein. Um einen Fall dieser Art handelte es sich in dem nachstehend mitgeteilten Rechtsstreit, der jetzt das Reichsgericht beschäftigt hat:
Die Klägerin I., eine ältere, nicht mehr sehr gewandte Dame, fuhr am 11. Juli 1911 nachmittags in einem Wagen der (ferner Straßenbahn. Der Wagen hatte, wie das in kleinen Städten noch vielfach üblich ist, nur einen Führer, keinen Schaffner. An bestimmten Stellen halten die Wagen; außerdem sind aber auch sogenannte Hilfshaltestellen eingerichtet, an denen nur gehalten wird, wenn der Fahr gast, der dort absteigen will, den Wagenführer vorher darauf aufmerksam macht. An dem Unfalltage hatte die Köchin H. (außer der Klägerin der einzige Fahrgast in dem betreffenden Wagen) dem Führer gesagt, daß sie an der vor der R.scheu Villa befindlichen Hilfshaltestelle absteigen wolle. Der Führer hatte deshalb dort den Strom ausgeschaltet und fuhr bereits langsamer, um zu halten, hielt aber nicht, sondern stellte den Strom wieder ein, als er wahrgeuommen hatte, daß die Köchin während der langsamen Fahrt schon abgesprungen war. Die Klägerin I. versuchte nun, als sie sah, daß der Wagen langsam fuhr, gleichfalls abzusteigen, ohne aber dem Führer mitgeteilt zu haben, daß sie an der frag-^ ließen .Haltestelle aussteigen wolle. Sie fiel dabei hin und brach ein Bein. Nunmehr verlangt Frau I. von der Geraer Straßenbahn-Aktiengesellschaft Ersatz des ihr entstandenen S eh a d e n s.
Vom Landgericht Gera ist die Klage abgewiesen worden, weil der Unfall nur durch die eigene Fahrlässigkeit der Klägerin verursacht sei. Auch da-5 Obcrlandesgericht Jena erkannte an, daß ein Verschulden der Klägerin vorliegt; es verurteilte die Bahn aber doch, der Klägerin ein VierteldesSchadenszu ersetzen, zu d r e i V i e r t e l u wurde die Klage a b g e w i e s e n. Zstr Begründung dieser Entscheidung sührt das Oberlandesgericht aus: Es ist als erwiesen anzusehen, daß die Klägerin während der Fahrt abgestiegen ist. Der Wagen hat überhaupt nicht gehalten, nachdem der Führer gesehen hatte, daß die Köchin H. noch während der langsamen Fahrt abgesprungen war. Ein Verschulden des Wagenführers ist nicht zu erkennen. Die Klägerin will ein solches darin finden, daß er sich nicht durch einen Blick nach hinten überzeugt habe, ob noch jemand absteigen wollte. Allein der Wagenführer hatte sein Augenmerk nach vorn auf die Straße zu richten und konnte sich darauf verlassen, daß ihm die Klägerin vorher melden würde, wenn sie absteigen wollte. Dagegen liegt ein eigenes Verschulden der Klägerin vor. Jeder erwachsene Mensch weiß, daß er nicht während der Fahrt von einem Straßenbahnwagen absteigen darf. Die Klägerin hätte deshalb nicht den Versuch des Absteigens machen dürfen. Indessen wird die Haftpflicht der Bahn nicht durch jedes Verschulden des Verletzten ausgeschlossen. Es kommt auf die Gefährlich- keitdesBetriebesan. Durch die Einrichtung der Hilfshaltestellen wird eine gewisse Unsicherheit in die Fahrgäste hineingetragen; sie wissen mitunter nicht, ob gehalten wird oder nicht. Dazu kommt, daß die Wagen nur mit einem Schaffner versehen sind. Dadurch ist die B e t r i e b s g e - fahr der Bahn wesentlich erhöht. Es erscheint deshalb in Anwendung des § 254 B. G. B. angemessen, der Klägerin nicht jeden Ersatzanspruch abzusprechen. Immerhin ist die Fahrlässigkeit der Klägerin eine so große, daß ihr nur ein Viertel des Schadens zuzubilligen ist.
Die beklagte Straßenbahn legte hiergegen Revision ein und versuchte die gänzliche Abweisung der Klage zu erreichen. Das Reichsgericht hat aber das Urteil des Oberlandesgerichts bestätigt und die Revision zurückgewiesen.
Eigenes Verschulden des Fahrgastes.
Es ist vom Reichsgericht stets als eine Fahrlässig 11 eit angesehen worden, wenn jemand von einem S t r a
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlicher Wetterbien st. Gieß.'n.
Wetteraussichten in Hessen für ittrooeb, ben 14. Cft. 1913: Vorwiegend heiter unb trocken, tagsüber kühl, nachts kalt, Nachtfröste.
Ebender verhaftet?? Aus Mag ix bürg, 13. Okk, wird gemeldet: Am Sonnabend wurde ouf braunschweigischem Gebiet in der Nähe von Neuhaldenslebcn der Zigeuner Hermann Ebender, einer der Mörder des bei Fulda erschossenen Försters Nomanus, verhaftet. Der ältere Bruder Ebenders, der als zweiter an dem Mord beteiligt ist, entkam. Die beiden, die als Kartoffel- arbeiter im Dienst eines Landwirts standen, rühmten sich in der Trunkenheit des Verbrechens.
* Unaufgeklärter Todes fall. Die Morgenblättcr melden ans Berlin: In der Wotnumg des 27jährigen Hausdieners Stumpf in Ebnrlottenl'urg ist gencrn nachmittag der 17jährige Frifenrlehrling S ch t ck e l unter Umständen gestorben, die einer Aufklärung noch bedürfen. Nach der Darstellung des Stumpf hatte er Schicket in der Nacht zum Sonntag int Tiergarten auf einer Bank zufällig in troftlojem Zustande getroffen, ans- Mitleid mit nach Haufe genommen und init Kognak und Kaffee bewirtet. Nach Stumpfs Aussage hat Schicket ihm erst am Sonntag früh mugeleitk, daß er Güt genommen habe. Am Nachntiltag sei er g e ft 0 r b e n. Tie Leiche mürbe beschlagnahmt.
Die Farbe der neuen französischen Uniform. Der französische Kriegsminister hat nunmehr die Entscheidung über das Tuch der neuen französischen Armeeunifvrm gefällt: die „Trikolorenuniform" ist gesichert. Das Tuch zeigt ein zartes zum Grau hinüberspielendes Blau, ist in seiner Faserung sozusagen „durchädert'b Darüber erscheinen — damu die dritte Farbe bei Nationalsarbe nicht fehlt — in feinen Punickinien dünne rote' Streifen. Bon nabe gesehen, fällt das Rot fatini ins Auge, au' die Entfernung wirkt es als ein gedämpftes Rot, nnd so erfüllt dieser Stoss die Wünsche der Parteigänger des traditionellen Rot und zugleich die Forderung einer verringerten Sichtbarkeit im Gelände.
* Das Aluminium wird billiger. Amerikanische Geographeit haben soeben einen Bericht an das Staatsdepartement eingereicht über bic Entdeckung eines grossen Alcninberges an der Küste von Gila im Sübosten von Neu-Meriko. Er bat eine Aus- dehnung von 3 Qnabratkilomelcrn unb überragt seine Umgebung um imgeiähr 30!) Bieter. Das Alauit ist von einer Reinheit, tyie es bisher im Handel noch nicht vorgekontmen ist. Fit seinent natürlichen Zustande könnte es ohne weiteres Verwendung finden. Für die Werke, die den Abbau einiger Blocks unternehmen würben, bat bic Natur in gütiger Voraussicht ein riesiges Lager von Braunkohle in der Nähe geschaffen. Bisher muffte mau in den Vereinigten Staaten das Alaun 00m Niagara Herbeischaffen. Der Bericht fordert den sofortigen Beginn der 9!ntcharmaclnmg dieses gewaltigen Lagers, da die Verwendung des Aluminiums überall so auffer' ordentlich zugenommen hat. Sie betrug im Jahre 1883 noch weniger als 50 Kilogramm und 1908 mehr als 10 000 Tonnen. Jedermann hat ein Interesse hieran : ba5 Pnblikum, beim der Preis des Aluminiums wirb sehr schnell fallen, bie Arbeiter, weil der Alaunberg unb bie Braunkohlenlager unzählige Schiffe herbeiziehen werben, und bas Kapital, iveil es dort eine ebenso gewinnbringende Tätigkeit ivie in den Petroleum-, Kohlen-- ober Stahlwerken finbcit wirb Da zweifellos biesen ciiilcuditenbeii Vorschlägen nachgegeben werben wird, ist mit einem baldigen und starken Siirkeu der Aluminimnpreise zrr rechnen.
Kleine Tageschronil.
D i e Margarinewerke Jürgens & Prinzen goch bei Essen stifteten anläfflich ihres 25jährigen Geschäft jubtläums Mk. 100 000, darunter Io 000 zur Gründung eines Iubiläums- parkes.
Ach in ab.
Danksagung
Für die vielen Bev/eise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben unvergesslichen Mutter
Frau Katharine Reuschling Wwe. sagen wir allen, besonders Herrn Pfarrer Köhler für die tröstenden Worte am Grabe, auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank.
Ä dknde des Prouhr nachmittags 011965 Zusammensein
M. Zeichen der Zur Er- ein Grober 1813—1913" • Mud mit einem ein- Snr? ^iiansschuß 0. Oktober. 12bis Uen des Erinnerungs- «Mtg an die Spitzen Mmeindeschule, all- ^rinc, Deputation mit Ansprache des Dekans >ud, Deutschland über adenen Gäste, Vereine, ■fc. .7' 2 Uhr Abmarsch ^riladt, AahnboAatze ' Uhr Kanonendonner t eines Freudenseuers. alle Gott". Gema kwf. Tr. Krämer, nie Donnerhall". Genes Lied: „Deulsch- fummmiern im Für- Am 19. Oktober: aus dein dämmer, u ist ein besonderes lagt war vom Ar- etssihung einbe- Fendt, Äeigeordn. Als Sachverständiger imtnmgibaumcy Cbft- neister teilte mit, dast Schulhause zur Pssan- e gewählt wachen sei. men aus dem Schlost- Gcmemderat 9hl!-- im Mdenstein gewählt ersländige ab. Tie Ge- mgen des Sachverslän- ip, der mitten aus dem die Ausstellung eines feiet am 18. Okwber . Winger Waldungen
ft Am Sonntag feierte st in Verbindung nut echt bei Leipzig., War mewähnlich spät, so war iseier. Trotz des trüben, e ZM *
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- Schmimmfest in Darmstadt. An dein Schwimm- jsts! im Hallenfchwimml'ad, bem auch der Großherzog, Prinz ist- i n r i ch von Preußen unb besten Sohn Prinz Sigismund, Iber Mitglied des Darmstädter Schwimmkl»bs „Iungdeutschland" list, beiwohnten, nahmen außer der Festgeberin, Turngemeinde 'i'tnnftabt, der Iungdeutfchlandbund, der lritrnverein Wiesbaden, kurnnerein Frankfurt, Turnverein Offenbach, Turnverein Nieder- '.ak>, Turn- nnd Fechtklub Frankfurt und Turngau Frankfurt teil.
LuftsEahrt.
Der Prinz-Heinrich-Flng.
Am 17. Mai 1914 beginnt der Prinz-Heinrich-Flug und wird bis zum 24. Mai dauern. Al? Anfangsstation ist Darmstadt vorgesehen. Der Flug zerfallt in zwei große Etappen, und zwar ilwird bie erste in Darmstabt beginnen, bann über Mannheim, Karlsruhe, Spener, Worms nach Frankfurt fuhren. Die Länge '' dieser --trecke beträgt etwa 350 km. Am zweiten Tage soll der alug von Frankfurt über Koblenz nach Köln und zurück nach Fraiikfiirt gehen. Zwischen diesen beiden Tagen ist ein Ruhetag in isranffurt vorgesehen. Um aber möglichst große Flüge zu erzielen, soll es auch gestattet fein, beide Strecken an einem Tage zu durchstiegen.
Die zweite Etappe führt von Frankfurt über Hießen, Marburg, Kassel, östlich am Harz vorbei. Braunschweig nach Hamburg. Tiefe Strecke beträgt etwa 430 km. Der zweite Tag dieser Etappe führt bann von Hamburg nach Bremen, Osnabrück, । Münster, Bielefeld. Minden, Hannover wieder nach Hamburg. ' Tjese Strecke hat etwa 550 Kilometer Luftlinie. Vor An- ri'i.tt dieser Fahrt ist ein Rtthetag in Frankfurt pflicht» mäßig, der in Hamburg dagegen freiwillig. Auch der । zweite Teil des Fluges kann in einem Tage zurückgelegt werden. Der anschließende Flug von Hamburg nach Köln ist als souenamcke Aufklärtingsübung gedacht. Köln wird harnt bie Endstation des Prinz Heinrichfluges 1914 bilden. Auf Wunsch der Stadt Köln, die V. eise uon 50 C00 Mk. gestiftet bat, wird noch eine technische Aufklärungsübung folgen. Eine Verpflichtung, hieran i lei Izunehmen, besteht aber für die Teilnehmer am Prinz Heinrich» Flug nicht. Auf Beranlafiung des Kriegsministerimns wird diesmal eine getrennte Wertung erfolgen, d. h. es soll zwischen Offizier- unb Herrenstie^ern uitterschieden werben.
*
Paris, 12. Oft. Der WEttfln g der Freibal- l» n s um ben Gordon-Beunet- P r e i s erfolgte heute narchrntttag bri prachtvotl'om Wetter Vvm Tuiferiengarten aus hi Auweseuheit einer hunderttauser:dtöPfigci 1 Menschen-- . menge. 18 Freiballons, darunter bic brri deutschen „Duisburg (Kaulen und Sclpnitz), „Hamburg II" (v. Pohl unb Perlewitz), „Pectz-ckteri' (Berliner unb Mann), zwei österreichische, brei franzöfrschc, zwei englische, Kwei am-erikani- schc, zwei belgische, zwei schweizerische und zwei italienische lahmen an dem Flug teil. Die Batlows, bei deren Aufstieg stets bic betreffende Nationalhymne gestpielt tvurde, nahmen bei sehr mäßig en r Wände nordöstliche Richtung. Als letzter Brtlon stieg der „Metzelcr" um 5.35 llhr auf.
F rankfurt a. M.
abrrzacrcn u heferu prinia
Jur die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Berlmte sagen wir auf
diesem Wege innigsten Dank.
Die trauernde» Arnterbttebenen
Familie Dervel.
Wieseck, den 14. Oktober 1913.
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